Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

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Julian
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Julian » So 5. Nov 2017, 21:11

frems hat geschrieben:(05 Nov 2017, 20:37)

Die ist nicht abgegeben. Wir sind Teil des Euroraums. Dass die EZB nach deutschem Vorbild (unabhängig sowie Hauptziel Währungsstabilität) gegründet wurde, lässt eher den Süden Europas aufstöhnen. Als Deutscher hat man da wirklich keinen seriösen Grund zu jammern.


Gegründet wurde die EZB vielleicht schon nach deutschem Vorbild; allerdings widerspricht die gegenwärtige Staatsfinanzierung durch die Notenpresse den Prinzipien der Bundesbank diametral. Die EZB hat deswegen gar nichts mehr mit der Bundesbank gemein, außer den Sitz in Frankfurt. Das sehen auch viele Bundesbanker so, darunter sehr einflussreiche.
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frems
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » So 5. Nov 2017, 21:14

Julian hat geschrieben:(05 Nov 2017, 21:11)

Gegründet wurde die EZB vielleicht schon nach deutschem Vorbild; allerdings widerspricht die gegenwärtige Staatsfinanzierung durch die Notenpresse den Prinzipien der Bundesbank diametral. Die EZB hat deswegen gar nichts mehr mit der Bundesbank gemein, außer den Sitz in Frankfurt. Das sehen auch viele Bundesbanker so, darunter sehr einflussreiche.

Öhm, die Bundesbank hat historisch auch schon die Notenpresse angeschmissen und bspw. Anleihen gekauft. Nicht grundlos haben schon viele Finanzwissenschaftler darauf hingewiesen, dass die Bundesbank, deren Alphatiere nicht mehr die gewünschte Aufmerksamkeit und Einfluss genießen, heute wohl kaum nennenswert anders gehandelt hätte als die Europäische Zentralbank. Wissen kann man's natürlich nicht. Da Schäuble und co. massiv von den niedrigen Zinsen profitieren, braucht man auch nicht zu jammern.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » So 5. Nov 2017, 21:27

frems hat geschrieben:(05 Nov 2017, 21:07)

Nee. Wir deutschen Europäer sind noch immer Teil der Eurozone, genau wie französische, slowakische, estnische oder irische Europäer. Da kann niemand alleine entscheiden. Und das ist auch gut so, zumal die EZB noch immer kein Spielball der Politik ist, sondern unabhängig wie einst die Bundesbank.

Der Boden der Bundesbank ist kein gesetzesfreier Raum, was auch für das EZB-System gilt; deswegen ja auch dies:
"Das im Fachjargon als “QE” bekannte Notenbank-Programm soll vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) überprüft werden."
https://de.reuters.com/article/ezb-verfassungsgericht-klagen-idDEKCN1AV0NH

Nur, sollte ein deutsches Gesetz verbieten, daß Privatpersonen keine Anteilseigner der (nationalen) Notenbank(en) des gesetzlichen Zahlungsmittel seien dürfen, interessiert das die ausländischen Notenbanken, Gerichte usw. herzlich wenig. --> Abgabe der Währungshoheit.

Wollen die Deutschen, daß ihre Währung zu 100 % mit Gold gedeckt ist, pech, denn: Abgabe der Währungshoheit.

Wollen die Bewohner Deutschlands ihre Währung nicht so EU-Übernationalistisch Euro benennen, sondern anstelle dessen lieber Taler oder modern Credit bzw. Unit, dann auch hier Pech, weil: Abgabe der Währungshoheit.


Die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland - und deren von ihnen gewählten Vertreter - haben bei ihrem gesetzlichen Zahlungsmittel nur noch Mitspracherecht.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » So 5. Nov 2017, 21:31

Loki hat geschrieben:(05 Nov 2017, 21:27)

Der Boden der Bundesbank ist kein gesetzesfreier Raum, was auch für das EZB-System gilt; deswegen ja auch dies:
"Das im Fachjargon als “QE” bekannte Notenbank-Programm soll vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) überprüft werden."
https://de.reuters.com/article/ezb-verfassungsgericht-klagen-idDEKCN1AV0NH

Willkommen in der Gewaltenteilung, junger Padawan. Aber der EuGH ist Dir wohl auch ein Dorn im Auge, oder?

