Linux, Unix und BSD

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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon grün » Do 11. Jan 2018, 20:16

Raskolnikof hat geschrieben:Linux hat mit Sicherheit seine Daseinsberechtigung, z.B. im Serverbereich.


Seit meinem Ausstieg aus der Linuxserverwelt ist es gerade dort nicht unbedingt besser geworden. Mit Schrecken nehme ich die diversen Berichte über das offensichtlich grundverrottete systemd wahr, das unter den meisten gängigen Linuxdistributionen anscheinend sogar das Herunterfahren gern mal überraschend scheitern lässt.

Ich behaupte nach wie vor, dass die meisten Menschen, die absichtlich zu Linux greifen, mit Windows eigentlich viel glücklicher wären. Weiter oben war davon die Rede, dass gerade computeraffine Nutzer von einem Möchtegernwindows wie "Ubuntu" irgendwelche Vorteile hätten - nämlich welchen? Dass es nichts kostet? Windows ist auch heutzutage vorinstalliert und kostet nichts extra.

Ich bezweifle, dass diejenigen, die ohne Beifügung von Gründen "Linux ist für Profis" in Foren schmettern, auch nur eine einzige Zeile Code verstehen würden. Ansonsten bleibt die Frage, die der sicherlich über jeden Zweifel erhabene Bill Joy vor über zehn Jahren dazu mal gestellt hat, die entscheidende: "Was war das ziel der Linuxgemeinschaft - Windows zu ersetzen? Man könnte sich höher gesteckte Ziele vorstellen."

Wer sich als ein bisschen technikaffin versteht und darum kein Windows nutzen möchte, weil ihm das zu uncool ist, der hat keinen vernünftigen Anlass, nicht stattdessen auf ein richtiges freies Unix (Solaris/illumos) oder wenigstens BSD zu setzen. Das liest sich hier immer, als hätte "Lieschen Müller" nur die Wahl zwischen Windows und Linux. Das wäre erbärmlich, finden Sie nicht?

Ich habe hier ein aktuelles OpenBSD auf einer alten 32-Bit-Kiste - viele Linuxdistributoren machen das nicht mehr mit. Nachhaltigkeit sieht anders aus.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Do 11. Jan 2018, 20:22

H2O hat geschrieben:(11 Jan 2018, 20:03)

Vielleicht irre ich mich in der Rückschau; bei mir hatte sich festgesetzt, daß auch Befehle, meinetwegen in 32 Bit Wortlänge, schneller ab zu arbeiten wären, weil sie dann nur in der CPU mit deren Takt verwurstet werden müßten. Aber kann sein, daß diese Verarbeitungsvariante bei den modernen CPUen gar keine Rolle mehr spielt.

Die Leistung von CPUs ist schwierig zu vergleichen, weil es immer auch softwareabhängig ist. Ein Maßstab ist IPC, die drückt unabhängig von der Taktfrequenz aus, wie viele Instruktionen pro Takt ausgeführt werden können, das hängt direkt vom Aufbau der CPU ab. Dann gibt es noch die Singlethread-Leistung, die drückt aus, wie schnell ein CPU-Kern beim vom Hersteller gewählten Takt arbeitet. Die Multithread-Leistung drückt aus, wie schnell alle Kerne inkl. SMT arbeiten können. Beim letzten Maßstab kommt es dann auch stark auf die Software an, wenn meine benutzte Anwendung nicht parallelisiert ist, dann nutzt mir auch eine CPU mit 16 Kernen und weiteren 16 threads für 2.000 € rein gar nichts, dann kann es sogar sein, dass ein Pentium für 80 € schneller ist. Der wiederum sieht dann kein Land gegen die Monster-CPU, wenn geeignete Software eingesetzt wird.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon H2O » Do 11. Jan 2018, 20:31

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Jan 2018, 20:22)

Die Leistung von CPUs ist schwierig zu vergleichen, weil es immer auch softwareabhängig ist. Ein Maßstab ist IPC, die drückt unabhängig von der Taktfrequenz aus, wie viele Instruktionen pro Takt ausgeführt werden können, das hängt direkt vom Aufbau der CPU ab. Dann gibt es noch die Singlethread-Leistung, die drückt aus, wie schnell ein CPU-Kern beim vom Hersteller gewählten Takt arbeitet. Die Multithread-Leistung drückt aus, wie schnell alle Kerne inkl. SMT arbeiten können. Beim letzten Maßstab kommt es dann auch stark auf die Software an, wenn meine benutzte Anwendung nicht parallelisiert ist, dann nutzt mir auch eine CPU mit 16 Kernen und weiteren 16 threads für 2.000 € rein gar nichts, dann kann es sogar sein, dass ein Pentium für 80 € schneller ist. Der wiederum sieht dann kein Land gegen die Monster-CPU, wenn geeignete Software eingesetzt wird.

