Was ist eigentlich "Kultur"?

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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Zunder » Sa 25. Nov 2017, 12:53

Selina hat geschrieben:(25 Nov 2017, 12:09)

Man man man, da hast du dir aber Mühe gegeben. Muss ziemlich lange gedauert haben, sogar noch Beiträge von mir vom Oktober 2016 zu finden. Damit muss ich mächtig Eindruck auf dich gemacht haben, wenn du dir sowas so lange merkst, um dann zielgenau danach suchen zu können. Hut ab!

Wenn du mit den Funktionen dieses Forums vertraut wärst, wüßtest du, daß es nicht besonders aufwendig ist, passende Beiträge zu finden. Das dauert nicht lange. Das Programm der AfD hast du ja selbst verlinkt. Scheint dir ja wichtig gewesen zu sein. Nur hast du leider mal wieder nicht verstanden, worum es in meinem Beitrag ging.

Einen einzelnen Aspekt herauszugreifen, um jemanden auf eine parteipolitische Position festzunageln, ist Demagogie. Ich habe sogar zwei Aspekte gefunden, in denen du mit der AfD übereinstimmst. Was folgt daraus? - Richtig, nichts.

Wenn sich in "Mein Kampf" ein Satz findet, der mit Äußerungen von dir übereinstimmt, bist du dann eine Nazi-Braut?
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Selina » Sa 25. Nov 2017, 13:10

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 12:53)

Wenn du mit den Funktionen dieses Forums vertraut wärst, wüßtest du, daß es nicht besonders aufwendig ist, passende Beiträge zu finden. Das dauert nicht lange. Das Programm der AfD hast du ja selbst verlinkt. Scheint dir ja wichtig gewesen zu sein. Nur hast du leider mal wieder nicht verstanden, worum es in meinem Beitrag ging.

Einen einzelnen Aspekt herauszugreifen, um jemanden auf eine parteipolitische Position festzunageln, ist Demagogie. Ich habe sogar zwei Aspekte gefunden, in denen du mit der AfD übereinstimmst. Was folgt daraus? - Richtig, nichts.

Wenn sich in "Mein Kampf" ein Satz findet, der mit Äußerungen von dir übereinstimmt, bist du dann eine Nazi-Braut?


Dann hast du meine Entgegnung nicht verstanden. Ich schrieb sinngemäß, dass es bekannt ist, dass sich die AfD auch kräftig in parteifremden Programmen "bedient" (daher die von dir erwähnten Parallelen), um solche Dinge dann als Eigenes auszugeben. Das ist die eigentliche Demagogie der Rechtspopulisten. Und ich schrieb, dass die AfD dennoch in ihrer Frauen- und Fremdenfeindlichkeit und in vielen weiteren Positionen ganz klar rechtsradikal ist. Da würde ich als User X und User Y schon genau aufpassen, ob ich ebenfalls laut "hier" brüllen würde, wenn es um Hetze gegen die Genderforschung und gegen ein vielfältiges und offenes Familienbild geht, wenn es um deren geschichtsrevisionistischen Äußerungen und um deren Fremdenfeindlichkeit geht. Was gibts daran nicht zu verstehen?
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Bleibtreu » Sa 25. Nov 2017, 13:14

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 12:53)

Wenn du mit den Funktionen dieses Forums vertraut wärst, wüßtest du, daß es nicht besonders aufwendig ist, passende Beiträge zu finden. Das dauert nicht lange. Das Programm der AfD hast du ja selbst verlinkt. Scheint dir ja wichtig gewesen zu sein. Nur hast du leider mal wieder nicht verstanden, worum es in meinem Beitrag ging.

Einen einzelnen Aspekt herauszugreifen, um jemanden auf eine parteipolitische Position festzunageln, ist Demagogie.
Ich habe sogar zwei Aspekte gefunden, in denen du mit der AfD übereinstimmst. Was folgt daraus? - Richtig, nichts.

Wenn sich in "Mein Kampf" ein Satz findet, der mit Äußerungen von dir übereinstimmt, bist du dann eine Nazi-Braut?

