Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Julian » Mo 30. Okt 2017, 22:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(30 Oct 2017, 22:32)

Der Polizei waren keine Probleme bekannt.

http://m.fr.de/frankfurt/absage-eines-v ... 5.amp.html


Du weißt immer noch nicht, wie Zensur funktioniert. Ein ganz wesentlicher Faktor ist die Angst. Man passt sich dem gesellschaftlichen Klima an. Deswegen sagen ja auch viele nichts mehr Negatives über den Islam. Wer möchte denn schon den Kopf abgeschnitten bekommen?

Dass die Polizei einen im Zweifelsfall nicht schützen kann (oder nicht schützen will), ist doch klar. Das musste ja selbst der Freund der vergewaltigten Frau in der Siegaue feststellen, als die Leitstelle seinen Notruf gar nicht ernst nahm und sich über seine Not sogar noch lustig machte. Vielleicht hat man ihn ja auch als Rassisten eingeordnet, weil er so betonte, dass ein Schwarzer im Begriff war, seine Freundin zu vergewaltigen.

Im perfekten totalitären Staat ist gar nicht mehr viel Gewalt notwendig. Es reicht die Androhung, und schließlich braucht sogar gar nicht mehr gedroht werden. Jeder weiß es ja.

So weit sind wir natürlich noch lange nicht. Aber die Mechanismen, die am Werk sind, kann man schon jetzt beobachten.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon imp » Mo 30. Okt 2017, 22:55

Jetzt hebst du endgültig mit der Reichsflugscheibe ab. Die Bundesrepublik hat keine Zensur undnist kein totalitärer Staat. Es wird hier bekannten Islamkritikern wie Steinfeld oder Kelek nicht der Kopf abgeschnitten. Die Tatsache, dass du hier im Forum und andere in Compact & co blühenden Unsinn straffrei verbreiten können, zeigt, dass wie hier keine Zensur in Deutschland haben.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Julian » Mo 30. Okt 2017, 23:21

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(30 Oct 2017, 22:55)

Jetzt hebst du endgültig mit der Reichsflugscheibe ab. Die Bundesrepublik hat keine Zensur undnist kein totalitärer Staat. Es wird hier bekannten Islamkritikern wie Steinfeld oder Kelek nicht der Kopf abgeschnitten. Die Tatsache, dass du hier im Forum und andere in Compact & co blühenden Unsinn straffrei verbreiten können, zeigt, dass wie hier keine Zensur in Deutschland haben.


Es gibt unterschiedliche Aspekte der Meinungsfreiheit. Ich nehme vielleicht einmal die USA als Beispiel, in der Hoffnung, damit weniger Emotionen zu wecken.

Die USA hat ein sehr weit gehendes Verständnis von Meinungsfreiheit, bzw. freedom of speech. Das ist überhaupt kein Vergleich mit den deutschen, doch sehr beengten Vorstellungen. Dennoch ist die Meinungsfreiheit in den USA an manchen Orten bedroht: An den Universitäten breitet sich ein intoleranter Geist aus, der durch safe spaces und social justice warriors geprägt ist. Das ist dort teilweise wirklich die Hölle. Gerade dort, wo Freiheit der Rede und der freie Austausch von Ideen seinen Platz haben sollte, sind diese bedroht.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon imp » Mo 30. Okt 2017, 23:31

Julian hat geschrieben:(30 Oct 2017, 23:21)

Es gibt unterschiedliche Aspekte der Meinungsfreiheit. Ich nehme vielleicht einmal die USA als Beispiel, in der Hoffnung, damit weniger Emotionen zu wecken.

Die USA hat ein sehr weit gehendes Verständnis von Meinungsfreiheit, bzw. freedom of speech. Das ist überhaupt kein Vergleich mit den deutschen, doch sehr beengten Vorstellungen. Dennoch ist die Meinungsfreiheit in den USA an manchen Orten bedroht: An den Universitäten breitet sich ein intoleranter Geist aus, der durch safe spaces und social justice warriors geprägt ist. Das ist dort teilweise wirklich die Hölle. Gerade dort, wo Freiheit der Rede und der freie Austausch von Ideen seinen Platz haben sollte, sind diese bedroht.

Offenbar lebst du da in einer Illusion.

Freedom of speech ist ein Schutzrecht des Bürgers gegen die Regierung, keine Eintrittskarte für radikale Redner in eine Uni oder deinen Vorgarten.

http://caselaw.findlaw.com/us-supreme-court/249/47.html

It well may be that the prohibition of laws abridging the freedom of speech is not confined to previous restraints, although to prevent them may have been the [249 U.S. 47, 52] main purpose, as intimated in Patterson v. Colorado, 205 U.S. 454, 462 , 27 S. Sup. Ct. 556, 51 L. ed. 879, 10 Ann. Cas. 689. We admit that in many places and in ordinary times the defendants in saying all that was said in the circular would have been within their constitutional rights. But the character of every act depends upon the circumstances in which it is done. Aikens v. Wisconsin, 195 U.S. 194, 205 , 206 S., 25 Sup. Ct. 3. The most stringent protection of free speech would not protect a man in falsely shouting fire in a theatre and causing a panic. It does not even protect a man from an injunction against uttering words that may have all the effect of force. Gompers v. Buck's Stove & Range Co., 221 U.S. 418, 439 , 31 S. Sup. Ct. 492, 55 L. ed. 797, 34 L. R. A. (N. S.) 874. The question in every case is whether the words used are used in such circumstances and are of such a nature as to create a clear and present danger that they will bring about the substantive evils that Congress has a right to prevent. It is a question of proximity and degree. When a nation is at war many things that might be said in time of peace are such a hindrance to its effort that their utterance will not be endured so long as men fight and that no Court could regard them as protected by any constitutional right. It seems to be admitted that if an actual obstruction of the recruiting service were proved, liability for words that produced that effect might be enforced.