Wieder vielen Dank! Meine Vorstellungswelt bezog sich wohl auf den Singlethread. Ein lieber Kollege hatte sich noch Anfang der 80er mit Transputern befaßt... vermutlich einer Vorstufe für die heutigen MonsterCPUen. Das Zeug kam aber nicht so toll heraus wie man zunächst dachte. Die Trauben der Programmierung hingen wohl zu hoch!
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Do 11. Jan 2018, 20:51

grün hat geschrieben:(11 Jan 2018, 20:16)

Weiter oben war davon die Rede, dass gerade computeraffine Nutzer von einem Möchtegernwindows wie "Ubuntu" irgendwelche Vorteile hätten - nämlich welchen? Dass es nichts kostet? Windows ist auch heutzutage vorinstalliert und kostet nichts extra.

Ich persönlich finde den Updateprozess bei Linux deutlich entspannter, kommt natürlich auf den Paketmanager an, die Windowsupdates sind aber eine Qual. Manuelle Datensicherung ist auch kinderleicht, einfach den persönlichen Ordner auf einen Stick oder eine externe Platte ziehen und fertig. Klar, kann man bei Windows auch machen, nur bekommt man dann Fehlermeldungen, dass nicht alles kopiert werden kann. Der Preis ist irrelevant, W10 gibt es bei Ebay, Amazon oder bei Keysellern für einen Appel und ein Ei, Microsoft scheint da auch nichts gegen einzuwenden zu haben, sonst würden sie es unterbinden. Ich baue mir meine Rechner selber zusammen, da ist nichts vorinstalliert. Für meine Arbeit bietet Linux gegenüber Windows Vorteile, klar, irgendwie könnte ich das auch auf Windows machen, geht unter Linux aber einfacher, schneller und unkomplizierter.

Ich bezweifle, dass diejenigen, die ohne Beifügung von Gründen "Linux ist für Profis" in Foren schmettern...

Hat das hier jemand getan?

Wer sich als ein bisschen technikaffin versteht und darum kein Windows nutzen möchte, weil ihm das zu uncool ist...

Hat hier jemand gesagt, Windows zu benutzen wäre uncool?

Das liest sich hier immer, als hätte "Lieschen Müller" nur die Wahl zwischen Windows und Linux.

Es gibt sicherlich auch "Lieschen Müller" (als nicht-technikaffine Computernutzerin) die ein BSD-Derivat benutzen, nämlich in Form von iOS oder macOS oder in einem NAS. Aber warum sollten sich nicht-technikaffine User durch die Open/FreeBSD-Installation quälen, wenn es für die Installation von Linux grafische Oberflächen gibt, die solchen Usern deutlich entgegen kommen? Welche Vorteile haben diese User dann von BSD?

Ich habe hier ein aktuelles OpenBSD auf einer alten 32-Bit-Kiste - viele Linuxdistributoren machen das nicht mehr mit.

Was sind "viele"? Die wichtigen Distros wie Debian und Linux Mint gibt es noch in 32bit-Versionen.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon grün » Do 11. Jan 2018, 21:18

Tom Bombadil hat geschrieben:Klar, kann man bei Windows auch machen, nur bekommt man dann Fehlermeldungen, dass nicht alles kopiert werden kann.


Nö.

Tom Bombadil hat geschrieben:Für meine Arbeit bietet Linux gegenüber Windows Vorteile, klar, irgendwie könnte ich das auch auf Windows machen, geht unter Linux aber einfacher, schneller und unkomplizierter.


Ich bevorzuge dann doch ein System ohne Abstürze. ;)

Tom Bombadil hat geschrieben:Hat das hier jemand getan?


Yep.

