Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Mo 6. Nov 2017, 18:08

Loki hat geschrieben:(06 Nov 2017, 17:20)

... bei welchen nicht die pot. Bundesregierung gewählt wird.

Die pot. "Regierungmitglieder", die Exekutivkräfte aus dem Ausland für die EU, darfst Du oder ich wo wählen ?
Siehste!

Die Bundesregierung wird vom Bundestag gewählt, falls Du das noch nicht wusstest. Und wenn Du wohnhaft in Griechenland wärst, dürftest Du natürlich die griechische EU-Liste wählen.

...welche mehrheitlich aus Ausländern bestehen; es sei denn, es gründet sich eine Deutschfraktion. Das wäre dann jedoch auch nur eine demokratische Minderheit.

Rückständige Betrachtung. Die Mehrheit der Deutschen besteht auch wahlweise aus Nichtbayern, Nichtsachsen oder Nichtberlinern. Da würdest Du nun wohl aufquieken und sagen, dass das doch alle Deutsche sind. Ist ja auch richtig. Und so sind die "Ausländer", vor denen Du Angst hast, Europäer wie Du und ich samt Unionsbürgerschaft. Schön, oder? Und nun meckern wir darüber, dass man bei der Bundestagswahl nicht Direktkandidaten am anderen Ende der Republik wählen darf. Verflixt aber auch.

Na dann stelle es mal dem Bundestag zur Debatte, lass ihn und den Bundesrat positiv darüber abstimmen und dann jeweils dumm aus der Wäsche gucken, wenn sie bei der Umsetzung feststellen, daß die Währungshoheit ja aus der Hand gegeben wurde.

Die Leute würden auch irritiert schauen, weil kein Mensch mit klarem Verstand so einen Schwachsinn fordern würde. Ändert aber nichts daran, dass die Eurozone souverän ist und gleichzeitig jeder teilnehmende Mitgliedsstaat einfach austreten könnte. Was soll auch passieren? Die österreichische Marine vor Wilhelmshaven?

Dann interessieren keine nationalen Währungshoheiten mehr.
Zahlen alle mit Gold, dann zahlen halt alle mit Gold. Hier ein Goldstück für 1 Kg Weizen, in Wüstenregion dann schon 2 bis 3 Goldstücke für 1 kg Weizen.
Sonstige sinnigen und unsinnigen Spielereien mit der oder einer Währung entfallen dann.

Sollte es in den 90ern aber nicht geben und heute auch nicht.

Ich sehe keinen Grund dafür, eine deutsche Währung an ein überregionales Geldprojekt zu binden, bei welchem das Mitsprachrecht nicht mal dem einer Minderheitenregierung gleicht. Die Berufspolitiker vergangener Tage sahen das jedoch anders.

Da hatten die Berufspolitiker wohl etwas mehr Weitsicht.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mo 6. Nov 2017, 18:51

frems hat geschrieben:(06 Nov 2017, 18:08)
Die Bundesregierung wird vom Bundestag gewählt, falls Du das noch nicht wusstest.

... und bekanntermaßen darf man nicht die deutschen Direktkandidaten aus den anderen Wahlkreisen wählen; mitunter noch nichteinmal anderweitig deren Stammpartei, falls diese lediglich ein regionales Projekt dort ist.

Und dennoch darf man annehmen, daß es alles deutsche Personen sind, zumindest jedoch Bundesbürger.
Das ist bei dem EU-Ding nur zu einem geringen Teil der Fall.
Die Ausländer im Ausland profitieren hier somit am meisten, denn sie stellen die demokratische Mehrheit dar.

Und wenn Du wohnhaft in Griechenland wärst, dürftest Du natürlich die griechische EU-Liste wählen.

Müssen also die Rechtsjäger Deutschlands alle ins Ausland ziehen, wollen sie Strammrechte der EU verhindern...
:D Ob wie gerade etwas gefunden haben, wo Deutschland doch am meisten profitiert ?

Und so sind die "Ausländer", vor denen Du Angst hast, Europäer wie Du und ich samt Unionsbürgerschaft. Schön, oder?

Der Russe ist auch Europäer... nur mal so erwähnt.
Jetzt Du!

Und nun meckern wir darüber, dass man bei der Bundestagswahl nicht Direktkandidaten am anderen Ende der Republik wählen darf.

Genau wie den Ausländer im Ausland, die Du nicht wählen darfst.

Verflixt aber auch.

