Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

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BlueMonday
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon BlueMonday » So 22. Jul 2018, 10:32

Senexx hat geschrieben:(21 Jul 2018, 22:13)

Die Frage ist doch, warum wir das Schächten überhaupt zulassen? Die Menschen sind doch vor dem Gesetz gleich. Es kann doch für religiöse Gruppen keine Ausnahme von den Gesetzen geben.


Weil das Grundgesetz die ungestörte Ausübung der Religion gewährleistet (Art 4). D.h. es geht da um ein Rechtsgut und das kann mit anderen Rechtsgütern oder Gesetzen kollidieren (hier der Tierschutz). Im Konfliktfalle wird abgewogen, welches Rechtsgut höher zu gewichten ist. Und da gewinnt wohl das Grundrecht in der Verfassung. Deine Gleichheit besteht dann darin, dass du Dinge tun darsft als ausgeübte Religion, die sonst verboten wären. Dazu kannst du bspw. zum Islam konvertieren. Gleichheit also in dem Sinne, dass jeder den Islam als Religion praktizieren darf und niemand Tiere schächten darf, wenn es dabei um keine Religionsausübung geht. Analog kannst du bspw. eine Schusswaffe besitzen, wenn du bestimmte Bedingungen erfüllst ... oder du darfst ein Fahrzeug führen, wenn du bestimmte Bedingungen erfüllst usw.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon H2O » So 22. Jul 2018, 10:39

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Jul 2018, 11:08)

Ob mit oder ohne Schächten, Massentierhaltung IST per se Tierquälerei.


Genau in dem Punkt sehe ich Scheinheiligkeit dieser "Tierschützer": Die Quälhaltung, weit entfernt von "artgerechter Tierhaltung", von Nutztieren und Quälzuchten auf Nutzleistung sind keinen großen Auftritt in Parlamenten und in der Öffentlichkeit wert, aber die letzten quälenden 3 Minuten im Leben nach monatelanger Qualhaltung und qualvollen Tiertransporten eines Nutztiers führen zu großen Reden zum Fenster hinaus... oder gar zu Gesetzen. Mein Gedanke: Diese Mitmenschen haben den Charakter bösartiger Raubtiere, mit denen ich nicht in einem Käfig sitzen möchte!

Ich verabscheue rituelle Tötungen, wenn die mit unnötigen Qualen für das Schlachttier verbunden sind. Ich bin auch ganz sicher, daß man diese Verfahren so verändern kann, daß Qualen im Schlachtablauf vermieden werden können. Davon habe ich einen Radiobericht gehört, der eine qualfreie Halal-Schlachtung in einem regulären Schlachthof beschrieb. Geht doch! Auch nicht gerade lustig, aber wer Fleisch essen will, der muß töten.

Aber zuerst sollten wir in Europa unseren eigenen Dreckstall ausmisten, ehe wir uns mit diesen 3 Minuten am Ende eines Nutztiers befassen.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon H2O » So 22. Jul 2018, 10:51

BlueMonday hat geschrieben:(22 Jul 2018, 11:32)

Weil das Grundgesetz die ungestörte Ausübung der Religion gewährleistet (Art 4). D.h. es geht da um ein Rechtsgut und das kann mit anderen Rechtsgütern oder Gesetzen kollidieren (hier der Tierschutz). Im Konfliktfalle wird abgewogen, welches Rechtsgut höher zu gewichten ist. Und da gewinnt wohl das Grundrecht in der Verfassung. Deine Gleichheit besteht dann darin, dass du Dinge tun darsft als ausgeübte Religion, die sonst verboten wären. Dazu kannst du bspw. zum Islam konvertieren. Gleichheit also in dem Sinne, dass jeder den Islam als Religion praktizieren darf und niemand Tiere schächten darf, wenn es dabei um keine Religionsausübung geht. Analog kannst du bspw. eine Schusswaffe besitzen, wenn du bestimmte Bedingungen erfüllst ... oder du darfst ein Fahrzeug führen, wenn du bestimmte Bedingungen erfüllst usw.


Ich meine, daß man nur einen Teil der religiös-rechtlichen Spitzfindigkeit zur Verteidigung des qualvollen Schlachtverlaufs aufwenden müßte, um unnötige Schmerzen eines Schlachttiers aus zu schließen und es dennoch nach Vorschrift der Religion zu schlachten.