Tom Bombadil hat geschrieben:warum sollten sich nicht-technikaffine User durch die Open/FreeBSD-Installation quälen, wenn es für die Installation von Linux grafische Oberflächen gibt, die solchen Usern deutlich entgegen kommen?


Die von mir ebenso erwähnten Solaris/illumos/-Derivate ohne grafische Installation existieren (nach meinem Kenntnisstand) nicht einmal - das wurde hier wohl bewusst weggelassen? Was BSD betrifft: GhostBSD kriegt auch Lieschen Müller ohne Schmerzen installiert, jedenfalls mit weniger Schmerzen als zum Beispiel ein handelsübliches Fedora. Es ist nicht alles Text, was BSDt.

Tom Bombadil hat geschrieben:Welche Vorteile haben diese User dann von BSD?


Kein systemd. :thumbup:

Tom Bombadil hat geschrieben:Die wichtigen Distros wie Debian und Linux Mint gibt es noch in 32bit-Versionen.


Mindestens Ubuntu hat das mit Version 17.10 langsam aufgegeben, so weit ich weiß.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Do 11. Jan 2018, 21:39

grün hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:18)

Nö.

Doch.

Ich bevorzuge dann doch ein System ohne Abstürze. ;)

Mein System stürzt nicht ab.

Yep.

Wer?

Die von mir ebenso erwähnten Solaris/illumos/-Derivate ohne grafische Installation existieren (nach meinem Kenntnisstand) nicht einmal - das wurde hier wohl bewusst weggelassen?

Wie soll "Lieschen Müller" denn auch auf solche OS aufmerksam werden?

Was BSD betrifft: GhostBSD kriegt auch Lieschen Müller ohne Schmerzen installiert, jedenfalls mit weniger Schmerzen als zum Beispiel ein handelsübliches Fedora.

Dann musst du für GhostBSD die Werbetrommel rühren, sonst bekommt "Lieschen Müller" nicht mit, dass solch ein OS existiert. Ich kannte es bisher auch nicht, daher danke für den Tipp.

Kein systemd. :thumbup:

ZB. antiX nutzt SysV. Wird "Lieschen Müller" aber auch nicht kennen.

Mindestens Ubuntu hat das mit Version 17.10 langsam aufgegeben, so weit ich weiß.

Ja, aber Ubuntu ist nicht alles.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon grün » Do 11. Jan 2018, 21:47

Tom Bombadil hat geschrieben:Doch.


Nein.

Tom Bombadil hat geschrieben:Mein System stürzt nicht ab.


Ich nutze ebenfalls kein Linux.

Tom Bombadil hat geschrieben:Wer?


Raskolnikof hat das so ähnlich ausgedrückt.

Tom Bombadil hat geschrieben:Wie soll "Lieschen Müller" denn auch auf solche OS aufmerksam werden?


Genau so wie auf Ubuntu und den anderen Kram aus der Reklame auf "SPIEGEL ONLINE" et al. - Solaris ist ja nun wirklich oft genug in den Medien. Hängt halt auch von den konsumierten Medien ab.

Tom Bombadil hat geschrieben:Dann musst du für GhostBSD die Werbetrommel rühren, sonst bekommt "Lieschen Müller" nicht mit, dass solch ein OS existiert.


Nö, muss ich nicht - ich halte es nämlich. mit Verlaub, für eine ziemliche Scheißidee, irgendwem ein bestimmtes System einpflanzen zu wollen. Das habe ich ein paar Seiten weiter vorn schon erklärt: Niemand, den ich kenne, der jemals von Windows auf (z.B.) Linux umgestiegen ist, hatte auch nur einen einzigen vernünftigen Grund dafür, der nicht wahlweise auf "kostet halt nix" oder "die auf SPON sagen, das ist sicherer" beschränkt war.

Tom Bombadil hat geschrieben:ZB. antiX nutzt SysV. Wird "Lieschen Müller" aber auch nicht kennen.


Eben war hier noch von den "großen Distributionen" die Rede ... wie denn nun? :)

Tom Bombadil hat geschrieben:Ja, aber Ubuntu ist nicht alles.


