Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

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H2O
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » So 5. Feb 2017, 23:50

Ger9374 hat geschrieben:(05 Feb 2017, 19:11)

Die NATO,die E.U alles Eckpfeiler der westlichen
Welt.Ich bin diesen Institutionen zutiefst dankbar für das was sie möglich machten.
Im Frieden und relativer Sicherheit aufwachsen
zu können, kleinen Wohlstand erreichen zu können.Und trotzdem so manches kritisieren zu dürfen.So mancher mag glauben das wir auf Militärischen Schutz oder Wirtschaftlichen anständige Voraussetzungen nicht mehr so
angewiesen sind wie vor 60 Jahren. Aber
die Welt ist nicht friedlicher geworden, unser Wohlstand wird auch kritisch gesehen!!
Wenn wir diese Eckpfeiler NATO und E.U als zu selbstverständlich sehen besteht die Gefahr sie zu verlieren.Am Ende werden wir auch bereit sein müssen diese mit Worten und Taten zu verteidigen oder zu bewahren!!


Die genannten Gefahren sind leider nicht zu übersehen. Dennoch sollten wir uns nicht irre machen lassen, sowohl die EU als auch die NATO nach Kräften zu unterstützen, bis diese Hingabe nicht mehr sinnvoll ist. Unser Land muß sich ohnehin stärker mit seiner Verteidigung befassen, als wir uns das angewöhnt haben, ob nun EU und/oder NATO oder plötzlich nichts dergleichen. Damit sollte unsere Haut gesichert sein.

Erst wenn da sämtliche Hoffnungen geschwunden sind... ja dann muß unser Land Lösungen für die längere Zukunft suchen. Aber bis dahin sollte unser Land das Getreueste der Getreuen bleiben. Wir laufen nämlich Gefahr über Zukunftsprojekte nach dem Scheitern zu spekulieren, und allein dadurch kann die gegenwärtige Gemeinschaft gestört werden und Mißtrauen wachsen.
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Ger9374
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Mo 6. Feb 2017, 11:38

Habe heute im Focus mehrere Gastbeiträge von
Luke gelesen dem Ex Afd Vorsitzenden. Zur E.U
Griechenland, Türkei, Flüchtlinge. Die haben ihm
da eine ganz schöne Plattform gegeben.Doof ist er wohl wirklich nicht aber hat halt seine Sicht.
Ist wohl Focus Online Experte
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Ger9374
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Mo 6. Feb 2017, 13:47

Habe heute was über Target und das im Zusammenhang mit Deutschland und seinen
€uropartner gelesen. Zuerst verwirrt, dann interessiert geworden.Da schweben ja ganz schön
Summen umher. Wie ungedeckte Schecks im
Hunderte Milliarden Bereich.So gesehen als Otto
Normal Verbraucher behaupte ich Deutschland
kann sich ein Scheitern des €uroraumes kaum
leisten. Aber so kann es nicht auf Dauer weiterlaufen.Das als Verfechter des €uroraums
ist sehr irritierend.Kann ein Wirtschaftler ohne
Rote Brille das vielleicht besser erklären, oder ist
die Situation wirklich so verfahren!!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 6. Feb 2017, 20:35

Tja, vielleicht doch Atomwaffen? Die Polen überraschen mich zuletzt immer wieder. Zuerst Tusk, der Trump und Putin Paroli bieten will und jetzt Kaczynski.

Polen

Kaczynski wünscht sich Europa als atomare "Supermacht"

Wie soll sich die EU zwischen USA und Russland behaupten? Jaroslaw Kaczynski, der Chef von Polens Regierungspartei, hat eine Idee: europäische Atomwaffen.

Europa steht unter Druck: Im Inneren arbeiten Rechts- und Linkspopulisten am Zerfall der EU, im Osten geht Kreml-Chef Wladimir Putin regelmäßig auf Konfrontationskurs zu Brüssel. Und im Westen? Seit Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten gilt nicht einmal mehr die Zukunft der Nato als in Stein gemeißelt.

