[SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Realist2014
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 8. Feb 2018, 17:40

Wähler hat geschrieben:(08 Feb 2018, 07:24)

Der Schritt zur Überarbeitung der Gebührenordnung der PKVs ist sinnvoll. ?



dann sinken die Beiträge bei der PKV

gute Sache
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Realist2014
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 8. Feb 2018, 17:41

syna hat geschrieben:(07 Feb 2018, 21:37)

Naja, der springende Punkt ist: Die PKVen müssen sich dann auch an
den Solidarkosten beteiligen. D.h. sie müssen in den RSA (=Risiko-
Struktur-Ausgleich) einbezogen werden.

W

Für die PKVen würde es einerseits billiger, weil sie ja pro Arztleistung
weniger als jetzt zahlen würden. Allerdings müssten sie via RSA
erhebliche Gelder an die GKVen abführen. So wäre es auch hier -
im Idealfall - ein Nullsummenspiel.

------------------------------------------------------------------------------------------

S .


das wird nicht statt finden

ist auch gar nicht Teil der Verhandlungen
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 9. Feb 2018, 12:12

Hip_hip_hurra hat geschrieben:(08 Feb 2018, 17:26)

Warum bezahlt nicht jeder seine Arztrechnungen einfach selbst und versichert nur die nicht bezahlbaren Leistungen? Wieso muss jeder noch so kleine Eingriff über die Kassen laufen?


Wäre eine Idee nur kommt die sicher bei Wenigen an . Übrigens PV entscheiden selbst wann sie ärztliche Leistungen an die KV weiterleiten .
Da rechnet man sich aus ob der Boni lukrativer ist als die Einreichung der Rechnung für die Blutuntersuchung .
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Dampflok94
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 9. Feb 2018, 12:19

Hip_hip_hurra hat geschrieben:(08 Feb 2018, 17:26)

Warum bezahlt nicht jeder seine Arztrechnungen einfach selbst und versichert nur die nicht bezahlbaren Leistungen? Wieso muss jeder noch so kleine Eingriff über die Kassen laufen?

Was verstehst Du denn unter "nicht bezahlbar"? Für einen HartzIV-Empfänger ist gar nichts bezahlbar. Für viele Geringverdiener ebenfalls. Gesundheit sollte nicht vom Geldbeutel abhängen.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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syna
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Fr 9. Feb 2018, 13:03

syna hat geschrieben:Na - weil das Deutsche Gesundheitssystem eine der eklantastesten
Schiefstände enthält. Schiefstände sozial und ökonomisch! Kein anderes
Gesundheitssystem in Europa hat so eine "Duale Vergütungsstruktur".

Diese "Duale Vergütungsstruktur" führt dazu, dass viele Ressourcen
verschwendet werden, und dass Gesundheit in Deutschland im Vergleich
übermäßig teuer ist.


Positiv Denkender hat geschrieben:(08 Feb 2018, 17:16)
Kaum ein Gesundheitssystem in Europa ist ausgereifter und besser als das deutsche .
Verbesserungen sind immer möglich nur Gleichmacherei bedeuten nicht Verbesserungen .
Ganz abgesehen davon, dass deine Auffassung GV stützen PV völlig aus der Luft gegriffen ist .
Ohne PV würden GV höhere Beiträge zahlen müssen, weil sonst die medizinische Gesamtversorgung nicht mehr möglich wäre.
Immer wieder erstaunlich, dass du nicht begriffen hast, dass diejenigen das Gesundheitssystem finanzieren die auch den Löwenanteil der Beiträge bezahlt. Die Bemessungsgrenzen ( sowohl für die GKV sowie wie für die GRV )müssten herabgesetzt werden .
Das wäre gerecht .


Guck ma ... Du bist jetzt schon so lange hier dabei - und trotzdem bist Du in der Sache
noch nicht weiter gekommen. Ich erklär's Dir noch einmal:

Die Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten muss die Behandlung derer bezahlen,
die selbst kein ausreichendes Einkommen haben. Dazu zählen mitversicherte Ehefrauen,
Kinder, Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger. Privat Versicherte beteiligen sich nicht an
diesem Sozialtransfer, sie bezahlen lediglich ihr in der Regel niedriges Krankheitsrisiko.

Es ist einem Gastwissenschaftler aus anderen Teilen Europas oder den USA nicht leicht
zu erklären, wie das deutsche Gesundheitssystem sich international als Vorbild der
Solidarität halten kann, wenn die Lasten der Schwachen von den Beamten sowie den
gutverdienenden Selbständigen und Angestellten nicht oder nur minimal mitbezahlt
werden. Und derweil von den Arbeitern, kleinen und mittleren Angestellten volle Solidarität
vom ersten Euro an gefordert wird.

Es sieht heute so aus: Ein Arbeitnehmer mit 3800 Euro Einkommen zahlt 550 Euro Beitrag
(einschließlich Arbeitgeberanteil). Von diesen 550 Euro werden etwa 250 Euro verwendet,
um damit die medizinische Versorgung von Einkommensschwachen zu finanzieren, während ein
privat Versicherter mit genau dem gleichen Einkommen nicht einen einzigen Euro für die
Solidargemeinschaft aufbringt und das Geld ganz dafür ausgeben kann, sich selbst eine bessere
medizinische Behandlung zu kaufen und sogar noch etwas fürs eigene Alter zurückzulegen.