Nur, sollte ein deutsches Gesetz verbieten, daß Privatpersonen keine Anteilseigner der (nationalen) Notenbank(en) des gesetzlichen Zahlungsmittel seien dürfen, interessiert das die ausländischen Notenbanken, Gerichte usw. herzlich wenig. --> Abgabe der Währungshoheit.

Wollen die Deutschen, daß ihre Währung zu 100 % mit Gold gedeckt ist, pech, denn: Abgabe der Währungshoheit.

Dann muss man eben überzeugen. Zudem kann Deutschland ja den besagten Selbstmord betreiben und einfach aussteigen. Daran kann niemand die Bundesrepublik hindern. Wer soll denn die Währungshoheit in der Eurozone haben? "Alle außer Deutschland"? :p

Wollen die Bewohner Deutschlands ihre Währung nicht so EU-Übernationalistisch Euro benennen, sondern anstelle dessen lieber Taler oder modern Credit bzw. Unit, dann auch hier Pech, weil: Abgabe der Währungshoheit.

Die großen Fragen unserer Zeit. Und Du meinst vermutlich trans- bzw. postnational. Gern geschehen.

Die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland - und deren von ihnen gewählten Vertreter - haben bei ihrem gesetzlichen Zahlungsmittel nur noch Mitspracherecht.

Ja, hatten die Menschen in Bayern und Hamburg zu D-Mark-Zeiten auch. So ein Ärger aber auch. Wie wär's mit einer Währung für jede Kommune? Ach, für jedes Individuum! Ansonsten entscheiden ja noch andere demokratisch mit und das ist ja fürchterlich.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Watchful_Eye » So 5. Nov 2017, 21:42

Julian hat geschrieben:(05 Nov 2017, 21:04)
[...]

Alles richtig. Ich glaube aber, dass das Problem eher im globalen Kapitalismus als Ganzes liegt. Die grobalen Großkonzerne werden zu mächtig und können die Einzelstaaten somit gegeneinander ausspielen. Derzeit ist Deutschland in diesem Spiel recht gut aufgestellt, und das geht auf Kosten der umliegenden EU-Länder. Langfristig sollte es meines Erachtens auf eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit hinauslaufen. Als ein solch großer Wirtschaftsraum ist man in einer besseren Verhandlungsposition als ein Einzelstaat. Das hat man z.B. an China gesehen, wo sich auch mit der Zeit immer mehr globale Konzerne angesiedelt haben, obwohl China teilweise durchaus harte Bedingungen gestellt hat. Wenn wir das geschafft haben, können wir im Anschluss vielleicht auch endlich mal wieder sozialer werden.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Teeernte » So 5. Nov 2017, 21:47

Mahmoud hat geschrieben:(05 Nov 2017, 18:28)

Welchen Grund sollten unsere Politiker daran haben, das Volk in Richtung Euro und EU zu manipulieren?


"Deutschland" hat einen Vorteil.....ja.

Die Einwohner - ....eher nicht.

Politiker wollen Geld verprassen - je mehr - um so besser . Macht = Geld.

Privatbesitz des Durchschnittsbürgers in Italien und Spanien ist höher als in D....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » So 5. Nov 2017, 23:18

frems hat geschrieben:(05 Nov 2017, 21:31)

Willkommen in der Gewaltenteilung, junger Padawan.

Auf Staaten bezogen eine feine Sache,
nur, die EU ist kein Staat.

Aber der EuGH ist Dir wohl auch ein Dorn im Auge, oder?

Wenn die auf die Idee kommen würden, EU-Mitglieder - eventuell sogar unter Androhung von Strafe - dazu bringen zu wollen, innerhalb der EU sich tümmelnde Wirtschaftsflüchtlinge "aufzunehmen", dann werde ich deren Wunsch-Dir-Was-Konzert entsprechend einordnen. Ansonsten höre ich gerne Musik und tanze auch danach.

Dann muss man eben überzeugen.

Zuerst nur den Bundestag und den Bundesrat, nachdem man den Wählerauftrag erhalten hatte... und nun auch noch Ausländer. Grandiose Idee zum Verlangsamen von staatlichen Prozesse; man hat ja sonst nichts weiter zu tun, als den lieben langen Tag nun auch noch das Ausland vollzuquatschen. Als ob man denen in ihre Politik reinreden wöllte. Phantastische Ideen hast Du da.

