Polygamie

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Dark Angel
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Re: Polygamie

Beitragvon Dark Angel » Do 19. Okt 2017, 12:06

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)

Das war nicht das Thema, sondern deine falsche Behauptung, von Landwirtschaft würd nichts im Artikel stehen.

Steht da auch nicht drin!

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)]Seit wann hast Du die Bedeutungshoheit über den Begriffsumfang? Und vor allem: Wie ist er begründet

Begriffe - deren Bedeutung und Umfang werden definiert, DAMIT keine Missverständnisse entstehen, damit klar ist, worüber gesprochen wird.

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)]
Da habe ich inzwischen gewisse Zweifel.

Achja - weil du so gar keine Ahnung hast und jeden Mist für bare Münze nimmst, den irgendwelche Journalisten verzapfen und damit das auch noch gelesen/gehört wird, mit falschen Ettiketten versehen?
Wie gesagt, ich habe oft genug erlebt, was Journalisten aus dem machen, was ich versucht habe, ihnen zu erklären.
Da kaulen sich einem die Fußnägel nach oben. :mad:

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)]Nö. Wir sprachen von Landwirtschaft ganz allgemein.

Nein - siehe deinen Bezug auf den verlinkten Artikel!

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)]Und warum tust Du es dann? Jetzt in Bezug auf Polygamie/Monogamie?

Tue ich nicht. Polygamie bedeutet Vielehe und Monogamie Einehe. Ich spreche von dauerhaften Paarbeziehungen und das ist etwas vollkommen anderes als (eine) Ehe.
Ich transveriere nicht etwas in die Vergangenheit, was es nicht gab.
Es wurde von mir und von Bleibtreu mehrfach darauf hingewiesen, dass der Begriff "Polygamie" in völlig falschem Kontext, mit völlig falscher Bedeutung verwendet wird.

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)
Das ist kein Wissen, sondern ein gewaltiger Irrtum. Selbstverständlich kennen solche Gemeinschaften auch Hierarchien. Sogar im Tierreich herrscht da keine Egalität.

Es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen einer funktionalen Hierarche und hierarchischen Strukturen.
Funktionale Hierarchien gelten immer nur zeitweilig und situationsabhängig, niemals dauerhaft.
Die Hierarchie im Tierreich ist ebenso eine funktionale - sie muss immer wieder neu erkämpft werden, wird immer wieder neu festgelegt.
Ich sprach auch nicht von Egalität, sondern von Gleichberechtigung.

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)Bullshit³! Es gibt auch da Rangordnungen. Der beste Jäger ist der Boss. Oder der kräftigste Bulle. Meinetwegen auch der oder die erfahrenste Person sagt wo es lang geht.

Nein - der beste Jäger ist NICHT der Boss - er organisiert und koordiniert nur die Jagd, aber NICHT das komplette Gemeinschaftsleben, NICHT die Wanderbewegung oder -zeitpunkt und er legt auch NICHT fest, welcher Platz am besten als Lagerplatz genutzt wird. DAS tun diejenigen, die jeweils über die größten Erfahrungen verfügen.

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)Kommst Du mir jetzt mit dem "Edlen Wilden", oder was soll der Schmarrn? Erstens gibt es keinerlei Nachweise, dass diese Gesellschaften egalitär waren und zweitens bliebe die Möglichkeit von Sklaverei (z. B. von Kriegsgefangenen) davon völlig unberührt.

NEIN!- weil "egalitär" und "gleichberechtigt" immer noch NICHT dasselbe sind! Jäger- und Sammlergemeinschaften des Paläolithikums und Mesolithikums kannten keine Kriege, keine Kriegsgefangenen und keine Sklaven.
Kriege entwickelten sich erst mit der Entstehung erster Staatengebilde ==> vergl. Sir John Keegan et al!

[quote
Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)Nur in Deiner doch sehr beschränkten Phantasie. Woher willst Du wissen, dass die beiden nicht einfach zusammen dem großen, blauen Mondkalb geopfert wurden? Z. B. weil sie das Pech hatten dafür ausgelost zu werden.

