rumänien

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Nomen Nescio
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rumänien

Beitragvon Nomen Nescio » Di 20. Feb 2018, 12:05

von einem anderen strang nach hier kopiert

bis soeben hatte ich noch nie gehört von einem »flash mob«.
A flash mob (or flashmob)[1] is a group of people who assemble suddenly in a public place, perform an unusual and seemingly pointless act for a brief time, then quickly disperse, often for the purposes of entertainment, satire, and artistic expression.[2][3][4] Flash mobs are organized via telecommunications, social media, or viral emails.

unsere korrespondentin redete soeben über die rumänische regierung und ihre maßnahmen.

zusammengefaßt: fast das ganze land, mit ausnahme der jugend, ist korrupt. vor 5 jahren stellte die regierung eine person an die die korruption bekämpfen mußte. »man« dachte daß polizei, zollbeamten, usw dadurch »gesäubert« würden.
o schreck, viel politiker kamen vorm gericht. DAS war schlimm und dagegen mußte was getan werden.
der vice-PM sagte sogar daß sie entlassen werden mußte.

die regierung will jetzt neue gesetze einführen. u.a. wird dann korruption, wobei es minder als €50.000 betrifft, fortan nicht mehr ein missetat sein, sondern ein verstoß.

vor 2-3 jahren hat die jugend bereits vergeblich versucht europa auf die korruption aufmerksam zu machen. das hat also nicht geholfen. daher das mittel des »flash mobs«. um genau 12.00 uhr mittags stehen die jugenlichen vor gebäuden der regierenden partei; ein viertelstunde lang. ohne weiter was zu tun.
es scheint ansteckend zu sein, denn begann es zuerst im hauptstadt, inzwischen wird auch schon in anderen städten demonstriert. außerdem scheint ein zweiter form abends versucht zu werden. und das alles in bittere kälte.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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H2O
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Re: rumänien

Beitragvon H2O » Di 20. Feb 2018, 18:06

Leider hat die EU in ihrem Bestreben, den Osteuropäern einen guten Einstieg in unsere freiheitliche demokratische Gesellschaft mit ihrem Wohlstand zu ebnen, viel zu früh "fünfe gerade" sein lassen. Das Thema Korruption betrifft nicht nur Rumänien. Rumänien bietet die Besonderheit, daß nun die Jugend des Landes mit ihren flashmobs ihre Ungeduld und Unzufriedenheit mit der Moral der herrschenden Politiker zeigt.

Gegen die Korruption in solchem Ausmaß müßte die EU systematisch vorgehen. Da geht es ja nicht nur um den einzelnen Staat und seine Regierung und Verwaltung, sondern eben auch um Mittel der EU, die in den Empfängerstaaten wirkungslos verpuffen. Die Abläufe sind doch denen in der Entwicklungshilfe in Afrika oder Lateinamerika sehr ähnlich... nach -zig investierten Milliarden stehen wir dort inmitten von Bürgerkriegen und Chaos. Nur sehr selten ist einmal ein wirklicher Erfolg und eine Entwicklung zum Besseren zu beobachten.

Wenn also eine aus dem jungen Volk geborene Gegenbewegung gegen diese fortwährende Bereicherung der politischen Klasse zu erkennen ist, dann sollten dorthin die EU-Fördermittel geleitet werden. Gegenwärtig fordern diese Staaten Aufnahme in den Schengenraum; darin liegt ein sehr großes Sicherheitsrisiko für die Gründerstaaten der EU, die von gut organisierten Räuberbanden aus Rumänien und Bulgarien heimgesucht werden könnten. Das Problem gab es schon in unerträglichem Maße, obwohl die Grenzen noch kontrolliert werden. Wie soll die Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte (Polizei, Kriminalpolizei) funktionieren, wenn Räuber dort mit einem Bündel Geldscheine auf die Politik und Polizei Einfluß nehmen?

Aus meiner Sicht muß die EU in dieser Sache sehr dringend für klare Verhältnisse sorgen.

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