Flughafen Berlin Brandenburg

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jorikke
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon jorikke » Di 18. Jul 2017, 17:49

frems hat geschrieben:(18 Jul 2017, 18:26)

Ich war erst kürzlich in Toronto und kann Dir versichern: ich möchte nicht tauschen. Da ist kaum Urbanität vorhanden, was auch am chaotischen Städtebau liegt. In Wien, Kopenhagen, Amsterdam etc. lässt es sich nicht schlechter leben, während eine Konzentration wie in England und Frankreich kein Segen ist. Fahr doch mal in den Norden Englands oder in den Süden oder Nordosten Frankreichs aufs platte Land. Zudem sollte man nicht annehmen, dass politische (nicht planerische) Fehler irgendwie eine Besonderheit Berlins oder Deutschlands seien. Es werden zahlreiche Großprojekte fertig und man hört kaum von ihnen, weil die Normalität eben keine Schlagzeilen produziert. Deshalb redest Du ja auch über den BER und nicht über das Berliner Stadtschloss, so wie andere über die Elbphilharmonie meckern, aber nicht über den bisher komplexesten U-Bahnbau in Deutschland mit der Linie U4 direkt nebenan. Läuft halt. Für junge, gut gebildete Arbeitskräfte dürften auch andere Belange relevanter sein als die Zahl der Direktverbindungen. Und da hat Berlin einiges zu bieten, nicht zuletzt die Hochschulen, die trotz Sparzwangs auf ein ordentliches Niveau gebracht wurden -- nicht nur für den schwäbischen Nachwuchs, der nach ein paar Jahren wieder aufs ruhige Land zurückzieht und dort in der Industrie einen gut bezahlten Job annimmt.


Guter Beitrag.
Nichts gegen Berlin. War in meiner Jugend meine Lieblingsstadt. Oft sind wir übers Wochenende von Göttingen nach Berlin, um dort um die Häuser zu ziehen.
Berlin kann die Metropole bleiben und nach außen strahlen. Da nehme ich sogar die großmäuligen Berliner in Kauf.
...aber nicht vergessen, New York, London und Paris sind Metropolen auf Kosten der anderen Städte in den Ländern.
Deutschland ist da geschichtlich gewachsen und dezentral einmalig. Die Hauptstädte der Bundesländer sind, jede für sich, echte Perlen mit eigener Bedeutung. Wer meint dafür Ausdrücke wie Provinzkaffs u.Ä. benutzen zu müssen, vertritt eine Meinung minderer Bedeutung.
Diese durch die Landeshauptstädte sichtbar werdende landsmannschaftliche Eigenart und Besonderheit wird normalerweise hoch anerkannt.
...aber, wie immer, es gibt auch Esel.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Flaschengeist » So 6. Aug 2017, 15:53

Eröffnung erst im Herbst 2019?BER droht offenbar die nächste Blamage

Fünf Mal haben die Planer des Hauptstadtflughafens BER den Eröffnungstermin bereits verschoben. Laut einem Zeitungsbericht bleiben die Terminals noch mindestens zwei weitere Jahre verwaist. Die Baustelle scheint immer noch nicht unter Kontrolle zu sein.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/BER-droht ... 70060.html

Was ist nur aus Deutschland geworden?
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Quatschki » So 6. Aug 2017, 16:11

Flaschengeist hat geschrieben:(06 Aug 2017, 16:53)

http://www.n-tv.de/wirtschaft/BER-droht ... 70060.html

Was ist nur aus Deutschland geworden?

Gut fürs CO2.
Machen Flugzeuge eigentlich auch Stickoxide?
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Flaschengeist » So 6. Aug 2017, 16:13

Quatschki hat geschrieben:(06 Aug 2017, 17:11)

Gut fürs CO2.
Machen Flugzeuge eigentlich auch Stickoxide?



Bei Flugzeugen wird vermutlich nicht gemessen. :)
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Quatschki » So 6. Aug 2017, 16:23

Flugzeuge mit Verbrennungsmotoren sollten in Deutschland generell keine Starterlaubnis mehr erhalten!
Nicht nur auf dem BER!
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Aristide » So 6. Aug 2017, 16:27

Das ist ja wirklich nicht zu fassen. Abreißen und neu bauen wäre vermutlich schneller gewesen.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Flaschengeist » So 6. Aug 2017, 16:43

Quatschki hat geschrieben:(06 Aug 2017, 17:23)

Flugzeuge mit Verbrennungsmotoren sollten in Deutschland generell keine Starterlaubnis mehr erhalten!
Nicht nur auf dem BER!