Was tun? Geht es nach Polens Ex-Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski, muss die Europäische Union aufrüsten - und zwar gewaltig. Er würde die Idee einer atomaren "Supermacht" Europa begrüßen, sagte der Vorsitzende der Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Allerdings müsste man dafür "zu gewaltigen Ausgaben bereit sein", und das sehe er nicht, so Kaczynski. "Eine eigene Atommacht müsste mit Russland mithalten können."

Am Dienstag reist Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gesprächen nach Warschau, wo sie auch auf Kaczynski trifft. Dieser hat zwar kein Staatsamt inne, gilt aber als politischer Strippenzieher im Land. Während Merkels Besuch in Polen soll es auch um die Zukunft der EU gehen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/p ... 33429.html


Wer bleibt als ernstzunehmende Macht in Europa übrig? GB ist weg. Frankreich und Deutschland. Wenn Paris Le Pen bedeuten sollte, ist das auch erledigt. Bleibt wer?

Bleibt in der westlichen Welt noch einer. Genauer gesagt: eine.

Ein Lieblingsfeind nach dem anderen fällt aus

Chefpropagandist Kisseljow jedenfalls ist neuerdings besonders schlecht auf die Bundeskanzlerin zu sprechen. Donald Trump werde ihr "den deutschen Hochmut austreiben", frohlockte er, und vergangenen Sonntagabend widmete er ihr einen ausführlichen Beitrag voll ausgesuchter Fiesheiten. Seit Trumps Amtsantritt sehe die Bundeskanzlerin plötzlich sehr alt aus, das meine er natürlich nur politisch, haha, aus der Mode sozusagen.

"Wenn man sich ihre Politik näher anschaut, dann kann man leicht die alte deutsche These vom fehlenden Lebensraum erkennen." Um ihn zu erweitern, habe Merkels Deutschland die Ukraine "buchstäblich verschlucken wollen". Mit Hitler ist die Bundeskanzlerin im russischen Staatsfernsehen bisher selten verglichen worden, und auch von "Lebensraum" war in Bezug auf deutsche Politik selten die Rede.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 33123.html


Egal, wie man es dreht und wendet. Die Komfortzone, die Checkbuchdiplomatie ist vorbei. Europa muß erwachsen werden. In der Außenpolitik. Auch, wenn Trump spätestens nach 8 Jahren gehen muß (falls er Ermächtigungsgesetze nicht durchdrücken konnte oder einen dynastischen Führungswechsel), stehen die Zeichen der Zeit. Trump wird Entwicklungen freisetzen, die schon absehbar waren und noch viel stärker beschleunigen. Auch, wenn er wieder weg ist, wird es nicht "so weitergehen können". GB wird auch nicht wiederkommen. Wenn Brüssel Pech hat, werden eher noch mehr gehen.

Ob die Transatlantik-Partnerschaft so, wie in den letzten Jahrzehnten weiterlaufen wird? Ich bezweifle das ernsthaft. Die EU muß ein neues Gravitationszentrum werden. Falls es gelingt ein "Kerneuropa" instabil zu machen, wenn Frankreich oder die Niederlande abspringen, wird Europa die Spielwiese diverser Mächte und Machtblöcke werden können. Oder hilfloser Entwicklungen gegenüber.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mo 6. Feb 2017, 22:16

Ger9374 hat geschrieben:(06 Feb 2017, 13:47)

Habe heute was über Target und das im Zusammenhang mit Deutschland und seinen
€uropartner gelesen. Zuerst verwirrt, dann interessiert geworden.Da schweben ja ganz schön
Summen umher. Wie ungedeckte Schecks im
Hunderte Milliarden Bereich.So gesehen als Otto
Normal Verbraucher behaupte ich Deutschland
kann sich ein Scheitern des €uroraumes kaum
leisten. Aber so kann es nicht auf Dauer weiterlaufen.Das als Verfechter des €uroraums
ist sehr irritierend.Kann ein Wirtschaftler ohne
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die Situation wirklich so verfahren!!


