Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

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schokoschendrezki
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 5. Dez 2016, 10:36

H2O hat geschrieben:(05 Dec 2016, 10:17)

Kurz geschüttelt... und auch gut! Wenn denn die freie Fahrt für Geld und Wirtschaft ungehindert bei Rechtssicherheit funktioniert, dann soll uns Deutschen das doch nur Recht sein. Derzeit sieht es so aus, daß jährlich ~300.000 Menschen aus Rumänien, Polen, Bulgarien und Ungarn bei uns Arbeit und Brot suchen. Wenn man die Arbeit dorthin brächte, dann wäre das auch nicht schlecht.

Dann ist aber die EU nicht mehr der richtige Rahmen, sondern zweiseitige Verträge mit diesen Ländern. Die EU als Wertegemeinschaft können wir dann anderweitig leben.


300 000 ... das ist ziemlich genau so viel wie es ausländische Studenten in Deutschland gibt: Also (gemessen sowohl am Herkunftsgebiet als auch am Zielgebiet Deutschland) so gut wie gar nix. Bzw. völlig im Rahmen dessen, was die EU an personenbezogener Beweglichkeit ja eigentlich als positiven Wert (zurecht!) befördern will.

Die politische Strategie von Fillon, Orbán, Kaczynski und Co. in Hisnicht auf die EU ist eigentlich einfach: Von der Rolle des "getriebenen Gegners" in die Rolle des "handelnden Befürworters" zu schlüpfen, der nicht einfach nur "dagegen" ist, sondern selbst die Fäden in der Hand hält und die Dinge zu seinen Gunsten lenkt. Bezogen auf Orbán und Kaczynski ist das schon ein wenig Hybris bzw. nur Selbstdarstellung vor den eigenen Leuten. Ein Fillon dürfte jedoch durchaus in der Lage sein, tatsächlich so etwas wie eine "neue EU der Vaterländer" zu installieren.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mo 5. Dez 2016, 10:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Dec 2016, 10:36)

300 000 ... das ist ziemlich genau so viel wie es ausländische Studenten in Deutschland gibt: Also (gemessen sowohl am Herkunftsgebiet als auch am Zielgebiet Deutschland) so gut wie gar nix. Bzw. völlig im Rahmen dessen, was die EU an personenbezogener Beweglichkeit ja eigentlich als positiven Wert (zurecht!) befördern will.

Die politische Strategie von Fillon, Orbán, Kaczynski und Co. in Hisnicht auf die EU ist eigentlich einfach: Von der Rolle des "getriebenen Gegners" in die Rolle des "handelnden Befürworters" zu schlüpfen, der nicht einfach nur "dagegen" ist, sondern selbst die Fäden in der Hand hält und die Dinge zu seinen Gunsten lenkt. Bezogen auf Orbán und Kaczynski ist das schon ein wenig Hybris bzw. nur Selbstdarstellung vor den eigenen Leuten. Ein Fillon dürfte jedoch durchaus in der Lage sein, tatsächlich so etwas wie eine "neue EU der Vaterländer" zu installieren.


Dagegen spricht auch nichts, wenn wir uns von der EU als einig Volk von Brüdern verabschieden (müssen). Was jedoch nicht geht, das ist etwa, einen Zahlungsausgleich und andere wechselseitige Verpflichtungen beibehalten, die im Sinne von "einig Volk von Brüdern" im Laufe der Jahre eingeführt wurden. Wenn schon "Vaterländer", dann aber auch grundsätzlich.

Aber noch muß Herr Fillon die Wahlen in Frankreich gewinnen... und diese Politik umsetzen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 5. Dez 2016, 15:01

Satori hat geschrieben:(05 Dec 2016, 02:05)

Also ich nehm keine Friedensgesellschaft in Anspruch, ich hab schon einmal den Kriegsdienst verweigert.
Ich bin sicher, die meisten hier würden kein Uniform anziehen um für die Reichen in den Krieg zu ziehen.
Seit wahrscheinlich 4, 5 Jahrzehnten sind Mobilisierungen undurchführbar, also in Europa.