Genau. Wegen dem Klima... und so.

Sonst werden wir aller sterben! :)

PS: Zum Glück hat die DDR noch die Erdgastrasse aus der SU gebaut. Heute würde das die BRD nicht mehr schaffen.
Zuletzt geändert von Flaschengeist am So 6. Aug 2017, 16:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Quatschki » So 6. Aug 2017, 16:44

"General Clay, die Russen blockieren Berlin! The President of the United States hat beschlossen, die Stadt über eine Luftbrücke zu versorgen. Wann, denken Sie, können die ersten Maschinen landen?"
"Ich schätze mal so, wenn alles glatt geht, in 5-8 Jahren..."
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon jorikke » So 6. Aug 2017, 17:15

Quatschki hat geschrieben:(06 Aug 2017, 17:23)

Flugzeuge mit Verbrennungsmotoren sollten in Deutschland generell keine Starterlaubnis mehr erhalten!
Nicht nur auf dem BER!


Da ist BER Vorreiter. Einmalig in seinem Umweltschutz.
War so geplant. So erklärt sich alles.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon frems » So 6. Aug 2017, 17:42

jorikke hat geschrieben:(06 Aug 2017, 18:15)

Da ist BER Vorreiter. Einmalig in seinem Umweltschutz.
War so geplant. So erklärt sich alles.

Man sollte bei aller Schadenfreude nicht vergessen, dass Berlin zwei funktionierende Flughäfen betreibt. Die sind zwar ziemlich stark ausgelastet, aber bisher können die Flugzeuge abwickelt werden. Das hält also die Zahl der Landungen nicht zurück. Da sind Pilotenstreiks und Vulkanausbrüche jedenfalls effektiver.
Labskaus!

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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Ebiker » So 6. Aug 2017, 18:05

BER ist eigentlich fertig. Nur müssen die Toiletten dauernd auf den neuesten Gender- Standart gebracht werden.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon jorikke » So 6. Aug 2017, 18:14

frems hat geschrieben:(06 Aug 2017, 18:42)

Man sollte bei aller Schadenfreude nicht vergessen, dass Berlin zwei funktionierende Flughäfen betreibt. Die sind zwar ziemlich stark ausgelastet, aber bisher können die Flugzeuge abwickelt werden. Das hält also die Zahl der Landungen nicht zurück. Da sind Pilotenstreiks und Vulkanausbrüche jedenfalls effektiver.


Ich kenne Berlin ja ziemlich gut.
Vulkanausbrüche bringen mich aber ziemlich ins Grübeln.
Die Reste von Pompeji in der Museumsinsel waren kein lokales Berliner Ereignis.
Importiertes Zeug.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Quatschki » So 6. Aug 2017, 18:31

Der Kölner Dom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Aaber man konnte das Gebäude schon relativ frühzeitig entsprechend seiner Zweckbestimmung nutzen.
Und man hat dauerhaft gebaut.
Bei dem heutzutage verbauten Verbundstoff-Gelumpe steht ja spätestens nach 30 Jahren eine Generalsanierung an,
und zwar nicht nach Nutzungsjahren, sondern nach Altersjahren
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon frems » So 6. Aug 2017, 19:49

jorikke hat geschrieben:(06 Aug 2017, 19:14)

Ich kenne Berlin ja ziemlich gut.
Vulkanausbrüche bringen mich aber ziemlich ins Grübeln.
Die Reste von Pompeji in der Museumsinsel waren kein lokales Berliner Ereignis.
Importiertes Zeug.

