Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

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Julian
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Julian » So 19. Aug 2018, 11:24

H2O hat geschrieben:(19 Aug 2018, 11:38)

Warum besorgen Sie sich nicht die Bilder, die reichlich in den Medien genau diesen Umstand zeigten? Die Leute lagen unversorgt im Budapester Bahnhofsbereich auf der Straße. Was drängt Sie, hier das Gegenteil zu behaupten... als seien das Abenteuerer, die sich dort niederlassen wollten, wo sie am besten versorgt sind?


Die Migranten am Budapester Bahnhof haben sich doch aktiv gegen Versorgung gewehrt! Die Versorgung hätte natürlich nicht darin bestanden, dass sie weiter im Bahnhof kampieren, sondern darin, dass sie in ungarische Auffanglager verbracht werden. Dass wollten sie aber nicht, denn ihr Ziel war Deutschland.

Es gibt im übrigen reichlich Bilder, die die Aggressionen und erpresserische Anspruchshaltung so mancher Migranten gegenüber den Ungarn sehr gut zeigen. Diese wurden in Deutschland möglicherweise nicht gezeigt, weil sie nicht ins Narrativ der Willkommenspolitik passten, sind aber inzwischen auf YouTube auch in Deutschland zugänglich.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon DarkLightbringer » So 19. Aug 2018, 11:32

Julian hat geschrieben:(19 Aug 2018, 12:24)

Die Migranten am Budapester Bahnhof haben sich doch aktiv gegen Versorgung gewehrt! Die Versorgung hätte natürlich nicht darin bestanden, dass sie weiter im Bahnhof kampieren, sondern darin, dass sie in ungarische Auffanglager verbracht werden. Dass wollten sie aber nicht, denn ihr Ziel war Deutschland.
(...)

Und wer will denn in ungarische Lager unter der Ägide des Halb-Diktators Orban ? Damit täten sich wohl auch residente Bürger schwer.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon think twice » So 19. Aug 2018, 11:33

Julian hat geschrieben:(19 Aug 2018, 12:24)

Die Migranten am Budapester Bahnhof haben sich doch aktiv gegen Versorgung gewehrt! Die Versorgung hätte natürlich nicht darin bestanden, dass sie weiter im Bahnhof kampieren, sondern darin, dass sie in ungarische Auffanglager verbracht werden. Dass wollten sie aber nicht, denn ihr Ziel war Deutschland.
.

Quatsch nicht so ein dummes Zeug, wenn du keine Ahnung hast. In Österreich haben sie sich sogar geweigert, in die Busse zu steigen, die sie direkt ueber die Grenze nach Deutschland bringen sollten. Sie haben den Soldaten nicht getraut und befürchteten, dass sie wieder zurück in die Slowakei oder direkt in dieTürkei transportiert würden.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon ThorsHamar » So 19. Aug 2018, 11:41

DarkLightbringer hat geschrieben:(19 Aug 2018, 12:05)

Das Risiko ist die Schwächung der Gesellschaft.

Um ein Beispiel zu nennen, welches mit Parteipolitik nur bedingt etwas zu tun hat: Laut dem kritischen Buch eines Heimkehrers wollte die Regierung keine Panzer und ähnliches Gerät in Afghanistan haben, um martialische Bilder zu vermeiden. Taktisch gesehen war das ein Nachteil, medial aber ein Vorteil, wenn man so will.

Man müsste eine offensivere Politik auch offensiver erklären.


Ja, das sage ich seit Jahren.
Es gibt aber ein gravierendes Problem: Eine offensive, also auch möglichst objektive Darstellung der Realität, immerhin DIE Voraussetzung für den Beschluss und die Durchführung effektiver Massnahmen, würde sehr oft bis immer mit vielen unserer ethisch-moralischen Prämissen kollidieren!!
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » So 19. Aug 2018, 11:42

Julian hat geschrieben:(19 Aug 2018, 12:24)

Die Migranten am Budapester Bahnhof haben sich doch aktiv gegen Versorgung gewehrt! Die Versorgung hätte natürlich nicht darin bestanden, dass sie weiter im Bahnhof kampieren, sondern darin, dass sie in ungarische Auffanglager verbracht werden. Dass wollten sie aber nicht, denn ihr Ziel war Deutschland.

