Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon think twice » Do 19. Apr 2018, 20:21

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 20:11)

Sie können jederzeit einen Antrag auf Wohngeld stellen, auch wenn sie keine Aussicht haben. Das ist nicht strafbar.

Der Antrag würde abgelehnt. Wohngeld erhalten nur Personen, die keine Transfer- oder Asylbewerberleistungen beziehen.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 20:23

think twice hat geschrieben:(19 Apr 2018, 21:21)

Der Antrag würde abgelehnt. Wohngeld erhalten nur Personen, die keine Transfer- oder Asylbewerberleistungen beziehen.

Ich glaube nicht, dass Tom Bombadil Transferleistungen erhält. Deshalb kann er jederzeit einen Antrag auf Wohngeld stellen, der, bestimmt, folgenlos - und damit auch straflos - abgelehnt würde.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon think twice » Do 19. Apr 2018, 20:24

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 21:05)

Man könnte "Schnellverfahren" einführen. Und "Schnellgerichte" für eventuelle Einsprüche. Und Gebühren für abgelehnte Anträge. Und eventuell Kaution, bevor ein Einspruch verhandelt wird. Oder was auch immer.

Ah, da will einer den Rechtsstaat aushebeln.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 20:25

think twice hat geschrieben:(19 Apr 2018, 21:24)

Ah, da will einer den Rechtsstaat aushebeln.


Gesetze sind, solange sie nicht vom BverfG verworfen werden, rechtsstaatlich.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon think twice » Do 19. Apr 2018, 20:35

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 21:25)

Gesetze sind, solange sie nicht vom BverfG verworfen werden, rechtsstaatlich.

Erstmal müssen sie aber erlassen werden mit 2/3 Mehrheit des Bundestages.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 20:42

think twice hat geschrieben:(19 Apr 2018, 21:35)

Erstmal müssen sie aber erlassen werden mit 2/3 Mehrheit des Bundestages.

Gesetze werden mit einfacher Mehrheit verabschiedet.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Tom Bombadil » Do 19. Apr 2018, 20:42

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 21:15)

Den Antrag auf Asyl können sie nicht unter Sanktionen stellen.

Den missbräuchlich gestellten Antrag sehr wohl.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 20:44

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Apr 2018, 21:42)

Den missbräuchlich gestellten Antrag sehr wohl.

Das geht nicht. Sie können noch so sehr strampeln.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Tom Bombadil » Do 19. Apr 2018, 20:49

Und ob das geht, die Fahrlässigkeit oder der Vorsatz muss natürlich bewiesen werden.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 20:59

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Apr 2018, 21:49)

Und ob das geht, die Fahrlässigkeit oder der Vorsatz muss natürlich bewiesen werden.

Sie müssten ein Gesetz dafür schaffen, und jeder "Täter" müsste dann in einem eigenen Verfahren verurteilt werden. Dagegen gäbe es dann Berufung usw.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Tom Bombadil » Do 19. Apr 2018, 21:16

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 21:59)

Sie müssten ein Gesetz dafür schaffen, und jeder "Täter" müsste dann in einem eigenen Verfahren verurteilt werden. Dagegen gäbe es dann Berufung usw.

Eben: viewtopic.php?p=4185224#p4185224
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 21:28

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Apr 2018, 22:16)

Eben: viewtopic.php?p=4185224#p4185224

Das wäre aber völlig sinnlos. Würde neben das Asylverfahren dann noch ein Strafverfahren setzen. Die Justiz dürfte sich bedanken.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Tom Bombadil » Do 19. Apr 2018, 21:33

Grundgütiger, ein Verfahren würde es nur geben, wenn ein begründeter Verdacht des Betrugs bestehen würde.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Wähler » Fr 20. Apr 2018, 05:35

Wähler hat geschrieben:(19 Apr 2018, 17:32)
Durch qualifizierte Mehrheiten, wie bei dem Verteilungsschlüssel. Vergessen dürfen wir nicht, dass zwei Visegradstaaten vor dem EuGH mit Klagen bezüglich des Verteilungsschlüssels gescheitert sind. Gegen eine Verschärfung der Abschiebung in sichere Herkunftsländer werden die Visegradstaaten sicherlich nichts einzuwenden haben. Das mit der Verschärfung steht übrigens im Euractiv-Artikel drin. ;)

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Apr 2018, 18:33)
Diese Möglichkeit besteht auch, aber was soll das bringen? Die überstimmten Länder aus Osteuropa und voraussichtlich Österreich werden die dann beschlossene Asylrechtsreform einfach nicht anwenden und ignorieren. Dann gibt es wieder Klagen vor dem EuGH dessen Urteil von den betroffenen Ländern nicht anerkannt werden. Sanktionen sind wegen erforderlicher Einstimmigkeit nicht umsetzbar.