Niemand kann einen Auftritt erzwingen, wo er nicht erwünscht ist. Auch in USA nicht.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Julian » Di 31. Okt 2017, 00:00

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(30 Oct 2017, 23:31)

Offenbar lebst du da in einer Illusion.

Freedom of speech ist ein Schutzrecht des Bürgers gegen die Regierung, keine Eintrittskarte für radikale Redner in eine Uni oder deinen Vorgarten.

http://caselaw.findlaw.com/us-supreme-court/249/47.html

(...)


Niemand kann einen Auftritt erzwingen, wo er nicht erwünscht ist. Auch in USA nicht.


Selbstverständlich ist free speech und ihre Einschränkung ein wichtiges Thema an amerikanischen (und auch britischen) Universitäten. Und diese Welle schwappt seit einiger Zeit auch nach Deutschland.

Attorney General Jeff Sessions attacked American colleges and universities Tuesday for being “politically correct,” infringing on students’ free-speech rights and capitulating to the demands of loud protesters.

In a speech at Georgetown University Law Center — where dozens of students gathered to protest — Sessions cited a study that surveyed 450 colleges and universities and found that 40 percent have codes that “substantially infringe on constitutionally protected speech.”

“Freedom of thought and speech on the American campus are under attack,” Sessions said. “The American university was once the center of academic freedom — a place of robust debate. But it is transforming into an echo chamber of political correctness and homogenous thought, a shelter for fragile egos.”

https://www.washingtonpost.com/world/na ... 36a355d3e5

Suppression of freedom of speech in universities is "one of the greatest problems of our time", a former chancellor has warned.

Lord Lawson, who led a Conservative campaign for Brexit, said that political correctness is a “great blight of our age”, adding students often have their way because of "totally supine" university authorities.

"Safe space" and "no platform" movements have swept across campuses including a campaigns to ban certain speakers who are deemed offensive.

http://www.telegraph.co.uk/education/20 ... wson-says/

Aber wahrscheinlich sind Sessions und Lawson eben auch nur Rassisten und Nazis.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon imp » Di 31. Okt 2017, 00:07

Julian hat geschrieben:(31 Oct 2017, 00:00)

Selbstverständlich ist free speech und ihre Einschränkung ein wichtiges Thema an amerikanischen (und auch britischen) Universitäten. Und diese Welle schwappt seit einiger Zeit auch nach Deutschland.


https://www.washingtonpost.com/world/na ... 36a355d3e5


http://www.telegraph.co.uk/education/20 ... wson-says/

Aber wahrscheinlich sind Sessions und Lawson eben auch nur Rassisten und Nazis.

Du missverstehst das Problem. Universität ist kein Onlineforum, wo jeder irgendwas loslassen kann. Und selbst dieses gibt sich noch regeln und schmeißt Beiträge und Autoren nach eigener Maßgabe raus. Es gibt kein Recht darauf, überall seinen Senf loszulassen. Freedom of speech ist ein Abwehrrecht gegen die Regierung. Dieses Forum ist nicht die Regierung und die Goethe-Uni auch nicht.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Julian » Di 31. Okt 2017, 00:23

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 Oct 2017, 00:07)

Du missverstehst das Problem. Universität ist kein Onlineforum, wo jeder irgendwas loslassen kann. Und selbst dieses gibt sich noch regeln und schmeißt Beiträge und Autoren nach eigener Maßgabe raus. Es gibt kein Recht darauf, überall seinen Senf loszulassen. Freedom of speech ist ein Abwehrrecht gegen die Regierung. Dieses Forum ist nicht die Regierung und die Goethe-Uni auch nicht.


Du hast es immer noch nicht verstanden. Eine Professorin, damit Vertreterin der Universität, wollte, dass Herr Wendt einen Vortrag hält. Die Ausladung erfolgte aus Angst vor Gewalt und Repressalien. Das hat nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, dass nicht jeder Hinz und Kunz einen Vortrag an einer Universität halten kann. Ist das so schwer zu verstehen?
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Schnitter » Di 31. Okt 2017, 00:42

Julian hat geschrieben:(31 Oct 2017, 00:00)
Aber wahrscheinlich sind Sessions und Lawson eben auch nur Rassisten und Nazis.


Da kommen einem ja echt die Tränen.

Die beiden hätten gerne dass an Universitäten halt auch "alternative Wahrheiten" wie der Klimaleugner-Stuss und andere Aluhut-Scheiße verbreitet werden dürfen. Die Wissenschaftler fassen sich an den Kopf und jagen die Typen vom Campus.

Die Meinungsfreiheit ist in Gefahr :D
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon imp » Di 31. Okt 2017, 06:12

Schnitter hat geschrieben:(31 Oct 2017, 00:42)

Da kommen einem ja echt die Tränen.

Die beiden hätten gerne dass an Universitäten halt auch "alternative Wahrheiten" wie der Klimaleugner-Stuss und andere Aluhut-Scheiße verbreitet werden dürfen. Die Wissenschaftler fassen sich an den Kopf und jagen die Typen vom Campus.

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Ist doch egal. In USA ist die Meinungsfreiheit so weitgehend, dass man überall und folgenlos "Bombe" rufen kann. Nicht.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Julian » Di 31. Okt 2017, 10:25

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 Oct 2017, 06:12)

Ist doch egal. In USA ist die Meinungsfreiheit so weitgehend, dass man überall und folgenlos "Bombe" rufen kann. Nicht.


Unsinn. Natürlich hat die Meinungsfreiheit Grenzen. Diese sind aber in der Verfassung der USA deutlich weniger eng als in Deutschland. Deswegen ist es ja auch so absurd, dass nun durch die Hintertür die Meinungsfreiheit so sehr beschränkt wird und dies gerade an Universitäten geschieht, also Orten, wo ein Austausch von Ideen stattfinden sollte.