So sieht es aus. Und um die Sache noch abzurunden, haben blitzschnell 2 andere JuserInnen [pikant & think twice] johlend mit eingestimmt. Wie nennt sich so ein ekelhaftes Verhalten? :cool:
[Passt auch schoen zum StrangThema]
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Sa 25. Nov 2017, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 25. Nov 2017, 13:19

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 12:53)

Einen einzelnen Aspekt herauszugreifen, um jemanden auf eine parteipolitische Position festzunageln, ist Demagogie.

Kommt wohl auf die Position an, nur weil nicht alles schlecht ist rechtfertigt das doch nicht die schlechten Positionen, oder doch ? Bleibt wohl bei, Autobahn.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Sextus Ironicus » Sa 25. Nov 2017, 13:29

Bleibtreu hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:14)

So sieht es aus. Und um die Sache noch abzurunden, haben blitzschnell 2 andere JuserInnen [pikant & think twice] johlend mit eingestimmt. Wie nennt sich so ein ekelhaftes Verhalten? :cool:
[Passt auch schoen zum StrangThema]


Bei den guten Eigenschaften ist es halt wie weiland in der attischen Demokratie. Es gibt Vollbürger und Metöken. :D
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Zunder » Sa 25. Nov 2017, 13:36

Selina hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:10)

Dann hast du meine Entgegnung nicht verstanden. Ich schrieb sinngemäß, dass es bekannt ist, dass sich die AfD auch kräftig in parteifremden Programmen "bedient" (daher die von dir erwähnten Parallelen), um solche Dinge dann als Eigenes auszugeben. Das ist die eigentliche Demagogie der Rechtspopulisten. Und ich schrieb, dass die AfD dennoch in ihrer Frauen- und Fremdenfeindlichkeit und in vielen weiteren Positionen ganz klar rechtsradikal ist. Da würde ich als User X und User Y schon genau aufpassen, ob ich ebenfalls laut "hier" brüllen würde, wenn es um Hetze gegen die Genderforschung und gegen ein vielfältiges und offenes Familienbild geht, wenn es um deren geschichtsrevisionistischen Äußerungen und um deren Fremdenfeindlichkeit geht. Was gibts daran nicht zu verstehen?

Immer schön verlogen. Du kannst wohl nicht anders?

Niemand hat "hier" gebrüllt. Du hast die Verbindung zur AfD nachträglich hergestellt, um die vollkommen berechtigte Ablehnung des Genderschwachsinns zu diskreditieren.
Um Familienbild, Geschichtsrevisionismus und Fremdenfeindlichkeit ging es nicht einmal andeutungsweise. Das ist ausschließlich deine verlogene Unterstellung.

Hast du außer deiner Selbstgefälligkeit noch etwas zu bieten?
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Selina » Sa 25. Nov 2017, 13:45

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:36)

Immer schön verlogen. Du kannst wohl nicht anders?

Niemand hat "hier" gebrüllt. Du hast die Verbindung zur AfD nachträglich hergestellt, um die vollkommen berechtigte Ablehnung des Genderschwachsinns zu diskreditieren.
Um Familienbild, Geschichtsrevisionismus und Fremdenfeindlichkeit ging es nicht einmal andeutungsweise. Das ist ausschließlich deine verlogene Unterstellung.

Hast du außer deiner Selbstgefälligkeit noch etwas zu bieten?


Diese Dinge kannst du aber nicht einfach abkoppeln. Die AfD ist ein hübsches Gesamtpaket. Und der "Genderwahn" ist ein Lieblings-Angriffsziel derselben Leute, die eben darüber hinaus auch fremdenfeindlich und revisionistisch sind. Gehört zusammen. Und selbstverständlich sind deren Anti-Gender-Forschungs-Sprüche frauenfeindlich. Was denn sonst? Darum gehts ja gerade. Aber ich weiß schon, ist ja "alles Kultur", was die so labern.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Nov 2017, 13:56

Selina hat geschrieben:(25 Nov 2017, 12:09)

Man man man, da hast du dir aber Mühe gegeben. Muss ziemlich lange gedauert haben, sogar noch Beiträge von mir vom Oktober 2016 zu finden. Damit muss ich mächtig Eindruck auf dich gemacht haben, wenn du dir sowas so lange merkst, um dann zielgenau danach suchen zu können. Hut ab! :D Und ja, natürlich muss die AfD, die außer menschenfeindlichen Vorstellungen nicht viel Eigenes hat, um programmatisch arbeiten zu können, von anderen Parteien jede Menge abkupfern, um es dann als Eigenes verkaufen zu können und für viele Menschen wählbar zu sein. Das gehört zur Demagogie dieser Leute dazu. Dafür fressen sie auch gerne mal Kreide.