Die Private Krankenversicherung ist daher ein System, welches Jahr für Jahr mit 9,2 Milliarden
Euro (Zahlen aus 2013) von den Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung
subventioniert wird. Das ist nämlich der Betrag, den die privat Versicherten in das Solidarsystem
zahlen müssten, würden sie sich wie die gesetzlichen Kassen beteiligen. Sie ist eine Art
Steuerschlupfloch für Reiche in der Krankenversicherung und müsste genauso konsequent
dichtgemacht werden wie andere Steuerschlupflöcher.

Der gesetzlich Versicherte, der freiwillig bei hohem Einkommen Monat für Monat mehr als
250 Euro in die Solidarität zahlt, muss im Falle einer Erkrankung im Wartezimmer ausharren,
bis der Privatpatient, der sich um diese Zahlung drückt, fertig behandelt wurde. Danach muss
er sich vom Arzt oft behandeln lassen, als ob er der Ausnutzer des Systems wäre, nur weil er
für den Arzt nicht so lukrativ ist.

Die Private Krankenversicherung subventioniert nicht das System, sondern bezahlt nur die
Luxusversorgung ihrer Versicherten und profitiert von der Subvention durch die ihren
eigenen Mitgliedern erlassenen Solidarbeiträge.

Wenn jeder Arzt oder jede Klinik entweder nur gesetzlich Versicherte oder nur privat
Versicherte behandeln dürfte, wäre das private System in kürzester Zeit am Ende. In
einem solchen System wäre jede Quersubvention ausgeschlossen, und schnell würde klar,
in wie vielen Bereichen das private System parasitär vom gesetzlichen lebt.

:)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Alana4 » Fr 9. Feb 2018, 13:38

syna hat geschrieben:
Guck ma ... Du bist jetzt schon so lange hier dabei - und trotzdem bist Du in der Sache
noch nicht weiter gekommen. Ich erklär's Dir noch einmal:

auf deine Erklärungen bin ich gespannt gewesen!

Die Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten muss die Behandlung derer bezahlen,
die selbst kein ausreichendes Einkommen haben. Dazu zählen mitversicherte Ehefrauen,
Kinder, Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger.

Stimmt soweit. Aber es sind die Ehefrauen, Kinder usw. der gesetzlich Versicherten.

Privat Versicherte beteiligen sich nicht an diesem Sozialtransfer

Nö, warum auch , müssen sie doch für ihre eigenen Ehepartner und Kinder ZUSÄTZLICH KV bezahlen.

, sie bezahlen lediglich ihr in der Regel niedriges Krankheitsrisiko.

Was veranlasst dich zu der Annahme, privat Versicherte hätten ein niedrigeres Krankheitsrisiko?
Meinst du wirklich, die können nicht krank werden?


Es sieht heute so aus: Ein Arbeitnehmer mit 3800 Euro Einkommen zahlt 550 Euro Beitrag
(einschließlich Arbeitgeberanteil).

Nun, den Arbeitgeberanteil zahlt der gesetzlich Versicherte nicht.

Von diesen 550 Euro werden etwa 250 Euro verwendet,
um damit die medizinische Versorgung von Einkommensschwachen zu finanzieren,

wenn du das sagst, wird es wohl stimmen.

während ein
privat Versicherter mit genau dem gleichen Einkommen nicht einen einzigen Euro für die
Solidargemeinschaft aufbringt und das Geld ganz dafür ausgeben kann, sich selbst eine bessere
medizinische Behandlung zu kaufen und sogar noch etwas fürs eigene Alter zurückzulegen.

Hä? Die absolut überwiegende Anzahl der Privatversicherten sind die Beamten. Also all die kleinen Polizisten usw.
Die haben in aller Regel einen (PKV)Tarif, dergrundsätzlich deckungsgleich ist im Leistungsumfang wie das, was gesetzlich Versicherte an Leistungen im Bedarfsfall erhalten. Diese in den Köpfen Unwissender und Ahnungsloser herumschwirrenden Vorstellungen von "privat versichert" sind vollkommen an der Realität vorbei.


Die Private Krankenversicherung ist daher ein System, welches Jahr für Jahr mit 9,2 Milliarden
Euro (Zahlen aus 2013) von den Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung
subventioniert wird. Das ist nämlich der Betrag, den die privat Versicherten in das Solidarsystem
zahlen müssten, würden sie sich wie die gesetzlichen Kassen beteiligen. Sie ist eine Art
Steuerschlupfloch für Reiche in der Krankenversicherung und müsste genauso konsequent
dichtgemacht werden wie andere Steuerschlupflöcher.

So pauschal und undifferenziert ist das vollkommener Quatsch.

Der gesetzlich Versicherte, der freiwillig bei hohem Einkommen Monat für Monat mehr als
250 Euro in die Solidarität zahlt, muss im Falle einer Erkrankung im Wartezimmer ausharren,
bis der Privatpatient, der sich um diese Zahlung drückt, fertig behandelt wurde.

"Freiwillig bei hohem Einkommen?" Was soll das denn heißen? Der gesetzlich Versicherte zahlt 7 Komma irgendwas % seines Einkommens, nach oben sogar gedeckelt.
Nur ein kleiner- ein SEHR kleiner Teil der privat Versicherten hat einen so hohen Tarif, der Sonderbehandlung/Luxusbehandlungen einschließt. Und dieser kleine Teil der "Reichen" wird sich auch unter "Bürgerversicherung" oder sonst einem Modell genau diese Bonusleistungen dazu kaufen können.

Danach muss
er sich vom Arzt oft behandeln lassen, als ob er der Ausnutzer des Systems wäre, nur weil er
für den Arzt nicht so lukrativ ist.

