Schwangerschaft vertraglich ausschließen

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Kael
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Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Kael » So 10. Dez 2017, 15:40

Da ich in letzter Zeit relativ oft mitbekommen habe, dass vor allem aufgrund des Gehaltsunterschiedes bei Frauen angespielt wird,
würde ich hier gern einmal diskutieren ob so etwas vertretbar wäre

-Frauen fallen durch Schwangerschaften im Arbeitsleben aus, die Firma muss dennoch 100% des Einkommens zahlen -> Verlust der Firma
-Frauen erhalten durch diese Möglichkeit weniger Gehalt als ein Mann, welcher nicht durcvh eine Schwangerschaft ausfällt und dadurch weiter Leistung bringt.
-Es gibt Extremfälle wo sich Frauen über mehrere Jahre hinweg, durch Gebären von Kindern, aus der Arbeit heraushalten und diversen Firmen hohe Verluste bescheren (Vor allem einschlagend bei kleineren Betrieben)

Also muss die Firma irgendwo das Geld ja wiederholen, da es ja nicht vom Staat getragen wird.

Würde es dahingehend dann nicht eher Sinn machen wenn der Staat das bestehende Gehalt weiterzahlt anstatt die Firma dies bezahlen zu lassen?
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Liegestuhl
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Liegestuhl » So 10. Dez 2017, 16:00

Jetzt soll ich diese ganzen nutzlosen Marketing-Assistentinnen und Schmuckdesignerinnen auch noch durchfüttern?

In Anbetracht einer immer größer werdenden Weltbevölkerung sollten wir zusehen, wie wir weniger Menschen in die Welt setzen und von unseriösen Schneeballsystemen wie die gesetzliche RV wegkommen.
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Sextus Ironicus » So 10. Dez 2017, 16:00

Kael hat geschrieben:(10 Dec 2017, 15:40)

Da ich in letzter Zeit relativ oft mitbekommen habe, dass vor allem aufgrund des Gehaltsunterschiedes bei Frauen angespielt wird,
würde ich hier gern einmal diskutieren ob so etwas vertretbar wäre

-Frauen fallen durch Schwangerschaften im Arbeitsleben aus, die Firma muss dennoch 100% des Einkommens zahlen -> Verlust der Firma
-Frauen erhalten durch diese Möglichkeit weniger Gehalt als ein Mann, welcher nicht durcvh eine Schwangerschaft ausfällt und dadurch weiter Leistung bringt.
-Es gibt Extremfälle wo sich Frauen über mehrere Jahre hinweg, durch Gebären von Kindern, aus der Arbeit heraushalten und diversen Firmen hohe Verluste bescheren (Vor allem einschlagend bei kleineren Betrieben)

Also muss die Firma irgendwo das Geld ja wiederholen, da es ja nicht vom Staat getragen wird.

Würde es dahingehend dann nicht eher Sinn machen wenn der Staat das bestehende Gehalt weiterzahlt anstatt die Firma dies bezahlen zu lassen?


Schwangerschaft vertraglich auszuschließen würde vermutlich der Sittenwidrigkeit zum Opfer fallen.

Von welchem weiterbezahlten Gehalt sprichst du?
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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Misterfritz
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Misterfritz » So 10. Dez 2017, 16:03

Kael hat geschrieben:(10 Dec 2017, 15:40)

Da ich in letzter Zeit relativ oft mitbekommen habe, dass vor allem aufgrund des Gehaltsunterschiedes bei Frauen angespielt wird,
würde ich hier gern einmal diskutieren ob so etwas vertretbar wäre

-Frauen fallen durch Schwangerschaften im Arbeitsleben aus, die Firma muss dennoch 100% des Einkommens zahlen -> Verlust der Firma
-Frauen erhalten durch diese Möglichkeit weniger Gehalt als ein Mann, welcher nicht durcvh eine Schwangerschaft ausfällt und dadurch weiter Leistung bringt.
-Es gibt Extremfälle wo sich Frauen über mehrere Jahre hinweg, durch Gebären von Kindern, aus der Arbeit heraushalten und diversen Firmen hohe Verluste bescheren (Vor allem einschlagend bei kleineren Betrieben)

Also muss die Firma irgendwo das Geld ja wiederholen, da es ja nicht vom Staat getragen wird.

Würde es dahingehend dann nicht eher Sinn machen wenn der Staat das bestehende Gehalt weiterzahlt anstatt die Firma dies bezahlen zu lassen?