Es besteht ein großer Unterschied zwischen faktenbasierter Interpretation und wilder Spekulation und dann nochmals ein noch größerer Unterschied zu Spinnerei ohne jegliche Grundlage.
Ich präferiere ersteres!

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)]Sehr wissenschaftliche Argumentation, die Du da auftischst. :D Zu Ende ist die Forschung NIE!
Du meinst die Sache mit dem Tabubruch? Allerdings eine wilde Spekulation, ohne greifbare Basis.

Wie ich bereits sagte: das legt der Grabungsbefund nahe, zum Grabungsbefund gehören Fundkontext und Fundort. Und beim Fundort (Dolni Vestonive) handelt es sich um einen Kult- und Versammlungsplatz/-ort aus dem Gravetién!
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Re: Polygamie

Beitragvon Bleibtreu » Do 19. Okt 2017, 12:10

Alpha Centauri hat geschrieben:(18 Oct 2017, 23:20)

Tja Thema Biologie . Die Frauen wollen immer was als Gegenleistung, Geboten haben selbstlos ist nichts, nicht eimal die Liebe :cool:

Ach so, du willst Frauen nur wegen ihrer inneren Werte voegeln, ganz selbstlos, ohne Eigennutz? Ist TriebBefriedigung kein Eigennutz? :D
Bist du auch ganz selbstlos dazu bereit eine alte, fette & haessliche Frau zu voegeln, weil sie keinen Mann abbekommt?
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Re: Polygamie

Beitragvon Raskolnikof » Do 19. Okt 2017, 12:24

Alpha Centauri hat geschrieben:(16 Oct 2017, 16:45)

Hi sollte man nicht damit endlich Schluss machen Polygamie moralisierend zu verteufeln, und als die absolute Sünde darzustellen ( vor allem aus religiösen Motiven) und einer seitens der Gesellschaft propagierten heuchlerischen Sexualmoral, die beide versuchen die biologische Natur des Menschen zu verleugnen.

Ich meine machen wir uns mal ehrlich, der Homo sapiens ( der Menschen ) ist ein Primat und Primat zählen nicht unbedingt zu der Art von Tieren die von Hause aus zur Monogamie neigen, man sieht diese auch unseren genetisch nächsten Verwandten den Schimpansen.

Daher halte ich Lustfeindlichkeit der Religionen ( Judentum,.Christentum, Islam) und eine verlogene gesellschaftlich gepriesene zumeist wertkonservative Sexulamoral für ziemlich borniert und unehrlich ( Stichwort: Monogamie, sexuelle Treue, , feste Zweier Beziehung Ehe)

Wie seht ihr dass?

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht dein Anliegen. Kein Mensch und kein Gesetz verbietet dir, mit mehreren Frauen, Männern oder Menschen beiderlei Geschlecht zusammen zu leben. Was die (Sexual)moral betrifft, das ist nichts anderes als zeitgeschichtliches gesellschaftliches Empfinden und Handeln. Willst du die Gesellschaft in ihrer sexualmoral verändern und die Polygamie gesellschaftsfähig machen? Nur zu. Es wird dich keiner daran hindern. Und was die "Lustfeindlichkeit" der von dir aufgeführten Religionen betrifft: Im islam ist die Mehrehe kein Tabu.

Ich persönlich bin jedenfalls froh, dass wir uns im Laufe von Millionen Jahren zum heutigen homo sapiens weiterentwickelt haben. Zu einem Schimpansen möchte ich mich nicht zurück entwickeln, auch wenn ich dann quer durch die ganze Gemeinschaft vögeln könnte.
Du solltest nicht vergessen, dass wir Mensche im Gegensatz zu in polygamen Lebensweisen lebenden Tieren das gegenseitige Verantwortungsgefühl einen vollkommen anderen Stellenwert hat. Die Monogamie bei den Menschen zeichnet sich z.B. darin aus, dass wir in einer Zweierbeziehung füreinander da sind "in guten wie in schlechten Zeiten". Klingt abgedroschen und kitschig? Meinetwegen. Weiterhin haben wir in der Ehe gesetzlich festgeschriebene Ansprüche gegenüber unseren Ehepartnern (Unterhaltsanspruch, Familienversicherung, Hinterbliebenenrente...). Wie sieht das alles in einer polygamen Beziehung aus?
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Re: Polygamie

Beitragvon Dieter Winter » Do 19. Okt 2017, 12:47

Raskolnikof hat geschrieben:(19 Oct 2017, 13:24)

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht dein Anliegen. Kein Mensch und kein Gesetz verbietet dir, mit mehreren Frauen, Männern oder Menschen beiderlei Geschlecht zusammen zu leben.


