Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

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franktoast
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon franktoast » Mo 14. Aug 2017, 16:16

Loki hat geschrieben:(14 Aug 2017, 16:01)
Diesen "Zustand" willst Du jedoch nicht als die Deflation verstanden haben ?

Wenn Preise sinken, nennt man das Deflation. Wenn du hier deine persönlichen Definitionen benutzt, kommen wir hier nicht weiter...

Hat ja einen Grund, warum die Lager (unnötig) voll wurden; produziert i. d. R. doch kaum jemand hauptsächlich für das Lager.

Wenn Samsung ein neues Handy entwickelt, ist schon von Anfang an klar: Anfangs verlangen sie zB. 800€, n Jahr später dann 600€ und dann nochmal n Jahr später 500€.

Unter der Annahme, daß solche mit Geld im Gepäck keinen Ausgabedruck haben, könnte sich Kleinfritzchen denken: "Cool, nur weil Leute wie ich das Geld zurückhalten, müssen die die Güterpreise senken; nur damit ich einen vielleicht für mich unnötigen Kauf tätige.
Na da warte ich doch gleich einfach noch ein bisschen länger..."

Dies ist zumindest ein Glaube in Bezug auf das menschliche Denken, welcher immer wieder in Bezug auf die deflationären Phasen in der Literatur erwähnt wird. Die Kaufzurückhaltung, zum einen wg. Sparangst zum anderen wg. etwas, was Realist2014 gerne als die "Geiz ist Geil Mentalität" bezeichnet.

Na dann betrachte doch mal die Realität. Kauft jemand das Samsung Handy, wenn es noch ganz frisch ist und 800€ kostet. Ach, jedem Käufer ist bekannt, dass das Handy in einem Jahr 25% weniger kostet. Glaubt man eurer Logik, verkauft Samsung dann kein Einziges. Ist das denn der Fall?


Erhöhen kann. Negativbeispiele waren/sind vor einigen Jahren Milchpreise und Eierpreise; beide tief bis fast zum Selbstkostenpreis
und trotzdem wollte kaum jemand wg. mehr Milch- oder Eierkonsum dicker werden...

Na hier ist das doch ganz klar. Warum sollte ich Milch und Eier heute für 1€ kaufen, wenn sie in einem Jahr um 2Cent günstiger sind? Da warte ich doch lieber. Hier scheint deine Warte-Logik zu stimmen... Da kann Junior eben mal n jahr auf seine Cornflakes verzichten. *räusper*

Pro einzelnes Handy oder insgesamt ?

Na ingesamt. Wen interessiert der Profit pro Handy? Wenn du dich drauf spezialisiert, ein extrem teures und edles Handy herzustellen, dann wirst du pro Handy hoffentlich mehr verdienen als Samsung und Apple.

Davon abgesehen, was hat das noch mit dem Thema zu tun ?

Das hat damit etwas zu tun, weil Samsung in einem extrem deflationärem Markt agiert und zum einen längst pleite sein müsste, zum anderen keiner ein Handy kaufen dürfte.

Die Absatzzahlen von Handys sind so hoch wie noch nie, gleichzeitig holt man sich in der Regel ein neues Handy, obwohl das Alte noch funktioniert + sinkende Preise. Das ist der Realität. Wendet man deine Logik an: Sinkende Preise -> weniger Umsatz, da alle warten.

Wann kauft man das neue Samsung Handy.
Erscheinungsdatum? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.
Ein Jahr danach? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.

Ich und die Realität teilen diese Logik nicht.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Loki » Mo 14. Aug 2017, 17:52

franktoast hat geschrieben:(14 Aug 2017, 17:16)

Wenn Preise sinken, nennt man das Deflation. Wenn du hier deine persönlichen Definitionen benutzt, kommen wir hier nicht weiter...

Sollen wir hier im Thread die Def. hernehmen, die für kaufmännsiche Prüfungen relevant ist ?

Das wäre dann in etwa die: "Deflation ist eine Unterversorgung der Wirtschaft mit Geld, d. h. das gesamtwirtschaftliche Angebot von Gütern übersteigt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage."

Das Sinken der Preise (Definition der Deflation bei Wiki in einem Deiner vorherigen Beiträge) ist in dem Fall "nur" eine Folge.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Realist2014 » Mo 14. Aug 2017, 17:55

Loki hat geschrieben:(14 Aug 2017, 18:52)

Sollen wir hier im Thread die Def. hernehmen, die für kaufmännsiche Prüfungen relevant ist ?

Das wäre dann in etwa die: "Deflation ist eine Unterversorgung der Wirtschaft mit Geld, d. h. das gesamtwirtschaftliche Angebot von Gütern übersteigt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage."

D.


das sind ZWEI Sachverhalte in der Definition....

wobei die erste unpräzise und schwammig ist...

klingt wie eine "Kreditproblem"...

der zweite Teil ist eine der möglichen URSACHEN einer Deflation... ( falls die Unternehmen tatsächlich die Preise senken...)
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Loki » Mo 14. Aug 2017, 18:33

franktoast hat geschrieben:(14 Aug 2017, 17:16)

Wenn Samsung ein neues Handy entwickelt, ist schon von Anfang an klar: Anfangs verlangen sie zB. 800€, n Jahr später dann 600€ und dann nochmal n Jahr später 500€.