Es gibt das U2-Verfahren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Umlage_U2
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Kael
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Kael » So 10. Dez 2017, 16:07

https://www.monster.de/karriereberatung ... -pflichten

Bleibt es bei dem Beschäftigungsverbot, muss der Arbeitgeber das Gehalt in voller Höhe weiterbezahlen. Wenn die Schwangere eine andere Tätigkeit zugewiesen bekommt, weil sie ihre ursprüngliche nicht mehr ausüben kann, darf das Gehalt nicht gekürzt werden.




Dies wird allerdings nicht bei erfolgreichen Betrieben angewandt. Obwohl es für die Firma ein Verlust für die entsprechende Zeit ist.
Zuletzt geändert von Kael am So 10. Dez 2017, 16:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Umetarek » So 10. Dez 2017, 16:08

Kael hat geschrieben:(10 Dec 2017, 15:40)

Da ich in letzter Zeit relativ oft mitbekommen habe, dass vor allem aufgrund des Gehaltsunterschiedes bei Frauen angespielt wird,
würde ich hier gern einmal diskutieren ob so etwas vertretbar wäre

-Frauen fallen durch Schwangerschaften im Arbeitsleben aus, die Firma muss dennoch 100% des Einkommens zahlen -> Verlust der Firma
-Frauen erhalten durch diese Möglichkeit weniger Gehalt als ein Mann, welcher nicht durcvh eine Schwangerschaft ausfällt und dadurch weiter Leistung bringt.
-Es gibt Extremfälle wo sich Frauen über mehrere Jahre hinweg, durch Gebären von Kindern, aus der Arbeit heraushalten und diversen Firmen hohe Verluste bescheren (Vor allem einschlagend bei kleineren Betrieben)

Also muss die Firma irgendwo das Geld ja wiederholen, da es ja nicht vom Staat getragen wird.

Würde es dahingehend dann nicht eher Sinn machen wenn der Staat das bestehende Gehalt weiterzahlt anstatt die Firma dies bezahlen zu lassen?

Männer können auch Vaterschaftsurlaub nehmen.
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Misterfritz » So 10. Dez 2017, 16:10

Kael hat geschrieben:(10 Dec 2017, 16:07)
Dies wird allerdings nicht bei erfolgreichen Betrieben angewandt. Obwohl es für die Firma ein Verlust für die entsprechende Zeit ist.
U2-Umlage ist verpflichtend für Betriebe bis zu 30 VZ-Mitarbeitern, also ist für kleine Betriebe gesorgt.
Und wenn erfolgreiche Betriebe keine Vorsorge treffen, wessen Problem ist das?
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon firlefanz11 » Do 12. Apr 2018, 09:53

Kael hat geschrieben:(10 Dec 2017, 15:40)
-Es gibt Extremfälle wo sich Frauen über mehrere Jahre hinweg, durch Gebären von Kindern, aus der Arbeit heraushalten und diversen Firmen hohe Verluste bescheren (Vor allem einschlagend bei kleineren Betrieben)

Gabs bei uns auch. Angefangen, nach zwei Monaten geworfen, Mutterschaftsurlaub voll ausgereizt, 4 Wochen krankschreiben lassen, 4 Wochen Mutter Kind Kur gemacht, geworfen, Mutterschaftsurlaub voll ausgereizt... rinse n repeat... :rolleyes:
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Diictodon » Do 12. Apr 2018, 10:32

Misterfritz hat geschrieben:(10 Dec 2017, 16:10)

U2-Umlage ist verpflichtend für Betriebe bis zu 30 VZ-Mitarbeitern, also ist für kleine Betriebe gesorgt.
Und wenn erfolgreiche Betriebe keine Vorsorge treffen, wessen Problem ist das?


Das war früher mal so, mittlerweile ist die U2 für alle Betriebe Pflicht, unabhängig von der Zahl der Beschäftigten.
Steht zumindest hier: https://www.lohn-info.de/umlageverfahren.html
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun. - Douglas Adams
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Kael » So 15. Apr 2018, 16:43

Diictodon hat geschrieben:(12 Apr 2018, 11:32)

Das war früher mal so, mittlerweile ist die U2 für alle Betriebe Pflicht, unabhängig von der Zahl der Beschäftigten.
Steht zumindest hier: https://www.lohn-info.de/umlageverfahren.html


Einer der Gründe wieso ich als kleiner Betrieb keine Frauen einstellen würde :)
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon H2O » So 15. Apr 2018, 17:04

Kael hat geschrieben:(15 Apr 2018, 17:43)

Einer der Gründe wieso ich als kleiner Betrieb keine Frauen einstellen würde :)


Eine naheliegende Entscheidung und vermutlich auch existenznotwendig! Im Grunde ein Unding, dem Gewerbe die Folgelasten für sozialpolitisches Handeln auf zu bürden.

