Quo Vadis, Europa?

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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Senexx » Fr 2. Feb 2018, 12:19

Eiskalt hat geschrieben:(02 Feb 2018, 11:57)

DIe FDP ist immer noch für Europa nur nicht für eine so große Umverteilung.
Geld für Europa ist ja ok aber es muss auch was passieren.
Natürlich haben die Länder die zahlen auch einen Anspruch zu schauen was mit dem Geld passiert.

Diese Regierungsparteien schmeissen mit dem Geld rum das es kracht.
Die jüngere Generation wird das ausbaden müssen.

Das Absurde an dieser Situation ist ja, dass die Politik, die Schulz hier in Bezug auf Europa durchsetzt, eindeutig zu Lasten der "kleinen Leute" geht, früher einmal auch die Klientel der SPD. Das Ergebnis wird sein, dass die Radikalisierung rechts- und links wächst, die SPD weiter verliert.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Eiskalt » Fr 2. Feb 2018, 12:21

Senexx hat geschrieben:(02 Feb 2018, 12:19)

Das Absurde an dieser Situation ist ja, dass die Politik, die Schulz hier in Bezug auf Europa durchsetzt, eindeutig zu Lasten der "kleinen Leute" geht, früher einmal auch die Klientel der SPD. Das Ergebnis wird sein, dass die Radikalisierung rechts- und links wächst, die SPD weiter verliert.


Ja die CDU nimmer die Linie und den Platz der SPD ein.
Rechts der Mitte bleibt dann nur die FDP oder die AfD
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Hyde » Fr 2. Feb 2018, 12:45

Emin hat geschrieben:(01 Feb 2018, 13:02)
Die politischen Reformen sind aber extrem unangenehm - sie haben der SPD ihren Stand als Volkspartei gekostet,


Die Abstimmung über Schröders Reformen erfolgte bei der Bundestagswahl 2005. Bei dieser Wahl erhielt die SPD 34%.
Der Absturz der SPD begann, als Merkel an die Macht kam und die Lorbeeren für Schröders Reformen einheimste, sodass die Menschen den wirtschaftlichen Aufschwung mit Merkel und der CDU verbanden und dementsprechend nicht wollten, dass die „wirtschaftliche Erfolgskanzlerin“ wieder von der Macht verdrängt wird.

Die SPD ist heute so schwach, weil Schröders Reformen so erfolgreich waren (und dieser Erfolg dann der CDU zugeschrieben wurde, die als Belohnung stets wiedergewählt wurde).

Wäre Schröder 2005 wiedergewählt worden, dann hätte die SPD statt der CDU vom wirtschaftlichen Aufschwung beim Wähler profitiert.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 2. Feb 2018, 12:50

Hyde hat geschrieben:(02 Feb 2018, 12:45)

Die Abstimmung über Schröders Reformen erfolgte bei der Bundestagswahl 2005. Bei dieser Wahl erhielt die SPD 34%.
Der Absturz der SPD begann, als Merkel an die Macht kam und die Lorbeeren für Schröders Reformen einheimste, sodass die Menschen den wirtschaftlichen Aufschwung mit Merkel und der CDU verbanden und dementsprechend nicht wollten, dass die „wirtschaftliche Erfolgskanzlerin“ wieder von der Macht verdrängt wird.

Die SPD ist heute so schwach, weil Schröders Reformen so erfolgreich waren (und dieser Erfolg dann der CDU zugeschrieben wurde, die als Belohnung stets wiedergewählt wurde).

Wäre Schröder 2005 wiedergewählt worden, dann hätte die SPD statt der CDU vom wirtschaftlichen Aufschwung beim Wähler profitiert.

So aber setzt sich die aktuelle SPD aus Quatschköpfen zusammen, die nichts auf die Reihe kriegen. :mad2: :cool:
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Senexx » Fr 2. Feb 2018, 12:51

Hyde hat geschrieben:(02 Feb 2018, 12:45)

Die Abstimmung über Schröders Reformen erfolgte bei der Bundestagswahl 2005. Bei dieser Wahl erhielt die SPD 34%.

