Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

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Nomen Nescio
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 4. Mai 2018, 04:17

King Kong 2006 hat geschrieben:(03 May 2018, 21:17)

Die EU braucht einen Armee und einen Marschallplan für Afrika.

gestern hörte ich daß in marokko - kontrolle der EU zufolge - jetzt eine stau von afrikaner gibt. und daß die flüchtlinge sagen »hier werden wir jedenfalls humaner behandelt«. !!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 4. Mai 2018, 07:31

Nomen Nescio hat geschrieben:(04 May 2018, 05:17)

gestern hörte ich daß in marokko - kontrolle der EU zufolge - jetzt eine stau von afrikaner gibt. und daß die flüchtlinge sagen »hier werden wir jedenfalls humaner behandelt«. !!


Ja, dann wollen diese Afrikaner ja nun sicherlich nicht mehr nach Deutschland!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 8. Mai 2018, 22:47

Wie wird der Schutzschild für die EU und Iran aussehen? Und wie wird Trump die EU angehen? Oder lässt er es? Bei starken Worten...?

EU Plans to Shield Its Companies If Trump Ditches Iran Deal

The European Union said it has plans to protect the region’s companies if President Donald Trump announces later on Tuesday that he’s pulling out of the Iran nuclear deal, a move that could further strain trans-Atlantic ties over foreign policy.

“We are working on plans to protect the interests of European companies” Maja Kocijancic, EU spokeswoman for foreign affairs, told reporters in Brussels. She declined to elaborate further pending the U.S. president’s statement.

https://www.bloomberg.com/news/articles ... -iran-deal
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 9. Mai 2018, 06:46

Frankreich, Deutschland, Großbritannien (noch im Rahmen der EU ;) ) und Iran geben sich kämpferisch.

Dann eben ohne Trump

Trotz Frustration blieb nichts anderes, als nach vorne zu blicken. Den ganzen Tag schon feilten Berlin, Paris und London deswegen an einer Erklärung.


Weiterhin wird die Frage sein, wie Europäer und der Iran vor Trump geschützt werden kann. Sicher hat Peking oder Moskau dazu noch eine entschiedenere Meinung.

Die Erklärung liest sich kämpferisch: "Wir sehen uns weiterhin verpflichtet, uns für den Erhalt des Abkommens einzusetzen, und werden mit allen verbliebenen Parteien darauf hinwirken, dass das Abkommen bewahrt wird." Die USA werden in dem Statement direkt aufgefordert, nichts gegen die Staaten zu unternehmen, die den Deal beibehalten wollen.


Die sogenannten E3-Staaten Großbritannien, Frankreich und Deutschland sicherten Teheran indes "den Erhalt von wirtschaftlichen Vorteilen für das iranische Volk" zu, wenn sich das Land weiter an das Abkommen halte und internationale Kontrollen zulasse.


Die Trump-Administration will dagegen Berlin klar sagen, was man zu tun hat.

Der neue US-Botschafter Richard Grenell twitterte kurz nach der Rede die Interpretation für Deutschland. Kurz und knapp wie sein Chef forderte er alle deutschen Unternehmen, die in Iran aktiv sind, zum sofortigen Rückzug von dort auf.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 06913.html


Es wird die Entwicklung weiter forcieren, daß die EU eine eigenständigere Rolle neben den USA spielen wird.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 9. Mai 2018, 07:40

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 May 2018, 07:46)

Frankreich, Deutschland, Großbritannien (noch im Rahmen der EU ;) ) und Iran geben sich kämpferisch.
Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Der Atomdeal hat in wirtschaftlicher Hinsicht bei weitem nicht die Fortschritte gebracht die man sich erhofft hat. Der Warenaustausch ist zwar gestiegen, aber noch meilenweit von alten Zeiten entfernt. Das hängt vor allem mit der Weigerung der westlichen Großbanken zusammen Deals mit dem Iran zu finanzieren und abzuwickeln. Westliche Großbanken können es sich de facto nicht leisten es sich mit den USA zu verscherzen. Jetzt, nach dem Ausstieg der USA, wird es für die Unternehmen in der EU noch schwieriger werden Geschäfte mit dem Iran zu machen. Das Iran-Geschäft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch schneller in Richtung Asien (insbesondere China) abwandern, als bisher schon.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 9. Mai 2018, 07:52