Gut, und das hat nun was mit Lagerhaltung zu tun ?!


Na dann betrachte doch mal die Realität. Kauft jemand das Samsung Handy, wenn es noch ganz frisch ist und 800€ kostet. Ach, jedem Käufer ist bekannt, dass das Handy in einem Jahr 25% weniger kostet. Glaubt man eurer Logik, verkauft Samsung dann kein Einziges. Ist das denn der Fall?

Scherzfrage, was ?

Du findest sogar für Katzengold Käufer.

Wer ist mit eurer (Logik) gemeint ?
:D Wechselt beim mich Ansprechen jetzt schon vom "er" zu "euer" ?


Samsung hat mich tatsächlich als abwartenden Kunden. Nicht wg. Deflation oder mangels Kaufkraft, sondern weil ich derzeit keinen neuen Mini-PC mit Telefonierfunktion benötige.
Das mag bei Millionen anderen pot. Käufern anders sein.



Ich kaufe mir morgen übrigens auch keinen Porsche. Nur mal so am Rande erwähnt...

Und das hat auch nix mit Deflation zu tun.


Na hier ist das doch ganz klar. Warum sollte ich Milch und Eier heute für 1€ kaufen, wenn sie in einem Jahr um 2Cent günstiger sind? Da warte ich doch lieber. Hier scheint deine Warte-Logik zu stimmen... Da kann Junior eben mal n jahr auf seine Cornflakes verzichten. *räusper*

Du denkst zu klein.
Nehmen wir der Einfachheit halber mal an, die Eierindustrie hätte (hat sie aber zur Zeit nicht mehr wirklich...) noch Spielraum nach unten bei der Preisgestaltung:
Du willst, weil du weißt oder ahnst, daß bald alle ganz scharf auf Eieromelette to go sind und hast viel Gründerkapital zur Verfügung, (D)eine Omeletteindustrie aufbauen.
Das Gründerkapital verschimmelt zurzeit nicht abnehmend auf dem Konto. Du weißt jedoch, daß die Eierindustrie noch weiter die Eierpreise senken wird und/oder künftige Pleitewellen dort Dir sogar den Gedankengang erlauben, zusätzlich zu Deiner Omelettproduktion gleich noch mindestens eine sehr große Hühnereifarm "gebraucht" dazukaufen zu können.
Zudem scheinen einige Landbesitzer Probleme mit Überschuldung zu haben und wollen/müssen baldigst ihre Grundstücke verkaufen, Subventionen zur Bekämpfung des Investionsrückganges im Bereich der Neugründungen sind außerdem zu erwarten
und der Niedriglohnsektor wird sowieso weiter ausgebaut.

Wie lange hast Du die Eier dazu, auf die Umsetzung Deines Omelett-to-go-Industrie-Traum noch weiter zu warten, wenn das Wissen vorhanden ist, daß die Zeit finanztechnisch auf Deiner Seite ist ?


Zu den Cornflakes: Du kennst keine Familien, die eine zusätzliche Milch- oder Cornflakespackung einfach mal im Regal stehen leisen ? Und jedoch bei einer Preissenkung sicherlich darüber nachdenken, wieder mehr davon zu kaufen ?
Da kann durchaus ein Jahr dazwischen liegen.

Andere machen halt zur Zeit nur noch zweimal anstatt dreimal eine Urlaubsfahrt pro Jahr.


Ich weiß nicht, ob es bei den Meisten daran liegt, daß sie einfach nur geiziger geworden sind...
Ob sie sparen wollen ? (Nicht Ausgabenverkürzung!)
Oder ob sie das Geld nicht mehr zusätzlich dafür haben
und somit deren Nachfrage (nach Urlaubsfahrten) unfreiwillig gemindert wurde ?
Wird jede/r diverse Gründe hierfür haben...

In der Gilded Age war das alles wohl kein Problem ? Geringere Preise allg.
und mehr in der Lohntüte ? Dann bestand jedoch keine Unterversorgung der Wirtschaft mit Geld. Es sei denn, die Lohntüte wurde weitestgehend zur Spartüte.


Das hat damit etwas zu tun, weil Samsung in einem extrem deflationärem Markt agiert

Eine "Weltdeflation" bezogen auf den Weltmarkt ? Steile These...



Die Absatzzahlen von Handys sind so hoch wie noch nie, gleichzeitig holt man sich in der Regel ein neues Handy, obwohl das Alte noch funktioniert + sinkende Preise. Das ist der Realität. Wendet man deine Logik an: Sinkende Preise -> weniger Umsatz, da alle warten.

Offensichtlich besteht eine Nachfrage nach Handys, die selbst durch zu erwartende Preissenkungen nicht oder kaum minimiert wird.

Wann kauft man das neue Samsung Handy.
Erscheinungsdatum? Nö, kostet ja in einem Jahr 25% weniger.

Du kannst natürlich auch auf dem Gebrauchtmarkt das Ding erwerben. Kostenersparnis von 90 % des Neupreises bei Erscheinungen sollten nach Ablauf einer gewissen Zeit drinnen sein.