Nein, denn wir Deutsche haben das Recht, diese Gesetze bezüglich Bundeswahlen, die rechtlichen Bestimmungen, alleine - ganz ohne Ausländer - bei Bedarf zu ändern.
Ja, soll es noch geben, solche Rechte für die Bürger Deutschlands bzw. deren Vertreter.

Die Leute würden auch irritiert schauen, weil kein Mensch mit klarem Verstand so einen Schwachsinn fordern würde.

Wer nennt eine Währung Euro ?? Wenn wir schon das Thema Schwachsinn haben.

Und wer gibt freiwillig seine Währungshoheit ab ? Gut, da haben sich jetzt halt ein paar Dumme gefunden.

Ändert aber nichts daran, dass die Eurozone souverän ist und gleichzeitig jeder teilnehmende Mitgliedsstaat einfach austreten könnte.

Was auch gemacht wird.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Di 7. Nov 2017, 20:14

Loki hat geschrieben:(06 Nov 2017, 18:51)

... und bekanntermaßen darf man nicht die deutschen Direktkandidaten aus den anderen Wahlkreisen wählen; mitunter noch nichteinmal anderweitig deren Stammpartei, falls diese lediglich ein regionales Projekt dort ist.

Glückwunsch, es wird ja.

Die Ausländer im Ausland profitieren hier somit am meisten, denn sie stellen die demokratische Mehrheit dar.

Ja, diese verflixten Finnen, Italiener, Holländer, Tschechen, Iren usw. Überstimmen sie uns einfach! So eine Frechheit aber auch. Wie funktioniert eigentlich die Bundesrepublik, wenn keine Entität eine Mehrheit hat, sondern immer "die anderen" zusammen?

Der Russe ist auch Europäer... nur mal so erwähnt.
Jetzt Du!

Nicht in diesem Sinne. Deshalb spricht ja selbst der Russenhitler von "Europäern", wenn er uns Unionsbürger meint. Aber klemm Dir die politische Korrektheit und die gewünschten Sprachdiktate. Vermutlich heulst Du auch herum, wenn man Trump einen "Amerikaner" nennt.

Genau wie den Ausländer im Ausland, die Du nicht wählen darfst.

Wenn ich dort lebe, darf ich natürlich bei kommunalen und europäischen Wahlen teilnehmen. Du scheinst Dir Deiner Rechte nicht bewusst zu sein. Aber klar, schlimmes Ausland... leben da so viele Ausländer! Unerhört. Die sollen alle weg!

Wer nennt eine Währung Euro ?? Wenn wir schon das Thema Schwachsinn haben.

Das kannst Du im Neuland herausfinden.

Und wer gibt freiwillig seine Währungshoheit ab ? Gut, da haben sich jetzt halt ein paar Dumme gefunden.

Dumm ist nur, wer eine Währungsunion nicht versteht, sich wirre Weltwährungen einredet und nun die Glaskugel anwirft, wonach so viele Nationen Europas nun die Eurozone verlassen sollen. Aber wenn man Fakten und Realität nicht erträgt, bleiben wohl nur solch geistigen Rückzugsorte.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Di 7. Nov 2017, 20:21

frems hat geschrieben:(07 Nov 2017, 20:14)
Wenn ich dort lebe, darf ich natürlich bei kommunalen und europäischen Wahlen teilnehmen.

Und, wohnst Du außerhalb der Bundesrepublik Deutschland ?
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon KarlRanseier » Di 7. Nov 2017, 20:32

frems hat geschrieben:(07 Nov 2017, 20:14)

Glückwunsch, es wird ja.


Ja, diese verflixten Finnen, Italiener, Holländer, Tschechen, Iren usw. Überstimmen sie uns einfach! So eine Frechheit aber auch. Wie funktioniert eigentlich die Bundesrepublik, wenn keine Entität eine Mehrheit hat, sondern immer "die anderen" zusammen?


Nicht in diesem Sinne. Deshalb spricht ja selbst der Russenhitler von "Europäern", wenn er uns Unionsbürger meint. Aber klemm Dir die politische Korrektheit und die gewünschten Sprachdiktate. Vermutlich heulst Du auch herum, wenn man Trump einen "Amerikaner" nennt.


Wenn ich dort lebe, darf ich natürlich bei kommunalen und europäischen Wahlen teilnehmen. Du scheinst Dir Deiner Rechte nicht bewusst zu sein. Aber klar, schlimmes Ausland... leben da so viele Ausländer! Unerhört. Die sollen alle weg!


Das kannst Du im Neuland herausfinden.