Bleiben wir doch bei einer Auswahl: Reden wir jetzt über alle Distributionen oder nur über die, die "Lieschen Müller" von der Presse reingedrückt werden?
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon BlueMonday » Do 11. Jan 2018, 21:55

H2O hat geschrieben:(11 Jan 2018, 16:51)

Lassen Sie mich bitte nicht dumm sterben: Warum sind 64 Bit Wortlänge im Prozessor nicht von Hause aus schneller als 32 Bit Wortlänge? Bei den uralten CDC Rechnern lagen geradezu Welten zwischen unserer 32 Bit-Maschine und der 64 Bit-Maschine der IABG. Solche Feinheiten wie den Rechentakt in PCs lasse ich einmal weg.


Vor allem geht es da ja um einen größeren Adressraum, halt um mehr als 4GB adressieren zu können. Geschwindigkeistvorteile hätte man von der größeren Wortbreite nur, wenn man auch entsprechend große Werte (>32 bit)verarbeitet. Wenn man also auf einer 32Bit-Architektur 64bit breite Integers addieren, multiplizieren etc. wollte, geht das natürlich, aber mit mehr Takten. Man braucht also schon recht spezielle Anwendungsfälle und angepasste Software für einen Geschwindigkeitsvorteil, wo dann aber meist gleich Befehlssatzerweiterungen wie SSE zum Einsatz kommen oder vor langer Zeit MMX. Diese sind dafür ausgelegt durch besonders breite Register bspw. mehrere Additionen parallel auszuführen zu können. Da werden dann bspw 4 32bit breite Integerwerte oder Floats mit einer Instruktion ins extrabreite Register geladen und verarbeitet, statt viermal hintereinander...
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Do 11. Jan 2018, 22:03

grün hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:47)

Nein.

Doch.

Raskolnikof hat das so ähnlich ausgedrückt.

Das wäre dann nicht schön.

Hängt halt auch von den konsumierten Medien ab.

Das ist richtig.

Nö, muss ich nicht - ich halte es nämlich. mit Verlaub, für eine ziemliche Scheißidee, irgendwem ein bestimmtes System einpflanzen zu wollen.

Sehe ich sehr ähnlich. Jeder soll mit dem OS glücklich werden, das seine Bedürfnisse am besten deckt, ich persönlich missioniere auch nicht, weder in meinem Umfeld noch in Foren.

Eben war hier noch von den "großen Distributionen" die Rede ... wie denn nun?

GhostBSD ist eine "große Distribution"? Ging es nicht zuerst um 32bit?

Bleiben wir doch bei einer Auswahl: Reden wir jetzt über alle Distributionen oder nur über die, die "Lieschen Müller" von der Presse reingedrückt werden?

Von welcher Presse genau ist die Rede? Bei SPON zB. lese ich nicht regelmäßig, von daher weiß ich nicht, welche Distros da empfohlen werden.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon grün » Do 11. Jan 2018, 22:09

(Ja-Nein-Doch mal außen vor gelassen...)

Tom Bombadil hat geschrieben:GhostBSD ist eine "große Distribution"? Ging es nicht zuerst um 32bit?


Ich habe den Faden verloren -ich dachte, Thema sei es gewesen, dass davon ausgegangen wurde, dass "Lieschen Müller" was mit GUI braucht?
Natürlich ist GhostBSD eine große Distribution - es gibt ja eigentlich nur zwei relevante FreeBSD-Distributionen für den Desktop, nämlich TrueOS (ehem. PC-BSD) und GhostBSD. :)

Tom Bombadil hat geschrieben:Von welcher Presse genau ist die Rede? Bei SPON zB. lese ich nicht regelmäßig, von daher weiß ich nicht, welche Distros da empfohlen werden.


Zumeist Ubuntu, manchmal auch Mint; stets jedoch unter einer der Quatschprämissen, es sei entweder "sicherer als Windows" oder "schneller als Windows". :rolleyes:
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Do 11. Jan 2018, 22:25

grün hat geschrieben:(11 Jan 2018, 22:09)

Ich habe den Faden verloren -ich dachte, Thema sei es gewesen, dass davon ausgegangen wurde, dass "Lieschen Müller" was mit GUI braucht?

Zuerst ging es um 32bit, dann dachte ich, dass es für BSD-Derivate keine grafischen Installer gibt und dann kam noch systemd dazu. Ist aber alles nicht weiter wichtig, im Grunde sind wir ja gar nicht so weit voneinander entfernt, wer mit BSD-Derivaten besser fährt als mit Linux oder Windows, der soll die auch benutzen. Du hast mir auf jeden Fall den Anstoß geliefert, mich mit BSD zu befassen, ich lade gerade TrueOS runter (dauert leider Ewigkeiten weil lahmes DSL), das wird dann erstmal in der VM getestet.

