Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20409
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 17:35

Orbiter1 hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:00)

Dazu muß man vor allem Bereitschaft mitbringen den Hintern hochzukriegen und in ein Land zu gehen in dem es Arbeit gibt. Diese Bereitschaft ist innerhalb der EU extrem unterschiedlich ausgeprägt. Z. B. leben und arbeiten laut Eurostat 19,7% der Rumänen zwischen 20 und 64 Jahren außerhalb Rumäniens, bei den Polen sind das 7,8%, im Krisenland Griechenland sind es 6%, aber in Italien nur 3,1% und in Spanien gar nur 1,6%. Hier ein Überblick: http://www.bilder-hochladen.net/files/b ... e-1635.jpg Sorry, aber so schlimm kann die Krise in Italien und Spanien nicht sein.


Ja, das ist ein ganz schwieriger Punkt, der mir auch bekannt war. Was tun? Sagen: "Ihr baut uns hier gleich mehrere Türken auf, um Geld von uns ab zu zocken!" oder eben tun, was möglich ist, um den jungen Leuten mit Ausbildung zu einem Beruf und Broterwerb zu verhelfen? Wer keinen Streit sucht, der muß aus meiner Sicht den zweiten Weg gehen. Bei "nichts tun" hätte ich ein ganz schlechtes Gewissen.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 6804
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jun 2018, 17:40

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:30)

Das finde ich jetzt erst einmal gut. Klar, wer Leute braucht, der soll bezahlen. Warum gilt das dann nicht auch für die Hochschulen, insbesondere die MIT Studiengänge? :cool:

Nein, ich halte es schon für sinnvoll, wenn unser Land das ihm Mögliche unternimmt, um die Jugendarbeitslosigkeit in den Südstaaten zu lindern. Mit "Geht uns nix an!" entläßt man doch keine Generation junger Leute in die Untauglichkeit. Das ist nicht meine Verfahrensweise. Wir sollten nach Möglichkeit die junge Generation in diesen Ländern durch Fördermaßnahmen für uns gewinnen.

Wir haben in "diesem unseren Land" einen extremen Investitionsstau und geben generell zu wenig für die Bildung aus. Hier sind die Ausgaben zu steigern, und nicht mit Transfers in andere Länder.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20409
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 17:43

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:40)

Wir haben in "diesem unseren Land" einen extremen Investitionsstau und geben generell zu wenig für die Bildung aus. Hier sind die Ausgaben zu steigern, und nicht mit Transfers in andere Länder.


Vielleicht ist anderenorts mehr Wirkung mit den Investitionsmitteln zu erzielen. Das ist doch Politik, die unsere Parteien und Regierungen gestalten.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 6804
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jun 2018, 17:55

H2O hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:43)

Vielleicht ist anderenorts mehr Wirkung mit den Investitionsmitteln zu erzielen.

Dann wäre es ja logisch, dass die dort selbst investieren. Aber vermutlich rentieren die Investitionen dort nicht.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20409
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 6. Jun 2018, 19:23

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 18:55)

Dann wäre es ja logisch, dass die dort selbst investieren. Aber vermutlich rentieren die Investitionen dort nicht.


Hoch verschuldet...?
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 6804
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jun 2018, 19:42

Eine Investition, die Rendite erbringt, muss man machen. Die Verschuldung spielt dann keine Rolle.

Sie haben aber andere Prioritäten als die Berufsausbildung. Sie sind daran nicht interessiert. Weil sie es noch nicht mal verstehen.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20409
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Do 7. Jun 2018, 06:41

Senexx hat geschrieben:(06 Jun 2018, 20:42)

Eine Investition, die Rendite erbringt, muss man machen. Die Verschuldung spielt dann keine Rolle.

Sie haben aber andere Prioritäten als die Berufsausbildung. Sie sind daran nicht interessiert. Weil sie es noch nicht mal verstehen.