Das wäre dann ein Fall für eine EU der unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Besser, einige Länder bemühen sich um eine bessere EU-Asylpolitik, als dass alle nichts tun. Deutschland allein jedenfalls wird das europäische Flüchtlingsproblem nicht lösen können.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon odiug » Fr 20. Apr 2018, 06:32

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 11:47)

Ich geben Ihnen Recht. Aber es scheint auch andere Ansichten zu geben. Manche werden polemisch und faseln etwas von der "Abschaffung des Asylrechts".

Dabei gibt es schon jetzt Menschen zweiter Klasse: EU-Bürgern ist das Asylrecht so gut wie verwehrt, Nicht-EU-Bürger sind ihnen gegenüber privilegiert. Ein Treppenwitz.

Zu was braucht ein EU Bürger Asyl in Deutschland :?:
Wenn dass der Fall wäre, dann gäbe es keine EU mehr und damit auch keine EU Bürger, die ja Siedlungsfreiheit innerhalb der EU genießen, solange es die EU noch gibt.
Der Treppenwitz erschließt sich nur darin, wie unglaublich konstruiert er ist.
Was die Abschaffung des Asylrechts betrifft: es wurde seit der Jugoslawienkrise kontinuierlich demontiert, so dass es heute nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
Das Asylrecht verkommt zunehmend zu einem immer löchrigen Feigenblatt, an dessen Reste nun die Läuse von AfD, Pegida, Wutbürgern und der Fraktion der:" das wird man doch noch sagen dürfen" sich voll und fett fressen .
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Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Fr 20. Apr 2018, 07:00

odiug hat geschrieben:(20 Apr 2018, 07:32)

Zu was braucht ein EU Bürger Asyl in Deutschland :?:.

Wenn mich mein Staat politisch verfolgt, brauche ich Asyl.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Der Neandertaler » Sa 21. Apr 2018, 12:18

Hallo Tom.
Tom Bombadil hat geschrieben:Wenn ich zB. ein Auto verkaufe und einen potentiellen Käufer wegen des Zustands des Autos täusche, die KFZ-Papiere fälsche und lüge, was das Zeug hält, um einen höheren Preis zu erzielen, wie würdest du das dann nennen? In meinen Augen ist das Betrug. Und in erster Linie geht der Betrug ja zu Lasten der echten Schutzbedürftigen, denen wird der Platz weggenommen.
Erstens reden wir heute von und über Menschen, ...und die zu vergleichen mit einem Auto ...mit einer Maschine, ... ich glaube nicht, daß dies ein zuläßiger Vergleich wäre.
Zweitens: Ob dieser oder jener Asylantrag zuläßig und nachvollziehbar ist, ... dafür gibt es ja das Bamf oder letztlich auch Gerichte, die das überprüfen.
Abgesehen davon: durch einen derrtigen Vertrag wird nicht "echten Schutzbedürftigen ... der Platz weggenommen."
Tom Bombadil hat geschrieben:Diese Person sollte sich um ein Arbeitsvisum bemühen und nicht das Asylsystem mißbrauchen.
Wenn dies so einfach wäre. Ein Arbeitsvisum setzt einen "Aufenthaltstitel" voraus. (Blauen EU-Karte - § 19a AufenthG)
Dies bekommt setzt wiederum einiges voraus:
    erstens muß "ein konkretes Arbeitsplatzangebot" vorliegen "und eine Berufsausübungserlaubnis, soweit diese vorgeschrieben ist".
      § 18 - Aufenthaltsgesetz (AufenthG)
    Darüberhinaus setzt dies einen sogenannten "Mangelberuf" und ein "Mindesteinkommen von derzeit 37.752 € Brutto jährlich" voraus. Selbst wenn alle vorgegebenen Voraussetzungen gegeben sind, wird immer erstmal geprüft, ob nicht doch ein deutscher Arbeitnehmer für diese Arbeit vorhanden ist.
Die Erteilung beträgt in der Regel höchstens vier Jahre (... eventuell: plus drei Monate).
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Teeernte » Sa 21. Apr 2018, 12:41