Stimmt nicht.

Die Private Krankenversicherung subventioniert nicht das System, sondern bezahlt nur die
Luxusversorgung ihrer Versicherten und profitiert von der Subvention durch die ihren
eigenen Mitgliedern erlassenen Solidarbeiträge.

Nochmal: völlig falsche Vorstellung von "privat versichert"

Mein Mann ist z.Bsp. privat versichert (als Beamter). Der hat gerade Arztbesuche und Krankenhaus hinter sich. Stinknormale Wartezeiten, wie jeder andere auch. Keine Chefarztbahandlung, kein Einzelzimmer- der Zimmerkollege war ein Kassenpatient, gleiches Essen, gleiche Ärzte, gleiche Betreuung durch die SChwestern, alles vollkommen identisch.
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 10. Feb 2018, 12:17

syna hat geschrieben:(09 Feb 2018, 13:03)

Guck ma ... Du bist jetzt schon so lange hier dabei - und trotzdem bist Du in der Sache
noch nicht weiter gekommen. Ich erklär's Dir noch einmal:

Die Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten muss die Behandlung derer bezahlen,
die selbst kein ausreichendes Einkommen haben. Dazu zählen mitversicherte Ehefrauen,
Kinder, Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger. Privat Versicherte beteiligen sich nicht an
diesem Sozialtransfer, sie bezahlen lediglich ihr in der Regel niedriges Krankheitsrisiko.

Es ist einem Gastwissenschaftler aus anderen Teilen Europas oder den USA nicht leicht
zu erklären, wie das deutsche Gesundheitssystem sich international als Vorbild der
Solidarität halten kann, wenn die Lasten der Schwachen von den Beamten sowie den
gutverdienenden Selbständigen und Angestellten nicht oder nur minimal mitbezahlt
werden. Und derweil von den Arbeitern, kleinen und mittleren Angestellten volle Solidarität
vom ersten Euro an gefordert wird.

Es sieht heute so aus: Ein Arbeitnehmer mit 3800 Euro Einkommen zahlt 550 Euro Beitrag
(einschließlich Arbeitgeberanteil). Von diesen 550 Euro werden etwa 250 Euro verwendet,
um damit die medizinische Versorgung von Einkommensschwachen zu finanzieren, während ein
privat Versicherter mit genau dem gleichen Einkommen nicht einen einzigen Euro für die
Solidargemeinschaft aufbringt und das Geld ganz dafür ausgeben kann, sich selbst eine bessere
medizinische Behandlung zu kaufen und sogar noch etwas fürs eigene Alter zurückzulegen.

Die Private Krankenversicherung ist daher ein System, welches Jahr für Jahr mit 9,2 Milliarden
Euro (Zahlen aus 2013) von den Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung
subventioniert wird. Das ist nämlich der Betrag, den die privat Versicherten in das Solidarsystem
zahlen müssten, würden sie sich wie die gesetzlichen Kassen beteiligen. Sie ist eine Art
Steuerschlupfloch für Reiche in der Krankenversicherung und müsste genauso konsequent
dichtgemacht werden wie andere Steuerschlupflöcher.

Der gesetzlich Versicherte, der freiwillig bei hohem Einkommen Monat für Monat mehr als
250 Euro in die Solidarität zahlt, muss im Falle einer Erkrankung im Wartezimmer ausharren,
bis der Privatpatient, der sich um diese Zahlung drückt, fertig behandelt wurde. Danach muss
er sich vom Arzt oft behandeln lassen, als ob er der Ausnutzer des Systems wäre, nur weil er
für den Arzt nicht so lukrativ ist.

Die Private Krankenversicherung subventioniert nicht das System, sondern bezahlt nur die
Luxusversorgung ihrer Versicherten und profitiert von der Subvention durch die ihren
eigenen Mitgliedern erlassenen Solidarbeiträge.

Wenn jeder Arzt oder jede Klinik entweder nur gesetzlich Versicherte oder nur privat
Versicherte behandeln dürfte, wäre das private System in kürzester Zeit am Ende. In
einem solchen System wäre jede Quersubvention ausgeschlossen, und schnell würde klar,
in wie vielen Bereichen das private System parasitär vom gesetzlichen lebt.

:)

Was wolltest du mir denn erklären ? Deinen Einheitsbrei muss du nicht erklären ,der schmeckt nicht .
Deine Version ist auch falsch .PV sorgen mit ihren Beträgen dafür das die GV eine medizinische Versorgung
bekommen, die Ärzte besser bezahlt werden können ohne das die Beiträge angehoben werden .Der PV muss nebenbei jedes Familienmitglied mitversichern ,während beim
gesetzlich Versicherten Kinder und Ehepartner mitversichert sind solange die nicht selbst berufstätig sind .
Deine Behauptung PV zahlen nicht in das Solidarsystem ein ist falsch . Durch PV werden die Arzthonorare ausgeglichen, die
ohne PV von den GV bezahlt werden müssten .Das würde bedeuten weitaus höhere Beiträge für alle .
Selbst die gesetzl. KV sehen keine Vorteile in der Abschaffung der PV kV .
Wenn jemand lernen sollte bist du das .Dieses System hat sich bewährt . Der Staat wäre finanziell gar nicht in der Lage
von heute auf morgen die AG Zuschüsse für Beamte zu zahlen . Hinzu kommt das die Bruttogehälter angehoben werden müssten .
Deine Märchen von der Luxusversorgung Privatversicherter kannst du in deiner Linken Parteizentrale erzählen ,genau so den Blödsinn, dass
2-3 Privatpatienten am Tag die Wartezeiten für GV in einer Praxis um Std. verlängern . Die Terminvergaben gut organisierter Praxen sind
ziemlich bindend . Selbst 1-2 Notfälle verursachen keine längere Wartezeiten . Daran hat keine Praxis Interesse.
Kein GV würde durch eine Bürgerversicherung eine bessere medizinische Versorgung erhalten . Allenfalls würden
einige Privilegien beim KH Aufenthalt für PV wegfallen . Nur was haben GV davon ?
Es ist eine Unterstellung Ärzte würden PV besser behandeln als GV . Beweise doch einfach das eine OP
unterschiedlich durchgeführt werden ? Fakt ist das Besserverdienende und PV den Gesundheitsladen hier finanzieren .
Nicht umgekehrt .Die Bemessungsgrenzen müssten gesenkt werden .Dann hätten mehr AN die Chance in eine PKV zu wechseln .
Ich hatte über 30 Jahre Wahlfreiheit . Die PV wäre teurer geworden .
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Sa 10. Feb 2018, 13:05