Zudem kann Deutschland ja den besagten Selbstmord betreiben und einfach aussteigen. Daran kann niemand die Bundesrepublik hindern. Wer soll denn die Währungshoheit in der Eurozone haben? "Alle außer Deutschland"? :p

Alle zusammen.

Und Du meinst vermutlich trans- bzw. postnational.

Übernational: Höhere Interessen, die über Nationalinteressen stehen können. Ist wie Eltern, die ihren hochintelligenten Sohn aus Prinzip und Tradition lieber in einem Handwerksberuf mit zwei linken Händen verkümmern lassen, weil demokratisch ( 2 zu 1) überstimmt.

Ja, hatten die Menschen in Bayern und Hamburg zu D-Mark-Zeiten auch. So ein Ärger aber auch. Wie wär's mit einer Währung für jede Kommune?

Stimme ohne Währungshoheit mal über die Einführung einer Weltwährung ab... solch ein wichtiges internationales Projekt ist durch EU-Euro-Hirngespinste enorm erschwert worden.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Alpha Centauri » So 5. Nov 2017, 23:34

Watchful_Eye hat geschrieben:(05 Nov 2017, 21:42)

Alles richtig. Ich glaube aber, dass das Problem eher im globalen Kapitalismus als Ganzes liegt. Die grobalen Großkonzerne werden zu mächtig und können die Einzelstaaten somit gegeneinander ausspielen. Derzeit ist Deutschland in diesem Spiel recht gut aufgestellt, und das geht auf Kosten der umliegenden EU-Länder. Langfristig sollte es meines Erachtens auf eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit hinauslaufen. Als ein solch großer Wirtschaftsraum ist man in einer besseren Verhandlungsposition als ein Einzelstaat. Das hat man z.B. an China gesehen, wo sich auch mit der Zeit immer mehr globale Konzerne angesiedelt haben, obwohl China teilweise durchaus harte Bedingungen gestellt hat. Wenn wir das geschafft haben, können wir im Anschluss vielleicht auch endlich mal wieder sozialer werden.


Ja sehe dass ähnlich.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mo 6. Nov 2017, 00:14

Komischerweise steht die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied so mitten in Europa wirtschaftlich recht gut da.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Mo 6. Nov 2017, 00:39

Loki hat geschrieben:(06 Nov 2017, 00:14)

Komischerweise steht die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied so mitten in Europa wirtschaftlich recht gut da.

Ist nicht so komisch. Die Schweiz ist über die EFTA fest in Europa integriert, nimmt bspw. auch am Schengenraum, Dublin und Erasmus teil. Sie übernimmt die meisten EU-Gesetze automatisch, gewährt die vier Grundfreiheiten (inkl. Personenfreizügigkeit) und koppelt ihre Währung bei Bedarf an den stabilen Euro. Mitspracherecht hat sie aber, im Gegensatz zu Deutschland, keins. Stattdessen beteiligt sich sie finanziell und zahlt viel Geld in die Töpfe ein, um diese Vorteile zu haben. Von daher eignet sich ein eher isoliertes Land wie Moldawien, Aserbaidschan oder Weißrussland wohl besser für die "Was wäre wenn"-Frage.

Loki hat geschrieben:Auf Staaten bezogen eine feine Sache,
nur, die EU ist kein Staat.

Die gottgegebene Begründung, warum bei supranationalen Institutionen dies keine feine Sache sein soll, bleibt wohl ein Geheimnis. Aber man kann ja alles einfach mal behaupten.

Wenn die auf die Idee kommen würden, EU-Mitglieder - eventuell sogar unter Androhung von Strafe - dazu bringen zu wollen, innerhalb der EU sich tümmelnde Wirtschaftsflüchtlinge "aufzunehmen", dann werde ich deren Wunsch-Dir-Was-Konzert entsprechend einordnen. Ansonsten höre ich gerne Musik und tanze auch danach.

Ahja, Rechtsstaat ist okay, solange einem das Urteil politisch gefällt. Bist Du einer von den hier noch nicht so lange Lebenden?

