Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

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Senexx
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Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 06:26

Von den vielen Tausenden, die in Deutschland Asyl beantragen, wird nur ein Bruchteil anerkannt. Abgelehnt Asylbewerber werden aber selten abgeschoben,. Das Asylrecht ist zu einem Einfallstor für Einwanderung geworden. Das Asylrecht wird damit entwertet und ausgehöhlt. Mit diesem Problem haben auch andere Länder zu kämpfen.

Österreich hat nun ein cleveres Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, mit dem der Mißbrauch des Asylrechts unattraktiver gemacht werden soll. Die Milch soll gewissermaßen sauer gemacht werden.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... iehen.html

Asylbewerber sollen mit bis zu 840 Euro an den Kosten der Verfahren beteiligt werden. Ihre Handydaten sollen ausgewertet werden, um besser ihre Herkunft zu bestimmen und Abschiebungen zu erleichtern. Wenn Asylberchtigte und Antragsteller Urlaub in ihren Heimatländern machen, sollen sie die Asylberechtigung verlieren.

Bei uns ist mir nichts an vergleichbaren Plänen bekannt. Wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus?
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Orbiter1
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » Do 19. Apr 2018, 07:58

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 07:26)

Österreich hat nun ein cleveres Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, mit dem der Mißbrauch des Asylrechts unattraktiver gemacht werden soll. Die Milch soll gewissermaßen sauer gemacht werden.
Da geht es der österreichischen Regierung darum Österreich möglichst unattraktiv für Asylbewerber zu machen. Die betroffenen Personen mögen doch bitteschön in einem anderen Land ihren Asylantrag stellen. Und damit wollen sie den (s. Threadtitel) Asyl-Missbrauch in Europa bekämpfen?
Asylbewerber sollen mit bis zu 840 Euro an den Kosten der Verfahren beteiligt werden.
Wie kann es überhaupt Asylbewerber in Österreich geben? Die neue Regierung, insbesondere der Koalitionspartner FPÖ, der alle asylrelevanten Ministerien besetzt, ist mit dem Versprechen angetreten die österreichischen Grenzen gegen die illegale Migration abzusichern. Und Österreich ist bekanntlich vollständig von Schengenstaaten umgeben in denen Dublin III gilt. Österreich hätte also alle illegale Migranten an der Grenze erkennen und zurückweisen müssen. Aber die Einhaltung von Wahlversprechen ist offenbar auch im Ösiland unbekannt. Deutschland sollte deswegen die 840 Euro für jeden Migranten übernehmen der in Österreich Asyl beantragt und zwar solange bis die Ösis ihre Grenzen endlich im Griff haben.
Ihre Handydaten sollen ausgewertet werden, um besser ihre Herkunft zu bestimmen und Abschiebungen zu erleichtern.
Gibt es in Deutschland schon seit letztem Jahr.
Wenn Asylberchtigte und Antragsteller Urlaub in ihren Heimatländern machen, sollen sie die Asylberechtigung verlieren.
Auf den Nachweis der österreichischen Behörden dass die dort Urlaub machen bin ich schon gespannt.
Bei uns ist mir nichts an vergleichbaren Plänen bekannt. Wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus?
Im europäischen Asyl-Abschreckungs- und Rausekel-Wettbewerb liegen Ungarn und die anderen Visegradstaaten uneinholbar vorn. Wir könnten aber das Grundgesetz abschaffen dann ergeben sich auch für Deutschland Chancen an ihnen vorbeizuziehen.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 08:08

Wenn einer auftaucht, Asyl beantragt, woher wollen Sie den denn abschieben, wenn Sie nicht wissen, von woher er eingereist ist?
.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » Do 19. Apr 2018, 08:40

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 09:08)

Wenn einer auftaucht, Asyl beantragt, woher wollen Sie den denn abschieben, wenn Sie nicht wissen, von woher er eingereist ist?
.