Voraussetzung natürlich, daß es jemand zuvor gekauft hat.


Oder alle warten
und dann ist eine Art Lagerräumungsverkauf...

Nützt natürlich Samsung nix.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Loki » Mo 14. Aug 2017, 18:40

Realist2014 hat geschrieben:(14 Aug 2017, 18:55)
der zweite Teil ist eine der möglichen URSACHEN einer Deflation... ( falls die Unternehmen tatsächlich die Preise senken...)

Puh, "das gesamtwirtschaftliche Angebot von Gütern übersteigt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage" ist dann, wenn die Niedriglöhner und selbst die Gutverdiener ihr Geld bis Monatsende genutzt haben
und jedoch noch ziemlich viel von der Monatsproduktion zu erwerben da wäre...

Zwei Mal Lohn bzw. Gehalt im Monat gibt´s ja nicht.


Bleiben die Selbständigen...
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon franktoast » Di 15. Aug 2017, 08:10

BlueMonday hat geschrieben:(12 Aug 2017, 11:17)

Wieso keinen Grund? Natürlich gibt es immer Gründe für irgendeine Handlung.
Ja, warum sind die Entscheidungsträger in den Zentralbanken in der Regel Inflationisten? Als Zentralbanker ist man eine Art Politiker, ein Geldpolitiker. Als Politiker ist man wiederum in der Regel Interventionist. Die Intervention ist gewissermaßen der Arbeitsnachweis des Politikers. Würde man als Poltiker gegen die Intervention an sich argumentieren (und damit für die spontane Ordnung, für das laissez faire etc), würde man also behaupten, die Eingriffe von außen ins Marktgeschehen seien nicht nur überflüssig, sondern sogar schädlich, dann wäre das ja so als wenn ein Drogendealer vor Drogen warnen würde ... eben höchst unwahrscheinlich. Im Rahmen der "public choice" bzw. Institutionenökonomik wurde dazu schon einiges ins Bewusstsein gerückt

Schön gesagt. Oder ein Politiker würde sagen: "Hey, Eingriffe von mir sind schlecht. Ich bin also völlig überflüssig. Ihr bezahlt mich fürs Nichtstun". Du hast also recht. Allerdings gibt es durchaus auch Politiker, die sich wählen lassen, mit der Absicht (und Werbeslogan), die Macht der Politiker zu beschränken wie zum Teil die FDP.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon franktoast » Di 15. Aug 2017, 11:20

Loki hat geschrieben:(14 Aug 2017, 18:52)

Sollen wir hier im Thread die Def. hernehmen, die für kaufmännsiche Prüfungen relevant ist ?

Das wäre dann in etwa die: "Deflation ist eine Unterversorgung der Wirtschaft mit Geld, d. h. das gesamtwirtschaftliche Angebot von Gütern übersteigt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage."

Das Sinken der Preise (Definition der Deflation bei Wiki in einem Deiner vorherigen Beiträge) ist in dem Fall "nur" eine Folge.


https://www.google.de/search?q=deflatio ... 3VXuucibAL
http://www.rechnungswesen-verstehen.de/ ... lation.php
https://www.tagesgeldvergleich.net/tage ... ation.html
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Def ... ation.html
http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/l ... /deflation
+ Wikipedia

Das sind die ersten Treffer bei Google. Wie lange hast du denn suchen müssen, um deinen Treffer zu erhalten? Ob man als Deflation nun die Ursache oder Folge versteht, daran sollte es doch nicht scheitern. Wenn die Güter schneller wachsen als die Geldmenge, da es der Wirtschaft so verdammt gut geht, dann trifft deine Definition ja auch zu.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon franktoast » Di 15. Aug 2017, 11:41

Loki hat geschrieben:(14 Aug 2017, 19:33)
Gut, und das hat nun was mit Lagerhaltung zu tun ?!

Ich weiß nicht. Du hast das Thema Lagerhaltung doch gebracht.

Scherzfrage, was ?

Du findest sogar für Katzengold Käufer.

Wer ist mit eurer (Logik) gemeint ?
:D Wechselt beim mich Ansprechen jetzt schon vom "er" zu "euer" ?


Samsung hat mich tatsächlich als abwartenden Kunden. Nicht wg. Deflation oder mangels Kaufkraft, sondern weil ich derzeit keinen neuen Mini-PC mit Telefonierfunktion benötige.
Das mag bei Millionen anderen pot. Käufern anders sein.



Ich kaufe mir morgen übrigens auch keinen Porsche. Nur mal so am Rande erwähnt...

Und das hat auch nix mit Deflation zu tun.

Ob das nun Deflation ist oder nicht? Deine Behauptung ist: Wenn etwas im Preis fällt, dann halten sich die Konsumenten zurück, weil sie ja für das Warten finanziell belohnt werden. Die Verkäufder der Ware dagegen bekommen wirtschaftliche Probleme, wenn Preise sinken. Und genau deswegen sei Deflation schlecht und würde zu einer Abwärtsspirale führen.