Zuerst nur den Bundestag und den Bundesrat, nachdem man den Wählerauftrag erhalten hatte... und nun auch noch Ausländer. Grandiose Idee zum Verlangsamen von staatlichen Prozesse; man hat ja sonst nichts weiter zu tun, als den lieben langen Tag nun auch noch das Ausland vollzuquatschen. Als ob man denen in ihre Politik reinreden wöllte. Phantastische Ideen hast Du da.

Ja, "vollquatschen". Ein demokratischer Prozess.

Alle zusammen.

Was "alle zusammen"? :?:

Übernational: Höhere Interessen, die über Nationalinteressen stehen können. Ist wie Eltern, die ihren hochintelligenten Sohn aus Prinzip und Tradition lieber in einem Handwerksberuf mit zwei linken Händen verkümmern lassen, weil demokratisch ( 2 zu 1) überstimmt.

Sie halten halt am Bekannten fest und sind mit der Moderne überfordert. Das sind die Leute, die sich am Nationalstaat festklammern, weil sie ihn gewohnt sind. Mit sowas ist keine Zukunft zu machen.

Stimme ohne Währungshoheit mal über die Einführung einer Weltwährung ab... solch ein wichtiges internationales Projekt ist durch EU-Euro-Hirngespinste enorm erschwert worden.

Eine Weltwährung wurde durch den Euro erschwert? Junge, Junge... die Währungshoheit ist immer gegeben. Die Frage ist nur, ob jedes kleine Fürstentum sie hat oder bspw. die Europäer. In der heutigen Zeit sind gerade kleine Währungen sehr anfällig für Spekulanten und somit noch mehr Abhängigkeiten ausgeliefert als eine starke Währung. Irgendwie scheinen da die letzten 30 Jahre an einigen spurlos vorbeigezogen zu sein.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mo 6. Nov 2017, 11:12

frems hat geschrieben:(06 Nov 2017, 00:39)

Ist nicht so komisch. Die Schweiz ist über die EFTA fest in Europa integriert, nimmt bspw. auch am Schengenraum, Dublin und Erasmus teil. Sie übernimmt die meisten EU-Gesetze automatisch, gewährt die vier Grundfreiheiten (inkl. Personenfreizügigkeit) und koppelt ihre Währung bei Bedarf an den stabilen Euro. Mitspracherecht hat sie aber, im Gegensatz zu Deutschland, keins. Stattdessen beteiligt sich sie finanziell und zahlt viel Geld in die Töpfe ein, um diese Vorteile zu haben.

Und ist dennoch kein Land der EU
und steht enorm gut da.

EU-Mitgliedschaft ist somit kein Garant für Profit. Thema geklärt, danke.


Ahja, Rechtsstaat ist okay,

Die EU ist kein Staat.

Ja, "vollquatschen". Ein demokratischer Prozess.

Die EU ist kein demokratischer Staat. Noch nicht mal per Definition eine "Region" mit Regionalparlament und -regierung.

Was "alle zusammen"? :?:

Die Währungshoheit, darüber abzustimmen, ob das Ding nun Euro oder Credit oder Unit heißt, besitzen alle EU-Mitglieder, die am Eurogeschehen teilhaben, zusammen. Somit hat z. B. Frankreich als Staat seine Währungshoheit abgegeben.


Sie halten halt am Bekannten fest und sind mit der Moderne überfordert. Das sind die Leute, die sich am Nationalstaat festklammern, weil sie ihn gewohnt sind. Mit sowas ist keine Zukunft zu machen.

Für das "EU-Ausland" ist die EU dieses nationale Gebilde, in welchem sich immer mehr ach so moderne EU-Nationalisten herauskristallisiert haben.



Eine Weltwährung wurde durch den Euro erschwert?

Ja. Führe mal als mehrheitlich gewählte Regierung Frankreichs mit all den anderen Völker dieser Welt eine Weltwährung auch in Frankreich ein, während einer EU-Mitgliedschaft und nach erfolgter Euro-Einführung.

Junge, Junge... die Währungshoheit ist immer gegeben.

So wie die uneingeschränkte Entscheidungsfreiheit darüber, ob Frankreich nun an der Grenze zu Spanien wieder dauerhaft die spanischen Ausweisdokumente kontrolliert ?

