Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
immernoch_ratlos
Beiträge: 1231
Registriert: So 10. Apr 2016, 16:59

Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 14. Nov 2017, 20:14

Nachdem sich das real existierende Problem den gerade frisch generierten Strom ohne "weitere technologische Maßnahmen" nicht speichern lässt, wie eine "Beweis" - EE sind ungeeignet - durch nahezu alle Beiträge wo die Kritiker das "mit einbauen" können - zieht, will ich mich diesem gern erzählten Märchen mal etwas systematischer annehmen.

Doch vorher noch eine kleine simple Erklärung für die zahlreichen Laien, denen es sichtlich schwerfällt die Grundlagen der Elektrotechnik zu verstehen. Vor dem Widerstand sind alle Ströme gleich. Völlig gleichgültig ob nun aus fossilen oder erneuerbaren "Primärenergien" generiert - da fließt nix, wenn der Widerstand zu hoch ist. Ein offener Schalter ist so ein "großer Widerstand". Auch fossil generierte Energie kann nur fließen, wenn jemand irgendetwas eingeschaltet hat. Da ist nur "Spannung" - kein Strom - keine Leistung - wenn nichts eingeschaltet ist.

Wenn also inzwischen rund ein Drittel des gesamten generierten Stroms aus EE Quellen fließt, geht das nur, weil zu dem Zeitpunkt genügend "Verbraucher" eingeschaltet waren. Es könnte noch viel mehr sein, wenn EE gerade maximale Energie in Form von Wind und oder Sonne zufließt. Im Gegensatz zu fossilen / atomaren Generatoren, ist man dabei auf nicht steuerbare Energiemengen angewiesen. Das muss kein Nachteil sein. Voraussetzung - man kann gerade nicht benötigte Energie speichern.

Bislang musste man das auch bei fossilen / atomaren Generatoren tun, was irgendwie zeigt, so ganz hat man auch dort diese Überproduktion keineswegs im Griff. Das Problem wird dort auf äußerst primitive Weise "gelöst". Zum Einen, werden zu Überschusszeiten einfach weitere "Verbraucher" gefunden - unsere Nachbarn in F sind dafür ein sehr "offenes" Beispiel - man verbrät dort die "Nachtüberschüsse" zeitgleich in E-Heizungen - wenn etwas intelligenter - in sog. Nachtspeicheröfen. Ansonsten wird überall einfach Wasser in "Speicherseen" hochgepumpt um dann bei Bedarf "Spitzenlast" wieder "verstromt" zu werden. Sonst ist in der langen Geschichte der kommerziellen Elektrizitätsnutzung niemandem etwas intelligenteres eingefallen. Eigentlich ein Armutszeugnis. Die Gesamtwirkungsgrade dieser recht primitiven Methode sind unterirdisch. Dabei wird der Tatsache, das man etwas "fossiles" unwiederbringlich und höchst verlustbehaftet schlicht verheizt, kaum Beachtung geschenkt.

Diese nun auf einmal ganz massive "Beachtung" wird nun ausgerechnet den EE zuteil. Das dort "Umwandlungsverluste" plötzlich ganz heftig in den Fokus geraden, ist was den "Verbrauch" von Brennstoffressourcen angeht, völlig irre. Es ist schlicht völlig unerheblich, wie viel der permanent "angelieferten" solaren Energie tatsächlich genutzt wird und wie viel davon weiter - wie seit Milliarden Jahren - "irgendwie wirksam wird. Ganz anders, bei der eingelagerten fossilen Energie. Dort zählt jedes verschwendete "Watt" - das hat aber bislang niemanden so recht gestört. Nun wo die "erneuerbaren Brennstoffe" aka "solare Energie" direkt genutzt wird, soll das plötzlich ein wichtiges Thema sein :?: Wie blöd oder eben ungebildet muss man sein um das einfach hinzunehmen :?:

Doch ich möchte mich der angeblichen "Achillesferse" der EE zuwenden, welche von den erklärten Gegnern immer dann ins Feld geführt wird, wenn denen sonst nix intelligenteres mehr einfällt und man sich freudig und begierig auf den sog. "Zappelstrom" stürzt. Ein schlicht natürliches Phänomen, die Tatsache von Tag und Nacht und von Jahreszeiten - Wetterereignissen, das sich hier in unerfreulichen "Brennstoffschwankungen" zeigt. Gern wird dabei verschwiegen dieses Phänomen gibt es auch bei fossiler Generation - dort heißt das dann "ungeplante Abschaltungen" aber auch für "geplante Abschaltungen" UND eine sehr stark im Tagesrhythmus schwankende Last müssen zusätzliche Kraftwerke "bereitgestellt" oder "herunter-geregelt" werden. Das eine (fossile Notwendigkeiten) werden "heruntergespielt" und beim anderen, bei den EE, wird das aus sehr niedrigen "Beweggründen" extrem hochgespielt.

All diese systemimmanenten Probleme existieren selbstverständlich UND besonders im gegenwärtigen Mix aus fossiler / atomarer und solarer Energiegeneration, werden diese Probleme größer - größer als sie sein müssten. Würde im selben Maß die fossile Generierung zurückgefahren, wie EE-Zuwachs entsteht, würde sich das allgemeine Problem normalisieren. Doch abgeschriebene Braunkohlekraftwerke erzeugen vordergründig "billigen Strom", der bei genauer Betrachtung durch bewusst unbeachtete "externe Kosten" im Grund unverhältnismäßig teuer ist.

Was noch in entsprechendem Umfang fehlt, sind "intelligente Möglichkeiten" elektrische Energie zu speichern - um sie entweder wieder bei Bedarf zu "verstromen" oder erheblich intelligenter, überall dort einzusetzen, wo bislang zweifach teuer fossile Energie einfach verbrannt wird.