Dumm ist nur, wer eine Währungsunion nicht versteht, sich wirre Weltwährungen einredet und nun die Glaskugel anwirft, wonach so viele Nationen Europas nun die Eurozone verlassen sollen. Aber wenn man Fakten und Realität nicht erträgt, bleiben wohl nur solch geistigen Rückzugsorte.



Wer ist denn nun wieder der "Russenhitler"? Etwa Gazprom-Schröder, der Lupenreine? Hitlervergleiche sind generell Käse. Der Genosse der Bosse mag ein absoluter Unsympath, ein Sozialstaatsabwracker und ein Klobalisierer der Arbeitnehmerrechte sein, der die Rechte der Leistungsträger im Klo entsorgte. Das alles macht ihn aber nicht zu einem Hitler.

Selbst der Ami, der ständig andere Staaten bedroht und sie gelegentlich "demokratisiert" und der Folter keineswegs abgeneigt ist, ist deshalb noch kein Hitler. Also lasst doch endlich diese bekloppten Vergleiche.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Di 7. Nov 2017, 20:37

Loki hat geschrieben:(07 Nov 2017, 20:21)

Und, wohnst Du außerhalb der Bundesrepublik Deutschland ?

Möglicherweise demnächst mal wieder. Bist du gerade auf einer Demo oder warum interessieren Dich unsere Rechte als Europäer?
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Julian » Di 7. Nov 2017, 20:48

Es wird in diesem Strang mal wieder sehr deutlich, wie über die Europäische Union das Grundgesetz ausgehebelt werden kann, ohne dass es die Leute stört. Es ist ja für Europa, also für den Fortschritt, für das Gute; es ist alternativlos, und wer sich dagegenstellt, ist ewiggestrig und dumm.

Man kann gerne für eine fortgesetzte europäische Integration sein, aber man soll bitte schön denjenigen, die skeptisch sind und die eine zunehmende Intransparenz und eine Schwächung demokratischer Prozesse fürchten, auch ein offenes Ohr schenken - und sie nicht durch mangelnden Respekt von vornherein von der Diskussion ausschließen. In anderen Ländern ist eine solche offene Diskussion völlig normal.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mi 8. Nov 2017, 13:55

frems hat geschrieben:(07 Nov 2017, 20:37)

Möglicherweise demnächst mal wieder.

Falls Du Doppelpassbesitzer sein solltest, wird es für Dich natürlich einfacher sein, die Ausländer der EU-Exekutiven (EU-Kommission und EU-Rat) indirekt mitwählen zu dürfen; dann jedoch nicht mehr die deutsche Vertretung für die EU-Exekutive...

Wie man es dreht und wendet: Das deutsche Mitbestimmungsrecht, die deutsche Exekutivkraft, ist in Bezug auf die EU gering. Demokratisch können uns die Ausländer im Ausland lebend immer überstimmen.

Ich kann da keinen Profit für Deutschland erkennen.



Sollten die Ausländer nun auch noch "EU-demokratisch" entscheiden wollen, daß die Deutschen kein alleiniges Befehlsrecht mehr über sämtliche Einsätze deutscher Militäreinheiten haben, eine EUweite, militärische "Zusammenarbeit" stattfinden solle, wäre dies fast so schlimm wie die Abgabe der Währungshoheit.
Hierbei würde auch Deutschland keinesfalls am Meisten profitieren.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Mi 8. Nov 2017, 14:19

Loki hat geschrieben:(08 Nov 2017, 13:55)

Falls Du Doppelpassbesitzer sein solltest, wird es für Dich natürlich einfacher sein, die Ausländer der EU-Exekutiven (EU-Kommission und EU-Rat) indirekt mitwählen zu dürfen; dann jedoch nicht mehr die deutsche Vertretung für die EU-Exekutive...

Braucht man nicht. Das Europaparlament kann man überall wählen und somit indirekt die Kommission. Für den Rat sind die nationalen Staats- und Regierungschefs zuständig.

Wie man es dreht und wendet: Das deutsche Mitbestimmungsrecht, die deutsche Exekutivkraft, ist in Bezug auf die EU gering. Demokratisch können uns die Ausländer im Ausland lebend immer überstimmen.

Ja, das sagt sich wohl jeder besorgte Ausländer im Ausland, wenn er Demokratie nicht verstanden hat. Aber die Mehrheit kriegt es gut hin.