Vor allem aber läßt unsere aufgeklärte Gesellschaft in der industriellen Landwirtschaft Tierquälereien über ein gesamtes Tierleben zu, die diese letzte Untat bei der Schlachtung weit in den Schatten stellen. Da gilt es an zu setzen! Den eigenen Dreckstall ausmisten!
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Alpha Centauri » So 22. Jul 2018, 12:16

Skeptiker hat geschrieben:(18 Jul 2018, 20:07)

Die FPÖ nutzt hier den positiven Rassismus der ursprünglichen Initiative um daraus das nach außen hin zu machen was es auch ist, nämlich schlicht Rassismus.

Das Grundproblem ist, wenn man Rechtsgüter gegeneinander abwägt und unterschiedliche Gruppen von Menschen mit unterschiedlichen Rechten ausstattet.

Schächten ist eigentlich Tierquälerei. Dem gegenüber stehen religiöse Gewohnheiten, die man auch nicht beschneiden möchte. Also schafft man ein Recht "nur für Juden". Damit öffnet man die Büchse der Pandora. Das ist der Einstieg in unterschiedliche Rechtssysteme auf gleichem Grund und Boden. Für mich vollkommen inakzeptabel.

Alle Menschen müssen den selben Gesetzen unterworfen werden und diese dürfen keinerlei rassistischen Unterschiede machen (wozu ja, wie ich gelernt habe, auch religiöse Merkmale gehören).

Wenn man das Schächten also einschränken möchte, dann verbietet man es, oder man läßt nurnoch Kontingente zu. Wenn dann jemand aus einer religösen Minderheit geschächtetes Fleisch möchte, dann kann er es erwerben wie jeder andere auch. Der Grund warum man es erwerben möchte spielt keine Rolle.


Absolut richtig, Sonderrechte oder Ausnahmeregelungen für Religionsgemeinschaften, für ein bestimmtes Aussehen ,Denken oder politische Zugehörigkeit gehen wenn man mal logisch darüber nachdenkt im Grunde gar nicht, nur sind sie eben leider Realität auf dieser Welt.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Senexx » So 22. Jul 2018, 12:37

BlueMonday hat geschrieben:(22 Jul 2018, 11:32)

Weil das Grundgesetz die ungestörte Ausübung der Religion gewährleistet (Art 4). D.h. es geht da um ein Rechtsgut und das kann mit anderen Rechtsgütern oder Gesetzen kollidieren (hier der Tierschutz). Im Konfliktfalle wird abgewogen, welches Rechtsgut höher zu gewichten ist. Und da gewinnt wohl das Grundrecht in der Verfassung. Deine Gleichheit besteht dann darin, dass du Dinge tun darsft als ausgeübte Religion, die sonst verboten wären. Dazu kannst du bspw. zum Islam konvertieren. Gleichheit also in dem Sinne, dass jeder den Islam als Religion praktizieren darf und niemand Tiere schächten darf, wenn es dabei um keine Religionsausübung geht. Analog kannst du bspw. eine Schusswaffe besitzen, wenn du bestimmte Bedingungen erfüllst ... oder du darfst ein Fahrzeug führen, wenn du bestimmte Bedingungen erfüllst usw.

Das hier eine Rechtgüterabwägung vorgenommen wird, ist mir klar.

Aber ist denn Schächten denn in irgendeiner Weise besser, als normales Schlachten? Wird dann das Fleisch besser? Oder ist es gesundheitsfördernd? Oder hat es überhaupt keinen Einfluss? Ist es, von kulinarischen oder medizinischen Standpunkt besser, geschächtetes Fleisch zu essen als ungeschächtetes? Oder ist sogar ungeschächtestes Fleisch medizinisch oder kulinarisch besser?

Wenn geschächtetes Fleisch keinen besseren Nutzen haben sollte als ungeschächtetes, dann ist es, in der Güterabwägung, nicht vertretbar, Schächten als Ausnahme zuzulassen.

Tiere sind wie Menschen Geschöpfe Gottes. Und sie dürfen nur zu Nahrungszwecken geschlachtet werden. Und das muss schonend geschehen.

Wir könnten es genausowenig zulassen, wenn es hier eine Religion gäbe, die das Opfern von Tieren aus rituellen Gründen vorsehen würde.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Jekyll » So 22. Jul 2018, 15:14

Senexx hat geschrieben:(22 Jul 2018, 13:37)

Das hier eine Rechtgüterabwägung vorgenommen wird, ist mir klar.