Wie das funktioniert und welche zahlreichen Möglichkeiten es da schon gibt, werde ich in Folge beschreiben. Ein Grund, warum dem eigentlichen Thema diese Erklärungen voraus gehen müssen. Jeder auch ein Laie sollte das "Warum" verstehen. Hier besteht die Möglichkeit mit Fakten zu agieren, etwas, was für technische Zusammenhänge Grundvoraussetzung ist. Politisch motiviertes Geplärre, soll als das was es ist erkennbar werden - als schlichte Desinformation - welche höchst unerfreulichen Zwecken dient. Leider aber von allen, denen der technologische Hintergrund fehlt gern geglaubt wird. Hauptsache es klingt "irgendwie logisch".
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Benutzeravatar
immernoch_ratlos
Beiträge: 1231
Registriert: So 10. Apr 2016, 16:59

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 14. Nov 2017, 20:16

Nach dem "Vorwort" zum Ziel - nicht nur Überschussleistung bei EE speichern, sondern mehr EE-Generatoren für gezielte Power to Gas (PtG) Produktion.

Wiederholung - "nicht alle Eier im selben Korb" - PtG schließt andere Speichermethoden keineswegs aus !

Zunächst die etablierte "Konkurrenz" - Pumpspeicherkraftwerke :
WIKI hat geschrieben:WIRKUNGSGRAD

Grundsätzlich wird in jedem Pumpspeicherkraftwerk mehr Strom zum Hochpumpen benötigt, als beim Herunterfließen wieder zurückgewonnen werden kann. Verluste entstehen beim Lade- und beim Entladevorgang durch die Reibungsverluste des fließenden Wassers (Flüssigkeiten haben einen Strömungswiderstand; bei Wasser spricht man auch von Wasserwiderstand und hydraulischen Verlusten), durch den Wirkungsgrad der Pumpe (Ladevorgang) bzw. Turbine (Entladevorgang), durch den Wirkungsgrad des Motors bzw. des Generators sowie durch Trafoverluste und in geringem Maße auch durch Eigenbedarf des Pumpspeicherwerkes.

Der Gesamtwirkungsgrad eines Pumpspeicherkraftwerkes liegt bei 75–80 %, in Ausnahmefällen etwas höher. Der Gesamtwirkungsgrad ist geringer als bei Speicherkraftwerken, da bei einem Pumpspeicherkraftwerk der Wirkungsgrad für die Pumpen hinzukommt.

Hinzu kommen weitere Übertragungsverluste für Hin- und Rücktransport der elektrischen Energie. Diese hängen ab von der geographischen Distanz zwischen Energieerzeuger, Pumpspeicherung und Energieverbraucher.
Nun PtG :
Quelle : INGENIEUR.de (09.03.2012) hat geschrieben:Speichertechnologien | Wirkungsgrad von Power-to-Gas ist konkurrenzfähig

Power-to-Gas kann in puncto Wirkungsgrad mit anderen Speicher-Technologien mithalten

Nach den Berechnungen des DBI lassen sich heute mit Power-to-Gas bei Nutzung der Wasserstoffeinspeisung Wirkungsgrade von 69,9 % erreichen, die Verdichtung und ein 500 km langer Transport im Gasnetz eingerechnet.

Die Elektrolyse mit den Nebenanlagen ist dabei allein für 23,7 % der Verluste verantwortlich, Trafo und Gleichrichter verursachen rund 5 %. Muss der Wasserstoff noch methanisiert werden, kommen hier noch einmal 14,2 % dazu.

Auch die Alternativen funktionieren nicht verlustfrei: Wenn der Strom aus Windkraft etwa im Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal "geparkt" wird, beträgt der Wirkungsgrad 72,2 %, also kaum mehr als bei der H2-Variante.

Hier sind insbesondere die Leitungsverluste (bei 380 kV und 500 km: 4,7 %) und der Wirkungsgrad des Pumpspeichers von maximal 80 % zu berücksichtigen
Daraus folgt, die PtG-Anlage möglichst nahe an dem / den Generatoren um wahlweise Wasserstoffgas und oder Strom zu produzieren. Was gerade mehr Gewinn abwirft (Spitzenlast) oder als "Power Shaping" die unerwünschten Produktionsüberschüsse in PtG wandelt. Oder eben aus Standortgründen "nur" PtG produziert.

Nun könnte man das von der Anlage gespeicherte Wasserstoffgas "weiterverarbeiten" um z.B. durch Methanisierung e-fuel zu produzieren. Oder über die Erdgasnetze das fossile Methan mit Wasserstoffgas anreichern - was so an techn. "Obergrenzen" stößt und wegen der Pumpenergie den Wirkungsgrad verschlechtert.

Da wäre noch das Abfüllen von Wasserstoffgas in geeignete Tanks möglich. Das kann auf mehrere unterschiedliche Weisen geschehen. Mich hat diese Methode besonders beeindruckt : Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC) dt. "Flüssigen Organischen Wasserstoffträgern (LOHC)" Hier Quelle : YouTube (20.01.2016) "Hydrogenious und das LOHC Konzept" ganz offensichtlich ist das bereits weit über die "Experimentierphase" hinaus entwickelt.

In diesem Bericht der SZ vom 28.01.2016 wird das Prinzip ausführlich erklärt :
Auf dem Dach der Halle erzeugen einige Photovoltaik-Module Strom. Im Inneren der Halle spaltet der so erzeugte Strom Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff. Das Wasserstoff-Gas wird aufgefangen und in einen Container geleitet. In einem kleinen Reaktor wird der Wasserstoff an die Moleküle des Wärmeträgeröls Marlotherm angekettet.

Dieser Überträgerstoff, genannt "Liquid Organic Hydrogen Carrier" (LOHC), ist der Schlüssel. Er macht das flüchtige Gas zur Flüssigkeit und damit ähnlich einfach zu handhaben wie Benzin. Marlotherm ist in der Industrie seit gut 40 Jahren bekannt.

Dass sich damit aber auch Wasserstoff speichern lässt, entdeckte Teichmann erst während seiner Doktorarbeit vor einigen Jahren. Dabei ist der neue Stoff ungiftig und brennt schlechter als Diesel.