Es gibt im übrigen reichlich Bilder, die die Aggressionen und erpresserische Anspruchshaltung so mancher Migranten gegenüber den Ungarn sehr gut zeigen. Diese wurden in Deutschland möglicherweise nicht gezeigt, weil sie nicht ins Narrativ der Willkommenspolitik passten, sind aber inzwischen auf YouTube auch in Deutschland zugänglich.


Ja, die ungarischen Behörden sind überhaupt auffällig freundlich mit Menschen umgesprungen, ob nun zugewandert oder als gemobbte Minderheit im Lande lebend. Nur ist davon auf solchen fakes nichts zu sehen. Ein schweres Versäumnis! Aber bestimmt waren das alles faustdicke Lügengeschichten. Daß bedrohte Menschen nicht wie eine Hammelherde getrieben werden können, das ist mir ziemlich klar... anderen eben nicht.

Es war gut und richtig, daß die Kanzlerin diese verfahrene Lage durch eine mitmenschliche Rührung aufgelöst hat.

Damit war sie ja auch nicht allein. Alle mit einiger sittlicher Grundbildung ausgestatteten Staaten der EU haben sich beteiligt: Österreich, Dänemark, Schweden und eben Deutschland. Ich bin froh, daß unser Land sich erbarmt hat und auch jetzt noch eine konstruktive Rolle für Europa übernommen hat.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Julian » So 19. Aug 2018, 11:58

think twice hat geschrieben:(19 Aug 2018, 12:33)

Quatsch nicht so ein dummes Zeug, wenn du keine Ahnung hast. In Österreich haben sie sich sogar geweigert, in die Busse zu steigen, die sie direkt ueber die Grenze nach Deutschland bringen sollten. Sie haben den Soldaten nicht getraut und befürchteten, dass sie wieder zurück in die Slowakei oder direkt in dieTürkei transportiert würden.


Das widerspricht doch meiner Darstellung gar nicht. Viele dieser Migranten misstrauen eben allem, was sie mit dem Staat in Verbindung bringen. Ihr Ziel war dennoch Deutschland (oder wahlweise Schweden), und deswegen wollten sie sich nicht in Ungarn oder anderswo versorgen lassen. Die Medien waren dabei nicht Beobachter, sondern kalkuliertes Element bei diesen ganzen Vorgängen.

Es steht ja jedem frei, sich auf YouTube die entsprechenden Videos anzuschauen, oder es eben nicht zu tun und weiter einem falschen, aber herzerwärmenden Narrativ anzuhängen.

Insgesamt eine Diskussion, wie man sie wohl nur in Deutschland führen kann. Vielen Leuten im Ausland hängt dieser deutsche, arrogante Hypermoralismus inzwischen zum Halse heraus.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon DarkLightbringer » So 19. Aug 2018, 11:58

ThorsHamar hat geschrieben:(19 Aug 2018, 12:41)

Ja, das sage ich seit Jahren.
Es gibt aber ein gravierendes Problem: Eine offensive, also auch möglichst objektive Darstellung der Realität, immerhin DIE Voraussetzung für den Beschluss und die Durchführung effektiver Massnahmen, würde sehr oft bis immer mit vielen unserer ethisch-moralischen Prämissen kollidieren!!

Die Presse kann man nicht direkt steuern, lediglich die Regierung könnte eigene Analysen und Ansichten offensiver darstellen.
Angela Merkel könnte sich z. B. von einem Hubschrauber aus auf ein U-Boot absetzen lassen, wie das Macron gemacht hat. Sowas liegt vielleicht nicht ganz in der Denkweise der Physikerin, die Presse hätte aber gewiss ihren Spaß.

Der Feind ist nicht etwa die "ethisch-moralische Prämisse", eher im Gegenteil, die sog. Softpower Europas fußt geradezu auf dem moralischen Antlitz und könnte als strategischer Bestandteil innerer Führung verstanden werden.