Hallo Alana4!
Schön, dass Du Dich so ausführlich mit dem Gesundheitssystem
auseinandersetzt!

syna hat geschrieben:Die Private Krankenversicherung ist daher ein System, welches Jahr für Jahr
mit 9,2 Milliarden Euro (Zahlen aus 2013) von den Versicherten der gesetzlichen
Krankenversicherung subventioniert wird.

Das ist nämlich der Betrag, den die privat Versicherten in das Solidarsystem
zahlen müssten, würden sie sich wie die gesetzlichen Kassen beteiligen. Sie ist
eine Art Steuerschlupfloch für Reiche in der Krankenversicherung und
müsste genauso konsequent dichtgemacht werden wie andere
Steuerschlupflöcher.


Alana4 hat geschrieben:(09 Feb 2018, 13:38)
So pauschal und undifferenziert ist das vollkommener Quatsch.


Nein, nein, das ist GENAU SO!

------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich erläutere gerne nochmal, was es überhaupt mit der 2-Klassengesellschaft
auf sich hat, weil das wohl für viele - gerade hier im Forum - wirklich schwer
zu verstehen ist.

Bevor ich wieder OECD-Tabellen und Statistiken heranziehe, aus denen
hervorgeht, dass Gesundheit in Deutschland zwar teuer, aber ineffizient
ist - verglichen mit anderen Ländern - und bevor ich wieder Fallbeispiele im
Gesundheitswesen darstelle, da will ich lieber ein Gedankenexperiment
starten, welches die Problematik "plastisch erfahrbar" macht:

---------------------------------------------------------------------------------------------
G E D A N K E N E X P E R I M E N T
---------------------------------------------------------------------------------------------
Frisor - Autohaus - Boutique-Besitzer
---------------------------------------------------------------------------------------------

Stell Dir vor, Du bist ein Frisör ... oder der Betreiber eines Autohauses
mit Werkstatt ... oder der Betreiber einer kleinen Boutique für besondere
Frauen- und Männerbekleidung.

Und da hast Du (hoffentlich !) viele Kunden. Nun gibt es da aber eine
Besonderheit: Du hast nämlich 2 Arten von Kunden:

1. Kunden, die nur den normalen Preis zahlen.
------------------------------ und --------------------------------
2. Kunden, die IMMER den 2 fachen bis 4-fachen Preis zahlen.

Und das macht sich dann auch bemerkbar: Nach jedem Haarschnitt (als Frisör)
darfst Du bei den Kunden der Art (2) das 2- bis 4-fache als Preis verlangen!
Genauso als Betreiber des Autohauses: Jeder Kunde der Art (2) zahlt bei
Reparaturen oder Wartungs-Checks doch wirklich das 2- bis 4-fache! Auch
beim Verkauf von Kleidungsstücken und Mode-Artikeln: Die Kunden der
Kategorie (2) ZAHLEN tatsächlich - auch bei Sonderangeboten - das 2- bis 4-
fache!

"Senstationell!" denkst Du Dir ... und mit der Zeit achtest Du darauf, dass
besonders viele Kunden der Art (2) Deinen Laden betreten! Denn diese
Kunden sind lukrativ!

Du lächelst nachdrücklicher, wenn sie den Laden betreten, fragst freundlich, aber
nicht aufdringlich, nach. Ja, damit diese Kunden auch wiederkommen, bietest Du
ihnen einen Kaffee und einen Keks an und bist gerne zum Plaudern aufgelegt.

Es bricht eine Zeit an, in welcher die Konkurrenz für Frisäre und
Einzelhändler stärker wird - und Du musst Deine Preise senken, um
konkurrenzfähig zu bleiben. Das führt dazu, dass Kunden der Art (1)
kaum Deine vielen Kosten decken können. Und Du musst Dir also
Strategien ausdenken, um noch mehr Kunden der Art (2) in Deinen
Laden zu "lenken".

Wenn der Andrang an Sonnabenden besonders groß ist, ist es vorteilhaft,
Kunden der Art (1) - sogenanntes "Kassenvieh" - aus dem Laden zu halten,
damit für Kunden der Art (2) genug Platz da ist. Deshalb fragst Du schon am
Eingang Deines kleinen Ladens jeden Kunden, der eintreten will: "Sind Sie
Kunde der Art 1 oder Kunde der Art 2"?