Ich möchte Sie in Ihrem Wunsch bestärken. Wir Wähler (am 24. September 2017 werden wir doch befragt!) sollen ein Parlament wählen, das uns eine klare Antwort auf den Stand unseres Währungssystems und unserer deutschen Verpflichtungen schuldig bleibt. Sie sind zu Recht zutiefst beunruhigt über andeutungsweise vorhandene Verbindlichkeiten unseres Gemeinwesens, die irgendwann dem deutschen Steuerzahler vorgelegt werden. Von wem denn, bitteschön, wieviel denn, und wie soll das dann ablaufen? Ich finde, daß wir Wähler wissen sollten, welche Politik wir in dieser Sache ermöglichen oder verhindern sollen. Nur den lächelnden Gesichtern vertrauen, das ist wohl doch keine Entscheidungsgrundlage!

Ich wünsche mir... in Übereinstimmung mit dem Thema des Strangs... einen Überblick über die politischen Vorteile und Nachteile, die uns Deutschen und uns EU-Bürgern durch die undurchsichtigen Umschichtungen zur Staatsfinanzierung in etlichen Partnerstaaten der EU aufgeladen werden. Unsere europäischen Partner dürften sich ähnliche Aufklärung wünschen! Aber hier sind für uns jetzt erst einmal die Bewerber um die politische Gestaltung unseres Landes dran... Herr Schulz, Herr Schäuble, lassen Sie die komplizierte Wahrheit heraus!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mo 6. Feb 2017, 22:30

King Kong 2006 hat geschrieben:(06 Feb 2017, 20:35)

Tja, vielleicht doch Atomwaffen? Die Polen überraschen mich zuletzt immer wieder. Zuerst Tusk, der Trump und Putin Paroli bieten will und jetzt Kaczynski.



Wer bleibt als ernstzunehmende Macht in Europa übrig? GB ist weg. Frankreich und Deutschland. Wenn Paris Le Pen bedeuten sollte, ist das auch erledigt. Bleibt wer?



Egal, wie man es dreht und wendet. Die Komfortzone, die Checkbuchdiplomatie ist vorbei. Europa muß erwachsen werden. In der Außenpolitik. Auch, wenn Trump spätestens nach 8 Jahren gehen muß (falls er Ermächtigungsgesetze nicht durchdrücken konnte oder einen dynastischen Führungswechsel), stehen die Zeichen der Zeit. Trump wird Entwicklungen freisetzen, die schon absehbar waren und noch viel stärker beschleunigen. Auch, wenn er wieder weg ist, wird es nicht "so weitergehen können". GB wird auch nicht wiederkommen. Wenn Brüssel Pech hat, werden eher noch mehr gehen.

Ob die Transatlantik-Partnerschaft so, wie in den letzten Jahrzehnten weiterlaufen wird? Ich bezweifle das ernsthaft. Die EU muß ein neues Gravitationszentrum werden. Falls es gelingt ein "Kerneuropa" instabil zu machen, wenn Frankreich oder die Niederlande abspringen, wird Europa die Spielwiese diverser Mächte und Machtblöcke werden können. Oder hilfloser Entwicklungen gegenüber.



Nein, diese Leute drehen an Rädern, die andere für sie in Schwung bringen müßten. Mein Vorschlag: Deutschland bringt jetzt erst einmal seine Verteidigungsfähigkeit auf den Stand, den Deutschland seit Jahren schon erreicht haben sollte. Dann können wir in geduldiges Abwarten verfallen, welche Wege unsere Partner in der EU denn gehen wollen. Dabei selbstverständlich immer klar machen, daß wir Deutschen in der EU und in der NATO die Gemeinsamkeit suchen und eine vertiefte Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn, natürlich auf Gegenseitigkeit. Uns Deutschen tut in dieser Zeit bestimmt niemand etwas.