Wir alle wissen, Männer und Frauen, daß wir ohne unsere Frauen weder Nachwuchs noch glückliche Familien haben können. Unsere Natur hat es aber so eingerichtet, daß unsere Frauen durch das Austragen und die körpernahe Versorgung der Kinder nicht immer so arbeiten können wie Männer. Den Betrieben entsteht dann ein ganz erheblicher Verlust, insbesondere dann, wenn Frauen eine gute berufliche Qualifikation mitbringen und so nicht ohne weiteres zu ersetzen sind. Dennoch ein heller Wahnsinn, im Wortsinn sogar asozial, eine erwünschte Schwangerschaft vertraglich ausschließen zu wollen!

Ich meine deshalb, daß unmittelbare soziale Leistungen wie Lohnfortzahlungen und Leistungen des Betriebs für andere soziale Wohltaten aus Steuergeld bezahlt werden sollten, das dann eben die Gemeinschaft aufbringen muß, wenn sie sich derartige Wohltaten gönnen will. Dann bezahlt für Mutterschutz und andere notwendige soziale Leistungen jedes Mitglied der steuerzahlenden Gemeinschaft unabhängig von einer Risikoverteilung.
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Misterfritz » So 15. Apr 2018, 17:16

H2O hat geschrieben:(15 Apr 2018, 18:04)

Eine naheliegende Entscheidung und vermutlich auch existenznotwendig! Im Grunde ein Unding, dem Gewerbe die Folgelasten für sozialpolitisches Handeln auf zu bürden.

Wir alle wissen, Männer und Frauen, daß wir ohne unsere Frauen weder Nachwuchs noch glückliche Familien haben können. Unsere Natur hat es aber so eingerichtet, daß unsere Frauen durch das Austragen und die körpernahe Versorgung der Kinder nicht immer so arbeiten können wie Männer. Den Betrieben entsteht dann ein ganz erheblicher Verlust, insbesondere dann, wenn Frauen eine gute berufliche Qualifikation mitbringen und so nicht ohne weiteres zu ersetzen sind. Dennoch ein heller Wahnsinn, im Wortsinn sogar asozial, eine erwünschte Schwangerschaft vertraglich ausschließen zu wollen!

Ich meine deshalb, daß unmittelbare soziale Leistungen wie Lohnfortzahlungen und Leistungen des Betriebs für andere soziale Wohltaten aus Steuergeld bezahlt werden sollten, das dann eben die Gemeinschaft aufbringen muß, wenn sie sich derartige Wohltaten gönnen will. Dann bezahlt für Mutterschutz und andere notwendige soziale Leistungen jedes Mitglied der steuerzahlenden Gemeinschaft unabhängig von einer Risikoverteilung.
Also, die Umlage macht bestimmt keinen AG arm, dass sind 0,38% des Bruttolohnes von jedem AN. Bezahlt wird dann der Mutterschutz zu 100% von der Krankenkasse, auch Elterngeld bezahlt nicht der AG.
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon H2O » So 15. Apr 2018, 17:27

Misterfritz hat geschrieben:(15 Apr 2018, 18:16)

Also, die Umlage macht bestimmt keinen AG arm, dass sind 0,38% des Bruttolohnes von jedem AN. Bezahlt wird dann der Mutterschutz zu 100% von der Krankenkasse, auch Elterngeld bezahlt nicht der AG.


Dann wären wir ja auch schon so weit, daß unsere gesellschaftlichen Reproduktionskosten von der Gemeinschaft getragen werden. Dann verstehe ich die Entscheidung unseres Teilnehmers Kael aber nicht. Da würde ich nun erwarten, daß er seinen Standpunkt wirtschaftlich erläutert. Menschlich könnte ich ihn jetzt erst einmal nicht verstehen.