Das ist nämlich wichtig: Wenn der Laden sowieso schon ziemlich voll ist,
kannst Du dann Kunden der Art (1) abweisen. Mit der Begründung: "Ist schon
voll - hier kommt keiner mehr rein!". Falls aber ein Kunde der Art (2)
hereinkommen will, signalisierst Du ihm, dass "selbstverständlich noch genügend
Platz da ist" und lächelst besonderst freundlich.

---------------------------------------------------------------------------------------------
Alle gleichgut behandeln?
---------------------------------------------------------------------------------------------

Nun gibt es auch einige sehr idealistische "Ladenbesitzer" (also Frisöre,
Automechaniker oder Boutique-Besitzer), die sich in ihrer Jugend geschworen
haben: "Ich behandele alle meine Kunden gleich - egal, ob es Kunden der
Art (1) oder (2) sind."

Das ist ein hehres, idealistisches und löbliches Denken. Aber dieses Denken
kommt nicht gegen die Strukturen gegenan. Und die Strukturen sind nun mal
so, dass die einen (Kunden der Art 1) den einfachen Satz zahlen, und die
anderen (Kunden der Art 2) immer das 2-4,3-fache zahlen.

Wenn nämlich stürmische Zeiten anbrechen und die Gewinnspannen minimal
sind, wenn die Kreditschulden drücken, dann ist noch mehr ökonomisches
Handeln überlebenswichtig für Dich als Ladenbesitzer.

Du bist dann sogar darauf angewiesen, noch mehr Kunden der Art (2) in
Deinen Laden zu geleiten - auch wenn Du früher einmal idealistisch gedacht
haben solltest. Kunden der Art (2) werden dann besonders hofiert, umgarnt und
mit Extras gelockt. Du nimmst Dir auch viel mehr Zeit, diese Kunden zu beraten,
ihre Wünsche zu erfragen und mit ihnen zusammen zu überlegen. Denn Deine
Schulden zwingen Dich dazu: Wenn Du Deinen kleinen Laden nicht schließen
willst, dann musst Du den Kunden der Art (2) in den Allerwertesten kriechen -
selbst wenn Du das eigentlich nie wolltest.

---------------------------------------------------------------------------------------------
Was hat das mit dem Gesundheitssystem zu tun?
---------------------------------------------------------------------------------------------

Genauso, wie es Dir im obigen "Denkexperiment" als Frisör, Automechaniker
oder Boutiquebesitzer erging, so ergeht es jedem Arzt und jedem Krankenhaus in
unserem Gesundheitssystem: Es muss die Kunden der Art (2) - die Privat
Krankenversicherten - hofieren, umgarnen und mit vielen Extras locken. Und falls
der Andrang "der Kunden" mal höher ist, dann geht das natürlich zu Lasten der
Kunden der Art (1), der "Kassenpatienten".

Der Ladenbesitzer aus unserem Gedankenexperiment war darauf bedacht, gleich
beim Betreten des Ladens herauszufinden, ob es wohl ein Kunde der Art (1)
oder (2) ist. Genauso ist es auch bei unserem Gesundsheitssystem: Sobald Du
mit einer Praxis oder einem Krankenhaus Kontakt aufnimmst, wirst Du als erstes
gefragt, ob Du Kassenpatient (1) oder privatversichert (2) bist. Gleich am
Anfang! Damit der ganze Apparat - also die ganze Praxis oder das gesamte
Krankenhaus - gleich weiß, wie er Dich behandeln wird und mit Dir umspringen
wird. Gleich am Anfang!

Ach ja ...

... es ist sogar noch extremer: Wenn Du bei einer Expertenabteilung
einer Universitätsklinik anrufst, fragt die Sekretärin auch gleich am Anfang:
"Kasse oder privat?" Wenn Du dann "Kasse" sagst, ist das Gespräch sogar
ganz zu Ende. Entweder sagt sie dann "Wir haben leider überhaupt keine
Termine - wenden sie sich woanders hin" oder sie sagt "Entschuldigen Sie, aber
wir sind sooo voll, einen Termin hätte ich erst nächstes Jahr."

Gleich am Anfang! :)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Alana4 » Sa 10. Feb 2018, 14:54

syna hat geschrieben:.....
Ich erläutere gerne nochmal, was es überhaupt mit der 2-Klassengesellschaft
auf sich hat, ........


nicht nötig. Dein Vergleich ist kein Vergleich. Taugt gar nichts, sorry.
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Sa 10. Feb 2018, 15:06

Ich erläutere gerne nochmal, was es überhaupt mit der 2-Klassengesellschaft
auf sich hat,


Alana4 hat geschrieben:(10 Feb 2018, 14:54)
nicht nötig. Dein Vergleich ist kein Vergleich. Taugt gar nichts, sorry.


Doch doch, das G E D A N K E N E X P 'E R I M E N T ist in einfachen,
klaren Worten beschrieben! Blättere mal nach oben.

------------------------------------------------------------------------------------

BTW, auch das Gedankenexperiment berührt nur die Oberfläche,
die Auswirkungen der Dualen Vergütung, d.h. der zwei Arten
von Kunden, ist strukturell noch viel dramatischer, als es
so oberflächlich erscheinen mag. Aber dazu später mehr.

