Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » So 7. Jan 2018, 21:57

DarkLightbringer hat geschrieben:(07 Jan 2018, 21:49)

Doch, natürlich. Unmengen. Rosneft und Gazprom nehmen Platz 1 und 2 ein, um den Staatshaushalt zu unterfüttern. Gazprom allein kommt für ein Viertel des Staatshaushaltes auf.
Die exakten Militärausgaben müsste ich nachsehen, aber es dürfte doch klar sein, dass Hochrüstung, die enormen Truppenbewegungen und der Ukraine-Feldzug nicht kostenneutral zu machen sind.


Das wäre in der Tat verwunderlich. Präsident Putin hat angewiesen, daß die russische Armee demnächst mit deutlich weniger Geld auskommen muß, dafür aber ihre Einsätze professioneller planen und durchführen soll. Die Gasos sind offenbar auch nicht das, was man als Weltmacht so bräuchte.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » So 7. Jan 2018, 22:06

H2O hat geschrieben:(07 Jan 2018, 21:57)

Das wäre in der Tat verwunderlich. Präsident Putin hat angewiesen, daß die russische Armee demnächst mit deutlich weniger Geld auskommen muß, dafür aber ihre Einsätze professioneller planen und durchführen soll. Die Gasos sind offenbar auch nicht das, was man als Weltmacht so bräuchte.

Die Sanktionen gehen auf die Nerven, das ist klar. Die Panzerchen in Serie sind auch nicht ganz billig und da die Ukraine just präzise und moderne Panzerabwehrwaffen beziehen wird, dürften die Kosten nochmal ansteigen. Die Bombardierung syrischer Städte ist da noch verhältnismäßig kostengünstig, zumal ohne jede Gegenwehr.

Der Ostsee-Tentakel soll neuen Schub bringen.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » So 7. Jan 2018, 22:13

DarkLightbringer hat geschrieben:(07 Jan 2018, 22:06)

Die Sanktionen gehen auf die Nerven, das ist klar. Die Panzerchen in Serie sind auch nicht ganz billig und da die Ukraine just präzise und moderne Panzerabwehrwaffen beziehen wird, dürften die Kosten nochmal ansteigen. Die Bombardierung syrischer Städte ist da noch verhältnismäßig kostengünstig, zumal ohne jede Gegenwehr.

Der Ostsee-Tentakel soll neuen Schub bringen.


Aus dem Kinderfilm "Der Krieg der Knöpfe" weiß ich, daß es bald eine russische Antwort auf "moderne Panzerabwehrwaffen" geben wird, wenn die überhaupt zum Einsatz kommen. Na ja, Präsident Macron und vielleicht noch einmal Kanzlerin Merkel kennen den Weg nach Minsk inzwischen.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » So 7. Jan 2018, 22:29

H2O hat geschrieben:(07 Jan 2018, 22:13)

Aus dem Kinderfilm "Der Krieg der Knöpfe" weiß ich, daß es bald eine russische Antwort auf "moderne Panzerabwehrwaffen" geben wird, wenn die überhaupt zum Einsatz kommen. Na ja, Präsident Macron und vielleicht noch einmal Kanzlerin Merkel kennen den Weg nach Minsk inzwischen.

Krieg ist immer eine Frage des Nachschubs. England wäre im WK II ohne Frage gefallen, wenn es keine Versorgung über den Atlantik gegeben hätte.

Der Gang nach Minsk ist zwar preisgünstig, brachte aber noch nicht viel Erfolge. Kein Wunder, wenn wir bereit sind, den Krieg gegen Europa selbst zu finanzieren, dann rechnet sich das ja.

Die beteiligte, österreichische OMV erzielte im 2. Quartal 2017 einen Umsatz von 5,2 Mrd. Euro, operativer Gewinn 662 Millionen Euro, unterm Strich jedoch ein Minus von knapp einer Milliarde Euro. Ein solcher Konzern erwartet sich einen Zuwachs. Man könnte es auch als Kriegsgewinnlerei bezeichnen.

http://www.wiwo.de/politik/ausland/nord ... 72270.html
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 08:10

DarkLightbringer hat geschrieben:(07 Jan 2018, 22:29)

Krieg ist immer eine Frage des Nachschubs. England wäre im WK II ohne Frage gefallen, wenn es keine Versorgung über den Atlantik gegeben hätte.