Sollten die Ausländer nun auch noch "EU-demokratisch" entscheiden wollen, daß die Deutschen kein alleiniges Befehlsrecht mehr über sämtliche Einsätze deutscher Militäreinheiten haben, eine EUweite, militärische "Zusammenarbeit" stattfinden solle, wäre dies fast so schlimm wie die Abgabe der Währungshoheit.
Hierbei würde auch Deutschland keinesfalls am Meisten profitieren.

Das "auch" im letzten Satz kannst Du erst einmal streichen, da Deine Prämissen bisher alle falsch waren. Durch solch einen Schritt würden letztendlich alle Europäer profitieren und somit auch Du und ich. Wird schon.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 8. Nov 2017, 15:23

Mahmoud hat geschrieben:(05 Nov 2017, 18:28)

Wann immer EU- ; Euro- und globalisierungskritische Stimmen auftauchen, hört man immer wieder von Politikern aller Couleur ( mit Ausnahme der AfD vielleicht) , geradezu gebetsmühlenartig, daß gerade Deutschland am Meisten von der EU und von "offenem" Handel profitiere. Das klingt auch erst mal logisch, schließlich sind wir doch zum x-ten Mal Exportweltmeister, und unser Exportüberschuss ist es auch, dem wir unseren wirtschaftlichen Wohlstand zu verdanken haben.

Aber ich kann mir nicht helfen, irgendwo in meinem Hinterkopf melden sich immer wieder Zweifel: DENN WIR WAREN AUCH ZU D-MARK-ZEITEN SCHON EXPORTWELTMEISTER !
Und alleine diese Tatsache lässt mich an der obigen Aussage unserer Politiker zweifeln, oder besser:..lässt mich vermuten, daß diese Aussage weniger argumentativen als manipulativen Charakter hat.
Womit Ich zur nächsten Frage komme: Welchen Grund sollten unsere Politiker daran haben, das Volk in Richtung Euro und EU zu manipulieren?


Die D-Mark Zeit war eine andere Zeit. Da profitierte die deutsche Welt vom technischen Rückstand in vielen Teilen der Welt. Aber schon am Ende der D-Mark Ära zeigten sich Probleme mit der D-Mark. Sie verteuerte den Export und brachte eine hohe Arbeitslosigkeit. Die Wiedervereinigung brachte dann den ersten "kleinen" Binnenmarkt und die DDR-Bürger kaufen jeden Mist aus der BRD. Damit hatte die D-Mark eine kleine neue Scheinblüte die aber 1998 am Ende der Ära Kohl schon wieder zu Ende war. Dann kam der Euro und die Agenda 2010. Genau zum richtigen Zeitpunkt kam ein "großer" Binnenmarkt und wichtige Reformen (auch wenn die einigen bis heute nicht schmecken).

Die Welt hat sich verändert und eine D-Mark wäre heute kein Vorteil. So wie dass Pfund die Briten auch nicht vor Bedeutungsverlust geschützt hat und immer mehr zum Klotz am Bein wird.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 8. Nov 2017, 15:30

Mahmoud hat geschrieben:(05 Nov 2017, 19:37)

Tja, warum? Lass mal kurz nachdenken.......Weil wir für all die südeuropäischen Schuldenländer mitzahlen? Weil wir unfähige Staaten unterstützen mit unseren Steuergeldern? Weil wir uns für all diese "looser" verschulden und diese Schulden wahrscheinlich nie mehr zurückerstattet bekommen.....

Sind das triftige Gründe? Der Punkt ist, daß all die Schulden und Kredite, die wir aufgenommen bzw. gewährt haben, sich in Heller und Pfennig beziffern lassen. Der Profit, den wir angeblich aus dem Euro ziehen, ist Nichts als eine imaginäre Wolke, die Niemand beziffern kann. Deswegen darf man daran zweifeln.


Selbst wenn dies stimmen würde bedenke dass die Wirtschaftsmacht den ganzen Wirtschaftsraum vom Nordkap bis Sizilien stabilisiert und damit Handel und Geschäften stabile Bedingungen schafft. Keine Wechselkursrisiken. Einfache Preisvergleiche. Einfacher Warenverkehr. Darum ist der Edela das ganze Jahr mit allen denkbaren Waren reichlich befüllt. Jeden Tag. Zu fantastischen Preisen. Selbst Erdbeeren im Winter. Immer verfügbar. Vor 40 Jahren, als die D-Mark ihre beste Zeit gerade hinter sich hatte noch unvorstellbar. Da haben wir für eine Kiwi 1 D-Mark bezahlt. Eine Sensation! Heute kannst keinen Hund mehr mit einer Kiwi hinterm Ofen hervorlocken.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 8. Nov 2017, 15:34

Julian hat geschrieben:(07 Nov 2017, 20:48)

Es wird in diesem Strang mal wieder sehr deutlich, wie über die Europäische Union das Grundgesetz ausgehebelt werden kann, ohne dass es die Leute stört. Es ist ja für Europa, also für den Fortschritt, für das Gute; es ist alternativlos, und wer sich dagegenstellt, ist ewiggestrig und dumm.

