Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

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Schnitter
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Schnitter » So 19. Aug 2018, 14:23

Bleibtreu hat geschrieben:(19 Aug 2018, 15:17)

Mein Fazit daraus ist ein ganz anders. Frau Merkels Verhalten in der europ. FluechtlingsFrage hat die Schwaechen & mangelnde Solidaritaet innerhalb der EU offen sichtbar zu Tage gefoerdert. Wer nur NehmerQualitaeten hat und wem echte Solidaritaet und Gemeinschaft am Arsch vorbei geht, der wird natuerlich unwillig, wenn seine GeberQualitaeten gefragt sind. ;)


Genau so sehe ich das auch.

Es gibt halt Länder in Osteuropa die sind vor den Rechtspopulisten eingeknickt und zu "Halb-Demokratien" verkommen.

Ich bin froh dass es Lenker wie Merkel gibt die in solchen Fragen standhaft bleiben und Europa mit den Werten erhalten die hinter der Idee Europas stehen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Bleibtreu » So 19. Aug 2018, 14:32

Schnitter hat geschrieben:(19 Aug 2018, 15:23)

Genau so sehe ich das auch.

Es gibt halt Länder in Osteuropa die sind vor den Rechtspopulisten eingeknickt und zu "Halb-Demokratien" verkommen.
Ich bin froh dass es Lenker wie Merkel gibt die in solchen Fragen standhaft bleiben und Europa mit den Werten erhalten die hinter der Idee Europas stehen.

Und ich bin heilfroh, dass in Frankreich der ueberzeugte Europaeer Macron, gegen die unsaeglichen Populisten LePeng & Mélenchon gewonnen hat. Wenn auch noch das grosse Frankreich populistischen EU Gegnern zum Opfer faellt, kann die EU dicht machen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Keoma » So 19. Aug 2018, 14:33

Merkel wird sicher in die Geschichte eingehen.
Als erste Politikerin aus dem konservativen Lager, die von Linken gottgleich verehrt wird.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Skeptiker » So 19. Aug 2018, 14:36

Bleibtreu hat geschrieben:(19 Aug 2018, 15:17)
Mein Fazit daraus ist ein ganz anders. Frau Merkels Verhalten in der europ. FluechtlingsFrage hat die Schwaechen & mangelnde Solidaritaet innerhalb der EU offen sichtbar zu Tage gefoerdert. Wer nur NehmerQualitaeten hat und wem echte Solidaritaet und Gemeinschaft am Arsch vorbei geht, der wird natuerlich unwillig, wenn seine GeberQualitaeten gefragt sind. ;)

Wenn die Situation aber eine solche ist, wie taktisch klug ist es dann so zu agieren wie Frau Merkel es gemacht hat?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Flüchtlingspolitik das Zünglein an der Waage für den Brexit gewesen ist. Das gilt heute schon als historischer Fakt.
Die Position der Visegrad Staaten zur Immigration hunderttausender Menschen, mit oder ohne Fluchtgrund, war bekannt. Diese wurde moralistisch herabgewürdigt und mit eigener Überhöhung nach der Grenzöffnung zementiert.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber inbesondere vor, zum Teil aber auch nach, der Grenzöffnung, hat Frau Merkel jede Chance zu gemeinsamen Vorgehen sausen lassen und damit eine historische politische Fehlleistung begangen.

Man kann natürlich sagen, dass sie dadurch nur das beschleunigt hat, was sich eh schon abgezeichnet hat. Beim Brexit kann ich das aber nicht akzeptieren, weil das eine Jahrhundertentscheidung mit fataler Beeinflussung deutscher Politik war.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon ThorsHamar » So 19. Aug 2018, 14:38

Bleibtreu hat geschrieben:(19 Aug 2018, 15:17)

Mein Fazit daraus ist ein ganz anders. Frau Merkels Verhalten in der europ. FluechtlingsFrage hat die Schwaechen & mangelnde Solidaritaet innerhalb der EU offen sichtbar zu Tage gefoerdert. Wer nur NehmerQualitaeten hat und wem echte Solidaritaet und Gemeinschaft am Arsch vorbei geht, der wird natuerlich unwillig, wenn seine GeberQualitaeten gefragt sind. ;)


Das sehe ich ebenso. Die ehrliche Schlussfolgerung ist, dass es EUROPA eigentlich nicht gibt und die Interessen für einen Beitritt mit allem Möglichen zu tun haben, aber nicht mit ehrlicher Gemeinschaft! Du hast den Beleg dafür ja völlig korrekt beschrieben.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » So 19. Aug 2018, 14:42

ThorsHamar hat geschrieben:(19 Aug 2018, 14:18)

Ich rede hier nicht von Gleichschaltung, aber es muss Kanäle in den Leitungsetagen der Medien geben, in welchem die Wortgebrauche mindestens empfohlen werden. Die Wortwechsel sind auffällig!

...

...


Diesen Eindruck konnte man mehrfach gewinnen. Ich sehe darin gar nicht einmal politische Gleichschaltung, sondern ich vermute die Wirkung besonders angesehener Medienvertreter. In harmlosen Fällen waren das Redewendungen, die urplötzlich in sämtlichen Kanälen auftauchten und so manchen Leser verblüfften. Ein auffälliger Vertreter dieser Gattung ist das "Narrativ", das mit fast allen Themen verbunden wurde.

Manche Texte strotzen von ungewohnten und aus meiner Sicht auch überflüssigen Fremdworten; vielleicht im Fachgespräch verwendet, um den Kollegen den erreichten hohen Bildungsstand zu beweisen? Der Nutzen für den zutiefst beeindruckten Leser? Da muß ein wahres Nest angelegt worden sein... eine Schule, ein Meinungsführer? Etwas zurück gegangen ist die Zahl der Anglizismen. Damit kann man heute vermutlich niemanden mehr beeindrucken.

Und inhaltlich, meinungsbildend? Da traf das böse Wort vom Rudeljournalismus die Sache recht gut. Wieder vermute ich dahinter keinen bösen politischen Willen, sondern eine gemeinsame Bildungsgrundlage und einige gemeinsame Lehrjahre an einer einschlägigen Hochschule.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » So 19. Aug 2018, 14:51

Keoma hat geschrieben:(19 Aug 2018, 15:33)

Merkel wird sicher in die Geschichte eingehen.
Als erste Politikerin aus dem konservativen Lager, die von Linken gottgleich verehrt wird.


Bitte kein Neid; wir hatten schließlich mehrfach auch deutsche Politiker, die große geschichtliche Bedeutung hatten, aber ein schönes Reich verspielt haben. Ja, das ging nicht mit einem Ruck... na dann eben mit zweien.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Keoma » So 19. Aug 2018, 14:58

H2O hat geschrieben:(19 Aug 2018, 15:51)

Bitte kein Neid; wir hatten schließlich mehrfach auch deutsche Politiker, die große geschichtliche Bedeutung hatten, aber ein schönes Reich verspielt haben. Ja, das ging nicht mit einem Ruck... na dann eben mit zweien.

Hat nichts mit Neid zu tun.
Es ist nur verwunderlich.
Ich habe von eurer Innenpolitik zu wenig Ahnung, aber ich nehme nicht an, dass die Unionsparteien sonst linke Politik betreiben.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Bleibtreu » So 19. Aug 2018, 15:07

Skeptiker hat geschrieben:(19 Aug 2018, 15:36)

Wenn die Situation aber eine solche ist, wie taktisch klug ist es dann so zu agieren wie Frau Merkel es gemacht hat?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Flüchtlingspolitik das Zünglein an der Waage für den Brexit gewesen ist. Das gilt heute schon als historischer Fakt.
Die Position der Visegrad Staaten zur Immigration hunderttausender Menschen, mit oder ohne Fluchtgrund, war bekannt. Diese wurde moralistisch herabgewürdigt und mit eigener Überhöhung nach der Grenzöffnung zementiert.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber inbesondere vor, zum Teil aber auch nach, der Grenzöffnung, hat Frau Merkel jede Chance zu gemeinsamen Vorgehen sausen lassen und damit eine historische politische Fehlleistung begangen.