Bestreitest du, dass die Meinungsfreiheit in den USA weiter gefasst ist als in Deutschland? Bestreitest du, dass die Meinungsfreiheit an amerikanischen Universitäten aktuell heiß diskutiert wird, und dass dies mit Begriffen wie safe spaces und social justice warriors zu tun hat? Und dass es die Linken sind, die auf einer Einschränkung der Meinungsfreiheit bestehen?

Wenn du das verstanden hast, musst du nur noch die Verbindung zu den Vorgängen an der Humboldt-Universität (z.B. um den Historiker Jörg Baberowski) oder zum Titel dieses Fadens ziehen.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon imp » Di 31. Okt 2017, 11:25

Julian hat geschrieben:(31 Oct 2017, 10:25)

Unsinn. Natürlich hat die Meinungsfreiheit Grenzen. Diese sind aber in der Verfassung der USA deutlich weniger eng als in Deutschland. Deswegen ist es ja auch so absurd, dass nun durch die Hintertür die Meinungsfreiheit so sehr beschränkt wird und dies gerade an Universitäten geschieht, also Orten, wo ein Austausch von Ideen stattfinden sollte.

Bestreitest du, dass die Meinungsfreiheit in den USA weiter gefasst ist als in Deutschland? Bestreitest du, dass die Meinungsfreiheit an amerikanischen Universitäten aktuell heiß diskutiert wird, und dass dies mit Begriffen wie safe spaces und social justice warriors zu tun hat? Und dass es die Linken sind, die auf einer Einschränkung der Meinungsfreiheit bestehen?

Wenn du das verstanden hast, musst du nur noch die Verbindung zu den Vorgängen an der Humboldt-Universität (z.B. um den Historiker Jörg Baberowski) oder zum Titel dieses Fadens ziehen.

Auch in hundertster Wiederholung wird dein Märchen nicht wahr, dass Unis Klimaleugnern oder Propagandisten wie Wendt ein Forum bieten müssen. Nicht in USA, nicht hier.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Julian » Di 31. Okt 2017, 11:30

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 Oct 2017, 11:25)

Auch in hundertster Wiederholung wird dein Märchen nicht wahr, dass Unis Klimaleugnern oder Propagandisten wie Wendt ein Forum bieten müssen. Nicht in USA, nicht hier.


Wer ist denn eine Universität? Die in der Antifa organisierten Studenten? Der linksliberale Teil der Professorenschaft? Es geht darum, dass Wissenschaftler an Universitäten gar nicht mehr bestimmte Leute einladen können, weil sie Angst vor Repressalien und Gewalt haben. Das heißt, die Universität, vertreten durch einen bestimmten Professor, möchte, kann aber nicht, weil die Meinungsfreiheit nicht mehr gegeben ist.

Im vorliegenden Fall wollte die einladende Professorin, dass Wendt einen Vortrag hält; sie, als Vertreterin der Universität, wollte Wendt also ein Forum bieten. Die Linksradikalen wollten das allerdings nicht, weil sie für sie jede Meinung, die von der ihrigen abweicht, faschistisch und rassistisch ist und deswegen nicht geäußert werden darf. Aus Angst vor diesen Extremisten, und keinesfalls als Ausfluss einer freien Entscheidung, kam es zur Ausladung Wendts.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon imp » Di 31. Okt 2017, 12:24

Julian hat geschrieben:(31 Oct 2017, 11:30)

Wer ist denn eine Universität? Die in der Antifa organisierten Studenten? Der linksliberale Teil der Professorenschaft? Es geht darum, dass Wissenschaftler an Universitäten gar nicht mehr bestimmte Leute einladen können, weil sie Angst vor Repressalien und Gewalt haben. Das heißt, die Universität, vertreten durch einen bestimmten Professor, möchte, kann aber nicht, weil die Meinungsfreiheit nicht mehr gegeben ist.

Das wurde nun mehrfach widerlegt.
Es wurden mehrere Referenten ausgeladen, nicht nur dein Vorzeige-Abkassierer. Mit Samuel Schirmbeck, Rayk Hähnlein und Saïda Keller-Messahli sind Vertreter sehr unterschiedlicher Standpunkte eingeladen. Mit Frank Tempel spricht zudem ein - im Gegensatz zu Wendt - echter Polizist, der nur für die Dauer seines Bundestagsmandates beurlaubt ist.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon frems » Di 31. Okt 2017, 12:40

Julian hat geschrieben:(31 Oct 2017, 10:25)
Natürlich hat die Meinungsfreiheit Grenzen. Diese sind aber in der Verfassung der USA deutlich weniger eng als in Deutschland.

Auch dort gilt: https://pbs.twimg.com/media/C2JblHuWIAAkWdT.jpg

Meinungsfreiheit oder sonstige Freiheiten bedeuten nicht Pflichten, wonach alles sich nach den emotionalen Wehwehchen von Julian auszurichten haben, der sich sofort unterdrückt und verfolgt fühlt (!), wenn jemand Kritik an seinen Parolen oder von ihm vergötterten Pappnasen (ups!) übt. Damit musst Du Dich halt abfinden, solange Eure herbeiphantasierte Machtergreifung nicht umgesetzt wurde. Sorry. Was da Holger Arppe und co. vorschwebt, wissen wir ja.

Bestreitest du, dass die Meinungsfreiheit an amerikanischen Universitäten aktuell heiß diskutiert wird, und dass dies mit Begriffen wie safe spaces und social justice warriors zu tun hat?

