Terrorismus und Islam

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ThorsHamar
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon ThorsHamar » Mo 7. Aug 2017, 12:47

Keoma hat geschrieben:(07 Aug 2017, 13:44)

Die Trinität hat z.B. Mohammed nicht kapiert.


... das ist das Menschliche und Vernünftige an Mohammed ... :cool:
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 7. Aug 2017, 12:48

Nathan hat geschrieben:(07 Aug 2017, 13:31)

Ein, zwei Gebete eröffnen ihm nun alle Möglichkeiten.

Das ist heute so, nachdem den Kirchen die weltliche Macht genommen wurde.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon ThorsHamar » Mo 7. Aug 2017, 12:58

Jekyll hat geschrieben:(07 Aug 2017, 07:57)

Die fehlerhafte Formulierung habe ich extra noch einmal für dich farblich hervorgehoben.
Bemerkenswert, dass du immer noch nicht schreiben kannst, dass Islamismus ein Teilaspekt des Islams ist. Immerhin behauptetst du ja, es so gemeint zu haben. Oder irgendwie doch nicht..?


( sorry, habe ich eben erst entdeckt )

Wenn ich schreibe "Islamismus ist IMMER Islam" dann ist das doch KEIN WIDERSPRUCH zur Formulierung, dass Islamismus ein Teilaspekt des Islam darstellt.
Meine Aussage stimmt trotzdem zu 100%, denn ich behaupte ja nicht, dass Islamismus "der Islam" sei, sondern, letztmalig, dass Islamismus immer Islam ist.
Deshalb sind islamistische Terroristen IMMER muslimische Terroristen und genau so sollte das auch endlich medial immer dargestellt werden.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Adam Smith » Mo 7. Aug 2017, 13:05

Nomen Nescio hat geschrieben:(07 Aug 2017, 13:30)

na, damit bin ich nicht einverstanden. nimm mal dies als beispiel »du sollst nicht töten«.

wie muß man das interpretieren? »du SOLLST nicht töten« oder »du sollst nicht TÖTEN«.
im ersten fall ist es ein strenger befehl. im zweiten fall ist vllt alles gestattet was nicht zum tode führt.

Die Übersetzung müsste lauten: "Du sollst nicht morden".
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Provokateur » Mo 7. Aug 2017, 13:06

Adam Smith hat geschrieben:(07 Aug 2017, 13:02)

Der Kalif Uthman hat es geschafft einen gültigen Koran aufzuzeichnen, weil es Personen gab, die den Koran aus dem Munde von Mohammed gehört haben.


Und es gab Aufzeichnungen, auf Schulterblättern (von Tieren) und Tontafeln. Uthman hat kanonisiert. Einige Shiiten werfen Uthman auch vor, den Koran verkürzt zu haben.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 7. Aug 2017, 13:13

Adam Smith hat geschrieben:(07 Aug 2017, 14:05)

Die Übersetzung müsste lauten: "Du sollst nicht morden".

bei morden bleibt aber meine beschwerde gehandhabt. dazu kommt noch die frage ob töten und morden gleich sind.

es ist die (evt.) betonung die erst sinn macht.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Liegestuhl » Mo 7. Aug 2017, 13:15

Adam Smith hat geschrieben:(07 Aug 2017, 14:05)

Die Übersetzung müsste lauten: "Du sollst nicht morden".


Ich persönlich halte auch das legale Töten eines Menschens (zum Beispiel als Henker) für unvereinbar mit dem christlichen Glauben.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Nathan » Mo 7. Aug 2017, 13:15

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Aug 2017, 13:48)

Das ist heute so, nachdem den Kirchen die weltliche Macht genommen wurde.