Man kann natürlich sagen, dass sie dadurch nur das beschleunigt hat, was sich eh schon abgezeichnet hat. Beim Brexit kann ich das aber nicht akzeptieren, weil das eine Jahrhundertentscheidung mit fataler Beeinflussung deutscher Politik war.

Schauen wir zusammen mal genau hin :)

Was war denn die Alternative? Die sued- und osteuropaeischen GrenzLaender in der FluechtlingsFrage mitsamt den FluechtlingsMassen absaufen lassen ist sicherlich keine akzeptable gewesen und sie waere an Deutschland ebensowenig vorueber gegangen. Das Problem war doch schon lange bekannt, Jahre vor dem Ansturm in 2015. Was wurde in all den Jahren vor Sommer 2015 gegen die Problematik getan? - Nichts! Die Probleme wurden den GrenzLaendern ueberlassen und der Rest hat dezent weg geschaut, hier und da mal ein zynisches Statement gestammelt. 2015 ist die IgnorantenBlase dann explodiert und den WegSchauern um die Ohren geflogen.

Deine Behauptungen zum Brexit teile ich nicht. Aber das will ich hier nicht auch noch auseinander nehmen. Fuer das BrexitThema gibt es einen separaten Strang. ;)
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » So 19. Aug 2018, 15:18

Keoma hat geschrieben:(19 Aug 2018, 15:58)

Hat nichts mit Neid zu tun.
Es ist nur verwunderlich.
Ich habe von eurer Innenpolitik zu wenig Ahnung, aber ich nehme nicht an, dass die Unionsparteien sonst linke Politik betreiben.


Die CDU ist eine Volkspartei im alten Sinne. Natürlich gehen ihr allmählich die Anhänger aus, die von ihr eine betont christliche Politik erhoffen. Das protestantische Element hat in der CDU über die vielen Jahre an Zahl und Einfluß gewonnen, ohne daß es deshalb zu verfeindeten Flügeln kam. Der Konservativismus zeigt sich in fehlendem Wagemut. Meist war das bisher auch gut so.

In der CDU gibt es auch Verwerfliches... etwa zu große Nähe zu großen Unternehmen, die so ihre Wünsche an den Mann, an die Frau bringen können. Aber die soziale Marktwirtschaft wurde von der CDU gegen heftigen Widerstand des linken Lagers im Parlament durchgesetzt.

Links, Rechts, das ist bei Volksparteien schwer zu zu ordnen. Das Große an der Kanzlerin scheint mir zu sein, daß sie in schwieriger Lage dann doch entscheidet, wie wir weiter machen sollen. Das ist derzeit besonders auffällig zu sehen. Sie folgt beharrlich einem Plan für europäische Interessen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Vongole » So 19. Aug 2018, 15:19

Bleibtreu hat geschrieben:(19 Aug 2018, 16:07)

Schauen wir zusammen mal genau hin :)

Was war denn die Alternative? Die sued- und osteuropaeischen GrenzLaender in der FluechtlingsFrage mitsamt den FluechtlingsMassen absaufen lassen ist sicherlich keine akzeptable gewesen und sie waere an Deutschland ebensowenig spurlos vorueber gegangen. Das Problem war doch schon lange bekannt, Jahre vor dem Ansturm in 2015. Was wurde in all den Jahren vor Sommer 2015 gegen die Problematik getan? - Nichts! Die Probleme wurden den GrenzLaendern ueberlassen und der Rest hat dezent weg geschaut, hier und da mal ein zynisches Statement gestammelt. 2015 ist die IgnorantenBlase dann explodiert und den WegSchauern um die Ohren geflogen.

