Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 1641
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Vongole » Mo 18. Jun 2018, 16:22

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:20)

Was ist denn daran beschämend wenn einer Person die mit einem Einreiseverbot belegt worden ist die Einreise verweigert wird? Aus meiner Sicht ist es ein Skandal dass dies in der Vergangenheit überhaupt möglich war. Und was ist daran beschämend wenn eine Person die bereits in einem anderen EU-Land registriert worden ist und einen Asylantrag gestellt hat gemäß Dublin III an der Grenze abgewiesen wird. Von den 78.000 Migranten die in diesem Jahr einen Asylerstantrag gestellt haben waren über 18.000 bereits in einem anderen EU-Land registriert worden. Wenn Deutschland den Antrag stellt dass so ein Migrant wieder in das EU-Land der Registrierung zurückgeführt wird hatte das in den letzten 3 Jahren eine Erfolgsquote von weniger als 15%, d. h. 85% sind in Deutschland geblieben. Beschämend ist dass man auch 2 Jahre nach dem Ende des großen Flüchtlingsstroms die Dublin III Regeln immer noch nicht konsequent anwendet.


Ich nenne nicht den Plan an sich beschämend, sondern das, was Seehofer gerade daraus macht.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 2108
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » Mo 18. Jun 2018, 16:28

Vongole hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:22)

Ich nenne nicht den Plan an sich beschämend, sondern das, was Seehofer gerade daraus macht.
Glauben sie denn sein Plan hätte eine Chance auf Verwirklichung wenn er nicht "der vollständige Masterplan oder der Tod (der Union)" spielen würde?
Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 1641
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Vongole » Mo 18. Jun 2018, 16:32

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:28)

Glauben sie denn sein Plan hätte eine Chance auf Verwirklichung wenn er nicht "der vollständige Masterplan oder der Tod (der Union)" spielen würde?


Ja, denke ich. Alleine die "Drohung", Deutschland würde seine Grenzen schließen, wenn sich Europa nicht endlich an die Dublin-Verordnungen hält, könnte u.U. etwas bewegen.
So, wie es jetzt läuft, haben wir das wohl verspielt.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19969
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon H2O » Mo 18. Jun 2018, 16:40

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:10)

Die Frage ist auch, ob die EU als Wirtschaftsunion überhaupt schon so weit ist, solche Themen gemeinsam lösen zu können. Mit den Dublin-Abkommen hat man es versucht, die können aber nicht durchgesetzt werden, weil sie den Südländern alle Lasten ohne Ausgleich aufbürden. Das ist nicht gerecht. Gegen eine gerechte Lösung, in der alle EU-Staaten einen verhältnismäßigen Teil der Flüchtlinge aufnehmen, stemmen sich die Visegradstaaten. Also muss man mMn. eine "Koalition der Willigen" finden, die die Flüchtlinge aufnimmt und angemessen verteilt. Gleichzeitig muss daran gearbeitet werden, dass nicht immer mehr Migranten nach Europa kommen und da muss man mMn. alle Register ziehen, vor allem muss man zuerst den Schleppern, die die Menschen als Sklaven halten, sie foltern, sie erpressen, sie misshandeln und die sich daran eine goldenen Nase verdienen, das Handwerk legen, zur Not auch mit einem robusten Mandat.


Diese Sicht auf die EU, so wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat, scheint mir viel zu wohlwollend angelegt zu sein. Der Vertrag von Lissabon wollte mehr sein als eine Wirtschaftsgemeinschaft. Diese Ziele wurden auch von den Partnern bestätigt bis hinein in die Staatsrechte und Verfassungen. Nur unter diesen Voraussetzungen wurden die Grundfreiheiten im Binnenmarkt eingeführt, wurde die gemeinsame Währung eingeführt mit der verbindlichen Verpflichtung, sie recht bald allseits zu übernehmen. Ausnahmen GB und DK.

Ich meine, daß die daraus ab zu leitende Wertegemeinschaft durch chauvinistische Vertragsbrüche und Regelbrüche grundsätzlich gescheitert ist. Man sollte dieses dumme Spiel umgehend beenden und nur mit jenen Partnern weiter eine Gemeinschaft bilden, die an den gemeinsamen Werten auf der Grundlage des Vertrags von Lissabon der EU festgehalten haben. Zuvor sind sämtliche Zahlungen aus und in EU-Kassen ein zu stellen. Jeder Partner soll heraus finden, wie weit er ohne Leistungen der Gemeinschaft überleben kann.

Danach kann man selbstverständlich an einer gemeinsamen Lösung des Asyl-Mißbrauchs in dieser kleineren Gemeinschaft arbeiten. Ich sehe überhaupt keinen Sinn darin, in der bestehenden Gemeinschaft mit einzelnen Partnern Einigkeit in der Lastenteilung zu erzielen, wenn dies für die Drückeberger folgenlos bleibt. Den Briten hatten wir immer wieder "Rosinenpickerei" vorgehalten, und nun wollen wir in höchster Not dieses Verfahren flächendeckend zulassen?

"Europe à la carte", das wäre es denn. Nein, hier sollte eine Schicksalsgemeinschaft ihre gemeinsame Zukunft entwickeln. Damit sind wir ganz klar gescheitert.

An Ihren Vorschlägen habe ich gar nichts aus zu setzen; so kann man das alles versuchen. Aber bitte nicht mehr der entartete wortbrüchige Verein, der sich gegenseitig Schwarze Peter zuschiebt.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19969
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon H2O » Mo 18. Jun 2018, 16:50

Vongole hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:19)

Ja, ich urteile hart, weil es Herrn Seehofer schon lange nicht mehr um die Sache, sondern um Macht geht.
Die böse Kraft, wie Sie ihn nennen, trägt dazu bei, dass Merkel geschwächt in europäische Verhandlungen geht. Wie ernst wird man in Europa eine deutsche Kanzlerin nehmen, von der man nicht weiß,
ob sie nächsten Monat noch regiert? Wie ernst wird man eine deutsche Regierung nehmen, in der der Innenminister meint, er habe die Weisungskompetenz?
Diese würdelose Gerangel wird gar nichts bringen, schon gar keine vernünftige Lösung des Flüchtlingsproblems.


Die Kanzlerin ist keineswegs geschwächt, wenn alle Partner sehen, daß durch ihr unsolidarisches Handeln die Bundesregierung und damit Deutschland in einem Chaos versinken werden. So lange der Innenminister im Amt ist, hat er sein Amt aus zu füllen nach bestem Wissen und Gewissen. Die Kanzlerin kann ihn seines Amtes entheben und die Vertrauensfrage stellen. Dann dürften wohl einige Leute hellwach werden.

Das Flüchtlingsproblem ist nicht das deutsche Problem; das sehen Kanzlerin und Innenminister völlig gleich. Nur die eine möchte das Problem in Verhandlungen mit den Nachbarn lösen, und Herr Seehofer sieht, daß dabei die ganze lange Zeit nichts heraus gekommen ist. Und nun will er endlich handeln und vorher auch nicht mehr verhandeln. Das ist der ganze Unterschied.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 33811
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 18. Jun 2018, 16:57

H2O hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:40)

Ich meine, daß die daraus ab zu leitende Wertegemeinschaft durch chauvinistische Vertragsbrüche und Regelbrüche grundsätzlich gescheitert ist.

Gut möglich. Man muss sich in der EU ja nicht an Regeln, Absprachen und Verträge halten, es gibt immer irgendwo einen Winkelzug oder ein Schlupfloch, wodurch Konsequenzen abgewendet werden.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 2108
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » Mo 18. Jun 2018, 16:58

H2O hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:50)

Die Kanzlerin ist keineswegs geschwächt, wenn alle Partner sehen, daß durch ihr unsolidarisches Handeln die Bundesregierung und damit Deutschland in einem Chaos versinken werden. So lange der Innenminister im Amt ist, hat er sein Amt aus zu füllen nach bestem Wissen und Gewissen. Die Kanzlerin kann ihn seines Amtes entheben und die Vertrauensfrage stellen. Dann dürften wohl einige Leute hellwach werden.

Das Flüchtlingsproblem ist nicht das deutsche Problem; das sehen Kanzlerin und Innenminister völlig gleich. Nur die eine möchte das Problem in Verhandlungen mit den Nachbarn lösen, und Herr Seehofer sieht, daß dabei die ganze lange Zeit nichts heraus gekommen ist. Und nun will er endlich handeln und vorher auch nicht mehr verhandeln. Das ist der ganze Unterschied.
Das sehe ich nicht so. Merkel kann bei ihren Verhandlungen darauf verweisen dass sie noch gerne weiterregieren möchte, deswegen den Innenminister im Amt lässt und was passiert wenn sie ohne Ergebnis nach Hause kommt. Aus meiner Sicht verbessert sich mit dem Vorstoß von Seehofer die Verhandlungsposition von Merkel.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19969
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon H2O » Mo 18. Jun 2018, 17:22

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:57)

Gut möglich. Man muss sich in der EU ja nicht an Regeln, Absprachen und Verträge halten, es gibt immer irgendwo einen Winkelzug oder ein Schlupfloch, wodurch Konsequenzen abgewendet werden.


Selbst wenn Sie damit Recht hätten: Vernünftige Leute verhalten sich nicht zu ihrem ausschließlichen Vorteil gemeinschaftsschädigend. Wenn es also Lücken und Schlupflöcher geben sollte, die solche Winkelzüge zulassen, dann wird ein Ehrenmann sie nicht nutzen. Diesen übergeordneten Gemeinschaftssinn hat die EU nicht entwickelt. Eine lückenlose Gesetzgebung mit 100.000 aufeinander abgestimmten Bestimmungen wird es nie geben.

Früher haben hanseatische Kaufleute ihre Geschäfte mit Handschlag besiegelt; das war's. Da gab es auch "linke Dinger". Aber mit diesen Kaufleuten machte kein Hanseat künftige Geschäfte. Das lief einige hundert Jahre ganz ordentlich. Und so muß auch eine Wertegemeinschaft funktionieren... oder sie ist gar keine!
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19969
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon H2O » Mo 18. Jun 2018, 17:27

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:58)

Das sehe ich nicht so. Merkel kann bei ihren Verhandlungen darauf verweisen dass sie noch gerne weiterregieren möchte, deswegen den Innenminister im Amt lässt und was passiert wenn sie ohne Ergebnis nach Hause kommt. Aus meiner Sicht verbessert sich mit dem Vorstoß von Seehofer die Verhandlungsposition von Merkel.


Ja, das wollte ich eigentlich auch so ausdrücken. Ist mir wohl nicht gelungen. :(

Ich hatte den Ball von Vongole aufgenommen und Herrn Seehofer als böse Kraft bezeichnet, die nun die guten Kräfte zur Tat zwingt. Ich bin noch nicht sicher, daß die EU-Kollegen die Kanzlerin mit leeren Händen nach Hause schicken werden. Das wäre dann wirklich ihr Ende im Kanzleramt.
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 358
Registriert: Fr 25. Mai 2018, 23:15

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Fliege » Mo 18. Jun 2018, 17:35

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 17:10)

Also muss man mMn. eine "Koalition der Willigen" finden, die die Flüchtlinge aufnimmt und angemessen verteilt. Gleichzeitig muss daran gearbeitet werden, dass nicht immer mehr Migranten nach Europa kommen und da muss man mMn. alle Register ziehen, vor allem muss man zuerst den Schleppern, die die Menschen als Sklaven halten, sie foltern, sie erpressen, sie misshandeln und die sich daran eine goldenen Nase verdienen, das Handwerk legen, zur Not auch mit einem robusten Mandat.

Merkels Willkommens- und Umverteilungskoalition hat, wie mir scheint, nur noch ein Mitglied, nämlich Merkel-Deutschland. Längst bildet sich eine Achse zur Beendigung von illegaler Migration (Kurz, Seehofer, Conte, Macron), denn bei Beendigung braucht es keine Umverteilung (und keine Merkel, die, wie ich finden möchte, der EU bereits genug Schaden zugefügt hat – wie sagte Helmut Kohl: "Die macht mir mein Europa kaputt"; Welt online, 17. Juli 2011).
Zuletzt geändert von Fliege am Mo 18. Jun 2018, 17:46, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 5701
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Brainiac » Mo 18. Jun 2018, 17:40

[MOD] Spam entsorgt.
this is planet earth
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19969
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon H2O » Mo 18. Jun 2018, 17:53

Fliege hat geschrieben:(18 Jun 2018, 18:35)

Merkels Willkommens- und Umverteilungskoalition hat, wie mir scheint, nur noch ein Mitglied, nämlich Merkel-Deutschland. Längst bildet sich eine Achse zur Beendigung von illegaler Migration (Kurz, Seehofer, Conte, Macron), denn bei Beendigung braucht es keine Umverteilung (und keine Merkel, die, wie ich finden möchte, der EU bereits genug Schaden zugefügt hat – wie sagte Helmut Kohl: "Die macht mir mein Europa kaputt"; Spiegel online, 17. Juli 2011).


Nein, so sicher kann niemand die Zukunft vorher sehen. Was wird geschehen, wenn die Schlepperbanden das Nordkap, die Küste der korrupten Staaten Ukraine, Rumänien und Bulgarien entdecken, also das Schwarze Meer und den Atlantik und Routen hin bis Frankreich? Was werden diese Helden des Tages dann veranstalten? Ich meine, daß diese "Staatsmänner" nach Kräften daran arbeiten, die EU insgesamt still zu legen. Ich bin fast sicher, daß ihnen das auch gelingt.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 2108
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » Mo 18. Jun 2018, 17:57

Fliege hat geschrieben:(18 Jun 2018, 18:35)

Merkels Willkommens- und Umverteilungskoalition hat, wie mir scheint, nur noch ein Mitglied, nämlich Merkel-Deutschland. Längst bildet sich eine Achse zur Beendigung von illegaler Migration (Kurz, Seehofer, Conte, Macron), denn bei Beendigung braucht es keine Umverteilung (und keine Merkel, die, wie ich finden möchte, der EU bereits genug Schaden zugefügt hat – wie sagte Helmut Kohl: "Die macht mir mein Europa kaputt"; Spiegel online, 17. Juli 2011).
Sie haben ja wirklich sonderbare Ansichten. Merkel hat sich auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Sommer/Herbst 2015 als vorbildliche Europäerin gezeigt und Griechenland, Italien sowie Ungarn und den Balkan nicht im Flüchtlingschaos versinken lassen und einen großen Teil der Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen. Bereits im November 2015 führte sie die ersten Gespräche mit der türkischen Regierung damit die 3 Mio syrischen Flüchtlinge in der Türkei heimatnah untergebracht und von der Flucht nach Europa abgehalten werden können. Im März 2016 wurde dann der Türkei-Deal abgeschlossen. Merkel war mehrfach in nordafrikanischen Ländern um die Flüchtlingsströme unter Kontrolle zu bekommen. Wer Europa wirklich kaputt gemacht hat sind Länder wie die Visegradstaaten die den Migrationsdruck auf Europa nicht als ihr Problem betrachten und weder Flüchtlinge aufnehmen noch einen ernsthaften Beitrag zur heimatnahen Unterbringung in Flüchtlingslagern leisten. Die treten die Werte zu deren Einhaltung sie sich bei der Aufnahme in die EU verpflichtet haben im krassen Gegensatz zu Merkel und der deutschen Bundesregierung mit Füßen.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 33811
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 18. Jun 2018, 17:58

H2O hat geschrieben:(18 Jun 2018, 18:22)

Diesen übergeordneten Gemeinschaftssinn hat die EU nicht entwickelt.

Wie auch, wenn die beiden Lokomotiven der Einigung - Frankreich und Deutschland - mit schlechtem Beispiel vorangehen?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19969
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon H2O » Mo 18. Jun 2018, 18:09

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 18:58)

Wie auch, wenn die beiden Lokomotiven der Einigung - Frankreich und Deutschland - mit schlechtem Beispiel vorangehen?


Oooch, wer unter Euch ist ohne Schuld, der werfe den ersten Stein... ganz so schlecht waren die schlechten Beispiele sicher nicht. Vor allem kommt es darauf an, gemeinschaftsdienlich zu handeln und dieses Handeln auch ein zu fordern. Oder, bei anhaltend vergeblichem Bemühen, die Partie ab zu pfeifen.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 33811
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 18. Jun 2018, 18:12

Wie auch immer, wir verzetteln uns hier, das Schlimme ist, dass die EU als politische Union in immer weitere Ferne rückt, das ist äußert bedauerlich.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Mahmoud
Beiträge: 337
Registriert: Mi 6. Sep 2017, 09:27

Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon Mahmoud » Di 19. Jun 2018, 20:22

Auffanglager in den Herkunftsländern, also in Nordafrika und der Levante, gelten mittlerweile unisono als das Zaubermittel, um die Flüchtlinge aus Europa fernzuhalten. Weil man mittlerweile weiß, daß die europäische Bevölkerung die eingebildete oder tatsächliche Überfremdung immer weniger akzeptieren wird.

Wie aber muß man sich ein solches Lager eigentlich vorstellen?

Es gibt palästinensische Flüchtlinge, die leben in dritter Generation in einem Flüchtlingslager, unter sehr prekären Bedingungen, und ohne realistische Hoffnung darauf, irgendwann ein "normales" Leben führen zu können. Schlimm für die Flüchtlinge, aber zur Wahrheit gehört natürlich auch, daß die Flüchtlinge permanent auf internationale Hilfe angewiesen sind ( Trump hat ja angekündigt, die Hilfen für die Palästinenser zu kürzen oder gar komplett zu streichen) .

Wenn die EU nun also Auffanglager in Nordafrika errichten und unterhalten wird, dann ist es sehr wahrscheinlich, daß sich in diesen Lagern relativ schnell Hunderttausende befinden werden, die sicher nicht freiwillig in ihre Herkunftsländer zurückkehren werden. Möglicherweise werden auch dort irgendwann Menschen in zweiter oder dritter Generation leben, die von der EU unterhalten werden (müssen?)
Wer wird das eigentlich zahlen? Wird es eine Sondersteuer geben, die nie mehr abgeschafft wird? Oder wird es neben Arbeits-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung eine "Flüchtlingsversicherung" geben müssen?
Ich meine, es ist abzusehen, daß die Unterhaltung von Flüchtlingslagern mit Hunderttausenden oder gar Millionen Menschen der dickste Ausgabenposten der EU werden wird.
Kann das dann wirklich die Lösung sein?
Political correctness: Nein, Danke. Ich bevorzuge die Wahrheit!
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 8155
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon Quatschki » Di 19. Jun 2018, 20:28

Das Problem wird in den nächsten 20, 30 Jahren noch ganz andere Dimensionen einnehmen,
während die Bedeutung Europas wirtschaftlich und überhaupt stetig zurückgeht

In Afrika gibt es dann einen ganzen Haufen Städte mit >10 Mio Einwohner, die alle ernährt und bei Laune gehalten werden wollen, wo schon kleinere Unruhen zum Zusammenbruch der fragilien Versorgungsinfrastruktur dieser Megagebilde führen können.
Jede Zivilisation ist nur ein paar Mahlzeiten von der Barbarei entfernt.
Es ist Deutscvhland hier!
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19969
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon H2O » Di 19. Jun 2018, 20:34

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 19:12)

Wie auch immer, wir verzetteln uns hier, das Schlimme ist, dass die EU als politische Union in immer weitere Ferne rückt, das ist äußert bedauerlich.


Das ist leider wahr; da trägt eine ganze Generation dicke Bretter vor dem Kopf! Schade!
Nightrain
Beiträge: 473
Registriert: Di 1. Mai 2018, 00:36

Re: Auffanglager in den Herkunftsländern

Beitragvon Nightrain » Di 19. Jun 2018, 20:39

Wirtschaftsflüchtlinge werden eher nicht aus ihrem Land in UNHCR Camps ziehen. Bleiben noch Kriegsflüchtlinge. Für die Grundversorgung in einem UNHCR Camp gilt für die Kosten: 1 Flüchtling in Deutschland versorgen = 40 Flüchtlinge bei der UNHCR versorgen. Das kann aber nur Übergangsweise sein. Dauert der Krieg länger muss man Arbeitsmöglichkeit und v.a. Bildung/Ausbildung ermöglichen.

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: schokoschendrezki und 7 Gäste