Die Bundesrepublik tut genau das, was Sie bemängeln: Sie investiert dort, wo Erträge winken. Und sie bietet Hilfe an dort, wo sie möglicherweise mit langen Zähnen zerkaut wird. Weil sie auch uns nützt. Diese Strategie ist doch recht gut zu erkennen. Gut so!
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 2267
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Orbiter1 » Do 7. Jun 2018, 12:46

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Mar 2018, 07:37)

Die Einführung der Finanztransaktionssteuer könnte diesmal tatsächlich gelingen. In den vergangenen Jahren haben sich vor allem die Briten massiv dagegen gewehrt. Nach ihrem Austritt aus der EU würde ihnen deren Einführung in der EU/ Eurozone sogar entgegenkommen, da ein erheblicher Teil der Börsengeschäfte ins finanztransaktionssteuerfreie GB verlagert würde. Das DIW hat mal für Deutschland Einnahmen von 45 Mrd € pro Jahr, für Frankreich 36 Mrd € pro Jahr errechnet, zumindest in der Theorie. In der Praxis dürfte es nur ein Bruchteil davon sein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 22507.html Egal welcher Betrag am Ende rauskommt, es dürfte genug sein um die EU-Finanzen deutlich zu stärken, sofern ein Teil davon in ein EU-Budget für Innovationen, die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, usw. geht. Die Finanztransaktionssteuer dürfte auch einem großen Teil der Bevölkerung vermittelbar sein. Wird doch den bösen Banken und Zockern, die die letzte Finanzkrise ausgelöst haben, etwas weggenommen. Und der Großteil der Bevölkerung ist von der Finanztransaktionssteuer gar nicht betroffen.
Aus der Finanztransaktionssteuer könnte laut Finanzminister Scholz nun tatsächlich etwas werden. Damit könnte der von Merkel angesprochene Investitionshaushalt sicher größer ausfallen als "nur" im unteren 2-stelligen Mrd-Bereich.

"Auch einer Finanzstransaktionssteuer in Europa, die bereits im vergangenen und auch im aktuellen Koalitionsvertrag steht, räumte er neue Chancen ein. "Jetzt bin ich der zuständige Minister, und jetzt könnte es auch etwas werden", erklärte Scholz." Quelle: http://news.guidants.com
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4833
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 11. Jun 2018, 19:49

Plötzlich solidarisch mit Macron

Merkels späte Reue nach dem Trump-Schock

Kanzlerin und Vize-Kanzler wanzen sich an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron heran. Donald Trump und die eigene Konzeptlosigkeit lassen ihnen keine andere Wahl.


Europa und die Welt? Nicht so wichtig

Dabei hätten Merkel und Scholz so gerne ohne Macron weiterregiert. Von der "nationalen Hauptverantwortung" sprach die Kanzlerin in ihrem ersten Interview im ZDF nach ihrer vierten Amtsvereidigung im März, als man sie nach ihrer Antwort auf Macron fragte. Europa und die übrige Welt - das war ihr als Botschaft an ihre Wähler nicht so wichtig. Das Nationale war wichtiger.

Daran hält sie im Prinzip auch heute noch fest. Die erste Loyalität gelte immer dem eigenen Land, "die zweite sollte dann aber Europa gelten", sagte Merkel jetzt bei Anne Will. Ganz ohne "Deutschland first" geht es bei ihr eben auch nicht. Denn sie suggerierte, dass sich die beiden Loyalitäten voneinander abgrenzen und hierarchisieren lassen. Nach dem Motto: Erst dienen wir Deutschland, dann erst der Nato. Schon das geht nicht.

Diese gefährliche Illusion von der europäischen Zweitrangigkeit hätte ihr eigentlich spätestens der G7-Gipfel am Wochenende nehmen müssen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 12354.html


Das ist in der Tat ein Dilemma. Die EU-Zentrierung, die die CDU und SPD stets - auch im Wahlkampf - in den Vordergrund rückte, ist bei der Bevölkerung nicht immer gut angekommen. Als ich eine der letzten Reden von Schulz vor dem Bundeskanzlerwahlkampf hörte, fiel mir auf, das unzählige Male das Wort "Europa/EU" fiel und nur wenige Male "Deutschland". Das ist Wahlkampftechnisch ein Problem. Die Menschen haben nicht umsonst die Flügel links und rechts gewählt. Wer denkt denn mal an die eigene Bevölkerung? Brüssel, Flüchtlinge erscheinen wichtiger als die die Nation und Identität.