Wenn ich den TE richtig verstehe geht es um die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Modelle. Ich sehe da kein Problem. Swingerclubs sind inzwischen ja sozusagen Lifestyle. Wer sein/ihr Leben dauerhaft so gestalten will: Bitte sehr - viel Spaß.
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Re: Polygamie

Beitragvon Dark Angel » Do 19. Okt 2017, 12:53

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:29)
Kommst Du mir jetzt mit dem "Edlen Wilden", oder was soll der Schmarrn? Erstens gibt es keinerlei Nachweise, dass diese Gesellschaften egalitär waren und zweitens bliebe die Möglichkeit von Sklaverei (z. B. von Kriegsgefangenen) davon völlig unberührt.

Nein - ich spreche nicht von Wilden, auch nicht von Edlen - ich spreche vom Homo sapiens sapiens - vom Menschen - der über das gleiche große komplexe Gehirn verfügte, über das wir heute auch noch verfügen, der über das gleiche intellektuelle Potential verfügte, wie wir heute auch. Ich spreche über Menschen, die Problemlösungen entwickelten und die Strategien entwickelt haben, die das Überleben des Menschen als Population ermöglichten und die eine gesellschaftliche Entwicklung in Gang brachten.
Eine dieser Überlebensstrategien war halt, dass jedes Mitglied einer Gruppe/Gemeinschaft seinen Beitrag zum Überleben der gesamten Gruppe leisten musste und daraus sich halt auch Rechte - und zwar gleiche Rechte - ergaben.

Kriegerische Auseinandersetzungen, gar Kriegsgefangene oder Sklaven konnte sich eine Population, die nur wenige Zehntausend Individuen umfasst gar nicht erlauben. Die hat es aufgrund der dünnen Besiedlung auch nicht gegeben. Kooperation war wesentlich effektiver.
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Re: Polygamie

Beitragvon Raskolnikof » Do 19. Okt 2017, 13:23

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 13:47)

Wenn ich den TE richtig verstehe geht es um die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Modelle.

Das wäre mir zu einseitig betrachtet. Was nutzt mir die gesellschaftliche Akzeptanz der Polygamie, wenn ich auf die Vorteile einer festen Zweierbeziehung bzw. Ehe wie die gesetzlich festgeschriebene soziale Absicherung verzichten muss?
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Re: Polygamie

Beitragvon Dark Angel » Do 19. Okt 2017, 13:29

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 12:34)

Du kannst das sicher mit notariellen oder Standesamtlichen Aufzeichnungen belegen!

Woher willst Du das wissen?

Habe ich schon mehrfach geschrieben: Grabungsbefund = Fundkontext plus Fundort!

Und ich habe auch bereits geschrieben - EHE gibt es erst seit etwa 5500 bis 5000 Jahren, mit Entwicklung hierarchischer Strukturen.
Wenn es keine Ehe gibt, keine Ehe in irgendeiner Form, dann kann es sich nur um eine Beziehung auf emotionaler Basis handeln.
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Re: Polygamie

Beitragvon Dieter Winter » Do 19. Okt 2017, 13:32

Dark Angel hat geschrieben:(19 Oct 2017, 14:29)

Habe ich schon mehrfach geschrieben: Grabungsbefund = Fundkontext plus Fundort!

Und ich habe auch bereits geschrieben - EHE gibt es erst seit etwa 5500 bis 5000 Jahren, mit Entwicklung hierarchischer Strukturen.
Wenn es keine Ehe gibt, keine Ehe in irgendeiner Form, dann kann es sich nur um eine Beziehung auf emotionaler Basis handeln.