Orbiter1 hat geschrieben:(09 May 2018, 08:40)

Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Der Atomdeal hat in wirtschaftlicher Hinsicht bei weitem nicht die Fortschritte gebracht die man sich erhofft hat. Der Warenaustausch ist zwar gestiegen, aber noch meilenweit von alten Zeiten entfernt. Das hängt vor allem mit der Weigerung der westlichen Großbanken zusammen Deals mit dem Iran zu finanzieren und abzuwickeln. Westliche Großbanken können es sich de facto nicht leisten es sich mit den USA zu verscherzen. Jetzt, nach dem Ausstieg der USA, wird es für die Unternehmen in der EU noch schwieriger werden Geschäfte mit dem Iran zu machen. Das Iran-Geschäft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch schneller in Richtung Asien (insbesondere China) abwandern, als bisher schon.


Deshalb hatten die Befürworter im Iran für das Abkommen immer größere Probleme den Kritikern und Hardlinern zu erklären weshalb man im Abkommen bleiben sollte und im Gegensatz zur USA vertragstreu. Die USA haben durch eigene Sanktionen das Abkommen schwer ausgebremst. Von Anfang an. Jetzt allerdings beginnt Trump einen regelrechten Handelskrieg gegen Europäer und Iraner.

Sicher wird der Iran sich noch stärker Richtung Asien orientieren. Die Tendenz gibt es ja schon länger. Mal sehen, ob Trump es schafft die Europäer abzuschneiden. So gesehen schafft Trump tatsächlich eher eine multipolare Welt mit mehreren Machtblöcken. Ob bewusst ist eine andere Frage....
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 9. Mai 2018, 07:53

    Es wird die Entwicklung weiter forcieren, daß die EU eine eigenständigere Rolle neben den USA spielen wird.

Diese Entwicklung ist doch schon in Bewegung seit etwa dem 1. Besuch der Kanzlerin bei Präsident Trump, als dann alles Mögliche "...ein Stück vorüber" war. Das mochte damals niemand sonst wahr haben, Präsident Macron nicht, und PM May auch nicht. Aus meiner Sicht ist dabei aber keine Eile geboten, sondern wir müssen uns eben Schritt für Schritt in der veränderten politischen Landschaft zurecht finden. Grundsätzlich schade, aber die Herren und Damen im Weißen Haus setzen uns gern vor vollendete Tatsachen. Das ist auf Dauer unerträglich. Nehmen wir Europäer uns die EU und machen wir uns selbständig. Wir müssen deshalb ja nicht in grundsätzliche Gegnerschaft verfallen, sondern nur dort, wo unsere Interessen sträflich mißachtet werden.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 9. Mai 2018, 08:15

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 May 2018, 08:52)

Mal sehen, ob Trump es schafft die Europäer abzuschneiden. So gesehen schafft Trump tatsächlich eher eine multipolare Welt mit mehreren Machtblöcken.
Die EU ist nach meinem Verständnis kein Machtblock. Das hat immer auch etwas mit militärischen Fähigkeiten zu tun. Wir haben es ja noch nicht einmal ohne US-Unterstützung geschafft die Bürgerkriege in Ex-Jugoslawien zu beenden. Und wir würden es auch nicht schaffen den Flüchtlingszustrom abzuwehren falls die Türkei aus dem Deal mit der EU aussteigt. Machtblock ist was anderes.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Mi 9. Mai 2018, 14:17