Ein friedliches und freiheitliches Europa haben wir längst, wenn sich Länder gegenseitig Zölle erlassen und Arbeitserlaubnis geben usw
gewöhnen wir uns daran. Das war nie ein Problem. Aber die EU war nie ein Friedensprojekt, sondern ein konzentriertes Finanzprojekt.
Wir sollten mal genau hinschauen, wer bisher profitiert hat, und wer bisher veramt wurde.
Seit Maastricht 1993. Und das Meterband in die Zukunft legen, dann sehen wir, wie es weitergehen würde, wenn wir jetzt nicht ein Stopp machen. :cool:

Ich würde sagen, man hat die Mentalität der Südländer richtig eingeschätzt. Man kennt die Neigung zur Korruption
und man bietet den Paten einen Deal an und versichert ihnen einen Fluchtweg, wenn mal "alles rauskommt".
Hat ja geklappt, jetzt kucken die Völker dumm aus der Wäsche.

Zur Mentalität eines EU-Machthabers:

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."

''Wenn es ernst wird, muss man lügen''

Jean-Claude Juncker
.

Die EU wurde glasklar mit der Prämisse gegründet künftige Kriege auf Grund von Streitigkeiten über Ressourcen und landwirtschaftliche Fläche zu vermeiden. Es ging wirklich um den Frieden. Und man entschied sich gerade in Deutschland und Frankreich für eine soziale Marktwirtschaft. Du ziehst es allerdings vor Dinge wie eine Kranken/Rentenversicherung und 365 Tage im Jahr Lebensmittel in Hülle und Fülle gering zu schätzen. Sie sind aber das Ergebnis der Friedensgesellschaft die du angeblich nicht in Anspruch nimmst.

Du machst es dir sehr einfach die durchaus vorhandenen Probleme auf die EU zu schieben.
Das die EU seit den 80er Jahren in Richtung des angelsächsischen Kapitalismus drifftet hat seine Ursache aber im Thatcherismus und den Reaganomics der 80er. Das schien so erfolgreich zu sein daß keiner sich dem entziehen konnte oder wollte. Aber tiefere Analysen von realen Problemen ist nicht dein Ding was? Mich kotzen die großen Vereinfacher immer mehr an die meinen mit immer reißerischen Aussagen die Welt verbessern zu wollen.

Und deine Zitate sind echt? Woher hast du sie? Selber erdacht? Aus dem Zusammenhang gerissen?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 5. Dez 2016, 15:07

H2O hat geschrieben:(05 Dec 2016, 09:44)

Ja, haben Sie; Griechenland trägt so gut wie gar keine Schulden ab; zahlt vielleicht noch einen lachhaften Zins für Teile der aufgenommenen Schulden. Das Geld der Euro-Gruppe wird benötigt, um den griechischen Staatshaushalt zu finanzieren. Konnten Sie schon sehen, als in den Verhandlungen für weitere Gelder der Geldzufluß abbrach. Das war gar nicht lustig für die Griechen.

Das wesentliche Ziel muß nach wie vor der ausgeglichene Haushalt sein... ganz unabhängig von Zinszahlungen und Rückzahlungen zu ermitteln. Leider wird derzeit nicht so genau beobachtet, ob das Land sich diesem Zustand nähert. Bis zum nächsten Crash...?


Selbst wenn Griechenland nix mehr zurückzahlen kann hat Deutschland verdient.

"Jedes Mal, wenn es für die Finanzmärkte in den letzten Jahren negative Neuigkeiten zum Thema Griechenland gab, fielen die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen", konstatieren die IWH-Experten. So seien die Zinsen auf Bundesanleihen im Januar an einem einzigen Tag um 0,3 Prozentpunkte gesunken, als sich ein Sieg der inzwischen regierenden Syriza-Partei abzeichnete. Auch die Anleihen anderer Länder - etwa die der USA, Frankreichs oder der Niederlande - hätten profitiert, "aber in einem deutlich kleineren Ausmaß".
Krisenländer helfen öffentlichen Haushalten beim Zinsensparen
Wird die Griechenlandkrise damit für Deutschland sogar zu einem guten Geschäft? Das IWH schreibt: "Diese Einsparungen übertreffen die Kosten der Krise - selbst dann, wenn Griechenland seine Schulden komplett nicht bedienen würde. Deutschland hat also in jedem Fall von der Griechenlandkrise profitiert."

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 47483.html

Da weiß man auch wie Schäuble zur schwarzen Null kommt. Denn sparen tut die Bundesregierung an keiner Stelle. Man schafft immer mehr Ausgaben.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mo 5. Dez 2016, 17:57

Alter Stubentiger hat geschrieben:(05 Dec 2016, 15:07)

Selbst wenn Griechenland nix mehr zurückzahlen kann hat Deutschland verdient.

"Jedes Mal, wenn es für die Finanzmärkte in den letzten Jahren negative Neuigkeiten zum Thema Griechenland gab, fielen die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen", konstatieren die IWH-Experten. So seien die Zinsen auf Bundesanleihen im Januar an einem einzigen Tag um 0,3 Prozentpunkte gesunken, als sich ein Sieg der inzwischen regierenden Syriza-Partei abzeichnete. Auch die Anleihen anderer Länder - etwa die der USA, Frankreichs oder der Niederlande - hätten profitiert, "aber in einem deutlich kleineren Ausmaß".
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http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 47483.html

Da weiß man auch wie Schäuble zur schwarzen Null kommt. Denn sparen tut die Bundesregierung an keiner Stelle. Man schafft immer mehr Ausgaben.


Das ist natürlich eine gewagte Konstruktion! Wenn also irgendwo irgendwer Mist baut, und dann die soliden deutschen Anleihen schon zum Negativzins abgenommen werden, dann haben "wir" am Unfug der Schuldenmacher verdient.

Was soll man dagegen sagen: Isso; niemand hätte Griechenland gehindert, auch auf diese Weise zu "verdienen".
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Welfenprinz » Mo 5. Dez 2016, 18:14

Satori hat geschrieben:(05 Dec 2016, 02:16)

Und einfache Rumänen und Bulgaren müssen in die Hauptstadt fahren, um überhaupt noch einen Arzt zu finden.

.


Die Gesellschaften aus denen ,die Arbeitsmigration kommt,sind stärker belastet als wir,die wir darüber jammern,ja. In Polen war die Abwanderung arbeitsfähiger Menschen ab den 90ern derart hoch,dass das dort als substanzgefährdend für den Staat und seinen Zusammenhalt angesehen wurde.

Mittelfristig ergibt sich daraus erstmal ein nennenswerter Kapitalfluss,ich habe immer gesagt “ die beste Entwicklungshilfe,die Deutschland je geleistet hat“. Marek und Consorten haben mit diesen Geldern ihre Häuser gebaut,Kindern Ausbildung ermöglicht und Betriebe gegründet.
Langfristig bei Verringerung des Wohlstandsgefälles steht dann auch derRückwanderung und demografische Stabilisierung an.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Kibuka » Mo 5. Dez 2016, 18:27

Alter Stubentiger hat geschrieben:(05 Dec 2016, 15:07)

Selbst wenn Griechenland nix mehr zurückzahlen kann hat Deutschland verdient.

"Jedes Mal, wenn es für die Finanzmärkte in den letzten Jahren negative Neuigkeiten zum Thema Griechenland gab, fielen die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen", konstatieren die IWH-Experten. So seien die Zinsen auf Bundesanleihen im Januar an einem einzigen Tag um 0,3 Prozentpunkte gesunken, als sich ein Sieg der inzwischen regierenden Syriza-Partei abzeichnete. Auch die Anleihen anderer Länder - etwa die der USA, Frankreichs oder der Niederlande - hätten profitiert, "aber in einem deutlich kleineren Ausmaß".
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http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 47483.html

Da weiß man auch wie Schäuble zur schwarzen Null kommt. Denn sparen tut die Bundesregierung an keiner Stelle. Man schafft immer mehr Ausgaben.


Das nennt man dann eine klassische Milchmädchenrechnung.

Die Zinspolitik der EZB geht voll zu Lasten der deutschen Sparer, Rentner und Versicherten.

Die darfst du mal in deine Milchmädchenrechnung einrechnen. Mal sehen, was dann rauskommt.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mo 5. Dez 2016, 20:08

Welfenprinz hat geschrieben:(05 Dec 2016, 18:14)

Die Gesellschaften aus denen ,die Arbeitsmigration kommt,sind stärker belastet als wir,die wir darüber jammern,ja. In Polen war die Abwanderung arbeitsfähiger Menschen ab den 90ern derart hoch,dass das dort als substanzgefährdend für den Staat und seinen Zusammenhalt angesehen wurde.

Mittelfristig ergibt sich daraus erstmal ein nennenswerter Kapitalfluss,ich habe immer gesagt “ die beste Entwicklungshilfe,die Deutschland je geleistet hat“. Marek und Consorten haben mit diesen Geldern ihre Häuser gebaut,Kindern Ausbildung ermöglicht und Betriebe gegründet.
Langfristig bei Verringerung des Wohlstandsgefälles steht dann auch derRückwanderung und demografische Stabilisierung an.


Wenn junge Leute ihre Heimat verlassen, um sich in der FRemde eine Zukunft auf zu bauen, dann sind sie für ihr Herkunftsland meist verloren. So ist doch zu vermuten, daß die 800.000 Polen in GB dort auf Dauer bleiben. Und so ungefähr wird sich auch unsere polnische Zuwanderung hier mit dem eigenen Fortkommen beruflich und persönlich befassen. Gelingt ihnen das... warum sollten sie dann in die Heimat zurück kehren und neu anfangen? Übrigens leben auch in D etwa 800.000 Polen, die sich weitgehend in unsere Gesellschaft eingelebt haben.

Die "Entwicklungshilfe", die Sie meinen, wird wohl von polnischen Saisonarbeitern geleistet, die hier einmal oder zweimal zur Erntezeit tätig werden, entweder in einfachen Unterkünften hier wohnen, oder im Wohnwagen der Arbeit hinterher fahren, von der Spargelernte zur Weinlese und Obsternte.
Bei diesen Menschen ist klar, daß das schwer verdiente Geld dazu dient, in der Heimat eine Familie zu ernähren, eine schönere Wohnung zu erwerben, vielleicht einen kleinen Gewerbebetrieb auf zu bauen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Realist2014 » Mo 5. Dez 2016, 20:37

Kibuka hat geschrieben:(05 Dec 2016, 18:27)

Das nennt man dann eine klassische Milchmädchenrechnung.

Die Zinspolitik der EZB geht voll zu Lasten der deutschen Sparer, Rentner und Versicherten.

Die darfst du mal in deine Milchmädchenrechnung einrechnen. Mal sehen, was dann rauskommt.



die Zinspolitik KANN ein Umlagesystem nicht beeinflussen...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Kibuka » Mo 5. Dez 2016, 20:52

Realist2014 hat geschrieben:(05 Dec 2016, 20:37)

die Zinspolitik KANN ein Umlagesystem nicht beeinflussen...


Du bist ja ein ganz Schlauer. Ist dir schonmal in den Sinn gekommen, dass Rentner ihre Rente nicht nur aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen können, Stichwort "Private Rentenvorsorge"?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 6. Dez 2016, 08:27

Kibuka hat geschrieben:(05 Dec 2016, 18:27)

Das nennt man dann eine klassische Milchmädchenrechnung.

Die Zinspolitik der EZB geht voll zu Lasten der deutschen Sparer, Rentner und Versicherten.

Die darfst du mal in deine Milchmädchenrechnung einrechnen. Mal sehen, was dann rauskommt.


Deine Milchmädchenrechnung geht nicht auf. Niedrigere Zinslast für den Steuerzahler bedeuten weniger bis gar keine Steuererhöhungen, mitunter Erleichterungen. Am Ende ein Nullsummenspiel für den Sparer und Versicherten. Also die Besitzenden. Wieso du Rentner mit aufgezählt hast ist mir ein Rätsel.
Und niedrige Zinsen heißen geringere Zinsen auch für private Schuldner. Bei der privaten Verschuldung in Deutschland gerade beim kleinen Mann verdient also auch der Geringverdiener an Griechenlands Schulden. Außerdem heizen niedrige Zinsen den Baumarkt an. Bei dem Fehlbestand an Wohnungen ein weiterer Pluspunkt.

Aber gut. Du darfst weiter um die niedrigen Zinsen für die besitzende Klasse trauern. Als wenn mein Sparbuch jemals bedeutende Zinsen erwirtschaftet hätte......
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 6. Dez 2016, 08:31

Kibuka hat geschrieben:(05 Dec 2016, 20:52)

Du bist ja ein ganz Schlauer. Ist dir schonmal in den Sinn gekommen, dass Rentner ihre Rente nicht nur aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen können, Stichwort "Private Rentenvorsorge"?

Also kapitalstarke Rentner haben etwas geringere Einkommen. Einkommensschwache Schuldner haben geringere Zinsen als früher. Was wiegt schwerer?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Kibuka » Di 6. Dez 2016, 08:41

Alter Stubentiger hat geschrieben:(06 Dec 2016, 08:27)

Deine Milchmädchenrechnung geht nicht auf. Niedrigere Zinslast für den Steuerzahler bedeuten weniger bis gar keine Steuererhöhungen, mitunter Erleichterungen.