Du denkst zu klein.
Nehmen wir der Einfachheit halber mal an, die Eierindustrie hätte (hat sie aber zur Zeit nicht mehr wirklich...) noch Spielraum nach unten bei der Preisgestaltung:
Du willst, weil du weißt oder ahnst, daß bald alle ganz scharf auf Eieromelette to go sind und hast viel Gründerkapital zur Verfügung, (D)eine Omeletteindustrie aufbauen.
Das Gründerkapital verschimmelt zurzeit nicht abnehmend auf dem Konto. Du weißt jedoch, daß die Eierindustrie noch weiter die Eierpreise senken wird und/oder künftige Pleitewellen dort Dir sogar den Gedankengang erlauben, zusätzlich zu Deiner Omelettproduktion gleich noch mindestens eine sehr große Hühnereifarm "gebraucht" dazukaufen zu können.
Zudem scheinen einige Landbesitzer Probleme mit Überschuldung zu haben und wollen/müssen baldigst ihre Grundstücke verkaufen, Subventionen zur Bekämpfung des Investionsrückganges im Bereich der Neugründungen sind außerdem zu erwarten
und der Niedriglohnsektor wird sowieso weiter ausgebaut.

Wie lange hast Du die Eier dazu, auf die Umsetzung Deines Omelett-to-go-Industrie-Traum noch weiter zu warten, wenn das Wissen vorhanden ist, daß die Zeit finanztechnisch auf Deiner Seite ist ?

Hm und Rudi will auch dieses Business eröffnen und der kauft mir dann alles vor der Nase weg und verdient Millionen. Tja, da hat sich das Warten ja gelohnt...

Ich denke, du verstehst immer noch nicht den Punkt. Natürlich kann sich Warten lohnen, wenn Preise sinken. Bei fallenden Preisen hat Warten Vorteile (finanziell) und Nachteile (Nicht-Nutzen). Und wenn die Vorteile den Nachteilen überwiegen, dann wartet man. In deinem Beispiel hängt es davon ab, welche Preissenkungen man erwartet. Sinken die Preise in der Industrie pro Jahr um 2%? Dann würde es sich höchstwahrscheinlich nicht lohnen zu warten. Wird aber ein Einbruch von 50% erwartet, schon eher.
Hier ist aber ein Unterschied: Man kann es nicht wissen.

Ich will dein Beispiel mal ein wenig vereinfachen: Lohnt es sich, auf den Kauf von BMW-Aktien zu warten, wenn die Aktie in einem Jahr 50% weniger wert ist? Ja natürlich! Natürlich hält man dann seine Investition zurück und wartet. Aber wenn schon jeder wüsste, dass die Aktie in einem Jahr statt 80 danur noch 40€ wert wäre, dann wäre die Aktie jetzt schon 40€ wert.

Das ist was ganz anderes als wenn man annimmt, dass BMW jedes Jahr um 5% produktiver wird und deswegen jedes Jahr das Auto um 5% günstiger wird. Lohnt es sich da zu warten? Boah, keine Ahnung. Hängt von der zeitpräferenz ab.

Fest steht aber: Wenn ein BMW jedes Jahr um 5% günstiger würde, würden insgesamt mehr BMWs verkauft und Leute kaufen öfter als wenn er immer gleich viel kosten würde.

Zu den Cornflakes: Du kennst keine Familien, die eine zusätzliche Milch- oder Cornflakespackung einfach mal im Regal stehen leisen ? Und jedoch bei einer Preissenkung sicherlich darüber nachdenken, wieder mehr davon zu kaufen ?
Da kann durchaus ein Jahr dazwischen liegen.

Wenn der Milchpreis jedes Jahr um 2% senkt, dann ändert das das Kaufverhalten nicht. Natürlich kann man mal auf Sonderangebote warten und dann gleich nen Batzen kaufen, dann kann sich das auch lohnen. Wenn keine Milch mehr zu Hause ist, hilft das relativ wenig.
Betrachten wir doch mal 10 Jahre:
Fall 1: Der Milchpreis bleibt immer bei 1€ pro Liter gleich.
Fall 2: Jeden ersten Samstag im Jahr kostet der Liter nur 50Cent.

Wo wird über 10 Jahre betrachtet mehr Milch gekauft?

Eine "Weltdeflation" bezogen auf den Weltmarkt ? Steile These...

Alles was Samsung Electronics verkauft, sinkt nach und nach im Preis.

Du kannst natürlich auch auf dem Gebrauchtmarkt das Ding erwerben. Kostenersparnis von 90 % des Neupreises bei Erscheinungen sollten nach Ablauf einer gewissen Zeit drinnen sein.

Auch auf den Gebrauchtmarkt gilt: Jedes Jahr wird es billiger. Jedes Jahr lohnt sich also zu warten. Wahrscheinlich läufst du heute noch mit dem Handy aus den 80ern rum mit der Begründung: Warum kaufen, wenn es in einem Jahr doch günstiger ist?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Loki » Di 15. Aug 2017, 11:54

franktoast hat geschrieben:(15 Aug 2017, 12:20)

Wie lange hast du denn suchen müssen, um deinen Treffer zu erhalten?

