Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon H2O » Sa 31. Mär 2018, 16:51

Selina hat geschrieben:(31 Mar 2018, 17:17)

Danke für die ausführliche Antwort. Wobei ich nicht so sehr die "erstarrte Politik" meinte, sondern eher die Tatsache, dass es heute möglich ist, dass rechte Nationalisten so einen Einfluss gewinnen können. Wie konnte zum Beispiel so etwas wie die AfD bis in den Bundestag vordringen und damit in viele wichtige Gremien? Wo doch jeder weiß, dass es in dieser Partei auch Rechtsradikale gibt. Ich meine das eher politisch, nicht so sehr wahlrechtlich. Meine Frage zielt eher in die Richtung: Was tut die gesellschaftliche Mitte, damit der rechtsnationale Ungeist nicht noch mehr um sich greifen kann? Wo sind die Stimmen der Mitte?


Ich glaube nicht, daß die gesellschaftliche Mitte bereit ist, die Dummheiten und Fehler der dort verwurzelten Parteien weiter zu ertragen. Die Leute hören sich ganz einfach an, daß andere politische Kräfte ihr Problem aufgreifen und es abarbeiten wollen. Man kann sicher darüber streiten, ob das denn nicht eingebildete Probleme sind. Auch das haben die politischen Parteien der Mitte zu vermitteln versucht.

Ich denke zurück an die Umgangsweise mit den Ereignissen von Silvester 2015/2016, mit Falschmeldungen und Beschönigungen. Oder mit anderer Ausländerkriminalität, die aus gut nachvollziehbaren Gründen durch Nichtnennung der Herkunft der Täter verschleiert wurde. So oder so hat es eine Schere im Kopf der Leute gegeben, die den Mitbürgern gegenüber zur Wahrheit verpflichtet sind.

Die AfD hat solche Hemmungen sicher nicht, sondern nutzt diese Selbstzensur der übrigen Politik natürlich aus. Sie spricht die Dinge an, die die Mitbürger doch selbst sehen und erleben, und das gibt ihr den Vorteil, auch die verrücktesten politischen Problemlösungen glaubwürdig zu verkünden. Auf jeden Fall wirkt deren vorgeschlagene Vorgehensweise glaubwürdiger als "die volle Härte des Rechtsstaats", die eine hilflose und ideenlose Politik der Mitte von Zeit zu Zeit verkündet.

Wir Normalverbraucher spüren doch, daß unsere Gesetze und Verfahrensvorschriften inzwischen so ausgeufert sind, daß unsere Justiz sie nicht mehr abarbeiten kann, daß man als Gewerbetreibender Steuerberater braucht, um durch den Dschungel hindurch zu finden. So werden "legale" Betrügereien möglich, gehen Straftäter nach ausgiebiger Beschäftigung der Justiz ungeschoren frei. Hinzu kommt Behördenversagen von NSU bis zu "Gefährdern" und DITIB-Spitzeleien.

Wundert Sie vor dem Hintergrund, daß eine Partei, die dazu auch Lösungsvorschläge vorträgt, viel Zustimmung erhält? Die Vorschläge nehmen vermutlich wenig Rücksicht auf die Selbstblockaden unserer Rechtsvorschriften... aber das ist vielen Mitbürgern gleichgültig. Das Problem soll gelöst werden... wie auch immer. Und das paßt dann auch wieder ideal zu pöbelnden Schreihälsen.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » So 1. Apr 2018, 23:18

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Mar 2018, 11:38)

Die wichtigste Frage für mich: Findet hier eine Spaltung und damit Schwächung der europäischen Rechten statt? In ein sozusagen bürgerlich-akzeptables lager einerseits und in ein offen rechtsextremes Lager andererseits? Oder vielleicht nicht sogar eher eine Art Verdopplung. Indem zu solchen gemäßigt rechten und schon länger erfolgreichen Parteien wie FPÖ oder den skandinavischen Rechten nun sozusagen additiv eben noch extreme Rechte hinzukommen.