Der Gang nach Minsk ist zwar preisgünstig, brachte aber noch nicht viel Erfolge. Kein Wunder, wenn wir bereit sind, den Krieg gegen Europa selbst zu finanzieren, dann rechnet sich das ja.

Die beteiligte, österreichische OMV erzielte im 2. Quartal 2017 einen Umsatz von 5,2 Mrd. Euro, operativer Gewinn 662 Millionen Euro, unterm Strich jedoch ein Minus von knapp einer Milliarde Euro. Ein solcher Konzern erwartet sich einen Zuwachs. Man könnte es auch als Kriegsgewinnlerei bezeichnen.

http://www.wiwo.de/politik/ausland/nord ... 72270.html


Mir scheint, hier ist wieder ein begabter Darsteller hinkender Vergleiche am Werk! :)
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 8. Jan 2018, 13:00

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2018, 08:10)

Mir scheint, hier ist wieder ein begabter Darsteller hinkender Vergleiche am Werk! :)

Das ist kein Vergleich, eher eine gebirgsbachklare Aussage - der Nachschub entscheidet.

Auch Spitzenmanager wie Eon-Chef Johannes Teyssen verweisen immer wieder darauf, dass Russland stets ein verlässlicher Lieferant gewesen sei.
Doch Umbach überzeugt das nicht: „Die Abhängigkeit ist asymmetrisch. Russische Kollegen sagen mir: Wenn es hart auf hart kommt, kann Russland locker ein Jahr ohne westliche Kredite und Technologie auskommen. Aber ihr kommt keine 30 Tage ohne unser Gas aus.“
https://www.welt.de/wirtschaft/energie/ ... teckt.html

Der frühere General Domröse sagte mal dem Sinne nach, an der Südflanke und an der Ostflanke sind Feuerchen, die man austappen sollte. Beide seien schon einzeln unangenehm, ihre Gleichzeitigkeit potenziere das Problem aber noch.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 14:20

DarkLightbringer hat geschrieben:(08 Jan 2018, 13:00)

Das ist kein Vergleich, eher eine gebirgsbachklare Aussage - der Nachschub entscheidet.

Im heißen Gefecht schon; aber im Vorfeld bringen solche Lieferungen nur neue Strategien in Gang. Besser, man läßt den Brand langsam ausgehen.

https://www.welt.de/wirtschaft/energie/ ... teckt.html

Der frühere General Domröse sagte mal dem Sinne nach, an der Südflanke und an der Ostflanke sind Feuerchen, die man austappen sollte. Beide seien schon einzeln unangenehm, ihre Gleichzeitigkeit potenziere das Problem aber noch.

Solche Entscheidungen trifft der Bundestag nach freier Aussprache. Ratgeber haben wir überreichlich viele.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 8. Jan 2018, 14:38

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2018, 14:20)

Im heißen Gefecht schon; aber im Vorfeld bringen solche Lieferungen nur neue Strategien in Gang. Besser, man läßt den Brand langsam ausgehen.
Wie lässt man den Brand ausgehen - in dem man dem Angreifer beisteht ?

Solche Entscheidungen trifft der Bundestag nach freier Aussprache. Ratgeber haben wir überreichlich viele.
Das tut er ja, wird auch in regelmässigen Abständen debattiert.

Operationen an der Südflanke: Darfur, Südsudan, Afghanistan, Mittelmeer, Mali, Irak und natürlich "Counter Daesh" im Rahmen der westlich-arabischen Allianz.

Und an der Ostflanke wird eine Stolperdraht-Mission in Litauen erfüllt.

General Domröse war ein NATO-Kommandeur, ein Pragmatiker.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 15:04

DarkLightbringer hat geschrieben:(08 Jan 2018, 14:38)

Wie lässt man den Brand ausgehen - in dem man dem Angreifer beisteht ?

Bestimmt nicht durch Anhäufen weiteren Brennmaterials. Vielleicht durch UNO-Truppen im Kampfgebiet +-50 km um die Kampflinie.
Das tut er ja, wird auch in regelmässigen Abständen debattiert.

So muß das auch sein.

Operationen an der Südflanke: Darfur, Südsudan, Afghanistan, Mittelmeer, Mali, Irak und natürlich "Counter Daesh" im Rahmen der westlich-arabischen Allianz.

Und an der Ostflanke wird eine Stolperdraht-Mission in Litauen erfüllt.