In der heutigen Zeit sind gerade kleine Währungen sehr anfällig für Spekulanten und somit noch mehr Abhängigkeiten ausgeliefert als eine starke Währung.

Spekulation kann Nachfrage bedeuten; und Nachfrage ist wirtschaftlich betrachtet nicht immer schlecht.
Gewiss hat das kleine Fleckchen Schweiz enorme Nachfrageprobleme oder ein Spekulantenproblem und kann es kaum erwarten, einem größeren Währungsraum - unter Abgabe der Währungshoheit - anzugehören,
wenn Deine Thesen stimmig sein würden.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Mo 6. Nov 2017, 11:22

Loki hat geschrieben:(06 Nov 2017, 11:12)

Und ist dennoch kein Land der EU
und steht enorm gut da.

EU-Mitgliedschaft ist somit kein Garant für Profit. Thema geklärt, danke.

Ignoranz hilft nicht wenig, wenn für den wirtschaftlichen Erfolg die EU unerlässlich ist. Zudem machst Du ein argumentatives Eigentor, wenn niemand schrieb, die EU sei Garant für Wohlstand, um danach das Gegenteil ableiten zu wollen.

Die EU ist kein Staat.

Sagte auch niemand. Du hast bloß behauptet, Gewaltenteilung sei nur bei Staaten sinnvoll. Warum sie es nicht bei der EU sein soll, kannst Du nicht erklären oder klar belegen. Ziemlich mau. Ist es eigentlich anstrengend, sich so die Welt zurechtzubiegen?

Die EU ist kein demokratischer Staat. Noch nicht mal per Definition eine "Region" mit Regionalparlament und -regierung.

Eine Region steht auch unter der Nation in der Regel. Zudem wiederholst Du Dich.

Die Währungshoheit, darüber abzustimmen, ob das Ding nun Euro oder Credit oder Unit heißt, besitzen alle EU-Mitglieder, die am Eurogeschehen teilhaben, zusammen. Somit hat z. B. Frankreich als Staat seine Währungshoheit abgegeben.

Es ist völlig egal, wie das Ding genannt wird. Die Währungshoheit liegt beim Euroraum. Immer noch.

Für das "EU-Ausland" ist die EU dieses nationale Gebilde, in welchem sich immer mehr ach so moderne EU-Nationalisten herauskristallisiert haben.

Irgendwie wirkt es sehr ostzonal, dass Du einfachste Begriffe der politischen Bildung nicht kennst oder falsch verstehst. Trans- und postnationale Bewegungen haben mit Nationalismus nichts zu tun. Da Du erschreckend wenig Kenntnis über andere Länder in Europa hast, wirkt es auch sehr abstrus, wenn Du Dir anmaßt über "das EU-Ausland" zu sinnieren.

Ja. Führe mal als mehrheitlich gewählte Regierung Frankreichs mit all den anderen Völker dieser Welt eine Weltwährung auch in Frankreich ein, während einer EU-Mitgliedschaft und nach erfolgter Euro-Einführung.

Etwas wirr. Eine konkrete Realisierung einer "Weltwährung" steht gar nicht an. Dass Du ihr präventiv nachtrauerst, obwohl schon eine kontinentale Währung für Schnappatmungen sorgt, ist schon sehr überzeugend.

Spekulation kann Nachfrage bedeuten; und Nachfrage ist wirtschaftlich betrachtet nicht immer schlecht.

Kann, muss es aber nicht.

Gewiss hat das kleine Fleckchen Schweiz enorme Nachfrageprobleme oder ein Spekulantenproblem und kann es kaum erwarten, einem größeren Währungsraum - unter Abgabe der Währungshoheit - anzugehören,
wenn Deine Thesen stimmig sein würden.

Das ist wieder Deine braune Ignoranz. Dir wurde schon mitgeteilt, dass die Schweiz bspw. ihren Franken bei Bedarf an den Euro koppelt, weil sich dieser als stabiler erwies. Ansonsten hilft das wiederholte cum hoc ergo propter hoc ziemlich wenig. Aber so postfaktisch und gewaltvoll Du Sachlagen ausblendest, geht's wohl nur noch um die ideologische Mission. Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mo 6. Nov 2017, 11:50

frems hat geschrieben:(06 Nov 2017, 11:22)

Ignoranz hilft nicht wenig, wenn für den wirtschaftlichen Erfolg die EU unerlässlich ist. Zudem machst Du ein argumentatives Eigentor, wenn niemand schrieb, die EU sei Garant für Wohlstand, um danach das Gegenteil ableiten zu wollen.

Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Sagte auch niemand. Du hast bloß behauptet, Gewaltenteilung sei nur bei Staaten sinnvoll. Warum sie es nicht bei der EU sein soll, kannst Du nicht erklären oder klar belegen. Ziemlich mau. Ist es eigentlich anstrengend, sich so die Welt zurechtzubiegen?

Ich würde mich an Deiner Stelle lieber fragen, welchen Sinn es macht, einem Nichtstaat Gewaltenteilungsähnliches unter der Abgabe eigener Rechte zu gewährleisten; und in diesem Sinne auch die Währungshoheit abzugeben.

Eine Region steht auch unter der Nation in der Regel. Zudem wiederholst Du Dich.

Autonome Regionen scheinen oft Sonderrechte zu haben. Welche Sonderrechte hat Bundesdeutschland, um so am meisten von der EU profitieren zu können ?

Es ist völlig egal, wie das Ding genannt wird. Die Währungshoheit liegt beim Euroraum. Immer noch.

Ich finde die Namensgebung schon entscheidend. Stell Dir mal vor, Deutsche hätten die Währungshoheit und würden ihre Währung Reichsmark nennen... fast die Hälfte der bisherigen User der gesamten Forenzeit hier würde wahrscheinlich toben.

Irgendwie wirkt es sehr ostzonal, dass Du einfachste Begriffe der politischen Bildung nicht kennst oder falsch verstehst. Trans- und postnationale Bewegungen haben mit Nationalismus nichts zu tun.

Natürlich ist es mehr als ähnlich. Man stecke Preußen und Bayern unter eine Decke und nenne es Nationalismus... was waren dann deren Alleinngänge zuvor ??
Die EU-Decke ist in diesem Sinne Nationalismus vom Feinsten.
Aufgedeckter!

Da Du erschreckend wenig Kenntnis über andere Länder in Europa hast, wirkt es auch sehr abstrus, wenn Du Dir anmaßt über "das EU-Ausland" zu sinnieren.

Mit der Sprachenkenntnis etlicher europäischer Fremdsprachen kann und will ich wahrlich nicht glänzen.

Etwas wirr. Eine konkrete Realisierung einer "Weltwährung" steht gar nicht an. Dass Du ihr präventiv nachtrauerst, obwohl schon eine kontinentale Währung für Schnappatmungen sorgt, ist schon sehr überzeugend.

Woher willst Du wissen, ob oder ob nicht eine Weltwährung längst in den Startlöchern steht ?!

Eine Bestimmte wäre z. B. Goldgeld ohne Prägung; und Gold ist überall auf dem Planeten Erde auf atomarer Ebene gleich.

Kann, muss es aber nicht.

Selbst der Verkauf ist nur die Nachfrage nach einem Käufer.

Das ist wieder Deine braune Ignoranz. Dir wurde schon mitgeteilt, dass die Schweiz bspw. ihren Franken bei Bedarf an den Euro koppelt, weil sich dieser als stabiler erwies. Ansonsten hilft das wiederholte cum hoc ergo propter hoc ziemlich wenig. Aber so postfaktisch und gewaltvoll Du Sachlagen ausblendest, geht's wohl nur noch um die ideologische Mission. Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt.

Da die Währung Franken nicht die Währung Euro ist und die Schweizer ihre Währungshoheit behalten haben, können sie mit Leichtigkeit am Projekt Weltwährung teilhaben, sofern die Schweizer Wähler und ihre Vertreter dies so wünschen. Der Franzose guckt hierbei erstmal in die Röhre und bettelt dann bei Ausländern um Rechte.

Da da auch für die Bundesregierung gilt, profitiert in dieser Hinsicht schonmal Bundesdeutschland nicht am meisten.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Mo 6. Nov 2017, 12:16

Loki hat geschrieben:(06 Nov 2017, 11:50)

Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Ja, lies nochmal. Die Frage ist, ob Deutschland am meisten von der Europäischen Union profitiert. Das heißt nicht, dass es in anderen Ländern keinen Profit respektive Wohlstand geben könne.

