Berliner Raser wegen Mordes verurteil

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Wie empfinden sie das Urteil gegen zwei Raser?

Zu hart, eine Tötungsabsicht hat nicht bestanden.
13
33%
Zu soft, eine anschliessende Sicherheitsverwahrung sollte noch dazu kommen.
2
5%
Genau richtiges Urteil.
25
63%
 
Abstimmungen insgesamt: 40
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Eiskalt
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Eiskalt » Di 28. Feb 2017, 19:27

PeterK hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:39)

Es kommt darauf an. Wenn der "68 Kilo Mann" ein fitter Kampfsportler ist, der den Angriff des Dicken auch mit milderen Mitteln abwehren könnte: Eher nicht. Weglaufen ist übrigens auch häufig eine Alternative ;).

Fraglich wäre im Übrigen auch, warum Dein "68 Kilo Mann" eigentlich einen Meuchelpuffer dabei hat.


Das ist ja die Frage wie so etwas ausgelegt wird oder werden könnte. Gehen wir davon aus das Ding ist legal. Oder sagen wir halt 3 Einbrecher kommen in dein Haus. Reicht die Tatsache das es drei sind quasi schon aus?
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Eiskalt
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Eiskalt » Di 28. Feb 2017, 19:35

Cat with a whip hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:37)

Nur wenn dazu die Bedigungen im Paragrafen erfüllt sind. Was ist denn so schwer daran zu kapieren!? Tip: Weniger spamen und labern, mehr denken.



Was quatscht du mich denn hierso blöd von der Seite an?
Benimm dich mal.

Es ist hier um juristische Feinheiten gegangen und ich habe etwas abgeschweift. Die Bedingungen sind auch bei dieser Sache eben eine Frage der Auslegung daher.

Hier werden Meinungen diskutiert also komm nicht mit solchen Sprüchen wie weniger labern und denken.

Du tust ja so als hättest du die Weisheit mit Löffeln gefressen. Denk du mal lieber über deinen Diskussionsstil nach.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Adam Smith » Di 28. Feb 2017, 19:36

Welfenprinz hat geschrieben:(28 Feb 2017, 19:07)

In Verbindung mit einem Unfall.
Verstösse gegen Lenk-und Ruhezeiten allein erfasst,landen nicht bei Gericht.


Raser landen auch nicht vor Gericht.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon PeterK » Di 28. Feb 2017, 19:39

Eiskalt hat geschrieben:(28 Feb 2017, 19:27)
Das ist ja die Frage wie so etwas ausgelegt wird oder werden könnte. Gehen wir davon aus das Ding ist legal. Oder sagen wir halt 3 Einbrecher kommen in dein Haus. Reicht die Tatsache das es drei sind quasi schon aus?

Das Erfreuliche - und wie ich meine Richtige - an der deutschen Rechtsprechung ist, dass sie jeden Fall individuell beurteilt/beurteilen muss; eine generelle Lizenz zum Losballern kann Dir also niemand erteilen ;). Wenn sich herausstellt, dass das Losballern (ex ante betrachtet) das mildeste Mittel war, das Dir zur Verfügung stand, dann war's ok. (Ich erinnere an den "Rocker", der einen SEK-Beamten durch die Tür erschoss.)
Zuletzt geändert von PeterK am Di 28. Feb 2017, 19:42, insgesamt 2-mal geändert.
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Adam Smith
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Adam Smith » Di 28. Feb 2017, 19:40

Eiskalt hat geschrieben:(28 Feb 2017, 19:27)

Das ist ja die Frage wie so etwas ausgelegt wird oder werden könnte. Gehen wir davon aus das Ding ist legal. Oder sagen wir halt 3 Einbrecher kommen in dein Haus. Reicht die Tatsache das es drei sind quasi schon aus?


Das hängt vom Richter ab.

Als Ernst B. an diesem 13. Dezember um 21.45 Uhr in den Garten geht, um seinen Hund zu füttern, greifen sie ihn. Sie zerren ihn ins Haus. Labinot und ein anderer Täter halten ihn auf einem Stuhl fest, die anderen drei suchen nach dem Safe mit den vermeintlichen Millionen. Plötzlich ein hohes Jaulen. Die Alarmanlage. Die Räuber geraten in Panik, fliehen über die Terrasse nach draußen in die Kälte. Dann ein Schuss. Ein zweiter. Beim dritten ein Schrei. Labinot trifft eine Kugel zwischen den Schultern, abgefeuert aus nur zwei Meter Entfernung. Das Projektil zerfetzt seine Hauptschlagader.


http://www.taz.de/!5114838/

Die Täter fliehen und der Hausbesitzer schießt einen in den Rücken. Zu diesem Sachverhalt gibt es hier aber auch einen Strang.
Zuletzt geändert von Adam Smith am Di 28. Feb 2017, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Cat with a whip » Di 28. Feb 2017, 19:41

Eiskalt hat geschrieben:(28 Feb 2017, 19:27)

Das ist ja die Frage wie so etwas ausgelegt wird oder werden könnte. Gehen wir davon aus das Ding ist legal. Oder sagen wir halt 3 Einbrecher kommen in dein Haus. Reicht die Tatsache das es drei sind quasi schon aus?


Was sollen diese Schwachsinnsfragen? Nein. Dazu muß noch aus Sicht desjenigen, der sich auf Notwehr beruft, eine relevante Bedrohung kommen.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Eiskalt » Di 28. Feb 2017, 19:50

Cat with a whip hat geschrieben:(28 Feb 2017, 19:41)

Was sollen diese Schwachsinnsfragen? Nein. Dazu muß noch aus Sicht desjenigen, der sich auf Notwehr beruft, eine relevante Bedrohung kommen.


Seit wann sind Einbrecher keine Bedrohung?
Das ist auch keine Schwachsinnsfrage meine Fresse diskutier doch mal ordentlich oder halt einfach die Backen. Wenn du eine Meinung hast, sag sie nimm dir ein Beispiel an PeterK und Adam.
Aber komm nicht mit "Was sollen diese Schwachsinnsfrage "?
"nicht labern sondern denken"!

Mach hier mal nicht einen auf oberschlau und super Typ. Diskutier ordentlich mit mir oder halt einfach deine Backen ok?
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Welfenprinz » Di 28. Feb 2017, 19:55

Adam Smith hat geschrieben:(28 Feb 2017, 19:36)

Raser landen auch nicht vor Gericht.


Verstoss gegen Lenk- und Ruhezeiten: Sozial- und Arbeitsgesetz. Bearbeitende Behörde: Gewerbeaufsichtsamt. Sanktion: Geldstrafe. Keine Punkte,kein Führerscheinentzug.

Geschwindigkeitsüberschreitung:Ahndung nach StVO
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon PeterK » Di 28. Feb 2017, 20:22

Julian hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:54)
Damit macht man aber die Gesetze für Nichtjuristen unverständlich. Gesetze sollten meiner Meinung nach so formuliert sein, dass sie von einem Menschen mit einer gewissen Allgemeinbildung verstanden werden können, und zwar ohne Kenntnis des ganzen Strafgesetzbuches. In anderen Ländern geht das ja auch.

Naja. Soo kompliziert ist es ja nun auch nicht. Wenn man z.B. § 15 StGB kennt, kann man doch viele andere §§ des StGB (bezüglich der Frage des geforderten Vorsatzes) recht gut verstehen. Man muss aber halt immer genau lesen und kapieren, was man so liest. Das ist aber nicht nur in der Rechtswissenschaft so.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Dieter Winter » Di 28. Feb 2017, 20:39

Eiskalt hat geschrieben:(28 Feb 2017, 16:48)

STGB Parag. 211

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

(2) Mörder ist, wer

aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,

heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder

um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,

einen Menschen tötet.


https://dejure.org/gesetze/StGB/211.html


Ganz so simpel liegt der Sachverhalt nicht. Die Prüfung erfolgt nach bestimmten Schemata. In jedem einzelnen ist Vorsatz erforderlich. Hier ist das Thema ausführlich behandelt:

http://www.juraindividuell.de/artikel/g ... bs-2-stgb/
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Julian » Di 28. Feb 2017, 22:05

PeterK hat geschrieben:(28 Feb 2017, 20:22)

Naja. Soo kompliziert ist es ja nun auch nicht. Wenn man z.B. § 15 StGB kennt, kann man doch viele andere §§ des StGB (bezüglich der Frage des geforderten Vorsatzes) recht gut verstehen. Man muss aber halt immer genau lesen und kapieren, was man so liest. Das ist aber nicht nur in der Rechtswissenschaft so.


Ich würde mir wünschen, dass einzelne Gesetze in sich verständlich sind, soweit es eben möglich ist. In diesem Fall wäre es möglich, wird aber nicht gemacht, da Verständlichkeit offensichtlich gar kein Ziel der deutschen Juristerei ist. Schade. Das sieht man aber auch schon daran, wie gestelzt deutsche Gesetze formuliert sind; da werden ganz einfache Dinge zu sprachlichen Monstersätzen aufgeblasen.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon PeterK » Di 28. Feb 2017, 22:30

Julian hat geschrieben:(28 Feb 2017, 22:05)
Ich würde mir wünschen, dass einzelne Gesetze in sich verständlich sind, soweit es eben möglich ist. In diesem Fall wäre es möglich, wird aber nicht gemacht, da Verständlichkeit offensichtlich gar kein Ziel der deutschen Juristerei ist. Schade. Das sieht man aber auch schon daran, wie gestelzt deutsche Gesetze formuliert sind; da werden ganz einfache Dinge zu sprachlichen Monstersätzen aufgeblasen.

Ich könnte mir vorstellen, dass auch Du - so wie ich - nach eingehender Beschäftigung mit den wirklich wichtigen Grundlagen unseres Rechtssystems zu dem Schluss kämest, dass wir uns glücklich schätzen können, sie zu haben - gerade wegen ihrer Differenziertheit (und scheinbaren "Komplexität").
Zuletzt geändert von PeterK am Mi 1. Mär 2017, 08:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon garfield336 » Mi 1. Mär 2017, 08:21

Audi hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:12)
Die fetten Luxus Karossen die Mal 75000 € gekostet haben bekommt man teilweise unter 10 000€. Die Gefahr wächst


Man braucht keine fette Luxuskarosse mit viel PS um mit 150km/h durch eine Stadt zu fahren.

Das habe ich schon vor 20 Jahren mit einem OpelCorsa erlebt (als Beifahrer)
Das ging damals so: Fahrer: Ich schaffe es in genau 7Minuten nach hause, ich: Nein, niemals, Fahrer: doch wetten? und wir sind losgebrettert und ich bekam Angst aber der Fahrer stoppte nicht. (Es war 3Uhr morgens)
Zuletzt geändert von garfield336 am Mi 1. Mär 2017, 08:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon garfield336 » Mi 1. Mär 2017, 08:25

schelm hat geschrieben:(28 Feb 2017, 18:41)

Lt. Presse waren es 11 (!) rote Ampeln....


Das ist ja dann kein Versehen mehr.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Dampflok94 » Mi 1. Mär 2017, 10:04

PeterK hat geschrieben:(28 Feb 2017, 20:22)

Naja. Soo kompliziert ist es ja nun auch nicht. Wenn man z.B. § 15 StGB kennt, kann man doch viele andere §§ des StGB (bezüglich der Frage des geforderten Vorsatzes) recht gut verstehen. Man muss aber halt immer genau lesen und kapieren, was man so liest. Das ist aber nicht nur in der Rechtswissenschaft so.

Naja, das Lesen allein reicht nicht. Auch das Richterrecht spielt in D eine nicht unwesentliche Rolle. Allein schon deswegen, weil das Recht nicht ohne eine ganze Menge unbestimmter Rechtsbegriffe auskommt. Nicht auskommen kann. Und daher gäbe es sehr viel mehr zu lesen. Ich bin stolzer Eigentümer des Beck'schen Kurz-Kommentars von Thomas Fischer zum StGB. Über 2.500 Seiten, in denen dann noch auf weiterführende Literatur verwiesen wird. Etwas üppig für Otto Normalbürger. Aber deswegen gibt es eben Juristen. Und die müssen das nicht ohne Grund studieren.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon PeterK » Mi 1. Mär 2017, 10:09

Dampflok94 hat geschrieben:(01 Mar 2017, 10:04)

Naja, das Lesen allein reicht nicht. Auch das Richterrecht spielt in D eine nicht unwesentliche Rolle. Allein schon deswegen, weil das Recht nicht ohne eine ganze Menge unbestimmter Rechtsbegriffe auskommt. Nicht auskommen kann. Und daher gäbe es sehr viel mehr zu lesen. Ich bin stolzer Eigentümer des Beck'schen Kurz-Kommentars von Thomas Fischer zum StGB. Über 2.500 Seiten, in denen dann noch auf weiterführende Literatur verwiesen wird. Etwas üppig für Otto Normalbürger. Aber deswegen gibt es eben Juristen. Und die müssen das nicht ohne Grund studieren.

Das stimmt. Deshalb sollte man auch Urteile lesen (können) ;). Das Thema hatten wir gerade in einem der "Flüchtlings"-Threads.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Julian » Mi 1. Mär 2017, 10:33

PeterK hat geschrieben:(28 Feb 2017, 22:30)

Ich könnte mir vorstellen, dass auch Du - so wie ich - nach eingehender Beschäftigung mit den wirklich wichtigen Grundlagen unseres Rechtssystems zu dem Schluss kämest, dass wir uns glücklich schätzen können, sie zu haben - gerade wegen ihrer Differenziertheit (und scheinbaren "Komplexität").


Glaube ich eher nicht; ich bin da von Berufs wegen zu wissenschaftlich und zu pragmatisch geprägt. Wenn bei doch ähnlich gelagerten Fällen einmal lebenslänglich (Berlin) und einmal eine Bewährungsstrafe (Köln) rauskommt, kann es mit der Logik, Konsistenz und Verständlichkeit unseres Rechtssystems nicht sehr weit her sein. Für mich klingt das eher nach Willkür, die durch juristisch gestelzte Sprache wissenschaftlich verbrämt wird.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Dampflok94 » Mi 1. Mär 2017, 11:37

Julian hat geschrieben:(01 Mar 2017, 10:33)

Glaube ich eher nicht; ich bin da von Berufs wegen zu wissenschaftlich und zu pragmatisch geprägt. Wenn bei doch ähnlich gelagerten Fällen einmal lebenslänglich (Berlin) und einmal eine Bewährungsstrafe (Köln) rauskommt, kann es mit der Logik, Konsistenz und Verständlichkeit unseres Rechtssystems nicht sehr weit her sein. Für mich klingt das eher nach Willkür, die durch juristisch gestelzte Sprache wissenschaftlich verbrämt wird.

Die Rechtswissenschaft ist aber keine Naturwissenschaft. Jeder Fall liegt anders und muß individuell betrachtet werden. Wenn Du also sagst, zwei Fälle seien ähnlich, dann sind sie eben genau das. Und eben nicht identisch. Und schon kleine Unterschiede können zu völlig unterschiedlichen Sachlagen führen.
Dazu kommt die subjektive Komponente, die man nicht ausschalten kann. Das hat nichts mit der Sprache zu tun. Die ist natürlich spezifisch, wie in vielen anderen Berufszweigen auch. Aber das kann man lernen.
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Julian » Mi 1. Mär 2017, 11:46

Dampflok94 hat geschrieben:(01 Mar 2017, 11:37)

Die Rechtswissenschaft ist aber keine Naturwissenschaft. Jeder Fall liegt anders und muß individuell betrachtet werden. Wenn Du also sagst, zwei Fälle seien ähnlich, dann sind sie eben genau das. Und eben nicht identisch. Und schon kleine Unterschiede können zu völlig unterschiedlichen Sachlagen führen.
Dazu kommt die subjektive Komponente, die man nicht ausschalten kann. Das hat nichts mit der Sprache zu tun. Die ist natürlich spezifisch, wie in vielen anderen Berufszweigen auch. Aber das kann man lernen.


Wie auch immer. Für mich klingt das nicht nach juristischen Feinheiten, sondern eher nach Willkür oder Inkompetenz. Was an den Fällen in Berlin und Köln so unterschiedlich sein soll, wird wohl niemand erklären können. Mal sehen, was die nächsten Instanzen dazu äußern werden.

Ein Aufschrei ging durch Köln, als das Landgericht die Totraser vom Auenweg im April vergangenen Jahres mit milden Bewährungsstrafen nach Hause schickte.
Mit ihren Mercedes und BMW hatten sich Erkan F. (24) und Firat M. (23) im April 2015 in Deutz ein Straßenrennen geliefert und eine Radfahrerin (19) überfahren.


http://www.focus.de/regional/koeln/koel ... 21522.html
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Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mi 1. Mär 2017, 21:18

jack000 hat geschrieben:(28 Feb 2017, 13:05)

Ich frage mich, wie solche Flachzangen überhaupt einen Führerschein bekommen konnten. Der theoretische Test hätte die doch total überfordern müssen.

in meinem fahrschuljahrgang waren 3 chaoten, die nie einen führerschein hätten bekommen dürfen. aber es gilt ja die unschuldsvermutung. der eine hatte irgendwelche probleme vor roten ampeln zu halten. der ist tagtäglich über rote ampeln gefahren und es hat ein halbes jahr gedauert, bis er den schein los war. ein wunder, dass nix passiert ist. der andere fuhr grundsätzlich nur auf rennslicks, hat auch monate gedauert, bis der führerschein weg war.
der dritte hat ständig überholt wenn er nicht sehen konnte, ob jemand entgegen kam. hat auch ewig gedauert, bis er den schein los war....
„Machen Sie sich jeden Tag ein Geschenk. Ungeplant. Ohne darauf zu warten. Lassen Sie es einfach zu.“ –Dale Cooper, Twin Peaks

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