In einem anderen Container in Erlangen läuft derweil bereits der umgekehrte Prozess ab: Aus der Flüssigkeit wird der Wasserstoff entzogen, in einer Brennstoffzelle erzeugt er anschließend Strom. Das heißt, der Wasserstoff reagiert in der Zelle mit Sauerstoff, dabei schließt sich ein Stromkreis. Das einzige Abfallprodukt ist Wasser.
Warum dieser Aufwand, wenn am Ende doch wieder Wasserstoff "herauskommt" ? Da wäre erst einmal dessen "Energiedichte" - Heizwert gleichgültig in welchen Aggregatzustand (gasförmig / flüssig) sich Wasserstoff befindet = 120 MJ/kg oder 33,3 kWh/kg. Zum Vergleich, Benzin bringt es auf 13 kWh/kg und Diesel auf 12 kWh/kg.

Das klingt recht gut, aber Benzin / Diesel haben eine größere Dichte als selbst flüssiger Wasserstoff = 70,9 g/l Benzin hat 740 g/l und Diesel 830 g/l . Also einfach "verbrennen" in einem Motor würde mit 10l Benzin ~125 km ergeben. Mit 10l gasförmigen H2 käme man ~30 m weit und mit flüssigen H2 auch nur ~32 km.

Vergleicht man den Energieinhalt von H2 gar mit z.B. Bleibatterien, wird klar warum es eine gute Idee wäre Strom in H2 "einzulagern" um die Energie die in einem 5m^3 Wasserstoffgastank enthalten ist, in einer Bleibatterie darzustellen, würde die Batterie 40t Blei beinhalten und mit 100m^3 Volumen auch eher nicht in einen normalen Keller passen...

Fraunhofer hat so eine H2-Speicher genutzt um das Gas wahlweise zur Heizungsunterstützung, zum Kochen oder zur Rückverstromung in Zeiten schwachen Solarangebots zu verwenden.

Da kommt wieder die Elektrizität ins Spiel - hier ist wieder mit Verlusten zu rechnen - theoretisch kann eine Brennstoffzelle bis 83% Effizienz erreichen. In der Realität alles eingerechnet ist ungefähr die dreifache Energiemenge notwendig um ein solches e-mobil mit einem batteriebetriebenen e-mobil auf die selbe Strecke zu schicken.

Dafür wiederum ist der Transport der H2 Energie bei Verwendung von "Liquid Organic Hydrogen Carrier" (LOHC) kein Problem.
hydrogenious.net hat geschrieben:Die Herausforderung
Wasserstoff besitzt als Gas eine extrem niedrige Dichte. Hohe Speicherdichten von Wasserstoff sind daher nur schwer zu erreichen. Bei Umgebungsbedingungen benötigt man über 11 Kubikmeter um 1 Kilogramm an Wasserstoff zu speichern. Herkömmliche Wasserstoffspeicherung funktioniert entweder unter hohen Drücken (Hochdruckspeicher: 200+ bar) oder sehr niedrigen Temperaturen (Kryogenwasserstoff: -253 °C). Beide Speichermethoden bergen zusätzliche Risiken und benötigen viel Energie für Kompression und Verflüssigung.

Die Lösung
Hydrogenious Technologies entwickelt den Durchbruch in der Wasserstoffspeicherung. Die sichere und effiziente Speicherung von Wasserstoff in flüssigen organischen Wasserstoffspeichern (engl.: Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC). LOHC kann bei Umgebungsbedingungen transportiert und gelagert werden. Weder hohe Drücke noch niedrige Temperaturen werden benötigt. Ein Kubikmeter an LOHC speichert über 600 Normkubikmeter Wasserstoff Gas und damit über 2 MWh an Energie.
Damit ist auch die Lagerung von großen Mengen H2 "vor Ort" im Verhältnis 1 zu 600 und das noch ohne die gefährlichen Eigenschaften von H2 in "Normalform" möglich. Ein Tank mit dem Volumen, wie er für das o.b. H2 notwendig wäre - 600m^3 würde also 600 x 2 MWh elektrische Energie darstellen = 1.200 MWh das entspricht ungefähr der stündlichen Netto-Leistung von Block B in Biblis (1.240 MW). Um eine Idee für die Größe zu erhalten ein "Linde" Tank für 60.000 Liter ist ~14m hoch und hat einen Durchmesser von 3m - es würden also 10 solcher Tanks die 600m^3 erfassen.

Damit - entsprechende Anlagen vorausgesetzt ließe sich wohl "dezentral" eingesetzt damit der "Zappelstrom" ausreichend "glätten". So besonders groß sind die dt. Pumpspeicher ja nun auch nicht. 2010 eine Gesamtspeicherkapazität von etwa 40 GWh. Entsprechend ausgestattete "Verstromungsanlagen" sind ebenso "schwarzstartfähig" wie Pumpspeicherkraftwerke. Haben aber den Vorteil sich ohne Beeinträchtigung der Landschaft praktisch überall - auch mitten in Städten - zu befinden. Kombiniert mit entsprechenden netzdienlichen Batteriespeichern könnte das dt. Stromnetz sehr schnell "erneuerbar" und um einiges sicherer als in der "guten alten Zeit" vor der "Energiewende" gestaltet werden...
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 4066
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 16. Nov 2017, 16:33

Ganz praktisch hat die Energie auch für Siemens folgen. Vor allem im Osten der Bundesrepublik Deutschland werden zahlreiche Fertigungsjobs abgebaut.

http://www.focus.de/finanzen/news/tause ... 56666.html
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.
Benutzeravatar
immernoch_ratlos
Beiträge: 1231
Registriert: So 10. Apr 2016, 16:59

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 17. Nov 2017, 10:13

Sole.survivor hat geschrieben:Ganz praktisch hat die Energie auch für Siemens folgen. Vor allem im Osten der Bundesrepublik Deutschland werden zahlreiche Fertigungsjobs abgebaut.
So haben sich ganz bestimmt auch all die Kutschenbauer gefühlt, als deren hunderte von Jahren altes Handwerk vom Automobil disruptiv abgelöst wurde.