Zunächst einmal: die Rechte spaltet sich selbst ständig. Muss sie auch, weil sie viel zu sehr im Egoismus festhängt, der bei denen quasi Programm ist. Das bürgerlich-akzeptable Lager hat es im Falle der FPÖ schon immer gegeben, und der Erfolg nicht nur der FPÖ, sondern auch von Fidesz im Vergeich zu Jobbik, zeigt den immer grösser werdenden Widerspruch im rechten Lager zwischen Akzeptanz und Provokation. Akzeptanz ist einfach erfolgreicher.

Zudem: jedes Land in Europa ausser Deutschland kann sich eine CSU-ähnliche Partei fürs ganze Land leisten. Und CSU bundesweit wäre auch das, was viele rechte Wähler hierzulande wählen würden. Weil sie von ihren rechten Parteien auch nicht so begeistert sind (verständlich).

Es findet also eine Umwandlung bei den Rechten statt. Fundamentalegoismus, das dämmert einen grossen Teil immer mehr, funktioniert auf Dauer nicht. Die Rechten werden also stärker und wählbarer, dafür weniger extrem.

Und dann: Wie muss sich die Strategie der Entgegnung ändern. In den Köpfen vieler Linker - glaube ich zumindest - sind Rechtsextreme typischerweise angetrunkene Nazigröhler und nicht akademisch gebildete Personen. Dieses einseitige Bild wird sich nicht halten lassen.


Die Linke hierzulande muss sich langsam mal wieder dem Nationalismus stellen, und sich dabei mal wieder auf die linken Wurzeln des Nationalismus besinnen. Sonst nimmt ihnen die Rechte dieses Thema komplett weg. Und das kostet nicht wenige Stimmen.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon imp » Mo 2. Apr 2018, 11:44

Die Linke würde einen schweren Fehler machen, sich auf eine nationalistische Spielart von Sozialdemokratie zu kaprizieren. Damit ist schon die PCF gescheitert.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mo 2. Apr 2018, 19:15

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 Apr 2018, 12:44)

Die Linke würde einen schweren Fehler machen, sich auf eine nationalistische Spielart von Sozialdemokratie zu kaprizieren. Damit ist schon die PCF gescheitert.


Was soll sie sonst machen? Auf Kosmopolitismus setzen? Damit wird sie langfristig noch mehr verlieren. Aber vielleicht tuts ja ein Euro-Nationalismus. Wäre ja auch was.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon imp » Mo 2. Apr 2018, 20:10

Woppadaq hat geschrieben:(02 Apr 2018, 20:15)

Was soll sie sonst machen? Auf Kosmopolitismus setzen? Damit wird sie langfristig noch mehr verlieren. Aber vielleicht tuts ja ein Euro-Nationalismus. Wäre ja auch was.

Damit wäre sie in Deutschland schlecht beraten. Euronationalismus in der - nach der Deklassierung Frankreichs, dem Ausscheiden der Briten und dem Verhindern der Türkei - unbestrittenen Führungsnation der EU wäre einfach nur Nationalsozialismus in "groß" während die NPD/AfD dasselbe in kleinlich-doof darstellt.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mo 2. Apr 2018, 21:13

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 Apr 2018, 21:10)

Damit wäre sie in Deutschland schlecht beraten. Euronationalismus in der - nach der Deklassierung Frankreichs, dem Ausscheiden der Briten und dem Verhindern der Türkei - unbestrittenen Führungsnation der EU wäre einfach nur Nationalsozialismus in "groß" während die NPD/AfD dasselbe in kleinlich-doof darstellt.


Das wäre der Fall, wenn man inklusiven und exklusiven Nationalismus nicht trennen könnte. Ich glaub aber, das kann man. In Europa noch eher als im unbeweglichen Deutschland.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon imp » Mo 2. Apr 2018, 21:15

Woppadaq hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:13)

Das wäre der Fall, wenn man inklusiven und exklusiven Nationalismus nicht trennen könnte. Ich glaub aber, das kann man.

Ja, inklusiver Nationalismus schließt die Minderheiten in Lager ein, exklusiver schließt sie an Grenzzäunen aus und guckt zu, wie sie zugrunde gehen. Das lässt sich gut trennen. Das Gerede ist letztlich nur eine Unterscheidung in Bekenntnis (das man im Zweifel pauschal nicht glaubt) und Biologismus. Beides ist Müll. Niemand, auch der hier geborene, ist für die Zwecke einer Abstraktion wie Nation da. Alle wollen sie vorrangig (gut) leben.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mo 2. Apr 2018, 21:18

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:15)

Ja, inklusiver Nationalismus schließt die Minderheiten in Lager ein...


Sorry, aber das war jetzt wirklich völlig daneben. Wo schliessen die Amis denn ihre Minderheiten in Lager ?
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon imp » Mo 2. Apr 2018, 21:22

Woppadaq hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:18)

Sorry, aber das war jetzt wirklich völlig daneben. Wo schliessen die Amis denn ihre Minderheiten in Lager ?

Ich kann dir gerade nicht folgen. Es ging um Rechte in Europa und darum, ob Europas und speziell Deutschlands Linke hier in Sachen Nationalismus anbiedern oder lieber abgrenzen soll. Was willst du da mit Amerika?
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mo 2. Apr 2018, 21:25

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:22)

Ich kann dir gerade nicht folgen.


Ja, weil du scheinbar nicht weisst, was inklusiver Nationalismus ist. Der amerikanische Nationalismus ist aber ein gutes Beispiel für inklusiven Nationalismus. Genauso der norwegische.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon imp » Mo 2. Apr 2018, 21:31

Woppadaq hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:25)

Ja, weil du scheinbar nicht weisst, was inklusiver Nationalismus ist. Der amerikanische Nationalismus ist aber ein gutes Beispiel für inklusiven Nationalismus. Genauso der norwegische.

Die Norweger werfen gerade raus, was sich nicht wehren kann. In Deutschland hatten wir inklusiven Nationalismus bis 1945. War nicht so toll.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mo 2. Apr 2018, 21:37

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:31)
In Deutschland hatten wir inklusiven Nationalismus bis 1945.


Wie ich schon sagte: du hast keine Ahnung, was inklusiver Nationalismus ist. Zu deiner Entlastung: das geht vielen so. Damit bleibt der exklusive Nationalismus der AfD der einzige, der alle Nationalisten ohne Unterschied anzieht. Und ihr habt NICHTS, was ihr dem entgegensetzen könnt. Und das nur, weils euch nicht interessiert.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon imp » Mo 2. Apr 2018, 21:41

Woppadaq hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:37)

Wie ich schon sagte: du hast keine Ahnung, was inklusiver Nationalismus ist. Zu deiner Entlastung: das geht vielen so. Damit bleibt der exklusive Nationalismus der AfD der einzige, der alle Nationalisten ohne Unterschied anzieht. Und ihr habt NICHTS, was ihr dem entgegensetzen könnt. Und das nur, weils euch nicht interessiert.

Ich bin kein Marktschreier, der den wenig originellen Personen, die auf Nationalismus setzen, einen billigeren oder schöneren Nationalismus anpreist. Ich bin keine Partei. Mag die SPD in dem Versuch verrecken, da anzudocken wie ihre italienische, österreichische und französische Partnerschaft.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mo 2. Apr 2018, 21:48

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:41)

Ich bin kein Marktschreier, der den wenig originellen Personen, die auf Nationalismus setzen, einen billigeren oder schöneren Nationalismus anpreist.


Ja sicher, dann lieber die volle SPD-Dröhnung a la Sarrazin.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon imp » Mo 2. Apr 2018, 21:56

Woppadaq hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:48)

Ja sicher, dann lieber die volle SPD-Dröhnung a la Sarrazin.

Ich bin da indifferent. Sarrazin, Spahn oder Frank Franz, das ist eine Frage der Nuancen.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mo 2. Apr 2018, 22:07

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 Apr 2018, 22:56)

Ich bin da indifferent. Sarrazin, Spahn oder Frank Franz, das ist eine Frage der Nuancen.