Die fallen ja nicht vom Himmel sondern kommen über die Grenze. Und mehrere tausend von ihnen durchqueren jedes Monat Österreich und stellen in Deutschland einen Asylantrag. Es war der Innenminister Kickl von der FPÖ der sichere Grenzen versprochen und diverse Maßnahmen angekündigt hat. http://www.krone.at/1618032 Der soll endlich liefern oder eingestehen dass er seiner Aufgabe nicht gewachsen ist. Das gleiche gilt für die Abschiebungen. Da wollte die FPÖ dem Rest der Menschheit auch mal zeigen wie sowas richtig geht. Passiert ist da noch gar nichts.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 08:46

Wortschwall hilft Ihnen nicht. Sie sind meiner sehr konkreten Frage ausgewichen.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » Do 19. Apr 2018, 08:59

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 09:46)

Wortschwall hilft Ihnen nicht. Sie sind meiner sehr konkreten Frage ausgewichen.

Das lässt sich doch über die Handydaten ermitteln, die ja laut ihrem verlinkten Artikel bei jedem Asylbewerber ausgelesen werden. Und jetzt beantworten sie bitte die Fragen von meinem ersten Posting in diesem Thread.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 09:09

In den Handydaten wird der Standort aufgezeichnet? Interessant.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Quatschki » Do 19. Apr 2018, 09:54

Bei Menschen, die etwas wollen, sollte man doch erwarten, dass sie bei der Identitätsfeststellung koopoerieren?
Wenn es Lücken im Verfahren gibt, die es ihnen ermöglichten, das Asylrecht zu mißbrauchen oder mit den Behörden Katze und Maus zu spielen, dann müssen die Lücken beseitigt werden.
Das ist doch selbstverständlich.
In Österreich scheint diese Einsicht nun bei der Staatsspitze angekommen zu sein und das ist gut so.
Es ist Deutscvhland hier!
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 10:47

Ich geben Ihnen Recht. Aber es scheint auch andere Ansichten zu geben. Manche werden polemisch und faseln etwas von der "Abschaffung des Asylrechts".

Dabei gibt es schon jetzt Menschen zweiter Klasse: EU-Bürgern ist das Asylrecht so gut wie verwehrt, Nicht-EU-Bürger sind ihnen gegenüber privilegiert. Ein Treppenwitz.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon zollagent » Do 19. Apr 2018, 10:52

Senexx hat geschrieben:(19 Apr 2018, 11:47)

Ich geben Ihnen Recht. Aber es scheint auch andere Ansichten zu geben. Manche werden polemisch und faseln etwas von der "Abschaffung des Asylrechts".

Dabei gibt es schon jetzt Menschen zweiter Klasse: EU-Bürgern ist das Asylrecht so gut wie verwehrt, Nicht-EU-Bürger sind ihnen gegenüber privilegiert. Ein Treppenwitz.

Nein, das ist nur konsequent. In der EU dürfen nur Rechtsstaaten Mitglied sein. Und denen gegenüber wäre ein Asylrecht ziemlich unsinnig. Die Ausbrüche von Polen und Ungarn aus dieser Reihe müssen deutlich geahndet werden, bis zur Verbannung zum passiven Mitglied.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 11:24

zollagent hat geschrieben:(19 Apr 2018, 11:52)

Nein, das ist nur konsequent. In der EU dürfen nur Rechtsstaaten Mitglied sein. Und denen gegenüber wäre ein Asylrecht ziemlich unsinnig.


Wenn ein "anerkannter" Rechtsstaat einmal aufgenommen ist, garantiert das nicht, dass er das auf Dauer bleibt. Außerdem kann das Urteil über seine Rechtsstaatlichkeit auf lückenhaften oder fehlerhaften Informationen beruhen.

Spanien wurde erst kürzlich wegen Missachtung der Menschenrechte vom EGMR verurteilt und hat das Urteil ignoriert. Bei Spanien sind erhebliche Zweifel angebracht, ob es (noch) ein Rechtsstaat ist.