Man kann gerne für eine fortgesetzte europäische Integration sein, aber man soll bitte schön denjenigen, die skeptisch sind und die eine zunehmende Intransparenz und eine Schwächung demokratischer Prozesse fürchten, auch ein offenes Ohr schenken - und sie nicht durch mangelnden Respekt von vornherein von der Diskussion ausschließen. In anderen Ländern ist eine solche offene Diskussion völlig normal.


Warum stellen such die "Skeptischen" immer als Opfer dar. EU-Bürger sind so priviligiert dass 90% der Weltbevölkerung gerne mit dir tauschen würde. Wenn du unzufrieden bist suche die Ursache in deinem Leben.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mi 8. Nov 2017, 17:07

frems hat geschrieben:(08 Nov 2017, 14:19)

Braucht man nicht. Das Europaparlament kann man überall wählen und somit indirekt die Kommission.

Einen sehr sehr geringen Teil des Europarl. können Du oder ich jeweils wählen; den großen Rest, die absolute Mehrheit, wählen die Ausländer im Ausland auch "für" uns.

Für den Rat sind die nationalen Staats- und Regierungschefs zuständig.

Und eine/n davon wählen wir, indirekt... die vielen anderen Staats- und Regierungschefs, wählen die Anderen.

Ja, das sagt sich wohl jeder besorgte Ausländer im Ausland, wenn er Demokratie nicht verstanden hat. Aber die Mehrheit kriegt es gut hin.

Ob der Ausländer im Ausland deutsche Interessen verfolgt ?

Durch solch einen Schritt würden letztendlich alle Europäer profitieren und somit auch Du und ich.
Eine militärische "Zusammenarbeit" ist eine Teilung oder Aufteilung der militärischen Stärke, was durchaus für eine größere Stärke sorgen kann, jedoch zudem eine Abgabe von Selbstbestimmungsrecht ist.
Und, schaut man sich etliche politische Entscheidungen französischer Gewählter an, wäre es eine Teufelstat, diesen auch noch in Form von "Zusammenarbeit" deutsches Militär zur Verfügung zu stellen. Nein fems, mit Ausländern die ihre Griffel in deutsche Wehrangelegenheiten stecken, haben wir bereits genügend Erfahrung gesammelt; und die waren nicht immer gut.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Mi 8. Nov 2017, 18:14

Loki hat geschrieben:(08 Nov 2017, 17:07)

Einen sehr sehr geringen Teil des Europarl. können Du oder ich jeweils wählen; den großen Rest, die absolute Mehrheit, wählen die Ausländer im Ausland auch "für" uns.

Nee, wir Europäer wählen es zu 100%.

Und eine/n davon wählen wir, indirekt... die vielen anderen Staats- und Regierungschefs, wählen die Anderen.

Tja, ich habe noch nie CDU bzw. EVP gewählt. Und nu? Eben. Demokratie halt.

Ob der Ausländer im Ausland deutsche Interessen verfolgt ?

Ob ein Schleswig-Holsteiner saarländische Interessen verfolgt? Ob ein Ostfriese Göttinger Interessen verfolgt? Ein Kreuzberger Spandauer?

Eine militärische "Zusammenarbeit" ist eine Teilung oder Aufteilung der militärischen Stärke, was durchaus für eine größere Stärke sorgen kann, jedoch zudem eine Abgabe von Selbstbestimmungsrecht ist.

Kleinstaaterei. Es gibt keine Erklärung, warum die Nationalstaaten mit ihrer sehr unterschiedlichen Größe in allen Fällen genau die Entität seien, welche am sinnvollsten ist. Das ist bei jeder Sachfrage ergebnisoffen und nicht ideologisch zu betrachten. So wenig wie ein neues Einkaufszentrum in Posemuckel durch Brüssel geplant werden müsse, so wenig ergibt es Sinn, dass jede Kommune in Deutschland eine eigene Armee, Währung und Außenpolitik betreibt.

Nein fems, mit Ausländern die ihre Griffel in deutsche Wehrangelegenheiten stecken, haben wir bereits genügend Erfahrung gesammelt; und die waren nicht immer gut.

Deutsche Alleingänge, gepaart mit Vorurteilen über die europäischen Nachbarn, waren auch nicht immer... na, Du weißt schon. Die EGKS war übrigens ziemlich erfolgreich. Tut mir leid, wenn Dir europäische Werte so fremd sind wie die Bürger der anderen europäischen Mitgliedsstaaten.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 8. Nov 2017, 18:19

Odin1506 hat geschrieben:(05 Nov 2017, 19:11)

Oder der Euro wird massiv abgewertet.


Wird er aber nicht. Er ist mindestens so stabil wie die DM.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Odin1506 » Mi 8. Nov 2017, 18:39

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(08 Nov 2017, 18:19)

Wird er aber nicht. Er ist mindestens so stabil wie die DM.


Wer weiss wie lange noch.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Misterfritz » Mi 8. Nov 2017, 18:51

frems hat geschrieben:(08 Nov 2017, 18:14) Die EGKS war übrigens ziemlich erfolgreich.
Und wie,
dieser verdanken wir den Frieden seit 45 in Europa und den daraus resultierenden Wohlstand.
Man kann Jean Monnet gar nicht genug danken. Es ist nur schade, dass er seine Ideen, die er schon nach WKI hatte, nicht hat früher durchsetzen können.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mi 8. Nov 2017, 18:53

frems hat geschrieben:(08 Nov 2017, 18:14)
Ob ein Schleswig-Holsteiner saarländische Interessen verfolgt? Ob ein Ostfriese Göttinger Interessen verfolgt? Ein Kreuzberger Spandauer?

Arabische, arabische Interessen. Welche denn auch sonst :?:
Insgesamt jedoch wohl eher deutsche, mehr als die rumänischen, spanischen oder polnischen Interessen.

Kleinstaaterei.

Im Falle Frankreichs wäre es normale "Staaterei", denn wie wir bereits festgestellt haben, ist die EU kein Staat. Und wäre sie ein Staat, wäre sie auch klein, so groß mancher Zeitgenosse sie auch gerne darstellt.

Es gibt keine Erklärung, warum die Nationalstaaten mit ihrer sehr unterschiedlichen Größe in allen Fällen genau die Entität seien, welche am sinnvollsten ist. Das ist bei jeder Sachfrage ergebnisoffen und nicht ideologisch zu betrachten. So wenig wie ein neues Einkaufszentrum in Posemuckel durch Brüssel geplant werden müsse, so wenig ergibt es Sinn, dass jede Kommune in Deutschland eine eigene Armee, Währung und Außenpolitik betreibt.

Warum bedarf es dann überhaupt Armeen von Nationalstaaten, Staatenbunden und sonstigen Gebilden ? Furcht vor´m Russe ?

Was willst Du (dagegen) tun, wenn die Ausländer im Ausland demokratisch mehrheitlich für eine Abschaffung des Geldzinses beim Euro abstimmen, die Inflation dann Deine Ersparnisse auffrisst, obwohl die großen Deutschen Wirtschaftsexperten allesamt warnend Pro-Geldzins sind und ebenso Dich überzeugt haben ?
Ich nehme an, Du erduldest bei dieser Gegebenheit, daß die Währungshoheit abgeben wurde.


Deutsche Alleingänge, gepaart mit Vorurteilen über die europäischen Nachbarn, waren auch nicht immer... na, Du weißt schon.

Die Französischen Gewählten züchten also pazifistische Frösche
oder wie ist deren aktive Militärpolitik der vorherigen Jahrzehnte zu werten ?
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 8. Nov 2017, 19:10

Odin1506 hat geschrieben:(08 Nov 2017, 18:39)

Wer weiss wie lange noch.


Ende nächsten Jahres ist 20-jähriges Jubiliäum. Das ist schon eine lange Zeit, trotz aller Unkenrufe.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mi 8. Nov 2017, 19:24

Misterfritz hat geschrieben:(08 Nov 2017, 18:51)

Und wie,
dieser verdanken wir den Frieden seit 45 in Europa und den daraus resultierenden Wohlstand.

Man spürt den Frieden in Europa förmlich
- beim Besuch diverser Weihnachtsmärkte
- in der Nähe einer Großkirche in Barcelona
- in Zügen, U-Bahnen und an Bahnhöfen
- zu Silvester in Domnähe sowieso

Da hat dann gewiss Deutschland auch am meisten profitiert ?!

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