Woran es tatsächlich mangelt, das ist strategisches Denken und "Neuer Realismus". Das müsste allerdings erklärt werden.

Dazu ein bemerkenswerter Artikel aus Zürich:
Noch nie seit Ende des Kalten Krieges war europäische Aussenpolitik so herausfordernd. Während es unbestritten ist, dass wirtschafts- und sicherheitspolitische Interessen klarer formuliert werden müssen, wird die herausragende Bedeutung eines strategischen Ansatzes zu deren Umsetzung oft übersehen. Wozu aber eine Strategie entwerfen? Und warum versagt Europa beim strategischen Denken?
https://www.nzz.ch/meinung/europa-leist ... ld.1360684
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon think twice » So 19. Aug 2018, 12:14

Julian hat geschrieben:(19 Aug 2018, 12:58)

Das widerspricht doch meiner Darstellung gar nicht. Viele dieser Migranten misstrauen eben allem, was sie mit dem Staat in Verbindung bringen. Ihr Ziel war dennoch Deutschland (oder wahlweise Schweden), und deswegen wollten sie sich nicht in Ungarn oder anderswo versorgen lassen. Die Medien waren dabei nicht Beobachter, sondern kalkuliertes Element bei diesen ganzen Vorgängen.

Es steht ja jedem frei, sich auf YouTube die entsprechenden Videos anzuschauen, oder es eben nicht zu tun und weiter einem falschen, aber herzerwärmenden Narrativ anzuhängen.

Insgesamt eine Diskussion, wie man sie wohl nur in Deutschland führen kann. Vielen Leuten im Ausland hängt dieser deutsche, arrogante Hypermoralismus inzwischen zum Halse heraus.

Natürlich widerspricht es meiner Darstellung. Du behauptest, sie wollten nicht in die Züge, weil sie unbedingt nach Deutschland wollten und ich erklärte, sie wollten noch nichtmal in die Busse, die sie direkt nach Deutschland bringen sollten.
Deine bescheuerten youtube-Filmchen kannst du mit Jack000 teilen, wenn ihr sie braucht, um die Welt zu erklären.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Paperbackwriter » So 19. Aug 2018, 12:37

Wähler hat geschrieben:(19 Aug 2018, 07:14)

Durch Wiederholung wird diese Aussage auch nicht richtiger. Deutschland hat am 5. September 2015 nach Absprache mit Ungarn und Österreich das Selbsteintrittrecht der Dublin-Verordnung für Syrer benutzt. Auch bei verlorenem Pass wird laut Dublin-Verordnung und deutschem Aufenthaltsrecht ein Asyl- oder Flüchtlingsverfahren ermöglicht. Dass es mit der Registrierung der Flüchtlinge anfangs gehapert hat, ist allerdings richtig.


Wo kann ich denn dieses ominöse "Selbsteintrittsrecht" nachlesen? :D

Definitiv sagt es nicht aus, dass man keine Kontrollen machen muss, wenn Flüchtlinge einreisen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon DarkLightbringer » So 19. Aug 2018, 12:41

Hier noch eine etwas komplexere Karte von 2015, inklusive der Routen für Menschenschmuggel, den Operationsgebieten von Terroristen, den Hauptumschlagsplätzen und dergleichen:

https://africacenter.org/wp-content/upl ... l-2015.png
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon ThorsHamar » So 19. Aug 2018, 12:44

DarkLightbringer hat geschrieben:(19 Aug 2018, 12:58)

Die Presse kann man nicht direkt steuern, ...


Aber selbstverständlich kann man die Presse steuern!!!
Die konzertiert wirkenden Bewegungen in Bild - und Sprachinformationen sind doch Beleg dafür. Von einem Tag zum anderen werden in fast allen Medien, bes. jedoch in ARD und ZDF, aus Flüchtlingen nun Geflüchtete oder, noch besser, für die selbe Klientel auf einmal nur noch "Schutzsuchende", immer in Reaktion zu irgendwelchen, gerade passierten Ereignissen, bei welchen der Zusschauer zweifeln könnte und wieder ganz unauffällig an die Schutz-Instinkte appelliert wird.
Und das Ganze begann mit den Bildern von Kinderaugen, obwohl die grosse Masse der Migranten Männer war ....

lediglich die Regierung könnte eigene Analysen und Ansichten offensiver darstellen.