Zur Zeit wünschst Du Dir ja einen Safe Space bzw. eine Komfortzone, wo einem immer alles recht gemacht wird und niemand es auch nur wagt, Kritik an Nazis zu üben. Blöderweise hast auch Du nicht verstanden, was Meinungsfreiheit bedeutet. Und sie bedeutet nicht, dass Braunen oder sonstwem zu jeder Zeit eine Plattform geboten werden muss. Mir ist schon klar, dass Du Dir eine geile Sportpalastrede wünschst, um euphorisch klatschend einen inneren Reichsparteitag zu kriegen. Aber das müssen die Agitatoren dann im Zweifel selbst organisieren. Und falls Du nun wieder wehleidig weinen willst: nein, auch hier hat kein privater Anbieter von Räumen die Pflicht, jeder skurrilen Gruppierung einen Platz zur Verfügung zu stellen. Das entscheidet das Individuum, welches es in Deiner kollektivistischen, antiliberalen Welt nicht gibt, selbst. Genau so kann jede Einzelperson Dir mitteilen, dass sie Deine braune Soße erst gar nicht hören will. Das ist nämlich auch Meinungsfreiheit, so sehr Ihr Freiheiten Andersdenkender auch hasst und verachtet, was man ja beim tagtäglichen Rant erleben darf, ob gegen Pressevertreter oder Demonstranten. Immer gleich Mimimi, obwohl man vorher am lautesten verbal über den Stammtisch kotzte. So langsam nervt diese heuchlerische Doppelmoral.

Wenn du das verstanden hast, musst du nur noch die Verbindung zu den Vorgängen an der Humboldt-Universität (z.B. um den Historiker Jörg Baberowski) oder zum Titel dieses Fadens ziehen.

Einzelfall. Kannste genauso die TU Berlin heranziehen: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/r ... 94659.html

Machste aber natürlich nicht, weil Du in einer antiwissenschaftlichen, kleinen Medienblase leben willst, in die Du Dich mit viel Engagement hereingesteigert hast und bekanntlich sämtliche Fakten ignorierst, die dem verschrobenen Weltbild widersprechen. Wie aus der Vorzeigekaderschule. Den Historiker hätten Leute wie Du ja gar nicht gekannt, wenn er nicht von Linken kritisiert worden wäre. Affektheuristik halt. Aber der Begriff sagt Dir sicherlich nichts. Nicht so schlimm, genau wie die Absage von Wendts Hasspredigt.
Labskaus!

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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Julian » Di 31. Okt 2017, 12:57

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 Oct 2017, 12:24)

Das wurde nun mehrfach widerlegt.
Es wurden mehrere Referenten ausgeladen, nicht nur dein Vorzeige-Abkassierer. Mit Samuel Schirmbeck, Rayk Hähnlein und Saïda Keller-Messahli sind Vertreter sehr unterschiedlicher Standpunkte eingeladen. Mit Frank Tempel spricht zudem ein - im Gegensatz zu Wendt - echter Polizist, der nur für die Dauer seines Bundestagsmandates beurlaubt ist.



Mir passiert es immer öfter hier, dass ich aus Quellen belegbare Fakten anführe, und dann mit der Behauptung konfrontiert werde, diese seien ja widerlegt - natürlich ohne Angaben von Quellen. Oder die Fakten werden nicht wahrgenommen, oder es wird behauptet, ich hätte nie quellenbelegte Fakten gebracht.

Wenn du also andere Informationen zur Absage der Veranstaltung hast als sie mir zur Verfügung stehen, bitte ich um Nachweis von Quellen. Ich bin durchaus bereit, meine Meinung, meine Einschätzung zu ändern, wenn mir überzeugende Argumente gebracht werden. Wichtig ist mir auch eine Quellenkritik; was wird dort behauptet, mit welchem möglichen Interesse, und wie verlässlich ist die Quelle? Lässt sich daraus direkt oder nur indirekt auf dahinterstehende Vorgänge schließen?

Mein bisheriger Wissensstand speist sich beispielsweise aus folgenden Quellen:

Aus einer Meldung vom 27.10.2017 aus der Frankfurter Rundschau, einer Zeitung, die politisch weit links steht:

Das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) hatte Wendt für den gestrigen Donnerstag zu einem Vortrag mit dem Titel „Polizeialltag in der Einwanderungsgesellschaft“ eingeladen, die Veranstaltung aber Anfang der Woche abgesagt. Ein Mitarbeiter der Ethnologin Susanne Schröter, die das FFGI leitet, hatte die Absage gegenüber der FR mit der inhaltlichen Ausrichtung der Vortragsreihe begründet. Politische Gründe für die Ausladung gebe es keine. Auch der Offene Brief, in dem mehr als 60 Wissenschaftler gefordert hatten, Wendt etwa wegen der Förderung „rassistischer Denkstrukturen“ wieder auszuladen, habe keine Rolle gespielt. Die DPolG hatte der FR dagegen gesagt, das FFGI habe die Absage in einer E-Mail an Wendt mit Sicherheitsbedenken begründet. Man befürchte, dass linke Aktivisten den Vortrag stören könnten. Eine FR-Anfrage an das FFGI zu dieser E-Mail blieb auch am Donnerstag unbeantwortet.

http://www.fr.de/frankfurt/rainer-wendt ... -a-1375961

Aus einer aktuelleren Meldung aus der Frankfurter Neuen Presse, einer Zeitung, die als eher konservativ gilt:

Aus Angst vor einer „Eskalation wie auf der Buchmesse“, hätte sie sich gemeinsam mit ihren Mitarbeitern für die kurzfristige Ausladung Rainer Wendts entschieden, erklärt Susanne Schröter im Nachhinein. Die Ethnologie-Professorin leitet das Forschungszentrum Globaler Islam an der Goethe-Universität Frankfurt. Dort sollte Wendt, der talkshowerprobte Beamtenvertreter, seine Gedanken zum „Polizeialltag in der Einwanderungsgesellschaft“ zum Besten geben. Anschließend hätte darüber diskutiert werden sollen. Doch weil Schröter Proteste von Linken fürchtete, sagte sie die öffentliche Veranstaltung kurzerhand ab. Eigentlich sollte das diskret geschehen, doch daraus wurde nichts.