Asylrecht ist zudem ein Individualrecht. Asyl kann jeder beantragen, die pauschale Zurückweisung, weil ein Land angeblich ein Rechtsstaat sei, ist rechtswidrig.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Tom Bombadil » Do 19. Apr 2018, 11:40

Um Asyl-Mißbrauch handelt es sich mMn., wenn jemand ins Land kommt und einen Asylantrag stellt, obwohl er hätte wissen können, dass der Antrag abgelehnt wird. Um Asyl-Betrug handelt es sich mMn., wenn jemand das vorsätzlich macht (er also weiß, dass er kein Asyl bekommt) und/oder zusätzlich noch die Identität verschleiert wird.
Hier müsste der Gesetzgeber tätig werden und solch ein Handeln unter Strafe stellen, deren mildeste Form lediglich die bedingungslose und sofortige Abschiebung in die Heimat (nach Identitäts- und Herkunftsfeststellung mit allen rechtsstaatlichen Mitteln) bedeutet. Das ist allein schon deshalb notwendig, damit man sich um mehr Menschen, die berechtigt sind, Asyl zu bekommen, kümmern kann.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon H2O » Do 19. Apr 2018, 12:38

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Apr 2018, 12:40)

Um Asyl-Mißbrauch handelt es sich mMn., wenn jemand ins Land kommt und einen Asylantrag stellt, obwohl er hätte wissen können, dass der Antrag abgelehnt wird. Um Asyl-Betrug handelt es sich mMn., wenn jemand das vorsätzlich macht (er also weiß, dass er kein Asyl bekommt) und/oder zusätzlich noch die Identität verschleiert wird.
Hier müsste der Gesetzgeber tätig werden und solch ein Handeln unter Strafe stellen, deren mildeste Form lediglich die bedingungslose und sofortige Abschiebung in die Heimat (nach Identitäts- und Herkunftsfeststellung mit allen rechtsstaatlichen Mitteln) bedeutet. Das ist allein schon deshalb notwendig, damit man sich um mehr Menschen, die berechtigt sind, Asyl zu bekommen, kümmern kann.


Zustimmung zur Definition von Asylrecht und Asylmißbrauch. Das mutwillige Verschleiern seiner Identität sollte dem Antragsteller aber überhaupt keine Freude bereiten. Wer damit erwischt wird, der braucht eine Freiheitsstrafe und den Entzug seines mitgeführten persönlichen Eigentums bevor er abgeschoben wird.

Ähnlich sehe ich das Untertauchen ungebetener Eindringlinge in einer schon bestehenden halbseidenen Gesellschaft, wie das im Rauschgiftbereich gelegentlich beobachtet wird. Hat zwar mit Asylmißbrauch nichts zu tun, wohl aber mit Mißachtung unserer öffentlichen Ordnungs- und Sicherheitsbedürfnisse.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Polibu » Do 19. Apr 2018, 13:07

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Apr 2018, 08:58)

Da geht es der österreichischen Regierung darum Österreich möglichst unattraktiv für Asylbewerber zu machen. Die betroffenen Personen mögen doch bitteschön in einem anderen Land ihren Asylantrag stellen. Und damit wollen sie den (s. Threadtitel) Asyl-Missbrauch in Europa bekämpfen?
Wie kann es überhaupt Asylbewerber in Österreich geben? Die neue Regierung, insbesondere der Koalitionspartner FPÖ, der alle asylrelevanten Ministerien besetzt, ist mit dem Versprechen angetreten die österreichischen Grenzen gegen die illegale Migration abzusichern. Und Österreich ist bekanntlich vollständig von Schengenstaaten umgeben in denen Dublin III gilt. Österreich hätte also alle illegale Migranten an der Grenze erkennen und zurückweisen müssen. Aber die Einhaltung von Wahlversprechen ist offenbar auch im Ösiland unbekannt. Deutschland sollte deswegen die 840 Euro für jeden Migranten übernehmen der in Österreich Asyl beantragt und zwar solange bis die Ösis ihre Grenzen endlich im Griff haben. Gibt es in Deutschland schon seit letztem Jahr. Auf den Nachweis der österreichischen Behörden dass die dort Urlaub machen bin ich schon gespannt.
Im europäischen Asyl-Abschreckungs- und Rausekel-Wettbewerb liegen Ungarn und die anderen Visegradstaaten uneinholbar vorn. Wir könnten aber das Grundgesetz abschaffen dann ergeben sich auch für Deutschland Chancen an ihnen vorbeizuziehen.


Die Österreicher bedienen sich legaler und rechtsstaatlicher Mittel. Mir scheint, dass du ein Problem damit hast!
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Orbiter1 » Do 19. Apr 2018, 13:27

Polibu hat geschrieben:(19 Apr 2018, 14:07)

Die Österreicher bedienen sich legaler und rechtsstaatlicher Mittel. Mir scheint, dass du ein Problem damit hast!
Mir scheint sie haben nicht gelesen oder verstanden was ich geschrieben habe.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Polibu » Do 19. Apr 2018, 13:47

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Apr 2018, 14:27)

Mir scheint sie haben nicht gelesen oder verstanden was ich geschrieben habe.


Dein Posting ist doch Kritik an der Handlungsweise Österreichs oder nicht? Oder etwa Zustimmung?
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Senexx » Do 19. Apr 2018, 14:08

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Apr 2018, 12:40)

Um Asyl-Mißbrauch handelt es sich mMn., wenn jemand ins Land kommt und einen Asylantrag stellt, obwohl er hätte wissen können, dass der Antrag abgelehnt wird.

Ob er abgelehnt wird, weiß er erst nach Ablehnung.

Und der Versuch, einen vermeintlichen Anspruch wahrzunehmen, ist kein Missbrauch, sondern die Anspruchnahme eines zustehenden Rechts, nämlich - in diesem Fall - des Rechts, Asyl zu beantragen.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Der Neandertaler » Do 19. Apr 2018, 15:28

Hallo Senexx.
Wo gibt es hierzulande oder sonstwo "Asyl-Missbrauch"?

Abgesehen davon, daß wir an deren Fluchtgründen (Krieg, Dürre, etc.) ... zumindest indirekt mit daran schuld sind. Ob jemand anerkannt wird, hängt von seiner Situation ab:
    flieht er etwa vor Krieg oder ist einer Verfolgung von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren ausgesetzt, muß er (politisches) Asyl bekommen - dies ist ein deklaratorischer Akt.
      (Genfer Flüchtlingskonvention - Artikel 14)
    Zwar ist kein Staat verpflichtet, dies anzuwenden, hat er allerdings die Genfer Flüchtlingskonvention ratifiziert (und dies sind immerhin 147 Staaten), ist er vollends zur Anwendung dieser verpflichtet.
Sollte ein Flüchtling nicht unter die Genfer Flüchtlingskonvention fallen, ist aber trotzdem schutzwürdig - weil er glaubhaft machen kann, daß ihm bei Rückkehr ein ernsthafter Schaden von staatlichen als auch von nichtstaatlichen Akteuren droht, bekommt er hierzulande "subsidiären Schutz". Dieser "subsidiäre Schutz" ist nicht Teil der "Genfer Flüchtlingskonvention" - verpflichtet also danach keinen Staat, diesen zu gewähren. Dieser "subsidiäre Schutz" ist aber Teil der "Europäische Menschenrechtskonvention - EMRK". Österreich ebenso hat sich verpflichtet, auf eine Rückführung zu verzichten, wenn für den Schutzsuchenden die Rückführung in den Zielstaat etwa eine Verletzung der EMRK darstellt oder für ihn dort eine erhebliche konkrete Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit besteht.
    (Genfer Flüchtlingskonvention - Artikel 33 - Artikel 3 der Europäische Menschenrechtskonvention)
Beide Konventionen hat Österreich ebenso unterschrieben wie jedes Mitglied der EU. Dieses Thema wird ja auch hierzulande immer aufgekocht - aber eine schnellere Abschiebung kann somit nur bedingt angewendet werden.