Ich bevorzuge doch mehr Trennschärfe: Der Einsatz in Litauen erfüllt eine NATO-Vereinbarung. Der in Afghanistan zumindest anfänglich auch. Schwer, sich daraus wieder zu befreien!

Der Einsatz in Irak/Syrien ist ein Freundschaftsdienst zur Entlastung Frankreichs nach den Terrorakten des IS in Paris. Geht jetzt von Jordanien aus weiter.

Die Teilnahme an Flügen mit AWACS ist eine NATO-Mission in der Türkei.

Einsätze in Afrika sind UNO-Einsätze; im Sahelgebiet inzwischen auch, nachdem zuerst Frankreich entlastet werden sollte, um französische Truppen für den Einsatz in Irak/Syrien gegen den IS frei zu setzen.

So aufgelöst erhalten Bundeswehreinsätze ein ganz anderes Gesicht.

Ganz klar muß die Bundeswehr ertüchtigt werden in Mannschaften und Material; die enge Zusammenarbeit mit Frankreich bietet sich an, über bestehende Verträge und Absichten hinaus.
General Domröse war ein NATO-Kommandeur, ein Pragmatiker.

Will ich gern glauben. Hilft aber nichts: Verantwortliche Entscheidungen fällt der Bundestag.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 8. Jan 2018, 15:42

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2018, 15:04)

Bestimmt nicht durch Anhäufen weiteren Brennmaterials. Vielleicht durch UNO-Truppen im Kampfgebiet +-50 km um die Kampflinie.
Und wenn der Aggressor nunmal keine Lust darauf hat, sich kontrollieren oder Nachschubwege abschneiden zu lassen?

Wie Gauck das so schön diplomatisch formulieren konnte, ein Nicht-Handeln ist letztlich auch ein Handeln und wenn man weg sieht, stellt er rhetorisch die Frage anheim, ob denn dann alles gleich bliebe wie bisher.

Stellen Sie sich vor, und das ist jetzt nicht gerade weit hergeholt, Sie sind Bürgermeister einer mittleren Hafenstadt, eine Komplett-Evakuierung schließt sich aus, Sie hören bereits Artillerie-Geschosse und wissen, in den nächsten 4 Stunden rückt eine Kolonne Panzer an samt unfreundlicher Infanterie. Sie müssen damit rechnen, dass es zahllose Tote und Verletzte geben wird - allein schon durch den Fernbeschuß kommt es zu Verletzten. Dann rufen Sie irgendwo an und hoffen darauf, dass jemand mit genügend "Brennmaterial" kommt, um die Angreifer zu vertreiben - oder nicht?

So muß das auch sein.
Nicht selten stimmen AfD und Linke gegen solche Einsätze. Aber das sei nur nebenbei erwähnt.

Ich bevorzuge doch mehr Trennschärfe: Der Einsatz in Litauen erfüllt eine NATO-Vereinbarung. Der in Afghanistan zumindest anfänglich auch. Schwer, sich daraus wieder zu befreien! Der Einsatz in Irak/Syrien ist ein Freundschaftsdienst zur Entlastung Frankreichs nach den Terrorakten des IS in Paris. Geht jetzt von Jordanien aus weiter. Die Teilnahme an Flügen mit AWACS ist eine NATO-Mission in der Türkei. Einsätze in Afrika sind UNO-Einsätze; im Sahelgebiet inzwischen auch, nachdem zuerst Frankreich entlastet werden sollte, um französische Truppen für den Einsatz in Irak/Syrien gegen den IS frei zu setzen. So aufgelöst erhalten Bundeswehreinsätze ein ganz anderes Gesicht.
Ganz klar muß die Bundeswehr ertüchtigt werden in Mannschaften und Material; die enge Zusammenarbeit mit Frankreich bietet sich an, über bestehende Verträge und Absichten hinaus.
Welche Fähnchen und Standarten die Jungs und Mädels mit sich herum tragen, ist relativ sekundär. Es gibt Felder, die schwierig sind und solche, die einfacher sind.
Und "Counter Daesh" ist schon mehr als ein kleines Mitbringsel, oder besser gesagt, die übergreifende Op. Inherent Resolve ist eine sehr wichtige Präsenz, gemeinsam mit den westlichen und arabischen Partnern.
Bunte Fähnchen sind gut, Ergebnisse sind besser.
Aber selbstverständlich kann jeder Heimkehrer meinethalben einen pfannkuchengroßen Orden bekommen, in blau, grün, gelb, silber oder gold und mit Wunschwidmung.