Meine Zitate (von Fr 24. Nov 2017, 23:01) bezogen sich jedoch auf den Kampf der AfD gegen Genderforschung und gegen offene familienpolitische Vorstellungen, was eben ganz klar ihrer rechtspopulistischen Programmatik entspricht und von einigen hier ebenso vertreten wird. Frauenfeindlichkeit und Homophobie wie bei der AfD wirst du bei den Linken ganz bestimmt nicht finden. Auch keine Fremdenfeindlichkeit, auch kein völkisches Denken, einschließlich irgendeiner "kulturellen Identität", mit der man sich demagogisch abgrenzt von anderen Menschen, die man als "integrationsunfähig", "rückschrittlich" und "mittelalterlich" bezeichnet. Das ist klar rechtsradikales Denken. Ganz zu schweigen davon, dass die AfD-Leute gerne auf die "Leistungen" der Wehrmacht stolz sein wollen, dass sie eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" fordern und mit der "dämlichen Erinnerungskultur" Schluss machen wollen bzw. kein einziger von den AfDlern mal widerspricht, wenn sowas einer der Ihren fordert. Warum sollten die anderen dem Höcke-Geplärre auch widersprechen? Solche rechtsradikalen Gedanken sind bei denen eben mehrheitsfähig. Ansonsten hätte man sich längst deutlich distanziert. Übler geht es echt nicht.

Zitat:

Die Alternative für Deutschland ist keine Alternative. Die Alternative für Deutschland ist eine rechtsextreme Partei, die versucht, völkisches Denken in Deutschland wieder hoffähig zu machen. Sie strebt ein ethnisch homogenes Deutschland an. Sie will die deutsche Geschichte revidieren. Sie ist gefährlich.

Solche Sätze zu schreiben, birgt die Gefahr, als „antifaschistischer Eiferer“ dazustehen. Es birgt die Gefahr, dass sich jene stigmatisiert fühlen, die noch immer glauben, die AfD sei eine konservative bürgerliche Partei ein bisschen rechts von der CSU. Es birgt die Gefahr, dass die AfD sich erneut in die Opferpose schmeißt, aus der Talkshow rennt und ihre Verschwörungstheorie vom „grünlinksversifften“ medial-staatlichen Komplex weiterspinnt, der den Willen eines schweigenden Urvolkes unterdrückt.

Und es muss trotzdem gesagt werden. Deutschland darf keine Zweideutigkeit zulassen: Die AfD ist rechtsextrem. Die AfD verbreitet völkisches Gedankengut. Die AfD tritt das Gedenken an die Opfer des NS-Regimes mit Füßen.

Beim „Kyffhäuser-Treffen“ einer AfD-Untergruppierung hat Alexander Gauland gesagt, die Deutschen hätten das Recht, „nicht nur unser Land, sondern auch unsere Vergangenheit zurückzuholen“ und sie könnten „stolz sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“. Die per Video im Internet verbreitete Rede folgt nur wenige Wochen, nachdem Gauland bei einer Wahlkampfveranstaltung dazu aufgerufen hatte, der Integrationsbeauftragten Aydan Özogus, einmal zu sagen, „was spezifisch deutsche Kultur ist“, daraufhin könne man sie dann auch „Gott sei Dank in Anatolien entsorgen“. Alles nur Taktik, um, einmal an der Macht, die bessere Durchsetzung bestehenden Migrationsrechts und eine konservative Familienpolitik durchzusetzen? Was für ein Unsinn!


http://www.tagesspiegel.de/politik/afd- ... 36746.html

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"Demagogie betreibt, ... wer die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt."

Methoden der Demagogie: alles zum eigenen Nutzen und zum Schaden des Opponenten interpretieren, bis hin zur offensichtlichen, unverfrorenen Lüge, Meinungszensur, Denk- und Redeverbote für Opponenten
Ziel der Demagogie ist nicht der konstruktive Dialog - nicht die inhaltliche Auseinandersetzung mit Streitthemen und Argumenten, sondern eine durch permanente Provokation, Verächtlichmachen des politischen Gegners, geschürte Feindseligkeit gegenüber allem, was anders ist.

Na - erkennst du dich wieder?
Genau das oben Beschriebene machst du - du bist an keiner konstruktiven Diskussion interessiert, lässt dir, nicht genehme Meinungen/Argumente nicht gelten, setzt dich nicht inhaltlich mit diesen auseinander, sondern schiebst jeden Andersdenkenden in eine bestimmte politische Ecke und du diffamierst Andersdenkende.
Ganz nach dem Muster politischer Agitation aus unseligen DDR-Zeiten.
Zuletzt geändert von Dark Angel am Sa 25. Nov 2017, 14:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Bleibtreu » Sa 25. Nov 2017, 14:01

Sextus Ironicus hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:29)

Bei den guten Eigenschaften ist es halt wie weiland in der attischen Demokratie. Es gibt Vollbürger und Metöken. :D

Da denke ich eher an die spartanische Gesellschaft mit ihren Sitten & Gebraeuchen. :)
Es reicht nicht sich selbst als moralisch besser auszugeben, ohne auch so zu handeln. Der Effekt verkehrt sich dann ins Gegenteil.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Zunder » Sa 25. Nov 2017, 14:10

Selina hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:45)

Diese Dinge kannst du aber nicht einfach abkoppeln. Die AfD ist ein hübsches Gesamtpaket. Und der "Genderwahn" ist ein Lieblings-Angriffsziel derselben Leute, die eben darüber hinaus auch fremdenfeindlich und revisionistisch sind. Gehört zusammen. Und selbstverständlich sind deren Anti-Gender-Forschungs-Sprüche frauenfeindlich. Was denn sonst? Darum gehts ja gerade. Aber ich weiß schon, ist ja "alles Kultur", was die so labern.

Wenn du jemandem Fremdenfeindlichkeit und Revisionismus vorwerfen willst, mußt du ihm auch Fremdenfeindlichkeit und Revisionismus nachweisen. Die Ablehnung des Gender-Käses hat damit genauso wenig zu tun wie die Wasserversorgung oder die Hebammen.
Ist Alice Schwarzer eigentlich auch frauenfeindlich?
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Selina » Sa 25. Nov 2017, 14:14

Dark Angel hat geschrieben:(25 Nov 2017, 13:56)

Selina - wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Kennst du doch - oder?

"Demagogie betreibt, ... wer die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt."

Methoden der Demagogie: alles zum eigenen Nutzen und zum Schaden des Opponenten interpretieren, bis hin zur offensichtlichen, unverfrorenen Lüge, Meinungszensur, Denk- und Redeverbote für Opponenten
Ziel der Demagogie ist nicht der konstruktive Dialog - nicht die inhaltliche Auseinandersetzung mit Streitthemen und Argumenten, sondern eine durch permanente Provokation, Verächtlichmachen des politischen Gegners, geschürte Feindseligkeit gegenüber allem, was anders ist.

Na - erkennst du dich wieder?
Genau das oben Beschriebene machst du - du bist an keiner konstruktiven Diskussion interessiert, lässt dir, nicht genehme Meinungen/Argumente nicht gelten, setzt dich nicht inhaltlich mit diesen auseinander, sondern schiebst jeden Andersdenkenden in eine bestimmte politische Ecke und du diffamierst Andersdenkende.
Ganz nach dem Muster politischer Agitation aus unseligen DDR-Zeiten.