http://www.sueddeutsche.de/politik/berl ... -1.3972647
SZ 8. Mai 2018 Berlin und Paris - Eine Medaille mit zwei Seiten
"Fortschritte scheint es hingegen bei den Gespräche zur Euro-Zonen-Reform zu geben. Während Macron seine ursprüngliche Idee eines eigenen Haushalts für die Euro-Zone ad acta gelegt hat, nähern sich Deutschland und Frankreich bei der Umgestaltung des Rettungsschirms in einen Währungsfonds und beim Thema Bankenunion vorsichtig an. Die Verhandlungen sind technisch, es geht um die "Investitionskapazität", um Regeln, Kontrolle der Parlamente und die Definition eines ökonomischen "Schocks", der Hilfe rechtfertigt."
Auch scheint Macron die Idee eines deutlich höheren EU-Budgets nicht länger zu verfolgen. Finanzminister Olaf Scholz hat klargemacht, dass es wie bisher ein Prozent des Brutto-Nationaleinkommens zu zahlen bereit ist. Das sind zehn Milliarden Euro mehr als bisher, aber für die gesamte EU. Die Idee einer Sonderstellung für die Euro-Zone scheint ebenfalls langsam einzuschlafen.

Eine kleine Lösung zeichnet sich ab.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 9. Mai 2018, 15:15

Trump eröffnet eine zweite Front gegen Europa.

Sanktionen gegen Iran

Trump eröffnet zweite Front gegen Europa

Erst der Streit um Strafzölle, jetzt Trumps Rückzug aus dem Iran-Atomabkommen: Die Beziehungen der USA zur EU verschlechtern sich zusehends. Es droht ein gefährlicher Handelskrieg.


Die EU arbeitet an Schutzmaßnahmen gegen Trumps Politik.

Die EU gibt sich entschlossen. "Wir arbeiten an Plänen, unsere Unternehmen zu schützen", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 07015.html
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 9. Mai 2018, 18:10

Macron hat der ARD ein Interview gegeben. Lief wie erwartet. Am Schluss läuft seine Vorstellung der EU auf eine Transferunion hinaus. Vermutlich reicht es ihm noch nicht einmal wenn Deutschland in Verbindung mit dem neuen EU-Haushalt jährlich netto 25 bis 30 Mrd € bezahlt. Für was? Für Nettoempfänger die keinen Bock haben Reformen durchzuführen oder sich an die vertraglich vereinbarten Regeln halten?
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon aleph » Mi 9. Mai 2018, 18:23

Orbiter1 hat geschrieben:(09 May 2018, 19:10)

Macron hat der ARD ein Interview gegeben. Lief wie erwartet. Am Schluss läuft seine Vorstellung der EU auf eine Transferunion hinaus. Vermutlich reicht es ihm noch nicht einmal wenn Deutschland in Verbindung mit dem neuen EU-Haushalt jährlich netto 25 bis 30 Mrd € bezahlt. Für was? Für Nettoempfänger die keinen Bock haben Reformen durchzuführen oder sich an die vertraglich vereinbarten Regeln halten?

angeblich soll Deutschland durch exporterlöse seiner Wirtschaft mehr Einnahmen erzielen, als es an die eu zahlt.

keine Ahnung, wie hoch die Erlöse ohne eu wären. die Problematik, die du ansprichst, ist ein allgegenwärtiges Problem, haben wir innerhalb Deutschlands auch mit ländertransfer und sozialtransfer. innerhalb der eu kann das mit Mitbestimmung gelöst werden, sprich ein Wirtschaftsministerium finanzministerium der eu, das nur Geld bei entsprechenden gegenleistungen zur Verfügung stellt.

wie sind denn deine Vorstellungen einer eu?
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 9. Mai 2018, 18:30

Orbiter1 hat geschrieben:(09 May 2018, 19:10)

Macron hat der ARD ein Interview gegeben. Lief wie erwartet. Am Schluss läuft seine Vorstellung der EU auf eine Transferunion hinaus. Vermutlich reicht es ihm noch nicht einmal wenn Deutschland in Verbindung mit dem neuen EU-Haushalt jährlich netto 25 bis 30 Mrd € bezahlt. Für was? Für Nettoempfänger die keinen Bock haben Reformen durchzuführen oder sich an die vertraglich vereinbarten Regeln halten?

