Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 06:49

@ Wähler: Vorstehenden Beitrag halte ich für wohltuend sachlich. Vielen Dank!

Eine Anmerkung zu "sozialstaatlichen Transfers". Solche Leistungen sind so lange grober Unfug, wie die Leistenden nicht über die gesamte Politik der Empfänger mitbestimmen können... und umgekehrt. Man stelle sich vor, ein besonders "fortschrittlicher" Staat führt das "bedingungslose Grundeinkommen für alle" ein und bemerkt, daß er dieses Gesellschaftsmodell nicht wuppen kann. Dann ist es natürlich gut, wenn der reiche Onkel aus Europa bedingungslos einspringt... :D

Klar, so geht das nicht! Aber wenn wir die EU zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum hin entwickeln, dann muß uns auch zu Sozialfragen der Gemeinschaft etwas einfallen. Das eine ist ohne das andere auch nicht recht vorstellbar.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Mi 6. Jun 2018, 09:16

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 07:49)
Eine Anmerkung zu "sozialstaatlichen Transfers". Solche Leistungen sind so lange grober Unfug, wie die Leistenden nicht über die gesamte Politik der Empfänger mitbestimmen können... und umgekehrt. Man stelle sich vor, ein besonders "fortschrittlicher" Staat führt das "bedingungslose Grundeinkommen für alle" ein und bemerkt, daß er dieses Gesellschaftsmodell nicht wuppen kann. Dann ist es natürlich gut, wenn der reiche Onkel aus Europa bedingungslos einspringt... :D
Klar, so geht das nicht! Aber wenn wir die EU zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum hin entwickeln, dann muß uns auch zu Sozialfragen der Gemeinschaft etwas einfallen. Das eine ist ohne das andere auch nicht recht vorstellbar.

Die Sozialpolitik fällt nach wie vor in die nationale Zuständigkeit, weshalb eine EU-weite Arbeitslosenversicherung ein schwer vorstellbarer Paradigmenwechsel wäre. Wenn Deutschland sich endlich als offenes Einwanderungsland mit klaren Bedingungen für EU-Binnenwanderer und Flüchtlinge definieren würde, könnte es auch etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit in den EU-Südländern tun. Damit wäre auch den nationalkonservativen Populisten hierzulande viel Wind aus den Segeln genommen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 11:31

Wähler hat geschrieben:(06 Jun 2018, 10:16)

Die Sozialpolitik fällt nach wie vor in die nationale Zuständigkeit, weshalb eine EU-weite Arbeitslosenversicherung ein schwer vorstellbarer Paradigmenwechsel wäre. Wenn Deutschland sich endlich als offenes Einwanderungsland mit klaren Bedingungen für EU-Binnenwanderer und Flüchtlinge definieren würde, könnte es auch etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit in den EU-Südländern tun. Damit wäre auch den nationalkonservativen Populisten hierzulande viel Wind aus den Segeln genommen.


Diese Regelung kann ich mir nur vorstellen, wenn wir Europäer in einem gemeinsamen Staatswesen
auch gemeinsam über unser Schicksal bestimmen. So lange die Richtlinien der Politik in 27 Hauptstädten festgelegt werden, ist daran gar nicht zu denken.

Was wir tun könnten, das wäre die Arbeitsaufnahme und Berufsausbildung für junge arbeitslose Südstaatler erleichtern. Aber dort verstimmt vor Ort bleiben und auf den Trost aus Deutschland warten, das findet niemals meine Zustimmung. Das "Geschäft" muß beiden Seiten einen Vorteil bieten.