Aber ist denn Schächten denn in irgendeiner Weise besser, als normales Schlachten? Wird dann das Fleisch besser? Oder ist es gesundheitsfördernd? Oder hat es überhaupt keinen Einfluss? Ist es, von kulinarischen oder medizinischen Standpunkt besser, geschächtetes Fleisch zu essen als ungeschächtetes? Oder ist sogar ungeschächtestes Fleisch medizinisch oder kulinarisch besser?

Wenn geschächtetes Fleisch keinen besseren Nutzen haben sollte als ungeschächtetes, dann ist es, in der Güterabwägung, nicht vertretbar, Schächten als Ausnahme zuzulassen.
Die zur Güterabwegung zu vertretende Argumentation lautet hier freie Religionsausübung, nicht die Frage, ob das Schächten irgendeinen rational-nachweisbaren Sinn hat oder nicht. Und religiöse Motive müssen nicht rational begründet werden können, damit man diese vor Gesetz ausüben darf.

Tiere sind wie Menschen Geschöpfe Gottes. Und sie dürfen nur zu Nahrungszwecken geschlachtet werden. Und das muss schonend geschehen.
Das ist keine allzu durchdachte Begründung; wenn die Tiere tatsächlich "wie Menschen" Geschöpfe Gottes sind, dann dürften sie überhaupt nicht verspeist werden. Oder es müsste erlaubt sein, dass auch Menschen verspeist werden, wenn man andersherum argumentieren möchte.

Wir könnten es genausowenig zulassen, wenn es hier eine Religion gäbe, die das Opfern von Tieren aus rituellen Gründen vorsehen würde.
Im Grunde geht es beim Schächten genau darum, sofern dies wirklich rein religiös begründet wird.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Senexx » So 22. Jul 2018, 15:31

Freie Relgionsausübung?

Ist Fleischkonsum vorgeschrieben? Soweit ich weiß nicht. Sie können auf Fleisch verzichten oder importiertes Geschächtetes essen.

Im Übrigen: Im Christentum haben sich viele Bräuche mit der Zeit verändert. Warum sollte das nicht auch in anderen Religionen möglich sein?
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Vongole » So 22. Jul 2018, 15:51

Senexx hat geschrieben:(22 Jul 2018, 16:31)

Freie Relgionsausübung?

Ist Fleischkonsum vorgeschrieben? Soweit ich weiß nicht. Sie können auf Fleisch verzichten oder importiertes Geschächtetes essen.

Im Übrigen: Im Christentum haben sich viele Bräuche mit der Zeit verändert. Warum sollte das nicht auch in anderen Religionen möglich sein?


Es geht doch bei dem Antrag der FPÖ gar nicht um Tierschutz, sondern um ein vorgeschobenes Argument, nämlich das der Registrierung der Abnehmer nach Namen und Religionzugehörigkeit.
Wie es das letzte Mal ausging, als Juden sich registrieren lassen mussten, dürfte ja bekannt sein.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Senexx » So 22. Jul 2018, 16:07

Vongole hat geschrieben:(22 Jul 2018, 16:51)

Es geht doch bei dem Antrag der FPÖ gar nicht um Tierschutz, sondern um ein vorgeschobenes Argument, nämlich das der Registrierung der Abnehmer nach Namen und Religionzugehörigkeit.
Wie es das letzte Mal ausging, als Juden sich registrieren lassen mussten, dürfte ja bekannt sein.

Ich diskutiere doch gar nicht über den Antrag der FPÖ. Ich bin prinzipiell gegen jede Ausweispflicht. Für jedermann. Ich lehne auch die Einwohnermeldepflicht ab.

Ich spreche über die Ausnahme vom Schächtverbot.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon JFK » So 22. Jul 2018, 16:19

Senexx hat geschrieben:(22 Jul 2018, 17:07)

Ich diskutiere doch gar nicht über den Antrag der FPÖ. Ich bin prinzipiell gegen jede Ausweispflicht. Für jedermann. Ich lehne auch die Einwohnermeldepflicht ab.

Ich spreche über die Ausnahme vom Schächtverbot.


Wäre das lebendige Kochen von Hummer eine Islamisch/Jüdisches Ritual, würden sie Warscheinlich darüber sprechen, es geht ja hierbei um die Tiere, nicht um die Religionen, das wissen wir doch. ;)
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Senexx » So 22. Jul 2018, 16:35

JFK hat geschrieben:(22 Jul 2018, 17:19)

Wäre das lebendige Kochen von Hummer eine Islamisch/Jüdisches Ritual, würden sie Warscheinlich darüber sprechen, es geht ja hierbei um die Tiere, nicht um die Religionen, das wissen wir doch. ;)


Kennen Sie eine andere Methode, Hummer zu kochen?