Auch die Wortmeldung des Teilnehmers Firlefanz weiter oben ließ doch eine ganze Menge Zorn durchscheinen. Vielleicht gehört das alles zusammen?
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon immernoch_ratlos » So 15. Apr 2018, 18:13

Hat da irgendwer mal belastbare Zahlen zu dem Schaden den AG durch die Schwangerschaft ihrer Mitarbeiterinnen "erleiden müssen" oder ist nur emotionales Gequatsche, wie leider so oft in diesem Forum :?:

Wer wenigstens über rudimentäre Rechtskenntnisse verfügt, weiß, das der vertragliche Ausschluss selbst schwanger werden zu können nicht nur blanker Unsinn, sondern auch rechtswidrig ist. Ungefähr so sinnlos, wie die "vertragliche Regelung" niemals krank werden zu wollen, als Ausschlusskriterium in einem rechtsgültigen Arbeitsvertrag in D und sonstwo in der EU - dieser Passus wäre schlicht unwirksam - ansonsten würde wohl die salvatorische Regelung (auch ohne eine solche Klausel) den Vertrag in allen anderen zulässigen Punkten weiter wirksam fortbestehen lassen.

Zu denken sollte eigentlich die Tatsache, dass bereits die "Erkundigung" nach einer bestehenden Schwangerschaft eine rechtlich unzulässige Frage an eine Bewerberin ist. Hier hat auch eine Lüge der Betroffenen keinerlei rechtliche Relevanz. Hat doch hierbei bereits die oberste Instanz, das Bundesarbeitsgericht, das ausdrückliche Recht zur Lüge verbindlich festgestellt. Hier greift also ausdrücklich die Vermutung einer arglistigen Täuschung nicht, der Arbeitsvertrag wird durch eine solche Lüge in keiner Weise betroffen :thumbup:

Da inzwischen das Geschlecht im Arbeitsrecht kein Kriterium für die Stellenbesetzung mehr ist und auch nicht sein darf, wird nur in ganz wenigen Ausnahmen, wo Schwangerschaft wegen der Gefahren am Arbeitsplatz für das Ungeborene ein erhebliches und vermeidbares Risiko darstellt, werden aus ausschließlich diesem Grund Frauen vor der Menopause hier nicht zugelassen. Das ist der einzige Bereich, wo eine "Gender-Selektion" mit Aussicht auf rechtlichen Erfolg stattfindet.

Selbst die Bundeswehr, die neben zahlreicher technischer Mängel, rein theoretisch bei hohem weiblichen Anteil durch Schwangerschaft, womöglich ihre Verteidigungsbereitschaft entgültig verlieren könnte, kann weibliche Bewerber nicht wegen dieser "Gefahr" für die grundsätzliche Verwendung in der Truppe einfach ausschließen :p Inzwischen gibt es (wie in anderen Streitkräften schon lange üblich) sogar den Flecktarn in schwangerschaftsfähiger Ausführung :thumbup: Da bekomt der Befehl "Volle Deckung" eine völig neue Bedeutung - ich hadere mit meinem Schicksal - zu früh dieser Truppe beigetreten zu sein - wie schön hätte das sein können, wenn nicht nur Schwule ihre Verbindung für Leben direkt in der Truppe finden können ;)

Ach da war doch noch was - ja, Papst - katholischer Papst - können Frauen, gleichgültig wessen Alters sie sein mögen - nicht werden - dort dürfte das liebe Geld allerdings keine Rolle spielen... :(
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Diictodon » Mo 16. Apr 2018, 06:25

immernoch_ratlos hat geschrieben:(15 Apr 2018, 19:13)

Hat da irgendwer mal belastbare Zahlen zu dem Schaden den AG durch die Schwangerschaft ihrer Mitarbeiterinnen "erleiden müssen" oder ist nur emotionales Gequatsche, wie leider so oft in diesem Forum :?:



Ist schwer zu schätzen, hängt ja auch vom jeweiligen Gehalt bzw. Lohn ab. Einen direkten Schaden hat der AG meines Erachtens nicht, da die U2 für jeden AN zu zahlen ist, auch in Firmen, wo ausschließlich männliche AN beschäftigt sind. Sparfüchsen wäre demnach zu raten, die Schwangerschafts- und Elternzeitvertretung zu einem niedrigeren Lohn einzustellen, da kann man sogar noch Kosten sparen. :D
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Kael » Mo 16. Apr 2018, 10:06

https://www.impulse.de/wp-content/uploa ... nkheit.pdf

Für den Arbeitsgeber entsteht durch solche Regelungen ein indirekter Schaden. Je größer der Betrieb wird desto weniger ist er davon betroffen.

