Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

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Tom Bombadil
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jun 2018, 10:29

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Jun 2018, 10:22)

Man kann da nicht einfach den Boko Haram einmarschieren lassen.

Oder libysche Warlords oder den IS oder welche Terrorgruppe oder welchen menschenverachtenden Diktator auch immer. Ich frage aber nicht weiter, du wirst dich eh um eine klare Antwort herumdrücken, weil natürlich auch du kein Patentrezept hast. MMn. ist das Konzept der Entwicklungshilfe gescheitert, seit Jahrzehnten verbessert sich nicht wirklich etwas, manche Afrikaner sehen das auch so, ThorsHamar hatte da glaube ich etwas verlinkt. In vielen afrikanischen Staaten herrschen Despoten, Clans und Stämme geben den Ton an, Korruption grassiert. Das wäre mein erster Ansatzpunkt: die Korruption bekämpfen, mit drastischen Strafen für westliche und asiatische Unternehmen, die Schmiergelder zahlen. Mein zweiter Ansatzpunkt wäre, den Menschen direkt vor Ort Geld geben, keine Unsummen auf einmal, sondern immer nur das, was gerade benötigt wird, um wichtige Anschaffungen für den Existenzaufbau zu tätigen und auch nicht geschenkt, sondern als zinsloses Darlehen, das im besten Fall zurückgezahlt werden soll. So ein ähnliches Projekt gibt es schon (mir fällt nur gerade der Titel nicht ein) und die erzielen damit ganz gute Erfolge. Dritter Punkt: Bildung und Aufklärung, aber nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Vierter Punkt: Verhütung, aber mit der Versicherung, dass die Menschen im Alter auch ohne 15 Kinder versorgt sind. Das geht natürlich nur in Staaten, die gefestigt sind, wo kein Krieg, Terror, Gewalt und religiöser Irrsinn herrschen, vllt. könnte man das zuerst in einem kleinen Staat ausprobieren.
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jun 2018, 10:32

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Jun 2018, 10:52)

Ist ein Flüchtlingslager in Libyen zivil oder militärisch ?

Was machst du denn, wenn ein libyscher Warlord dein Flüchtlingslager überfällt, alles raubt, was nicht niet und nagelfest ist, Männer als Arbeits- und Frauen als Sexsklaven entführt? Wäre es nicht besser, diese Warlords vorher zu entmachten? Aber selbst, falls das funktioniert, was dann? Wer füllt das Machtvakuum?
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon relativ » Mi 20. Jun 2018, 10:34

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Jun 2018, 10:52)

Zivil heißt zivil, militärisch heißt militärisch. Das sollte schon unterscheidbar sein.
Ist ein Flüchtlingslager in Bamberg zivil oder militärisch ? Ist ein Flüchtlingslager in Libyen zivil oder militärisch ?
Du hast beim Flüchtlingsproblem von Mikroproblemen geschrieben und von bei der Lösung der Markroprobleme wars wohl ne andere Strategie, bzw. wohl militärische Lösung. Das konnte man trotz deines geschwurbels doch schon noch rauslesen. :D

Wenn es um Flüchtlingsströme geht, die einen Ausgangs- und Endpunkt haben, ist es ein Teilthema der makropolitischen Situation. Das Phänomen ist wohl kein naturgesetzlicher Zufall.
Hat ja wohl auch keiner behauptet.

Das Nichtstun ist eine verfehlte Strategie.
Das Richtige tun anscheinend auch.... :eek: Wenn militärisches Nichtstun weniger Probleme erzeugt, als das militärische Tun, welches dir wohl weiterhin vorschwebt, dann bevoruzuge ich selbredend das Nichtstun im Bezug auf militärische Lösungen.
Solltest du mir aber einen richtigen "Nachkriegsplan" vorlegen, können wir gerne darüber reden.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Mi 20. Jun 2018, 10:37

Le Monde berichtet heute, dass 300 Passagiere, die in Spanien von der Aquarius angelandet wurden, Asyl in Frankreich beantragen wollen. Das freut mich für unsere französischen Freunde und könnte ein Modell für die Zukunft werden: "Allons en France!"
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon jack000 » Mi 20. Jun 2018, 10:47

Vongole hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:32)

Ja, denke ich. Alleine die "Drohung", Deutschland würde seine Grenzen schließen, wenn sich Europa nicht endlich an die Dublin-Verordnungen hält, könnte u.U. etwas bewegen.
So, wie es jetzt läuft, haben wir das wohl verspielt.