Die "industrielle Revolution" führt immer wieder zu Disruption. Besonders gefährdet sind Industrien oder Teile davon, die sich zu lange zu groß und zu wichtig für ein Scheitern fühlen. In der oben beschrieben Technologie steckt ausreichend Potential um jeden der bereit ist sich auf neue Wege zu begeben. Wer das über nur scheinbar übermächtigen Lobbyismus erfolgreich hinauszögert, findet sich am Ende ohne die notwendige Zeit die Strategie noch zu ändern in aussichtsloser Lage wieder.

Der einstmals für unverzichtbar gehaltene Ruhrbergbau ist im kommenden Jahr Geschichte. Dort waren in den Hochzeiten bis zu 600.000 Menschen beschäftigt.

Dem voraussehbaren disruptiven Ende kann nur eine disruptive Innovation helfen. Doch damit muss rechtzeitig begonnen werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Autoindustrie - derzeit noch größte Industriebranche in D - sich nicht auf ihre starke Lobby verlässt und den "Point of no return" nicht doch noch übersieht.

Besonders gefährlich ist das unsinnige Abwarten und Verzögern in Zeiten der aktuellen Phase der "industriellen Revolution" für alle Arbeitnehmer. Wer finanziell unter Druck gerät - Personalkosten sind eben die höchste Belastung - hat heute durchaus die Wahl. Inzwischen längst überall eingeführt, wird die Robotik immer mehr dafür geeignete menschliche Arbeitsplätze obsolet machen. Niemand gibt diese in Notzeiten getroffenen Veränderungen wieder auf. Das lässt sich in allen Industrieländern beobachten und nachweisen.

Siemens exekutiert lediglich die notwendigen Veränderungen noch bevor der "Point of no return". Vermutlich haben sie das aus den Folgen für die KWU gelernt, als es für AKW zu Ende ging. Warum auch sollte jemand Milliarden an Investitionen in eine Technologie von vorgestern stecken ? Ich weiß, das wird heftig bestritten. Nur warum sollte das generieren von el. Strom von genügend Fließwasser abhängig gemacht werden, wenn es andere davon unabhängige Technologien gibt ?

Es ist bestimmt nicht zufällig, das gerade der Bereich Dampfturbinen betroffen ist. Große Gaskraftwerkseinheiten passen ebenfalls nicht mehr in das kommende, wohl eher schon aktuelle Versorgungskonzept. Siemens ist da nicht allein. Auch die amerikanische Konkurrenz "General Electric" hat die selben Probleme. Dort hofft man noch auf den "Trump-Effekt", also auf jemanden, der nicht nur die Realität nicht zur Kenntnis nehmen möchte, sonder per Dekret und Twitter verleugnet :dead:

Die Hoffnung, man müsse weiter ein zentrales Netz mit großen Kraftwerkseinheiten betreiben, ist noch nicht ganz gestorben. Allerdings forscht und arbeitet sozusagen die "ganze Welt" an der Lösung des Speicherproblems. Es gibt inzwischen mehrere Lösungswege. Es ist lediglich eine "kurze" Frage der Zeit bis sich die unterschiedlichen Speichertechnologien durchsetzen werden. Dann ist komplett Schluss mit der Behauptung es gehe nicht ohne große Kraftwerkseinheiten

Derweil arbeiten gerade bei Siemens ~16.000 Menschen alte Bestellungen in der Größenordnung von ~40 Milliarden Euro ab. Doch selbst da werden bereits Bestellungen storniert. Folgeprojekte Fehlanzeige. Jedenfalls um damit weiter alle Mitarbeiter beschäftigen zu können. Zunehmend gerät Siemens auch unter Druck bei seinen Bemühungen um EE. Das dürfte sozusagen ein "hausgemachtes Problem" sein. Noch verlässt sich "Oben" auf seine starke Lobby die wider jede Vernunft selbst uralte Kohlenkraftwerke erhalten will.

Dem scheint die Führungsetage bei Siemens nicht mehr zu vertrauen. Eine längst überfällige Neuorientierung findet statt. Statt allerdings dafür geeignete Mitarbeiter entsprechend "umzuorientieren", wird "großflächig" entlassen. Offensichtlich ist man schon nahe am Punkt angelangt, wo nur noch solch radikale Maßnahmen möglich sind. Die neuen Technologien erfordern keine schwerfälligen Riesenbetriebe mehr. Auch kleine und mittlere Betriebe können das.

Nur wer sich rechtzeitig umstellt und mit entsprechend angepassten Einheiten den künftigen Markt beliefern kann, wird überleben. Warum sollte es nicht möglich sein einem sog. "Windpark" eine Produktion von PtG anzugliedern ? Warum nicht gleichzeitig mit einer Kombination aus "Redox flow Batterie" und schneller Lithium Batterie - Netzdienlichkeit zu verkaufen. Diese Kombinationen werden die zukünftigen Netze dezentral versorgen. Dazu passt auch das bislang vernachlässigte Konzept den Haushaltsstrom dort zu generieren, wo der ohne Leitungsverluste direkt genutzt werden kann. Immerhin ungefähr ein Drittel der el. Energie kann so ohne jeden weiteren und teuren Netzausbau lokal erzeugt und lokal geliefert werden.

Durch höchst dämliche Lobbypolitik wurden in diesem Bereich mindestens 60.000 der neuentstandenen Jobs wieder vernichtet. Im gesamten Bereich "Umwelt" arbeiten längst genauso viele Menschen, wie im einstigen Ruhrbergbau. "Wir" haben in Europa nur diese eine Chance - uns rechtzeitig zu verändern, bevor uns andere von außen zwangsweise anpassen....

All das bietet reichlich Chancen gerade für D - wenn, wenn "man" sie den rechtzeitig ergreift oder eben später, wie real inzwischen nahezu die gesamte "Elektronik", von China abhängig geliefert bekommt.
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Benutzeravatar
Wätätä
Beiträge: 18
Registriert: Fr 18. Aug 2017, 19:18
Wohnort: Ostfront

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon Wätätä » Fr 17. Nov 2017, 11:07

Was mir neben den bekannten (klassischen) Speichermethoden fehlt, ist die Möglichkeit, über möglichst viele Zeitzonen umspannende Energieverbundnetze den durch Tageszeiten, Wetter... schwankenden Energieverbrauch auszugleichen. Eigentlich so neu nicht, nur eben "sozialistisch". ;-)
Benutzeravatar
immernoch_ratlos
Beiträge: 1231
Registriert: So 10. Apr 2016, 16:59

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 17. Nov 2017, 22:53

Wätätä hat geschrieben:Was mir neben den bekannten (klassischen) Speichermethoden fehlt, ist die Möglichkeit, über möglichst viele Zeitzonen umspannende Energieverbundnetze den durch Tageszeiten, Wetter... schwankenden Energieverbrauch auszugleichen. Eigentlich so neu nicht, nur eben "sozialistisch". ;-)
Ein interessanter Gedanke, wenn das Dein Ernst sein sollte.