Wenn man allerdings ein Betrieb ist der erst seit kurzem besteht, vielleicht 2 maximal 3 Mitarbeiter hat, kann eine solche Lohnfortzahlung (wo der Arbeitgeber im normalfall in Vorkasse tritt) - schon teilweise das Genick brechen. Des weiteren fällt ein Arbeitnehmer aus, wodurch die Produktion heruntergefahren werden muss. Also eine doppelte Belastung. Und wenn ich dann noch einen weiteren Arbeitnehmer einstellen muss, der die Arbeit der Frau in Mutterschaft übernimmt, dann habe ich für eine temporäre Situation eine 3-Fach belastung:

-Vorkasse für die Lohnfortzahlungen
-Ausfall von Produktionsfähigkeit
-Neueinstellung von Personal und dadurch kurzzeitig erhöhte Kosten.

Also im gesamten, gerade für kleinere Betriebe, ziemlich überflüssig komplizierte Maßnahmen - Vor allem wenn du nicht gerade einen Kaufmann oder BWLer eingestellt hast, was bei Kleinbetrieben nun nicht unbedingt die Norm ist.
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon H2O » Mo 16. Apr 2018, 10:31

Kael hat geschrieben:(16 Apr 2018, 11:06)

https://www.impulse.de/wp-content/uploa ... nkheit.pdf

Für den Arbeitsgeber entsteht durch solche Regelungen ein indirekter Schaden. Je größer der Betrieb wird desto weniger ist er davon betroffen.

Wenn man allerdings ein Betrieb ist der erst seit kurzem besteht, vielleicht 2 maximal 3 Mitarbeiter hat, kann eine solche Lohnfortzahlung (wo der Arbeitgeber im normalfall in Vorkasse tritt) - schon teilweise das Genick brechen. Des weiteren fällt ein Arbeitnehmer aus, wodurch die Produktion heruntergefahren werden muss. Also eine doppelte Belastung. Und wenn ich dann noch einen weiteren Arbeitnehmer einstellen muss, der die Arbeit der Frau in Mutterschaft übernimmt, dann habe ich für eine temporäre Situation eine 3-Fach belastung:

-Vorkasse für die Lohnfortzahlungen
-Ausfall von Produktionsfähigkeit
-Neueinstellung von Personal und dadurch kurzzeitig erhöhte Kosten.

Also im gesamten, gerade für kleinere Betriebe, ziemlich überflüssig komplizierte Maßnahmen - Vor allem wenn du nicht gerade einen Kaufmann oder BWLer eingestellt hast, was bei Kleinbetrieben nun nicht unbedingt die Norm ist.


Treten denn in kleinen Betrieben Schwangerschaften mit Schutzstatus aus heiterem Himmel auf? Dann frage ich mich schon, weshalb also der Betrieb in Vorleistung gehen soll. Daß in der Zeit einer Abwesenheit die Arbeit liegen bleibt, oder sie nicht angenommen werden kann, das leuchtet ein.
Immerhin wäre der Lohnanteil davon auch nicht zu erwirtschaften.

Und dann ist es auch noch vorstellbar, eine Aushilfskraft zu suchen, die wieder einmal eine zeitlang im Beruf arbeiten möchte, die man vielleicht sogar an den Betrieb binden könnte, etwa während Spitzenbelastungen oder in Krankheitsfällen einspringt. Sind solche Vorstellungen denn völlig daneben?
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Kael » Mo 16. Apr 2018, 15:35

H2O
Nein sie treten nicht aus 'heiterem Himmel' auf. Dennoch sind sie doppelbelastungen für einen temporären Zeitraum. Stell dir vor du hast einen Betrieb der gerade so über die Runden kommt (was relativ häufig bei kleineren Betrieben der Fall ist) und dann bekommst du die Information das bald eine Mitarbeiterin ausfällt, weil sie eben Schwanger wurde.
Dann kommt dazu der zusätzliche Verwaltungsaufwand.
Die Leute tun immer so als könnte man Geld frei verteilen - das ist nun mal nicht der Fall.

Für mich sind solche Situationen, vor allem in größeren Betrieben mit Provinzorganisation, eher eine Möglichkeit aufzusteigen. Das 'heftigste' Szenario war eine ehemalige Chefin von mir, die ich knapp 8 Monate nicht gesehen habe und der nächsthöhere Leiter nun nicht wusste ob er jetzt jemanden fest einstellen soll oder ob sie nun doch mal wiederkommt.