Wir wären als Mittelmacht ja wahnsinnig, uns auf solche Hirngespinste à la Kaczyński ein zu lassen, die uns unmittelbar einer tödlichen Bedrohung aussetzen würden!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Mo 6. Feb 2017, 23:25

H2O hat geschrieben:(06 Feb 2017, 22:30)

Nein, diese Leute drehen an Rädern, die andere für sie in Schwung bringen müßten. Mein Vorschlag: Deutschland bringt jetzt erst einmal seine Verteidigungsfähigkeit auf den Stand, den Deutschland seit Jahren schon erreicht haben sollte. Dann können wir in geduldiges Abwarten verfallen, welche Wege unsere Partner in der EU denn gehen wollen. Dabei selbstverständlich immer klar machen, daß wir Deutschen in der EU und in der NATO die Gemeinsamkeit suchen und eine vertiefte Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn, natürlich auf Gegenseitigkeit. Uns Deutschen tut in dieser Zeit bestimmt niemand etwas.

Wir wären als Mittelmacht ja wahnsinnig, uns auf solche Hirngespinste à la Kaczyński ein zu lassen, die uns unmittelbar einer tödlichen Bedrohung aussetzen würden!



Die Brüder Kaczynski waren nie Deutschlands
Freunde, sie und ihre Partei Stufe ich nicht als
Europäer der Überzeugung sondern des Nutzens
ein.Der verbliebene Bruder ist etwas leiser geworden trotzdem im Auge zu behalten .
Atomwaffen und Sicherheitsrelevante Veränderungen in der E.U sind im Moment
einfach nur von den Gründerstaaten ernsthaft
und ohne üblen Nachgeschmack denkbar.
Vergessen wir nicht was da in polen von dem
Streit mit den Posten beim höchsten Gericht Polens, bis medienkontrolle, einer Aufstellung einer Art Miliz ect. Alles ablief.Echte Demokratie
wird anders gelebt.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mo 6. Feb 2017, 23:50

Ger9374 hat geschrieben:(06 Feb 2017, 23:25)

Die Brüder Kaczynski waren nie Deutschlands
Freunde, sie und ihre Partei Stufe ich nicht als
Europäer der Überzeugung sondern des Nutzens
ein.Der verbliebene Bruder ist etwas leiser geworden trotzdem im Auge zu behalten .
Atomwaffen und Sicherheitsrelevante Veränderungen in der E.U sind im Moment
einfach nur von den Gründerstaaten ernsthaft
und ohne üblen Nachgeschmack denkbar.
Vergessen wir nicht was da in polen von dem
Streit mit den Posten beim höchsten Gericht Polens, bis medienkontrolle, einer Aufstellung einer Art Miliz ect. Alles ablief.Echte Demokratie
wird anders gelebt.


Hilft nichts, sich einen Watschenmann zu suchen; hier also den polnischen Kaczor. Halten wir Polen gegenüber freundlichen Abstand und machen wir Deutschen unser Ding nach unseren Vorstellungen innerhalb der NATO. Nuklearwaffen bringen unserem Lande keine Sicherheit; uns Deutschen tut niemand etwas, wenn wir unsere ganz gewöhnliche Verteidigung auf einen zeitgemäßen Stand bringen. Das wird allerdings wirklich Zeit; genug gepennt!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wähler » Di 7. Feb 2017, 06:21

Ger9374 hat geschrieben:(06 Feb 2017, 13:47)
Habe heute was über Target und das im Zusammenhang mit Deutschland und seinen
€uropartner gelesen. Zuerst verwirrt, dann interessiert geworden.Da schweben ja ganz schön
Summen umher. Wie ungedeckte Schecks im
Hunderte Milliarden Bereich.So gesehen als Otto
Normal Verbraucher behaupte ich Deutschland
kann sich ein Scheitern des €uroraumes kaum
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ist sehr irritierend.Kann ein Wirtschaftler ohne
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https://www.nzz.ch/finanzen/mario-dragh ... -ld.142461
NZZ 29. Januar 2017 Teurer Abschied vom Euro
Während Frankreich mit einem negativen Saldo von rund 30 Mrd. € (Ende November 2016) relativ überschaubare Verpflichtungen hat, steht Italien mit einem Minus von 363 Mrd. € deutlich tiefer in der Kreide. Auch Spanien hat einen sehr hohen absoluten Saldo (minus 330 Mrd. €).