Hahahaha. Daran sieht man, dass du absolut NULL Ahnung hast.

Durch die Zinspolitik der EZB wurden die öffentlichen Haushalte nach Angaben des Spiegel zwischen 2008 und 2015 um 122 Milliarden entlastet.

http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/a-1111045.html

Dagegen belaufen sich die Kosten der Niedrigzinsphase nur für Sparer auf über 340 Milliarden Euro.

https://www.welt.de/finanzen/article154 ... parer.html

Rentenversicherungen und indirekte Verluste durch Lebensversicherungen etc. nicht mitgerechnet.

Willst du uns nun weiter deine Milchmädchenrechnung als vermeintliche Wahrheit präsentieren oder ruderst du zurück?

Ich glaube nicht, dass du die persönliche Größe hast, eigene Falschaussagen zu revidieren. Dafür fehlt Leuten wie dir der Charakter!

Im Gegensatz zu dir, stelle ich fest, dass eine quantitative Aussage, inwiefern Deutschland profitiert oder verloren hat, extrem schwierig ist.

Zumal deine Aussage, Deutschland hätte gewonnen, irrsinnig ist. Schäuble mag gewonnen haben oder die Exportindustrie. Andere haben verloren. Es gibt nicht das Deutschland, sondern Menschen und Gruppen. Manche sind Gewinner, andere Verlierer!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 6. Dez 2016, 11:13

Kibuka hat geschrieben:(06 Dec 2016, 08:41)

Hahahaha. Daran sieht man, dass du absolut NULL Ahnung hast.

Durch die Zinspolitik der EZB wurden die öffentlichen Haushalte nach Angaben des Spiegel zwischen 2008 und 2015 um 122 Milliarden entlastet.

http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/a-1111045.html

Dagegen belaufen sich die Kosten der Niedrigzinsphase nur für Sparer auf über 340 Milliarden Euro.

https://www.welt.de/finanzen/article154 ... parer.html

Rentenversicherungen und indirekte Verluste durch Lebensversicherungen etc. nicht mitgerechnet.

Willst du uns nun weiter deine Milchmädchenrechnung als vermeintliche Wahrheit präsentieren oder ruderst du zurück?

Ich glaube nicht, dass du die persönliche Größe hast, eigene Falschaussagen zu revidieren. Dafür fehlt Leuten wie dir der Charakter!

Im Gegensatz zu dir, stelle ich fest, dass eine quantitative Aussage, inwiefern Deutschland profitiert oder verloren hat, extrem schwierig ist.

Zumal deine Aussage, Deutschland hätte gewonnen, irrsinnig ist. Schäuble mag gewonnen haben oder die Exportindustrie. Andere haben verloren. Es gibt nicht das Deutschland, sondern Menschen und Gruppen. Manche sind Gewinner, andere Verlierer!


Diesen Eindruck hast du durch eine Zitatkürzung erweckt. Da weiß man mit wem man diskutiert.
Ich habe allerdings klar dargestellt daß es wie in jeder anderen Bilanz auch neben Verlierern auch Gewinner gibt. Und das sind eigentlich die Leute die wenig in der Tasche haben. Aber gut genau den Teil des Zitats hast du ja ausgeblendet. Eine besonders perfide Art der Zitatfälschung. Und in einer weiteren Antwort an dich habe ich dir ja die Frage gestellt was wohl schwerer wiegt: Der Gewinn einiger oder die Verluste von einigen. Daran könntest du erkennen das auch mir die Antwort nicht leicht fällt. Du hattest auf jeden Fall so getan als gäbe es nur Verlierer. Hast sogar Rentner erwähnt die da gar nichts mit zu tun haben.
Und du erdreistet dich mir Falschaussagen zu unterstellen? Also absichtliche Lügen. Na ja......

Ich frage mich auch wieso du immer wieder die umlagefinanzierte Rentenversicherung ins Spiel bringst. Das hat dir der Realist auch schon vorgeworfen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Eiskalt » Di 6. Dez 2016, 11:18

Satori hat geschrieben:(02 Dec 2016, 04:09)

Dann hat die EU aber eine ziemlich dumme Politik in Südeuropa gemacht.



Das find ich auch, die Menschen müssen sich selbst befreien.

.


Nö das ist nationale Politik!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Eiskalt » Di 6. Dez 2016, 11:29

relativ hat geschrieben:(02 Dec 2016, 12:16)

Mehr oder weniger wird hier das ganze Dilemma der EU deutlich. Denen, den es verglichen gut geht, wollen grob gesagt nix abgeben, bzw. keine Verantwortung für andere Staaten übernehmen und diejenigen denen es gerade nicht so gut geht, wollen eine Absicherung durch die Staaten , denen es gerade besser geht.
Das Problem liegt auch daran, daß es keine EU- Visionäre mehr gibt, die sich mit ihren Argumenten gegen eine egoistischer werdende Gemeinschaft durchsetzen können, dabei hätte die EU noch genug Power sowas durchzusetzen und im globalen Wettbewerb zu bestehen. Aber durch die Grabenkämpfe schwächt sich die EU m.M. zusehens


Denen, den es nicht so gut geht, weil Sie eine misserable Politik gemacht haben, müssen erst einmal nachweisen das Sie echte Hilfe und damit ist eben kein Füllhorn mit Geld allein gemeint auch annehmen und umsetzen wollen.
Griechenland ist das Paradebeispiel, keine Wettbewerbsfähigkeit, nichts was die selber wirklich anbieten.
Dank der EU gab es billige Kredite und das hat man an seine Klientel verteilt, es wird schon auf ewig so weitergehen.
Tat es nicht, ändern will man aber nichts, sondern die anderen sollen weiter bezahlen. So geht es ja nun nicht!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Eiskalt » Di 6. Dez 2016, 11:33

Alter Stubentiger hat geschrieben:(02 Dec 2016, 15:05)

Man sollte nicht mit ein paar Buzzworten um sich werfen um die Diskussion von einer sachlichen auf die emotionale Ebene zu holen.
Denn eins bist du nicht: Sachlich. Fehlt nur noch daß jetzt das Wort "Überfremdung" von dir kommt. Solche Argumentation hatten wir schon mal in D..


Doch sicher ist er sachlich und seine beiden Punkte sind vieles aber keine Nebensächlichkeiten!
Memento mori
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Eiskalt » Di 6. Dez 2016, 11:35

odiug hat geschrieben:(02 Dec 2016, 18:48)

Na ja ... kommt darauf an.
Aber in die Krise sparen, wie es den Griechen aufgezwungen wurde, bringt nichts ... im Gegenteil, macht die Dinge nur noch schlimmer.
Es gibt nicht ein historisches Beisiel, wo das funktionierte ... nicht eins!
Der Staat handelt antizyklisch, er spart im Bommzeiten und gibt Geld aus in der Krise um die Wirtschaft am laufen zu halten und deswegen ist der Staat keine schwaebische Hausfrau.
Aendert natuerlich nichts daran, dass Griechenland strukturelle Reformen braucht ... stimmt schon ... nur ohne Moos nix los ... das gilt so auch fuer Reformen.


Man sah nie, man sieht nicht und man wird wohl auch nie sehen das die Griechen wirklich Strukturreformen wollen und einleiten werden.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Eiskalt » Di 6. Dez 2016, 11:40

Alter Stubentiger hat geschrieben:(03 Dec 2016, 10:21)

Deutschland muß nur bürokratische Hemmnisse abbauen die in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurden und Gründer in vielen Bereichen zur Verzweiflung treiben. Man soll alles dokumentieren, jedes Jahr neue Bau und Dämmvorschriften. Immer neue Brandschutzverordnungen....usw.. Das muß besser werden. Dann gäbe es auch mehr Gründer. Man könnte dann auch mal günstiger Wohnungen bauen. Aber bei den Vorschriften sind nur noch teure Seniorenwohnanlagen profitabel.


Hier stimme ich zu, Verordnungen, Regelnugen etc alles nimmt Überhand, sehe ich in meiner Firma selber auch, der helle Wahnsinn.

Kein Wunder das Projekte wie BER nicht fertig werden und andere nur zu überdimensionierten Kosten, die wissen alle nicht mehr wo welche Schraube Pflicht ist.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 6. Dez 2016, 11:59

Eiskalt hat geschrieben:(06 Dec 2016, 11:33)

Doch sicher ist er sachlich und seine beiden Punkte sind vieles aber keine Nebensächlichkeiten!


Du kannst mir nicht erzählen das eine Diskussion mit 2 Schlagwörtern "sachlich" beendet werden kann.
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