Ich persönlich finde an Hummer nichts. An sich sind die geschmacklos.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon BingoBurner » So 22. Jul 2018, 16:43

Ernsthaft, wer hat den was anderes erwartet ? Bei so besoffenen Nationalismus ?
Tomaten auf den Augen...

Schön auf die Minderheiten, das jetzt wieder die Juden in Europa herangezogen ist echt beschämend.

Ohrfeige für Alle.....Gott.... liebt euch nicht mehr ....als all das Gesocks..... nur weil Ihr irgendwas auf den Kopf tragt. Keinen Schinken esst oder einen auf Diät macht, von der Beschneidung fange ich gar nicht erst an.
So klein kann ein Gott gar nicht sein...

HILF DIR SELBST......DANN HILFT DIR GOTT....

Das wäre mal eine postive Message !!!

Oder die Worte von Frau Käßmann... DU KANNST NICHT TIEFER FALLEN ALS IN DIE HÄNDE GOTTES.....

Könnte man nicht einfach die 10 Gebote ergänzen ?

DU SOLLST DIE FINGER VON DEN GENITALIEN DEINER KINDER LASSEN !

............so mal als Vorschlag....
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Jekyll » So 22. Jul 2018, 17:06

Senexx hat geschrieben:(22 Jul 2018, 17:35)

Kennen Sie eine andere Methode, Hummer zu kochen?
Ist die Notwendigkeit, Tiere vorher töten zu müssen, bevor man sie in den heißen Kochtopf reinschmeißt, für dich wirklich so eine abwegige Vorstellung, dass du nicht von alleine darauf kommst?
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Jekyll » So 22. Jul 2018, 17:08

Wow! BingoBurner hat mal ein Beitrag verfasst ohne einen Videoclip.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon keinproblem » So 22. Jul 2018, 17:30

Senexx hat geschrieben:(22 Jul 2018, 13:37)

Aber ist denn Schächten denn in irgendeiner Weise besser, als normales Schlachten? Wird dann das Fleisch besser? Oder ist es gesundheitsfördernd? Oder hat es überhaupt keinen Einfluss? Ist es, von kulinarischen oder medizinischen Standpunkt besser, geschächtetes Fleisch zu essen als ungeschächtetes? Oder ist sogar ungeschächtestes Fleisch medizinisch oder kulinarisch besser?

Kann sein, ist aber gerade nicht die richtige Frage.

Wenn geschächtetes Fleisch keinen besseren Nutzen haben sollte als ungeschächtetes, dann ist es, in der Güterabwägung, nicht vertretbar, Schächten als Ausnahme zuzulassen.

Das ist deine eigene, materialistische (oder "naturalistische") Sicht der Dinge die jede Form der Religiosität und damit einhergehenden Ge- und Verboten leichtfertig als verzichtbaren Unsinn zurücklässt. Kann man machen, ist aber eine ungeeignete Einstellung für die Kompromissfindung.

Das Schächtverbot wurde zum ersten Mal von Adolf Hitler im Jahre 1933 durchgesetzt, um die Juden an ihrer Religionsausübung zu beschneiden. Dieses Gesetz wurde von der BRD übernommen, weil es angeblich trotz der Historie dem Wohl des Tieres dient. Kann man den Leuten auch nicht unbedingt übel nehmen, jeder der schon mal bei einer Schächtung dabei war weiß, wie grausam und hektisch wild sich der sterbende Körper in den letzten Atemzügen regt.

Wie auch immer, schon vor langer Zeit (1978) wurde von der Uni Hannover empirisch nachgewiesen, dass der reguläre Schächtschnitt nicht nur kaum Schmerzen , sondern sogar wesentlich weniger Schmerzen als das reguläre Schlachten mit Betäubung und Bolzenschuss verursacht. Die Frage nach der Humanität hätte sich eigentlich seit 1978 drehen müssen, wenn man die Studie ernst nimmt.
Ziel der Studie war die „Objektivierung von Schmerz und Bewusstsein“ der Tiere, um objektiv gültige Urteile bezüglich des Tierschutzes zu erlangen, da die diesbezügliche Diskussion bisher weitestgehend mit subjektiven und emotional geprägten Argumenten geführt worden war. Die EEG-Messungen der Untersuchung zeigten vor und nach dem Schächtschnitt unveränderte Hirnströme, wohin gegen die Bolzenschussbetäubung im EEG auf deutliche Schmerzen hinwies. Die Wissenschaftler zogen daher folgendes Fazit: „Die hierbei in vergleichender Untersuchung gewonnenen Einblicke in sinnesphysiologische Abläufe beim Schlachten dieser Tiere, weichen z. T. erheblich von bisherigen Vorstellungen ab.“
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon H2O » So 22. Jul 2018, 18:10

keinproblem hat geschrieben:(22 Jul 2018, 18:30)

Kann sein, ist aber gerade nicht die richtige Frage.