Bei diesen Salden handelt es sich um Zentralbankgeld. Target 2 spiegelt wider, wie die sogenannte Geldmenge 0 der EZB über die Banken der Euro-Zone verteilt ist. Wichtiger ist aber der ESM, weil er für den Ausfall von ESM-Staatsanleihen der einzelnen Euro-Länder bürgt. Scheidet ein Land, zum Beispiel Frankreich, aus, müssen die anderen Länder den Bürgschaftsanteil des ausgeschiedenen Landes übernehmen, vor allem auch gegenüber den Gläubigern außerhalb des Euro. Dabei handelt es sich um Geldwerte aus dem Giralgeldkreislauf zwischen Banken und Nichtbanken. Während Zentralbanken bei genügend Devisenreserven auch mit negativem Eigenkapital operieren können, könnte es bei den ESM-Staatsanleihen womöglich zu einem Schuldenschnitt, zum Beispiel bei Griechenland, kommen. Deutschland muss theoreitsch in den ESM bis zu einer Höhe von 190 Milliarden Euro Eigenkapital nachschießen. Der ESM darf nicht mit negativem Eigenkapital operieren.
siehe auch:
https://www.godmode-trader.de/artikel/k ... en,4691836
siehe auch:
http://www.dw.com/de/esm-eine-tarnfirma ... a-37173290
Zuletzt geändert von Wähler am Mi 8. Feb 2017, 14:15, insgesamt 1-mal geändert.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Europa2050 » Di 7. Feb 2017, 08:58

Ger9374 hat geschrieben:(06 Feb 2017, 23:25)

Die Brüder Kaczynski waren nie Deutschlands
Freunde, sie und ihre Partei Stufe ich nicht als
Europäer der Überzeugung sondern des Nutzens
ein.Der verbliebene Bruder ist etwas leiser geworden trotzdem im Auge zu behalten .
Atomwaffen und Sicherheitsrelevante Veränderungen in der E.U sind im Moment
einfach nur von den Gründerstaaten ernsthaft
und ohne üblen Nachgeschmack denkbar.
Vergessen wir nicht was da in polen von dem
Streit mit den Posten beim höchsten Gericht Polens, bis medienkontrolle, einer Aufstellung einer Art Miliz ect. Alles ablief.Echte Demokratie
wird anders gelebt.


Ich denke, du vermischt da zwei Dinge.

Innenpolitisch gebe ich dir völlig recht, da sind die Masnahmen der PiS untragbar. Da dies auch in der EU und Deutschland so gesehen wird, gibt es da auch Konfliktpotential.

Aussenpolitisch fährt Kaczynski aber den gleichen - durch Juliusz Mieroszewski geprägten Kurs, wie seine Vorgänger seit 1989:
- Partnerschaft mit Deutschland,
- Rückversicherung bei USA, aber nicht ausschließlich
- Stärkung der östlichen Nachbarn Ukraine, Litauen, Belarus - trotz belasteter Geschichte und unter Aufgabe revisionistischer Forderungen.
- Isolation Russlands

Dazu braucht er eine starke EU mit einer starken Führungsmacht Deutschland, er will nur nicht, dass sie ihm in die innen (und Flüchtlings-) Politik reinredet.

In wie weit wir uns darauf einlassen oder nicht ist Frage des Vertretens gemeinsamer Werte, aber ein Polexit ist auch in den Kreisen der PiS undenkbar, wie auch ein allgemeines nationslistisches Keilen gegen Deutschland.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 7. Feb 2017, 14:42

Kann Polen eine mögliche Alternative oder Ergänzung der Achse Deutschland-Frankreich sein? Merkel checkt das bei ihrem Besuch im zweitgrößten Nachbarn Deutschlands.

Beim Wegfall Frankreichs durch einen Wahlsieg Le Pens wäre es eine Option. Ansonsten Ergänzung. Polen emanzipiert sich von den USA. Unter Trump realistisch. Er hat Augen für Putin und hält die NATO für eine lame duck. Polen braucht einen starken Buddy. Berlin auch.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 9. Feb 2017, 07:43

Was bleibt auch anderes übrig?

Wolfgang Schäuble bei "Maischberger"

"Zur Not eben ohne die USA"

http://www.spiegel.de/kultur/tv/wolfgan ... 33769.html
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon unity in diversity » Do 9. Feb 2017, 09:14

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 Feb 2017, 07:43)

Was bleibt auch anderes übrig?

Sollten die desintegrativen Nationalisten in Europa Wahlsiege einfahren, rechne ich mit geänderten Bedingungen auf den Rohstoffmärkten.
Die einheitlichen Weltmarktpreise könnten regional "angepaßt" werden.
Das Familienunternehmen Trump hat sich überall rein plaziert, wo man Preise macht.
So wird lästige Konkurrenz ausgebootet.
Das sollte sich der führende, europäische Desintegrator schon mal ins Stammbuch schreiben.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Fr 10. Feb 2017, 10:33

King Kong 2006 hat geschrieben:(07 Feb 2017, 14:42)

Kann Polen eine mögliche Alternative oder Ergänzung der Achse Deutschland-Frankreich sein? Merkel checkt das bei ihrem Besuch im zweitgrößten Nachbarn Deutschlands.

Beim Wegfall Frankreichs durch einen Wahlsieg Le Pens wäre es eine Option. Ansonsten Ergänzung. Polen emanzipiert sich von den USA. Unter Trump realistisch. Er hat Augen für Putin und hält die NATO für eine lame duck. Polen braucht einen starken Buddy. Berlin auch.




E.U ohne Frankreich, Griechenland wieder am näher am Brexit. Polen als eventueller Ersatz für
Frankreich. Dann lieber Polen, Frankreich, Deutschland. Frankreich als Ansprechpartner der Südeuropäer, Polen für die Osteuropäer, Deutschland für Nordeuropa und den Rest.
Das hat was!!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 10. Feb 2017, 11:01

Ger9374 hat geschrieben:(10 Feb 2017, 10:33)

E.U ohne Frankreich, Griechenland wieder am näher am Brexit. Polen als eventueller Ersatz für
Frankreich. Dann lieber Polen, Frankreich, Deutschland. Frankreich als Ansprechpartner der Südeuropäer, Polen für die Osteuropäer, Deutschland für Nordeuropa und den Rest.
Das hat was!!


Wäre ein Plan.

Die Frage bei Polen wäre, wie substantiell sie sich als Europäer verstehen. Wohl gemerkt, nicht als Ersatz für eine nationale Identität. Das halte ich für gefährlich. Auch für Deutschland. Frankreich wäre für so etwas ohnehin nicht zu haben. Aber als eine wichtige Rolle in ihrem Selbstverständnis. Wenn Polen nur zweckgebunden näher an "Kerneuropa" heranrutscht. Weil es dort wärmer ist, Russland im Osten ist und die USA (mit oder ohne Trump) sich aus ihrer bisherigen Rolle herausziehen, zuerst Nahost, jetzt noch tiefer aus ihrer Verteidigungslinie, sprich Europa, dann ist das eine schlechte Basis. Weil Warschau sich das wieder bei anderer Gelegenheit eben anders überlegen könnte. Das muß schon sicher und zuverlässig sein.

Die Rolle Russlands zur EU ist interessant. Das könnte man bei anderer Gelegenheit näher betrachten. Zu einer "NEW EU". Russland verstand und trat stets als Bewahrer alter konservativer Werte auf. Auch missionarisch in Europa. Interessant zu beobachten in der Ära Napoleons. Das macht heute noch Eindruck auf viele "Rechte". Das hat auch das Selbstverständnis Russlands tief geprägt. Als eine Art Bollwerk.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » So 12. Feb 2017, 15:09

Ist doch schonmal eine klare Ansage. Wenn auch diplomatisch ausgedrückt.

In seiner Antrittsrede als Bundespräsident hat Steinmeier betont, dass er seine Rolle auch als Mutmacher sehe. Er wolle sich bemühen, über Parteigrenzen hinweg Vertrauen aufzubauen. In stürmischen Zeiten, in denen die Welt aus den Fugen zu geraten scheine, komme es auf den "Kitt der Gesellschaft" an. Deutschland werde weltweit als Anker der Hoffnung angesehen. "Wenn das Fundament anderswo wackelt, dann müssen wir umso fester zu diesem Fundament stehen", mahnte Steinmeier. "Lasst uns mutig sein. Dann ist mir um die Zukunft nicht bange."

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 34188.html


Deutschland der Kern der EU, das Fundament. Wenn man es passiv ausdrückt, daß viele "weltweit" Deutschland mit Hoffnung ansehen, klingt es besser, als das Deutschland wieder eine Führungsrolle übernehmen wird/muß.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » So 12. Feb 2017, 17:04

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Feb 2017, 15:09)

Ist doch schonmal eine klare Ansage. Wenn auch diplomatisch ausgedrückt.



Deutschland der Kern der EU, das Fundament. Wenn man es passiv ausdrückt, daß viele "weltweit" Deutschland mit Hoffnung ansehen, klingt es besser, als das Deutschland wieder eine Führungsrolle übernehmen wird/muß.


Die große europäische Aufgabe bleibt wohl, ein gemeinschaftliches Ziel zu benennen und dafür möglichst schnell möglichst viele Gleichgesinnte zu gewinnen. 27 Gleichgesinnte... wer's glaubt...
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » So 12. Feb 2017, 18:50

H2O hat geschrieben:(12 Feb 2017, 17:04)

Die große europäische Aufgabe bleibt wohl, ein gemeinschaftliches Ziel zu benennen und dafür möglichst schnell möglichst viele Gleichgesinnte zu gewinnen. 27 Gleichgesinnte... wer's glaubt...


Theoretisch müsste man die EU neu erfinden oder definieren. Oder ergänzen bzw. transformieren. Das ist wenig wahrscheinlich.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » So 12. Feb 2017, 19:54

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Feb 2017, 18:50)

Theoretisch müsste man die EU neu erfinden oder definieren. Oder ergänzen bzw. transformieren. Das ist wenig wahrscheinlich.


Die EU muß nicht neu erfunden werden; die Verträge von Maastricht und Lissabon gibt es doch. Wenn man eine staatenähnliche Gemeinschaft bilden will, dann sind diese Ziele dort vorgezeichnet. Wenn man sie nicht bilden will... warum dann "neu erfinden"? Der EFTA beitreten: Die hatte dieses Ziel damals nicht!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » So 12. Feb 2017, 21:57

H2O hat geschrieben:(12 Feb 2017, 19:54)

Die EU muß nicht neu erfunden werden; die Verträge von Maastricht und Lissabon gibt es doch. Wenn man eine staatenähnliche Gemeinschaft bilden will, dann sind diese Ziele dort vorgezeichnet. Wenn man sie nicht bilden will... warum dann "neu erfinden"? Der EFTA beitreten: Die hatte dieses Ziel damals nicht!


Eine staatenähnliche Gemeinschaft läuft Gefahr national in Wahlen abgewatscht zu werden. Siehe Le Pen, Brexit, Afd, Wilders, Griechenlandkrise usw. Ob das Zukunft hat ist unsicher.
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