Will ich gern glauben. Hilft aber nichts: Verantwortliche Entscheidungen fällt der Bundestag.
Die dort versammelten Politologen und Theologen werden teils beraten, das Kanzleramt wird praktisch mit einem Lagebild rundum versorgt.

Kurzum, wir brauchen alle Partner, die wir kriegen können, in tradierten Formen wie auch in Ad-Hoc-Koalitionen. Und zwar nicht zum Spaße, sondern für Zielprojekte, die sich am Bedarf messen. Sicherheit, Handel und Freiheit sind für jeden Stabilitätsraum unverzichtbar.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 16:07

DarkLightbringer hat geschrieben:(08 Jan 2018, 15:42)

Und wenn der Aggressor nunmal keine Lust darauf hat, sich kontrollieren oder Nachschubwege abschneiden zu lassen?

Wie Gauck das so schön diplomatisch formulieren konnte, ein Nicht-Handeln ist letztlich auch ein Handeln und wenn man weg sieht, stellt er rhetorisch die Frage anheim, ob denn dann alles gleich bliebe wie bisher.

Stellen Sie sich vor, und das ist jetzt nicht gerade weit hergeholt, Sie sind Bürgermeister einer mittleren Hafenstadt, eine Komplett-Evakuierung schließt sich aus, Sie hören bereits Artillerie-Geschosse und wissen, in den nächsten 4 Stunden rückt eine Kolonne Panzer an samt unfreundlicher Infanterie. Sie müssen damit rechnen, dass es zahllose Tote und Verletzte geben wird - allein schon durch den Fernbeschuß kommt es zu Verletzten. Dann rufen Sie irgendwo an und hoffen darauf, dass jemand mit genügend "Brennmaterial" kommt, um die Angreifer zu vertreiben - oder nicht?

Ach, das führt jetzt doch zu nichts!
Nicht selten stimmen AfD und Linke gegen solche Einsätze. Aber das sei nur nebenbei erwähnt.

2/3 Mehrheit ist gesichert... noch.
Welche Fähnchen und Standarten die Jungs und Mädels mit sich herum tragen, ist relativ sekundär. Es gibt Felder, die schwierig sind und solche, die einfacher sind.
Und "Counter Daesh" ist schon mehr als ein kleines Mitbringsel, oder besser gesagt, die übergreifende Op. Inherent Resolve ist eine sehr wichtige Präsenz, gemeinsam mit den westlichen und arabischen Partnern.
Bunte Fähnchen sind gut, Ergebnisse sind besser.
Aber selbstverständlich kann jeder Heimkehrer meinethalben einen pfannkuchengroßen Orden bekommen, in blau, grün, gelb, silber oder gold und mit Wunschwidmung.

Manchmal ist weniger am Ende mehr.

Die dort versammelten Politologen und Theologen werden teils beraten, das Kanzleramt wird praktisch mit einem Lagebild rundum versorgt.

Sie meinen also, daß der Bundestag blind über Kampfeinsätze entscheidet? Das wäre ganz schlecht!
Kurzum, wir brauchen alle Partner, die wir kriegen können, in tradierten Formen wie auch in Ad-Hoc-Koalitionen. Und zwar nicht zum Spaße, sondern für Zielprojekte, die sich am Bedarf messen. Sicherheit, Handel und Freiheit sind für jeden Stabilitätsraum unverzichtbar.

Da ist ja für jeden 'was drin; eine Wundertüte! Ich bin da mehr für den soliden zeitgemäßen Ausbau unserer Streitkräfte. Dann kann man vielleicht etwas vernünftiger sehen, wo Wirkung zu erzielen ist, und wo man sich besser heraus hält.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 8. Jan 2018, 17:12

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2018, 16:07)

Ach, das führt jetzt doch zu nichts!
Sie meinen, Brennstoff soll es nur für Franzosen und Deutsche geben. Und das am besten in einem Schlemmerlokal von Colmar.
German Gemütlichkeit ist weltberühmt.

2/3 Mehrheit ist gesichert... noch.
Die Republik ist sicher.