Nur mal nachdenken.
Deutschland ist nicht alles und profitiert von Europa und der Weltwirtschaft.
Das ist auch gut so.
Aber wir sind nur so gut wie unsere Partner.
Oder anders,
könnte dieses Land weiterhin Märkte erobern,
ohne Partner zu beteiligen?
Was stellst du also für eine Frage?
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon aleph » Mi 9. Mai 2018, 20:02

Bielefeld09 hat geschrieben:(09 May 2018, 19:30)

Nur mal nachdenken.
Deutschland ist nicht alles und profitiert von Europa und der Weltwirtschaft.
Das ist auch gut so.
Aber wir sind nur so gut wie unsere Partner.
Oder anders,
könnte dieses Land weiterhin Märkte erobern,
ohne Partner zu beteiligen?
Was stellst du also für eine Frage?

wir sollten Chinesen, Japaner, Amerikaner usa. einladen, die Europäische Union mitzufinanzieren. dann können Sie an die nunmehr stärkeren Partner mehr verkaufen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 9. Mai 2018, 20:57

aleph hat geschrieben:(09 May 2018, 19:23)

die Problematik, die du ansprichst, ist ein allgegenwärtiges Problem, haben wir innerhalb Deutschlands auch mit ländertransfer und sozialtransfer. innerhalb der eu kann das mit Mitbestimmung gelöst werden, sprich ein Wirtschaftsministerium finanzministerium der eu, das nur Geld bei entsprechenden gegenleistungen zur Verfügung stellt.
Wie schlecht das funktioniert kann man sich im Fall Griechenland ansehen. Nach Schuldenschnitt von 107 Mrd €, Kredite der Euro-Steuerzahler von 260 Mrd € und 7 Jahren „Herrschaft“ durch die Troika kann von nachhaltiger Änderung keine Rede sein. Vetternwirtschaft, Korruption und Steuerhinterziehung sind auf dem gleichen Level wie davor. Das gleiche gilt für den Schuldenstand.

wie sind denn deine Vorstellungen einer eu?
Maximal 10 Länder aus West- und Nordeuropa die von der Wirtschaftskraft und Mentalität her zusammenpassen. Die sind dann auch in der Lage eine tiefere Integration umzusetzen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 9. Mai 2018, 21:24

aleph hat geschrieben:(09 May 2018, 19:23)

angeblich soll Deutschland durch exporterlöse seiner Wirtschaft mehr Einnahmen erzielen, als es an die eu zahlt.

Da müßte man zur Klärung eingreifen: Sind dies die Erlöse, die unsere Wirtschaft durch den Binnenhandel innerhalb der EU erwirtschaftet? Und wenn es denn genau so wäre, warum sollen wir denn keinen Gewinn aus der EU ziehen? Wir Deutschen arbeiten und liefern doch auch dafür.

keine Ahnung, wie hoch die Erlöse ohne eu wären. die Problematik, die du ansprichst, ist ein allgegenwärtiges Problem, haben wir innerhalb Deutschlands auch mit ländertransfer und sozialtransfer. innerhalb der eu kann das mit Mitbestimmung gelöst werden, sprich ein Wirtschaftsministerium finanzministerium der eu, das nur Geld bei entsprechenden gegenleistungen zur Verfügung stellt.

Das ist auch meine Sicht der Dinge. Systematische Ländertransfers und Sozialtransfers bedeuten auf jeden Fall so etwas wie eine staatliche Einheit; vor allem aber darf diese Leistung nicht auf "ewig" angelegt sein. Vielmehr müssen die Beteiligten einen gemeinsam Weg finden, an dessen Ende diese Transfers nicht mehr erforderlich sind. Das heißt politische Mitbestimmung in der Wirtschaftspolitik der Leistungsempfänger. In meiner nationalen Welt wäre das so, daß die Bundesregierung mit den Empfängerländern Abhilfen für deren Notlagen sucht... oder eben die Geberländer diese Verantwortung übernehmen.
wie sind denn deine Vorstellungen einer eu?