Ja, das könnte sie mal tun ....

Woran es tatsächlich mangelt, das ist strategisches Denken und "Neuer Realismus". Das müsste allerdings erklärt werden.


Ja, eben, das meine ich doch! Und dazu gehört auch mal endlich eine offene Diskussion über die tatsächliche Lage in Afrika und die Mitverantwortung der Ankommenden!!!!

Dazu ein bemerkenswerter Artikel aus Zürich:
https://www.nzz.ch/meinung/europa-leist ... ld.1360684


Dazu aus dem Artikel: " Und warum versagt Europa beim strategischen Denken?"

Ganz einfach zu beantworten: Es gibt dieses Europa ja gar nicht!
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Julian » So 19. Aug 2018, 12:58

think twice hat geschrieben:(19 Aug 2018, 13:14)

Natürlich widerspricht es meiner Darstellung. Du behauptest, sie wollten nicht in die Züge, weil sie unbedingt nach Deutschland wollten und ich erklärte, sie wollten noch nichtmal in die Busse, die sie direkt nach Deutschland bringen sollten.
Deine bescheuerten youtube-Filmchen kannst du mit Jack000 teilen, wenn ihr sie braucht, um die Welt zu erklären.


Tut mir leid, ich verstehe nicht, was du meinst. Ziel der Migranten war Deutschland, deswegen lehnten sie ihre Versorgung in Ungarn und ihre Verbringung in Lager ab - oder siehst du das anders?

Dass sie nicht in Busse stiegen, die sie nach Deutschland hätten bringen sollen, mag sein, aber doch nicht etwa, weil sie nicht nach Deutschland wollten, sondern weil sie daran zweifelten, dass sie dorthin gebracht würden. Dies zeigt eben ihr grundsätzliches Misstrauen dem Staat gegenüber, was ja teilweise auch jetzt in Deutschland zu beobachten ist im Verhalten so mancher Migranten gegenüber Vertretern des Staates (etwa Polizisten, Behördenmitarbeitern) oder jenen, die sie dafür halten (Rettungskräften, Schaffnern etc.).
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon DarkLightbringer » So 19. Aug 2018, 13:04

ThorsHamar hat geschrieben:(19 Aug 2018, 13:44)

Aber selbstverständlich kann man die Presse steuern!!!
Die konzertiert wirkenden Bewegungen in Bild - und Sprachinformationen sind doch Beleg dafür. Von einem Tag zum anderen werden in fast allen Medien, bes. jedoch in ARD und ZDF, aus Flüchtlingen nun Geflüchtete oder, noch besser, für die selbe Klientel auf einmal nur noch "Schutzsuchende", immer in Reaktion zu irgendwelchen, gerade passierten Ereignissen, bei welchen der Zusschauer zweifeln könnte und wieder ganz unauffällig an die Schutz-Instinkte appelliert wird.
Und das Ganze begann mit den Bildern von Kinderaugen, obwohl die grosse Masse der Migranten Männer war ....

Die Regierung bezieht im allgemeinen keine Stellung zu Kommentaren in der Presse. Sie teilt höchstens mit, ob sie von einem Sachverhalt Kenntnis hat oder nicht.
Generell werden jedoch Angriffe auf die Freiheit der Presse zurück gewiesen.

In den USA stellte sich neulich der Senat demonstrativ hinter die Presse und fabulierte in einer Resolution ausdrücklich, dass die Presse nicht Feind des Volkes sei.

Ja, das könnte sie mal tun ....
Gut, dann sind wir uns darin einig - jetzt liegt´s an der Kanzlerin. ;)

Ja, eben, das meine ich doch! Und dazu gehört auch mal endlich eine offene Diskussion über die tatsächliche Lage in Afrika und die Mitverantwortung der Ankommenden!!!!
Ankommende Zivilisten sollen die Weltprobleme lösen ? Das ist maximal eine halbgare Strategie, sofern überhaupt eine.