"Klassisch" meint per Frachter und Tanker mit denen Kohle (17. Jahrhundert - mit ökotauglichen Segelschiffen allerdings nicht um die ganze Welt herum) So ab 1878 hatte einer der Nobelbrüder die glänzende Idee, Erdöl das zuvor per Fellsack und später per Holzfass ebenfalls auf ökotauglichen Segelschiffen - nunmehr in sog. "Tankern" in alle Welt zu verschiffen. Auch die Idee dafür Rohrleitungen zu nutzen kam von ihm. Auch auf der Schiene wurde und wird das fossile Zeug befördert. Noch jemand aus der Familie hat übrigens Dynamit erfunden. Seitdem gilt "nimm´s leicht, nimm Dynamit" :thumbup:

So wurde und wird "schwankenden Energieverbrauch ausgeglichen". Inzwischen braucht es diese zwar Transporte noch - "noch" ist ja genug zu Transportieren da.... Andererseits, wenn überall wo genügend Wind bläst, Sonne scheint und oder Tidewasser oder gern auch Wellenkraft zur Verfügung steht, "man" ( engl. "Mensch") diese solaren Kräfte "vor Ort" zum generieren von el. Energie nutzen kann, wer muss dann noch viel transportieren ?

Mit einem klaren Blick auf das "Naturgegebene", war und ist doch dies weltumspannend gegeben. Musste nur noch erkannt und überall adäquat genutzt werden. Erste Versuche diese Naturkräfte zu nutzen begleiten Homo Sapiens schon sehr lange. Da ist auch nix "sozialistisches" dran. Lange bevor diese neue "Religion" erfunden wurde, hat Mensch versucht sich die Natur nützlich zumachen. Ein wenig "zu heftig und gänzlich falsch verstanden" wohl, beim ´"sich die Welt untertan zu machen" wie das ältere Ideologien dem Menschen suggerierten.

In diesem Sinn ist Energie schon immer recht "sozial" verteilt gewesen. Einzige Ungerechtigkeit - Nachts ist es dunkel - je nach geografischen Lage ist mit "Jahreszeiten" zu rechen :? Als ob das Menschen davon abgehalten hätte, wenigstens seit 50.000 Jahre Landwirtschaft zu betreiben und auch da schon "Speicher" (da stammt das Wort ja her) erfunden und genutzt hätte. Auch "lat. accumulator" bedeutet ja nichts als "Anhäufer" daraus - "lat. accumulare", akkumulieren" - Wortbedeutung/Definition: von einer Sache mehr und mehr zusammenbekommen, zusammentragen. Schön auch, wenn mir mein "großes Latrinum" so hilfreich zur Seite steht.

Energie kann transportiert werden :? - das kann in Kohlesäcken, Tankern, Akkus oder auch über tausende von km per "Stromnetz" geschehen. Oder eben strickt "dezentral" und "regional". Möglichst alle vermeidbaren "Transportverluste" vermeidend. Alles andere ist verschwenderischen Dummheit.

Nun hat man "Fässer" - Akkumulatoren für den Transport el. Energie erfunden. Das geht über "Redox-Flow-Batterien" respektive den "geladenen" Inhalt dieser Batterien. Über Wasserstoff "Liquid Organic Hydrogen Carrier" (LOHC) - dort kann die 600mal größere H2 Gasmenge "eingelagert" mit jedem bekannten Transportmittel nahezu gefahrlos von A nach B transportiert werden - wenn notwendig und sinnvoll auch einmal rund um die Welt.

Das Zauberwort heißt "sinnvoll". Bei den "Fossilien" (wie schön doch dieses Wort "fossile Brennstoffe" erklärt), war zunächst der scheinbare Überfluss so groß, das simple Menschen glaubten, das Zeug sei in beliebig großem Mengen "für immer" verfügbar. Das verführt stets zu Verschwendung. Wie wir (bis auf wenige Idioten, die wird es wohl immer geben) inzwischen wissen, stimmt das nur noch "sehr bedingt". Wenn auch für Menschen 400 ... 1.000 Jahre (solange soll ja z.B. die Kohle noch reichen) für eine Ewigkeit halten (wer maximal 70 ... 90 Jahre überlebt, dem erscheint das quasi "ewig"). Schon angesichts der Dauer der sog. Neuzeit - inzwischen 2.017 Jahre nach Christi Geburt, sollte nicht wirklich überrascht sein, das 400 ... 1.000 Jahre eine vergleichsweise kurze Zeitspanne darstellt. Eigentlich unnötig zu erwähnen - wer permanent die benötigte Menge erhöht, verkürzt auch diese " 400 ... 1.000 Jahre" die ja aus dem derzeitigen "Verbrauch" errechnet wurden. Bei Erdöl und Erdgas sollen die noch verfügbaren - gern auch die überhaupt nutzbaren - Mengen pessimistisch EIN und höchst optimistisch ZWEI Menschenleben lang ausreichen. Nun auch Menschenleben dauern unterschiedlich kurze Zeit.

Ähm was dann :?: OK es betrifft uns nicht wirklich. Mögen sich "die nach uns" damit herumschlagen.

Nun ja, die Mehrzahl der Sapiens ist nicht eben mit einem ausgeprägten Sinn für Realität ausgestattet. Ein Zeichen wie verbreitet das ist, zeigt, wen sich Menschen freiwillig zum Präsidenten wählen :rolleyes: Wer ein tolles und bequemes Leben und davon gleich jede Menge verspricht, der hat eben mehr Zuhörer und "Follower", als die üblichen Spaßverderber, die diese Träume Lügen strafen.