Das ist deine eigene, materialistische (oder "naturalistische") Sicht der Dinge die jede Form der Religiosität und damit einhergehenden Ge- und Verboten leichtfertig als verzichtbaren Unsinn zurücklässt. Kann man machen, ist aber eine ungeeignete Einstellung für die Kompromissfindung.

Das Schächtverbot wurde zum ersten Mal von Adolf Hitler im Jahre 1933 durchgesetzt, um die Juden an ihrer Religionsausübung zu beschneiden. Dieses Gesetz wurde von der BRD übernommen, weil es angeblich trotz der Historie dem Wohl des Tieres dient. Kann man den Leuten auch nicht unbedingt übel nehmen, jeder der schon mal bei einer Schächtung dabei war weiß, wie grausam und hektisch wild sich der sterbende Körper in den letzten Atemzügen regt.

Wie auch immer, schon vor langer Zeit (1978) wurde von der Uni Hannover empirisch nachgewiesen, dass der reguläre Schächtschnitt nicht nur kaum Schmerzen , sondern sogar wesentlich weniger Schmerzen als das reguläre Schlachten mit Betäubung und Bolzenschuss verursacht. Die Frage nach der Humanität hätte sich eigentlich seit 1978 drehen müssen, wenn man die Studie ernst nimmt.
Ziel der Studie war die „Objektivierung von Schmerz und Bewusstsein“ der Tiere, um objektiv gültige Urteile bezüglich des Tierschutzes zu erlangen, da die diesbezügliche Diskussion bisher weitestgehend mit subjektiven und emotional geprägten Argumenten geführt worden war. Die EEG-Messungen der Untersuchung zeigten vor und nach dem Schächtschnitt unveränderte Hirnströme, wohin gegen die Bolzenschussbetäubung im EEG auf deutliche Schmerzen hinwies. Die Wissenschaftler zogen daher folgendes Fazit: „Die hierbei in vergleichender Untersuchung gewonnenen Einblicke in sinnesphysiologische Abläufe beim Schlachten dieser Tiere, weichen z. T. erheblich von bisherigen Vorstellungen ab.“


Ich halte diese Darlegung für unverantwortliches Geschwurbel, um sich von schwerer Schuld der Nazizeit frei zu sprechen. Geht sehr leicht zu Lasten der Schlachttiere. Auch erweckt diese Darlegung in mir das Gefühl, als hätten Unkundige die heute üblichen Betäubungsverfahren nur ersonnen, um den urtümlichen Schächtern am Zeuge flicken zu können. Ich gehe aber davon aus, daß den Entwicklern von Betäubungsverfahren das Tierwohl am Herzen lag, obwohl bei einer Schlachtung von Tierwohl zu sprechen auch schon wieder grenzwertig ist. Allein diese Mißachtung der Ergebnisse ernsthafter Bemühungen für einen möglichst schnellen Verlust des Bewußtseins durch Verfechter urtümlicher Schlachtverfahren macht mich rasend!

Ich habe eine Dissertationsschrift zur Wirkungsweise des Bolzenschusses bei Rindern gelesen. Da gibt es eine ganze Menge technisch zu beachten und das Gerät an der richtigen Stelle an zu setzen. Das Tier verliert in Millisekunden das Bewußtsein, stürzt nieder, versucht motorisch sich aufzurichten und bricht zappelnd zusammen. Da ist nichts mit "Bewußtsein". Der Bolzen ist mit gewaltiger Schlagkraft durch den Stirnknochen in den für das Bewußtsein maßgeblichen Hirnbereich eingedrungen. Der Schlag knipst sofort jedes Licht aus.

Natürlich kann ein ungeübter Schlachter auch Fehler machen mit entsprechender schrecklicher Folge für das Schlachttier. Das wird aber beim Schächten nicht anders sein können, ist bei Rindern obendrein systematisch zu erwarten.