Natürlich ist GhostBSD eine große Distribution...

Ich meinte jetzt im Sinne von Nutzerzahlen, da dürften Linux-Distros die Nase vorne haben. Oder irre ich mich?

...stets jedoch unter einer der Quatschprämissen, es sei entweder "sicherer als Windows" oder "schneller als Windows". :rolleyes:

Das ist in der Tat Unsinn. "Sicherer" ist Linux nur, weil die viele Windows-Malware nicht ausgeführt wird.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon grün » Do 11. Jan 2018, 22:31

Tom Bombadil hat geschrieben:Du hast mir auf jeden Fall den Anstoß geliefert, mich mit BSD zu befassen, ich lade gerade TrueOS runter (dauert leider Ewigkeiten weil lahmes DSL), das wird dann erstmal in der VM getestet.


Bitteschön. :)
PC-BSD war damals mein erstes BSD - bin dann, als ich halbwegs verstanden hatte, wie alles funktioniert, recht schnell auf FreeBSD gewechselt. Ich wollte basteln. ;)
(Heute habe ich eine Art Systemwildwuchs. DIes hier ist allerdings ein Windows.)

Tom Bombadil hat geschrieben:Ich meinte jetzt im Sinne von Nutzerzahlen, da dürften Linux-Distros die Nase vorne haben. Oder irre ich mich?


Im von Microsoft und Apple halbwegs fair aufgeteilten Desktopmarkt ist kein freies System mit besonders relevanten Nutzerzahlen ausgestattet. Wie hoch die Ziffer vor dem Komma ist, spielt keine so besonders bedeutsame Rolle - mit dem Unterschied, dass Apple zumindest bei FreeBSD (und damit GhostBSD und TrueOS) nicht nur Code leiht, sondern auch spendet. Auch Microsoft hängt über Azure inzwischen bei FreeBSD drin. Sie könnten, wenn sie wollten...

Nutzerzahlen sind jedenfalls nicht alles. :)

Tom Bombadil hat geschrieben:Das ist in der Tat Unsinn. "Sicherer" ist Linux nur, weil die viele Windows-Malware nicht ausgeführt wird.


Dafür die Linux-Malware. Verstehen Politikschreiber halt nicht so gut - meistens. (Kein Angriff auf die Teilnehmer hier beabsichtigt!)
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Do 11. Jan 2018, 22:41

grün hat geschrieben:(11 Jan 2018, 22:31)

Ich wollte basteln. ;)

Die Zeit hab ich mit Gentoo und Arch hinter mir, ich brauche ein stabil laufendes System. Und nein, mein Mint stürzt wirklich nicht ab.

Im von Microsoft und Apple halbwegs fair aufgeteilten Desktopmarkt ist kein freies System mit besonders relevanten Nutzerzahlen ausgestattet.

Das ist schon klar, trotzdem sind auch die Nutzerzahlen wichtig, weil ein totes System eher nicht mehr weiter entwickelt/supportet wird. Natürlich sind auch die Entwicklerzahlen wichtig, da kenne ich mich bei BSD aber überhaupt nicht aus.

...mit dem Unterschied, dass Apple zumindest bei FreeBSD (und damit GhostBSD und TrueOS) nicht nur Code leiht, sondern auch spendet. Auch Microsoft hängt über Azure inzwischen bei FreeBSD drin. Sie könnten, wenn sie wollten...

Das ist interessant.

Dafür die Linux-Malware.

Klar, die Anzahl ist aber überschaubar: https://en.wikipedia.org/wiki/Linux_malware#Threats
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon grün » Do 11. Jan 2018, 22:51

Tom Bombadil hat geschrieben:Und nein, mein Mint stürzt wirklich nicht ab.


Ich hatte mir das damals noch neue Mint in der Debian Edition kurz angesehen, bin dann aber (als mein letztes Desktoplinux) bei Fedora gelandet. Mint hatte Charme, war aber an manchen Stellen noch unfertig und yum mochte (und mag) ich lieber als apt und aptitude.
Ändert nichts daran, dass systemd nicht wie etwas aussieht, was ich heutzutage auf meinem System haben wollen würde.