Das dies jenseits der real existierenden Gefahren, die "unser" bisheriger Ansatz die "Welt zu beherrschen", inzwischen doch tatsächlich "längerfristige Lösungen" erbracht hat, scheint niemanden so recht aufzufallen. Für ein paar Milliarden Jahre steht der solare "Energienachschub" noch recht konstant zur Verfügung.

Ob "wir" den gerade noch rechtzeitig zu Nutzen verstehen, entscheidet über kurz und nicht allzulang, ob Homo Sapiens a) seine Selbstbezeichnung überhaupt verdient und b) ob er sein eigenes Tun und Lassen überleben wird.

Das musste mal wider in Erinnerung gerufen werden - womöglich gelingt es ja sich zukünftig auf das Thema "Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen" zu konzentrieren :?:
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Benutzeravatar
Wätätä
Beiträge: 18
Registriert: Fr 18. Aug 2017, 19:18
Wohnort: Ostfront

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon Wätätä » Sa 18. Nov 2017, 14:08

immernoch_ratlos hat geschrieben:(17 Nov 2017, 22:53)

Ein interessanter Gedanke, wenn das Dein Ernst sein sollte.

"Klassisch" meint per Frachter und Tanker mit denen Kohle (17. Jahrhundert - mit ökotauglichen Segelschiffen allerdings nicht um die ganze Welt herum) So ab 1878 hatte einer der Nobelbrüder die glänzende Idee, Erdöl das zuvor per Fellsack und später per Holzfass ebenfalls auf ökotauglichen Segelschiffen - nunmehr in sog. "Tankern" in alle Welt zu verschiffen. Auch die Idee dafür Rohrleitungen zu nutzen kam von ihm. Auch auf der Schiene wurde und wird das fossile Zeug befördert. Noch jemand aus der Familie hat übrigens Dynamit erfunden. Seitdem gilt "nimm´s leicht, nimm Dynamit" :thumbup:

So wurde und wird "schwankenden Energieverbrauch ausgeglichen". Inzwischen braucht es diese zwar Transporte noch - "noch" ist ja genug zu Transportieren da.... Andererseits, wenn überall wo genügend Wind bläst, Sonne scheint und oder Tidewasser oder gern auch Wellenkraft zur Verfügung steht, "man" ( engl. "Mensch") diese solaren Kräfte "vor Ort" zum generieren von el. Energie nutzen kann, wer muss dann noch viel transportieren ?

Mit einem klaren Blick auf das "Naturgegebene", war und ist doch dies weltumspannend gegeben. Musste nur noch erkannt und überall adäquat genutzt werden. Erste Versuche diese Naturkräfte zu nutzen begleiten Homo Sapiens schon sehr lange. Da ist auch nix "sozialistisches" dran. Lange bevor diese neue "Religion" erfunden wurde, hat Mensch versucht sich die Natur nützlich zumachen. Ein wenig "zu heftig und gänzlich falsch verstanden" wohl, beim ´"sich die Welt untertan zu machen" wie das ältere Ideologien dem Menschen suggerierten.

In diesem Sinn ist Energie schon immer recht "sozial" verteilt gewesen. Einzige Ungerechtigkeit - Nachts ist es dunkel - je nach geografischen Lage ist mit "Jahreszeiten" zu rechen :? Als ob das Menschen davon abgehalten hätte, wenigstens seit 50.000 Jahre Landwirtschaft zu betreiben und auch da schon "Speicher" (da stammt das Wort ja her) erfunden und genutzt hätte. Auch "lat. accumulator" bedeutet ja nichts als "Anhäufer" daraus - "lat. accumulare", akkumulieren" - Wortbedeutung/Definition: von einer Sache mehr und mehr zusammenbekommen, zusammentragen. Schön auch, wenn mir mein "großes Latrinum" so hilfreich zur Seite steht.

Energie kann transportiert werden :? - das kann in Kohlesäcken, Tankern, Akkus oder auch über tausende von km per "Stromnetz" geschehen. Oder eben strickt "dezentral" und "regional". Möglichst alle vermeidbaren "Transportverluste" vermeidend. Alles andere ist verschwenderischen Dummheit.

Nun hat man "Fässer" - Akkumulatoren für den Transport el. Energie erfunden. Das geht über "Redox-Flow-Batterien" respektive den "geladenen" Inhalt dieser Batterien. Über Wasserstoff "Liquid Organic Hydrogen Carrier" (LOHC) - dort kann die 600mal größere H2 Gasmenge "eingelagert" mit jedem bekannten Transportmittel nahezu gefahrlos von A nach B transportiert werden - wenn notwendig und sinnvoll auch einmal rund um die Welt.

Das Zauberwort heißt "sinnvoll". Bei den "Fossilien" (wie schön doch dieses Wort "fossile Brennstoffe" erklärt), war zunächst der scheinbare Überfluss so groß, das simple Menschen glaubten, das Zeug sei in beliebig großem Mengen "für immer" verfügbar. Das verführt stets zu Verschwendung. Wie wir (bis auf wenige Idioten, die wird es wohl immer geben) inzwischen wissen, stimmt das nur noch "sehr bedingt". Wenn auch für Menschen 400 ... 1.000 Jahre (solange soll ja z.B. die Kohle noch reichen) für eine Ewigkeit halten (wer maximal 70 ... 90 Jahre überlebt, dem erscheint das quasi "ewig"). Schon angesichts der Dauer der sog. Neuzeit - inzwischen 2.017 Jahre nach Christi Geburt, sollte nicht wirklich überrascht sein, das 400 ... 1.000 Jahre eine vergleichsweise kurze Zeitspanne darstellt. Eigentlich unnötig zu erwähnen - wer permanent die benötigte Menge erhöht, verkürzt auch diese " 400 ... 1.000 Jahre" die ja aus dem derzeitigen "Verbrauch" errechnet wurden. Bei Erdöl und Erdgas sollen die noch verfügbaren - gern auch die überhaupt nutzbaren - Mengen pessimistisch EIN und höchst optimistisch ZWEI Menschenleben lang ausreichen. Nun auch Menschenleben dauern unterschiedlich kurze Zeit.