:D
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 10. Feb 2018, 15:44

Wähler hat geschrieben:(07 Feb 2018, 11:38)

Es sieht nach Bewegung bei diesem komplexen Thema aus:
http://www.faz.net/aktuell/politik/live ... 36687.html
FAZ 7. Februar 2018 Liveblog 11 Uhr 19
"Union und SPD wollen eine Kommission für eine mögliche Angleichung der Arzt-Honorare für gesetzlich und privat Versicherte einrichten. Die Kommission soll eine gemeinsame Honorarordnung für die gesetzliche und die private Krankenversicherung vorbereiten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Verhandlungskreisen in Berlin."


Nur eine Gnadenfrist für die PKV. Die Kosten die die PKV in Zukunft für die pensionierten Beamten verursachen wird kann der Staat gar nicht aufbringen. Dazu einen Artikel im Spiegel:

Stefan Etgeton ist Experte für integrierte Krankenversicherung bei der Bertelsmann-Stiftung. Die Stiftung hat durchgerechnet, wie sich die Einführung einer Bürgerversicherung auswirken würde. Ein Fazit: Bund und Länder könnten etwa 60 Milliarden Euro sparen.
Das ist kein besonders lukratives Geschäftsmodell mehr. Ihre Versicherten haben sehr hohe Ansprüche, die Ärzte haben ebenfalls sehr hohe Erwartungen - und zugleich fehlen den privaten Versicherungen (PKV) Instrumente zur Kostenkontrolle gegenüber den Ärzten, wie sie die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat. Hinzu kommen die Alterung der Bevölkerung und der medizinisch-technische Fortschritt: Neue Therapien sind aufwendig und teuer. Und die PKV ächzt unter den niedrigen Zinsen. Sie können kaum noch wie früher Kapitalerträge erwirtschaften.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 92421.html
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » So 11. Feb 2018, 16:39

Alter Stubentiger hat geschrieben:(10 Feb 2018, 15:44)

Nur eine Gnadenfrist für die PKV. Die Kosten die die PKV in Zukunft für die pensionierten Beamten verursachen wird kann der Staat gar nicht aufbringen. Dazu einen Artikel im Spiegel:

Stefan Etgeton ist Experte für integrierte Krankenversicherung bei der Bertelsmann-Stiftung. Die Stiftung hat durchgerechnet, wie sich die Einführung einer Bürgerversicherung auswirken würde. Ein Fazit: Bund und Länder könnten etwa 60 Milliarden Euro sparen.
Das ist kein besonders lukratives Geschäftsmodell mehr. Ihre Versicherten haben sehr hohe Ansprüche, die Ärzte haben ebenfalls sehr hohe Erwartungen - und zugleich fehlen den privaten Versicherungen (PKV) Instrumente zur Kostenkontrolle gegenüber den Ärzten, wie sie die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat. Hinzu kommen die Alterung der Bevölkerung und der medizinisch-technische Fortschritt: Neue Therapien sind aufwendig und teuer. Und die PKV ächzt unter den niedrigen Zinsen. Sie können kaum noch wie früher Kapitalerträge erwirtschaften.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 92421.html

Der Staat könnte erst einmal die 50 % Zuschüsse nicht bezahlen die anfallen würden, wenn Beamte in die gesetzliche KV gezwungen würden .Bleibt anzufügen Beamte machen nur einen Teil der PV aus . PV haben Verträge abgeschlossen die einzuhalten sind .
Nochmals keinem GV würde durch eine Bürgerversicherung eine noch bessere medizinische Versorgung bekommen .
Kein Patient wird wenn es sie überhaupt noch gibt schnellere Termine bekommen . Die Zahl der Patienten verändert sich dadurch nicht
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Alter Stubentiger » So 11. Feb 2018, 18:11

Positiv Denkender hat geschrieben:(11 Feb 2018, 16:39)

Der Staat könnte erst einmal die 50 % Zuschüsse nicht bezahlen die anfallen würden, wenn Beamte in die gesetzliche KV gezwungen würden .Bleibt anzufügen Beamte machen nur einen Teil der PV aus . PV haben Verträge abgeschlossen die einzuhalten sind .
Nochmals keinem GV würde durch eine Bürgerversicherung eine noch bessere medizinische Versorgung bekommen .
Kein Patient wird wenn es sie überhaupt noch gibt schnellere Termine bekommen . Die Zahl der Patienten verändert sich dadurch nicht

Mache dir klar daß eine Krankenversicherung bei der alle Patienten das 2-4fache an Kosten pro Krankheitsfall verursacht ein Problem ist.
Im Spiegel Artikel wird dies ausführlich dargestellt. Aber du willst das Problem nicht verstehen was?
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Alana4 » So 11. Feb 2018, 18:45

Alter Stubentiger hat geschrieben:(11 Feb 2018, 18:11)

Mache dir klar daß eine Krankenversicherung bei der alle Patienten das 2-4fache an Kosten pro Krankheitsfall verursacht ein Problem ist.

Nun, dieses "Problem" ist ja zunächst weder deines noch das der gesetzlich Versicherten.
Ärzte, Kliniken etc. rechnen für PKV nach diesem höheren Satz ab und bekommen von den Versicherungen (die ganz offensichtlich dazu in der Lage sind) diesen Satz dann auch bezahlt. Der zu operierende PKV-Patient ( =seine Versicherung) "zahlt" für die gleiche Leistung somit mehr als der GKV-Patient (=dessen Versicherung). Wo ist denn jetzt der Nachteil für den gesetzlich Versicherten?
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Adam Smith
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Adam Smith » So 11. Feb 2018, 18:58

Alana4 hat geschrieben:(11 Feb 2018, 18:45)

Nun, dieses "Problem" ist ja zunächst weder deines noch das der gesetzlich Versicherten.
Ärzte, Kliniken etc. rechnen für PKV nach diesem höheren Satz ab und bekommen von den Versicherungen (die ganz offensichtlich dazu in der Lage sind) diesen Satz dann auch bezahlt. Der zu operierende PKV-Patient ( =seine Versicherung) "zahlt" für die gleiche Leistung somit mehr als der GKV-Patient (=dessen Versicherung). Wo ist denn jetzt der Nachteil für den gesetzlich Versicherten?