Ich weiss nicht, wo Spahn überhaupt nationalistisch in Erscheinung getreten ist. Und sowohl Sarrazin wie Franz betreiben exklusiven Nationalismus, auch wenn Sarrazin sich da gut rausredet.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Skeptiker » Mo 2. Apr 2018, 23:19

Senexx hat geschrieben:(26 Mar 2018, 12:35)
Die Linke erschafft sich ihre Gegner durch ihre Maßlosigkeit und Intoleranz. Auf Dauer kann man die demokratische Meinungsbildung nicht einschränken. Diese Lektion müssen die Linken erst noch lernen.

Dem kann man fast nichts hinzufügen.

Auch ich sehe in erster Linie eine Linke die sich in den letzten Jahrzehnten "zu Tode siegt" wenn es um gesellschaftspolitische Themen geht. Auf der anderen Seite hat man seine klassische Klientel, die Arbeiterschicht, total im Stich gelassen und sich stattdessen mit Wirtschaftsliberalen angefreundet.

So wächst die Wirtschaft, die unteren Lohngruppen verlieren den Anschluss, aber wenn man die Klappe aufmacht wird man nasal zurechtgewiesen. Aus jeder Kleinigkeit wird eine Moralfrage konstruiert und in für sie so wahrgenommenen Gerechtigkeitsthemen geht jede Scheu verloren mit unlauteren Mitteln zu kämpfen (z.B. permanenter Einsatz des Absoluten Gender Pay Gaps anstatt des bereinigten -> pure Propaganda -> das Ziel bestimmt die Mittel)

Das ist eben für viele Menschen nicht mehr die Idealvorstellung einer Gesellschaft. Man hat sich so an die Vorstellung von Meinungsfreiheit (kulturell, nicht nur legal) gewöhnt, dann möchte man sie auch wahrnehmen. Instrumentalisierung von Medien und Brandmarkung von Demonstranten als Pöbel tun dann ihr übriges um eine auch intellektuell fundierte Gegenbewegung ans Laufen zu bekommen.

Ja, das ist eine neue Qualität - weil nun einer langanhaltende Linksbewegung etwas entgegengesetzt wird. Anders als reflexhaft dargestellt ist die aber nicht im Kern undemokratisch, sondern im Kern das demokratische Korrektiv einer linken Bewegung, die an gesellschaftlichen Rückhalt verliert, weil sie den Realitäten entschwebt.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Excellero » Mo 2. Apr 2018, 23:29

Villeicht haben einfach immer mehr Leute von Linken die Nase voll. Und machen wir uns nichts vor... in jedem europäischen Land sind die "Konservativen" doch auch schon über die Linie nach links gerutscht. Die Leute sehen wohin das führt und wenden sich ab. Und je größer die Abneigung um so härter wird der Gegenkurs eingeschlagen. Und das ist auch völlig richtig!
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Di 3. Apr 2018, 04:05

Skeptiker hat geschrieben:(03 Apr 2018, 00:19)

Dem kann man fast nichts hinzufügen.

Auch ich sehe in erster Linie eine Linke die sich in den letzten Jahrzehnten "zu Tode siegt" wenn es um gesellschaftspolitische Themen geht. Auf der anderen Seite hat man seine klassische Klientel, die Arbeiterschicht, total im Stich gelassen und sich stattdessen mit Wirtschaftsliberalen angefreundet.

So wächst die Wirtschaft, die unteren Lohngruppen verlieren den Anschluss, aber wenn man die Klappe aufmacht wird man nasal zurechtgewiesen.


Das ist mir ja mal was ganz neues, das sich die Rechten zum Sprachrohr der Armen und Entrechteten machen, geschweige denn ihnen Lösungen anbieten, ja überhaupt nur den Anschein wahren, so etwas wie Hartz4 zurückzunehmen.

Aber bei der Wahrheit zu bleiben war für die Rechten schon immer ein Problem.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Di 3. Apr 2018, 05:06

Excellero hat geschrieben:(03 Apr 2018, 00:29)

Villeicht haben einfach immer mehr Leute von Linken die Nase voll. Und machen wir uns nichts vor... in jedem europäischen Land sind die "Konservativen" doch auch schon über die Linie nach links gerutscht. Die Leute sehen wohin das führt ...!


Ja, Es führt dazu, dass die Leute egoistischer werden und rechts wählen. Das Original quasi...

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