Die Regierungen müssen handeln und zwar zielformuliert und ausbuchstabiert.

Dazu aus dem Artikel: " Und warum versagt Europa beim strategischen Denken?"
Ganz einfach zu beantworten: Es gibt dieses Europa ja gar nicht!

Sicher gibt es Europa, der Artikel kritisiert nur Denkblockaden und unrealistische Orientierungen.

Andererseits sind diese Denkblockaden auch ein Erbe des Kalten Krieges. Unter dem nuklearen Schutzschirm der USA waren autonome sicherheitspolitische Überlegungen der Europäer als intellektuelle Fähigkeit eher unerwünscht. Im pazifistischen Deutschland, das mit dem Verweis auf seine NS-Vergangenheit lange eine bequeme Trittbrettfahrerposition in sicherheitspolitischen Fragen einnehmen konnte, ist zudem die realistische Denkschule verpönt.
https://www.nzz.ch/meinung/europa-leist ... ld.1360684
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Julian » So 19. Aug 2018, 13:09

H2O hat geschrieben:(19 Aug 2018, 09:13)
Mit Blick auf die EU sind in mir auf jeden Fall Zweifel am Zusammenhalt der Gemeinschaft gekommen. Inzwischen arbeitet die Kanzlerin an einer geordneten Zuwanderung unter Einbeziehung der Frontstaaten Spanien, Griechenland und vermutlich eines Tages auch Italien, und wesentlicher Partner in Nordafrika. Die EU als Gemeinschaft sehe ich dabei unbeteiligt, Frankreich und die BENELUX-Partner wollen die Kanzlerin in dieser Sache unterstützen. Als Wertegenmeinschaft ist die EU aus meiner Sicht gescheitert; ein Neuaufbau als Wertegemeinschaft müßte folgen.


Die EU ist daran gescheitert, weil Merkel die Eselei begangen hat, Deutschland in Europa vollkommen zu isolieren. Sie hat sich nicht mit anderen EU-Ländern abgestimmt; sie hat nicht einmal versucht, deren Argumente zu verstehen. In einem Akt der Rechthaberei, der von vielen Nachbarländern Deutschlands und darüber hinaus als typisch deutsche Hybris, als moralische Selbstüberhöhung in bester deutscher Tradition verstanden wurde, hat sie unser Land abermals in die Isolation geführt.

Verwundert hat mich dabei am meisten, dass das deutsche Volk ihr darin ganz überwiegend gefolgt ist. Man hat nicht Maß gehalten, man hat nicht die Mitte gewählt, nein, man hat eine extreme Entscheidung getroffen, und Kritiker aus anderen Ländern mit moralischer Arroganz niedergebügelt. Das scheint vielen Deutschen, die nichts aus unserer Geschichte gelernt zu haben scheinen, gefallen zu haben. Sie gefallen sich darin, sich moralisch über die Polen, Ungarn oder Tschechen zu erheben; sie gefallen sich darin, dass sie Deutschland als moralischstes Land weltweit ansehen, und Länder, die eine maßvolle, pragmatische Politik betreiben, verachten.

Man könnte Ähnliches zur Politik gegenüber Griechenland sagen, was hier nicht Thema sein soll. Es wurde auf jeden Fall sehr viel Porzellan zerschlagen, wobei alte Vorbehalte gegenüber Deutschland wieder zum Vorschein gekommen sind - leider nicht ganz zu unrecht. Einige Deutsche fühlen sich offenbar immer noch mit dem göttlichen Auftrag ausgestattet, die Welt erlösen zu müssen, und verlieren dabei den Sinn für das Zumutbare und das Machbare. Auch das Erstarken der Rechtsextremen in Deutschland und in anderen Ländern Europas, und letztlich auch der Brexit, gehen auf das Konto dieser völlig verheerenden Politik des moralisch begründeten Alleingangs, den Merkel für Deutschland gewählt hat.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon ThorsHamar » So 19. Aug 2018, 13:18

DarkLightbringer hat geschrieben:(19 Aug 2018, 14:04)

Die Regierung bezieht im allgemeinen keine Stellung zu Kommentaren in der Presse. Sie teilt höchstens mit, ob sie von einem Sachverhalt Kenntnis hat oder nicht.
Generell werden jedoch Angriffe auf die Freiheit der Presse zurück gewiesen.