Zugegeben, der Blick und Griff ins Bücherregal sowie das Aufschlagen der dazugehörigen Buchseite dauert ein klein wenig länger als die Internetsuche...


In Deinem Link von bpb steht: "Prozess stetiger Preissenkungen in der Volkswirtschaft, d. h., Waren und Dienstleitungen werden fortwährend billiger. Deflation liegt vor, wenn der gesamtwirtschaftlichen Gütermenge eine zu geringe Geldmenge gegenübersteht, die Gesamtnachfrage also geringer ist als das volkswirtschaftliche Gesamtangebot."

Ist relativ identisch mit der von mir zusammengebastelten Definition hier:
Loki hat geschrieben:(10 Aug 2017, 17:36)
Deflation: Sinkende Güterpreise, damit die Güter überhaupt hinreichend erworben werden,
und gleichzeitig kein nennenswerter Anstieg der Kaufkraft in der Bevölkerung.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Loki » Di 15. Aug 2017, 12:25

franktoast hat geschrieben:(15 Aug 2017, 12:41)
Deine Behauptung ist: Wenn etwas im Preis fällt, dann halten sich die Konsumenten zurück, weil sie ja für das Warten finanziell belohnt werden.

Ja; die mit Kaufkraft, weil es sich eben lohnen kann zu warten
und die mit geringer Kaufkraft, weil sie z. B. keinen Konsumkredit (mehr) aufnehmen möchten.

Noch prägnanter, wenn ziemlich viele, unterschiedliche Güter preisgünstiger werden und man ahnt oder weiß, daß sich dieser Trend fortsetzen wird. Das kann die Lust zum Sparen, zur Ausgabenverkürzung oder zum Kreditverzicht erhöhen.
Kann!



Hm und Rudi will auch dieses Business eröffnen und der kauft mir dann alles vor der Nase weg und verdient Millionen. Tja, da hat sich das Warten ja gelohnt...

Rudi hat nicht Dein Rezept, das ist das Ass im Ärmel.

Natürlich kann sich Warten lohnen, wenn Preise sinken.

Worüber diskutieren wir dann noch ??
Bei fallenden Preisen hat Warten Vorteile (finanziell) und Nachteile (Nicht-Nutzen). Und wenn die Vorteile den Nachteilen überwiegen, dann wartet man.

Eben.


In deinem Beispiel hängt es davon ab, welche Preissenkungen man erwartet. Sinken die Preise in der Industrie pro Jahr um 2%? Dann würde es sich höchstwahrscheinlich nicht lohnen zu warten. Wird aber ein Einbruch von 50% erwartet, schon eher.

Wobei selbst 2 % bei bspw. Millioneninvestition schon ein hübsches Sümmchen darstellen können...

:D Berliner Flughafen 2 % günstiger und schon lässt sich wahrscheinlich eine Autobrücke mehr restaurieren. Oder eine Bücherei für Grundschulkinder errichten...

Ich will dein Beispiel mal ein wenig vereinfachen: Lohnt es sich, auf den Kauf von BMW-Aktien zu warten, wenn die Aktie in einem Jahr 50% weniger wert ist? Ja natürlich! Natürlich hält man dann seine Investition zurück und wartet. Aber wenn schon jeder wüsste, dass die Aktie in einem Jahr statt 80 danur noch 40€ wert wäre, dann wäre die Aktie jetzt schon 40€ wert.

Oder Bitcoins ?

Das ist was ganz anderes als wenn man annimmt, dass BMW jedes Jahr um 5% produktiver wird und deswegen jedes Jahr das Auto um 5% günstiger wird. Lohnt es sich da zu warten? Boah, keine Ahnung. Hängt von der zeitpräferenz ab.

Solange die alte Kiste noch fährt, die persönliche Kaufkraft nicht wesentlich gestiegen ist und man froh ist, gerade erst den vorherigen Autokredit getilgt zu haben,
warum nicht warten ?



Fest steht aber: Wenn ein BMW jedes Jahr um 5% günstiger würde, würden insgesamt mehr BMWs verkauft und Leute kaufen öfter als wenn er immer gleich viel kosten würde.

Die Europäer leisten sich einen Drittwagen ? Weil sie in der Mehrheit ja soo viel mehr an Kaufkraft haben ??

Ich denke eher, daß BMWs EU-Auslands Geschäft merklich steigen wird.
Oder anstatt anderer Automarken wird innereuropäisch halt ein BMW gekauft, wenn´s denn unbedingt ein neues Auto sein muß.



Wenn der Milchpreis jedes Jahr um 2% senkt, dann ändert das das Kaufverhalten nicht. Natürlich kann man mal auf Sonderangebote warten und dann gleich nen Batzen kaufen, dann kann sich das auch lohnen. Wenn keine Milch mehr zu Hause ist, hilft das relativ wenig.
Betrachten wir doch mal 10 Jahre:
Fall 1: Der Milchpreis bleibt immer bei 1€ pro Liter gleich.
Fall 2: Jeden ersten Samstag im Jahr kostet der Liter nur 50Cent.

Wo wird über 10 Jahre betrachtet mehr Milch gekauft?

Bei 1, weil bei 2 die Milchproduzenten pleite gehen - und keine Milch mehr verkauft wird - da für sie selbst die "Herstellung" der Milch unsenkbar bei 98 Cent liegt :P


Alles was Samsung Electronics verkauft, sinkt nach und nach im Preis.

Und sie verkaufen ihre Güter auch in Länder, in denen Inflation, auch hohe Inflation, ist.

Warum kaufen, wenn es in einem Jahr doch günstiger ist?

Nein, mein altes Handy funktioniert noch; ich kann es zum Telefonieren nutzen. Für anderes habe ich einen echten tragbaren PC bzw. eine Kamera.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Voight-Kampff » Di 15. Aug 2017, 13:34

franktoast hat geschrieben:(15 Aug 2017, 09:10)

Schön gesagt. Oder ein Politiker würde sagen: "Hey, Eingriffe von mir sind schlecht. Ich bin also völlig überflüssig. Ihr bezahlt mich fürs Nichtstun". Du hast also recht. Allerdings gibt es durchaus auch Politiker, die sich wählen lassen, mit der Absicht (und Werbeslogan), die Macht der Politiker zu beschränken wie zum Teil die FDP.

Hier wär's wichtig, zu verstehen wie Geld funktioniert... oder überhaupt wie eine Gesellschaft funktioniert.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Adam Smith » Di 15. Aug 2017, 13:42

Voight-Kampff hat geschrieben:(15 Aug 2017, 14:34)

Hier wär's wichtig, zu verstehen wie Geld funktioniert... oder überhaupt wie eine Gesellschaft funktioniert.

So etwas ist immer vorteilhaft. Was hältst du eigentlich vom Vollgeld?
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Voight-Kampff » Di 15. Aug 2017, 14:11

Adam Smith hat geschrieben:(15 Aug 2017, 14:42)

So etwas ist immer vorteilhaft. Was hältst du eigentlich vom Vollgeld?

Wolltest du nicht noch erklären warum die EZB Staatsanleihen kauft? Für deine Einsichten über Deflation in der Gilded Age wäre ich auch dankbar.

Vollgeld? Weiß nicht. Kommt wohl drauf an wie man's macht.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon franktoast » Di 15. Aug 2017, 16:39

Voight-Kampff hat geschrieben:(15 Aug 2017, 15:11)
Vollgeld? Weiß nicht. Kommt wohl drauf an wie man's macht.

Sag mal, bist du Politiker? :)
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon franktoast » Di 15. Aug 2017, 16:42

Loki hat geschrieben:(15 Aug 2017, 12:54)

Zugegeben, der Blick und Griff ins Bücherregal sowie das Aufschlagen der dazugehörigen Buchseite dauert ein klein wenig länger als die Internetsuche...


In Deinem Link von bpb steht: "Prozess stetiger Preissenkungen in der Volkswirtschaft, d. h., Waren und Dienstleitungen werden fortwährend billiger. Deflation liegt vor, wenn der gesamtwirtschaftlichen Gütermenge eine zu geringe Geldmenge gegenübersteht, die Gesamtnachfrage also geringer ist als das volkswirtschaftliche Gesamtangebot."

Ist relativ identisch mit der von mir zusammengebastelten Definition hier:

Und dann hast du das abgetippt? Obwohl du hier eh im Internet bist und googeln kannst? Krass.

Im Endeffekt bezeichnet man als Deflation, wenn das Preisniveau sinkt.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon franktoast » Di 15. Aug 2017, 16:56

Loki hat geschrieben:(15 Aug 2017, 13:25)

Ja; die mit Kaufkraft, weil es sich eben lohnen kann zu warten
und die mit geringer Kaufkraft, weil sie z. B. keinen Konsumkredit (mehr) aufnehmen möchten.

Noch prägnanter, wenn ziemlich viele, unterschiedliche Güter preisgünstiger werden und man ahnt oder weiß, daß sich dieser Trend fortsetzen wird. Das kann die Lust zum Sparen, zur Ausgabenverkürzung oder zum Kreditverzicht erhöhen.
Kann!

Je länger man wartet, desto länger kann man die Sache nicht nutzen. Hatten wir das nicht auch schon? Ja, wenn ich jetzt 20 Jahre aufs neue Handy warte, hab ich voll viel gespart. Aber ich hab eben auch 20 Jahre keine technischen Neuerungen. Man lebt doch nicht, um möglichst viel Geld zu sparen. Das ist nicht das Ziel. Von Keinem.

Worüber diskutieren wir dann noch ??

Du sagst, dass unterm Strich weniger gekauft wird, wenn Preise fallen. Und das stimmt schlichtweg nicht. Es wird mehr gekauft, wenn Preise fallen!

Wobei selbst 2 % bei bspw. Millioneninvestition schon ein hübsches Sümmchen darstellen können...

Du bist nicht gerade ein Unternehmer. Wenn ich 2% haben will, dann kauf ich mir einen Aktien-ETF und gründe kein Unternehmen. In der Regel macht man 10% bei solchen Investitionen auf lange Sicht. Warten bedeutet also eher 8% Verlust.

Oder Bitcoins ?

Ja irgendwas, was am Markt gehandelt wird. Plötzliche Preissenkungen sind ja unbekannt.

Solange die alte Kiste noch fährt, die persönliche Kaufkraft nicht wesentlich gestiegen ist und man froh ist, gerade erst den vorherigen Autokredit getilgt zu haben,
warum nicht warten ?

Weil die alte Kiste keine Klimaanlage hat, und ständig stehen bleibt? Warum kauft sich ein Mensch überhaupt einen Neuwagen?

Die Europäer leisten sich einen Drittwagen ? Weil sie in der Mehrheit ja soo viel mehr an Kaufkraft haben ??

Nein, man kauft sich öfter einen Wagen. Anstatt alle 7 Jahre kauft man dann also 5 Jahre einen Neuwagen. Also wenn er immer günstiger würde. Dass ein Auto nicht mehr wirklich günstiger wird, hat andere Gründe. Man kann Quantität kaufen oder Qualität. Ab einem gewissen Punkt geht es fast nur noch um Qualität. Ich meine, wenn Autos durch technischen Fortschritt immer günstiger und günstiger würden, käme man ja irgendwann zu einem Punkt, wo man sich jeden Tag ein neues Auto kaufen würde. Das wäre ja Quatsch.

Bei 1, weil bei 2 die Milchproduzenten pleite gehen - und keine Milch mehr verkauft wird - da für sie selbst die "Herstellung" der Milch unsenkbar bei 98 Cent liegt :P

Warum sollten sie denn dann Sonderangebote machen, wenn sie dadurch pleite gingen? Wie gesagt. Du bist kein Unternehmer. Keine Angst. Die Konzerne werden durch Sonderangebote nicht arm. Du kannst also aufhören, für sie zu leiden.

Und sie verkaufen ihre Güter auch in Länder, in denen Inflation, auch hohe Inflation, ist.

Achja? Was hilft das, wenn die Samsung Produkte immer günstiger werden(in hatrer Währung)?

Nein, mein altes Handy funktioniert noch; ich kann es zum Telefonieren nutzen. Für anderes habe ich einen echten tragbaren PC bzw. eine Kamera.

Du bist nicht die Wirtschaft. Und wenn Handys jedes Jahr um 10% teurer würden, würdest du dir auch keines kaufen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Loki » Di 15. Aug 2017, 17:11

franktoast hat geschrieben:(15 Aug 2017, 17:42)

Und dann hast du das abgetippt? Obwohl du hier eh im Internet bist und googeln kannst? Krass.

:? Habe noch gar nicht nachgeschaut, ob dieses Prüfungsvorbereitungsbuch vollständig online und kostenfrei lesbar ist.
Im Endeffekt bezeichnet man als Deflation, wenn das Preisniveau sinkt.

In diesem Prüfungsvorbereitungsbuch für einen kaufmännischen Beruf ist genau dies jedoch "nur" eine Folge der Deflation!

bpb.de und ich sehen es hingegen als einen Bestandteil (nicht nur als Folge) der Deflation.



Da kocht wohl auch jede/r so sein Süppchen.


:D Nächste Suppe: Deflationäre Zustände existieren auch dann, wenn das allg. Preisniveau steigt anstelle sinkt und gleichzeitig aber die Kaufkraft der Wirtschaftsteilnehmer und/oder die umlaufende Geldmenge geringer wird.

Begründung: Hierbei wird das Geld sozusagen wertvoller.


Ob dies zeitweise bei Gilded Age passierte ?
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Loki » Di 15. Aug 2017, 17:53

franktoast hat geschrieben:(15 Aug 2017, 17:56)

Je länger man wartet, desto länger kann man die Sache nicht nutzen. Hatten wir das nicht auch schon? Ja, wenn ich jetzt 20 Jahre aufs neue Handy warte, hab ich voll viel gespart. Aber ich hab eben auch 20 Jahre keine technischen Neuerungen. Man lebt doch nicht, um möglichst viel Geld zu sparen. Das ist nicht das Ziel. Von Keinem.

Na irgendeinen Sinn hat doch die Riester-Rente ?! ;)

Du sagst, dass unterm Strich weniger gekauft wird, wenn Preise fallen. Und das stimmt schlichtweg nicht. Es wird mehr gekauft, wenn Preise fallen!

Nicht wenn durchsickert, daß es schon bald noch günstiger ist...

Und wenn Du oder ich ein Familienunternehmen zu führen haben, dann sind 20 Jahre ein Witz, ein Wimpernschlag.

Gleiches gilt im Bereich der Staatsverwaltung etc.
Da muß/sollte längerfristig gedacht werden.



Du bist nicht gerade ein Unternehmer. Wenn ich 2% haben will, dann kauf ich mir einen Aktien-ETF und gründe kein Unternehmen. In der Regel macht man 10% bei solchen Investitionen auf lange Sicht.

In der Regel gibt es schon lange nicht mehr... oder werden Pleitewellen, Überschuldung, erhöhtes Unternehmerrisiko und öffentliche Subventionen einfach mal so jetzt ausgeblendet ?!

Was meinst Du, wie viele z. B. der damaligen Ich-AGs "überlebt" haben ? Oder sonstige Neugründungen, die diese 10 % und mehr auch tatsächlich einfahren ?
Ich glaube nicht, daß das in den vorherigen 10 - 15 Jahren so viele Unternehmen sind...

