"Harte Strafen, die sich unter den Jungmännern herumsprechen

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Welfenprinz
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Re: "Harte Strafen, die sich unter den Jungmännern herumsprechen

Beitragvon Welfenprinz » Fr 6. Feb 2009, 13:07

jack000 hat geschrieben:Es geht hier aber nicht um entlassene resozialisierte oder nicht-resozialisierte Strafgefangene, sondern um Täter mit ellenlangen Vorstrafenlisten, die noch nie einen Knast von innen gesehen haben. Somit ist es doch nachvollziehbar, dass wenn keinerlei oder nicht nennenswerten Konsequenzen zu fürchten sind, dass hemmungslos weitergemacht wird..


Und wenn sie dann aus dem Knastaufenthalt in die selbe Umgebung zurück kommen ohne dass sich grundlegende Verhaltensmuster geändert haben?
Das ist so als wenn man unter Suchttherapie verstünde, dass x Wochen Abstinenz eine Sucht besiegen würden.

zugegeben den Erfolg auf grund eines Schockerlebnis gibt es. Aber das ist nicht zielgerichtet sondern eher zufällig. Und beim Knastaufenthalt wohl auch milieubegrenzt, auf ds Söhnchen aus dem Vorstadtbungalow. Jemand aus den bestimmten Vierteln wird den Knastaufenthalt eher als Imagepunkt verbuchen und business as usual weitermachen.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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jack000
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Re: "Harte Strafen, die sich unter den Jungmännern herumsprechen

Beitragvon jack000 » Fr 6. Feb 2009, 19:25

JansSammerlath hat geschrieben:
Und wenn sie dann aus dem Knastaufenthalt in die selbe Umgebung zurück kommen ohne dass sich grundlegende Verhaltensmuster geändert haben?
Das ist so als wenn man unter Suchttherapie verstünde, dass x Wochen Abstinenz eine Sucht besiegen würden.


Das ist richtig, die Entlassung aus dem Knast muss eine entsprechende Vorbereitung haben. Aber es ist ja nicht so, dass man im Knast keine Möglichkeiten hätte. Ausbildungsmöglichkeiten, Therapien, etc... werden angeboten.

Jemand aus den bestimmten Vierteln wird den Knastaufenthalt eher als Imagepunkt verbuchen und business as usual weitermachen.


Die Zustände in den Knästen sind in der Tat ein Problem und das muss angegangen werden. Solange es z.B. möglich ist an Handys, Drogen, etc.. zu kommen, wie auch weitere Annehmlichkeiten (Damenbesuch, etc...) wird ein Knast als nicht so schlimm hingenommen. Daher müssen Knäste wieder Orte sein, wo man nie wieder hinwill, bzw. gar nicht erst rein.
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: "Harte Strafen, die sich unter den Jungmännern herumsprechen

Beitragvon Aventuricus » So 8. Feb 2009, 11:56

gretel hat geschrieben:na, da werde ich mal kritisch nachgoogeln.


Hab ich schon gemacht und bin dabei u. a. auf folgende Ergebnisse gestoßen:

"Christoph Frank, der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, sagt: "Die Formel härtere Strafen gleich höhere Abschreckung gleich weniger Straftaten ist schlicht falsch."" http://www.bildblog.de/2705/alle-krimin ... -ueberall/

"Nach einer Übersichtsstudie des Rechtswissenschaftlers Olaf Hohmann von der Berliner Humboldt Universität wirkt eine hohe Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, viel abschreckender als das Strafmaß." http://science.orf.at/science/news/132666

"Diejenigen, die damit erreicht werden sollen, schreckt es nicht, wenn die Höchststrafe von zehn auf fünfzehn Jahre angehoben wird. Und die restlichen werden dieses Strafmaß sowieso kaum je erreichen. [...] Das Strafmaß für Jugendliche und Heranwachsende zu erhöhen ist somit bestenfalls eine wirkungslose Maßnahme. Sie klingt nur gut. [...] Der Einfluss der Strafhöhe auf die Zahl der Straftaten ist einfach sehr klein." http://www.zeit.de/online/2008/02/jugen ... ter?page=2

"Der Sherman-Report in den USA hat das Versagen von Schock-Inhaftierungen, „Boot Camps“ und Gefängnis-Probier-Programmen nachgewiesen. Bei uns zeigt die Rückfallstatistik eine um zehn Prozent höhere Rückfälligkeit der Jugendarrestanten gegenüber den sogar zu Jugendstrafe Verurteilten, die unter Bewährung stehen. Ambulante, sozialpädagogisch ausgefüllte Maßnahmen sind eben freiheitsentziehenden überlegen. Jugendarrest bedeutet zumeist ein bisschen Knast, negatives Lernen in einer Subkultur mit Hackordnung und illegalen Geschäften, Gewöhnung an Haft, Verschlechterung anschließender stützender Sozialarbeit." http://www.zeit.de/online/2008/02/jugen ... t?page=all
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Re: "Harte Strafen, die sich unter den Jungmännern herumsprechen

Beitragvon Maschine » So 8. Feb 2009, 20:56

Billie Holiday hat geschrieben:Jungmänner und Jungfrauen! 8)

Muß schon alles gerecht zugehen.


Wenn man das schon spezifiziert, sollte man auch so ehrlich sein und da noch die Herkunftskomponente hinzufügen.

Deutsche Jungmänner und Jungfrauen sind in der überwiegenden Mehrheit nämlich nur die zusammengeschlagenen und abgezogenen Opfer. Sie mit in diesen Topf zu werfen wird der Sache nicht gerecht.

Aber wir wollen nicht kleinlich sein und gleich diesen wunden Punkt ansprechen, bei dem bei SozPäd-Gutmenschen sofort das Nazometer anspringt.

Hauptsache, es passiert überhaupt erstmal was, da sei diese Verumglimpfung Unschuldiger verziehen.

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