Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

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aleph
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Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon aleph » Mo 27. Nov 2017, 15:47

SPON

Einheitssysteme wie in den Niederlanden oder Großbritannien führten zu Rationierung, Wartezeiten und Begrenzungen der Leistungskataloge. Diejenigen, die es sich leisten könnten, sicherten sich dort einen exklusiven Zugang zur Spitzenmedizin als Selbstzahler oder durch teure Zusatzversicherungen.

Die Existenz der privaten Krankenversicherung sorge für Innovationen bei Diagnostik und Therapie und setze damit die Krankenkassen unter Zugzwang, so Montgomery. Privat Versicherte ermöglichten mit ihrem kostendeckenden Finanzierungsbeitrag zudem eine hochwertige medizinische Ausstattung von Krankenhäusern und Praxen.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, warnte, eine Bürgerversicherung löse kein einziges Problem in der gesetzlichen Krankenversicherung. Kritisch äußerten sich auch der Hartmannbund und der Hausärzteverband.

Die Bürgerversicherung war eine Kernforderung im Wahlprogramm der Sozialdemokraten. Aus ihrer Sicht besteht die von Montgomery beschworene Zwei-Klassen-Medizin schon heute, erst durch den Systemwechsel würden Bürger unabhängig von Einkommen und Wohnort die beste Versorgung bekommen.

In die Bürgerversicherung würden alle gesetzlich Versicherten aufgenommen. Bisher privat Versicherte sollen wählen können, ob sie ebenfalls in die Bürgerversicherung wechseln möchten. Arbeitgeber und Versicherte würden nach Wunsch der SPD zudem wieder den gleichen Anteil am Versicherungsbeitrag zahlen.



Ich würde gerne über die Krankenversicherung diskutieren. Man sagt immer, dass die Trennung von Privatversicherung und gesetzliche Versicherung falsch sei, weil die gesunden Menschen in die Privatversicherung wechseln, während die kranken Menschen entweder gar nicht erst zur privaten Krankenversicherung zugelassen werden oder aber dort horrend hohe Beiträge zahlen.

Die Krankenversicherung ist nach dieser Lesart keine Versicherung nach der Art einer Hausratsversicherung, wo jeder rein kommt. Ich muss dazu sagen, dass auch bei dieser Versicherung nicht jeder gleich behandelt wird: wer in Gebieten lebt, die von Hochwasser oder Brand besonders gefährdet sind, wird das merken.

Dennoch ist da schon was Wahres dran: wie sollen die gesetzlichen Krankenversicherungen konkurrenzfähig sein, wenn sie die teuren Fälle bekommen, die Privatkassen sich aber die billigen Kunden aussuchen darf? Benachteiligt sind fast alle Bürger, denn spätestens wenn sie alt sind, wird die private Krankenversicherung für sie zum Problem.

Kann die Bürgerversicherung da eine Lösung sein? Sollte man das Problem nicht anders angehen? Auch gesetzliche Krankenkassen sollten so wirtschaften können, wie die Privatkassen, aber es soll auch Jeder zu jeder Kasse wechseln können und sollte dort Beiträge zahlen, die er sich auch leisten kann.

Meines Erachtens ist es ein Fluch, eine Versicherung daraus zu machen. Bei KFZ kann ich, wenn ich öfters einen Unfall habe und daher horrend hohe KFZ-Versicherungen zahlen muss, das Autofahren sein lassen. Bei der Gesundheit geht das nicht.

Die Argumente in dem Artikel gegen die Bürgerversicherung halte ich nicht für stichhaltig: klar, wenn die Privatkassen das meiste Geld übrig haben, können sie natürlich am Meisten zu Innovationen beitragen, das ist logisch.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Provokateur » Mo 27. Nov 2017, 15:48

Wenn es keine PKV gibt, kommen mehr Leute in den Genuss der Innovationen. Diese wird es nämlich immer geben. In England funktioniert das NHS ja auch. Eine Einheitsversicherung wäre solidarisch, deswegen bin ich dafür.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Ebiker » Mo 27. Nov 2017, 15:59

Hab schon genug PKVler rumheulen hörn wie die Beiträge steigen wenn sie älter werden. Aber vorher dicke Hose wie gut es ihnen geht. Bürgerversicherung ist ok. Die Ösis söllen ja sehr zufrieden sein mit ihrer.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Sextus Ironicus » Mo 27. Nov 2017, 16:01

Ebiker hat geschrieben:(27 Nov 2017, 15:59)

Bürgerversicherung ist ok. Die Ösis söllen ja sehr zufrieden sein mit ihrer.