Nun ist eine Diskussion über Rede- und Meinungsfreiheit an der Universität entbrannt. Und Schröter selbst bezieht dabei klar Position: „Wir müssen diese Debatte dringend führen. Ich möchte nicht, dass es bei uns wie in den USA oder an der Humboldt-Universität in Berlin zugeht, wo Dozierende die Schere im Kopf haben und kontroverse Positionen vermeiden.“ Kleine Gruppen würden versuchen, ihre Zensurforderungen mit Druck durchzusetzen.

Polizei wusste nichts

Woher der Druck im Fall Wendt genau kam, ist undurchsichtig. Schröter spricht von „außeruniversitären linken Kreisen“, die allergisch auf die Vortragsankündigung reagiert hätten. Dies sei ihr aus verlässlicher Quelle zugetragen worden, sagt sie, wird aber auch auf Nachfrage nicht konkreter. Aus Polizeikreisen heißt es: „Uns war keine Bedrohungslage bekannt. Wir haben von der Veranstaltung erst erfahren, als wir von der Absage gelesen haben.“ Normalerweise nehme die Universität in solchen Situationen im Vorfeld Kontakt mit der Polizei auf.

Vielleicht spielten also nicht nur Sicherheitsbedenken eine Rolle, sondern auch der Druck aus eigenen akademischen Reihen. Rund 60 Wissenschaftler aus Frankfurt hatten am Montag einen offenen Brief an Schröter geschrieben. Darin warfen sie Wendt Rassismus vor und forderten eine Absage der Veranstaltung. Erst danach erhielt Wendt die Ausladung. Er ging an die Öffentlichkeit und kritisierte: „Das Opfer ist die Meinungsfreiheit.“

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Aus ... 75,2809159

Hier haben wir also zum einen eine aktuellere Quelle, zum anderen wird auch direkt die einladende Professorin, und nicht nur etwa ein anonymer Mitarbeiter, zitiert. Und dieses Zitat ist vereinbar mit dem, was Kreise um Rainer Wendt verlauten lassen.

Außerdem erscheint die Argumentation schlüssig und auch vereinbar mit dem, worüber die Frankfurter Rundschau berichtet. Die Frankfurter Rundschau hat eben im wesentlichen über die Nebelkerze berichtet, die von einem Mitarbeiter geworfen wurde, und zwar in der Absicht, die Sache diskret zu behandeln (siehe kursiv gesetzten Satz oben in der Quelle). Das ist sicherlich auch vereinbar mit der linken Haltung der Frankfurter Rundschau, die nur allzu gerne solche ganz offensichtlichen Ausreden akzeptiert.

Also, hast du andere Quellen? Inwiefern ist meine Mutmaßung, die Ausladung sei aus Angst vor linker Gewalt und Repressalien erfolgt, widerlegt? Vielleicht wartet die Frankfurter Rundschau ja immer noch auf eine E-Mail der betroffenen Professorin, dabei könnten sie doch einfach im lokalen Konkurrenzblatt nachlesen, was diese zur Angelegenheit sagt.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Julian » Di 31. Okt 2017, 13:23

frems hat geschrieben:(31 Oct 2017, 12:40)

Auch dort gilt: https://pbs.twimg.com/media/C2JblHuWIAAkWdT.jpg

Meinungsfreiheit oder sonstige Freiheiten bedeuten nicht Pflichten, wonach alles sich nach den emotionalen Wehwehchen von Julian auszurichten haben, der sich sofort unterdrückt und verfolgt fühlt (!), wenn jemand Kritik an seinen Parolen oder von ihm vergötterten Pappnasen (ups!) übt. Damit musst Du Dich halt abfinden, solange Eure herbeiphantasierte Machtergreifung nicht umgesetzt wurde. Sorry. Was da Holger Arppe und co. vorschwebt, wissen wir ja.


Was ist Meinungsfreiheit?

Wir sind uns wohl einig darin, dass die Meinungsfreiheit in folgendem Fall berührt ist: Die Regierung eines Staates lässt Menschen, die Kritik an der Regierung übten - beispielsweise Journalisten - inhaftieren, oder lässt Schlägertrupps auf sie los. Beispiel dafür wären einige aktuelle Vorgänge in der Türkei.

Ist die Meinungsfreiheit auch dann berührt, wenn eine satirische Zeitung Dinge veröffentlicht, die einer Gruppe von Menschen unangemessen erscheinen, und dann Menschen aus dieser Gruppe heraus einige der Satiriker tötet? Immerhin hat das ja offenbar gar nichts mit dem Staat zu tun, denn nicht der Staat hat den Satirikern verboten, sich zu äußern. Ist trotzdem die Meinungsfreiheit bedroht in solch einem Fall? Natürlich spiele ich hier auf das Attentat auf Charlie Hebdo im Januar 2015 an.

Die beiden Beispiele lassen sich variieren. So ist das Attentat auf Charlie Hebdo eine extreme Tat. Allerdings geht es auch subtiler, indem beispielsweise nur das Auto abgefackelt wird, oder das eigene Haus entglast wird. Oder indem Verleumdungen und Diffamierungen gestreut werden, die einem beruflich oder persönlich schaden können.