Deine Behauptungen zum Brexit teile ich nicht. Aber das will ich hier nicht auch noch auseinander nehmen. Fuer das BrexitThema gibt es einen separaten Strang. ;)


Genau so! :thumbup:
Merkels Entscheidung war ausnahmsweise eben nicht taktisch, wurde aber damals von der Mehrheit der Deutschen geteilt.

Und ganz kurz zu Brexit, damit nicht auch noch das der Flüchtlingsdebatte angelastet wird:
Schon 2013 versprach Cameron im Falle seiner Wahl ein Referendum zu diesem Thema. Einer der Auslöser war die von der populistischen UKIP, dem AfD-Zwilling GBs, angeprangerte Beschäftigung
vieler EU-Bürger in GB, von Flüchtlingen war überhaupt nicht die Rede.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Julian » So 19. Aug 2018, 15:32

H2O hat geschrieben:(19 Aug 2018, 15:16)

Europäische Flüchtlingspolitik betreibt allein die Kanzlerin. Alle anderen Lichtgestalten Europas treiben Flüchtlingsabwehr oder machen gar nichts. Europa wird von Populisten zerstört, die auf schwierige Fragen grundsätzlich einfache Antworten haben.


Frau Merkel hat sich aufgeführt wie ein Bauerntrampel und Deutschland unter ihr wie ein Ochs in der Apotheke. Es ist keine europäische Politik, wenn Deutschland allein Entscheidungen trifft, die auch andere Länder stark beeinflussen, und dann erwartet, dass alle anderen Ja und Amen sagen und mitziehen. Noch schlimmer wird es, wenn man moralisierend, besserwisserisch und belehrend auftritt, wie es Merkel und ihre Anhänger tun.

Den deutschen Interessen und den Beziehungen Deutschlands zu anderen Ländern hat Merkel einen Bärendienst erwiesen. Leider befindet sie sich damit in guter deutscher Tradition. Warum kann deutsche Politik nicht maßvoll und berechenbar sein? Warum müssen deutsche Politiker immer die Welt erlösen wollen?

Nicht einmal den sogenannten Flüchtlingen hat Merkel einen Dienst erwiesen. Die Mehrheit, überwiegend junge Männer, sitzen beschäftigungslos herum, fühlen sich überflüssig, fragen sich, wo die versprochene Frau, Auto und Haus bleiben, wissen ihre Muße nicht zu nutzen und kommen auf allerlei dumme Ideen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Bleibtreu » So 19. Aug 2018, 15:35

Vongole hat geschrieben:(19 Aug 2018, 16:19)

Genau so! :thumbup:
Merkels Entscheidung war ausnahmsweise eben nicht taktisch, wurde aber damals von der Mehrheit der Deutschen geteilt.

Und ganz kurz zu Brexit, damit nicht auch noch das der Flüchtlingsdebatte angelastet wird:
Schon 2013 versprach Cameron im Falle seiner Wahl ein Referendum zu diesem Thema. Einer der Auslöser war die von der populistischen UKIP, dem AfD-Zwilling GBs, angeprangerte Beschäftigung
vieler EU-Bürger in GB, von Flüchtlingen war überhaupt nicht die Rede.

Zustimmung. Du bist bei den britinternen Kenntnissen ja ebenfalls gut aufgestellt und weisst, wovon du redest - dir kann man bei UK ebensowenig ein X fuer ein U verkaufen, wie mir! :thumbup:
Und in UK wurde schon immer mit der EU Beteiligung gehadert. Das ging schon 2 Jahre nach dem Beitritt los, unter LabourPremier Wilson:
Kurz nach dem Beitritt zweifelte Großbritannien selbst an der EG - Labour-Premier Wilson verhandelt nach und lässt das Volk entscheiden und was Maggy sich erst alles geleistet hatte... :D

Wie ich schon schrieb: Eine ausfuehrliche Diskussion zum Brexit gehoert nicht in diesen Strang; ich weigere mich mir von skeptischen NebelKerzen den BrexitWeg weisen zu lassen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Julian » So 19. Aug 2018, 16:07

Vongole hat geschrieben:(19 Aug 2018, 16:19)

Genau so! :thumbup:
Merkels Entscheidung war ausnahmsweise eben nicht taktisch, wurde aber damals von der Mehrheit der Deutschen geteilt.

Und ganz kurz zu Brexit, damit nicht auch noch das der Flüchtlingsdebatte angelastet wird:
Schon 2013 versprach Cameron im Falle seiner Wahl ein Referendum zu diesem Thema. Einer der Auslöser war die von der populistischen UKIP, dem AfD-Zwilling GBs, angeprangerte Beschäftigung
vieler EU-Bürger in GB, von Flüchtlingen war überhaupt nicht die Rede.


Ohne das Flüchtlingsthema wären die Brexit-Befürworter niemals über die 50%-Schwelle gekommen. Die Briten hatten Angst, dass Deutschland unkontrolliert Leute nach Europa lässt, die sie dann letztlich aufgrund europäischer Verpflichtungen auch ins Land lassen müssten. Leute wie Farage haben ganz offensiv dieses Thema besetzt, und Umfragen anlässlich des Referendums zeigen, dass dieses Thema zentral für die Brexit-Befürworter war.

Merkel trägt damit ganz wesentliche Schuld am Brexit; sie war es, und mit ihr Deutschland, dass für diese historische Fehlleistung mitverantwortlich ist.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Julian » So 19. Aug 2018, 16:14

Hier mal ein paar interessante Einblicke, wie Merkel durch ihre Alleingänge nicht zuletzt in der Asyl- und Flüchtlingspolitik die Europäische Union zerstört.
But mostly it’s because Merkel created the conditions that gave the enemies of the European ideal their opening. She refused to cap the number of asylum seekers Germany would take and then pleaded with other European countries to take them. That almost certainly gave Brexiteers the political imagery they needed to carry the vote a year later. The AfD was a minor Euroskeptic party before the refugee crisis gave it a rallying cry. The xenophobes of Austria’s Freedom Party, Italy’s Northern League and Sweden’s Democrats have all profited politically from Merkel’s decision.

Generosity is a virtue, but unlimited generosity is a fast route to bankruptcy. Humanitarianism is commendable, but not when you’re demanding that others share the burdens and expense. A very liberal immigration policy is wise, but helter-skelter migration isn’t. Knowing how to set broad but clear limits is one of the essentials of conservative governance. Merkel’s failure is that she ceased to be conservative.

https://www.nytimes.com/2018/07/05/opin ... union.html
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Senexx » So 19. Aug 2018, 16:29

H2O hat geschrieben:(19 Aug 2018, 09:13)
Das Gerede von "Amtseid gebrochen" läuft darauf hinaus, daß man Menschen in Dreck und Kälte verkommen lassen sollte, um einer uneinsichtigen Minderheit einen Gefallen zu tun. Wobei ich gar nicht einmal sicher bin, daß die betroffene Minderheit geschlossen dieser Meinung ist.

Merkel ist nicht Kanzlerin der Menschheit, sondern der Deutschen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » So 19. Aug 2018, 16:55

Julian hat geschrieben:(19 Aug 2018, 16:32)

Frau Merkel hat sich aufgeführt wie ein Bauerntrampel und Deutschland unter ihr wie ein Ochs in der Apotheke. Es ist keine europäische Politik, wenn Deutschland allein Entscheidungen trifft, die auch andere Länder stark beeinflussen, und dann erwartet, dass alle anderen Ja und Amen sagen und mitziehen. Noch schlimmer wird es, wenn man moralisierend, besserwisserisch und belehrend auftritt, wie es Merkel und ihre Anhänger tun.