Andere Nicht-Abschiebungsgründe kommen noch hinzu:
    Herkunftsländer der Flüchtlinge verweigern die Aufnahme dieser Flüchtlinge - Papiere werden zu spät oder gar nicht ausgestellt, etc.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Der Neandertaler » Do 19. Apr 2018, 15:47

Hallo Tom.
Tom Bombadil hat geschrieben:Um Asyl-Mißbrauch handelt es sich mMn., wenn jemand ins Land kommt und einen Asylantrag stellt, obwohl er hätte wissen können, dass der Antrag abgelehnt wird. Um Asyl-Betrug handelt es sich mMn., wenn jemand das vorsätzlich macht (er also weiß, dass er kein Asyl bekommt) und/oder zusätzlich noch die Identität verschleiert wird.
Hier müsste der Gesetzgeber tätig werden und solch ein Handeln unter Strafe stellen, deren mildeste Form lediglich die bedingungslose und sofortige Abschiebung in die Heimat (nach Identitäts- und Herkunftsfeststellung mit allen rechtsstaatlichen Mitteln) bedeutet. Das ist allein schon deshalb notwendig, damit man sich um mehr Menschen, die berechtigt sind, Asyl zu bekommen, kümmern kann.
Dem möchte ich leicht widersprechen. Ob dies (Asylantrag ... vorsätzlich, obwohl er also weiß, daß er kein Asyl bekommt) ... ob dies Asyl-Betrug ist, ... ich-weiß-nicht, ob dies die richtige Definition ist?
Und ob hier "der Gesetzgeber tätig werden" müsste, "und solch ein Handeln unter Strafe stellen" müsste, ... auch das glaub ich weniger. Um diese Praxis zu begrenzen:
    vielleicht würde es schon etwas helfen, könnte oder würde sich der Gesetzgeber endlich mal dazu durchringen, ein Einwanderungsgesetz zu verabschieden?
Denn viele derer, die hierzulande einreisen, weil sie hier arbeiten wollen, sind, um diesen Wunsch zu vollziehen, gezwungen Asyl zu beantragen.
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Re: Maßnahmen zur Bekämpfung des Asyl-Missbrauchs in Europa

Beitragvon Wähler » Do 19. Apr 2018, 16:01

https://www.euractiv.de/section/eu-auss ... gsrechten/
Euractiv 18. April 2018 Geplantes EU-Asylsystem
Allgemein sollen Flüchtlinge konsequenter abgeschoben werden und jene, die bleiben dürfen, mit einem Schlüssel auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden. Bisher ist das vor allem aufgrund des Vetos osteuropäischer Staaten gescheitert.
Besonders umstritten ist die Frage, in welche Länder Menschen mit abgewiesenen Asylanträgen abgeschoben werden dürfen.

Für die Grünen bedeutet ein Asylsystem, das Abschiebung in nur teilweise sichere Länder vorsieht, ein „Abbauprogramm von Flüchtlingsrechten“. Der zur Anhörung geladene Völkerrechtsexperte Prof. Marcel Kau von der Uni Koblenz widersprach dieser Einschätzung. Wenn die geplanten Asyländerungen das Schutzrecht einschränke, dann höchstens graduell, so sein Urteil.
Im derzeitigen Rechtsrahmen schiebt auch Deutschland Menschen ab. Letztes Jahr wurden knapp 24.000 Flüchtlinge in ihre Heimatländer geschickt, auch nach Afghanistan.

Es gibt anscheinend auch einige Gemeinsamkeiten in der EU-Asylpolitik.
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