Was ist denn dein Vorschlag zu verhindern das Leute illegal nach Deutschland (Oder überhaupt in die EU) kommen?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 20. Jun 2018, 10:48

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Jun 2018, 11:29)

Oder libysche Warlords oder den IS oder welche Terrorgruppe oder welchen menschenverachtenden Diktator auch immer. Ich frage aber nicht weiter, du wirst dich eh um eine klare Antwort herumdrücken, weil natürlich auch du kein Patentrezept hast. MMn. ist das Konzept der Entwicklungshilfe gescheitert, seit Jahrzehnten verbessert sich nicht wirklich etwas, manche Afrikaner sehen das auch so, ThorsHamar hatte da glaube ich etwas verlinkt. In vielen afrikanischen Staaten herrschen Despoten, Clans und Stämme geben den Ton an, Korruption grassiert. Das wäre mein erster Ansatzpunkt: die Korruption bekämpfen, mit drastischen Strafen für westliche und asiatische Unternehmen, die Schmiergelder zahlen. Mein zweiter Ansatzpunkt wäre, den Menschen direkt vor Ort Geld geben, keine Unsummen auf einmal, sondern immer nur das, was gerade benötigt wird, um wichtige Anschaffungen für den Existenzaufbau zu tätigen und auch nicht geschenkt, sondern als zinsloses Darlehen, das im besten Fall zurückgezahlt werden soll. So ein ähnliches Projekt gibt es schon (mir fällt nur gerade der Titel nicht ein) und die erzielen damit ganz gute Erfolge. Dritter Punkt: Bildung und Aufklärung, aber nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Vierter Punkt: Verhütung, aber mit der Versicherung, dass die Menschen im Alter auch ohne 15 Kinder versorgt sind. Das geht natürlich nur in Staaten, die gefestigt sind, wo kein Krieg, Terror, Gewalt und religiöser Irrsinn herrschen, vllt. könnte man das zuerst in einem kleinen Staat ausprobieren.

Natürlich habe ich nicht die Mittel eines Ministeriums und entsprechend bis ins Detail ausgearbeitete Pläne in der Schublade, das siehst du ganz richtig.

Auf der anderen Seiten muss auch gar nicht alles wirklich neu erfunden werden (siehe Video).

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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 20. Jun 2018, 10:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Jun 2018, 11:32)

Was machst du denn, wenn ein libyscher Warlord dein Flüchtlingslager überfällt, alles raubt, was nicht niet und nagelfest ist, Männer als Arbeits- und Frauen als Sexsklaven entführt? Wäre es nicht besser, diese Warlords vorher zu entmachten? Aber selbst, falls das funktioniert, was dann? Wer füllt das Machtvakuum?

Das sage ich ja, eine Schutzzone muss auch geschützt werden und Terrorismusbekämpfung kann nicht erst in Bamberg beginnen.

Dort, wo es Schwächen gibt, braucht es Ertüchtigungsprogramme und dort, wo es sehr instabil ist, braucht es Sicherheitspartnerschaften mit den dafür geeigneten Akteuren.