Jetzt erwartet die Kanzlerin ganz offensichtlich von der EU gar nichts. Dann muß sie auch nicht fragen, ob es genehm ist, was sie aufbaut. Sie sucht sich betroffene (und damit allein gelassene) Partner in der EU und vereinbart mit denen eine Vorgehensweise, wie Asylgewährung wieder ihren Sinn erhält. Partner wie Spanien, Griechenland, Frankreich und Benelux unterstützen sie, insbesondere in Nordafrika, wo diese Partner besser aufgestellt waren. Die Kanzlerin weiß es besser; besserwisserisch sind jene, die zu Schimpfworten greifen, die ihnen nicht zustehen. Populisten eben.
Den deutschen Interessen und den Beziehungen Deutschlands zu anderen Ländern hat Merkel einen Bärendienst erwiesen. Leider befindet sie sich damit in guter deutscher Tradition. Warum kann deutsche Politik nicht maßvoll und berechenbar sein? Warum müssen deutsche Politiker immer die Welt erlösen wollen?

Sie löst Probleme solcher Partner in der EU, die damit allein gelassen wurden. Damit aber auch unser deutsches Problem. Darf sie doch? Fragen muß sie dafür wirklich nicht.

Nicht einmal den sogenannten Flüchtlingen hat Merkel einen Dienst erwiesen. Die Mehrheit, überwiegend junge Männer, sitzen beschäftigungslos herum, fühlen sich überflüssig, fragen sich, wo die versprochene Frau, Auto und Haus bleiben, wissen ihre Muße nicht zu nutzen und kommen auf allerlei dumme Ideen.

Asyl- und Schutzberechtigte dürfen einer Arbeit nachgehen, dürfen eine Ausbildung aufnehmen. Sie tun das auch, wie namhafte Industrie- und Wirtschaftsvertreter unaufgefordert bestätigen. Allerdings befürworte ich, daß Nicht-Bleibeberechtigte, die in der Zeit der ungeordneten Zuwanderung eine Arbeit/eine Ausbildung aufgenommen und sich sprachlich und vom Auftreten her in unsere Gesellschaft eingebracht haben, jetzt einen gesicherten Aufenthaltstitel erhalten. Alles andere wäre Zeit- und Geldverschwendung. Verurteilte Straftäter müssen gehen, und ohne Bleiberecht oder Duldung ist eine Arbeitsaufnahme nicht zulässig. Finde ich ganz in Ordnung. Die Rückführung unterliegt gesetzlichen Regeln, wie wir gerade erst wieder erfahren haben. Wenn Sie ungesetzliches Handeln einführen möchten, dann müssen Sie unsere Verfassung ändern. Versuchen Sie das einfach einmal!
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » So 19. Aug 2018, 17:01

Senexx hat geschrieben:(19 Aug 2018, 17:29)

Merkel ist nicht Kanzlerin der Menschheit, sondern der Deutschen.

Stimmt; sie handelt im Namen und Auftrag der politischen Mehrheit... und in der Frage Asyl- und Flüchtlingspolitik auch im Namen der zivilisierten Opposition. So geht Demokratie, isso!
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Senexx » So 19. Aug 2018, 18:02

H2O hat geschrieben:(19 Aug 2018, 18:01)

Stimmt; sie handelt im Namen und Auftrag der politischen Mehrheit... und in der Frage Asyl- und Flüchtlingspolitik auch im Namen der zivilisierten Opposition. So geht Demokratie, isso!

Ihre Asylpolitik stand nie zur Abstimmung.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » So 19. Aug 2018, 18:11

Senexx hat geschrieben:(19 Aug 2018, 19:02)

Ihre Asylpolitik stand nie zur Abstimmung.


Am 17. September 2017 schon. Der vorangehende Wahlkampf war von diesem Thema geprägt. Über 80% der gültigen Wahlstimmen haben Parteien gewählt, die den zivilisierten und rechtsstaatlichen Umgang mit Asylbewerbern, Schutzbedürftigen und auch Nicht-Asylberechtigten unterstützen. Genügen Ihnen solche Mehrheiten nicht?

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