frems hat geschrieben:(31 Oct 2017, 12:40)
Zur Zeit wünschst Du Dir ja einen Safe Space bzw. eine Komfortzone, wo einem immer alles recht gemacht wird und niemand es auch nur wagt, Kritik an Nazis zu üben. Blöderweise hast auch Du nicht verstanden, was Meinungsfreiheit bedeutet. Und sie bedeutet nicht, dass Braunen oder sonstwem zu jeder Zeit eine Plattform geboten werden muss. Mir ist schon klar, dass Du Dir eine geile Sportpalastrede wünschst, um euphorisch klatschend einen inneren Reichsparteitag zu kriegen. Aber das müssen die Agitatoren dann im Zweifel selbst organisieren. Und falls Du nun wieder wehleidig weinen willst: nein, auch hier hat kein privater Anbieter von Räumen die Pflicht, jeder skurrilen Gruppierung einen Platz zur Verfügung zu stellen. Das entscheidet das Individuum, welches es in Deiner kollektivistischen, antiliberalen Welt nicht gibt, selbst. Genau so kann jede Einzelperson Dir mitteilen, dass sie Deine braune Soße erst gar nicht hören will. Das ist nämlich auch Meinungsfreiheit, so sehr Ihr Freiheiten Andersdenkender auch hasst und verachtet, was man ja beim tagtäglichen Rant erleben darf, ob gegen Pressevertreter oder Demonstranten. Immer gleich Mimimi, obwohl man vorher am lautesten verbal über den Stammtisch kotzte. So langsam nervt diese heuchlerische Doppelmoral.


Ich zitiere das mal hier zu Dokumentationszwecken. Verstehe mich richtig, ich bin der Meinung, dass du solch einen Stuss hier gerne schreiben darfst. Dennoch behalte ich mir vor, diesen Stuss zurückzuweisen und ihn als beleidigend und diffamierend zu bezeichnen, insbesondere die fett hervorgehobenen Passagen.

Nein, ich wünsche mir keine Komfortzone, sondern eine sachliche politische Auseinandersetzung, in der Argumente ausgetauscht und diskutiert werden. Offenbar kommst du damit nicht zurecht, zumindest nicht auf einer sachlichen Ebene, deswegen musst du zu den zitierten Beleidigungen greifen. Das ist schlechter Stil.

Habe ich schon geschrieben, wie sehr ich totalitäre Regime verachte, darunter an erster Stelle den Nationalsozialismus? Zweifelst du daran, dass ich die Anzettelung von Kriegen, die Planung und Durchführung von Völkermorden verurteile, ja verachte? Mit welcher Begründung erlaubst du dir, mich hier als Nazi zu diffamieren? Welche meiner Äußerungen könnte auch nur annähernd einen solchen schweren Verdacht rechtfertigen?

Dass Meinungsfreiheit nicht nur mit den Rechten des Individuums gegen den Staat, sondern auch mit Rechten des Individuums gegen andere Individuen zu tun hat, habe ich ja schon oben dargelegt.

frems hat geschrieben:(31 Oct 2017, 12:40)
Einzelfall. Kannste genauso die TU Berlin heranziehen: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/r ... 94659.html

Machste aber natürlich nicht, weil Du in einer antiwissenschaftlichen, kleinen Medienblase leben willst, in die Du Dich mit viel Engagement hereingesteigert hast und bekanntlich sämtliche Fakten ignorierst, die dem verschrobenen Weltbild widersprechen. Wie aus der Vorzeigekaderschule. Den Historiker hätten Leute wie Du ja gar nicht gekannt, wenn er nicht von Linken kritisiert worden wäre. Affektheuristik halt. Aber der Begriff sagt Dir sicherlich nichts. Nicht so schlimm, genau wie die Absage von Wendts Hasspredigt.


Was soll ich damit anfangen? Habe ich nicht selbst den Fall Jörg Baberowski ins Spiel gebracht? Wo ist nun dein Argument? Ich verstehe leider nicht, was du sagen willst. Ich habe den Fall Baberowski ins Spiel gebracht als ein weiteres Beispiel für den Willen linker Kreise, die Meinungsfreiheit an Universitäten zu beschneiden. Damit befinde ich mich im übrigens in guter Gesellschaft; ausgerechnet die Professorin, die Herrn Wendt eingeladen hatte, hatte ja auch in diese Richtung argumentiert.

Ansonsten empfehle ich dir, dich näher mit dem vorliegenden Fall zu beschäftigen. Falls du das tun solltest, wirst du feststellen, dass Herr Wendt sehr wahrscheinlich ausgeladen wurde, weil die einladende Professorin Angst vor linker Gewalt und vor linken Repressalien hatte. Wie ich oben anführte, ist damit meiner Meinung nach sehr wohl die Meinungsfreiheit tangiert.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon imp » Di 31. Okt 2017, 13:28

Es passiert dir hier öfter, dass man deinen Holzweg erklärt und du aber weiter dein Zeug behaupten willst. Das ist natürlich bitter. Damit musst du leben. Blättere einfach zurück, da steht schon alles.

Wenn du eine Ausladung durch einen Veranstalter nicht unterscheiden kannst von Zensur, also der staatlichen Verhinderung einer Veröffentlichung, dann musst du deine Grundbegriffe schärfen. Meinungsfreiheit ist nicht das Recht, folgenlos oder an einem konkreten Ort irgendwas zu behaupten und Zensur ist nicht jede Absage an einen Vortrag.
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon frems » Di 31. Okt 2017, 13:47

Julian hat geschrieben:(31 Oct 2017, 13:23)

Was ist Meinungsfreiheit?

Wir sind uns wohl einig darin, dass die Meinungsfreiheit in folgendem Fall berührt ist: Die Regierung eines Staates lässt Menschen, die Kritik an der Regierung übten - beispielsweise Journalisten - inhaftieren, oder lässt Schlägertrupps auf sie los. Beispiel dafür wären einige aktuelle Vorgänge in der Türkei.

Ja.

Ist die Meinungsfreiheit auch dann berührt, wenn eine satirische Zeitung Dinge veröffentlicht, die einer Gruppe von Menschen unangemessen erscheinen, und dann Menschen aus dieser Gruppe heraus einige der Satiriker tötet? Immerhin hat das ja offenbar gar nichts mit dem Staat zu tun, denn nicht der Staat hat den Satirikern verboten, sich zu äußern. Ist trotzdem die Meinungsfreiheit bedroht in solch einem Fall? Natürlich spiele ich hier auf das Attentat auf Charlie Hebdo im Januar 2015 an.