Ertüchtigung anhand des Beispiels Nigeria:
Prinzip
Die Ertüchtigungsinitiative ist ein Instrument der Bundesregierung, die seit 2016 das Prinzip der vorbeugenden Sicherheitspolitik verfolgt. Dieser liegt die Idee zugrunde, regionale Akteure in Krisenregionen in die Lage zu versetzen, selbst für Sicherheit und Stabilität in ihrer Nachbarschaft zu sorgen. Von der Krisenprävention über die Krisenbewältigung und -nachsorge bis hin zur Friedenskonsolidierung.
https://www.bmvg.de/de/themen/dossiers/ ... er-nigeria
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jun 2018, 11:09

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Jun 2018, 11:48)

Auf der anderen Seiten muss auch gar nicht alles wirklich neu erfunden werden (siehe Video).

Ich werde mir jetzt selbstverständlich kein einstündiges Video ansehen.

DarkLightbringer hat geschrieben:Ertüchtigung anhand des Beispiels Nigeria:

Liest sich auf dem Papier gut, wollen wir hoffen, dass es Erfolg hat.
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon Mahmoud » Mi 20. Jun 2018, 11:55

Wenn Jemand ungebeten an meine Haustür klopft und Einlass begehrt: Warum soll ich Ihm dann das Hotel bezahlen, obwohl ich Ihn nicht gerufen habe?
(Diese Frage ist sinnbildlich für: Wenn jemand in mein Land will, ohne daß ich Ihn gerufen habe, warum soll ich Ihn dann in einem Lager durchfüttern? )
Das ist eine legitime Frage! Die Antwort lautet natürlich: Ich muss ihm nicht das Hotel bezahlen, ich kann ihn auch einfach weiterschicken.
Obwohl die Antwort streng formal richtig ist, ist sie doch naiv: Denn wer glaubt, Kosten vermeiden zu können indem er Flüchtlinge nicht aufnehmen will, liegt falsch! Entweder ich baue Lager und versorge sie im Herkunftsland oder ich lasse sie rein und sorge hier für sie oder ich tue Nichts dergleichen, muss dann aber massiv in die innere Sicherheit und den Grenzschutz investieren.
Ich denke, das sind die Möglichkeiten, die wir haben. Ohne Geld, viel Geld, ausgeben zu müssen, kommen wir aus der Geschichte nicht raus. Auch wenn wir “die Musik nicht bestellt haben“, werden wir sie trotzdem zahlen müssen, zumindest teilweise.
Meine Befürchtung ist nur die: Wenn wir einmal mit der Etablierung von solchen Lagern angefangen haben, dann werden das Projekte für die Ewigkeit. Die werden wir nicht mehr los….
Political correctness: Nein, Danke. Ich bevorzuge die Wahrheit!
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » Mi 20. Jun 2018, 12:12

Vongole hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:32)

Alleine die "Drohung", Deutschland würde seine Grenzen schließen, wenn sich Europa nicht endlich an die Dublin-Verordnungen hält, könnte u.U. etwas bewegen.
Sieht ganz so aus.

"Tschechien gegen schärfere deutsche Grenzkontrollen. "Der aktuelle Streit um die Migration hat in Deutschland zu Vorschlägen geführt, die Grenzen zu schließen und die Grenzkontrollen wiedereinzuführen, was für uns inakzeptabel ist", so Ministerpräsident Andrej Babis zur Wirtschaftszeitung "Hospodarske noviny". Quelle: Guidants News http://news.guidants.com

Edit: Es wird sogar einen Sondergipfel mehrerer Staaten vor dem EU-Gipfel geben.
"EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat für Sonntag einen Sondergipfel mehrerer Staats- und Regierungschefs zu den Themen Migration und Asyl einberufen. Wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte, soll dabei eine Gruppe "interessierter Mitgliedstaaten" vor dem regulären EU-Gipfel Ende kommender Woche "an europäischen Lösungen" arbeiten. Nach Angaben aus EU-Kreisen nehmen an dem "informellen Arbeitstreffen" neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) voraussichtlich auch die Staats- und Regierungschefs aus Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich und Spanien teil."
Zuletzt geändert von Orbiter1 am Mi 20. Jun 2018, 12:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon relativ » Mi 20. Jun 2018, 12:29

Vongole hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:32)

Ja, denke ich. Alleine die "Drohung", Deutschland würde seine Grenzen schließen, wenn sich Europa nicht endlich an die Dublin-Verordnungen hält, könnte u.U. etwas bewegen.
So, wie es jetzt läuft, haben wir das wohl verspielt.

Die Dublinverordnung sieht keine Abweisung an den Grenzen vor, hat das dem Seehofer niemand gesagt?. :eek:
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon relativ » Mi 20. Jun 2018, 12:33

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:58)

Das sehe ich nicht so. Merkel kann bei ihren Verhandlungen darauf verweisen dass sie noch gerne weiterregieren möchte, deswegen den Innenminister im Amt lässt und was passiert wenn sie ohne Ergebnis nach Hause kommt. Aus meiner Sicht verbessert sich mit dem Vorstoß von Seehofer die Verhandlungsposition von Merkel.

Also ich glaube auf so ein mögliches/logisches Bedrohungspotential wäre die Kanzlerin auch selber gekommen, aber vermutlich hinter geschlossenen Türen, schließlich ist sie ja auch nicht auf populistische Aufmerksamkeit angewiesen.
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 20. Jun 2018, 12:39

relativ hat geschrieben:(20 Jun 2018, 11:34)

Du hast beim Flüchtlingsproblem von Mikroproblemen geschrieben und von bei der Lösung der Markroprobleme wars wohl ne andere Strategie, bzw. wohl militärische Lösung. Das konnte man trotz deines geschwurbels doch schon noch rauslesen. :D
Das ist eine sehr eigentümliche Interpretation von "Stabilisierungsmaßnahmen" robuster und ziviler Art.

Hat ja wohl auch keiner behauptet.
So gilt es entsprechend, die Ursachen und die Gesamtsituation in die Überlegungen mit einfließen zu lassen oder zumindest im Hinterkopf zu behalten.

Das Richtige tun anscheinend auch.... :eek: Wenn militärisches Nichtstun weniger Probleme erzeugt, als das militärische Tun, welches dir wohl weiterhin vorschwebt, dann bevoruzuge ich selbredend das Nichtstun im Bezug auf militärische Lösungen.
Das setzt Prophetie voraus. Woher weißt du vorher, was genau passieren wird, wenn die Polizei eine Führerscheinkontrolle vornimmt ?
Flüchtlingslager, um die es hier grundsätzlich geht, wird man auch schützen müssen. Und zwar egal, wo es sich befindet.

Solltest du mir aber einen richtigen "Nachkriegsplan" vorlegen, können wir gerne darüber reden.

Wie sieht der "Nachkriegsplan" für Auffanglager aus ?

Im Fall der Ertüchtigungsinitiative von Nigeria wurde u. a. Ausrüstung für Grenzschutz sowie ein mobiles Feldlazarett übergeben.

Zum allgemeinen siehe auch das Video unter:
viewtopic.php?p=4232720#p4232720
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » Mi 20. Jun 2018, 12:42

relativ hat geschrieben:(20 Jun 2018, 13:33)

Also ich glaube auf so ein mögliches/logisches Bedrohungspotential wäre die Kanzlerin auch selber gekommen, aber vermutlich hinter geschlossenen Türen, schließlich ist sie ja auch nicht auf populistische Aufmerksamkeit angewiesen.
Wenn ausländische Medien was über die Schließung der deutschen Grenzen berichten steigt die Aufmerksamkeit und der Handlungsdruck halt spürbar an und im übrigen sind freundliche Worte und eine Pistole auf der Brust nun einmal überzeugender als freundliche Worte alleine.
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon relativ » Mi 20. Jun 2018, 12:47

Mahmoud hat geschrieben:(20 Jun 2018, 12:55)

Wenn Jemand ungebeten an meine Haustür klopft und Einlass begehrt: Warum soll ich Ihm dann das Hotel bezahlen, obwohl ich Ihn nicht gerufen habe?
(Diese Frage ist sinnbildlich für: Wenn jemand in mein Land will, ohne daß ich Ihn gerufen habe, warum soll ich Ihn dann in einem Lager durchfüttern? )
Das ist eine legitime Frage! Die Antwort lautet natürlich: Ich muss ihm nicht das Hotel bezahlen, ich kann ihn auch einfach weiterschicken.
Obwohl die Antwort streng formal richtig ist, ist sie doch naiv: Denn wer glaubt, Kosten vermeiden zu können indem er Flüchtlinge nicht aufnehmen will, liegt falsch! Entweder ich baue Lager und versorge sie im Herkunftsland oder ich lasse sie rein und sorge hier für sie oder ich tue Nichts dergleichen, muss dann aber massiv in die innere Sicherheit und den Grenzschutz investieren.
Ich denke, das sind die Möglichkeiten, die wir haben. Ohne Geld, viel Geld, ausgeben zu müssen, kommen wir aus der Geschichte nicht raus. Auch wenn wir “die Musik nicht bestellt haben“, werden wir sie trotzdem zahlen müssen, zumindest teilweise.
Meine Befürchtung ist nur die: Wenn wir einmal mit der Etablierung von solchen Lagern angefangen haben, dann werden das Projekte für die Ewigkeit. Die werden wir nicht mehr los….
Ein zwei Einwände hätte ich da schon.
Naja, genauer betrachtet sind wir bei die Auswahl der Musik eben nicht ganz und gar unschuldig. Genauer betrachtet ist es für ein ganzes Land unerheblich, ob du jemanden nicht eingeladen hast, der zu uns kommt. Denn es ist auch eher unwahrscheinlich, daß irgendein Land Flüchtlinge persönlich zu sich einläd, weil es diese braucht.
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 20. Jun 2018, 12:51

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Jun 2018, 12:09)

Ich werde mir jetzt selbstverständlich kein einstündiges Video ansehen.


Liest sich auf dem Papier gut, wollen wir hoffen, dass es Erfolg hat.

Der ehemalige französische Außenminister Vedrine sagt, Frau Mogherini habe recht, wenn sie meine, Europa solle strategisch denken - aber sie spreche zu Ländern, die es seit Jahrzehnten nicht mehr gewohnt seien, strategisch zu denken.

Die Bürger sind es auch nicht gewohnt, strategisch zu denken.
Deswegen kommen in Diskussionen oftmals seltsame Vorstellungen zum Vorschein. Etwa die, wonach sich alles von allein löse oder dass man vorab alles wisse oder dass eine einzelne Regierung einfach so alles lösen könne, wenn sie nur wolle.
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jun 2018, 12:59

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Jun 2018, 13:51)

Der ehemalige französische Außenminister Vedrine sagt, Frau Mogherini habe recht, wenn sie meine, Europa solle strategisch denken - aber sie spreche zu Ländern, die es seit Jahrzehnten nicht mehr gewohnt seien, strategisch zu denken.

Die Bürger sind es auch nicht gewohnt, strategisch zu denken.
Deswegen kommen in Diskussionen oftmals seltsame Vorstellungen zum Vorschein. Etwa die, wonach sich alles von allein löse oder dass man vorab alles wisse oder dass eine einzelne Regierung einfach so alles lösen könne, wenn sie nur wolle.

Hast du einen link, wo Vedrine das sagt, besonders für den letzten Absatz würde mich das interessieren.
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Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon relativ » Mi 20. Jun 2018, 13:02

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Jun 2018, 13:39)

Das ist eine sehr eigentümliche Interpretation von "Stabilisierungsmaßnahmen" robuster und ziviler Art.
Wie war es doch anders gemeint? :eek: Kläre mich auf.

So gilt es entsprechend, die Ursachen und die Gesamtsituation in die Überlegungen mit einfließen zu lassen oder zumindest im Hinterkopf zu behalten.
Naja solange wir uns einig sind, daß weder das eine noch das andere ein natürliches Phänomen ist, lasse ich dein restliches innhaltloses Geschwurbel mal so stehen.