Ähm was dann :?: OK es betrifft uns nicht wirklich. Mögen sich "die nach uns" damit herumschlagen.

Nun ja, die Mehrzahl der Sapiens ist nicht eben mit einem ausgeprägten Sinn für Realität ausgestattet. Ein Zeichen wie verbreitet das ist, zeigt, wen sich Menschen freiwillig zum Präsidenten wählen :rolleyes: Wer ein tolles und bequemes Leben und davon gleich jede Menge verspricht, der hat eben mehr Zuhörer und "Follower", als die üblichen Spaßverderber, die diese Träume Lügen strafen.

Das dies jenseits der real existierenden Gefahren, die "unser" bisheriger Ansatz die "Welt zu beherrschen", inzwischen doch tatsächlich "längerfristige Lösungen" erbracht hat, scheint niemanden so recht aufzufallen. Für ein paar Milliarden Jahre steht der solare "Energienachschub" noch recht konstant zur Verfügung.

Ob "wir" den gerade noch rechtzeitig zu Nutzen verstehen, entscheidet über kurz und nicht allzulang, ob Homo Sapiens a) seine Selbstbezeichnung überhaupt verdient und b) ob er sein eigenes Tun und Lassen überleben wird.

Das musste mal wider in Erinnerung gerufen werden - womöglich gelingt es ja sich zukünftig auf das Thema "Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen" zu konzentrieren :?:

Die allgemeinen Sentenzen waren weniger mein Anliegen, es ging mir um den Ausgleich der unterschiedlichen Elektroenergieverbräuche auf Grund unterschiedlicher Tageszeiten, unterschiedlichen Wetters... So waren als "klassischen Speicher" die Pumpspeichwerke u.ä. gemeint.
Als für mich relativ elegante Lösung finde ich die überregionalen Energieverbundnetze, wie z. Bsp. das E-Verbundnetz der RGW-Staaten über viele Zeitzonen hinweg vom Stillen Ozean bis zur dt. Zonengrenze. Diese Idee wäre natürlich noch ausbaufähig gewesen, die politischen Verhältnisse waren aber nicht so.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 11411
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon Teeernte » Sa 18. Nov 2017, 18:24

immernoch_ratlos hat geschrieben:(14 Nov 2017, 20:14)

Doch vorher noch eine kleine simple Erklärung für die zahlreichen Laien, denen es sichtlich schwerfällt die Grundlagen der Elektrotechnik zu verstehen.

Bislang musste man das auch bei fossilen / atomaren Generatoren tun, was irgendwie zeigt, so ganz hat man auch dort diese Überproduktion keineswegs im Griff. Das Problem wird dort auf äußerst primitive Weise "gelöst". Zum Einen, werden zu Überschusszeiten einfach weitere "Verbraucher" gefunden - unsere Nachbarn in F sind dafür ein sehr "offenes" Beispiel - man verbrät dort die "Nachtüberschüsse" zeitgleich in E-Heizungen - wenn etwas intelligenter - in sog. Nachtspeicheröfen. Ansonsten wird überall einfach Wasser in "Speicherseen" hochgepumpt um dann bei Bedarf "Spitzenlast" wieder "verstromt" zu werden.


Du willst also hiermit behaupten - Elektrotechnik studiert (oder ein eng verwandtes Studium ) abgeschlossen zu haben ? :D :D :D

...der "knee slapper" des Tages...

Also :

Grundlast bezeichnet die Belastung eines Stromnetzes, die während eines Tages nicht unterschritten wird.[1] Die jeweilige Grundlast ist daher abhängig vom Tag der Betrachtung (jahreszeitliche Schwankungen) sowie von der räumlichen Betrachtung (z.B. Versorgungsgebiet eines Netzbetreibers oder ganz Deutschland). In Deutschland liegt sie an einzelnen Tagen bei bis zu 40 Gigawatt (2005)[2] im Gegensatz zur Jahreshöchstlast mit 75 bis 80 Gigawatt

Wird die Grundlast überschritten, wird zur Deckung des zusätzlichen Strombedarfs zusätzliche Kraftwerksleistung aktiviert durch Ausfahren der Grundlastkraftwerke auf Volllast, durch Mittel- und Spitzenlastkraftwerke.
https://de.wikipedia.org/wiki/Grundlast

Teilweise (bei Dir) richtig....

Da der niedrigste Strombedarf meist nachts auftritt, hängt die Höhe der Grundlast von nachts produzierenden Industrieanlagen, der Straßenbeleuchtung und von Dauerverbrauchern in Haushalt und Gewerbe ab. Darüber hinaus kann die Grundlast von Energieversorgungsunternehmen erhöht werden, indem zu Schwachlastzeiten zusätzlicher Strombedarf geschaffen wird. Beispielsweise werden nachts die Speicherbecken von Pumpspeicherkraftwerken gefüllt oder Nachtspeicherheizungen eingeschaltet.


Auch werden bei Bedarf die eingesetzten Grundlastkraftwerke nachts langsam gedrosselt und zum Tagesbeginn hochgefahren.
Laut Betreiberangaben sind zumindest einige Kernkraftwerke in Deutschland technisch für einen Einsatz im Lastfolgebetrieb schon beim Entwurf ausgelegt worden.


Nun erklär das mal - mit Deinem "Abfall-Strom" - ohne die Herkömmlichen -

Also NUR mit Sonne - (die ähmmmm
eine kleine simple Erklärung für die zahlreichen Laien
Nachts nicht scheint)....
und Wind.

Ahhhh - Du kommst jetzt sicher mit GUD ---- Die Gasturbinen haben abhängig von der Leistung einen Wirkungsgrad (elektrische Leistung bezogen auf zugeführte Wärme) von 35 % (10 MWel) bis 40 % (100 MWel).

Und nun erklär dem Onkel mal - wie lange Du das Kraftwerk "vorheizen" musst..... :D :D :D - oder wie teuer es ist - das Ding "warm" zu halten.