Kunst- und Pressefreiheit sind nochmal was anderes. Bleiben wir doch erstmal dabei, Dir die Meinungsfreiheit zu erklären. Offensichtlich ist Dir noch nicht einmal bekannt, was eine Meinung überhaupt ist. Ziemlich schockierend. Und Du bist wirklich schon über 27 Jahre in Deutschland?

Die beiden Beispiele lassen sich variieren. So ist das Attentat auf Charlie Hebdo eine extreme Tat. Allerdings geht es auch subtiler, indem beispielsweise nur das Auto abgefackelt wird, oder das eigene Haus entglast wird. Oder indem Verleumdungen und Diffamierungen gestreut werden, die einem beruflich oder persönlich schaden können.

Wieder eine andere Baustelle.

Ich zitiere das mal hier zu Dokumentationszwecken. Verstehe mich richtig, ich bin der Meinung, dass du solch einen Stuss hier gerne schreiben darfst. Dennoch behalte ich mir vor, diesen Stuss zurückzuweisen und ihn als beleidigend und diffamierend zu bezeichnen, insbesondere die fett hervorgehobenen Passagen.

Ich sag ja, Du brauchst eine Komfortzone. Schön bölken, die politische Korrektheit gehöre auf den Scheiterhaufen der Geschichte, aber sofort sensibel herumweinen, wenn jemand ein Wort benutzt, das Dir nicht gefällt, während Du auf den Kern der Aussagen gar nicht eingehen kannst, sondern Dich an einzelnen Begrifflichkeiten abarbeitest. Du wirst nur damit leben müssen, dass man sich von Dir nicht diktieren lässt, wie man zu sprechen bzw. schreiben hat.

Habe ich schon geschrieben, wie sehr ich totalitäre Regime verachte, darunter an erster Stelle den Nationalsozialismus?

Kann sein. So wie Du auch schriebst, Du seist kein Rassist, aber würdest um jede südländisch aussehende Person immer einen großen Bogen machen. Oder als Du sagtest, Du seist Akademiker, aber schon mit Stochastik der Mittelstufe auf Kriegsfuß standest. Was man von den Aussagen dann jeweils zu halten hat, kann sich ja jeder User selbst denken.

Zweifelst du daran, dass ich die Anzettelung von Kriegen, die Planung und Durchführung von Völkermorden verurteile, ja verachte? Mit welcher Begründung erlaubst du dir, mich hier als Nazi zu diffamieren? Welche meiner Äußerungen könnte auch nur annähernd einen solchen schweren Verdacht rechtfertigen?

Ich hab Dich gar nicht direkt als Nazi bezeichnet. Dass Dich das N-Wort so sehr erregt, ist nicht mein Problem.

Dass Meinungsfreiheit nicht nur mit den Rechten des Individuums gegen den Staat, sondern auch mit Rechten des Individuums gegen andere Individuen zu tun hat, habe ich ja schon oben dargelegt.

Das hast Du nicht dargelegt, sondern behauptet. Die Meinungsfreiheit schützt Dich nicht davor, dass Du Meinungen zu hören kriegst, die Dir nicht gefallen. Du hast das Konzept bis heute nicht kapiert. Schau Dir doch noch den Comic an, sofern Du der englischen Sprache mächtig bist. Ist extra für Leute Deiner Art.

Was soll ich damit anfangen? Habe ich nicht selbst den Fall Jörg Baberowski ins Spiel gebracht? Wo ist nun dein Argument? Ich verstehe leider nicht, was du sagen willst. Ich habe den Fall Baberowski ins Spiel gebracht als ein weiteres Beispiel für den Willen linker Kreise, die Meinungsfreiheit an Universitäten zu beschneiden. Damit befinde ich mich im übrigens in guter Gesellschaft; ausgerechnet die Professorin, die Herrn Wendt eingeladen hatte, hatte ja auch in diese Richtung argumentiert.

Hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Wenn jemand einem Professor nachstalkt oder Unwahrheiten über ihn im Netz verbreitet, liegen da andere Fälle vor. Es war halt sehr peinlich, gerade Baberowskis Auftreten an einer Uni herauszupicken und damit über "die Universitäten" sagen zu wollen, wenn es wenige Kilometer entfernt ganz anders ablief. Aber sowas siehst Du halt nicht.

Ansonsten empfehle ich dir, dich näher mit dem vorliegenden Fall zu beschäftigen. Falls du das tun solltest, wirst du feststellen, dass Herr Wendt sehr wahrscheinlich ausgeladen wurde, weil die einladende Professorin Angst vor linker Gewalt und vor linken Repressalien hatte. Wie ich oben anführte, ist damit meiner Meinung nach sehr wohl die Meinungsfreiheit tangiert.

Der Grund der Ausladung ist egal. Es war ja kein staatlicher Eingriff wie bei Deinem Vorbild Erdogan. Und Deine "Meinung" ist halt vom gegenüberliegenden Planeten der Unlogik. Nach dem Stuss ist ja meine Meinungsfreiheit eingeschränkt, weil ich gar nicht erst eingeladen wurde, während der Hassprediger Wendt auf allen Kanälen herumjammern darf wie ein kleines, pubertierendes Mädchen, das von ihrer großen Liebe einen Korb erhielt. Ein ziemlich skurriler Opfermythos bzw. Kult, den Du hier abfeierst.
Labskaus!

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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Woppadaq » Di 31. Okt 2017, 16:01

Julian hat geschrieben:(31 Oct 2017, 00:23)

Du hast es immer noch nicht verstanden. Eine Professorin, damit Vertreterin der Universität, wollte, dass Herr Wendt einen Vortrag hält. Die Ausladung erfolgte aus Angst vor Gewalt und Repressalien.