Ich rede hier nicht von Gleichschaltung, aber es muss Kanäle in den Leitungsetagen der Medien geben, in welchem die Wortgebrauche mindestens empfohlen werden. Die Wortwechsel sind auffällig!

Gut, dann sind wir uns darin einig - jetzt liegt´s an der Kanzlerin. ;)


Ja, wir werden es mit aussitzen .... :cool:

Ankommende Zivilisten sollen die Weltprobleme lösen ? Das ist maximal eine halbgare Strategie, sofern überhaupt eine.


Also bitte: Was unterstellst Du mir denn da?
Die "ankommenden Zivilisten" sind neben ihren Eigenschaften als Zivilisten auch noch etwas ganz anderes, nämlich eine potentielle Gewalt!
Und sie sollen keine Weltprobleme lösen, sondern die Vernachlässigung ihrer eigenen Verantwortung für ihre Lage IST ein grossere Teil des Weltproblems "Migration für ökonomische Verbesserung" ...

Die Regierungen müssen handeln und zwar zielformuliert und ausbuchstabiert.


Ja, ohne realistische und schonungslose Analyse gibt es keine vernünftigen Ziele und Aktionen ....


Sicher gibt es Europa, der Artikel kritisiert nur Denkblockaden und unrealistische Orientierungen.


Sorry, es gibt kein "EUROPA" in diesem Sinne. Die gegenwärtige Entwicklung ist doch der Beleg dafür!
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon DarkLightbringer » So 19. Aug 2018, 13:36

ThorsHamar hat geschrieben:(19 Aug 2018, 14:18)

Ich rede hier nicht von Gleichschaltung, aber es muss Kanäle in den Leitungsetagen der Medien geben, in welchem die Wortgebrauche mindestens empfohlen werden. Die Wortwechsel sind auffällig!

So, muss es das.
Nun, so weit mir bekannt, unterhält der SPIEGEL einen eigenen Sicherheitsdienst im Auftrag, der brisante Materialien von A nach B bewegt. Es dürfte nicht so einfach sein, da ran zu kommen.
Von einer Allmacht der Regierung auszugehen, halte ich für einen übertriebenen Gedanken.

Ja, wir werden es mit aussitzen .... :cool:
Wir sind klar im Vorteil - niemand wird uns vom Sofa jagen. ;)

Also bitte: Was unterstellst Du mir denn da?
Die "ankommenden Zivilisten" sind neben ihren Eigenschaften als Zivilisten auch noch etwas ganz anderes, nämlich eine potentielle Gewalt!
Und sie sollen keine Weltprobleme lösen, sondern die Vernachlässigung ihrer eigenen Verantwortung für ihre Lage IST ein grossere Teil des Weltproblems "Migration für ökonomische Verbesserung" ...

Man könnte Freiwillige für den Anti-Terror-Kampf ausbilden und sie einer Befreiungsarmee eingliedern. Aber Armutsemigranten, Schutzsuchende und Kriegsflüchtlinge können nicht per se ein Regierungshandeln ersetzen.
Man sollte sich das Lagebild vom Generalstab vermitteln lassen, nicht vom Familienministerium.

Ja, ohne realistische und schonungslose Analyse gibt es keine vernünftigen Ziele und Aktionen ....
Die Analyse wird schon stattfinden, sonst gäbe es wohl kein Engagement in Mali und keinen kooperierenden Niger.

Sorry, es gibt kein "EUROPA" in diesem Sinne. Die gegenwärtige Entwicklung ist doch der Beleg dafür!

Nun, es gibt Länder in Europa, es gibt Regierungen und Konsultationen, also irgendwas gibt es schon.
Die "italienischen Verhältnisse" katapultieren uns nicht gleich vom Planeten.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Skeptiker » So 19. Aug 2018, 13:59

Julian hat geschrieben:(19 Aug 2018, 14:09)

Das trifft es sehr gut.