Im Großen und Ganzen sehe ich auch die Randbedingungen in einer Gemeinschaft, die Orbiter1 aufgeschrieben hat. Eine politische Gemeinschaft von sehr Ungleichen in ihren Erwartungen kann auf Dauer nicht gut gehen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon BingoBurner » Mi 9. Mai 2018, 21:38

Orbiter1 hat geschrieben:(09 May 2018, 21:57)

Wie schlecht das funktioniert kann man sich im Fall Griechenland ansehen. Nach Schuldenschnitt von 107 Mrd €, Kredite der Euro-Steuerzahler von 260 Mrd € und 7 Jahren „Herrschaft“ durch die Troika kann von nachhaltiger Änderung keine Rede sein. Vetternwirtschaft, Korruption und Steuerhinterziehung sind auf dem gleichen Level wie davor. Das gleiche gilt für den Schuldenstand.

Maximal 10 Länder aus West- und Nordeuropa die von der Wirtschaftskraft und Mentalität her zusammenpassen. Die sind dann auch in der Lage eine tiefere Integration umzusetzen.



Na dann.....fangen wir mal von vorne an......

Griechenland und Italien haben sich um die Flüchlingstströme gekümmert........
Als deren Laut größer wurde........nach dem Motto.........EH............... WIR BRAUCHEN UNTERSTÜZUNG..........schweigen im Walde.....WIR BRAUCHEN GELD LIEBE EU

Daraus hat man aber gelernt.........ich frage mich eher wer die Eu weiterhin auf Kurs hält...............Macron oder Merkel........
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 9. Mai 2018, 21:54

BingoBurner hat geschrieben:(09 May 2018, 22:38)

Na dann.....fangen wir mal von vorne an......
Am besten bei einer verkleinerten EU.
Griechenland und Italien haben sich um die Flüchlingstströme gekümmert........
Ja, sie haben die Flüchtlingsströme aus dem Meer gefischt und anschließend an ihre nördliche Landesgrenzen gebracht. Kümmern ist was anderes.
Als deren Laut größer wurde........nach dem Motto.........EH............... WIR BRAUCHEN UNTERSTÜZUNG..........schweigen im Walde.....WIR BRAUCHEN GELD LIEBE EU
Alles was Griechenland heute für die Betreuung von Flüchtlingen ausgibt ist voll von der EU finanziert.
Daraus hat man aber gelernt.........ich frage mich eher wer die Eu weiterhin auf Kurs hält...............Macron oder Merkel........
Was hat man denn daraus gelernt und was für ein Kurs?
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 10. Mai 2018, 15:53

Trump hat den Europäern eine klare Abfuhr erteilt. Quasi sogar den Federhandschuh zum Händel hingeworfen. Vielleicht hilft das als Starter? ;)

M & M, Merkel und Macron:

Merkel:

Vielmehr müsse Europa "sein Schicksal selbst in die Hand nehmen". "Das ist die Aufgabe der Zukunft."


Macron:

Ähnlich klang das bei Macron, der die Europäer zu Stärke und Einigkeit aufrief: "Seien wir nicht schwach", sagte der 40-Jährige. Europa müsse eine eigene Souveränität aufbauen und dürfe seinen Kurs nicht von anderen Mächten bestimmen lassen. Mit Blick auf die Reaktion großer europäischer Länder auf den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit den Iran sagte Macron: "Wir haben uns entschieden, Frieden und Stabilität im Nahen und Mittleren Osten zu schaffen."

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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon van Kessel » Do 10. Mai 2018, 23:17

als Karlspreis-Verleihungs-Verein kann Europa überleben; als politische Union nicht. Als Wirtschaftsgemeinschaft kann sie sich ein wenig über die Zeit retten.
Es wäre empfehlenswert für die Union, Kassensturz zu machen und die Verträge von Maastricht/Lissabon auf die veränderte Weltlage abzustimmen.

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