Nunja, den Vulkanausbruch brachte ich deshalb ins Spiel, weil ich mal auf einer lustigen Veranstaltung in Tegel war, wo einige Vertreter von Airlines, Flughafen, Bürgerinitiativen, Politik usw. diskutierten. Lärmschutz und so. Und da war -- ich muss es leider sagen -- ein CDU-Bezirkspolitiker, der entweder alle Anwesenden für etwas unkritisch und blöde hielt... oder der es selber war und sich etwas hat aufschwatzen lassen. In beiden Fällen spräche es aber nicht für ihn. Jedenfalls sagte er, eine steigende Lärmbelastung, die Anwohner beklagten, sei aus seiner Sicht nicht möglich, da die Statistiken eine andere Sprache sprächen. Er nahm dazu die Starts und Landungen vom April 2009 und verglich sie mit dem selben Zeitraum im Folgejahr. Und da gingen tatsächlich die Bewegungen am Flughafen nach unten. Entwarnung! Weniger Luftverkehr! Alles wird gut! Bedauerlicherweise (für ihn) rief jemand aus dem Publikum (ich war's nicht) dazwischen, dass im April 2010 doch der isländische Vulkan mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen ausgebrochen sei und zahlreiche Flüge gestrichen wurden, weshalb es doch nicht verwunderlich sei, wenn es weniger wurde als im Vorjahr 2009. Der Vertreter vom Flughafen, dem der Einwand wohl auch etwas peinlich war, musste dann leider etwas sagen, was er vermutlich gerne vermieden hätte: im Trend wächst Tegel seit vielen Jahren recht stark und die gefühlt gestiegene Belastung, insb. auch der im Normalfall nicht zulässigen Nachtflüge, sei somit in der Tat schlüssig und nachvollziehbar.

Aber eines Tages, im April 2010, war plötzlich alles anders, Charlotte und Horst schauten sich an und haben gegrübelt. Irgendetwas stimmte nicht. Jemand hatte die Flugzeuge aus ihrem niedrigen Himmel entfernt. Sie bekamen eine Ahnung davon, wie es sein könnte, wenn eines gar nicht mehr so fernen Tages Stille draußen herrschen würde. Und es gab auch einen Verantwortlichen für diesen merkwürdigen Umstand, der trug einen eigenartigen Namen, wie sie später erfuhren, nämlich Eyjafjallajökull und war ein Vulkan auf Island. Die riesige Aschewolke, die er ausspie, hatte den nordeuropäischen Flugverkehr lahmgelegt. Auch von Tegel flog kein Flugzeug ab. Titius schwärmt noch heute: „Es war wie im Paradies. Ich dachte, ich schwebe.“

http://www.tagesspiegel.de/berlin/wohne ... 568-2.html

CDU und Tegel, das ist ein ganz merkwürdige Liebe. Heute verweist witzigerweise Rot-Rot-Grün auf den BER-Planfeststellungsbeschluss, den der CDU-Senat von Diepgen damals auf den Weg brachte und die Schließung Tegels zur Bedingung machte, weil es die Bundesregierung Kohls so wollte und die Kollegen von CDU und CSU in Wiesbaden und München Angst davor hätten, dass dort das führende Drehkreuz Deutschlands für den Luftverkehr entstehen könnte. Auch einer der Gründe, warum man den BER an einem Ort baute, der nur sehr eingeschränkt nutz- und kaum erweiterbar ist. Zudem hat man entgegen aller Prognosen der Verkehrsexperten den BER zu klein dimensioniert, was wiederum einer der Gründe für die Kostensteigerungen und Verzögerungen war, da man im laufenden Baubetrieb die Planungen geändert hat, um mehr Kapazitäten zu kriegen. Und jeder, der sich ein wenig mit Planung auskennt, weiß, dass das kein günstiges unterfangen ist; auch wenn es möglicherweise billiger ist als später, wenn der BER in Betrieb ist, die Kapazitäten zu erhöhen.