Und ich frage nochmal: Woher willst Du wissen, dass es keine Form von Ehe gab?

Und zum Grabungsbefund: Wurde nicht erst vor Kurzem das Alter der Homo sapiens um 100.000 Jahre vordatiert?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 50859.html

Wenn noch nicht mal klar ist, wann dieser Knilch die Erde betrat - wie soll man dann erst wissen, in welcher Form er sein Zusammenleben gestaltet hat?
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Re: Polygamie

Beitragvon Bleibtreu » Do 19. Okt 2017, 13:54

Raskolnikof hat geschrieben:(19 Oct 2017, 14:23)

Das wäre mir zu einseitig betrachtet. Was nutzt mir die gesellschaftliche Akzeptanz der Polygamie, wenn ich auf die Vorteile einer festen Zweierbeziehung bzw. Ehe wie die gesetzlich festgeschriebene soziale Absicherung verzichten muss?

Der TE verwechselt offensichtlich Polygamie mit Promiskuitaet, wie hier schoen oefter festgestellt wurde. Promiskuitaet ist gesetzlich nicht verboten, da kann es jeder treiben wie er will. Wo ist also sein Problem? Wie du am StrangVerlauf erkennen kannst, geht es um die Unwilligkeit von uns Frauen uns jedem Willigen hinzugeben, wie bei seinem Bonobo"Vorbild" des SekundenSex. :cool: In einer Gesellschaft, in der Frauen ein Recht auf sexuelle SelbstBestimmung haben, muessen Maenner damit leben, dass die Frau entscheidet ob und wem sie sich hingibt. Wir sind kein Freiwild fuer jeden notgeilen SchmierLappen, der juckig ist. Diesen Umstand zu akzeptieren macht einigen Maennern offensichtlich Probleme. Weil sie nicht bekommen, was sie wollen.

Und immer weniger Maenner wollen heiraten und dann sollen es gleich mehrere Frauen sein? Wie viele Frauen sind in den aufgeklaerten Gesellschaften dazu bereit einen Mann mit anderen EheFrauen zu teilen, von umgekehrt, Frau mit mehreren Maennern, ganz zu schweigen? Dazu kommen die von dir bereits angesprochenen gesetzlich festgeschriebene Ansprüche gegenüber [...] Ehepartnern (Unterhaltsanspruch, Familienversicherung, Hinterbliebenenrente...). - Das ist von Vorne bis Hinten Mumpitz.
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Re: Polygamie

Beitragvon Dark Angel » Do 19. Okt 2017, 15:23

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 14:32)

Und ich frage nochmal: Woher willst Du wissen, dass es keine Form von Ehe gab?

Und zum Grabungsbefund: Wurde nicht erst vor Kurzem das Alter der Homo sapiens um 100.000 Jahre vordatiert?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 50859.html

Wenn noch nicht mal klar ist, wann dieser Knilch die Erde betrat - wie soll man dann erst wissen, in welcher Form er sein Zusammenleben gestaltet hat?

Nein - da wird gar nichts vordatiert! Würdest du nicht nur Überschriften lesen, sondern die ganzen Artikel, dann wäre dir aufgefallen, dass die marokkanischen Funde einer evolutionären Vorstufe des Homo sapiens sapiens zugeordnet werden - einer Vorstufe, die zwar bereits über den Gesichtsschädel des Homo sapiens sapiens verfügt, aber noch nicht über dessen großes komplexes Gehirn.
Hättest du den gesamten Artikel gelesen, wäre dir aufgefallen, dass es mehrere verschiedene Erklärungsansätze gibt.

Und nochmals NEIN - da wird nichts vordatiert, da werden Missing Links beseitigt, es ergibt sich ein immer zusammen hängenderes Bild der Evolution des Menschen ==> keine Sprünge, sondern mehr gleitende Übergänge, keine kriegerischen Auseinandersetzungen und Ausrotten anderer Menschenarten, sondern ein Nebeneinander und Miteinander.