Das setzt Prophetie voraus. Woher weißt du vorher, was genau passieren wird,...
Habe ich doch schon geschrieben aus den Erfahrungen. 100%ige Sicherheit hat man nie. Aber wenn es die eh nicht gibt, dann baue ich eher auf Erfahrungen die schon gemacht wurden.
... wenn die Polizei eine Führerscheinkontrolle vornimmt ?
:?:
Flüchtlingslager, um die es hier grundsätzlich geht, wird man auch schützen müssen. Und zwar egal, wo es sich befindet.
Wie beschützen, oder meinst du bewachen wegen kriminalität ect.?


Wie sieht der "Nachkriegsplan" für Auffanglager aus ?
Willst du andeuten, daß du, wie die letzten US Präsidenten, auch kein Plan für deine kriegerischen Befriedungsszenarien hast?

Im Fall der Ertüchtigungsinitiative von Nigeria wurde u. a. Ausrüstung für Grenzschutz sowie ein mobiles Feldlazarett übergeben.
Hilfe zur Selbsthilfe/Selbstschutz sehe ich als ziviles Projekt an.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Wähler » Mi 20. Jun 2018, 13:02

https://www.br.de/nachrichten/faktenche ... s-100.html
BR 19. Juni 2018 Gibt es Merkels europäische Lösung im Asylstreit schon?
n der Tat hat das EU-Parlament Ende 2017 einen eigenen Entwurf für ein gemeinsames europäisches Asylrecht („Dublin-Reform“) verabschiedet, das viele Elemente der Debatte zusammenfasst und dem auch Politiker von Union und SPD zugestimmt haben. Die schwedische Berichterstatterin, Cecilia Wikström, von der liberalen ALDE-Fraktion, hebt drei Prioritäten hervor: 1) Soll eine gerechte Aufteilung der Verantwortlichkeiten für Asylsuchende zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten erreicht werden. 2) Sollen die Mitgliedstaaten mit EU-Außengrenzen, in denen die meisten Flüchtlinge zum ersten Mal europäisches Hoheitsgebiet betreten, ihre Verantwortung für die Registrierung aller ankommenden Personen sowie für den Schutz und die Aufrechterhaltung der Außengrenzen der EU übernehmen. Und 3) sollen Menschen, die internationalen Schutz benötigen, diesen viel schneller als derzeit erhalten, während diejenigen, die nachweislich kein Asylrecht haben, schnell und unter menschenwürdigen Bedingungen in ihr Herkunftsland zurückgesandt werden.

"Würde er umgesetzt, hätte das freilich Konsequenzen: So wäre künftig nicht mehr automatisch das „Ersteintrittsland“ für ein Asylverfahren zuständig, sondern möglicherweise das EU-Land, das sich der Bewerber wünscht oder zu dem er einen Bezug hat. Er oder sie müsste dazu z.B. eine Bindung zu diesem Land nachweisen, etwa einen Angehörigen oder Bekannten, der bereits dort lebt, oder dies wenigstens behaupten."
Die CSU befürchtet offensichtlich eine für Deutschland nachteilige Reform von Dublin III für neu in der EU ankommende Flüchtlinge.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon relativ » Mi 20. Jun 2018, 13:06

Orbiter1 hat geschrieben:(20 Jun 2018, 13:42)

Wenn ausländische Medien was über die Schließung der deutschen Grenzen berichten steigt die Aufmerksamkeit und der Handlungsdruck halt spürbar an und im übrigen sind freundliche Worte und eine Pistole auf der Brust nun einmal überzeugender als freundliche Worte alleine.

Ich glaube die Kanzlerin kann zur Not auch Pistole sonst wäre sie nicht da wo sie ist und dies schon so lange.
Man kann natürlich erscheckender Weise die Feststellung treffen, daß ein großer teil des Pöpels nicht mehr ohne Populismus kann, weil er selber zu faul geworden ist seinen Allerwertesten hoch zu bekommen.
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