Im Grunde haben wir diese Möglichkeit heute schon. Da könnte man noch etwas mehr mit dem Spracherwerb tun und mit der Unterbringung von Auszubildenden, vielleicht noch landeseigene Ausbilder hier vor Ort einbinden... Mentalität, Sprache... aber danach setzt auch bei mir Ratlosigkeit ein.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Mi 6. Jun 2018, 12:55

Wähler hat geschrieben:(06 Jun 2018, 10:16)
Die Sozialpolitik fällt nach wie vor in die nationale Zuständigkeit, weshalb eine EU-weite Arbeitslosenversicherung ein schwer vorstellbarer Paradigmenwechsel wäre. Wenn Deutschland sich endlich als offenes Einwanderungsland mit klaren Bedingungen für EU-Binnenwanderer und Flüchtlinge definieren würde, könnte es auch etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit in den EU-Südländern tun. Damit wäre auch den nationalkonservativen Populisten hierzulande viel Wind aus den Segeln genommen.

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 12:31)
Was wir tun könnten, das wäre die Arbeitsaufnahme und Berufsausbildung für junge arbeitslose Südstaatler erleichtern.
Im Grunde haben wir diese Möglichkeit heute schon. Da könnte man noch etwas mehr mit dem Spracherwerb tun und mit der Unterbringung von Auszubildenden, vielleicht noch landeseigene Ausbilder hier vor Ort einbinden... Mentalität, Sprache... aber danach setzt auch bei mir Ratlosigkeit ein.

Deutschland braucht keine EU-weite Arbeitslosenversicherung zu unterstützen, wenn es ein offenes Einwanderungsland mit klaren und fairen Bedingungen für EU-Binnenwanderer wird.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 13:26

Wähler hat geschrieben:(06 Jun 2018, 13:55)

Deutschland braucht keine EU-weite Arbeitslosenversicherung zu unterstützen, wenn es ein offenes Einwanderungsland mit klaren und fairen Bedingungen für EU-Binnenwanderer wird.


Aber das ist unser Land doch schon längst durch das Recht auf Arbeitsaufnahme innerhalb der EU; in der EU kann jeder EU-Bürger frei seinen Arbeitsplatz wählen. Wichtig ist nur, daß er jemanden findet, der ihn dauerhaft (6 Monate?) mit sozialversichert beschäftigt. Davon machen jährlich 200.000 Polen Gebrauch und 300.000 Rumänen. Ich wollte diese Zahlen auch nicht glauben, aber sie sind in einer amtlichen Statistik nach zu lesen.

Unser Land ist sogar noch weiter gegangen und hat Mitarbeiter des Bundsamtes für Arbeit in die Zentren der Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa entsandt., hat Sprachkurse für Interessenten an einer Berufsausbildung in Deutschland organisiert. Einen überwältigenden Erfolg hat diese Maßnahme nicht gehabt.

Daß man in Deutschland nicht als Fachmann auftreten kann, wenn man weder Deutsch noch Englisch genügend gut beherrscht, das ist ja auch klar. Da spielen Arbeitgeber und vermutlich auch Gewerkschaften nicht mit.

Deshalb frage ich ganz unschuldig: Was könnte Deutschland denn tun, damit in Ihrem Sinne klare und faire Bedingungen zur Arbeitsaufnahme von EU-Bürgern herrschen? Ich sehe da wirklich kaum noch Verbesserungsmöglichkeiten, die nicht schon in den EU-Verträgen ("die Grundfreiheiten im Binnenmarkt") enthalten sind.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jun 2018, 14:18

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 12:31)
Was wir tun könnten, das wäre die Arbeitsaufnahme und Berufsausbildung für junge arbeitslose Südstaatler erleichtern.


Es ist nicht unsere Aufgabe, die Defizite der Südländer auszugleichen. Die Berufsausbildung von deren Jugend ist erst einmal deren Aufgabe.

Ich bin strikt dagegen, auch nur einen Euro dafür auszugeben. Wir sollten höchstens mehr Geld in unsere Schulen, Hochschulen und Berufsschulen stecken.

Die anderen könnn sich dann an unseren Beispiel orientieren.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Mi 6. Jun 2018, 14:38

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 14:26)
Deshalb frage ich ganz unschuldig: Was könnte Deutschland denn tun, damit in Ihrem Sinne klare und faire Bedingungen zur Arbeitsaufnahme von EU-Bürgern herrschen? Ich sehe da wirklich kaum noch Verbesserungsmöglichkeiten, die nicht schon in den EU-Verträgen ("die Grundfreiheiten im Binnenmarkt") enthalten sind.

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 15:18)
Es ist nicht unsere Aufgabe, die Defizite der Südländer auszugleichen. Die Berufsausbildung von deren Jugend ist erst ein
mal deren Aufgabe.
Ich bin strikt dagegen, auch nur einen Euro dafür auszugeben. Wir sollten höchstens mehr Geld in unsere Schulen, Hochschulen und Berufsschulen stecken.
Die anderen könnn sich dann an unseren Beispiel orientieren.

Genau diese Haltung stört mich. Wir erwarten fertig ausgebildete Fachkräfte, die möglichst in der Heimat schon Deutsch mit Level B2 gelernt haben. Das sollten wir aber dann wenigstens in einem Einwanderungsgesetz auch so festhalten, damit die anderen wissen, worauf sie sich in Deutschland einlassen. Entwicklungshilfe an Flüchtlingen hier vor Ort mit Rückkehrprämien dürfte dann wohl als "teurer Luxus" auch nicht ansatzweise möglich werden. Und Solidararbeit für langzeitarbeitslose Hartz-IV-Empfänger? Wo kämen wir denn da hin in Deutschland. ;) Die Fachkräfte wachsen aber auch hier in Deutschland nicht "auf Bäumen" zahlreich genug nach.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jun 2018, 15:26

"Wir" erwarten keine Fachkräfte. Wenn Unternehmen Fachkräfte brauchen, müssen sie diese anwerben und ausbilden und dafür zahlen.

Wir haben immer noch 2,5 Millionen Arbeitslose.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 16:19

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 15:18)

Es ist nicht unsere Aufgabe, die Defizite der Südländer auszugleichen. Die Berufsausbildung von deren Jugend ist erst einmal deren Aufgabe.

Ich bin strikt dagegen, auch nur einen Euro dafür auszugeben. Wir sollten höchstens mehr Geld in unsere Schulen, Hochschulen und Berufsschulen stecken.

Die anderen könnn sich dann an unseren Beispiel orientieren.


Das wäre grundsätzlich die richtige Einstellung: Jede Gesellschaft soll sich doch in eigener Verantwortung entwickeln. Unter den herrschenden Umständen halte ich diese Einstellung aber für wenig sinnvoll. Wir sehen ja, daß diese Gesellschaften an sich selbst scheitern. Um dort überhaupt etwas zu verbessern, müßte man dort ein sehr strenges Kontrollsystem aufbauen, das dort Korruption und Mißwirtschaft und Vetternwirtschaft und Rechtsbeugung eindämmt. Von allein geschieht das nicht, und ein fremdes Kontrollsystem würde sehr bald als verhaßtes fremdes Herrschaftssystem empfunden.

Wenn man dann aber helfen möchte, um unsere Gemeinschaft auf bessere Füße zu stellen, dann muß die Hilfe hier in unserem Lande aufgebaut werden. Ohne Sprachvermittlung geht das aber nicht; die könnte man im fremden Land bereit stellen, notfalls sogar für Grundlagenfächer bis zur Mittelschule für jene Bewerber, die eine Arbeitsaufnahme in Deutschland anstreben.

Gut ausgebildete und berufserfahrene Leute mit brauchbaren deutschen Sprachkenntnissen könnte unsere Wirtschaft vor Ort in der EU und hier im Lande gebrauchen. Oft, so heißt es, scheitern Investitionsvorhaben in der EU daran, daß einfach nicht die Fachleute an zu werben sind, die für einen funktionierenden Betrieb einer neuen Niederlassung benötigt werden. Wir verfolgen also mit unserer Hilfe keineswegs uneigennützige Ziele.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 16:25

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 16:26)

"Wir" erwarten keine Fachkräfte. Wenn Unternehmen Fachkräfte brauchen, müssen sie diese anwerben und ausbilden und dafür zahlen.