Nun ist Deutschland ein Industrieland. Man erhält z.T. Rohstoffe und veredelt sie. Die werden exportiert. Dadurch ist Deutschland reich. Jetzt hat sich gezeigt, daß mit einem Trump und einer sich veränderten Weltlage man angewiesen ist auch ein Schwergewicht zu sein. Das ist man nicht mehr mit Deutschland alleine. Es erscheint stimmiger im schweren Verband der EU zu fahren. Auch fehlt der EU die militärische Durchsetzungskraft. Früher konnte man Staaten wie China und Iran mit Kanonenbootpolitik zwingen. Auch wenn sie keine Kolonien waren, mußten sie wie viele andere "zum Glück" gezwungen werden. Heute spricht man von Anti-Access/Area Denial (A2/AD), z.B. durch Raketensysteme. Durch Waffensysteme kann man sich jetzt die ehemaligen Kolonialmächte auf Distanz halten. Was natürlich als Aggression wahrgenommen wird. Jetzt läuft es in der Arena fast nur noch mit politischem Gewicht. Die hat Deutschland - auch gegen die USA - primär in der Bündnispolitik, hier der EU.

So muß jetzt der Spagat gelingen auf der einen Seite der dt. Bevölkerung nicht das Gefühl zu vermitteln man zahle nur an ärmere EU-Partner und Brüssel sagt bis auf den Joghurtbecher, wie man sich in Deutschland zu verhalten hätte und gleichzeitig klarzumachen, daß man mit mehr Wumms fährt im EU-Flottenverband.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20409
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mo 11. Jun 2018, 21:28

Was DER SPIEGEL veröffentlicht, das sind nicht Nachrichten, sondern Meinungen zu Nachrichten.Dadurch kann dieses Blatt Bilder und Stimmungen vermitteln, die von der Wahrheit ziemlich abgekoppelt sind.

Aus meiner Sicht unterscheidet sich der Europa-Kurs der Bundesregierung vom Kurs des französischen Präsidenten dadurch, daß die Bundesregierung möglichst die EU der 27 Partner zusammen halten will, während der französische Präsident nach Möglichkeit aus der Euro-Gruppe die zukünftige EU als Kern der Interessengleichheit dieser Partner aufbauen will.

Ich halte den französischen Versuch für sinnvoller, denn die EU der 27 tritt schon viel zu lange auf der Stelle oder zerlegt sich sogar durch Meinungsunterschiede.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20409
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 13. Jun 2018, 07:17

Nachdem die USA sich zunehmend ablösen von der politischen und wirtschaftlichen westlichen Führungsrolle hin zu einer unberechenbaren und selbstherrlichen Hegemonialmacht, sollte die EU ihre Rolle in der Welt neu bestimmen. Aktuell fühlen Japan und Kanada sich von den USA herum geschubst und schikaniert. Da könnte ich mir eine engere Anbindung dieser engen Wirtschaftspartner an die EU vorstellen bis hin zu einer künftigen Mitgliedschaft, wenn diese Wirtschaftspartner sich das auch wünschen sollten.

Das könnte als Ausgleich für die zu erwartende Lockerung der EU-Mitgliedschaft der Visegradgruppe als "Westverschiebung" gesehen werden. In Polen wird eine Volksabstimmung vorbereitet, die Festlegungen in die polnische Verfassung einführen soll, die die Teilnahme an der sich vertiefenden Zusammenarbeit in der EU ausschließen und die Bindungen an die USA verstärken.