Um schon ein paar Interventionen Deinerseits VORAB ein paar Gegenargumente :

Außerdem müssen Speicher entwickelt und ausgebaut werden, die die insgesamt üppig vorhandenen erneuerbaren Energien bei Nachfrageflaute aufnehmen können.


Jeder "Speicher" hat einen prozessabhängigen Verlust von 5% beim Laden und 5% beim Entladen - Umspannen ebenso - 5 % up 5% down...

Lange Übertragungswege ebenso.... (HGÜ am Anfang und Ende der Übertragungskette.)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Ebiker
Beiträge: 1055
Registriert: Mo 16. Mai 2016, 10:06
Benutzertitel: Elektrowitsch 1. Ordnung

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon Ebiker » Sa 18. Nov 2017, 21:45

Wätätä hat geschrieben:(18 Nov 2017, 14:08)


Als für mich relativ elegante Lösung finde ich die überregionalen Energieverbundnetze, wie z. Bsp. das E-Verbundnetz der RGW-Staaten über viele Zeitzonen hinweg vom Stillen Ozean bis zur dt. Zonengrenze. Diese Idee wäre natürlich noch ausbaufähig gewesen, die politischen Verhältnisse waren aber nicht so.


Das RGW- Verbundnetz hat den flächendeckenden Blackout Silvester 1979 nicht verhindert. Genau so wenig kann das europäische Verbundntz für Ausgleich bei Dunkelflaute sorgen. Da kommt dann die nächste Kenngröße ins Spiel, die gesicherte Leistung. Und da sind die EE unter ungünstigen Bedingungen gerade mal in der Lage 1% der benötigten Leistung zu erzeugen. War dieses Jahr schon mehrmals der Fall. Speichermöglichkeiten gibt es für diesen Fall nicht. Das größte deutsche Pumpspeicherwerk kann grad mal Thüringen einen Tag mit Strom versorgen. Dann ist es leer, wenn weiter Flaute ist wirds dunkel.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
Houari Boumedienne
Benutzeravatar
immernoch_ratlos
Beiträge: 1231
Registriert: So 10. Apr 2016, 16:59

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 23. Nov 2017, 10:18

"Ein" beinahe Blackout ?

Kenn­zah­len der Ver­sor­gungs­un­ter­bre­chun­gen Strom

Allein 2016 bei 50,3 Millionen "Letztverbrauchern" gab es in D 148,3 Tsd. Unterbrechungen im dt. Stromnetz. SAIDI EnWG = 2,10 Minuten im Niederspannungsbereich 23,3 Tsd. SAIDI EnWG = 10,70 Minuten im Mittelspannungsnetz / SAIDI EnWG Gesamt = 12,80 Minuten.

Das war schon mal deutlich schlechter BEVOR es EE im Netz gab :

2006 bei 48,5 Millionen "Letztverbrauchern" gab es in D 193,6 Tsd. Unterbrechungen im dt. Stromnetz. SAIDI EnWG = 2,68 Minuten im Niederspannungsbereich 34,4 Tsd. SAIDI EnWG = 18,67 Minuten im Mittelspannungsnetz / SAIDI EnWG Gesamt = 21,53 Minuten.

Aus diese Statistik lässt sich entnehmen, die Zahl der "mittleren Nichtverfügbarkeit der Netzkunden innerhalb eines Jahres" hat sich "trotz massiver Einspeisung von EE" verbessert und keineswegs verschlechtert.

Wenn etwas lösbar ist, dann sind das technologische Probleme - die Probleme in den Hirnen der Gegner lassen sich weder durch Fakten noch durch gutes Zureden beseitigen.

Was das geschickt erfundene Kofferwort "Dunkelflaute" angeht, Die Versorgungslücke durch Dunkelflauten ist eine Herausforderung für das Stromnetz und die Erneuerbaren Energien können diese nach derzeitigem Ausbaustand noch nicht allein bewältigen. Die Konzepte, welche eine wirksame Absicherung gegen wetterbedingte Lücken in der Energieversorgung ohne die Hilfe der konventionellen Stromerzeuger möglich machen, sind aber bereits vorhanden. Allerdings muss man sich auf solche Konzepte einlassen und nicht pauschal alles im Voraus für nicht machbar erklären.

Die Zahl der Irrungen von Experten die eigentlich nur ihre Pfründe unter allen Umständen erhalten wollten ist legendär. Sollte doch z.B. PV in D niemals mehr als 3% des Strombedarf decken können (zu keiner Zeit, also auch nicht zu Zeiten wo "Hellüberfluss" herrscht). Inzwischen wurde diese "Expertiese" 2016 mit nunmehr 41 GW durch die relativ geringe Zahl von bislang nur 1,5 Millionen PV-Anlagen um das Mehrfache von 3% mit 32,3% überboten. An sonnigen Werktagen kann PV-Strom zeitweise 35% und an Sonn- und Feiertagen bis zu 50% unseres momentanen Strombedarfs decken. Übers Jahr in 2016 waren das 38,3 TWh - was bereits ~7,4% des Netto-Stromverbrauchs Deutschlands ausmacht und damit den Exportbetrag von Primärenergie um 6,66 Milliarden €uro reduziert hat. Das diese Form der Generierung auch das ~0,7fache des sonst unvevermeidlich anfallenden CO2 reduziert hat, wird ebenfalls gerne unterschlagen.

Nun ja, wer es mit eingefleischten Gegnern EE zu tun hat, kann auf Logik eher nicht hoffen... :rolleyes:
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 4066
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37

Re: Wirksame Strategien um mit EE die "Energiewende" schadlos herbeizuführen

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 23. Nov 2017, 12:48

Man sollte schauen, einen Schritt vor dem anderen zu tun. Man könnte zugleich von Kohle auf Gas wechseln, runtergeregelte Gasturbinen hat es reichlich, bei peaks ee direkt nutzen, bei Schwachphasen einen Mix aus Biogas, EE-Wasserstoff und Erdgas. Zuhause Batterien wo sinnvoll.
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.

Zurück zu „42. Energie - Umweltschutz“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste