Doppelpass für deutschsprachige Italiener

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Misterfritz
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Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Misterfritz » Sa 8. Sep 2018, 12:50

Doppelpass-Streit
Italien erbost über österreichischen Südtirol-Vorstoß
Die Regierung in Wien will der deutschsprachigen Minderheit in Südtirol die österreichische Staatsbürgerschaft anbieten. Ein Gesetzentwurf ist in Arbeit. Italien zeigt sich entsetzt.


Da verärgern jetzt die österreichischen Populisten die italienischen Populisten.
Da können die beiden jetzt vormachen, wie sie sich internationale Beziehungen unter Populisten vorstellen: Zusammenarbeit ja, aber die nationalen Interessen stehen weit vorne. Spass ist vorprogrammiert :D
Ich hätte ja gedacht, dass innerhalb der EU die Doppelstaatlichkeit weniger wichtig wäre, besonders für Menschen, die 1. nie eine andere als die italienische hatten und 2. die auch gar nicht nach Österreich ziehen wollen.
Wenn das jetzt Schule machen würde, wer könnte dann wem noch den Doppelpass anbieten?
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Quatschki
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Quatschki » Sa 8. Sep 2018, 14:27

Warum bietet die Bundesregierung nicht prompt allen (deutschsprachigen) Österreichern die deutsche Staatsbürgerschaft an?

Und haben die mittlerweile eigentlich etwas in der Angelegenheit der doppelten Stimmrechte der Doppelstaatler bei Europawahlen unternommen?
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Polibu » Sa 8. Sep 2018, 14:32

Ich dachte immer, dass über 60% eine Mehrheit wäre.
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Misterfritz
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Misterfritz » Sa 8. Sep 2018, 14:35

Quatschki hat geschrieben:(08 Sep 2018, 15:27)

Warum bietet die Bundesregierung nicht prompt allen (deutschsprachigen) Österreichern die deutsche Staatsbürgerschaft an?
Der deutschsprachige Österreich ist aber keine Minderheit in Österreich ;)
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Realist2014 » Sa 8. Sep 2018, 14:38

Misterfritz hat geschrieben:(08 Sep 2018, 13:50)

Doppelpass-Streit
Italien erbost über österreichischen Südtirol-Vorstoß
Die Regierung in Wien will der deutschsprachigen Minderheit in Südtirol die österreichische Staatsbürgerschaft anbieten. Ein Gesetzentwurf ist in Arbeit. Italien zeigt sich entsetzt.


Da verärgern jetzt die österreichischen Populisten die italienischen Populisten.
Da können die beiden jetzt vormachen, wie sie sich internationale Beziehungen unter Populisten vorstellen: Zusammenarbeit ja, aber die nationalen Interessen stehen weit vorne. Spass ist vorprogrammiert :D
Ich hätte ja gedacht, dass innerhalb der EU die Doppelstaatlichkeit weniger wichtig wäre, besonders für Menschen, die 1. nie eine andere als die italienische hatten und 2. die auch gar nicht nach Österreich ziehen wollen.
Wenn das jetzt Schule machen würde, wer könnte dann wem noch den Doppelpass anbieten?



Was glaubst du, wäre das Ergebnis einer Volksabstimmung in Südtirol ,über die Abspaltung von Italien und Angliederung nach Österreich?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon aleph » Sa 8. Sep 2018, 14:55

Quatschki hat geschrieben:(08 Sep 2018, 15:27)

Warum bietet die Bundesregierung nicht prompt allen (deutschsprachigen) Österreichern die deutsche Staatsbürgerschaft an?

Und haben die mittlerweile eigentlich etwas in der Angelegenheit der doppelten Stimmrechte der Doppelstaatler bei Europawahlen unternommen?

würde wohl keiner annehmen :D :D
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon H2O » Sa 8. Sep 2018, 20:05

Vielleicht ließe sich aus solchen ziemlich rückwärtsgewandten Gedanken auch einmal etwas Gutes machen. Etwa so, daß wir EU-Europäer formal die Europäische Staatsbürgerschaft erhalten, mit Eintragung der Muttersprache und der Wohnadresse. Dann kann ich nur dort an Wahlen teilnehmen, wo sich mein Hauptwohnsitz befindet, und ansonsten kann ich überall meinen Geschäften nachgehen, Eigentum erwerben, und, und. Das Ziel haben wir doch in Teilen schon längst erreicht.

Und ich erspare mir etwa in Polen oder Frankreich eine formale Einbürgerung. Ein reiner Verwaltungsakt im Einwohnermelderegister.
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Quatschki » Sa 8. Sep 2018, 20:23

H2O hat geschrieben:(08 Sep 2018, 21:05)

Vielleicht ließe sich aus solchen ziemlich rückwärtsgewandten Gedanken auch einmal etwas Gutes machen. Etwa so, daß wir EU-Europäer formal die Europäische Staatsbürgerschaft erhalten, mit Eintragung der Muttersprache und der Wohnadresse. Dann kann ich nur dort an Wahlen teilnehmen, wo sich mein Hauptwohnsitz befindet, und ansonsten kann ich überall meinen Geschäften nachgehen, Eigentum erwerben, und, und. Das Ziel haben wir doch in Teilen schon längst erreicht.

Und ich erspare mir etwa in Polen oder Frankreich eine formale Einbürgerung. Ein reiner Verwaltungsakt im Einwohnermelderegister.

Ich finde, um das passive Wahlrecht ausüben zu können, also sich als Kandidat aufstellen zu lassen, sollte man schon die Landessprache beherrschen.
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon H2O » Sa 8. Sep 2018, 20:34

Quatschki hat geschrieben:(08 Sep 2018, 21:23)

Ich finde, um das passive Wahlrecht ausüben zu können, also sich als Kandidat aufstellen zu lassen, sollte man schon die Landessprache beherrschen.


Das ist doch gar nicht erforderlich, wenn die Wahlbürger ihn verstehen. Wenn nicht, dann heimst er eben nur sehr wenige Stimmen ein. Das übt!
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Polibu » Sa 8. Sep 2018, 20:38

H2O hat geschrieben:(08 Sep 2018, 21:05)

Vielleicht ließe sich aus solchen ziemlich rückwärtsgewandten Gedanken auch einmal etwas Gutes machen. Etwa so, daß wir EU-Europäer formal die Europäische Staatsbürgerschaft erhalten, mit Eintragung der Muttersprache und der Wohnadresse. Dann kann ich nur dort an Wahlen teilnehmen, wo sich mein Hauptwohnsitz befindet, und ansonsten kann ich überall meinen Geschäften nachgehen, Eigentum erwerben, und, und. Das Ziel haben wir doch in Teilen schon längst erreicht.

Und ich erspare mir etwa in Polen oder Frankreich eine formale Einbürgerung. Ein reiner Verwaltungsakt im Einwohnermelderegister.


Danke. Ich verzichte freiwillig. Ich bin Deutscher und kein Europäer. :)
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon H2O » Sa 8. Sep 2018, 20:53

Polibu hat geschrieben:(08 Sep 2018, 21:38)

Danke. Ich verzichte freiwillig. Ich bin Deutscher und kein Europäer. :)


Wenn Ihnen das hilft im Leben, dann ist das ja auch zugelassen. Ich würde darauf verzichten zugunsten der Europäischen Staatsbürgerschaft, weil damit mein Leben im Umgang mit örtlichen Behörden und Ämtern leichter würde.
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Ein Terraner » Sa 8. Sep 2018, 21:43

Wird wohl Zeit für einen Europäischen Pass.
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Misterfritz » Sa 8. Sep 2018, 21:48

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Sep 2018, 22:43)

Wird wohl Zeit für einen Europäischen Pass.
Das fände ich auch vernünftig.
Man könnte ja auch auf Wunsch sich bei dem Ausweis z.B als Deutscher "brandmarken" :D
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon unity in diversity » Sa 8. Sep 2018, 21:50

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Sep 2018, 22:43)

Wird wohl Zeit für einen Europäischen Pass.

Mit wie viel Sternen genau?
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Ein Terraner » Sa 8. Sep 2018, 22:21

unity in diversity hat geschrieben:(08 Sep 2018, 22:50)

Mit wie viel Sternen genau?

Ist das wichtig? Wieviel Länder sind es denn aktuell?
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon unity in diversity » Sa 8. Sep 2018, 22:32

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Sep 2018, 23:21)

Ist das wichtig? Wieviel Länder sind es denn aktuell?


Aktuell sind es 11:
https://www.fu-berlin.de/campusleben/ca ... &density=1
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Ein Terraner » Sa 8. Sep 2018, 22:35

unity in diversity hat geschrieben:(08 Sep 2018, 23:32)

Aktuell sind es 11:
https://www.fu-berlin.de/campusleben/ca ... &density=1

Passt doch, was stört an einem unsymetrischen Anordnung?
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon unity in diversity » Sa 8. Sep 2018, 22:39

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Sep 2018, 23:35)

Passt doch, was stört an einem unsymetrischen Anordnung?

Autos mit platten Reifen haben eine nicht zu unterschätzende Unwucht.
Dagegen hilft ein Reifenwechsel.
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon Julian » Sa 8. Sep 2018, 22:41

H2O hat geschrieben:(08 Sep 2018, 21:05)

Vielleicht ließe sich aus solchen ziemlich rückwärtsgewandten Gedanken auch einmal etwas Gutes machen. Etwa so, daß wir EU-Europäer formal die Europäische Staatsbürgerschaft erhalten, mit Eintragung der Muttersprache und der Wohnadresse. Dann kann ich nur dort an Wahlen teilnehmen, wo sich mein Hauptwohnsitz befindet, und ansonsten kann ich überall meinen Geschäften nachgehen, Eigentum erwerben, und, und. Das Ziel haben wir doch in Teilen schon längst erreicht.

Und ich erspare mir etwa in Polen oder Frankreich eine formale Einbürgerung. Ein reiner Verwaltungsakt im Einwohnermelderegister.


Was heißt hier rückwärtsgewandt? Warum sollten alle möglichen Leute, aber nicht die Südtiroler das Recht haben, über ihre Zukunft selbst zu bestimmen?

Die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft kann nur ein erster Schritt sein in einem Prozess, der es über eine Volksabstimmung den Südtirolern ermöglicht, sich mit Nord- und Osttirol wieder zu vereinigen und Österreich anzugliedern. Nur so kann eine weitere Italianisierung und somit die Auslöschung der deutschen Kultur in Südtirol langfristig verhindert werden. Darin sind wir uns hoffentlich einig.
Projekt Julian I: 5 Jan 2016 - 14 Aug 2018
Projekt Julian II: 14 Aug 2018 -
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Re: Doppelpass für deutschsprachige Italiener

Beitragvon unity in diversity » Sa 8. Sep 2018, 22:45

Julian hat geschrieben:(08 Sep 2018, 23:41)

Was heißt hier rückwärtsgewandt? Warum sollten alle möglichen Leute, aber nicht die Südtiroler das Recht haben, über ihre Zukunft selbst zu bestimmen?

Die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft kann nur ein erster Schritt sein in einem Prozess, der es über eine Volksabstimmung den Südtirolern ermöglicht, sich mit Nord- und Osttirol wieder zu vereinigen und Österreich anzugliedern. Nur so kann eine weitere Italianisierung und somit die Auslöschung der deutschen Kultur in Südtirol langfristig verhindert werden. Darin sind wir uns hoffentlich einig.

Nein, sind wir nicht.
Die Überbetonung von Herkunftsdaten, führt nach jeder Erfahrung zum Krieg.
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Den Falschen und den Unsrigen.
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