Die ganze Ironie wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass bis heute Frau Merkel ihre Entscheidungen mit europäischer Solidarität begründet und viele in ihr offenbar immernoch eine Kämpferin für Europa sehen. Das Gegenteil ist der Fall.

Sie wird in meinen Augen als tragische Figur in die europäische Geschichte eingehen. Jemand, der durch Schwäche die EU in großen Teilen hat zerbrechen lassen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » So 19. Aug 2018, 14:16

Europäische Flüchtlingspolitik betreibt allein die Kanzlerin. Alle anderen Lichtgestalten Europas treiben Flüchtlingsabwehr oder machen gar nichts. Europa wird von Populisten zerstört, die auf schwierige Fragen grundsätzlich einfache Antworten haben.

Immerhin hat sich Präsident Putin mit der Kanzlerin zu einem etwas längeren Gespräch über Europa, die Ukraine und Syrien getroffen. Für die "Merkel muß weg"-Front: Mit der Kanzlerin und sonst niemandem. Gut, daß die Kanzlerin sich nicht entmutigen läßt.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Bleibtreu » So 19. Aug 2018, 14:17

Skeptiker hat geschrieben:(19 Aug 2018, 14:59)

Das trifft es sehr gut.
Die ganze Ironie wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass bis heute Frau Merkel ihre Entscheidungen mit europäischer Solidarität begründet und viele in ihr offenbar immernoch eine Kämpferin für Europa sehen. Das Gegenteil ist der Fall. Sie wird in meinen Augen als tragische Figur in die europäische Geschichte eingehen. Jemand, der durch Schwäche die EU in großen Teilen hat zerbrechen lassen.

Mein Fazit daraus ist ein ganz anders. Frau Merkels Verhalten in der europ. FluechtlingsFrage hat die Schwaechen & mangelnde Solidaritaet innerhalb der EU offen sichtbar zu Tage gefoerdert. Wer nur NehmerQualitaeten hat und wem echte Solidaritaet und Gemeinschaft am Arsch vorbei geht, der wird natuerlich unwillig, wenn seine GeberQualitaeten gefragt sind. ;)
Zuletzt geändert von Bleibtreu am So 19. Aug 2018, 14:20, insgesamt 1-mal geändert.
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. // Moderatorin im Forum 2
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon ThorsHamar » So 19. Aug 2018, 14:20

DarkLightbringer hat geschrieben:(19 Aug 2018, 14:36)


Von einer Allmacht der Regierung auszugehen, halte ich für einen übertriebenen Gedanken.


Also ich hatte einen solchen Gedanken nicht. Das Durchstellen von Parolen und Termini, die ab sofort praktisch überall benutzt werden (sollen), funktioniert aber trotzdem irgendwie.
Die Besetzung von medialen Leitungsfunktionen und die Parteinähe von ARD ( eher SPD ) und ZDF ( eher CDU ) war früher schliesslich ein offenes Geheimnis und macht konzertierte Aktionen eben möglich, ohne das die Regierung irgendetwas gleichschalten müsste.

Wir sind klar im Vorteil - niemand wird uns vom Sofa jagen. ;)


Ja, ich habe es an anderer Stelle schon gesagt: Ich bin froh, dass Frau Merkel in den letzten Jahren Vieles gut gemacht hat und sicherlich besser als viele Männer das getan hätten. Und all die Grossmäuler der "Merkel-Muss-Weg"-Brüller-Fraktion sollten mal selber diesen beschissen bezahlten Job machen!


Die Analyse wird schon stattfinden, sonst gäbe es wohl kein Engagement in Mali und keinen kooperierenden Niger.


Ohne "Kolonisation 2." gibt es keine vernünftigen Lösungsansätze. Es braucht Nationalstaaten mit Infrastruktur als Partner ...

Nun, es gibt Länder in Europa, es gibt Regierungen und Konsultationen, also irgendwas gibt es schon.


Natürlich gibt es den Kontinent Europa, aber es gibt keinen Ansprechpartner oder gar eine verantwortliche Regierung Europas.
Das kohl'sche, rein ökonomisch determinierte Produkt Europa wird von den Völkern nicht emotional getragen!
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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