viewtopic.php?f=8&t=63408&p=4227632#p4227632
Wähler
Beiträge: 4127
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Mi 20. Jun 2018, 09:28

http://www.sueddeutsche.de/politik/wege ... -1.4023589
SZ 20. Juni 2018 Wegen Merkels Treffen mit Macron - CSU will Koalitionsausschuss anrufen
Der gemeinsame Haushalt soll Merkel und Macron zufolge in der "strategischen" Verantwortung der EU-Staaten liegen, operativ über Ausgaben entscheiden soll die EU-Kommission in Brüssel. Die Details sind noch offen. Der Haushalt soll 2021 aufgelegt werden, wenn auch der neue EU-Haushalt beginnt. Ziel des Budgets ist "Wettbewerbsfähigkeit und Konvergenz", also die wirtschaftliche Annäherung der Euro-Staaten. Die Höhe des Budgets bleibt vorerst offen. Gespeist werden soll es aus nationalen Beiträgen, Steuereinnahmen und EU-Ressourcen.

"Bayerns Ministerpräsident Söder warnte Merkel davor, europäische Finanz- und Asylpolitik zu vermischen. Es könne nicht sein, dass die Kanzlerin versuche, andere europäische Länder mit finanziellen Zusagen zu einer Zusammenarbeit in Asylfragen zu bringen. "Beides sind zwei unterschiedliche Bereiche. Es braucht ein klares Rechtsstaatsprinzip", sagte er."
Die CSU verfolgt eine grundsätzliche andere Europapolitik als die CDU.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 2267
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 20. Jun 2018, 09:36

Wähler hat geschrieben:(20 Jun 2018, 10:28)

http://www.sueddeutsche.de/politik/wege ... -1.4023589
SZ 20. Juni 2018 Wegen Merkels Treffen mit Macron - CSU will Koalitionsausschuss anrufen
Die CSU soll ihren Koalitionsausschuss bekommen. Aber frühestens 2 Wochen nachdem Seehofer seinen 63-Punkte-Plan zum Thema Asyl schriftlich vorgelegt hat.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 6804
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Senexx » Do 21. Jun 2018, 04:35

Der Rückbau der EU kommt endlich in Gang: Bilaterale Verträge statt EU-Regelungen durch Brüssel.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 14129.html

Die Realität zwingt sie, das zu tun, was sie bisher nie tun wollten. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Benutzeravatar
garfield336
Beiträge: 10209
Registriert: Mo 25. Mär 2013, 21:05

Re: Rückbau der EU

Beitragvon garfield336 » Do 21. Jun 2018, 09:33

Senexx hat geschrieben:(11 May 2017, 01:35)
ins ferne, gefräßige, fette Brüssel.


Brüssel ist doch nicht fern. knappe 2stündige Autofahrt. :)
sünnerklaas
Beiträge: 1859
Registriert: Do 10. Aug 2017, 14:41

Re: Rückbau der EU

Beitragvon sünnerklaas » Do 21. Jun 2018, 09:44

Senexx hat geschrieben:(21 Jun 2018, 05:35)

Der Rückbau der EU kommt endlich in Gang: Bilaterale Verträge statt EU-Regelungen durch Brüssel.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 14129.html

Die Realität zwingt sie, das zu tun, was sie bisher nie tun wollten. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.


Die Folge: sämtliche Verträge müssten einzeln ausgehandelt und beschlossen werden. Dauer von Verhandlungsbeginn bis Ratifizierung: 5 bis 10 Jahre.
sünnerklaas
Beiträge: 1859
Registriert: Do 10. Aug 2017, 14:41

Re: Rückbau der EU

Beitragvon sünnerklaas » Do 21. Jun 2018, 09:49

H2O hat geschrieben:(27 Feb 2018, 10:57)

Da war ich auch schon angelangt: Etwas wirklich Funktionierendes auf die Beine stellen und die Nachbarn einladen, sich zu den funktionierenden Bedingungen ein zu bringen. Aber heute muß dieser Gedanke eine letzte Rückfallposition sein, bevor alles Erreichte zu Bruch geht. Jetzt sollten wir erst einmal der Bundesregierung eine Gelegenheit geben, sich mit der Reparatur der EU gründlich zu befassen, natürlich untergehakt mit den französischen Nachbarn und allen Kräften, die eine stetig sich vertiefende Zusammenarbeit in der EU anstreben.