Ja, sicher. Das ist doch meine Rede seit Jahren gegen die um sich schlagende Islamphobie: Wir Christen haben über 600 Jahre Entwicklungsvorsprung. Das dauert doch alles. Was Christen vor 600 jahren angerichtet hatten ist doch heute nicht mehr in aller Munde, sondern vergeben und vergessen und das waren schon ganz heftige Mordserien. Ok, wir haben daraus gelernt und lassen den Stellvertreter Gottes in regelmäßigen Abständen irgendetwas zum Weltgeschehen nuscheln und ansonsten einen guten Mann sein. So geht das prima. Keiner käme nehr auf Idee zu sagen, Morden und Vergewaltigen wäre typisch für das Christentum und Gewalt sein Werkzeug. Sprechen wir uns in sagen wir 400 Jahren mal zur Teilzielkontrolle und du wirst sehenj, das Ganze hat sich schon sehr gemidert. Nochmal zwei, drei Generationen dazu und schon sitzen irgendwelche Imame in irgendwelche Moscheen und lassen Ihre Wände von zeitgenössischen Künstlern vergolden und freskisieren*, ansonsten aber die Finger von allem.

*freskisieren, Nathandeutsch, "mit Fresken verschönern".
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Nathan » Mo 7. Aug 2017, 13:16

Liegestuhl hat geschrieben:(07 Aug 2017, 14:15)

Ich persönlich halte auch das legale Töten eines Menschens (zum Beispiel als Henker) für unvereinbar mit dem christlichen Glauben.

Nicht nur mit dem christlichen Glauben sondern überhaupt mit grundsätzlichem humanistischen Denken.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 7. Aug 2017, 13:25

Keoma hat geschrieben:(07 Aug 2017, 13:44)

Die Trinität hat z.B. Mohammed nicht kapiert.


Den Juden ist das auch fremd. Und es war wohl auch Jesus fremd. ;)

Sie wurde von Kirchenoberen sehr viel später nach Jesu Tod entwickelt und dann für gültig befunden. Davor gab es sie nicht.

Die christliche Trinitätslehre wurde zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) durch mehrere Konzile und Synoden entwickelt.



Jüdischer Glaube

Der jüdische Glaube kennt keine Trinität. Ihr widerspricht der jüdische Zentralgedanke des Schma Jisrael, dem Toravers eines einzigen und in einer „Form“ vorhandenen Gottes elementar. Der Geist (hebräisch ruach) wird als Lebensatem Gottes verstanden. Auch der erwartete Meschiah (deutsch Messias) ist in diesem Glauben ein Mensch, möglicherweise mit besonderen Gaben oder Charismen. In der Person Jesu von Nazaret sieht der jüdische Glaube keine Person der Trinität, sondern lediglich einen jüdischen Wanderprediger (wie es zu Lebzeiten Jesu viele gab), der jüdisches Gedankengut verbreitete und wegen Aufrührertums von der römischen Besatzungsmacht hingerichtet wurde. Laut Talmud endet Jesus in der Hölle.[57]

Islam

Die klassische islamische Theologie (Ilm al-Kalam) versteht die christliche Trinitätslehre als unvereinbar mit der Einheit Gottes (Tauhīd) und als Spezialfall dessen, dass dem einen Gott ein anderer „beigesellt“ wird (Schirk). Nur vereinzelt weichen heutige islamische Intellektuelle von dieser Einschätzung ab, um beispielsweise zu vertreten, dass der Koran nur ein Missverständnis christlicher Trinität, nämlich einen Dreigötterglauben (Tritheismus), ablehne.[58]

Im Koran wird sowohl die aus dem christlichen Trinitätsgedanken resultierende Verehrung Jesu als auch die auf dem Marienkult basierende Verehrung Marias abgelehnt.[59][60]

„Und als Gott sprach: ‚O Jesus, Sohn Marias, warst du es, der zu den Menschen sagte: ‚Nehmt euch neben Gott mich und meine Mutter zu Göttern‘?“

– Koran 5:116, Übersetzung von Khoury
Die Dreieinigkeit wird im Koran unter anderem an folgenden Stellen explizit abgelehnt:

„Christus Jesus, der Sohn Marias, ist doch nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das Er zu Maria hinüberbrachte, und ein Geist von ihm. So glaubt an Gott und seine Gesandten. Und sagt nicht: Drei.“

– Koran 4:171, Übersetzung von Khoury
„Er [Gott] hat nicht gezeugt, und Er ist nicht gezeugt worden.“

– Koran 112:3, Übersetzung von Khoury

https://de.wikipedia.org/wiki/Dreifalti ... her_Glaube


Auch der Marienkult wird im Islam, ähnlich wie im Protestantismus, abgelehnt. Nicht die Verehrung der Mutter von Jesus. Auch das, die Jungfräulichkeit, ist vermutlich aus dem griechischen Raum entlehnt. Woher die Brüder von Jesus stammen, ist bei einer Jungfräulichkeit schwer zu verstehen. Aber Glauben ist Glauben. Natürlich gibt es es auch so manches im Judentum oder Islam, wo man schon mal schlucken muß und berechtigt fragen kann, woher das geklaut wurde...

Ich glaube nicht, daß Juden zu dumm waren darauf zu kommen oder später Muslime zu dumm es zu verstehen. Für beide gilt es eben nicht. Es macht für beide keinen Sinn. Da Jesus offenbar eine besondere, übermenschliche Rolle einnehmen sollte, für die Christen nach seinem Tod, wurde dies offensichtlich entwickelt, um ihm einen göttlichen Platz einzuräumen. Für Juden, wie Muslime später war Jesus ein Mensch. Deshalb kommen sie in dieser Frage nicht in Verlegenheit diese Formel entwicklen zu müssen. Also, sind es zwei Götter? Oder ein Gott und "nur" ein Mensch? Nein, sie sind eins. Sache gelöst. Und dazu noch der Heilige Geist.

Die Glaubensysteme bauen alle z.T. aufeinander auf und beeinflußten sich. Die Trinität findet man auch in orientalischen Glaubensystemen (z.B. altagyptischen Religionen). Oder auch bei den Kelten. Vermutlich hat das Christentum sich davon beinflussen lassen. Bzw. hat das Grundgerüst dafür bekommen. Das Judentum hat sich ebenfalls beeinflussen lassen. z.B. von Zoroastrismus. Der Islam sieht sich als Korrektur der alten abrahmatischen Religion. Es erfindet sich erst gar nicht. Sie setzen wieder beim Judentum an. Gott ist unteilbar.

Man kann natürlich darüber streiten, auf religionswissenschaftlicher Ebene oder einfach nur nach Gusto. Letztendlich ist es meist entscheidend, worin man geboren wurde. Das verteidigt man. Egal wie "realistisch" etwas ist.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 7. Aug 2017, 13:27

Liegestuhl hat geschrieben:(07 Aug 2017, 14:15)

Ich persönlich halte auch das legale Töten eines Menschens (zum Beispiel als Henker) für unvereinbar mit dem christlichen Glauben.

legal töten kann auch ein soldat tun bei der verteidigung seines landes. oder ein polizist, wenn es darum geht einen mord vorzubeugen. enfin, ausfüllen bitte.

gerade das vermisse ich in diskussionen: das nuancierte. das versuchen sich situationen vorzustellen wo evt etwas eine notwendigkeit sein könnte oder gerade nicht erlaubt wäre.

dies ist nicht gegen dich, sondern eine ganz allgemeine bemerkung meinerseits. zufällig gabst du mir die gelegenheit, wofür mein dank. :D


nachschrift: mein uronkel weigerte in WK I wehrdienst und verbrachte den krieg im knast. er wurde pastor.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 7. Aug 2017, 13:35

King Kong 2006 hat geschrieben:(07 Aug 2017, 14:25)

Woher die Brüder von Jesus stammen, ist bei einer Jungfräulichkeit schwer zu verstehen.

erstens steht m.e. nirgendwo in der bibel daß es schon brüder gab bevor jesus geboren wurde. noch hab ich gefunden daß maria und joseph nach der geburt jesu auch nicht zusammen lebten.

weiter kenne ich den begriff »bruder« auch in metaphorischen sinn. dann wird von einem gesagt »das ist mein bruder«. nicht weil rede ist von verwandschaft des blutes, sondern der seele.
bei karl may liest man öfter daß winnetou zu old shatterhand sagt »mein bruder«. ;)
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Bleibtreu » Mo 7. Aug 2017, 13:37

Provokateur hat geschrieben:(07 Aug 2017, 12:22)

Deswegen kann es ja sein, dass die Jungfrauen im Paradies auch Weintrauben sind und sich die ganzen Selbstmordattentäter sich für einen Obstteller in die Luft sprengen. Kommt eben nur auf die Vokale an.

Ja ja, die huebsche Geschichte mit den weissen Weintrauben - aber ist das wirklich glaubwuerdig und serioes? Ist das nicht eher ein putziger TaschenspielerTrick eines unbekannten christlichen KoranForschers, fuer den der Koran in Teilen auf christlichen LiturgieTexten beruht? Die Lesart weisse Weintrauben statt Huris ist eine sehr NEUE Interpretation, veroeffentlicht 2000 unter dem Pseudonym Christoph Luxenberg, bis heute bleibt der Autor anonym. Gegen eine NeuInterpretation spricht erst mal grunsaetzlich nichts.

Ignoriert wird bei dieser NEUEN Interpretation, die dazu dient den Koran in mancher Hinsicht zu entschaerfen und den Islam auf den Kopf zu stellen, a) die Kontinuitaet der muendlichen Tradierung [die bestreitet der anonyme KoranForscher einfach, um darauf seine These aufbauen zu koennen] und b) die komplette TafsirTradition der religioesen Exegeten und Gelehrten ueber viele Jahrhunderte hinweg. Also zu Zeiten, als die Menschen noch das klassische HochArabisch des Korans sprachen. Heute wird das klassische HochArabisch zwar selten gesprochen, aber immer noch an den Schulen gelehrt, also verstanden. Kurz, waren die arabischen Muslime und Gelehrten ueber all die Jahrhunderte einfach zu bloede, ihre eigene Sprache richtig zu verstehen? Das muss wohl ernsthaft bezweifelt werden. :D

Es gibt einige christliche Religions"Wissenschaftler"/Theologen, die in Bezug auf den Koran spekulativ wilde Thesen in die Welt setzen. Beispielsweise auch Karl-Heinz Ohlig. Der katholische Theologe entsetzte die Zunft der Orientalisten mit der Behauptung, Mohammed und Jesus seien dieselbe Person, und der Koran sei eigentlich nur eine Art "arabische Bibel" für christianisierte Araber gewesen. Zu Beiden faellt mir nur noch ein [so es sich ueberhaupt um unterschiedliche Personen handelt]: Die Konkurrenz schlaeft nicht, da wird mit allen Mitteln gekaempft der KonkurrenzReligion das Wasser bzw die Basis abzugraben. Ich kann da nur noch silberhell auflachen. :D
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Mo 7. Aug 2017, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.
• This right is the natural right of the Jewish people to be masters of their own fate, like all other nations, in their own sovereign State [Ben-Gurion]

https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 7. Aug 2017, 13:41

Nathan hat geschrieben:(07 Aug 2017, 13:31)

Schon, aber so unendlich viele Worte darum gemacht vermiest dem braven Mohammed die Single-Show.

Der gläubige Christ muss sich nicht mit den komplexen Betrachtungen über die Trinität aufhalten. Er kann nach Kommunion und Firmung frisch von der Leber weg ganz offiziell einfach glauben. Ein, zwei Gebete eröffnen ihm nun alle Möglichkeiten.

Die Story ist einfach: Gott schickt seinen virtuellen Sohn auf die Erde um eine religiöse Botschaft zu verkünden, was den politischen Machthabern nicht gefällt und deswegen der Sohn im Rahmen eines Ritualmords umgebracht wird. Eine klassische Standardsituation. Dies macht ihn zu einem unsterblichen Märtyrer macht. Job erledigt. Der Heilige Geist ist sozusagen die nicht-stoffliche Variante eines göttlichen Botschafters und dient dazu, die Eindrücke des Erstgesandten zu vertiefen.


Sicher ist das Christentum einfach anzunehmen. Aber der Islam noch einfacher. ;)

Die Glaubensformel gegenüber anderen Muslime und fertig. Keine Taufe o.ä.

Allah und Mohammed ist sein Prophet. Glaubst du daran (und was die jeweils aktuell herrschende Meinung darüber ist...) bist du auf der richtigen Seite.

Christentum und Islam haben Botschaften, die offenbar so mainstream sind, daß sie alles anderes weitesgehend verdrängen konnten. *Das ist schon genialistisch. Oder was daraus gemacht wurde. Beide wurden brutal verbreitet, es war aber großen Teilen bei beiden opportun ihm anzugehören. War steuerlich und machtpolitisch opportun. Aber wenn nicht beide auch einen interessanten Gehalt gehabt hätten, der einfach zu vermitteln ist, dann wäre es vielleicht anders verlaufen.

*Nicht unerheblich spielte auch die Rolle, daß die Globalisierung mittels Handelswegen und militärischen Eroberungen natürlich auch Glaubenssysteme benötigten, die überall mithinzunehmen waren. Ein Händler oder Militär, der an einen bestimmten Geist in einem bestimmten Heiligen Gewässer glaubt, der in einem bestimmten Tal in Frankreich oder Persien lebt, kann den nicht mitnehmen, wenn er in Spanien oder auf der Krim zu tun hat. Auch die universellen Anteile des Christentums und Islam sind "unschlagbar". Das geht auch auf dem Mars. Natürlich haben diese Religionen auch ihren Animismus und Polytheismus... Nur übermalt.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Nathan » Mo 7. Aug 2017, 13:50

King Kong 2006 hat geschrieben:(07 Aug 2017, 14:41)

Sicher ist das Christentum einfach anzunehmen. Aber der Islam noch einfacher. ;)

Die Glaubensformel gegenüber anderen Muslime und fertig. Keine Taufe o.ä.

Allah und Mohammed ist sein Prophet. Glaubst du daran (und was die jeweils aktuell herrschende Meinung darüber ist...) bist du auf der richtigen Seite.

Christentum und Islam haben Botschaften, die offenbar so mainstream sind, daß sie alles anderes weitesgehend verdrängen konnten. *Das ist schon genialistisch. Oder was daraus gemacht wurde. Beide wurden brutal verbreitet, es war aber großen Teilen bei beiden opportun ihm anzugehören. War steuerlich und machtpolitisch opportun. Aber wenn nicht beide auch einen interessanten Gehalt gehabt hätten, der einfach zu vermitteln ist, dann wäre es vielleicht anders verlaufen.

*Nicht unerheblich spielte auch die Rolle, daß die Globalisierung mittels Handelswegen und militärischen Eroberungen natürlich auch Glaubenssysteme benötigten, die überall mithinzunehmen waren. Ein Händler oder Militär, der an einen bestimmten Geist in einem bestimmten Heiligen Gewässer glaubt, der in einem bestimmten Tal in Frankreich oder Persien lebt, kann den nicht mitnehmen, wenn er in Spanien oder auf der Krim zu tun hat. Auch die universellen Anteile des Christentums und Islam sind "unschlagbar". Das geht auch auf dem Mars. Natürlich haben diese Religionen auch ihren Animismus und Polytheismus... Nur übermalt.

Das ist echt ein ganz interessanter Aspekt, an den ich bisher nicht gedacht hatte. Danke und ich wusste, es gibt immer wieder kulturelle Bereicherungen in diesem Forum! :thumbup:
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 7. Aug 2017, 14:16

Nathan hat geschrieben:(07 Aug 2017, 14:15)

Das dauert doch alles.

Du würdest den IS und Boko Haram also unbehelligt weiter machen lassen? Nicht unser Problem?
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Nathan » Mo 7. Aug 2017, 14:25

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Aug 2017, 15:16)

Du würdest den IS und Boko Haram also unbehelligt weiter machen lassen? Nicht unser Problem?

Sicher nicht. Die Kreuzzügler stießen auch auf heftige Gegenwehr.

Der IS kriegt gerade seine Packung. Der gewalttätige Teil des politischen islams scheint sich insgesamt nicht mehr auszubreiten. Unser Problem ist es natürlich schon, zumindest indirekt, wegen der Verletzung der Menschenrechte, was zumindest mein humanistisches Empfinden verletzt, aber auch wegen der vielen Flüchtlinge. Das Flüchtlingsproblem ist aber in Wirklichkeit keines, wir wurden nicht gerade "überrannt". Im Gegenteil, daraus könnte für die nächste Generation erheblicher demografischer Gewinn gezogen werden. Kultureller ja sowieso und ein anständiges Verhalten für uns Wohlstandsbürger ist es auch. Und für dich: Das weltweite Ansehen unserer geliebten Nation ist durchaus gestiegen, insgesamt, von partikulären Wutäußerungen einmal abgesehen.

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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 7. Aug 2017, 14:38

Nathan hat geschrieben:(07 Aug 2017, 15:25)

Sicher nicht.

Die Einmischung in solche religiösinterner Konflikte ist aber nicht gern gesehen, man macht sich dann schnell zum Feind und importiert Probleme, heutzutage dann meist als Terroranschläge. Beschleunigt man durch Einmischung die Entwicklung hin zu einer islamischen Aufklärung oder wird sie dadurch verzögert?

Hier geht es nicht um Flüchtlinge, daher gehe ich darauf nicht ein.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Nathan » Mo 7. Aug 2017, 14:51

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Aug 2017, 15:38)

Die Einmischung in solche religiösinterner Konflikte ist aber nicht gern gesehen, man macht sich dann schnell zum Feind und importiert Probleme, heutzutage dann meist als Terroranschläge. Beschleunigt man durch Einmischung die Entwicklung hin zu einer islamischen Aufklärung oder wird sie dadurch verzögert?

Hier geht es nicht um Flüchtlinge, daher gehe ich darauf nicht ein.

Für mich sind IS und Boko Haram äußerst gefährliche Verbrecherorganisationen und sie sind doch auch nicht in "religiösinterne" Konflikte verwickelt, sondern in handfeste Kriege. Da geht es um Macht und Einfluss und die Mittel sind Unterdrückung, Folter und Mord. Ich sehe da nichts ehrliches Religiöses mehr. Sicher, auf dem Banner steht "Islam" aber auf solche Banner kann man viel schreiben wenn der Tag lang ist. Reiner Ettikettenschwindel.

Tatsächlich wird die islamische Aufklärung natürlich durch die westliche Einmischung verzögert. Kommt natürlich auch darauf an wie sie abläuft, diese Einmischung. Meistens läuft sie mit militärischer Gewalt statt missionarischer Geduld ab. Das kommt natürlich nirgendwo gut an, wenn einem Glaubensbruder der Kopf wegfliegt. Aber gerade der IS ist auch für Gespräche mit dem Westen nicht aufgeschlossen. "Alles oder nichts" heißt die Devise, übrigens auch im Westen.

Die islamische Aufklärung braucht Zeit. Generation für Generation steigt der westliche Einfluss, solange es dem Westen wirtschaftlich gut geht. Einen modernen muslimischen Robespierre, der für den guten Zweck ein gruseliges Blutbad anrichtet um gewisse Prozesse zu beschleunigen wünsche ich mir nicht.
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Re: Terrorismus und Islam

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 7. Aug 2017, 15:01

Nathan hat geschrieben:(07 Aug 2017, 15:51)

Reiner Ettikettenschwindel.

So war das beim Christentum ja auch, nur hießen die Terrorgruppen anders.

Tatsächlich wird die islamische Aufklärung natürlich durch die westliche Einmischung verzögert.

Also wäre es ja besser, "wir" würden uns nicht einmischen.

Meistens läuft sie mit militärischer Gewalt statt missionarischer Geduld ab.

Beides ist in meinen Augen kontraproduktiv, Missionierung hin zu einer Aufklärung, dass Allah und Mohammed nur Hokuspokus sind, dürfte in muslimischen Ländern auch reichlich gefährlich sein. Und wäre das nicht auch eine Art Kulturimperialismus, wenn "wir" der islamischen Welt unsere Wertvorstellungen aufzwingen würden?

Die islamische Aufklärung braucht Zeit.

Es ist eben die Frage, was der Westen in der Zwischenzeit tut. Einfach nur mit den Folgen für uns (Terroranschläge, direkte und indirekte Kosten für Flüchtlinge), leben, während in der islamischen Welt Religionskriege mit hunderttausenden oder noch mehr Toten toben? Und gibt es überhaupt Ansätze zu einer Aufklärung, die in den muslimischen Staaten wahrgenommen werden?
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