+1
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Excellero » Mo 27. Nov 2017, 16:09

Alle zahlen ein und alle bekommen Leistungen. Ganz einfache Formel, und wohl das gerechteste was es gibt. Wir haben derzeit ein unsolidarisches Zweiklassensystem, da diejenigen die sich die PKV "leisten" können nicht in die gesetzliche einzahlen. Müssten alle einzahlen, hätte man zwar immernoch ein Zweiklassenmodell aber wenigstens ein solidarisches. :thumbup:
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon yogi61 » Mo 27. Nov 2017, 16:59

Das so etwas den Ärzten nicht gefällt,ist nicht verwunderlich. Die sind aber zum Glück nicht der Maßstab.
Zuletzt geändert von yogi61 am Mo 27. Nov 2017, 17:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 27. Nov 2017, 17:02

Provokateur hat geschrieben:(27 Nov 2017, 15:48)

Wenn es keine PKV gibt, kommen mehr Leute in den Genuss der Innovationen. Diese wird es nämlich immer geben. In England funktioniert das NHS ja auch. Eine Einheitsversicherung wäre solidarisch, deswegen bin ich dafür.

Das Vorhandensein einer staatlichen Versicherung heißt nicht, dass es keine privaten Zusatzversicherungen geben kann.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon yogi61 » Mo 27. Nov 2017, 17:04

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(27 Nov 2017, 17:02)

Das Vorhandensein einer staatlichen Versicherung heißt nicht, dass es keine privaten Zusatzversicherungen geben kann.


Das ist richtig und wenn man gerne Geld ausgeben möchte, dann kann man sich schon heute jeden wirkungslosen Blödsinn in der Arzpraxis kaufen.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 27. Nov 2017, 17:10

yogi61 hat geschrieben:(27 Nov 2017, 17:04)

Das ist richtig und wenn man gerne Geld ausgeben möchte, dann kann man sich schon heute jeden wirkungslosen Blödsinn in der Arzpraxis kaufen.

Dieser Blödsinn ist nicht wirkungslos. Mit iGeL machen manche Praxen 2/3 ihres Gewinns.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Ein Terraner » Mo 27. Nov 2017, 17:20

aleph hat geschrieben:(27 Nov 2017, 15:47)

Man sagt immer, dass die Trennung von Privatversicherung und gesetzliche Versicherung falsch sei,


Ich finde sogar mehrere Gesetzliche schlecht, was spricht gegen eine Gesetzliche für alle plus private Zusatzversicherungen nach Wunsch ? Wobei natürlich geregelt werden müsste was die Kasse zu zahlen hat.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon yogi61 » Mo 27. Nov 2017, 17:34

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(27 Nov 2017, 17:10)

Dieser Blödsinn ist nicht wirkungslos. Mit iGeL machen manche Praxen 2/3 ihres Gewinns.


Wenn die Deppen das zahlen, habe ich nichts dagegen.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 27. Nov 2017, 17:37

yogi61 hat geschrieben:(27 Nov 2017, 17:34)

Wenn die Deppen das zahlen, habe ich nichts dagegen.

Häufig sind die igel medizinisch wenig wert. Ist aber auch bei manchen Kassenleistungen so. Mancher Zahnmediziner ("Arzt") bietet "Professionelle Zahnreinigung" bei jeder Gelegenheit an - dabei ist sie nicht für jeden Patientenkreis auch nachweislich nützlich.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Misterfritz » Mo 27. Nov 2017, 18:20

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(27 Nov 2017, 17:37)

Häufig sind die igel medizinisch wenig wert. Ist aber auch bei manchen Kassenleistungen so. Mancher Zahnmediziner ("Arzt") bietet "Professionelle Zahnreinigung" bei jeder Gelegenheit an - dabei ist sie nicht für jeden Patientenkreis auch nachweislich nützlich.
Naja, Zahnärzte, dass man bei denen ohne Zuzahlung überhaupt im Wartezimmer sitzen darf, ist wahrscheinlich Entgegenkommen von denen.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Boraiel » Mo 27. Nov 2017, 18:39

Misterfritz hat geschrieben:(27 Nov 2017, 18:20)

Naja, Zahnärzte, dass man bei denen ohne Zuzahlung überhaupt im Wartezimmer sitzen darf, ist wahrscheinlich Entgegenkommen von denen.