Dafür muss man um die Ecke denken.

Für Beamte und Beihilfeberechtigte ist die Private Krankenversicherung die beste Option. Anders als bei Angestellten und Selbständigen erhalten sie und ihre Familienangehörige eine Beihilfe vom Bund bzw. vom Land, die je nach Bundesland 50 Prozent oder mehr der Krankheitskosten abdeckt. Mit Eintritt der Pension erhöht sich diese auf 70 Prozent.

Das kommt dem Staat teuer zu stehen. Laut einer Studie könnten Bund und Länder mehr als 60 Milliarden Euro einsparen, würden sich Beamte ebenfalls in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichern.


https://www.private-krankenversicherung ... iarden-342

Auch der gesetzlich Versicherte wird dadurch belastet.

Bereits im ersten Jahr könnte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) so 1,6 Milliarden Euro sparen, für die Länder wären es weitere 1,7 Milliarden Euro. Das Iges-Institut geht dabei davon aus, dass dann neun von zehn Beamten gesetzlich krankenversichert wären.

Die Berliner Forscher unterstellen bei ihrer Berechnung, dass die Ausgaben für Beihilfe in den nächsten Jahren deutlich anziehen. Bereits 2014 gab der Bund dafür 4,5 Milliarden Euro aus, die Länder mussten dafür sogar 7,4 Milliarden Euro springen lassen. Der Studie zufolge erhöhen sich diese Ausgaben für den Bund bis 2030 um 46 Prozent auf jährlich 6,6 Milliarden Euro. Für die Länder klettern die Kosten für die Beihilfe demnach sogar um mehr als 80 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro pro Jahr. Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann-Stiftung, sagt deshalb: "Angesichts der Schuldenbremse muss der Ausstieg aus dem Beihilfesystem für Beamte eingeleitet werden."


http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/k ... -1.3326526

Wer Beiträge zahlt, der zahlt auch Steuern. Auch wenn es z.B. jetzt keine Einkommensteuer ist.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon KarlRanseier » So 11. Feb 2018, 19:23

Die SPD hat, nachdem GerHartz Kohl abgelöst hat, entgegen ihren Versprechungen eine asozialere Politik betrieben, als es sich die FDP jemals hätte träumen lassen, und wrackte die staatliche Rente ab, um den Privatversicherungen Kunden und sozialistische Bestandsgarantien rüberwachsen lassen zu können.

Würde mich nicht wundern, wenn die nun die GKV abschaffen würden, damit alle Menschen zur PKV wechseln müssen. Ich denke, Allianz & Co wären auch dafür sehr dankbar, und der arbeitende Pöbel hat die Sozen ja noch nie interessiert. Aber vorläufig muss man soche Plänen noch verheimlichen, damit die Basis auch zustimmt.
Wir fordern VOLKSFAHRRÄDER!
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » So 11. Feb 2018, 19:49

Alana4 hat geschrieben:(11 Feb 2018, 18:45)
Nun, dieses "Problem" ist ja zunächst weder deines noch das der gesetzlich Versicherten.
Ärzte, Kliniken etc. rechnen für PKV nach diesem höheren Satz ab und bekommen von den Versicherungen (die ganz offensichtlich dazu in der Lage sind) diesen Satz dann auch bezahlt. Der zu operierende PKV-Patient ( =seine Versicherung) "zahlt" für die gleiche Leistung somit mehr als der GKV-Patient (=dessen Versicherung).


Genau so ist es. GKV-Patienten werden nach EBM abgerechnet.
PKV-Patienten dagegen werden nach GOÄ abgerechnet. In der GOÄ
sind die Beträge um das 2 bis 4,3-fache höher.

Alana4 hat geschrieben:(11 Feb 2018, 18:45)
Wo ist denn jetzt der Nachteil für den gesetzlich Versicherten?


Ja - das könnte man naiv fragen. Da werden zwar unterschiedliche
Preise bezahlt - aber hat das auf die medizinische Versorgung denn
überhaupt Einfluss?

---- Hat es! ----

Und nicht nur das: Die unterschiedliche Bezahlung, die "Duale
Vergütung" macht das Gesundheitssystem insgesamt sehr teuer!
Um das zu verstehen, muss man wie Adam Smith schreibt, etwas
"um die Ecken" denken:

Es liegt an der "Fehlallokation"!

------------------------------------------------------------------------------------
Was ist denn die "Fehlallokation"?
------------------------------------------------------------------------------------

Unter "Allokation" - das wissen wir ja alle - versteht man allgemein
die Zuordnung von beschränkten Ressourcen zu potentiellen Verwendern.
Im Krankenhaus sind die "beschränkten Ressourcen" die Spezialisten,
die bei vielen ernsten Erkrankungen lebensentscheidend sind. Die
"potentielle Verwender" sind die ernsthaft erkrankten Patienten.
Und da gibt es PKV-Patienten und GKV-Patienten.