Tja, genau das ist es, was ich bei dir sehe. Gut beschrieben. "Meinungszensur, Denk- und Redeverbote" (übrigens wieder ganz klar dieselbe Diktion, siehe oben), spricht hier keiner aus. Wenn es so wäre, gäbe es diese Dialoge alle gar nicht und vor allem gäbe es diese Anti-Genderforschungs-Elaborate alle nicht, die hier ja in schönster epischer Breite regelmäßig dargeboten werden. Also schön den Ball flach halten.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Misterfritz » Sa 25. Nov 2017, 14:24

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 14:10)
Ist Alice Schwarzer eigentlich auch frauenfeindlich?
Bestimmten Frauen gegenüber, schon :D
Aber das ist hier ja nicht das Thema.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Bleibtreu » Sa 25. Nov 2017, 14:52

Misterfritz hat geschrieben:(25 Nov 2017, 14:24)

Bestimmten Frauen gegenüber, schon :D
Aber das ist hier ja nicht das Thema.

Verhalten/Benehmen wird auch unter Kultur subsumiert. :)

Ich bin keine Spezialistin fuer Frau Schwarzer, trotzdem erlaube ich mir folgende Frage:
Bin ich meinerseits maennerfeindlich, wenn ich Kritik an dem Verhalten oder der Meinung eines Menschen uebe, der ein Mann ist?
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Sextus Ironicus » Sa 25. Nov 2017, 14:55

Bleibtreu hat geschrieben:(25 Nov 2017, 14:01)

Da denke ich eher an die spartanische Gesellschaft mit ihren Sitten & Gebraeuchen. :)
Es reicht nicht sich selbst als moralisch besser auszugeben, ohne auch so zu handeln. Der Effekt verkehrt sich dann ins Gegenteil.


Die Frage ist immer, ob jemand wirklich entgegen seiner Moral kann oder ob wir nicht immer exakt unserer Moral gemäß handeln. Siehe Milos Formans Film "Goyas Geister" und dessen Figur Pater Lorenzo Casamares (Javier Bardem), in dem der Gesinnungsopportunist sehr schön verkörpert ist. Und Fernando Savater hat in seinem wunderbaren "Versuch über Cioran" mal sinngemäß geschrieben, der Revolutionär beurteile die An- oder Abwesenheit von Freiheit stets danach, auf welcher Seite der Gefängnismauer er sich befinde. Bei den Hitzköpfen wechselt das, die Oppurtunisten stehen immer außerhalb - das ist auch eine Moral, eine ziemlich starke sogar, wenn man es im deskriptiven Modus betrachtet.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Misterfritz » Sa 25. Nov 2017, 14:56

Bleibtreu hat geschrieben:(25 Nov 2017, 14:52)

Verhalten/Benehmen wird auch unter Kultur subsumiert. :)

Ich bin keine Spezialistin fuer Frau Schwarzer, trotzdem erlaube ich mir folgende Frage:
Bin ich meinerseits maennerfeindlich, wenn ich Kritik an dem Verhalten oder der Meinung eines Menschen uebe, der ein Mann ist?
Bei Kritik gegenüber eines Menschen? Wenn Du nicht damit endest und sagst, so sind Männern nun mal ... :p
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Zunder » Sa 25. Nov 2017, 14:58

Bleibtreu hat geschrieben:(25 Nov 2017, 14:52)

Verhalten/Benehmen wird auch unter Kultur subsumiert. :)

Ich bin keine Spezialistin fuer Frau Schwarzer, trotzdem erlaube ich mir folgende Frage:
Bin ich meinerseits maennerfeindlich, wenn ich Kritik an dem Verhalten oder der Meinung eines Menschen uebe, der ein Mann ist?

Alice Schwarzer liegt ein bißchen im Clinch mit Judith Butler und den Genderistinnen.
Nach der "Logik" von Selina müßte sie demnach frauenfeindlich sein:
Der Rufmord
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Nov 2017, 15:04

Selina hat geschrieben:(25 Nov 2017, 14:14)

Tja, genau das ist es, was ich bei dir sehe. Gut beschrieben. "Meinungszensur, Denk- und Redeverbote" (übrigens wieder ganz klar dieselbe Diktion, siehe oben), spricht hier keiner aus. Wenn es so wäre, gäbe es diese Dialoge alle gar nicht und vor allem gäbe es diese Anti-Genderforschungs-Elaborate alle nicht, die hier ja in schönster epischer Breite regelmäßig dargeboten werden. Also schön den Ball flach halten.