Ich würde meinen, dass sowieso weniger als einer von hundert Zahnärtzen in Deutschland zahnmedizinisch kompetent ist. Auch das ist Folge der gesetzlichen Krankenversicherung, die solange es Patienten gibt, für die irgendwie bezahlt wird, für diese Ärzte braucht und auch bekommt. Nur ein privates Krankenversichungswesen mit riesigen Schadenersatzforderungsmöglichkeiten bei Falschbehandlung kann eine dezente Artzqualität gewährleisten meiner Erfahrung nach.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Boraiel » Mo 27. Nov 2017, 18:47

Provokateur hat geschrieben:(27 Nov 2017, 15:48)

Wenn es keine PKV gibt, kommen mehr Leute in den Genuss der Innovationen. Diese wird es nämlich immer geben. In England funktioniert das NHS ja auch. Eine Einheitsversicherung wäre solidarisch, deswegen bin ich dafür.

Ich dachte, das NHS hätte einen schrecklichen Ruf. Was anderes kann ich mir auch kaum vorstellen.
Die Mayo-Klinken in den USA sind hingegen weltweit führend, ohne Sozialismus. :thumbup:
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon aleph » Mo 27. Nov 2017, 19:21

Die PKV ist Sozialismus pur. Das Grundproblem ist, dass gedacht wird: wer zum Arzt geht, hat eh nichts anderes zu tun. Wenn ich zu Allgemeinärzten gehe, komme ich nicht unter einer Stunde Wartezeit dran. Meist sind es mehr, bis zwei Stunden sind möglich. Die Zeit, in der ich warten muss, bekomme ich Gehalt. Aber ich kann die Zeit nicht nachholen, ich muss mich dazu krank melden. Die Leute haben heutzutage kein Verständnis für Wirtschaft. Sie verhalten sich wie in einer Bananenrepublik oder wie auf einem orientalischen Basar: jeder bescheißt jeden, so gut wie er kann. Ich fühle mich in meiner persönlichen Freiheit beengt und eingeschränkt durch dieses System.

Man erkennt es ja daran, dass den Leuten erschwert wird, in die PKV zu kommen, bzw. dort zu bleiben. Wenn die PKV so toll ist, warum erweitert man sie nicht: Auch GKV sollten so wirtschaften können und die PKV müssen sich allen Leuten öffnen. Dann bräuchte man keine GKV mehr.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Boracay » Mo 27. Nov 2017, 19:32

Provokateur hat geschrieben:(27 Nov 2017, 15:48)

Wenn es keine PKV gibt, kommen mehr Leute in den Genuss der Innovationen. Diese wird es nämlich immer geben. In England funktioniert das NHS ja auch.


LOL - das ist eine Behandlug wie in der dritten Welt die du in UK bekommst. Jeder Engländer hat zusätzlich eine private Versicherung und trotzdem sind die Zustände für Deutsche ein Schock (so wie fast alles in UK ein Schock ist).
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Milady de Winter » Mo 27. Nov 2017, 20:10

aleph hat geschrieben:(27 Nov 2017, 19:21)

Man erkennt es ja daran, dass den Leuten erschwert wird, in die PKV zu kommen, bzw. dort zu bleiben. Wenn die PKV so toll ist, warum erweitert man sie nicht: Auch GKV sollten so wirtschaften können und die PKV müssen sich allen Leuten öffnen. Dann bräuchte man keine GKV mehr.

Nun ja, kann oder will es sich aber auch tatsächlich jeder leisten, erst mal Arztkosten von mehreren hundert oder sogar Tausend Euro aus eigener Tasche vorzustrecken?
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Boracay » Mo 27. Nov 2017, 20:12

Milady de Winter hat geschrieben:(27 Nov 2017, 20:10)

Nun ja, kann oder will es sich aber auch tatsächlich jeder leisten, erst mal Arztkosten von mehreren hundert oder sogar Tausend Euro aus eigener Tasche vorzustrecken?


Man muss in der PKV keine riesigen Beträge vorstrecken- bei allem teuren rechnen die direkt mit Klinik oder Apo ab.
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Re: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung

Beitragvon Julian » Mo 27. Nov 2017, 20:16

Ich bin für eine Bürgerversicherung, die verpflichtend für alle ist und die die Grundversorgung sicherstellt. Private Versicherungen sollten dann als Zusatzversicherungen möglich sein.

Das gegenwärtige Zweiklassensystem ist absurd. Dass beispielsweise Chefärzte es erhalten wollen als Teil ihrer Privilegien wundert mich nicht.

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