Wir haben immer noch 2,5 Millionen Arbeitslose.


An deren Entwicklung und Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt arbeiten aber seit Jahren sehr viele Menschen mit Umschulungen und Fortbildungen. Da kann niemand sagen, daß unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft keine Anstrengungen machten, diese Menschen wieder auf eigene Füße zu stellen. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist eben nicht besser.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 6. Jun 2018, 17:00

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 14:26)

Aber das ist unser Land doch schon längst durch das Recht auf Arbeitsaufnahme innerhalb der EU; in der EU kann jeder EU-Bürger frei seinen Arbeitsplatz wählen. Wichtig ist nur, daß er jemanden findet, der ihn dauerhaft (6 Monate?) mit sozialversichert beschäftigt. Davon machen jährlich 200.000 Polen Gebrauch und 300.000 Rumänen. Ich wollte diese Zahlen auch nicht glauben, aber sie sind in einer amtlichen Statistik nach zu lesen.

Unser Land ist sogar noch weiter gegangen und hat Mitarbeiter des Bundsamtes für Arbeit in die Zentren der Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa entsandt., hat Sprachkurse für Interessenten an einer Berufsausbildung in Deutschland organisiert. Einen überwältigenden Erfolg hat diese Maßnahme nicht gehabt.
Dazu muß man vor allem Bereitschaft mitbringen den Hintern hochzukriegen und in ein Land zu gehen in dem es Arbeit gibt. Diese Bereitschaft ist innerhalb der EU extrem unterschiedlich ausgeprägt. Z. B. leben und arbeiten laut Eurostat 19,7% der Rumänen zwischen 20 und 64 Jahren außerhalb Rumäniens, bei den Polen sind das 7,8%, im Krisenland Griechenland sind es 6%, aber in Italien nur 3,1% und in Spanien gar nur 1,6%. Hier ein Überblick: http://www.bilder-hochladen.net/files/b ... e-1635.jpg Sorry, aber so schlimm kann die Krise in Italien und Spanien nicht sein.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jun 2018, 17:09

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 17:19)
Gut ausgebildete und berufserfahrene Leute mit brauchbaren deutschen Sprachkenntnissen könnte unsere Wirtschaft vor Ort in der EU und hier im Lande gebrauchen. Oft, so heißt es, scheitern Investitionsvorhaben in der EU daran, daß einfach nicht die Fachleute an zu werben sind, die für einen funktionierenden Betrieb einer neuen Niederlassung benötigt werden. Wir verfolgen also mit unserer Hilfe keineswegs uneigennützige Ziele.

Das müssen die Firmen selber tun. In Spanien haben deutsche Firmen so etwas Ähnliches wie unsere duale Ausbildung etabliert. Berufsausbildung war immer Sache der Firmen. Wer gute Leute will, muss in die Ausbildung investieren. Punkt.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 17:30

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:09)

Das müssen die Firmen selber tun. In Spanien haben deutsche Firmen so etwas Ähnliches wie unsere duale Ausbildung etabliert. Berufsausbildung war immer Sache der Firmen. Wer gute Leute will, muss in die Ausbildung investieren. Punkt.


Das finde ich jetzt erst einmal gut. Klar, wer Leute braucht, der soll bezahlen. Warum gilt das dann nicht auch für die Hochschulen, insbesondere die MIT Studiengänge? :cool:

Nein, ich halte es schon für sinnvoll, wenn unser Land das ihm Mögliche unternimmt, um die Jugendarbeitslosigkeit in den Südstaaten zu lindern. Mit "Geht uns nix an!" entläßt man doch keine Generation junger Leute in die Untauglichkeit. Das ist nicht meine Verfahrensweise. Wir sollten nach Möglichkeit die junge Generation in diesen Ländern durch Fördermaßnahmen für uns gewinnen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 17:35

Orbiter1 hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:00)