Manchmal ist weniger am Ende mehr.
Wenn Sie die Verteidigungslinien ins eigene Wohnzimmer verlegen wollen, haben Sie womöglich weder Fähnchen noch Böller zur Hand.
Den meisten Zivilisten wird es aber lieber sein, wenn ein pragmatischer General sagt: "More Bang for the Buck". Die heimischen Marktplätze sind nicht ideal für diese Art der Auseinandersetzung.

Sie meinen also, daß der Bundestag blind über Kampfeinsätze entscheidet? Das wäre ganz schlecht!
Die haben ihre Leute, wissen aber nicht selbst, wie man einen Motor baut.

Da ist ja für jeden 'was drin; eine Wundertüte! Ich bin da mehr für den soliden zeitgemäßen Ausbau unserer Streitkräfte. Dann kann man vielleicht etwas vernünftiger sehen, wo Wirkung zu erzielen ist, und wo man sich besser heraus hält.

Nur keine Müdigkeit vorschützen. Das Zeug wird nebenher gebaut, gewartet, entwickelt. Wie sagte die Kanzlerin so schön - die Welt wartet nicht auf uns.

Aber die genannte Formel ist gut, vielleicht lässt sie sich kürzer fassen: Reihen schließen, Zielen, Messen, Handeln. Join the Alliance, enjoy the Freedom.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 18:33

DarkLightbringer hat geschrieben:(08 Jan 2018, 17:12)

Sie meinen, Brennstoff soll es nur für Franzosen und Deutsche geben. Und das am besten in einem Schlemmerlokal von Colmar.
German Gemütlichkeit ist weltberühmt.

Die Republik ist sicher.

Wenn Sie die Verteidigungslinien ins eigene Wohnzimmer verlegen wollen, haben Sie womöglich weder Fähnchen noch Böller zur Hand.
Den meisten Zivilisten wird es aber lieber sein, wenn ein pragmatischer General sagt: "More Bang for the Buck". Die heimischen Marktplätze sind nicht ideal für diese Art der Auseinandersetzung.

Die haben ihre Leute, wissen aber nicht selbst, wie man einen Motor baut.


Nur keine Müdigkeit vorschützen. Das Zeug wird nebenher gebaut, gewartet, entwickelt. Wie sagte die Kanzlerin so schön - die Welt wartet nicht auf uns.

Aber die genannte Formel ist gut, vielleicht lässt sie sich kürzer fassen: Reihen schließen, Zielen, Messen, Handeln. Join the Alliance, enjoy the Freedom.


Klar, erst schießen, dann fragen. Planvoll geht anders.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 8. Jan 2018, 21:35

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2018, 18:33)

Klar, erst schießen, dann fragen. Planvoll geht anders.

Erschießen lassen und Rückzug planen. Originell zwar, wird aber vielen Zivilisten nicht ganz gefallen, fürchte ich.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 21:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(08 Jan 2018, 21:35)

Erschießen lassen und Rückzug planen. Originell zwar, wird aber vielen Zivilisten nicht ganz gefallen, fürchte ich.

In dem Zusammenhang: "Der Krieg der Knöpfe" vermittelt einige Erkenntnisse zum Thema.

Die Stärke des potentiellen Gegners vorsichtig einschätzen und eigene Kräfte aufbauen. Das ist planvolles Vorgehen. Andere sollen sich gern in Abenteuer verwickeln lassen. Die Polen sind derzeit so stumm. Die Regierung baut wohl das Kabinett um.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 8. Jan 2018, 22:17

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2018, 21:45)

In dem Zusammenhang: "Der Krieg der Knöpfe" vermittelt einige Erkenntnisse zum Thema.

Die Stärke des potentiellen Gegners vorsichtig einschätzen und eigene Kräfte aufbauen. Das ist planvolles Vorgehen. Andere sollen sich gern in Abenteuer verwickeln lassen. Die Polen sind derzeit so stumm. Die Regierung baut wohl das Kabinett um.

Im geschilderten Fall kam die Truppe noch rechtzeitig und schlug die Angreifer zurück, die Stadt kam zur Ruhe. Der Reporter berichtet von einem Mädchen, 12 oder 13 Jahre alt, das durch Granateneinschlag schwer verwundet worden ist. Es blieb unklar, ob das Bein amputiert werden muss.

Ich fürchte, die Erzählung von den Knöpfen wird am Kriegsverlauf nichts ändern.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 22:37

DarkLightbringer hat geschrieben:(08 Jan 2018, 22:17)

Im geschilderten Fall kam die Truppe noch rechtzeitig und schlug die Angreifer zurück, die Stadt kam zur Ruhe. Der Reporter berichtet von einem Mädchen, 12 oder 13 Jahre alt, das durch Granateneinschlag schwer verwundet worden ist. Es blieb unklar, ob das Bein amputiert werden muss.

Ich fürchte, die Erzählung von den Knöpfen wird am Kriegsverlauf nichts ändern.


Wenn man daraus nichts lernen will, dann sicher nicht.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » Di 9. Jan 2018, 00:30

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2018, 22:37)

Wenn man daraus nichts lernen will, dann sicher nicht.

Ich sehe das als Kälte und Dekadenz an. Das Beispiel mit dem kleinen Mädchen sollte das zeigen. Mit Murmeln spielen ist keine Lösung.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon H2O » Di 9. Jan 2018, 09:53

DarkLightbringer hat geschrieben:(09 Jan 2018, 00:30)

Ich sehe das als Kälte und Dekadenz an. Das Beispiel mit dem kleinen Mädchen sollte das zeigen. Mit Murmeln spielen ist keine Lösung.


Der Blickwinkel ändert sich, wenn man selbst oder die wehrfähigen Kinder für solchen Wahnsinn einstehen müssen. In Rzeczpospolita ist derzeit die große Nachdenklichkeit angesagt. Morgen wird Premierminister Morawiecki in Brüssel seine Bedenken über die EU vortragen.
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Re: Klage der EU-Kommission gegen Tschechien, Ungarn, Polen

Beitragvon DarkLightbringer » Di 9. Jan 2018, 14:37

H2O hat geschrieben:(09 Jan 2018, 09:53)

Der Blickwinkel ändert sich, wenn man selbst oder die wehrfähigen Kinder für solchen Wahnsinn einstehen müssen. In Rzeczpospolita ist derzeit die große Nachdenklichkeit angesagt. Morgen wird Premierminister Morawiecki in Brüssel seine Bedenken über die EU vortragen.

Es gibt auf beiden Seiten Wehrpflichtige, die eher ungern zur Front verlegt werden. Es gibt aber auch Rekrutierungsbüros in Russland, die nur freiwillige Abenteurer suchen. Irreguläre Banden betrachtet die Ukraine offiziell als Terroristen, der Generalstaatsanwalt ist, glaube ich, bereits 2014 aktiv geworden. Wenn man die Selbstverteidigung der Ukraine verneint, verneint man auch den Zivilschutz. Auch diesen Wahnsinn müssen Zivilisten ausbaden, darunter kInder.

Der Dissidentenspross Morawiecki gilt als geschmeidig, was das Auftreten betrifft. In der Sache hat er aber schon vorab verdeutlicht, die Justizreform Polens sei "endgültig".

Die Argumentation mag teils neuartig sein. Möglicherweise hat der diplomatisch wirkende Morawiecki ein besseres Gespür dafür, wie man mit EU-Spitzen umgehen kann. Er verweist auf Altlasten der DDR, wo nach der Wende zwei Drittel der Richter ihren Posten verloren haben. In Polen hat es eine solche Lustration in der Justiz nicht gegeben.
Denkbar ist, dass die EU-Unterhändler die Geschichte der DDR und Deutschlands besser verstehen als die polnische.

Sodann ist ja die sog. "Atombombe" selbst in Gefahr.
EU-Mehrheit gegen Polen bröckelt
Mehr noch: Auch die für die erste Stufe des Artikel-7-Verfahrens nötige Vier-Fünftel-Mehrheit scheint keineswegs sicher. Als Wackelkandidaten werden in Warschau allesamt Länder aus der Region genannt: Kroaten und Rumänen, aber auch Litauer und Letten und vielleicht die Slowaken. Man darf vermuten, dass die polnische Führung in diesen Ländern derzeit hinter den Kulissen eifrig für die eigene Sache trommelt.
https://www.tagesschau.de/ausland/polen ... i-101.html

Die Unterhändler hätten also beste Gründe, noch in letzter Minute eine Annäherung zu beschließen und die Falken in den Cool-Down-Prozess zu schicken.

Meine Haltung ist klar - den freundlichen Dialog nicht nur immer mit starken Feinden suchen, sondern auch mal mit Freunden. Für eine starke Union, die sich vom Papiertiger zu einem wichtigen und standfesten Akteur entwickelt.
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