Shanghai-Organisation

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ciesta
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Shanghai-Organisation

Beitragvon ciesta » Fr 24. Jun 2016, 11:53

Aus gegebenem Anlass ein eigener Thread zum Thema Shanghai-Organisation (Habe keinen gefunden)

Was ist das?
https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaie ... mmenarbeit
Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) ist eine Internationale Organisation mit Sitz in Peking (China). Sie wurde 2001 gegründet und ging aus der 1996 gegründeten Shanghai Five hervor.
Ihr gehören aktuell die Volksrepublik China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan an.

Derzeit vertritt die SOZ rund ein Drittel der Weltbevölkerung und stellt damit die weltweit größte Regionalorganisation dar.

Aktuell:
http://www.dw.com/de/indien-und-pakista ... a-19349846
Indien und Pakistan verstärken zentralasiatisches Bündnis

Damit wäre in dieser Organisation ca. 40% der Weltbevölkerung vertreten. Das erzeugt sicher eine gewisse Sogwirkung.
Optimisten sprechen diesem Gebilde eine Art EU-Potential zu.
Pessimisten eher nicht :D
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Tom Bombadil
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 24. Jun 2016, 11:56

Bündnisse zwischen autoritären Regierungen mit imperialen Gelüsten münden meist in einem Krieg. Keine guten Vorzeichen.
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ciesta
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon ciesta » Fr 24. Jun 2016, 18:43

Tom Bombadil hat geschrieben:(24 Jun 2016, 12:56)

Bündnisse zwischen autoritären Regierungen mit imperialen Gelüsten münden meist in einem Krieg. Keine guten Vorzeichen.


Ggf. haben die ja aus der Geschichte gelernt.
Und das Indien nun eine autoritäre Regierung hat, ist mir neu :D

Im Ernst.
Es hat schon eine gewisse Symbolik, das hier GB gerade eine Gemeinschaft verlassen will und dort zwei Rivalen einer Organisation beitreten. Solche Organisationen haben sicher auch das Potential disziplinierend zu wirken.
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 24. Jun 2016, 19:02

Taschkent statt Brüssel, wie verlockend. ;)

Die Shanghaier repräsentieren ihre jeweiligen Regime, die eben nicht von der Bevölkerung legitimiert sind. Es könnte aber sein, dass sich das Moskauer Regime als Junior-Partner Pekings gestalten wird. Ein Teil der RF liegt ohnehin im Fernen Osten.
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon Enas Yorl » Fr 24. Jun 2016, 19:53

ciesta hat geschrieben:(24 Jun 2016, 12:53)
Optimisten sprechen diesem Gebilde eine Art EU-Potential zu.
Pessimisten eher nicht :D

Realisten werden darauf verweisen, das aktuell weder die politische Führung von Russland oder China dazu bereit sind, sich in einen politisch/wirtschaftlichen Bündnis auf Augenhöhe mit ihren Nachbarn einzuordnen. Dafür sind beide viel zu sehr von ihren eigenen lokalen Führungsanspruch überzeugt. Die SOZ ist eher mit der OSZE zu vergleichen. Sie zum einer Art EU weiter zu denken, ignoriert die russische und chinesische außenpolitische Haltung gegenüber ihren Nachbarn vollkommen.
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon ciesta » Sa 25. Jun 2016, 21:28

Enas Yorl hat geschrieben:(24 Jun 2016, 20:53)

Realisten werden darauf verweisen, das aktuell weder die politische Führung von Russland oder China dazu bereit sind, sich in einen politisch/wirtschaftlichen Bündnis auf Augenhöhe mit ihren Nachbarn einzuordnen. Dafür sind beide viel zu sehr von ihren eigenen lokalen Führungsanspruch überzeugt. Die SOZ ist eher mit der OSZE zu vergleichen. Sie zum einer Art EU weiter zu denken, ignoriert die russische und chinesische außenpolitische Haltung gegenüber ihren Nachbarn vollkommen.


China und die Zollunion beginnen derzeit Verhandlungen über eine Freihandelszone.
Geopolitisch wissen beide, dass die neuen Einflusszonen durch solche Organisationen erreicht werden. G
enau das ist auch seit einiger Zeit deren außenpolitische Agenda. Russland wollte die Ukraine in der Zollunion und den Beitritt zu anderen Organisationen(EU/Nato) verhindern.
China verhandelte und verhandelt mit Hunz und Kunz Freihandelsabkommen aus und versucht da wo es nicht geht Verhandlungen auf bilateraler Ebene (und nicht mit größeren Organisationen) anzustreben.

Auf jeden Fall dürfte die Attraktivität der SCO mit einem neuen Schwergewicht Indien für viele Staaten der Region mächtig gestiegen sein. Ich glaube auch nicht, dass da morgen eine EU2 in Asien auftaucht, aber da drin steckt schon immens viel Potential...
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon Enas Yorl » So 26. Jun 2016, 00:37

@ciesta

Verhandlungen und Abschlüsse in Bezug auf Freihandelszonen gibt es bei China eine Menge. Nur sind Freihandelszonen noch lange kein Gebilde ähnlich wie die EU. Dafür bräuchte es schon den Willen, auf Augenhöhe mit seinen Nachbarn eine gleichberechtigte Union zu gründen. Das ist weder bei China oder Russland absehbar. Vielmehr sind beide bereit, die eigenen Interessen mit erheblichen wirtschaftlichen, militärischen und politischen Druck in der eigenen Nachbarschaft (z.B. Spratly-Inseln / Urkaine) durchzusetzen.
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon Tom Bombadil » So 26. Jun 2016, 09:53

ciesta hat geschrieben:(24 Jun 2016, 19:43)

Und das Indien nun eine autoritäre Regierung hat, ist mir neu

Achdujemine, jetzt hast du dir das einzige Mitgliedsland dieser Organisation rausgesucht, das einer Demokratie noch nahe kommt. Pakistan und Indien sind ja auch die größten Freunde :D
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon Fadamo » So 26. Jun 2016, 09:56

Tom Bombadil hat geschrieben:(24 Jun 2016, 12:56)

Bündnisse zwischen autoritären Regierungen mit imperialen Gelüsten münden meist in einem Krieg. Keine guten Vorzeichen.


Wenn diese autoritären Regierungen ein richtiges gutes Konzept haben,kann es gelingen.
EU hat kein Konzept und schon gar nicht ein Gutes.Darum scheitert es.
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon ciesta » Mo 27. Jun 2016, 09:33

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Jun 2016, 10:53)

Achdujemine, jetzt hast du dir das einzige Mitgliedsland dieser Organisation rausgesucht, das einer Demokratie noch nahe kommt. Pakistan und Indien sind ja auch die größten Freunde :D


Kleines Späßchen am Rande.
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon ciesta » Mo 27. Jun 2016, 09:37

Enas Yorl hat geschrieben:(26 Jun 2016, 01:37)

@ciesta

Verhandlungen und Abschlüsse in Bezug auf Freihandelszonen gibt es bei China eine Menge. Nur sind Freihandelszonen noch lange kein Gebilde ähnlich wie die EU. Dafür bräuchte es schon den Willen, auf Augenhöhe mit seinen Nachbarn eine gleichberechtigte Union zu gründen. Das ist weder bei China oder Russland absehbar. Vielmehr sind beide bereit, die eigenen Interessen mit erheblichen wirtschaftlichen, militärischen und politischen Druck in der eigenen Nachbarschaft (z.B. Spratly-Inseln / Urkaine) durchzusetzen.


Naja die Montanunion war ja auch kein Gebilde wie die EU, aber trotzdem ist die daraus entstanden.
Ob es dort so eine Entwicklung geben wird, ist sicher eine Frage von Jahrzehnten.

ImA steckt da aber schon einiges an Potential drin. Ua. weil sich Indien und Pakistan als nicht gerade beste Freunde dort eingebunden werden wollen.
Zb. eine Freihandelszone der SCO-Mitgleider wäre schon ein riesiger Schritt. Morgen wird es die aber sicher noch nicht geben...
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 27. Jun 2016, 12:05

Die SCO wurde als Gegengewicht zur immer stärker werdenden US-Dominanz gegründet. Gerade in Folge des Zerfalls der UdSSR und der omnipotent wirkenden USA ab den Neunzigern. Etwas was sich fast ausschließlich durch einen Gegenpol definiert, hat meiner Meinung wenig Substanz. Das wird natürlich die SCO anders sehen. :D

Der Sinn erschliesst sich mir nicht. Zumal es bereits die ECO gibt, die GUS uvm.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Shanghai-Organisation

Beitragvon Enas Yorl » Di 28. Jun 2016, 19:21

@ciesta

Ja klar in Jahrzehnten kann viel geschehen, selbst das heute noch nicht absehbare. Da dürfen Optimisten oder Pessimisten gerne ihre Wetten abgeben. Ich persönlich, versuche mich mehr an den Realismus zu halten. Die SOZ hat noch nicht einmal den Status an Zusammenarbeit der frühen Montanunion erreicht. Geschweige den, das sich bei China oder Russland der ernste Wille abzeichnen würde, in einer vergleichbar gleichberechtigten Art und Weise mit ihren Nachbarn zu kooperieren.
Das kann man schön bei der Eurasische Wirtschaftsunion beobachten, hier treten die kleinen Mitglieder bei der politischen Zusammenarbeit längst auf die Bremse. Weil man Aufgrund des außenpolitischen Verhaltens Russlands befürchtet, das Putin eine neue UdSSR plant.
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