Für Leser mit guten Nerven eignet sich folgender Vortrag:

http://www.heynkes.de/isa/schlachtung/schlachten.htm
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Senexx » So 22. Jul 2018, 18:23

keinproblem hat geschrieben:(22 Jul 2018, 18:30)

Wie auch immer, schon vor langer Zeit (1978) wurde von der Uni Hannover empirisch nachgewiesen, dass der reguläre Schächtschnitt nicht nur kaum Schmerzen , sondern sogar wesentlich weniger Schmerzen als das reguläre Schlachten mit Betäubung und Bolzenschuss verursacht. Die Frage nach der Humanität hätte sich eigentlich seit 1978 drehen müssen, wenn man die Studie ernst nimmt.
Ziel der Studie war die „Objektivierung von Schmerz und Bewusstsein“ der Tiere, um objektiv gültige Urteile bezüglich des Tierschutzes zu erlangen, da die diesbezügliche Diskussion bisher weitestgehend mit subjektiven und emotional geprägten Argumenten geführt worden war. Die EEG-Messungen der Untersuchung zeigten vor und nach dem Schächtschnitt unveränderte Hirnströme, wohin gegen die Bolzenschussbetäubung im EEG auf deutliche Schmerzen hinwies. Die Wissenschaftler zogen daher folgendes Fazit: „Die hierbei in vergleichender Untersuchung gewonnenen Einblicke in sinnesphysiologische Abläufe beim Schlachten dieser Tiere, weichen z. T. erheblich von bisherigen Vorstellungen ab.“

Wenn das so wäre, woran ich erhebliche Zweifel habe, dann müsste man ja das Schächten zur Norm erheben.
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon H2O » So 22. Jul 2018, 20:18

Senexx hat geschrieben:(22 Jul 2018, 19:23)

Wenn das so wäre, woran ich erhebliche Zweifel habe, dann müsste man ja das Schächten zur Norm erheben.


Den Gedanken hatte ich spontan auch; aber ich gebe der wissenschaftlichen Erforschung des Schlachtvorgangs den Vorzug vor einer Schutzargumentation, die ein vorsintflutliches Schlachtverfahren über die Zeit und Wissenschaft retten will.

Dazu gibt es viele ernsthafte Forscher, die sich damit beschäftigt haben, Schlachtverfahren zu entwickeln, um das Leid der Schlachttiere möglichst gering zu halten. Dieses wissenschaftliche Bemühen ist auf jeden Fall nicht zu Gunsten des Schächtens ausgegangen.

Aber aus meiner Sicht hätte in unseren Breiten erst einmal die artgerechte Haltung der Nutztiere und ihr Transport zum Schlachthof Vorrang, ehe wir uns mit ihrem schrecklichen Ende befassen.

So hauen sich genau die falschen Leute nur das letzte Kapitel "Schlachtung" um die Ohren. Alles davor wäre dann unvermeidlich und richtig?
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon Jekyll » So 22. Jul 2018, 21:30

H2O hat geschrieben:(22 Jul 2018, 19:10)

Ich halte diese Darlegung für unverantwortliches Geschwurbel, um sich von schwerer Schuld der Nazizeit frei zu sprechen.
Wie kommst du zu solch einer absurden Feststellung?
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Re: Österreich-Juden sollen sich ausweisen....

Beitragvon keinproblem » So 22. Jul 2018, 21:40

H2O hat geschrieben:(22 Jul 2018, 21:18)

Den Gedanken hatte ich spontan auch; aber ich gebe der wissenschaftlichen Erforschung des Schlachtvorgangs den Vorzug vor einer Schutzargumentation, die ein vorsintflutliches Schlachtverfahren über die Zeit und Wissenschaft retten will.

Dazu gibt es viele ernsthafte Forscher, die sich damit beschäftigt haben, Schlachtverfahren zu entwickeln, um das Leid der Schlachttiere möglichst gering zu halten. Dieses wissenschaftliche Bemühen ist auf jeden Fall nicht zu Gunsten des Schächtens ausgegangen.

Aber aus meiner Sicht hätte in unseren Breiten erst einmal die artgerechte Haltung der Nutztiere und ihr Transport zum Schlachthof Vorrang, ehe wir uns mit ihrem schrecklichen Ende befassen.

So hauen sich genau die falschen Leute nur das letzte Kapitel "Schlachtung" um die Ohren. Alles davor wäre dann unvermeidlich und richtig?


Bevor du meine belegte Aussage einfach als stümperhafte Schutzargumentation verwirfst, könntest du ja einfach deine Emotionen ans Ende der Diskussion verlagern und mir vorher Quellen für deine These schicken.

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