Wichtiger natürlich, wie viele (Neu-)Unternehmen es in den nächsten 10 - 15 Jahren sein werden.

Überschuldete Kunden sind nämlich nicht gerade die besten - im Sinne von zahlungskräftigsten - Kunden; regional auf die EU bezogen natürlich. Recht gesättigte Märkte zudem und keine nennenswerten Lohn- und Gehaltserhöhungen auf breiter Front, so daß eben zahlreiche Neuprodukte zusätzlich zum bisherigen Warenkorb hinzugekauft werden könnten; ohne neue, weitere Konsumkredite.



Weil die alte Kiste keine Klimaanlage hat, und ständig stehen bleibt? Warum kauft sich ein Mensch überhaupt einen Neuwagen?

Mit Gebrauchtwagen fuhr ich bisher immer ganz gut; und hab mich noch nie über den enormen Vermögensverlust in den ersten 5 Nutzungsjahren bei Autos geärgert.

So ein Ding mit 4 Rädern um zügig von A nach B zu kommen gibt´s neuwertig und ohne diversen Schnick-Schnack bereits seit Jahrzehnten preisgünstig und Jahr für Jahr wohl preisgünstiger. Keiner käme auf die Idee, dies als Deflation bezeichnen zu wollen.

Ich meine, wenn Autos durch technischen Fortschritt immer günstiger und günstiger würden, käme man ja irgendwann zu einem Punkt, wo man sich jeden Tag ein neues Auto kaufen würde. Das wäre ja Quatsch.

Das zeigt jedoch aus ökonomischer Sicht Reichtum an...
Und aus derzeit ökologischer Sicht Armut...



Warum sollten sie denn dann Sonderangebote machen, wenn sie dadurch pleite gingen? Wie gesagt. Du bist kein Unternehmer. Keine Angst. Die Konzerne werden durch Sonderangebote nicht arm.

Wenn sich, wie von Dir angedacht, fast alle Samstags mit Milch eindecken, wird es auf eine Pleite hinauslaufen.
(Nicht natürlich, wenn die Milchhändler Samstags Milch verkaufen, die Sonntags sowieso abläuft. So sparen sie die Entsorgungskosten.)
Ansonsten, sind Sonderangebote in dem Fall natürlich ein Verlustgeschäft; für die Milchindustrie, wenn Produktionskosten 98 Cent und Verkaufspreis nur 50 Cent.

Achja? Was hilft das, wenn die Samsung Produkte immer günstiger werden(in hatrer Währung)?

Den pot. Käufern in den Ländern, in denen die Währung dort (stark) inflationiert ?

Wahrscheinlich gar nix; je nachdem, wie im Vergleich dazu die Währung im Samsungs-Heimatland inflationiert oder deflationiert.
Außenhandelsspezis hier an Board ?

Und wenn Handys jedes Jahr um 10% teurer würden, würdest du dir auch keines kaufen.

Ein neuer Akku für´s alte Mobi tut´s manchmal auch.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon franktoast » Mi 16. Aug 2017, 10:44

Loki hat geschrieben:(15 Aug 2017, 18:11)

:? Habe noch gar nicht nachgeschaut, ob dieses Prüfungsvorbereitungsbuch vollständig online und kostenfrei lesbar ist.

In diesem Prüfungsvorbereitungsbuch für einen kaufmännischen Beruf ist genau dies jedoch "nur" eine Folge der Deflation!

bpb.de und ich sehen es hingegen als einen Bestandteil (nicht nur als Folge) der Deflation.

Spielt es eine große Rolle, wie genau man Deflation definiert? Wenn die Güter schneller wachsen als die Geldmenge, dann kann man ja auch deine Definition nehmen. "Unterversorgung" der Wirtschaft mit Geld, dadurch sinken Preise.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Gilded Age war eine Zeit der Deflation

Beitragvon Loki » Mi 16. Aug 2017, 11:21

franktoast hat geschrieben:(16 Aug 2017, 11:44)

Spielt es eine große Rolle, wie genau man Deflation definiert?

Wenn es wohl einen Unterschied gibt zwischen der (verteufelten) Deflation und einfach nur allg. Preissenkungen aus welchen Gründen auch immer, ja, denke schon.

Zumal wir uns hier einig darüber sein sollten, was wir denn nun konkret meinen, damit wir über ein und dasselbe reden.



Lese ich noch mal den Eingangsbeitrag,
dann geht es Dir einfach nur um simple Preisrückgänge (zur Gilded Age). Nicht mehr und nicht weniger. Richtig ?
Denn Daten bspw. zur Geldmenge oder zur allg. Kaufkraft, Daten zur tatsächlich umlaufenden Geldmenge, Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und sogar der Spar- bzw. Hortungsquote liegen nicht vor.

Wir haben bisher einfach nur ein paar Zahlen, aus denen zu lesen ist, daß einige Güter preiswerter (und wenige Jahre wieder teurer) wurden
und daß das BSP gestiegen ist. Ersteres passierte in einer Pendelbewegung.

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