Schröder wurde 2005 abgewählt.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Eiskalt » Fr 2. Feb 2018, 14:29

Hyde hat geschrieben:(02 Feb 2018, 12:45)

Die Abstimmung über Schröders Reformen erfolgte bei der Bundestagswahl 2005. Bei dieser Wahl erhielt die SPD 34%.
Der Absturz der SPD begann, als Merkel an die Macht kam und die Lorbeeren für Schröders Reformen einheimste, sodass die Menschen den wirtschaftlichen Aufschwung mit Merkel und der CDU verbanden und dementsprechend nicht wollten, dass die „wirtschaftliche Erfolgskanzlerin“ wieder von der Macht verdrängt wird.

Die SPD ist heute so schwach, weil Schröders Reformen so erfolgreich waren (und dieser Erfolg dann der CDU zugeschrieben wurde, die als Belohnung stets wiedergewählt wurde).

Wäre Schröder 2005 wiedergewählt worden, dann hätte die SPD statt der CDU vom wirtschaftlichen Aufschwung beim Wähler profitiert.


Richtig. Ein Schröder hätte besser zur CDU gepasst und eine Merkel besser zur SPD
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 2. Feb 2018, 14:55

Hyde hat geschrieben:(02 Feb 2018, 12:45)

Die Abstimmung über Schröders Reformen erfolgte bei der Bundestagswahl 2005. Bei dieser Wahl erhielt die SPD 34%.
Der Absturz der SPD begann, als Merkel an die Macht kam und die Lorbeeren für Schröders Reformen einheimste, sodass die Menschen den wirtschaftlichen Aufschwung mit Merkel und der CDU verbanden und dementsprechend nicht wollten, dass die „wirtschaftliche Erfolgskanzlerin“ wieder von der Macht verdrängt wird.

Die SPD ist heute so schwach, weil Schröders Reformen so erfolgreich waren (und dieser Erfolg dann der CDU zugeschrieben wurde, die als Belohnung stets wiedergewählt wurde).

Wäre Schröder 2005 wiedergewählt worden, dann hätte die SPD statt der CDU vom wirtschaftlichen Aufschwung beim Wähler profitiert.

was in dieser analyse fehlt ist die ursache der misere vor 2005. war das schuld der CDU oder der SPD?
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Fr 2. Feb 2018, 15:41

Nomen Nescio hat geschrieben:(02 Feb 2018, 14:55)

was in dieser analyse fehlt ist die ursache der misere vor 2005. war das schuld der CDU oder der SPD?


Aus meiner Sicht war die hohe Arbeitslosigkeit eine Folge der notwendigen Abwicklung von unwirtschaftlichen Betrieben in Neufünfland. Da standen zum Teil ehemals gehätschelte Mitarbeiter vor dem Nichts, weil sie keine Spitzenangebote auf dem verbleibenden Arbeitsmarkt mehr fanden, die Zumutungen eines Umzugs nach Westen ebenfalls nicht von Spitzenangeboten versüßt wurden.

So wuchs die Arbeitslosigkeit von Flaute zu Flaute von einem hohen Sockel zum nächst höheren. Dabei lief ein vergleichsweise hohes Arbeitslosenentgelt zeitlich fast unbegrenzt weiter. Kurzum, Arbeit lohnte sich nicht so richtig. "Schuld" an dem beschäftigungspolitisch niederschmetternden Zustand waren also hohe soziale Standards, die in der "alten Bundesrepublik" weg gesteckt wurden, aber nicht an die neue Lage angepaßt wurden. Das hat die Regierung Schröder dann auch nach einigem sehr heftigen inneren Ringen mit den Hartz IV-Gesetzen geändert. Die Nachfolgeregierungen drehten nun wieder am Rad in Richtung höherer Standards, teils um sehr auffällige Ungerechtigkeiten im Bereich Zeitarbeit wieder ein zu fangen, oder um die Arbeitslosigkeit älterer Arbeitnehmer durch Frührente zu beenden.

Vermutlich wird so ein Wechselspiel aufgeführt von wachsenden sozialen Standards und der Notwendigkeit, doch wieder kleinere Brötchen backen zu müssen. So richtig "schuld" ist daran niemand.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 2. Feb 2018, 23:55

H2O hat geschrieben:(02 Feb 2018, 15:41)

Aus meiner Sicht war die hohe Arbeitslosigkeit eine Folge der notwendigen Abwicklung von unwirtschaftlichen Betrieben in Neufünfland. Da standen zum Teil ehemals gehätschelte Mitarbeiter vor dem Nichts, weil sie keine Spitzenangebote auf dem verbleibenden Arbeitsmarkt mehr fanden, die Zumutungen eines Umzugs nach Westen ebenfalls nicht von Spitzenangeboten versüßt wurden.

So wuchs die Arbeitslosigkeit von Flaute zu Flaute von einem hohen Sockel zum nächst höheren. Dabei lief ein vergleichsweise hohes Arbeitslosenentgelt zeitlich fast unbegrenzt weiter. Kurzum, Arbeit lohnte sich nicht so richtig. "Schuld" an dem beschäftigungspolitisch niederschmetternden Zustand waren also hohe soziale Standards, die in der "alten Bundesrepublik" weg gesteckt wurden, aber nicht an die neue Lage angepaßt wurden. Das hat die Regierung Schröder dann auch nach einigem sehr heftigen inneren Ringen mit den Hartz IV-Gesetzen geändert. Die Nachfolgeregierungen drehten nun wieder am Rad in Richtung höherer Standards, teils um sehr auffällige Ungerechtigkeiten im Bereich Zeitarbeit wieder ein zu fangen, oder um die Arbeitslosigkeit älterer Arbeitnehmer durch Frührente zu beenden.

Vermutlich wird so ein Wechselspiel aufgeführt von wachsenden sozialen Standards und der Notwendigkeit, doch wieder kleinere Brötchen backen zu müssen. So richtig "schuld" ist daran niemand.

ich erinnere mich noch die ersten wahlen nach der wende. war das nicht kohl gegen lafontaine? L sagte - mit recht - »wer bezahlt die zeche«? eine nicht populäre botschaft. wie er das aber lösen wollte, war auch nicht realistisch.
ich kann da falsch liegen, aber meine daß waigel durch die weise wie die reicheren länder zahlen mußten auf termin erfolg zeigen mußte.
und dann erschlaffte die konjuktur. da machte schröder denselben fehler als mitterand schon eher gemacht hatte: die politik streckte sich nicht nach der decke. ausgaben blieben ungeändert.
ich weiß nicht mehr wie die überschwemmungen daran mitschuldig sind. was ich mich noch weiß, ist daß schroeder dankbar ausgaben machte die vllt unverantwortlich waren. und wieder wurde geld ausgegeben

politik ist ein schmutziges betrieb.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Sa 3. Feb 2018, 09:48

Nomen Nescio hat geschrieben:(02 Feb 2018, 23:55)

ich erinnere mich noch die ersten wahlen nach der wende. war das nicht kohl gegen lafontaine? L sagte - mit recht - »wer bezahlt die zeche«? eine nicht populäre botschaft. wie er das aber lösen wollte, war auch nicht realistisch.
ich kann da falsch liegen, aber meine daß waigel durch die weise wie die reicheren länder zahlen mußten auf termin erfolg zeigen mußte.
und dann erschlaffte die konjuktur. da machte schröder denselben fehler als mitterand schon eher gemacht hatte: die politik streckte sich nicht nach der decke. ausgaben blieben ungeändert.
ich weiß nicht mehr wie die überschwemmungen daran mitschuldig sind. was ich mich noch weiß, ist daß schroeder dankbar ausgaben machte die vllt unverantwortlich waren. und wieder wurde geld ausgegeben

politik ist ein schmutziges betrieb.


Kann man so sehen; aber der Bürger fordert doch immer wieder, daß Politiker die Wahrheit sagen. Das tun die dann auch, aber natürlich immer die Wahrheit, die der Bürger mit seiner Wählerstimme belohnt. So kommt so etwas zu Stande. Kein schmutziges Geschäft, sondern eins von wechselseitigen Gefälligkeiten. Das können Sie jetzt bei der Regierungsbildung erneut sehen. Da werden Verpflichtungen im Bereich vieler Milliarden zum Regierungsprogramm. Tut jetzt vermutlich überhaupt nicht weh. Aber wehe, wenn einmal die Einnahmen ins Stocken geraten. Dann wachsen die Schulden für laufende Verpflichtungen, bis auch das nicht mehr möglich ist... und danach folgen die "Systemkorrekturen", um den Staat wieder handlungsfähig zu machen. So lange dieses Wechselspiel im demokratischen Umfeld bleibt, ist eigentlich auch alles in Ordnung so. Aber wehe, wenn in Zeiten der Geldnot dann Verführer auftreten, die die ganz schnellen Lösungen anbieten, und die dann große Wählermengen von ihrer Wahrheit überzeugen.

Der Politiker Lafontaine ist ein solcher Neunmalkluger; derzeit kann er nur als Querulant auftreten. Damals schon zu Zeiten des Mauerfalls übte er diese Rolle ein, ohne tragfähige Lösungen zur Hand zu haben. Jedenfalls keine Lösungen, für die politische Mehrheiten zu gewinnen waren. Mir kam er damals vor, als ob er die Wiedervereinigung verhindern wollte, die doch nur in einem Zeitfenster mit günstigen äußeren Bedingungen zu haben war. Das haben die Wähler in Ost und West damals wohl auch gespürt... grandioser Wahlsieg der Kohl-Partei. Kohl nahm die Mehrheit der Wähler am Ende übel, daß er das angepeilte Scharaffenland einfach nicht erreichen konnte. So ein Mist aber auch!

Die Regierung Schröder bekam das aber auch nicht hin, und so mußte sie zu rabiaten Rückschnitten des nicht mehr bezahlbaren Sozialstaats greifen. Ich bin sehr sicher, daß unser Land erneut einen solchen Rückschnitt erleben wird, wenn die Summe der Wohltaten nicht erwirtschaftet werden kann. Das müssen wir Älteren mit Gleichmut ertragen und dem Wort des Kanzlers Adenauer: "Nehmen Sie die Menschen so wie sie sind: Es gibt keine anderen!" :D
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon TheTank » Sa 3. Feb 2018, 10:05

H2O hat geschrieben:(03 Feb 2018, 09:48)

Das müssen wir Älteren mit Gleichmut ertragen und dem Wort des Kanzlers Adenauer: "Nehmen Sie die Menschen so wie sie sind: Es gibt keine anderen!" :D

Wenn es denn so wäre...
Leider werden viele Ältere dann zu „Wutbürgern“ mit der Devise: Früher war alles besser.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Sa 3. Feb 2018, 10:19

TheTank hat geschrieben:(03 Feb 2018, 10:05)

Wenn es denn so wäre...
Leider werden viele Ältere dann zu „Wutbürgern“ mit der Devise: Früher war alles besser.


Ja, die haben dann auch noch vordergründig Recht! Denken Sie einmal daran, mit welcher Inbrunst heute das linke Volk die soziale Marktwirtschaft verehrt, die es zu ihrer Entstehungszeit so heftig bekämpft hatte. Gute alte Zeit!

Hoffen wir, daß der eine oder andere Ältere aber auch zu Altersweisheit gelangt. Ohne Wut und in Gelassenheit lebt es sich ganz einfach besser!
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon TheTank » Sa 3. Feb 2018, 10:22

H2O hat geschrieben:(03 Feb 2018, 10:19)

Ja, die haben dann auch noch vordergründig Recht! Denken Sie einmal daran, mit welcher Inbrunst heute das linke Volk die soziale Marktwirtschaft verehrt, die es zu ihrer Entstehungszeit so heftig bekämpft hatte. Gute alte Zeit!