Tom Bombadil hat geschrieben:weil ein totes System eher nicht mehr weiter entwickelt/supportet wird.


Ein System ist tot, sobald der letzte Entwickler es verlässt. Gerade fanatische Hobbyisten sichern die Zukunft von Systemen oft mit mehr Herzblut als diejenigen, die damit mal Geld verdient haben. VMS fiele mir da gerade ein.

Tom Bombadil hat geschrieben:Klar, die Anzahl ist aber überschaubar: https://en.wikipedia.org/wiki/Linux_malware#Threats


Eine reicht halt.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Do 11. Jan 2018, 23:07

grün hat geschrieben:(11 Jan 2018, 22:51)

Ändert nichts daran, dass systemd nicht wie etwas aussieht, was ich heutzutage auf meinem System haben wollen würde.

Ich bin zu wenig Linuxprofi, als dass ich mich dazu qualifiziert äußern könnte. Ich habe mich natürlich auch schon in die Sache eingelesen, nach meinem Verständnis wird in den Streit aber auch viel Dogma reingelegt.

Eine reicht halt.

Schon richtig, mir persönlich ist nur noch keine begegnet, bei Windows schlägt der Virenscanner bei mir aber auch so gut wie nie an.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon grün » Do 11. Jan 2018, 23:11

Schadsoftware fällt nicht vom Himmel. Die häufigste Infektionsart "der Benutzer klickt im Web irgendeinen Mist an" bekämpft auch kein Virenscanner. Da hilft nur: JavaScript ausmachen. ;)
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon imp » Fr 12. Jan 2018, 06:06

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Jan 2018, 20:11)

Du vermischst jetzt den professionellen Einsatz mit dem privaten.

Das verlängert das erträgliche Alter, das Grundproblem bleibt.


Der privat genutzte, noch ältere, Laptop wird nicht ersetzt, erstens ist der Stromverbrauch irrelevant niedrig und zweitens reicht der für alle Dinge, die ich damit erledige voll und ganz aus.

So lange das so ist, alles richtig. Wenn kein Windows 10 oder kein aktuelles Linux mehr schmerzfrei drauf will, ist aber Zeit gekommen umzudenken. Da wird's schnell lästig. Auch privat ist das Zugucken beim laden und verarbeiten nicht der Zweck, den die meisten mit dem PC verfolgen. Von Sicherheit mal abgesehen.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon imp » Fr 12. Jan 2018, 06:32

grün hat geschrieben:(11 Jan 2018, 22:51)
Ändert nichts daran, dass systemd nicht wie etwas aussieht, was ich heutzutage auf meinem System haben wollen würde.

Es ist nicht alles dran schlecht. Es will nur zu vieles sein. Setzt sich aber durch.



Ein System ist tot, sobald der letzte Entwickler es verlässt. Gerade fanatische Hobbyisten sichern die Zukunft von Systemen oft mit mehr Herzblut als diejenigen, die damit mal Geld verdient haben. VMS fiele mir da gerade ein.

Nach der Definition sind GEM und BeOS nicht tot. Das sagt schon viel über die praktische Relevanz.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 12. Jan 2018, 09:47

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Jan 2018, 06:06)

Wenn kein Windows 10 oder kein aktuelles Linux mehr schmerzfrei drauf will, ist aber Zeit gekommen umzudenken.

Aktuelles Linux läuft problemlos, sogar Unity funktioniert ohne spürbare lags.

Auch privat ist das Zugucken beim laden und verarbeiten nicht der Zweck, den die meisten mit dem PC verfolgen.

Mit 4GB RAM und einer SSD ist das Ding auch nicht viel langsamer als meine anderen PCs. Ich sehe es gar nicht ein, so ein Gerät zu entsorgen.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon imp » Fr 12. Jan 2018, 10:05

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jan 2018, 09:47)

Aktuelles Linux läuft problemlos, sogar Unity funktioniert ohne spürbare lags.


Mit 4GB RAM und einer SSD ist das Ding auch nicht viel langsamer als meine anderen PCs. Ich sehe es gar nicht ein, so ein Gerät zu entsorgen.

Na, fühl dich nicht aufgefordert. Es ging schon konkret von user zu user und daraus etwas genereller. Wenn alles fit ist, behalt ihn doch.
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