Landflucht in Deutschland und die Folgen

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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon frems » Mi 5. Mär 2014, 19:58

jack000 » Mi 5. Mär 2014, 18:58 hat geschrieben:Der Vergleich sieht so aus:
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inh ... ac30a.html
Allerdings sagt das m.E. auch nicht sehr viel aus, da man es mit den Einkommen in Relation ziehen muss.

Und ist noch immer günstig. Übrigens: In dem Link geht's nur um Neuvermietungen. Sagt auch nichts über Sozialwohnungen, exklusive Lagen etc. pp. aus. Deshalb immer Vorsicht.

Man wird sich vermutlich auch mit weniger zufrieden geben. Während es in der Peripherie für ein Haus reichte, reicht es in den Kernstädten halt nur für eine Wohnung. Dafür spart man sich lange Arbeitswege mit den entsprechenden Kosten und Zeitverlust (Denn die meisten Abgewanderten werden ja nach wie vor in Hamburg gearbeitet haben).

Ging so. Wie gesagt, die Arbeitslosenquote war hoch, aber ja, viele pendelten anschließend. Wohnen in der Innenstadt hat damals ja auch keinen Spaß gemacht. Es war laut, dreckig, kriminell... wer konnte, der zog weg. Heute ist das nicht so problematisch. Weniger Verkehrsunfälle, Lärm und Abgase dank Fahrzeugtechnik, Tempolimits usw., haben da schon einiges gemacht, ebenso der Ausbau des ÖPNV. Statt einer rumpeligen Straßenbahn, saust man heute bequem schneller als mit MIV mit der U-Bahn von A nach B. Zudem ändern sich gesellschaftliche Prioritäten hin und wieder. Sieht vielleicht in 30 Jahren auch wieder anders aus, wer weiß das schon.

Dieses krasse Beispiel Hamburg (Was die hohen Wanderungen in doch recht kurzer Zeit betrifft) könnte auch bedeuten, dass sich der Trend mal umkehrt. Denn Löhne steigen ja nicht automatisch nur weil die Mieten steigen.

Wenn Fachkräfte nicht mehr nach Hamburg kommen aufgrund der Mietpreise, dann werden die Löhne steigen müssen. Ebenso führt eher eine höhere Kaufkraft auch zu höheren Mieten. Wobei der Wohnungsmarkt nicht so das Problem ist. Schwierig wird's in einigen, angesagten Vierteln. Und es stiegen ja nicht nur die Mieten leicht über die Jahre:

Der überwiegende Teil der Hamburger ist ökonomisch abgesichert. 83 Prozent der Eltern in Hamburg verfügen über mittlere bis gehobene Einkommen. Das mittlere verfügbare Einkommen bei Paaren mit Kindern erhöhte sich von 2770 Euro im Jahr 2000 auf 4110 Euro im Jahr 2010 (plus 48 Prozent). Auch bei Alleinerziehenden stieg das durchschnittliche Einkommen von 1590 auf 2140 Euro (plus 35 Prozent).

http://www.mopo.de/nachrichten/sozialbe ... 24196.html
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon jack000 » Mi 5. Mär 2014, 20:23

frems » Mi 5. Mär 2014, 19:58 hat geschrieben:
jack000 » Mi 5. Mär 2014, 18:58 hat geschrieben:Der Vergleich sieht so aus:
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inh ... ac30a.html
Allerdings sagt das m.E. auch nicht sehr viel aus, da man es mit den Einkommen in Relation ziehen muss.

Und ist noch immer günstig. Übrigens: In dem Link geht's nur um Neuvermietungen. Sagt auch nichts über Sozialwohnungen, exklusive Lagen etc. pp. aus. Deshalb immer Vorsicht.

Man wird sich vermutlich auch mit weniger zufrieden geben. Während es in der Peripherie für ein Haus reichte, reicht es in den Kernstädten halt nur für eine Wohnung. Dafür spart man sich lange Arbeitswege mit den entsprechenden Kosten und Zeitverlust (Denn die meisten Abgewanderten werden ja nach wie vor in Hamburg gearbeitet haben).

Ging so. Wie gesagt, die Arbeitslosenquote war hoch, aber ja, viele pendelten anschließend. Wohnen in der Innenstadt hat damals ja auch keinen Spaß gemacht. Es war laut, dreckig, kriminell... wer konnte, der zog weg. Heute ist das nicht so problematisch. Weniger Verkehrsunfälle, Lärm und Abgase dank Fahrzeugtechnik, Tempolimits usw., haben da schon einiges gemacht, ebenso der Ausbau des ÖPNV. Statt einer rumpeligen Straßenbahn, saust man heute bequem schneller als mit MIV mit der U-Bahn von A nach B. Zudem ändern sich gesellschaftliche Prioritäten hin und wieder. Sieht vielleicht in 30 Jahren auch wieder anders aus, wer weiß das schon.

Dieses krasse Beispiel Hamburg (Was die hohen Wanderungen in doch recht kurzer Zeit betrifft) könnte auch bedeuten, dass sich der Trend mal umkehrt. Denn Löhne steigen ja nicht automatisch nur weil die Mieten steigen.
Wenn Fachkräfte nicht mehr nach Hamburg kommen aufgrund der Mietpreise, dann werden die Löhne steigen müssen.

Bedingt ... irgendwann ist der Break-Even erreicht, bei dem die Firmen nicht mehr die Löhne erhöhen, sondern abhauen.

In Stuttgart ist es soweit, dass sich erhebliche Staus bilden wenn man zur Feierabendzeit nach Stuttgart fahren möchte, da offensichtlich viele Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz außerhalb haben und Stuttgart eher nur noch "Wohnstadt" ist und außer Kneipen, Shopping-Center, Wohnhäuser und ein paar Büros keine Industriellen Arbeitsplätze mehr gibt.

Daher gehe ich davon aus, das mehr Stuttgarter im Umland arbeiten als umgekehrt.

Ebenso führt eher eine höhere Kaufkraft auch zu höheren Mieten.

=> Wie gewonnen so zerronnen!
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon frems » Mi 5. Mär 2014, 20:29

jack000 » Mi 5. Mär 2014, 20:23 hat geschrieben:Bedingt ... irgendwann ist der Break-Even erreicht, bei dem die Firmen nicht mehr die Löhne erhöhen, sondern abhauen.

Wohin denn? Die Mieten sind ja nicht hoch. Da wird noch viel Wasser den Rhein runterlaufen bis jemand einen Job in Hamburg nicht annehmen kann, weil er keine Möglichkeit hat, eine bezahlbare Miete zu finden.

In Stuttgart ist es soweit, dass sich erhebliche Staus bilden wenn man zur Feierabendzeit nach Stuttgart fahren möchte, da offensichtlich viele Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz außerhalb haben und Stuttgart eher nur noch "Wohnstadt" ist und außer Kneipen, Shopping-Center, Wohnhäuser und ein paar Büros keine Industriellen Arbeitsplätze mehr gibt.

Daher gehe ich davon aus, das mehr Stuttgarter im Umland arbeiten als umgekehrt.

Ist doch erstmal eine schöne Entwicklung. Da muß man notfalls mit guten Leitsystemen und Stärkung alternativer Verkehrsträger dafür sorgen, daß Leute umsteigen. Aber solange sie alle weiterhin mit dem Auto fahren wollen, scheint es ja nicht so schlimm zu sein. Und innenstadtnahe Arbeitsplätze wollen viele dann ja auch möglichst verhindern...

=> Wie gewonnen so zerronnen!

Nee, wieso? Ist ja nicht so als würde jede Lohnsteigerung von der Miete aufgefressen werden. Erst recht nicht, wenn man nur wie in Deinem Link Neuvermietungen heranzieht. Zudem steigt die Lebensqualität. Die Leute wollen ja nicht weg. :?:
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon jack000 » Mo 31. Mär 2014, 20:02

Plötzlich kommen die Großstädter

Wanfried ist vielen ein Rätsel. Die Stadt in Osthessen verliert Einwohner, bringt aber mit Erfolg Fachwerkhäuser auf den Markt. Wie schafft sie das?

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/s ... 70377.html

Sicherlich ist nicht alles im Lot, aber aktuell kommen mehr Menschen als gehen. Sicherlich hängt das auch damit zusammen, dass man sich einen ruhigen Altersruhesitz sucht. Ab einer bestimmten Größe lohnt es sich auch wieder Einzelhandel zu betreiben, so das diese Ortschaften auch noch Lebensqualität besitzen.

Für alle "sterbenden" Ortschaften wird es aber keine Möglichkeiten geben, die Verhältnisse zu ändern ... für einige aber schon.
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon Rōnin » Mo 31. Mär 2014, 20:20

jack000 » Mo 3. Mär 2014, 21:47 hat geschrieben:Ländliche Regionen verrecken, in städtischen Regionen explodieren die Mieten:
http://www.spiegel.tv/filme/landflucht-der-deutschen/

- Wie kann dieser Trend gestoppt werden?
- Muss dieser Trend überhaupt gestoppt werden?
- Warum wird investiert in Wohn- und Gewerberaum der sehr teuer ist?
- Warum sind ländliche Regionen mit günstigen Preisen und guter Infrastruktur so unattraktiv für Investoren?
- Wird sich dieser Trend umkehren?



Das hört sich gut an. Wer will schon in der Stadt mitten zwischen Asozialen leben?

Viele Firmengründungen finden auch auf dem Land statt. Besonders das produzierende Gewerbe. Schon deshalb da die Grundstückspreise um einiges niedriger liegen und die Logistik besser funktioniert. Ein ordentlicher Straßen und Schienenanschluss vorausgesetzt.
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon jack000 » Mo 31. Mär 2014, 21:02

Rōnin » Mo 31. Mär 2014, 21:20 hat geschrieben:
jack000 » Mo 3. Mär 2014, 21:47 hat geschrieben:Ländliche Regionen verrecken, in städtischen Regionen explodieren die Mieten:
http://www.spiegel.tv/filme/landflucht-der-deutschen/

- Wie kann dieser Trend gestoppt werden?
- Muss dieser Trend überhaupt gestoppt werden?
- Warum wird investiert in Wohn- und Gewerberaum der sehr teuer ist?
- Warum sind ländliche Regionen mit günstigen Preisen und guter Infrastruktur so unattraktiv für Investoren?
- Wird sich dieser Trend umkehren?

Viele Firmengründungen finden auch auf dem Land statt. Besonders das produzierende Gewerbe. Schon deshalb da die Grundstückspreise um einiges niedriger liegen und die Logistik besser funktioniert. Ein ordentlicher Straßen und Schienenanschluss vorausgesetzt.

Am letzteren scheitert es häufig. Insgesamt sehe ich da kein allgemeines Verrecken von ländlichen Regionen, sondern eine "Winner/Looser"-Entwicklung.
=> Da die Einwohnerzahl in Deutschland trotz Zuwanderung sinken wird, werden manche Regionen sterben müssen.
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon Rōnin » Mo 31. Mär 2014, 21:06

jack000 » Mo 31. Mär 2014, 21:02 hat geschrieben:
Rōnin » Mo 31. Mär 2014, 21:20 hat geschrieben:Viele Firmengründungen finden auch auf dem Land statt. Besonders das produzierende Gewerbe. Schon deshalb da die Grundstückspreise um einiges niedriger liegen und die Logistik besser funktioniert. Ein ordentlicher Straßen und Schienenanschluss vorausgesetzt.

Am letzteren scheitert es häufig. Insgesamt sehe ich da kein allgemeines Verrecken von ländlichen Regionen, sondern eine "Winner/Looser"-Entwicklung.
=> Da die Einwohnerzahl in Deutschland trotz Zuwanderung sinken wird, werden manche Regionen sterben müssen.



Das ist doch schön. Da haben wir mehr Platz zum wandern. :thumbup:
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon Helmuth_123 » Do 3. Apr 2014, 12:55

jack000 » Mo 3. Mär 2014, 22:47 hat geschrieben:Ländliche Regionen verrecken, in städtischen Regionen explodieren die Mieten:
http://www.spiegel.tv/filme/landflucht-der-deutschen/

- Wie kann dieser Trend gestoppt werden?
- Muss dieser Trend überhaupt gestoppt werden?
- Warum wird investiert in Wohn- und Gewerberaum der sehr teuer ist?
- Warum sind ländliche Regionen mit günstigen Preisen und guter Infrastruktur so unattraktiv für Investoren?
- Wird sich dieser Trend umkehren?


1. Ausbau der Infrastruktur (ÖPNV, Bahnverkehr, aber auch PKW und Krafträder sind wichtige Fortbewegungsmittel im ländlichen raum. Dazu gehört aber auch der sichere und schnelle Zugriff aufs Internet.
Föderung von Menschen die sich im ländlichen Raum ansiedeln wollen und dazu Grund erwerben oder Häuser bauen bzw. ausbauen/sanieren wollen/müssen.
Förderung regionaler Wirtschaft.
Förderung von ländlichen Apotheken, Arztpraxen etc.
Kulturangebote ausbauen bzw. besere Anbindung an die kulturellen Zentren (siehe Infrastruktur)
Moped-Führerschein mit 15.

2. JA!

3. Dazu kann ich kein Kommentar geben.

4. möglicherweise fehlende Arbeistkräfte, fehlende Kunden, fehlende Infrastruktur, keine Anbindung an andere Betriebe, Großhändler etc.

5. Ich hoffe es. Dafür muss man aber Geld in die Hand nehmen und es muss sich auch unsere Wirtschaft (hin zu mehr Regionalität und Dezentralität) und usnere Gesellschaft umstellen (Einbindung in eine Gemeinschaft vor individualistischer Lebensweise).
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon Ach Gott » Do 3. Apr 2014, 13:31

Auf manchen Dörfern regieren noch Kopftuch, Scharia und Haberfeldtreiben.
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Diese Benutzer lese oder beantworte ich nur sporadisch: Alexyessin Bakelit Darklightbringer IndianRunner Joker Marmelada Parchuchel Postix pikant dampflok99 hardliner capejazz tantis und der Stalker in blau.
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon Thomas I » Do 3. Apr 2014, 13:41

Rōnin » Mo 31. Mär 2014, 22:06 hat geschrieben:
jack000 » Mo 31. Mär 2014, 21:02 hat geschrieben:Am letzteren scheitert es häufig. Insgesamt sehe ich da kein allgemeines Verrecken von ländlichen Regionen, sondern eine "Winner/Looser"-Entwicklung.
=> Da die Einwohnerzahl in Deutschland trotz Zuwanderung sinken wird, werden manche Regionen sterben müssen.



Das ist doch schön. Da haben wir mehr Platz zum wandern. :thumbup:


Und können endlich ohne Gekreisch irgendwelcher NIMBYs die INfrastrukturen zwischen den Städten ausbauen.

Ich bin mit dem ICE in drei Stunden in Paris. Warum nicht auch in Hamburg, Berlin oder Dresden?
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon nichtkorrekt » Do 3. Apr 2014, 13:54

Alexander Zwo » Mi 5. Mär 2014, 08:52 hat geschrieben:Durch Planwirtschaft ist das ganz einfach erreichbar. Man schafft eben wohnortnahe Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Und wenn die Leute trotzdem nicht da bleiben wollen, erhöht man eben dort die Löhne und senkt sie dafür in den Städten.
Man baut schöne große Schulen und Bädern auch auf dem flachen Land, sorgt für Läden mit reichlich Auswahl etc...
Man steckt vereinfacht gesagt, soviel Geld in den ländlichen Raum, bis niemand mehr wegzieht!

Der Kapitalismus dagegen macht alles kaputt, da funktioniert das nicht.


Schonmal überlegt, dass das platte Land eben kein "Land" mehr ist, wenn man es mit Fabriken, Wohnungen, großen Schulen etc., zubetoniert?
Wer nicht AfD wählt, wählt Merkel.
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon frems » Do 3. Apr 2014, 19:07

Helmuth_123 » Do 3. Apr 2014, 13:55 hat geschrieben:1. Ausbau der Infrastruktur (ÖPNV, Bahnverkehr, aber auch PKW und Krafträder sind wichtige Fortbewegungsmittel im ländlichen raum. Dazu gehört aber auch der sichere und schnelle Zugriff aufs Internet.
Föderung von Menschen die sich im ländlichen Raum ansiedeln wollen und dazu Grund erwerben oder Häuser bauen bzw. ausbauen/sanieren wollen/müssen.
Förderung regionaler Wirtschaft.
Förderung von ländlichen Apotheken, Arztpraxen etc.
Kulturangebote ausbauen bzw. besere Anbindung an die kulturellen Zentren (siehe Infrastruktur)
Moped-Führerschein mit 15.

Passiert doch alles schon. Die produktiven Orte pumpen Milliarden zu den Hinterwäldlern, damit die halbwegs eine Infrastruktur haben, die sie sich nie selbst leisten könnten. Wieso soll man da noch mehr reinpumpen statt dort zu investieren, wo es einen Mehrwert erzeugt? Aber gut, Moped-Führerschein. Dürfte den demographischen Wandel weiter beschleunigen. :|

2. JA!

NEIN!!

(sogar zwei Ausrufezeichen)

3. Dazu kann ich kein Kommentar geben.

Versuch's mal.

4. möglicherweise fehlende Arbeistkräfte, fehlende Kunden, fehlende Infrastruktur, keine Anbindung an andere Betriebe, Großhändler etc.

Sind einige der Gründe. Und nun müßte man überlegen, wieso Arbietskräfte etc. fehlen.

5. Ich hoffe es. Dafür muss man aber Geld in die Hand nehmen und es muss sich auch unsere Wirtschaft (hin zu mehr Regionalität und Dezentralität) und usnere Gesellschaft umstellen (Einbindung in eine Gemeinschaft vor individualistischer Lebensweise).

Passiert doch. Der gezogene Einheitsbrei führt derzeit dazu, daß Wachstum und Zukunft in vielen Städten Deutschlands stattfinden und das in sämtlichen Ecken der Republik. Desurbanisten mag keiner. :p
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon Rōnin » Do 3. Apr 2014, 23:52

Thomas I » Do 3. Apr 2014, 13:41 hat geschrieben:
Rōnin » Mo 31. Mär 2014, 22:06 hat geschrieben:

Das ist doch schön. Da haben wir mehr Platz zum wandern. :thumbup:


Und können endlich ohne Gekreisch irgendwelcher NIMBYs die INfrastrukturen zwischen den Städten ausbauen.

Ich bin mit dem ICE in drei Stunden in Paris. Warum nicht auch in Hamburg, Berlin oder Dresden?



Was wollen Sie denn in Paris?

Fahren Sie lieber nach Mekpom. :) Da ist die Luft viel besser.
Zuletzt geändert von Rōnin am Do 3. Apr 2014, 23:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon frems » So 6. Apr 2014, 02:30

An manchen Orten gibt's auch einen kleinen Gegentrend. Aber das ist natürlich die Ausnahme. ;)

Plötzlich kommen die Großstädter
Wanfried ist vielen ein Rätsel. Die Stadt in Osthessen verliert Einwohner, bringt aber mit Erfolg Fachwerkhäuser auf den Markt. Wie schafft sie das?

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/s ... 70377.html
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon frems » Di 17. Jun 2014, 18:21

Und weiter geht die Party:

Die Deutschen zieht es in die Großstädte. Vor allem junge Menschen verlassen die ländlichen Regionen. Gleichzeitig sind die Metropolen heute auch zunehmend für Familien attraktiv, sodass Eltern mit kleinen Kindern immer seltener ins Umland ziehen.

Experten sehen in der Renaissance der Städte einen anhaltenden Trend und prognostizieren für 2030 stark steigende Einwohnerzahlen für Städte wie München, Frankfurt, Berlin oder Hamburg – mit erheblichen Folgen für den Wohnungsmarkt und die Infrastruktur.

"Die Kernstädte gewinnen immer mehr an Attraktivität", stellt Nikola Sander vom Vienna Institute of Demography fest. Die Bevölkerungswissenschaftlerin hat in einer Studie die Binnenwanderung der Deutschen analysiert und eine neue Landflucht ausgemacht.

Am höchsten ist die Mobilität in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen. Da in Deutschland mittlerweile fast so viele junge Menschen studieren wie eine duale Ausbildung beginnen, entwickeln sich die Universitätsstädte zu Magneten. Auch die Chancen auf gute Jobs sind in den Metropolen vielfach besser, sodass das Gros der Jungakademiker nicht in die alte Heimat zurückkehrt.

http://www.welt.de/wirtschaft/article12 ... polen.html
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon frems » Di 22. Jul 2014, 21:42

Schon bei seiner Amtseinführung im Februar dieses Jahres hatte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) erklärt, dass er sich als Wirtschaftsminister des ländlichen Raums verstehe. Wenig später verkündete er, wieder "Lust aufs Land" wecken zu wollen. Jetzt macht er sich daran, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

"Wir werden ein Bundesprogramm ländliche Entwicklung auflegen", sagte Schmidt der "Welt am Sonntag". Ziel sei es, zukunftsweisende Projekte zu fördern, die das Leben auf dem Land attraktiv machen sollen. Angefangen von Post- und Bankdienstleistungen über die Energieversorgung bis hin zu flexiblen Mobilitätsformen. Für das Programm sind im ersten Haushaltsentwurf der Bundesregierung zunächst zehn Millionen Euro im Jahr veranschlagt.

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... erden.html

Immerhin nur zehn Mio., die pro Jahr verbrannt werden sollen.

Doch so mancher Politiker in der Provinz hofft offenbar immer noch, dass es irgendwann einmal wieder so wird wie früher. Die im Eichsfeld lebende grüne Politikerin Viola von Cramon hält dagegen: "Wir müssen uns endlich eingestehen, dass wir uns in einem Schrumpfungsprozess befinden. Und den müssen wir begleiten", fordert die ehemalige Bundestagsabgeordnete.

So sieht das auch Ulrich Harteisen von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst. "Zehn Kilometer von der Stadt entfernt beginnt die Problemzone", erläutert er. Der Göttinger Professor kennt die Probleme des Eichsfelds ganz genau und hat die Probleme des Wandels in der Region über Jahre wissenschaftlich erforscht. Sein Fazit: "Wir brauchen eine aktive Schrumpfungsplanung" – und das bezieht er nicht nur auf Südniedersachsen, sondern auf ganz Deutschland.

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... erfer.html

So sieht's aus.
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon frems » Mi 23. Jul 2014, 16:42

Bloß Niedersachsen entkommt dem Demografie-Desaster

Landflucht und niedrige Geburtenraten lassen viele Gegenden ausbluten. Bis zum Jahr 2030 werden fast überall Arbeitsplätze verschwinden. Doch für West-Niedersachsen erwarten Ökonomen rosige Zeiten.

http://www.welt.de/wirtschaft/article13 ... aster.html
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon NMA » Fr 19. Sep 2014, 19:52

Wichtig sind halt

a) Die Spreu vom Weizen trennen. Nicht mit der Förder-Gießkanne ins Grüne sondern genau schauen, was man tatsächlich aufgeben sollte und wo sichs lohnt.
b) und individuell lösen, was "aufgeben" denn nun heißen soll. "Nicht die Infrastruktur zum Menschen, sondern die Menschen zur Infrastruktur" bringen, und helfen statt ausbluten lassen, schließen sich nicht einander aus.
Zuletzt geändert von NMA am Fr 19. Sep 2014, 19:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon HugoBettauer » Sa 20. Sep 2014, 08:14

Heutzutage sind immer mehr Arbeiten unabhängig davon, wo man gerade ist. Eine große Chance für ländliche Gemeinden, sofern die lächerlichen Investitionen in Kommunikation irgendwie bezahlt werden. Wasser, Strom und Scheiße liegen ja überall a.
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt
ist alles neu
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt
ist alles neu und anders als früher.
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Re: Landflucht in Deutschland und die Folgen

Beitragvon frems » Di 25. Nov 2014, 16:46

Die urbanen Zentren: wachsend, wirtschaftsstark, jung und dienstleistend. Das Land: schrumpfend, wirtschaftsschwach, alt und agrarisch. Ist das unsere Zukunft - oder doch nur Statistik?

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 82332.html

SoleSurvivor hat geschrieben:Heutzutage sind immer mehr Arbeiten unabhängig davon, wo man gerade ist. Eine große Chance für ländliche Gemeinden, sofern die lächerlichen Investitionen in Kommunikation irgendwie bezahlt werden. Wasser, Strom und Scheiße liegen ja überall a.

Schon. Die Frage ist aber, ob die gesuchten Arbeiter aufs Land ziehen wollen. Und das tun gerade nachgefragte Fachkräfte, z.B. junge Akademiker, eher selten: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobund ... 89303.html

Da kann man auf dem Land auch mehr verdienen und/oder günstiger leben. Die Lebensqualität schätzen viele anders ein und die Flucht aufs Land, wie wir sie vor 50 Jahren hatten, gilt nicht mehr als prestigeträchtig. Da macht sich ein "Ich wohn in Frankfurt, Berlin, Köln, München, ..." meist besser als das Dorf im Nirgendwo.
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