Schämst du dich nicht, solchen totalen Bullshit zu erzählen, den nun wirklich jeder Googler entkräften kann ? Bist du ein Mensch oder eine Phrasendreschmaschine???????
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Re: Rainer Wendt von Vortrag in Universität ausgeladen

Beitragvon Julian » Di 31. Okt 2017, 17:13

frems hat geschrieben:(31 Oct 2017, 13:47)

Ja.


Kunst- und Pressefreiheit sind nochmal was anderes. Bleiben wir doch erstmal dabei, Dir die Meinungsfreiheit zu erklären. Offensichtlich ist Dir noch nicht einmal bekannt, was eine Meinung überhaupt ist. Ziemlich schockierend. Und Du bist wirklich schon über 27 Jahre in Deutschland?


Was soll dieses arrogante Geblöke? Rede normal mit mir, oder lass es bleiben.

frems hat geschrieben:(31 Oct 2017, 13:47)
Ich hab Dich gar nicht direkt als Nazi bezeichnet. Dass Dich das N-Wort so sehr erregt, ist nicht mein Problem.


Danke, wie großzügig, dass du es nur indirekt getan hast, als du von meinem inneren Reichsparteitag etc. gefaselt hast. Kann ja jeder selbst nachlesen, was du geschrieben hast, und sich seinen Teil zu deinen Diffamierung denken.

frems hat geschrieben:(31 Oct 2017, 13:47)
Das hast Du nicht dargelegt, sondern behauptet. Die Meinungsfreiheit schützt Dich nicht davor, dass Du Meinungen zu hören kriegst, die Dir nicht gefallen. Du hast das Konzept bis heute nicht kapiert. Schau Dir doch noch den Comic an, sofern Du der englischen Sprache mächtig bist. Ist extra für Leute Deiner Art.


Hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Wenn jemand einem Professor nachstalkt oder Unwahrheiten über ihn im Netz verbreitet, liegen da andere Fälle vor. Es war halt sehr peinlich, gerade Baberowskis Auftreten an einer Uni herauszupicken und damit über "die Universitäten" sagen zu wollen, wenn es wenige Kilometer entfernt ganz anders ablief. Aber sowas siehst Du halt nicht.


Selbstverständlich hat der Fall Baberowski mit der Meinungsfreiheit zu tun. Es ist das Ziel linker Gruppen, ihn zu diffamieren, um ihn letztlich mundtot zu machen. Denn seine Meinung ist unerwünscht.

Für diejenigen, die der Fall interessiert, hier ein interessantes Interview mit Jörg Baberowski in der NZZ:
INTERVIEW
«Die Linke macht den Menschen wieder zum Gefangenen seines Stands»
Jörg Baberowski ist ein Verfechter des freien Disputs und eckt damit in Deutschland an. Eine trotzkistische Splittergruppe an der Humboldt-Universität in Berlin will den Geschichtsprofessor mundtot machen. Doch hält er dagegen und wirft linken Intellektuellen seinerseits vor, voraufklärerische Zustände zu zementieren.

https://www.nzz.ch/feuilleton/meinungsf ... ld.1295031

frems hat geschrieben:(31 Oct 2017, 13:47)
Der Grund der Ausladung ist egal. Es war ja kein staatlicher Eingriff wie bei Deinem Vorbild Erdogan. Und Deine "Meinung" ist halt vom gegenüberliegenden Planeten der Unlogik. Nach dem Stuss ist ja meine Meinungsfreiheit eingeschränkt, weil ich gar nicht erst eingeladen wurde, während der Hassprediger Wendt auf allen Kanälen herumjammern darf wie ein kleines, pubertierendes Mädchen, das von ihrer großen Liebe einen Korb erhielt. Ein ziemlich skurriler Opfermythos bzw. Kult, den Du hier abfeierst.


Wie ich oben geschrieben habe: Meinungsfreiheit hat mehrere Aspekte. Und selbstverständlich ist der Übergang zu anderen Grundrechten fließend, etwa zur Pressefreiheit oder Versammlungsfreiheit. Die Meinungsfreiheit kann das Individuum einerseits gegen den Staat geltend machen. Das ist aber nur eine Seite der Medaille, denn darüber hinaus stellt sie auch ein Recht dar, das ein Individuum gegen Dritte geltend machen kann. Das ist ja auch nur logisch, weil nicht nur der Staat in diesem Lande Macht ausübt, sondern auch einzelne Personen, Konzerne, Parteien, die Kirchen, die Antifa etc.

Wenn du das anders siehst, wundert es mich nicht, dass du zu anderen Bewertungen kommen magst. Hier ein wenig Hintergrund zu der Problematik:

Alle Grundrechte dienen zumindest dem Schutz gegen staatlichen Übergriff, die meisten zugleich aber auch gegen Übergriffe Dritter. Diejenigen Grundrechte, die sich allein gegen den Staat richten, können wir ausschließlich als Schranken der Staatsgewalt lesen; diejenigen, die sich auch gegen Dritte richten, stellen zugleich Rechtsansprüche - auf Schutz - an die Staatsgewalt dar.
(...)
Abwehr gegen den Staat und zugleich unmittelbar einklagbaren Schutzanspruch an den Staat enthalten die anderen Grundrechte (...). Diese sind sämtlich nicht nur durch staatlichen Übergriff, sondern auch durch Übergriffe Dritter gefährdet: die Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit; die Meinungsfreiheit; (...).


Quelle:
Handbuch Politisches System der Bundesrepublik Deutschland
Herausgegeben von Oscar W. Gabriel und Everhard Holtmann
3. Auflage, Verlag Oldenbourg, München und Wien 2005
(Seite 98)
Projekt Julian I: 5 Jan 2016 - 14 Aug 2018
Projekt Julian II: 14 Aug 2018 -

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