Hoffen wir, daß der eine oder andere Ältere aber auch zu Altersweisheit gelangt. Ohne Wut und in Gelassenheit lebt es sich ganz einfach besser!

Dazu fällt mir nur der Spruch ein:
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt...
Nein geht nicht. Man kann die Wutbürger nicht unwidersprochen agieren lassen.
Ein Trump reicht der Welt.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Sa 3. Feb 2018, 10:34

TheTank hat geschrieben:(03 Feb 2018, 10:22)

Dazu fällt mir nur der Spruch ein:
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt...
Nein geht nicht. Man kann die Wutbürger nicht unwidersprochen agieren lassen.
Ein Trump reicht der Welt.


Tja, da möchte ich gern zustimmen. Immerhin hat Trump den größten... roten Knopf. Aber ansonsten haben wir ...einen Putin, einen Kim Jong Un, einen Erdogan, einen Orban, einen Kaczyński, einen Puigdemont... zu bieten, jeder in seiner Art und in seiner Umgebung ein toller Hecht! Bestimmt habe ich andere Helden unseres Alltags schlicht vergessen!
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon TheTank » Sa 3. Feb 2018, 10:40

Den heldenhaften Herrn Farage definitiv!
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Sa 3. Feb 2018, 13:39

TheTank hat geschrieben:(03 Feb 2018, 10:40)

Den heldenhaften Herrn Farage definitiv!


Unverzeihlich, fürwahr! Oder den Herrn Maduro, Inhaber aller Wahrheiten in Venezuela!
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon frems » Sa 3. Feb 2018, 16:19

Eiskalt hat geschrieben:(02 Feb 2018, 11:57)

DIe FDP ist immer noch für Europa nur nicht für eine so große Umverteilung.
Geld für Europa ist ja ok aber es muss auch was passieren.
Natürlich haben die Länder die zahlen auch einen Anspruch zu schauen was mit dem Geld passiert.

Diese Regierungsparteien schmeissen mit dem Geld rum das es kracht.
Die jüngere Generation wird das ausbaden müssen.

Die jüngere, gut gebildete Generation wird es ausbaden müssen, wenn Europa von den Alten beschädigt wird. Da wird man bei der BILD bestimmt genug Beispiele haben für das Märchen der faulen Griechen und bequemen Franzosen, die durch "deutsches Geld" vorzüglich leben und bei uns selbst Mord und Totschlag aus sozialer Verzweiflung vorherrschen. Das war's dann aber auch. Da kann man nur hoffen, dass die kommenden Generationen ihre Weitsicht behalten und Neugier wichtiger bleibt als die Pflege von nationalistischen Vorurteilen. Einen schönen, zukunftsorientierten Vorschlag gibt's auch wieder:

Wenn er die Europäische Gemeinschaft erneut gründen müsste, seufzte einmal ihr Gründervater Jean Monnet, so würde er nicht mit der Wirtschaft anfangen, sondern mit der Kultur. Emmanuel Macron, sein himmelstürmender Nachfolger, hat sich für die Bildung entschieden: Sie sei die erste Säule der Erneuerung Europas – so beschrieb es der französische Präsident vergangene Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort führte er fort, was er im September in Paris begonnen hatte, wo er in einer Rede seine Blaupause für "ein souveränes, geeintes und demokratisches Europa" präsentierte.

In Davos sprach Macron vor Wirtschaftsbossen, in Paris waren es nicht zufällig Studenten der Universität Sorbonne. Er sprach also dort, wo schon vor 800 Jahren Gelehrte und ihre Schüler "auf Stroh sitzend ihre Zukunft gestalteten", wie er sagte. Macron schlug nicht nur gemeinsame Streitkräfte vor, ein Budget für die Euro-Zone oder einen europäischen Finanzminister. Sondern auch die Einrichtung europäischer Universitäten: "Was Europa am stärksten zusammenhält, werden immer die Kultur und das Wissen sein." Der Satz klang wie ein Echo Monnets.

Universitäten! Was liegt näher, wenn man Europa neu begründen will, als der Rückgriff auf die älteste europäische Institution neben der Kirche? Was liegt näher, als junge Europäer an Orten zusammenzuführen, an denen sie miteinander über die Zukunft des Kontinents debattieren, eine Zukunft, die so fragil scheint wie lange nicht mehr? Was liegt näher, als den in Routine erstarrten europäischen Austauschprogrammen, die deutsche Studenten nach Barcelona bringen und italienische Studenten nach Berlin, etwas radikal Neues gegenüberzustellen? Und was liegt näher, als neben die vielen Universitäten Europas eine Europäische Universität zu setzen – bei der das große E nicht bloß Semantik ist oder Marketing, sondern alles?

Eine Universität für Europa! [...]

Dabei liegt der Charme der Idee, Europa durch eine Hochschule neu zu begründen, auf der Hand. Die Universitäten sind eine europäische Erfindung, der Augsburger Historiker Wolfgang Weber nennt sie eine "welthistorische Errungenschaft". Eine internationale Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden, die Wissen mehrt und sich selbst verwaltet, entstand in Bologna und Paris vom 11. Jahrhundert an. Von dort verbreitete sie sich in alle Himmelsrichtungen, nach Lissabon und Salamanca, Prag und Wien, nach Pécs und Buda. Im 19. Jahrhundert schließlich eroberte sie Nordamerika, die Neue Welt. Made in Europe – die Universität ist auch ein welthistorischer Exportschlager. Keine andere Erfindung hat so sehr geholfen, den Wohlstand des alten Kontinents und sein Prestige zu mehren, wie diese. [...]

Zugleich müsste die Europäische Universität bei ihren Mitgliedern das Bewusstsein für die europäischen Besonderheiten schärfen. Sie müsste Europa europäisieren, durch ihre Forscher und Lehrer, durch ihre Studenten und Mitarbeiter. Und sie müsste das für eine kritische Größe tun – also nicht für ein paar Hundert Auserwählte, sondern für Zehntausende.

Wer studiert an der Europäischen Universität?

Der größte Teil der Studienplätze an der Europäischen Universität wäre Studenten aus der Europäischen Union vorbehalten, egal aus welchem Land sie kommen; Proporz spielt bei der Auswahl keine Rolle. Wer sich bewirbt, muss ein Auswahlverfahren durchlaufen, eine Art Uni-Concours. Eingangsvoraussetzung: ausgezeichnetes Englisch, das zwangsläufig die Lingua franca der Europäischen Universität sein muss. Zudem müssen die Bewerber außer ihrer Muttersprache noch eine dritte europäische Sprache beherrschen und bereit sein, während ihres Studiums eine vierte zu lernen. Vielfalt statt Zersplitterung: Die Mehrsprachigkeit Europas ist eine Chance. [...]

Wenn es sich um ein wahrhaft europäisches Projekt handeln soll, müsste die Europäische Universität vollständig aus dem EU-Haushalt finanziert werden. Dafür bräuchte es nicht nur zusätzliche Gelder, sondern auch die Hochschulförderprogramme der EU müssten in Teilen umgewidmet werden. Die Länder, die je eines der fünf Institute beherbergen, gewännen also nicht nur Prestige, sondern erhielten auch Fördermittel. Die Institute sollten daher regional verteilt werden. Man könnte bewusst die kleineren Länder bevorzugen und dort an Wissen und Traditionen anknüpfen. Die Zukunft der Gesellschaft würde in Lissabon erforscht; denn Portugal gehört zu den dynamischsten Ländern Europas, noch dazu leben hier seit je viele Migranten. Estland etwa ist bei der Digitalisierung weit vorangeschritten, Tallinn wäre daher ein überzeugender Standort für das Institute of Digitization. Die Humanities könnten nach Prag gehen, an einen der ältesten Universitätsstandorte Europas. Stockholm und Rotterdam könnten sich schließlich Technologie und Naturwissenschaften teilen.

http://www.zeit.de/2018/06/europaeische ... ettansicht
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Sa 3. Feb 2018, 18:58

frems hat geschrieben:(03 Feb 2018, 16:19)

Die jüngere, gut gebildete Generation wird es ausbaden müssen, wenn Europa von den Alten beschädigt wird. Da wird man bei der BILD bestimmt genug Beispiele haben für das Märchen der faulen Griechen und bequemen Franzosen, die durch "deutsches Geld" vorzüglich leben und bei uns selbst Mord und Totschlag aus sozialer Verzweiflung vorherrschen. Das war's dann aber auch. Da kann man nur hoffen, dass die kommenden Generationen ihre Weitsicht behalten und Neugier wichtiger bleibt als die Pflege von nationalistischen Vorurteilen. Einen schönen, zukunftsorientierten Vorschlag gibt's auch wieder:


http://www.zeit.de/2018/06/europaeische ... ettansicht


Natürlich ist es niederträchtig, von faulen Griechen zu sprechen. Schon Anfang der 1980er Jahre arbeitete ich dort fast ein Jahr und sah Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst, die Ihre 35-Stundenwoche ordentlich abarbeiteten, aber dann um 15:30 Uhr ihren Zweitjob antraten... irgend etwas zwischen Fernsehreparatur und Mitarbeit in einer Gaststätte. Das Gehalt reichte eben nicht, um Frau und Kind zu versorgen, war aber der sichere Teil des Einkommens.

Kein Wunder, daß dann das Fakelaki-Unwesen um sich griff... nichts ging mehr ohne nützliche Abgaben. Und Steuern hat ein erklecklicher Anteil der wohlhabenderen Griechen auch nicht gezahlt. Dann kann man sich doch ganz gut vorstellen, wohin die vielen "Kredite" geflossen sind. Mit denen wurde das Staatswesen der vielen Gefälligkeiten in Gang gehalten. Die heutigen Reformen und schmerzhaften Rückschnitte der Einkommen dienen dazu, den Normalzustand eines Staatswesens wieder her zu stellen.

Den DIE ZEIT-Beitrag über europäische Universitäten habe ich auch etwas ratlos gelesen. Brauchen wir wirklich solche Neugründungen, oder kann man nicht schon bestehende Universitäten mittlerer Größe behutsam umbauen und so zu einem Bruchteil der Kosten annähernd das gleiche Ziel erreichen... oder viel mehr solcher Bildungsstätten bereit stellen? Der ganz große Wurf dürfte doch schon an der Finanzierung scheitern, zumal eine zwingende Notwendigkeit dazu nicht zu erkennen ist. Dennoch ein vernünftiger Gedanke, zur alten europäischen Universität zurück zu kehren, jetzt eben mit Englisch als gemeinsamer Sprachgrundlage. Je eher desto besser!
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon frems » Sa 3. Feb 2018, 19:14

H2O hat geschrieben:(03 Feb 2018, 18:58)

Natürlich ist es niederträchtig, von faulen Griechen zu sprechen. Schon Anfang der 1980er Jahre arbeitete ich dort fast ein Jahr und sah Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst, die Ihre 35-Stundenwoche ordentlich abarbeiteten, aber dann um 15:30 Uhr ihren Zweitjob antraten... irgend etwas zwischen Fernsehreparatur und Mitarbeit in einer Gaststätte. Das Gehalt reichte eben nicht, um Frau und Kind zu versorgen, war aber der sichere Teil des Einkommens.

Kein Wunder, daß dann das Fakelaki-Unwesen um sich griff... nichts ging mehr ohne nützliche Abgaben. Und Steuern hat ein erklecklicher Anteil der wohlhabenderen Griechen auch nicht gezahlt. Dann kann man sich doch ganz gut vorstellen, wohin die vielen "Kredite" geflossen sind. Mit denen wurde das Staatswesen der vielen Gefälligkeiten in Gang gehalten. Die heutigen Reformen und schmerzhaften Rückschnitte der Einkommen dienen dazu, den Normalzustand eines Staatswesens wieder her zu stellen.

Klar, die Kredit gingen dann an westeuropäische Banken und Lebensversicherungen, während jedes bundesdeutsche Geschnatter über "statuierte Exempel" wieder zu Kapitalflucht in Milliardenhöhe führte. Immobilienverkäufer hatten gute Zeiten, auch im Eldorado der Geldwäsche im Herzen Europas. Der normale Grieche hatte davon nicht viel, wenn die Regierung profitable Unternehmen für einen symbolischen Wert an ausländischen Investoren (z.B. Fraport) verhökert und die Minusgeschäfte behält. Trotzdem ist der Glaube, die Griechen gehen alle mit Premiumrenten mit Anfang 50 in den Ruhestand, weit verbreitet und dient noch gerne als Grundlage für Verschwörung(stheori)en über die geldlüsternen Südeuropäer, die nichts im Sinn haben außer das Geld des deutschen Michels. Schon sehr skurril.

Den DIE ZEIT-Beitrag über europäische Universitäten habe ich auch etwas ratlos gelesen. Brauchen wir wirklich solche Neugründungen, oder kann man nicht schon bestehende Universitäten mittlerer Größe behutsam umbauen und so zu einem Bruchteil der Kosten annähernd das gleiche Ziel erreichen... oder viel mehr solcher Bildungsstätten bereit stellen? Der ganz große Wurf dürfte doch schon an der Finanzierung scheitern, zumal eine zwingende Notwendigkeit dazu nicht zu erkennen ist. Dennoch ein vernünftiger Gedanke, zur alten europäischen Universität zurück zu kehren, jetzt eben mit Englisch als gemeinsamer Sprachgrundlage. Je eher desto besser!

Oh, ich freu mich generell über jeden Cent, der ins Bildungswesen gestopft wird, ob nun Kita, Schule oder Universität. Eine dezentrale Einrichtung, die zur Weltspitze aufschließt, wirkt da in Kombination mit dem europäischen Gedanken sehr sympathisch. Bei Neugründungen spart man sich auch viele Schlammschlachten, um den Titel bzw. die Förderung, zumal der Autor ja selbst anregt, an Traditionen anzuknüpfen. Und dafür braucht man ja nicht Unmengen an Geld. Man könnte ja einige Mittel umschichten. Und was heißt "zwingende Notwendigkeit"? Es ist auch keine zwingende Notwendigkeit, dass wir in Europa überhaupt Universitäten haben. Gab ja auch Zeiten, da kam man ohne solche Einrichtungen aus.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Sa 3. Feb 2018, 19:32

frems hat geschrieben:(03 Feb 2018, 19:14)

...

...Eine dezentrale Einrichtung, die zur Weltspitze aufschließt, wirkt da in Kombination mit dem europäischen Gedanken sehr sympathisch. Bei Neugründungen spart man sich auch viele Schlammschlachten, um den Titel bzw. die Förderung, zumal der Autor ja selbst anregt, an Traditionen anzuknüpfen. Und dafür braucht man ja nicht Unmengen an Geld. Man könnte ja einige Mittel umschichten. Und was heißt "zwingende Notwendigkeit"? Es ist auch keine zwingende Notwendigkeit, dass wir in Europa überhaupt Universitäten haben. Gab ja auch Zeiten, da kam man ohne solche Einrichtungen aus.


Nanü, was ist da in Sie gefahren? In dem ZEIT-Beitrag war schon von einem ganzen Netz von Europa-Universitäten die Rede... was ich für einen vernünftigen Gedanken halte. Und der Autor hatte sich doch umgesehen unter Universitäten der passenden Größe.

Mein Gedanke war ja nun nicht die Abschaffung der Universitäten, sondern die gleitende Umgestaltung der bestehenden Universitäten in Richtung alter europäischer Universitäten. Das muß doch das Ziel sein. Wenn sich dabei einige Universitäten besonders auszeichnen, dann um so besser. So etwas ist auf nationaler Ebene ja auch nicht so ungewöhnlich.

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