Die knappste Ressource in unserem Gesundheitssystem, die Zeit der
Superspezialisten, wird oft für Trivialeinsätze verschwendet, damit
diese Leute gut verdienen und die Privilegierten zu jedem Zeitpunkt
die bestmögliche Versorgung genießen. Diese Fehlallokation ist in fast
jedem Fachbereich. Es ist also kein marginales Problem, das mal auftritt.
Nein es ist die Regel - und führt zu erheblichen Verzerrungen und
Ineffizienzen des Gesundheitssystems.

------------------------------------------------------------------------------------
Warum werden die Superspezialisten nur für PKV-ler eingesetzt?
------------------------------------------------------------------------------------

Nun - auf allen Krankenhäusern lastet ein erheblicher finanzieller
Druck. Vielen Krankenhäusern wird mit Schließung gedroht, wenn
sie nicht "kostengünstig" arbeiten. Jeder kaufmännische Direktor
steht unter hohem Druck. Deshalb wendet er alle Energie auf, um
möglichst viele Kosten über die Patientenbehandlung hereinzuholen.

Der hochbezahlte Spezialist muss sich dann dafür hergeben, Blinddarm-OPs
in großer Zahl durchzuführen. Weil diese Blinddarm-OPs bei PKV-Patienten
viel besser dotiert sind - und so die Kosten überhaupt erst wieder hereinkommen.
Der kaufmännische Direktor, die Klinikadministration und das Controlling
bestehen darauf, dass es so gemacht wird!

Umgekehrt steht der Spezialist für ernste OPs von GKV-Patienten kaum zur
Verfügung. Weniger erfahrene, manchmal noch junge Chirurgen, oder Chirurgen,
die "alles querbeet machen", werden bei GKV-Patienten die komplizierte
Bauchspeichel-OP durchführen müssen.

Abgesehen davon, dass das medizinisch für den GKV-Patienten
ziemliche Nachteile hat (er lebt dann halt viel kürzer) verursacht die
überall "zum Standard" gewordene Fehlallokation insgesamt viel höhere
Kosten (wie ja jeder BWLer weiß).
--~~/§&%"$!\~~--
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » So 11. Feb 2018, 19:53

KarlRanseier hat geschrieben:(11 Feb 2018, 19:23)

Die SPD hat, nachdem GerHartz Kohl abgelöst hat, entgegen ihren Versprechungen eine asozialere Politik betrieben, als es sich die FDP jemals hätte träumen lassen, und wrackte die staatliche Rente ab, um den Privatversicherungen Kunden und sozialistische Bestandsgarantien rüberwachsen lassen zu können.

Würde mich nicht wundern, wenn die nun die GKV abschaffen würden, damit alle Menschen zur PKV wechseln müssen. Ich denke, Allianz & Co wären auch dafür sehr dankbar, und der arbeitende Pöbel hat die Sozen ja noch nie interessiert. Aber vorläufig muss man soche Plänen noch verheimlichen, damit die Basis auch zustimmt.


Haha ... Du hast ja eine sehr apokalyptische Denkweise.
Ganz von der Hand zu weisen sind Deine Überlegungen
allerdings nicht ... :rolleyes:
--~~/§&%"$!\~~--
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » So 11. Feb 2018, 20:19

Alter Stubentiger hat geschrieben:(11 Feb 2018, 18:11)

Mache dir klar daß eine Krankenversicherung bei der alle Patienten das 2-4fache an Kosten pro Krankheitsfall verursacht ein Problem ist.
Im Spiegel Artikel wird dies ausführlich dargestellt. Aber du willst das Problem nicht verstehen was?


Wieso alle ? PV stellen einen Anteil von ca 10 % der KV .Bisher klappt das bestens mit der KV in Deutschland seit Kriegsende .
Noch besser würde es klappen wenn die Bemessungsgrenzen gesenkt würden damit mehr Bürger selbst entscheiden können welche
Form der KV sie bevorzugen . Übrigens weder Ärztekammer ,noch gesetzl. KK halten etwas von der Bürgerversicherung .
Die wäre überhaupt nicht bezahlbar für den Staat . Der müsste nicht nur die Bruttogehälter für alle Bediensteten anheben
sondern sofort 50 % des AG Anteils abdrücken . Warum sollen sich dadurch die Kosten für Patienten erhöhen ? Das Gegenteil ist der Fall .Durch PV KV bleiben
die Beiträge für die GKV auf niedrigsten Niveau .Welches Problem meinst du ? Deins ? Ist nicht meins .
Die Bürgerversicherung ist vom Tisch das ist gut so. Zum Glück für unser bestens funktionierende Gesundheitssystem .
Durch mehr Eigenleistungen, geringere Pflichtbeiträge könnte es noch verbessert werden .
Dann könnte jeder selbst entscheiden ob er zum Blutdruck oder Fiebermessen einen Arzt aufsuchen will.
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit dort den Spiegel zu lesen der für manche das Vater unser zu sein scheint.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Mo 12. Feb 2018, 08:06

Alter Stubentiger hat geschrieben:(11 Feb 2018, 18:11)

Mache dir klar daß eine Krankenversicherung bei der alle Patienten das 2-4fache an Kosten pro Krankheitsfall verursacht ein Problem ist.
Im Spiegel Artikel wird dies ausführlich dargestellt. Aber du willst das Problem nicht verstehen was?



WENN- dann ist es ein Problem was NUR die PKV Patienten betrifft ( denn DIE zahlen das ja mit ihren Beiträgen)

WAS geht das den ANDEREN an?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden

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