Und schon wieder eine offensichtliche, unverfrorene Lüge!
Die so genannten Gender Studies/Genderforschung als unwissenschaftlich abzulehnen hat nichts, aber auch gar nichts mit rääächts oder "frauenfeindlich" zu tun, sondern mit Denken können.
Der Genderquatsch ist genaus sehr Wissenschaft, wie der Marxismus Wissenschaft ist, auf dem der Genderquatsch basiert!
Wie ich bereits auf Seite 33 dieses Threads ausführte, arbeiten Gender Studies nicht erkenntnistheoretisch, sondern bedienen sich der Denkrichtung (Metatheorie) des Sozialkonstruktivismus, welcher wiederum der Denkhaltung des Relativismus zuzuordnen ist.
Grundaussagen dieser Metatheorie, der sich die Gender Studies bedienen sind u.a.:
Wissenschaft folgt nicht dem Konzept der objektiven Beschreibung, darum, wie und in wessen Namen, aufgrund der Autorität welcher Prozesse welche Wirklichkeit konstruiert, begründet repräsentiert wird.

Jeder Aspekt der Wissenschaft kann nur durch seinen lokalen und kulturellen Kontext verstanden werden.

Auch Naturgesetze sind soziale Konstruktionen

Wissenschaftliche Theorien sind gleichberechtigte Texte oder Geschichten neben anderen; heißt "es gibt keine hinreichend genauen und zeitkernig gültigen Erklärungen (der Wirklichkeit)


Insbesondere bei letztgenannter Grundaussagen des Sozialkonstruktivismus, dessen sich Gender Studies bedienen, kraulen sich jedem seriösen Wissenschaftler - der erkenntnistheoretisch mit den Methoden des Kritischen Rationalismus arbeitet - die Fußnägel nach oben.
Das heißt nämlich nichts anderes, als dass alle Aussagen/Behauptungen relativ sind, gleichberechtigt neben anderen stehen, nicht nachvollziehbar, nicht an der Realität übeprüfbar und nicht falsifizierbar sein müssen, sie müssen nur geglaubt werden.
Aussagen wie "wir denken das soundso - also ist das auch soundso" - wie in Gender Studies normal und üblich, sind unwissenschaftlich, weil eben nicht nachvollziehbar, nicht an der der Realität überprüfbar und nicht falsifizierbar.

Fazit: Da Gender Studies die Anwendung erkenntnistheoretischer wissenschaftlicher Methoden ablehnen, ihren Usprung und ihre Basis in der Ideologie des Marxismus haben, sind sie keine Wissenschaft, sonder selbst Ideologie.
Und indem DU die Aussagen von jedem, der eine bestimmte Ideologie ablehnt bzw sich nicht ideologisch indoktrinieren und manipulieren lässt, zu dessen Schaden (durch Diffamierung) interpretierst, bist DU diejenige, die Demagogie betreibt/sich der Demagogie bedient!
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Nov 2017, 15:07

Bleibtreu hat geschrieben:(25 Nov 2017, 14:52)

Verhalten/Benehmen wird auch unter Kultur subsumiert. :)

Ich bin keine Spezialistin fuer Frau Schwarzer, trotzdem erlaube ich mir folgende Frage:
Bin ich meinerseits maennerfeindlich, wenn ich Kritik an dem Verhalten oder der Meinung eines Menschen uebe, der ein Mann ist?

Nööö - genauso wenig, wie jemand frauenfeindlich ist, der Kritik am Verhalten oder der Meinung eines Menschen übt, der eine Frau ist. :D
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Selina » Sa 25. Nov 2017, 15:24

Alles klar. Genderforschungs-Bashing ist übrigens auch eine beliebte "Sportart" der Rechtspopulisten.

Zitat:

Keine andere akademische Disziplin wird derart lächerlich gemacht wie die Geschlechterforschung. Doch ihre pauschale Diffamierung bedeutet einen Angriff auf das Wesen der gesamten Wissenschaft, meint der Kunstwissenschaftler Daniel Hornuff.

Einst ging alle Macht vom Volke aus. Heute geht die Macht von der Geschlechterforschung aus, und Deutschland ächzt unter ihrem Regime. Immerhin verbiete sie den gesunden Menschenverstand und sanktioniere das freie Sprechen. So jedenfalls sieht es eine steigende Zahl blasierter Schreihälse. Die sogenannten Gender Studies avancieren derzeit zu einem massenmedialen Dauerbrenner. Freilich geht es dabei nicht um eine vertiefte Auseinandersetzung mit ihren Ansätzen und Inhalten, folglich also nicht um Kritik im eigentlichen Sinne.