Der Neandertaler hat geschrieben:(19 Apr 2018, 16:28)

Hallo Senexx.
Wo gibt es hierzulande oder sonstwo "Asyl-Missbrauch"?

    flieht er etwa vor Krieg oder ist einer Verfolgung von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren ausgesetzt, muß er (politisches) Asyl bekommen - dies ist ein deklaratorischer Akt.
      (Genfer Flüchtlingskonvention - Artikel 14)


.....wenn wir DIREKT an so ein LAND stossen würden .....oder die Leute direkt ohne andere Länder zu betreten - in D ankommen WÜRDEN.

....ganz schön weit zu schwimmen ??? bis Emden. ?


Alles andere ist POLITISCHER >> guter willen..... Siehe AUSTRALIEN >> die machen das VOR.


Jetzt nicht - dass AUSTRALIEN kein Rechtsstaat ist...

ERST Papiere besorgen....dann einreisen. DAS GEHT WELTWEIT ....auch per INTERNET. (Antragstellung)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Der Neandertaler » Sa 21. Apr 2018, 20:29

Hallo.
Also wenn man dies alles hier so liest und sich zu Gemüte führt, könnte einem die Lust vergehen. Jemand, der von außen auf alles schaut, müßte sich schämen. Als ob das Recht auf Asyl vergangenheitlich nicht schon genug eingeschränkt wurde - erst wurde es ausgeweitet, dann, seit 1993, sukzessive wieder eingeschränkt.
Orbiter1 hat geschrieben:Im europäischen Asyl-Abschreckungs- und Rausekel-Wettbewerb liegen Ungarn und die anderen Visegradstaaten uneinholbar vorn. Wir könnten aber das Grundgesetz abschaffen dann ergeben sich auch für Deutschland Chancen an ihnen vorbeizuziehen.
sunny.crockett hat geschrieben:Wieso müssen wir das GG abschaffen? Man müsste es einfach einhalten (Art. 16a Absatz 2)
Asyl ist eine Frage der Humanität - das deutsche Asylrecht ist ein historisches Gebot. Denn in Anbetracht der Untaten in der Nazizeit wurde das Recht auf Asyl 1949 in das Grundgesetz aufnahmen. Somit sollten Menschen die Schutz benötigen ... die politisch verfolgt werden, ... ihnen sollte und wollte das demokratische Deutschland Schutz gewähren. Artikel 16 des Grundgesetzes galt vorerst nur für politisch Verfolgte - das Recht auf Asyl wurde aber 1954 mit der Unterzeichnung der Genfer Flüchtlingskonvention der Vereinten Nationen (GFK) seitens der BRD erweitert. Fortan hatten somit auch jene Asylsuchende ein Recht auf Schutz, die wegen ihrer "Rasse, Religion, Nationalität und Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe" verfolgt wurden. Gleichzeitig war es aber auch jedem Asylantragsstaat untersagt, einen Asylsuchenden in ein Gebiet abzuschieben, in dem sein Leben oder seine Freiheit bedroht war.
Orbiter1 hat geschrieben:Als ob es Asyl nur wegen politischer Verfolgung geben würde. Bitte nicht langweilen.
    :thumbup: :thumbup: :thumbup:
Ende der 1980er ... Anfang der 1990er Jahre forderte die damalige Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP eine neue, restriktivere Asylpolitik.
sunny.crockett hat geschrieben:Vielleicht sollte zur Abwechslung mal der "Urlauber" den Beweis liefern, was er in dem Land gemacht hat, aus dem er geflohen ist.
1990 legten EU-Politiker das Dubliner Übereinkommen zugrunde - welches bis heute in geänderter Form als Dublin-III besteht. Zudem darf die Regierung, nach Zustimmung des Bundesrates, Staaten als sicher einstufen, wenn "dort weder politische Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet".1993 wurde ebenfalls vereinbart, daß in sogenannten "sicheren Herkunftsstaaten" vermutet werden kann, daß dort "weder politische Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet - solange er nicht Tatsachen vorträgt, die diese Annahme begründen, daß er entgegen dieser Vermutung politisch verfolgt wird." (Art. 16a Abs. 3 GG) Flüchtlinge aus diesen Staaten werden sodann vom Recht auf Asyl ausgenommen. Einerseits hat das Bundesverfassungsgericht dies 1996 als "verfassungskonform" eingestuft - dies heißt aber lediglich, daß es nicht gegen unsere Verfassung verstößt ... die Frage, ob dies noch der Humanität entspricht, ... diese Frage wurde somit nicht geklärt.
Wenn aber grundsätzlich Länder zu "sicheren Herkunftsstaaten" erklärt werden, in denen zwar teilweise noch Bürgerkrieg und Vertreibung vorherrscht, Asylsuchende aber in Regionen (innerhalb dieser Länder) abgeschoben werden, in denen diese Kriegszustände (noch) nicht gegeben sind, kann man wohl weniger von Humanität reden. Dies ist einem christlichen Land, mit einer christlichen Regierungs-Partei, zu tiefst unwürdig!
sunny.crockett hat geschrieben:Und auch Deutschland ist (bis auf Nord und Ostsee) von Schengenstaaten umgeben, hätte auch illegale Migranten abweisen müssen, wenn man sich an Gesetze gehalten hätte.
Andererseits hat, aufgrund der katastrophalen Zustände in griechischen Flüchtlingseinrichtungen, im Oktober 2010 das Bundesverfassungsgericht entschieden, daß das dortige Asylsystem nicht (mehr) "den Vorgaben der Europäischen Union und internationalen Standards" genüge und somit sei "von Abschiebungen nach Griechenland abzusehen". (Aktenzeichen: 7 K 4376/07.F.A) Daraufhin wurde seitens des Innenministeriums und "mit Rücksicht auf die besondere Situation in Griechenland hinsichtlich der Gewährung eines menschenrechtskonformen Asylverfahrens" von einer Überstellung in das EU-Land vorläufig abgesehen. Zu klären bleibt auch, ob die Umkehr des beweisen-müssen ... also die Umkehr der Beweislast nicht letztlich unser Rechtssystem von den Füßen auf den Kopf stellen würde?
    In dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagte!
Ebenfalls dürfte es nicht gerade humanitär sein, wenn Leistungen zur medizinischen Versorgung nur noch bei "akuter Krankheit bzw. akutem Behandlungsbedarf und bei schmerzhafter Krankheit" erbracht werden sollen und dürfen. (§ 4 Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) - beschlossen: 2015!) Lediglich für sonstige Behandlungen (wie etwa chronische Erkrankungen oder bei Behinderungen) "können" sogenannte Ermessensleistungen gewährt werden, soweit dies "zur Sicherung der Gesundheit unerläßlich" ist - § 6 AsylbLG.
Senexx hat geschrieben:Man könnte "Schnellverfahren" einführen. Und "Schnellgerichte" für eventuelle Einsprüche.
Zugleich wurde vorgeschrieben, daß ein Eilantrag und/oder eine Klage gegen eine ablehnende Entscheidung, eine Abschiebungsandrohung oder eine Abschiebungsanordnung - mit zeitgleicher Verfügung eines Wiedereinreise- und Aufenthaltsverbotes, ... daß diese binnen Wochenfrist gestellt und erhoben werden. Nachfolgend entstanden für 2016 "Asylbewerber mit geringer Erfolgsaussicht", die etwa falsche Angaben zu ihrer Identität gemacht oder Dokumente mutwillig vernichtet haben und somit "keine Bereitschaft zur Mitwirkung zeigen" fünf [i][b]"besondere Aufnahmezentren", in denen Asylbewerbern "Schnellverfahren" durchlaufen sollen.[/b][/i] Sie dürfen diese Einrichtung nicht verlassen. Angelehnt ist dies an das sogenannte "Flughafenverfahren", welches an einigen deutschen Flughäfen schon seit 1993 das durchgeführt wird. Dabei werden jedem Asylsuchenden im Transitbereich des Flughafens (also vor der Einreise nach Deutschland) Fingerabdrücke genommen - diese werden sodann in die EURODAC-Datenbank übernommen. Zudem wird jeder Asylsuchende, der keine oder gefälschte Ausweispapiere mit sich führt oder aus einem sicheren Herkunftsland stammt, und wenn es auf dem Flughafen-Gelände eine Unterbringungsmöglichkeit für Asylsuchenden gibt, ... wird dieser dort untergebracht. Das Asylgesuch muß er unmittelbar nach der Ankunft gegenüber der Bundespolizei begründen - bis über das Gesuch entschieden worden ist, darf er die Unterkunft nicht verlassen. Auch hier gilt:
    Bei Verstößen werden ihnen Leistungen gekürzt oder gestrichen und ihr Asyl-Verfahren ruht.
Du siehst also ... und allen anderen sei auch gesagt:
    diese "Schnellverfahren" gibt es schon. Ob dies aber letztlich immer noch einem Rechtsstaat entspricht? Wo kein Kläger - da kein Richter!
Da diese "Flughafenverfahren" nicht auf Bundesgelände geschieht- sonder außerhalb ... quasi im Niemandland, schwingt die Frage mit, ob die rechtmäßig ist und eventuell bleibt? Wäre er nämlich auf deutschem Hoheitsgebiet, würden für ihn wohl deutsche Gesetze und Justiz gelten - deshalb wohl auch die Forderung nach "Ankerzentren" außerhalb Deutschlands oder der EU ... etwa auf afrikanischem Gebiet?!?
Seltsam:
    In Sachen TTIP oder sonstigen Handelsabkommen, in oder mit denen "Sondergerichte" eingerichtet werden sollen, die unabhängig unserer Justiz über Handelsfragen entscheiden sollen, wird die Frage einer Parallel-Justiz diskutiert - nur bei Menschen- bzw.: Asyl-Angelegenheiten nicht!?! ! Dies läßt tief blicken!
Auch dürfte die Angelegenheit, wonach bei Flüchtlinge mit "subsidiärem Schutz" der Nachzug von Familienangehörigen für zwei Jahre ausgesetzt wird, ... dies Gesetz dürfte wohl letztlich vom BVerfG gekippt werden - sobald jemand dieses Gericht anruft, weil dies Vorhaben wohl dem verfassungsmäßigen Schutz von Ehe und Familie entgegenstehen dürfte.
Senexx hat geschrieben:Den Antrag auf Asyl können sie nicht unter Sanktionen stellen. Sie können wohl aber seine Attraktivität einschränken.
Ersteres: RICHTIG! Wie unaktraktiv soll dieses Asylverfahren, dessen Erfolgsaussicht und dessen Leistungen denn noch sein?
Wir sollten uns erstmal darüber klar werden, was wir überhaupt wollen? Wollen wir primär Flüchtlinge verhindern oder wollen wie das Schleppertum bekämpfen?
Im ersteren Fall sollten wir uns bemühen, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Das ist nicht immer einfach, denn selten haben wir inmittelbaren Einfluß auf diese Ursachen.
Im zweiten Fall - Schlepper:
    Schlepper werden wohl immer von den potenziellen Flüchtlingen gebraucht, wenn Flüchtlingen auf legalem Weg nicht zum Ziel kommen. Wollenen wir also das Schleppertum bekämpfen, sollten wir potenziellen Flüchtlingen ermöglichen, auf legalem Weg einreisen zu können - anstatt Gesetze zu verschärfen.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » So 22. Apr 2018, 06:32

Was wirklich gegen Asyl-Mißbrauch in Europa hilft ist der Schutz der Außengrenzen und Resettlementprogramme von Personen die bereits außerhalb Europas überprüft wurden. In beiden Punkten gibt es gute Nachrichten. Laut UNHCR sind in diesem Jahr (Stichtag 20. April) weniger als 19.000 Migranten über die Mittelmeerrouten nach Europa gekommen. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren eine dramatische Reduzierung. Quelle: http://data2.unhcr.org/en/situations/mediterranean Und das UNHCR konnte durch die Zusage Deutschlands das geplante Resettlementprogramm 2018/19 auf den Weg bringen. Positiv ist hier die Tatsache dass Deutschland nicht wie sonst 2/3 der Migranten in Europa aufnimmt sondern nur 20%, negativ ist die Tatsache dass sich die üblichen Verdächtigen (Visegradstaaten und auch Österreich) komplett verweigert haben. Vielleicht sollte man bei Asyl in Europa weiter in Richtung Resettlementprogrammen denken. Die betroffenen Migranten kommen auch sicher nach Europa und müssen nicht die Risiken einer Mittelmeerüberfahrt eingehen. Dieses Jahr sind bereits über 500 Migranten dabei ertrunken.

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