Und je mehr wir über die Evolution des Menschen erfahren, um so besser können wir (auch) die kulturelle Evolution verstehen.
Ehe ist eine, auf (staatlichen) Regeln und Gesetzen sowie Religionslehren basierende und in Form eines Vertrages abgeschlossene Vereinbarung - ursprünglich möglicherweise als Form von Friedens- oder Bündnisverträgen zwischen Sippen, Clans oder Stämmen.
Bei der Installation der Ehe (der Institution Ehe) ging es also nicht um Triebbefriedigung oder Sex, sondern schlicht um ökonomische und/oder politische Interessen.
Womit wir wieder bei den hierarchischen Strukturen und der Herausbildung von Staaten wären.
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Re: Polygamie

Beitragvon Dieter Winter » Do 19. Okt 2017, 15:44

Dark Angel hat geschrieben:(19 Oct 2017, 16:23)

Nein - da wird gar nichts vordatiert!


Ich zitiere mal aus dem Artikel (nicht Überschrift!): "Sie taxieren die Entstehung unserer Spezies auf eine Zeit, die deutlich mehr als 300.000 Jahre zurückliegt. Bisher ging man von nur 200.000 Jahren aus."


Für mich sieht das nach einer Vordatierung aus....

Dark Angel hat geschrieben:(19 Oct 2017, 16:23)
Und je mehr wir über die Evolution des Menschen erfahren, um so besser können wir (auch) die kulturelle Evolution verstehen.


Verstehen? Der weit überwiegende Teil der Archäologie besteht aus Vermutungen und Spekulationen. Jedenfalls was den prähistorischen Teil betrifft. Es wird da fröhlich interpretiert und dann als Fakt postuliert.

Dark Angel hat geschrieben:(19 Oct 2017, 16:23)
Ehe ist eine, auf (staatlichen) Regeln und Gesetzen sowie Religionslehren basierende und in Form eines Vertrages abgeschlossene Vereinbarung


Auch falsch. Unter Ehe versteht man eine auf Dauer angelegte Beziehung gegenseitiger Verantwortung, i. A. zwischen Mann und Frau. Nix da Vertrag. Unser Recht geht zu großen Teilen auf das römische zurück. Und wie war es da? Im Römischen Reich wurde die Ehe als eine nichtrechtliche gesellschaftliche Tatsache durch verwirklichte Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau gesehen. Ist jetzt aus wiki zitiert. Und die römische Geschichte hat den Vorteil, dass sie dokumentiert ist.


Dark Angel hat geschrieben:(19 Oct 2017, 16:23)
- ursprünglich möglicherweise als Form von Friedens- oder Bündnisverträgen zwischen Sippen, Clans oder Stämmen.


Und schwupp! sind wir wieder beim vermuten und spekulieren gelandet.

Dark Angel hat geschrieben:(19 Oct 2017, 16:23)
Bei der Installation der Ehe (der Institution Ehe) ging es also nicht um Triebbefriedigung oder Sex, sondern schlicht um ökonomische und/oder politische Interessen.


Wie vor.
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Re: Polygamie

Beitragvon Dark Angel » Do 19. Okt 2017, 16:57

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 16:44)

Ich zitiere mal aus dem Artikel (nicht Überschrift!): "Sie taxieren die Entstehung unserer Spezies auf eine Zeit, die deutlich mehr als 300.000 Jahre zurückliegt. Bisher ging man von nur 200.000 Jahren aus."


Für mich sieht das nach einer Vordatierung aus....

Das ist keine Vordatierung, sondern eine Rückdatierung. Die Wissenschaftler gehen davon aus das HSS älter ist als bisher angenommen.

Enscheident sind jedoch diese Aussagen:

"Denn die Forscher fanden auch Unterschiede: Während der Gesichtsschädel der in Marokko gefundenen Frühmenschen dem modernen Menschen entspricht, wirkt die Schädelform archaisch - und das dürfte dann auch für das Gehirn dieser frühen Sapiens gegolten haben. Auf Computertomografien basierende 3D-Rekonstruktionen der Schädel zeigten "modern aussehende Gesichter und Zähne", aber noch eher "längliche, archaisch anmutende" Hinterköpfe, erklärt der Paläoanthropologe Philipp Gunz.
Die marokkanischen Sapiens ähnelten uns also optisch zwar bereits sehr, doch intellektuell hätte sich noch einiges zu entwickeln gehabt: Sein heutiges, extrem leistungsfähiges Gehirn habe Sapiens offenbar später ausgeprägt als den Rest seines Körpers."
[...]
"Die externen, an der Studie nicht beteiligten Experten werfen allerdings auch die Frage auf, ob das "zarte Gesicht" des Homo sapiens nicht auch das Erbe eines archaischeren Vorläufers sein könnte.
Dann wäre es auch denkbar, dass dieser Entwicklungstrend zu zarteren Gesichtszügen an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Arten der Gattung Homo auftrat - und nicht zwangsläufig nur bei Sapiens. Umstrittene, auf 260.000 Jahre taxierte Funde in Südafrika könnten dann genauso wie die Funde in Marokko analoge Entwicklungen sein, die auf dem Erbe eines zartgesichtigen Vorfahren beruhten."


Da ist die Rede von Zwischenformen und Übergangssstufen in der Entwicklung zum HSS. So verläuft Evolution nunmal.
Es kann auch Übergangsformen gegeben haben, die sich nicht durchsetzen konnten.

Da ist noch gaaar nichts sicher, noch gaar nichts abschließend geklärt, nichtmal ob die Funde tatsächlich zum HSS gehören - trotz aller Ähnlichkeiten.

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 16:44)Verstehen? Der weit überwiegende Teil der Archäologie besteht aus Vermutungen und Spekulationen. Jedenfalls was den prähistorischen Teil betrifft. Es wird da fröhlich interpretiert und dann als Fakt postuliert.

Archäologen beschäftigen sich mit dem WAS der Mensch an materiellen Dingen hinterlassen hat, WIE er es hinterlassen hat und WAS er geschaffen hat. ==> mit der Entwicklung von Kultur und Gesellschaft.

Mit dem Menschen (selbst) mit der Evolution des Menschen beschäftigen sich Evolutionsbiologen, Genetiker und Anthropologen.

Schmeißt hier bisschen Apfel und Rüben durcheinander - oder wie!

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 16:44)]Auch falsch. Unter Ehe versteht man eine auf Dauer angelegte Beziehung gegenseitiger Verantwortung, i. A. zwischen Mann und Frau. Nix da Vertrag. Unser Recht geht zu großen Teilen auf das römische zurück. Und wie war es da? Im Römischen Reich wurde die Ehe als eine nichtrechtliche gesellschaftliche Tatsache durch verwirklichte Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau gesehen. Ist jetzt aus wiki zitiert. Und die römische Geschichte hat den Vorteil, dass sie dokumentiert ist.

Genau das IST ein Vertrag - er unterliegt gesetzlichen Regelungen! Und wieder verschwurbelst du miteinander, was nicht zusammen passt.
Ich schrieb wahrscheinlicher/möglicher Ursprung der Ehe! Da ging es gerade NICHT um Beziehung zwischen Mann und Frau, sondern um wirstschaftliche und politische Interessen. Und genau darum geht auch im römischen Recht.
Ehen wurden bis ins 20. Jh. hinein aus wirtschaftlichen und politischen Interessen geschlossen!
Hat immer noch nix mit Triebbefriedigung und Sex zu tun!

Dieter Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 16:44)]
Und schwupp! sind wir wieder beim vermuten und spekulieren gelandet.

Eine begründete Vermutung oder faktenbasierte Hypothese ist keine Spoekulation.
Im Gegensatz zu Spekualtionen sind Vermutungen/Hypothesen überprüfbar und falsifizierbar.
Nach gegenwärtigen Wissensstand ist das so ...
Eine Spekulation entbehrt jeder überprüfbaren Grundlage.
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Re: Polygamie

Beitragvon Alpha Centauri » Do 19. Okt 2017, 18:51

Provokateur hat geschrieben:(19 Oct 2017, 08:36)

Japan hat schon derartige Probleme, dank Love Sims und Onacups. Die Kinder bleiben aber aus.

Bleibt nur noch die Exogenese.


sehe ich kein Problem mit den Kindern .Es gibt ja das Labor.
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Re: Polygamie

Beitragvon Provokateur » Fr 20. Okt 2017, 06:05

Alpha Centauri hat geschrieben:(19 Oct 2017, 19:51)

sehe ich kein Problem mit den Kindern .Es gibt ja das Labor.


So weit sind wir noch nicht, dass wir Kinder im Labor austragen können. Es gibt Ansätze und Erfolge, ja, aber noch keinen Durchbruch.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Polygamie

Beitragvon Billie Holiday » Fr 20. Okt 2017, 06:11

Provokateur hat geschrieben:(20 Oct 2017, 07:05)

So weit sind wir noch nicht, dass wir Kinder im Labor austragen können. Es gibt Ansätze und Erfolge, ja, aber noch keinen Durchbruch.


Bin mal neugierig, was das für Menschen werden, die in einem sterilen Labor außerhalb einer Mutter ausgetragen werden. So ein Menschlein soll ja schon vor der Geburt sehr viel von seiner Umwelt mitbekommen und kennt die Stimme der Mutter und bekommt ihre Emotionen mit.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Polygamie

Beitragvon Provokateur » Fr 20. Okt 2017, 07:51

Billie Holiday hat geschrieben:(20 Oct 2017, 07:11)

Bin mal neugierig, was das für Menschen werden, die in einem sterilen Labor außerhalb einer Mutter ausgetragen werden. So ein Menschlein soll ja schon vor der Geburt sehr viel von seiner Umwelt mitbekommen und kennt die Stimme der Mutter und bekommt ihre Emotionen mit.


Kinder, deren Mütter gestresst sind, werden aggressiver, weil sie mutmaßlich in einer feindlichen Umwelt überleben müssen.

Ich vermute also, dass das äußerst friedliche und angenehme Menschen werden.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Polygamie

Beitragvon Billie Holiday » Fr 20. Okt 2017, 08:04

Provokateur hat geschrieben:(20 Oct 2017, 08:51)

Kinder, deren Mütter gestresst sind, werden aggressiver, weil sie mutmaßlich in einer feindlichen Umwelt überleben müssen.

Ich vermute also, dass das äußerst friedliche und angenehme Menschen werden.


Oder emotionslose, empathielose, bindungsunfähige Psychopathen, wer weiß das schon so genau. Gibt ja noch keine Anschauungssubjekte.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Polygamie

Beitragvon Provokateur » Fr 20. Okt 2017, 09:20

Billie Holiday hat geschrieben:(20 Oct 2017, 09:04)

Oder emotionslose, empathielose, bindungsunfähige Psychopathen, wer weiß das schon so genau.


Die haben wir doch heute schon oft genug, mit nachgewiesen menschlichen Austrägerinnen. Ich bin bereit, das Risiko einzugehen.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Polygamie

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 20. Okt 2017, 16:24

Bleibtreu hat geschrieben:(19 Oct 2017, 13:10)

Ach so, du willst Frauen nur wegen ihrer inneren Werte voegeln, ganz selbstlos, ohne Eigennutz? Ist TriebBefriedigung kein Eigennutz? :D
Bist du auch ganz selbstlos dazu bereit eine alte, fette & haessliche Frau zu voegeln, weil sie keinen Mann abbekommt?



Ja natürlich Frauen legen ja auch bekanntlich weniger wert auf Attraktivität oder Ästhetik des Partners bzw. Mannes ( die Cougars mit ihren Toyboys mal ausgenommen , aber selbst da geht ja nicht wirklich um Liebe) sondern mehr auf dass nicht gleich sichtbar , die sogenannten "inneren Werte" also die Dicke der Geldbörse und die Penisgröße, ja schon klar. :D
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Fr 20. Okt 2017, 17:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Polygamie

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 20. Okt 2017, 17:25

Provokateur hat geschrieben:(20 Oct 2017, 07:05)

So weit sind wir noch nicht, dass wir Kinder im Labor austragen können. Es gibt Ansätze und Erfolge, ja, aber noch keinen Durchbruch.



Die Betonung liegt freilich auf "NOCH" . Die. Zukunft indes sieht anders aus als wir es uns heute vorstellen können, zumindest die Meisten

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