Dazu muß man vor allem Bereitschaft mitbringen den Hintern hochzukriegen und in ein Land zu gehen in dem es Arbeit gibt. Diese Bereitschaft ist innerhalb der EU extrem unterschiedlich ausgeprägt. Z. B. leben und arbeiten laut Eurostat 19,7% der Rumänen zwischen 20 und 64 Jahren außerhalb Rumäniens, bei den Polen sind das 7,8%, im Krisenland Griechenland sind es 6%, aber in Italien nur 3,1% und in Spanien gar nur 1,6%. Hier ein Überblick: http://www.bilder-hochladen.net/files/b ... e-1635.jpg Sorry, aber so schlimm kann die Krise in Italien und Spanien nicht sein.


Ja, das ist ein ganz schwieriger Punkt, der mir auch bekannt war. Was tun? Sagen: "Ihr baut uns hier gleich mehrere Türken auf, um Geld von uns ab zu zocken!" oder eben tun, was möglich ist, um den jungen Leuten mit Ausbildung zu einem Beruf und Broterwerb zu verhelfen? Wer keinen Streit sucht, der muß aus meiner Sicht den zweiten Weg gehen. Bei "nichts tun" hätte ich ein ganz schlechtes Gewissen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jun 2018, 17:40

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:30)

Das finde ich jetzt erst einmal gut. Klar, wer Leute braucht, der soll bezahlen. Warum gilt das dann nicht auch für die Hochschulen, insbesondere die MIT Studiengänge? :cool:

Nein, ich halte es schon für sinnvoll, wenn unser Land das ihm Mögliche unternimmt, um die Jugendarbeitslosigkeit in den Südstaaten zu lindern. Mit "Geht uns nix an!" entläßt man doch keine Generation junger Leute in die Untauglichkeit. Das ist nicht meine Verfahrensweise. Wir sollten nach Möglichkeit die junge Generation in diesen Ländern durch Fördermaßnahmen für uns gewinnen.

Wir haben in "diesem unseren Land" einen extremen Investitionsstau und geben generell zu wenig für die Bildung aus. Hier sind die Ausgaben zu steigern, und nicht mit Transfers in andere Länder.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 17:43

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:40)

Wir haben in "diesem unseren Land" einen extremen Investitionsstau und geben generell zu wenig für die Bildung aus. Hier sind die Ausgaben zu steigern, und nicht mit Transfers in andere Länder.


Vielleicht ist anderenorts mehr Wirkung mit den Investitionsmitteln zu erzielen. Das ist doch Politik, die unsere Parteien und Regierungen gestalten.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jun 2018, 17:55

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:43)

Vielleicht ist anderenorts mehr Wirkung mit den Investitionsmitteln zu erzielen.

Dann wäre es ja logisch, dass die dort selbst investieren. Aber vermutlich rentieren die Investitionen dort nicht.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 19:23

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:55)

Dann wäre es ja logisch, dass die dort selbst investieren. Aber vermutlich rentieren die Investitionen dort nicht.


Hoch verschuldet...?
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jun 2018, 19:42

Eine Investition, die Rendite erbringt, muss man machen. Die Verschuldung spielt dann keine Rolle.

Sie haben aber andere Prioritäten als die Berufsausbildung. Sie sind daran nicht interessiert. Weil sie es noch nicht mal verstehen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Do 7. Jun 2018, 06:41

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 20:42)

Eine Investition, die Rendite erbringt, muss man machen. Die Verschuldung spielt dann keine Rolle.

Sie haben aber andere Prioritäten als die Berufsausbildung. Sie sind daran nicht interessiert. Weil sie es noch nicht mal verstehen.


Die Bundesrepublik tut genau das, was Sie bemängeln: Sie investiert dort, wo Erträge winken. Und sie bietet Hilfe an dort, wo sie möglicherweise mit langen Zähnen zerkaut wird. Weil sie auch uns nützt. Diese Strategie ist doch recht gut zu erkennen. Gut so!

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