Nun brachte die FDP einen Volksentscheid auf den Weg (findet am selben Tag wie die Bundestagswahl statt), um Tegel offenzuhalten, solange nicht gewährleistet werden kann, dass der BER tatsächlich ausreicht (was nicht der Fall sein wird, wann auch immer das Ding eröffnet wird). In Umfragen sieht's für das Vorhaben ganz gut aus, da 60-70% der Berliner dafür stimmen wollen (und sei es nur, um dem jetzigen Senat eins auszuwischen). Und siehe da:

Berliner CDU will Flughafen Tegel offen halten
http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-07/f ... terbetrieb

Wobei man da auch erstmal abwarten muss, ob die Berliner tatsächlich für Tegel stimmen. Und wenn sie es tun, ist eine Offenhaltung auch noch nicht gewiss. Zwar gehen die meisten Rechtsexperten davon aus, dass man diesen Punkt des Planfeststellungsbeschlusses streichen kann. Aber Berlin ist ja nur einer von drei Partnern, die dort werkeln. Mit beteiligt, was gerne vergessen wird, ist im selben Umfang der Bund und das Land Brandenburg, auf dessen Gebiet der Flughafen komplett liegt. Das heißt, dass weder der Berliner Senat, noch das Berliner Abgeordnetenhaus eigenständig entscheiden könnte, ob der Beschluss überarbeitet wird. Sie können nur dafür werben, was sicherlich interessant wird, wenn alle drei Koalitionspartner bisher für die Schließung waren. Selbiges gilt für die Koalition in Potsdam. Aber im Bund sieht's ja nicht nennenswert anders aus. Dobrindt hat sich endlich mal in das Thema eingemischt, was aber in diesem Falle nicht gut ankam, da das Bundeskanzleramt sofort beschwichtigen musste und der Regierungssprecher in einer Eilmeldung mitteilte, dass die Bundesregierung weiterhin an der Schließung Tegels festhält. Und dann kam noch anschließend Genosse Kauder und warb für die Offenhaltung. Das Chaos ist nahezu perfekt.

BER-Eigner fordern Krisensitzung nach Dobrindt-Äußerungen
http://www.tagesspiegel.de/berlin/disku ... 53548.html

Und zum Schluss noch etwas mehr Entertainment aus den letzten Wochen:

Hauptstadtflughafen als Ewigbaustelle, Tegel vor der Schließung - mit seinen Flughäfen ist Berlin vollauf beschäftigt. Nun kommt Billigflieger Ryanair mit einer neuen Forderung um die Ecke: nach einem dritten Standort.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 58633.html
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Dampflok94 » Mo 7. Aug 2017, 07:47

frems hat geschrieben:(06 Aug 2017, 20:49)
Wobei man da auch erstmal abwarten muss, ob die Berliner tatsächlich für Tegel stimmen. Und wenn sie es tun, ist eine Offenhaltung auch noch nicht gewiss. Zwar gehen die meisten Rechtsexperten davon aus, dass man diesen Punkt des Planfeststellungsbeschlusses streichen kann.

Welche Rechtsexperten sollen das bitte sein. Fast alle bisherigen Stellungnahmen gehen davon aus, daß die Schließung eine absolute Bedingung ist und nicht gekippt werden kann, weil dann die ganze Planfeststellung leider ungültig wäre. Also Tegel oder BER. Und geht nicht.

Und Tegel hat leider eigentlich gar keine Betriebserlaubnis mehr. Auch hier geht die Mehrheit der Juristen davon aus, diese müßte nach heutigen Maßstäben neu beantragt werden. Was praktisch chancenlos wäre. Von den Kosten ganz abgesehen.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Provokateur » Mo 7. Aug 2017, 07:50

Man hätte besser den Flughafen Frankfurt einfach "geklont". Der läuft ja.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Dampflok94 » Mo 7. Aug 2017, 07:56

Provokateur hat geschrieben:(07 Aug 2017, 08:50)

Man hätte besser den Flughafen Frankfurt einfach "geklont". Der läuft ja.

Das funzt nicht. Du würdest weder FRA noch MUC in ihrer Form heute noch genehmigt bekommen. Da gibt es ständig Änderungen in den gesetzlichen Bestimmungen.

Außerdem ist jeder Flughafen anders. Sowohl was die Lage als auch was die Anforderungen angeht. Da ist eine Kopie wenig brauchbar. Ein Flughafen ist doch kein Fertighaus.
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon frems » Mo 7. Aug 2017, 18:39

Dampflok94 hat geschrieben:(07 Aug 2017, 08:47)

Welche Rechtsexperten sollen das bitte sein. Fast alle bisherigen Stellungnahmen gehen davon aus, daß die Schließung eine absolute Bedingung ist und nicht gekippt werden kann, weil dann die ganze Planfeststellung leider ungültig wäre. Also Tegel oder BER. Und geht nicht.