Seinen Ansprachen zufolge sieht Präsident Macron dort auch die französische Zukunft!


Eine vertiefende Zusammenarbeit wird es maximal zwischen D, F und den Benelux-Staaten geben. Der Rest wird sich - teilweise aus Wut - verabschieden. um dann wütend an den Grenzzäunen und -toren rütteln und zu brüllen und zu jammern, warum man sie nicht mehr mitmachen ließe. Für Ost- und Südeuropa dürften dann sehr harte Zeiten anbrechen.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20409
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Rückbau der EU

Beitragvon H2O » Do 21. Jun 2018, 10:00

sünnerklaas hat geschrieben:(21 Jun 2018, 10:49)

Eine vertiefende Zusammenarbeit wird es maximal zwischen D, F und den Benelux-Staaten geben. Der Rest wird sich - teilweise aus Wut - verabschieden. um dann wütend an den Grenzzäunen und -toren rütteln und zu brüllen und zu jammern, warum man sie nicht mehr mitmachen ließe. Für Ost- und Südeuropa dürften dann sehr harte Zeiten anbrechen.


Ich glaube schon, daß sehr schnell die Einsicht reifen wird, es mit dem Chauvinismus zu weit getrieben zu haben. Natürlich sollen alle einsichtigen Partner mitmachen, was denn sonst? Aber die Bedingungen müssen klar sein und Verstöße dagegen auch wirklich weh tun. Meinetwegen vom EuGH verhängt, damit "Politik" außen vor bleibt. Herrschaft des Rechts!
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43966
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon frems » Do 21. Jun 2018, 10:11

sünnerklaas hat geschrieben:(21 Jun 2018, 10:44)

Die Folge: sämtliche Verträge müssten einzeln ausgehandelt und beschlossen werden. Dauer von Verhandlungsbeginn bis Ratifizierung: 5 bis 10 Jahre.

Naja, die EU ist, was der Vorredner bis heute nicht weiß, sowohl mit intergouvernementalen als auch supranationalen Institutionen ausgestattet. Ein Abkommen zwischen nationalen Staats- und Regierungschefs in Bereichen, wo die Zuständigkeit vertraglich bei den Nationalstaaten liegt, ist nicht sonderlich ungewöhnlich. Das ist so als wenn sich unsere 16 Kultusminister in Berlin treffen, sich für ein Zentralabi in ganz Deutschland aussprechen und irgendein Reichsbürger dann jubelnd herumschreit, dass damit die Bundesrepublik zerfällt und rückgebaut wird -- obwohl die Hoheit übers Bildungswesen seit jeher bei den Ländern liegt und der Bund keinerlei Zuständigkeit verloren hat. Muss man nicht überbewerten. Die größten Europagegner zeichnen sich meist eh damit aus, dass sie sehr wenig Wissen über die EU und ihre Strukturen haben. Das sieht man ja schon beim Eingangsbeitrag, wo irgendwelche nationalen Streitigkeiten monokausal auf Kompetenzen der EU zurückgeführt werden, aber man keinerlei Fakten vorfinden wird, sondern nur eine schwache Argumentation mit vielen Behauptungen.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
sünnerklaas
Beiträge: 1859
Registriert: Do 10. Aug 2017, 14:41

Re: Rückbau der EU

Beitragvon sünnerklaas » Do 21. Jun 2018, 10:15

H2O hat geschrieben:(21 Jun 2018, 11:00)

Ich glaube schon, daß sehr schnell die Einsicht reifen wird, es mit dem Chauvinismus zu weit getrieben zu haben. Natürlich sollen alle einsichtigen Partner mitmachen, was denn sonst? Aber die Bedingungen müssen klar sein und Verstöße dagegen auch wirklich weh tun. Meinetwegen vom EuGH verhängt, damit "Politik" außen vor bleibt. Herrschaft des Rechts!


Da werden die aktuellen osteuropäischen Regierungen nicht mit machen.

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast