Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

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Ein Terraner
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 23. Apr 2018, 10:48

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 11:41)

Ich bin der Meinung, dass Strafen die allermeisten Menschen von einer Tat abhalten.


Dazu müssten die allermeisten Menschen erstmal Jura studieren und wissen was so alles Strafbar ist.
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Tom Bombadil
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Apr 2018, 10:52

Studieren die denn in Singapur alle Jura?
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 23. Apr 2018, 10:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 11:52)

Studieren die denn in Singapur alle Jura?

Wissen die in Singapur denn alle genau was Strafbar ist ?
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hafenwirt
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon hafenwirt » Mo 23. Apr 2018, 11:15

Brainiac hat geschrieben:(22 Apr 2018, 21:08)

Wenn dieser Strang hochpopt, kommt mir jedesmal eine Frage, die ich jetzt einfach mal loswerde. Und zwar, warum muss ein so weit entferntes Land als Vorbild herhalten.

Welche Politik und welche Justiz gut funktioniert, ist ja ua. abhängig von Kultur und Mentalitäten. Die in einem weit entfernten Staat vermutlich eher von den unsrigen abweichen, als bei europäischen Staaten. Warum gibt es keinen Strang "X - ein Vorbild für Deutschland", X aus (West-) Europa. Das würde ich jedenfalls ernster nehmen.

Und wenn aus Europa kein Staat auch nur ansatzweise die hier angepriesenen Vorzüge Singapurs aufweist, wird das seine Gründe haben. Geschichte, Gepflogenheiten, Kultur, Mentalität. Die man alle nicht mal eben ändert.


Genau das ist auch ein Punkt, den ich im Kopf hatte. Man bedenke nur die Bedeutung von Alkohol in unseren Breitengraden und die Bedeutung von Alkohol in z.B. Singapur. Dann wird man feststellen, in Deutschland (bzw. Europa) ist diese historisch, letztlich auch bedingt durch den Anbau entsprechender Mittel, höher.

Was passiert, wenn wir Alkohol konsumieren? Viel Alkohol, nicht nur ein Bier. Dann werden wir leichtsinnig und handeln nicht rational. Tun vielleicht sogar Dinge, bei denen wir am nächsten Tag aufwachen und uns schämen. Wer nicht rational handelt, dem helfen auch keine hohen Strafen - daran wird gar nicht gedacht. Entsprechend sehe ich das Wegwerfen von Müll und viele andere Tätigkeiten des Vandalismus als Folge von Alkoholkonsum. Bevor hier wieder die üblichen Beiträge kommen: Keine Entschuldigung, aber eine Erklärung, ein kausaler Zusammenhang. Wer schonmal nach einer Party oder sonstigen Veranstaltungen (Karneval, Festivals) aufgeräumt hat, weiß wovon ich rede. Und das tun tausende Menschen ja nicht, weil es alles Schmutzfinken sind.

Oder was Zigaretten betrifft, auch wenn dies einem Wandel unterliegt. In diesem Fall haben ich keine Daten zu Singapur, aber es ist nicht unüblich seine Kippe wegzuschnippen. Diese Szene kommt auch im ein oder anderen Film vor, spannend ist auch, wenn man den Satz "schnippte seine Zigarette" bei Google eingibt (https://www.google.de/search?q=%22schni ... e&ie=UTF-8) und auf zahlreiche Romane, Bücher stößt.

So eine Diskussion zur Ursache von bestimmten kulturellen Symbolen, Codes und Verhaltensweisen und ob man die in irgendeiner Weise bekämpfen kann, ist spannender als das was hier passiert, in dem über mehrere Seiten eigentlich nur wiederholt wird "Singapur ist toll, weil die Strafen hoch sind. Strafen rauf in Deutschland und dann gehts dem kriminellen Pack endlich an die Knute, jawollja!"
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Apr 2018, 11:36

Ein Terraner hat geschrieben:(23 Apr 2018, 11:54)

Wissen die in Singapur denn alle genau was Strafbar ist ?

Offensichtlich wissen sie gut genug Bescheid, denn sonst würden ja alle verprügelt, säßen im Knast oder in der Todeszelle oder wären total verarmt.

Um bei Interesse ein StGB zu lesen und zu erkennen, welche Taten strafbar sind, muss man auch kein Jura studiert haben.
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 23. Apr 2018, 12:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 12:36)

Offensichtlich wissen sie gut genug Bescheid, denn sonst würden ja alle verprügelt, säßen im Knast oder in der Todeszelle oder wären total verarmt.

Um bei Interesse ein StGB zu lesen und zu erkennen, welche Taten strafbar sind, muss man auch kein Jura studiert haben.

Wo ist hier die Logik ? Damit das auf geht müsstest du jedem Menschen unterstellen das er sofort irgendwelche Taten begehen würde die er nur nicht begeht weil er weiß das es strafbar ist. Du nimmst also an das die Menschen von Grund auf absolut schlecht sind und nur Aufgrund des Wissens um die Strafe das unterdrücken.

P.S. Brichst du eigentlich nur nirgends ein weil du weißt das darauf eine Strafe steht ?
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Haegar » Mo 23. Apr 2018, 12:52

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 11:41)

Gibt es denn in Europa ein vergleichbares Land wie Singapur?

Ich persönlich halte viele Dinge außerhalb des politischen Systems in Singapur für vorbildlich geregelt, und nein, damit sind auch keine Körperstrafen inkl. der Todesstrafe gemeint. Sicherlich sind viel Dinge einfacher zu regeln, weil es eben noch ein autoritäreres System als in den europäischen Demokratien ist, aber soll uns das denn daran hindern, uns gut funktionierende Dinge dort anzuschauen und versuchen, sie zu importieren? Warum? Wenn Tauben füttern in D 5000,- € kosten darf, warum darf man so eine horrende Strafe nicht auch für weggeworfene Taschentücher, Kaugummis oder Kippen aufrufen und dann auch durchsetzen? Ich bin der Meinung, dass Strafen die allermeisten Menschen von einer Tat abhalten. Wäre dem nicht so, wäre unser StGB in weiten Teilen sinnlos.


Vorletzter Satz klingt sehr gewagt. Ich glaube es liegt bei mir nicht an dem StGB, dass ich keine Kinder schlachte und verspeise...
Oder Tauben füttere. Aber bei den Vorgartenzwergen meines Nachbarn könnte ich in Versuchung kommen.
Über den Sinn des StGB verweise ich wieder auf die Schriften der Bundeszentrale für Bildung. Oder einfach mal googeln.
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon hafenwirt » Mo 23. Apr 2018, 13:13

Haegar hat geschrieben:(23 Apr 2018, 13:52)

Vorletzter Satz klingt sehr gewagt. Ich glaube es liegt bei mir nicht an dem StGB, dass ich keine Kinder schlachte und verspeise...
Oder Tauben füttere. Aber bei den Vorgartenzwergen meines Nachbarn könnte ich in Versuchung kommen.
Über den Sinn des StGB verweise ich wieder auf die Schriften der Bundeszentrale für Bildung. Oder einfach mal googeln.


Kommt vielleicht auf die Erziehung an. Bei mir hieß es damals "Man schlägt keine anderen Menschen, du weißt selbst das Schmerzen am Körper keine schöne Sache sind. Und da das andere Menschen auch nicht spüren sollen, lässt du das sein". Vielleicht gibt es in diesem Land ja Kinder, bei denen es heißt "Man schlägt keine Menschen, denn nach §223 kann es bis zu 5 Jahre Haft oder Geldstrafe dafür geben".

Aber ich sehe das wie sie. Vor allem, da es sogar auf diverse Sachverhalte Strafen gibt, bei denen Bundesbürger gar nicht wissen, dass sie verboten sind. Mord, Gewalt, Diebstahl, weiß wohl jeder, dass es verboten ist und auch oft grob wie der Strafrahmen ist (5-20 Jahre). Aber ob der durchschnittliche Bürger das Strafmaß bei § 204 Verwertung fremder Geheimnisse, § 265d Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben oder § 325a Verursachen von Lärm, Erschütterungen und nichtionisierenden Strahlen kennt und es nur deswegen sein lässt?
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Brainiac » Mo 23. Apr 2018, 14:46

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 11:41)

Gibt es denn in Europa ein vergleichbares Land wie Singapur?

Das frage ich ja. Und wenn nicht, frage ich, warum nicht. Sind die europäischen Staaten alle zu blöd, auf die richtige Idee zu kommen?

Ich persönlich halte viele Dinge außerhalb des politischen Systems in Singapur für vorbildlich geregelt, und nein, damit sind auch keine Körperstrafen inkl. der Todesstrafe gemeint. Sicherlich sind viel Dinge einfacher zu regeln, weil es eben noch ein autoritäreres System als in den europäischen Demokratien ist, aber soll uns das denn daran hindern, uns gut funktionierende Dinge dort anzuschauen und versuchen, sie zu importieren?

Was genau denn? "Schuldige härter bestrafen" ist ja jetzt keine Idee, auf die man ohne Singapur nicht gekommen wäre. Gibt es von dort irgendetwas Konkretes, was dir vorschwebt?

Ich finde es unsinnig, wenn so argumentiert wird: "In Singapur wird härter bestraft und es lebt sich dort besser als hier, also sollten wir auch härter bestrafen". Dafür sind vermutlich viel zu viele Dinge anders, angefangen beim politisch/rechtlichen System und den gesellschaftlichen Ansprüchen daran.
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Apr 2018, 15:40

Haegar hat geschrieben:(23 Apr 2018, 13:52)

Vorletzter Satz klingt sehr gewagt.

Warum gibt es dann überhaupt Strafen? Dass man keine Kinder schlachtet und frisst ist - wie so vieles - einfach Sache der Sozialisation, bei Kannibalen sieht das bei dem Beispiel dann schon wieder anders aus. Dass man Regeln einhalten soll, bekommt man schon als Kleinkind eingetrichtert, dazu gehört sowohl die moralische als auch die rechtliche Seite, selbst die geduldigsten Eltern werden irgendwann bei zu großer Renitenz eine Strafe aussprechen. Nein, niemand muss das StGB auswendig lernen, das braucht man auch in Singapur nicht, wenn man vernünftig erzogen wurde, es gibt aber anscheinend nicht wenige Menschen, die nicht vernünftig genug erzogen wurden, denen muss man dann mit empfindlichen Strafen beikommen, damit sie ihr unerwünschtes Verhalten (Babys fressen, vollgeschissene Windeln in den Bach schmeißen, in Häuser und Wohnungen einbrechen, Drogen verkaufen, Sachen beschädigen) abstellen.
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 23. Apr 2018, 15:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 16:40)

Warum gibt es dann überhaupt Strafen? Dass man keine Kinder schlachtet und frisst ist - wie so vieles - einfach Sache der Sozialisation, bei Kannibalen sieht das bei dem Beispiel dann schon wieder anders aus. Dass man Regeln einhalten soll, bekommt man schon als Kleinkind eingetrichtert, dazu gehört sowohl die moralische als auch die rechtliche Seite, selbst die geduldigsten Eltern werden irgendwann bei zu großer Renitenz eine Strafe aussprechen. Nein, niemand muss das StGB auswendig lernen, das braucht man auch in Singapur nicht, wenn man vernünftig erzogen wurde, es gibt aber anscheinend nicht wenige Menschen, die nicht vernünftig genug erzogen wurden, denen muss man dann mit empfindlichen Strafen beikommen, damit sie ihr unerwünschtes Verhalten (Babys fressen, vollgeschissene Windeln in den Bach schmeißen, in Häuser und Wohnungen einbrechen, Drogen verkaufen, Sachen beschädigen) abstellen.

Aber dazu braucht es nicht Singapur als Vorbild.
Babys fressen und deine anderen Beispiele sind auch in Deutschland unter Strafe gestellt.
Was möchtest du, woran wir uns orientieren?
Prügel und Todesstrafe?
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Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Apr 2018, 16:01

Brainiac hat geschrieben:(23 Apr 2018, 15:46)

Ich finde es unsinnig, wenn so argumentiert wird: "In Singapur wird härter bestraft und es lebt sich dort besser als hier, also sollten wir auch härter bestrafen".

Hm, habe ich behauptet, dass es sich dort einzig und allein wegen der harten Strafen besser leben ließe? Ich glaube nicht. Wenn harte Strafen nicht abschrecken, warum greift zB. die Schweiz dann zu exorbitanten Strafen (bis hin zu Entzug des KFZ und Knast), wenn es darum geht, Raser zu erziehen? Aber ok, wenn harte Strafen nicht abschrecken, dann sorgen sie zumindest dafür, dass ein Krimineller länger aus dem Verkehr gezogen wird, besser als nichts.
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon jack000 » Mo 23. Apr 2018, 16:08

Brainiac hat geschrieben:(23 Apr 2018, 15:46)
Ich finde es unsinnig, wenn so argumentiert wird: "In Singapur wird härter bestraft und es lebt sich dort besser als hier, also sollten wir auch härter bestrafen". Dafür sind vermutlich viel zu viele Dinge anders, angefangen beim politisch/rechtlichen System und den gesellschaftlichen Ansprüchen daran.

Es ist in der Tat die Kombination aus vielem. Das Problem hier ist, dass man mit Leuten Diskutiert wie schlimm diese Schmierereien denn überhaupt sind. Manche stören sich daran überhaupt nicht.
=> Es muss eine gesellschaftlicher Konsenz kommen, dass es keinen moralischen Anspruch auf Dreck und Schmierereien gibt und somit die Belange derjenigen die das stört überwiegen.
Dann müssen Hausbesitzer dazu verpflichtet werden diese Schmierereien umgehend zu entfernen und wenn man einen Täter erwischt hat diesen mit einer hohen Strafe zu belegen. Natürlich sollte man dabei aufpassen, dass man damit nicht die meist Jugendlichen Kriminellen komplett auf die schiefe Bahn geraten lässt. Daher muss es ja auch nicht Knast sein, sondern z.B. 500 Stunden Schmierereien entfernen in der Freizeit.
Deutschland 2017: "Bevor ich loslege, würde ich gerne noch wissen, ob es für Sie in Ordnung ist, dass ich als weibliche Person hier sitze und auch Ihre Dolmetscherin weiblich ist."
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Brainiac » Mo 23. Apr 2018, 17:06

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:01)

Hm, habe ich behauptet, dass es sich dort einzig und allein wegen der harten Strafen besser leben ließe? Ich glaube nicht. Wenn harte Strafen nicht abschrecken, warum greift zB. die Schweiz dann zu exorbitanten Strafen (bis hin zu Entzug des KFZ und Knast), wenn es darum geht, Raser zu erziehen? Aber ok, wenn harte Strafen nicht abschrecken, dann sorgen sie zumindest dafür, dass ein Krimineller länger aus dem Verkehr gezogen wird, besser als nichts.

Also, ich selbst bin nicht grundsätzlich gegen konsequentere Bestrafungen eingestellt. Ich finde, angemessene Strafe hat eine wichtige Funktion. Ich durchblicke allerdings nicht, ob der bei uns wahrgenommene Mangel daran an unzureichenden Gesetzen, an unzureichender Durchsetzung derselben oder ggfs auch an unzureichender Wahrnehmung liegt. Ich halte das für ein sehr komplexes Thema. Damit habe ich mich noch nicht näher beschäftigt, weswegen ich mich auch kaum in Strängen wie dem Kuscheljustiz-Thread äußere.

Wenn konkret auf Deutschland übertragbare Erkenntnisse gesucht werden, scheint mir aber die Diskussion von Ländern wie der Schweiz, die zu uns "ähnlicher" sind, in der Tat sinnvoller, aus den angesprochenen Gründen. Nichts gegen einen Strang als solchen zum schönen Land Singapur, versteht sich. :)
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 23. Apr 2018, 17:13

jack000 hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:08)

Es ist in der Tat die Kombination aus vielem. Das Problem hier ist, dass man mit Leuten Diskutiert wie schlimm diese Schmierereien denn überhaupt sind. Manche stören sich daran überhaupt nicht.
=> Es muss eine gesellschaftlicher Konsenz kommen, dass es keinen moralischen Anspruch auf Dreck und Schmierereien gibt und somit die Belange derjenigen die das stört überwiegen.
Dann müssen Hausbesitzer dazu verpflichtet werden diese Schmierereien umgehend zu entfernen und wenn man einen Täter erwischt hat diesen mit einer hohen Strafe zu belegen. Natürlich sollte man dabei aufpassen, dass man damit nicht die meist Jugendlichen Kriminellen komplett auf die schiefe Bahn geraten lässt. Daher muss es ja auch nicht Knast sein, sondern z.B. 500 Stunden Schmierereien entfernen in der Freizeit.

Die von dir gemeinten Jugendlichen schaffen nocht nicht einmal 40 Sozialstunden.
Worüber wird hier eigentlich geschwaffelt?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon gallerie » Mo 23. Apr 2018, 17:19

Gibt es in diesem Tread jemanden, der jemals in Sing gelebt hat?
Ich schon, wenn auch nur 2 Jahre!
Ich bin erstaunt über so viel Fachwissen über diese Staat.
Hallo an alle, Singapur ist ein autoritärer Staatsrat, mit nichts zu vergleichen in der Welt.
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon hafenwirt » Mo 23. Apr 2018, 17:26

gallerie hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:19)

Gibt es in diesem Tread jemanden, der jemals in Sing gelebt hat?
Ich schon, wenn auch nur 2 Jahre!
Ich bin erstaunt über so viel Fachwissen über diese Staat.
Hallo an alle, Singapur ist ein autoritärer Staatsrat, mit nichts zu vergleichen in der Welt.
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Meine einzige Vermutung ueber Singapur war die des geringen Stellenwerts von Alkohol, verglichen mit dem Stellenwert in Europa. Liege ich damit richtig oder sind die Einwohner dort ebenfalls so Hardcore-Saeufer wie die Deutschen?
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 23. Apr 2018, 17:29

gallerie hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:19)

Gibt es in diesem Tread jemanden, der jemals in Sing gelebt hat?
Ich schon, wenn auch nur 2 Jahre!
Ich bin erstaunt über so viel Fachwissen über diese Staat.
Hallo an alle, Singapur ist ein autoritärer Staatsrat, mit nichts zu vergleichen in der Welt.
Finanziert und regiert von einer chinesischen orlegarchen Familie.
Durch und durch mafös.

Aber die Gesetze, die Ordnung und die Korrupion,
warum soll das nicht Vorbild für Deutschland sein?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon gallerie » Mo 23. Apr 2018, 17:31

hafenwirt hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:26)

Meine einzige Vermutung ueber Singapur war die des geringen Stellenwerts von Alkohol, verglichen mit dem Stellenwert in Europa. Liege ich damit richtig oder sind die Einwohner dort ebenfalls so Hardcore-Saeufer wie die Deutschen?

...da liegst du falsch, 80 % der Einwohner sind Malaien, Thais und Filipinos, und die saufen und huren.
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Re: Singapur - Ein Vorbild für Deutschland?

Beitragvon hafenwirt » Mo 23. Apr 2018, 17:32

gallerie hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:31)

...da liegst du falsch, 80 % der Einwohner sind Malaien, Thais und Filipinos, und die saufen und huren.


Danke. Dann ist meine Annahme weiter oben falsch und es waere interessant, warum der Deutsche seinen Muell im Suff auf die Strasse wirft und dies in Singapur nicht getan wird. Das es nur an der hohen Androhung von Strafe liegt, kann ich mir kaum vorstellen.

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