Und Tegel hat leider eigentlich gar keine Betriebserlaubnis mehr. Auch hier geht die Mehrheit der Juristen davon aus, diese müßte nach heutigen Maßstäben neu beantragt werden. Was praktisch chancenlos wäre. Von den Kosten ganz abgesehen.

Z.B. der WD des Abgeordnetenhauses und des Bundestags:

Der Berliner Flughafen Tegel könnte laut einem weiteren Gutachten in Betrieb bleiben. Berlin bräuchte dafür aber das Einverständnis Brandenburgs und des Bundes, wie aus einer Stellungnahme des Wissenschaftlichen Parlamentsdienstes des Berliner Abgeordnetenhauses hervorgeht.

Über das Papier aus dem Jahr 2013 berichtet der "Spiegel". Das Gutachten, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, stützt sich in weiten Teilen auf eine ähnliche Untersuchung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags.

http://www.zeit.de/news/2017-03/31/luft ... n-31181003

Oder ein Gutachten der Berater von FE, aber da ist der Auftraggeber etwas... befangen:

Die Planfeststellungsbeschlüsse für Tegel und BER lassen sich widerrufen. Aufgrund des deutschen Verwaltungsrechts könnten sogar bestandskräftig gewordene Akten widerrufen beziehungsweise geändert werden, wie es im Gutachten heißt.

Somit müsste man aus juristischer Sicht nichts befürchten. Selbst im Falle eines Widerrufs benötigt man keine neue Betriebsgenehmigung oder einen neuen Planfeststellungsbeschluss. Einzig betroffene Interessen und Rechtspositionen müsste in einer Planungsentscheidung abgewogen werden.

https://www.tag24.de/nachrichten/gutach ... lin-274564

Ob es aber überhaupt zu einem richterlichen Urteil jemals kommen wird, steht natürlich noch in den Sternen. Ohne Zustimmung von Bund und Brandenburg wird das nichts, selbst wenn eine Mehrheit im September für die Offenhaltung Tegels ist. Apropos:

Das Interessante ist, dass im Zentrum des Spotts stets Berlin steht. Als sei der BER nur ein Berliner Problem. Dabei gehört er drei verschiedenen Körperschaften: neben Berlin und dem Bund auch noch Brandenburg. Dort, in der Gemeinde Schönefeld, wird der Airport gebaut. Trotzdem schafft es das Land, den Eindruck zu erwecken, lediglich Leidtragender der Berliner Unfähigkeit zu sein.

"Brandenburg hat es geschickt verstanden, sich in eine Opferrolle zu begeben", sagt Christoph Schulze, der jahrelang SPD-Landtagsabgeordneter war, bis er 2011 aus der Fraktion austrat – wegen des Missmanagements am Flughafen. Heute ist er dessen größter Kritiker. Schulze hat 2014 wieder ein Direktmandat im Landtag geholt, jetzt als Vertreter der Freien Wähler. "Die Landesregierung", sagt Schulze, "hat alle Fehlentscheidungen am BER mitgetragen." Die erste große Fehlentscheidung sei die Standortwahl gewesen. Die Gemeinde Schönefeld liegt zwar besonders nah an Berlin, was den Hauptstädtern wichtig war, allerdings in einer so urbanen Gegend, dass viele Anwohner von Fluglärm betroffen sein werden. Brandenburgs Landesregierung wusste das, warnte – und verhinderte nichts. Schon heute spekulieren viele über Mega-Staus, die es geben werde, wenn der Flughafen erst eröffnet sei.

http://www.zeit.de/2017/32/brandenburg- ... ung-schuld
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon frems » Mo 28. Aug 2017, 09:05

Pünktlich vier Wochen vor dem Referendum präsentiert der neue Chef am BER-Bau Ausbaupläne bis 2040, da der Flughafen bekanntlich viel zu klein ist und dies das Hauptargument der TXL-Befürworter ist/war: http://www.tagesspiegel.de/berlin/haupt ... 44636.html
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Re: Flughafen Berlin Brandenburg

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 4. Sep 2017, 18:53

Nach einem Wasserrohrbruch im Flughafen haben sich jetzt an einer Decke Schimmelflecken gebildet.
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