Im Zentrum steht das Gender-Bashing: Eine entrüstete, hochmütige, nicht selten chauvinistische, stets pauschale Diffamierung der Geschlechterforschung. Ziel ist es, die Geschlechterforschung als akademische Idiotie zu entlarven.

Dabei sind die Schreihälse untereinander völlig uneinig, in welcher Weise die Geschlechterforschung abgewertet werden soll. Einerseits gilt ihnen diese Forschung als gefährlich stark: Man wirft ihr weltanschauliche Zurechtweisungen vor und warnt vor einem volkspädagogischen Umerziehungsprogramm. Andererseits attestiert man ihr einen zeitgeistigen Opportunismus, tadelt sie also für grundsätzliche Wirkungsarmut und Erkenntnisschwäche. Beide Einwände widersprechen sich. Umso mehr zeigen sie, dass hier lediglich Ressentiments unterschiedlicher Couleurs reproduziert werden.


http://www.deutschlandfunkkultur.de/ang ... _id=365689
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Nov 2017, 15:31

Selina hat geschrieben:(25 Nov 2017, 15:24)

Alles klar. Genderforschungs-Bashing ist übrigens auch eine beliebte "Sportart" der Rechtspopulisten.

Zitat:

Keine andere akademische Disziplin wird derart lächerlich gemacht wie die Geschlechterforschung. Doch ihre pauschale Diffamierung bedeutet einen Angriff auf das Wesen der gesamten Wissenschaft, meint der Kunstwissenschaftler Daniel Hornuff.

Einst ging alle Macht vom Volke aus. Heute geht die Macht von der Geschlechterforschung aus, und Deutschland ächzt unter ihrem Regime. Immerhin verbiete sie den gesunden Menschenverstand und sanktioniere das freie Sprechen. So jedenfalls sieht es eine steigende Zahl blasierter Schreihälse. Die sogenannten Gender Studies avancieren derzeit zu einem massenmedialen Dauerbrenner. Freilich geht es dabei nicht um eine vertiefte Auseinandersetzung mit ihren Ansätzen und Inhalten, folglich also nicht um Kritik im eigentlichen Sinne.

Im Zentrum steht das Gender-Bashing: Eine entrüstete, hochmütige, nicht selten chauvinistische, stets pauschale Diffamierung der Geschlechterforschung. Ziel ist es, die Geschlechterforschung als akademische Idiotie zu entlarven.

Dabei sind die Schreihälse untereinander völlig uneinig, in welcher Weise die Geschlechterforschung abgewertet werden soll. Einerseits gilt ihnen diese Forschung als gefährlich stark: Man wirft ihr weltanschauliche Zurechtweisungen vor und warnt vor einem volkspädagogischen Umerziehungsprogramm. Andererseits attestiert man ihr einen zeitgeistigen Opportunismus, tadelt sie also für grundsätzliche Wirkungsarmut und Erkenntnisschwäche. Beide Einwände widersprechen sich. Umso mehr zeigen sie, dass hier lediglich Ressentiments unterschiedlicher Couleurs reproduziert werden.


http://www.deutschlandfunkkultur.de/ang ... _id=365689

DU kannst wirklich nicht anders als in der Demagogie-/Agitprop-Mottenkiste zu kramen - gelle?
Inhaltliche Auseinandersetzung, Eingehen auf Argumente - Fehlanzeige!
Hast du überhaupt gelesen und vor allem begriffen, was ich geschrieben habe?

Oder gibts bei dir nur den Pawlowschen Reflex bei bestimmten Schlüsselwörtern/Schlüsselbegriffen irgendeinen Zeitungsartikel oder Medienbericht zu zitieren - ganz egal ob der inhaltlich passt oder nicht?
Sorry, aber wenn ich dich so lese, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass du (mal) Jahrgangsbeste an einer ganz bestimmten "Bildungseinrichtung" warst. :s
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen

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