Und dann ist es auch noch vorstellbar, eine Aushilfskraft zu suchen, die wieder einmal eine zeitlang im Beruf arbeiten möchte, die man vielleicht sogar an den Betrieb binden könnte, etwa während Spitzenbelastungen oder in Krankheitsfällen einspringt. Sind solche Vorstellungen denn völlig daneben?

Für wie lange? Im Schnitt benötigst du um eine Person einzuarbeiten (je nach Job) - mindestens 3 Monate. Wie soll das denn funktionieren? Dann hast du die Person für 1,5 Monate mit einer 100% Produktionseffizienz und dann kommt der 'eigentliche Arbeitnehmer' wieder und musst die Aushilfskraft entlassen.

Wenn man hingegen eine große Firma wie z.B. REWE oder VW ist kann man sich das Problemlos leisten. Für kleine und mittelständische Betriebe hingegen kann es recht schwierig werden, gerade dann wenn man noch eine Arbeitnehmerin hat die sich zusätzlich krankschreiben und dann 'wieder' schwanger wird. Kündigen darf man sie ja auch nicht.
Allerdings weiß ich das es Sonderregeln gibt welche z.B. nach den 4 Monaten eine Kündigung auch im Krankheitsfall rechtens machen. Sollte der Arbeitnehmer dann aber auf die Idee kommen zu klagen warten erstmal ein paar Monate Gerichtskosten auf einen.

Das Geld liegt nun mal für viele Menschen nicht einfach so auf der Straße.
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Quatschki » Mo 16. Apr 2018, 19:41

Ich hab mal mit einer Firma zu tun gehabt, wo im Laufe der Jahre mehrere Mitarbeiterinnen Kinder gekriegt haben, wo der Chef der Kindsvater war. Das haut dann finanziell richtig rein!
Aber er hat es sportlich genommen und das Betriebsklima war wie eine große Familie.
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Re: Schwangerschaft vertraglich ausschließen

Beitragvon Diictodon » Do 19. Apr 2018, 05:48

Kael hat geschrieben:(16 Apr 2018, 16:35)

Wenn man hingegen eine große Firma wie z.B. REWE oder VW ist kann man sich das Problemlos leisten. Für kleine und mittelständische Betriebe hingegen kann es recht schwierig werden, gerade dann wenn man noch eine Arbeitnehmerin hat die sich zusätzlich krankschreiben und dann 'wieder' schwanger wird. Kündigen darf man sie ja auch nicht.
Allerdings weiß ich das es Sonderregeln gibt welche z.B. nach den 4 Monaten eine Kündigung auch im Krankheitsfall rechtens machen. Sollte der Arbeitnehmer dann aber auf die Idee kommen zu klagen warten erstmal ein paar Monate Gerichtskosten auf einen.


Hm. Die 4 Monate kommen mir willkürlich vor. Bei Langzeitkranken (nicht Schwangeren) ist es i. d. R. so, dass bei fortlaufender schlechter werdenden Krankheitsprognose eine personenbedingte Kündigung in Frage kommt, der Betrachtungszeitraum ist aber wesentlich länger als nur 4 Monate.

Schwangere bekommen in der Regel ein Beschäftigungsverbot, dass ebenfalls vollständig anhand der U2 erstattet wird.

Bezüglich Deiner Punkte
-Vorkasse für die Lohnfortzahlungen
-Ausfall von Produktionsfähigkeit
-Neueinstellung von Personal und dadurch kurzzeitig erhöhte Kosten.

Heutzutage mit dem elektronischen Meldeverfahren kannst du den Erstattungsantrag der U2 nach Bekanntgabe des Ausfallzeitraumes bei der Krankenkasse stellen. Natürlich nur für die gerade aktuellen Abrechnungszeiträume. Erfahrungsgemäß überweisen die Krankenkassen das Geld ein bis zwei Tage nach Eingang des Erstattungsantrages. Es ist nicht so, dass das Geld Wochen- oder Monatelang vorgestreckt werden muss.

Die anderen beiden Punkte treffen dich auch bei einer Arbeitnehmerkündigung. Und ich wage die kühne Behauptung, dass häufiger Arbeitnehmer in einem Betrieb kündigen bzw. gekündigt werden, als schwanger zu werden.
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun. - Douglas Adams

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