Ich würde mich an Deiner Stelle lieber fragen, welchen Sinn es macht, einem Nichtstaat Gewaltenteilungsähnliches unter der Abgabe eigener Rechte zu gewährleisten; und in diesem Sinne auch die Währungshoheit abzugeben.

Die Eurozone ist intergouvernemental strukturiert.

Autonome Regionen scheinen oft Sonderrechte zu haben. Welche Sonderrechte hat Bundesdeutschland, um so am meisten von der EU profitieren zu können ?

Am meisten Einfluss durch die größte Volkswirtschaft, am meisten Mitglieder im EP, am meisten hohe Beamte in erster Reiher etc. Da müsstest Du schon konkretisieren, was Du genau mit "autonomer Region" meinst. Kulturbefugnisse in einem zentralistischen Staat wie Spanien?

Ich finde die Namensgebung schon entscheidend. Stell Dir mal vor, Deutsche hätten die Währungshoheit und würden ihre Währung Reichsmark nennen... fast die Hälfte der bisherigen User der gesamten Forenzeit hier würde wahrscheinlich toben.

:rolleyes:

Natürlich ist es mehr als ähnlich. Man stecke Preußen und Bayern unter eine Decke und nenne es Nationalismus... was waren dann deren Alleinngänge zuvor ??
Die EU-Decke ist in diesem Sinne Nationalismus vom Feinsten.
Aufgedeckter!

Nein, ist es nicht. Europa beruft sich nicht darauf eine Nation zu sein, sondern in Vielfalt geeint. Die Überwindung des Nationalstaats ist eindeutig das Gegenteil. Aber was soll man das jemandem erklären, der schon mit Begriffen wie "Zentralismus" Probleme kriegt und sie pausenlos falsch verwendet?

Woher willst Du wissen, ob oder ob nicht eine Weltwährung längst in den Startlöchern steht ?!

:rolleyes:

Du argumentierst also mit einem Phantom, für dass Du nicht einen einzigen Anhaltspunkt hast, um dann den realen Euro für etwas verantwortlich zu machen. Welchen Stoff muss man dafür rauchen?

Eine Bestimmte wäre z. B. Goldgeld ohne Prägung; und Gold ist überall auf dem Planeten Erde auf atomarer Ebene gleich.

Na dann setz Dich mal dafür ein.

Da die Währung Franken nicht die Währung Euro ist und die Schweizer ihre Währungshoheit behalten haben, können sie mit Leichtigkeit am Projekt Weltwährung teilhaben, sofern die Schweizer Wähler und ihre Vertreter dies so wünschen. Der Franzose guckt hierbei erstmal in die Röhre und bettelt dann bei Ausländern um Rechte.

So unabhängig und souverän, dass man ohne Mitspracherecht sich an andere Währungen kettet, weil die eigene zu instabil ist. Klingt toll.

Da da auch für die Bundesregierung gilt, profitiert in dieser Hinsicht schonmal Bundesdeutschland nicht am meisten.

Dann halt am zweitmeisten. Ist auch nicht so wichtig. Fest steht jedenfalls, dass die rechtsknallerischen Parolen vom Zahlmichel, den alle ausquetschen wollen ("Ausländer"), von der Realität so weit entfernt ist wie Alpha Centauri von der Erde.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 6. Nov 2017, 12:31

Loki hat geschrieben:(06 Nov 2017, 11:50)

Woher willst Du wissen, ob oder ob nicht eine Weltwährung längst in den Startlöchern steht ?!

der dollar ist trumps money und unser problem. schau mal nach der führung der FED. wieviel leute trump in sag mal 2 jahre ernennen kann.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mo 6. Nov 2017, 12:51

frems hat geschrieben:(06 Nov 2017, 12:16)

Ja, lies nochmal. Die Frage ist, ob Deutschland am meisten von der Europäischen Union profitiert. Das heißt nicht, dass es in anderen Ländern keinen Profit respektive Wohlstand geben könne.

Der Gedanke, daß in diesem Spiel namens "EU" nur einer gewinnt, kam nie auf.

Die Eurozone ist intergouvernemental strukturiert.

Und auch die Eurozone ist wie die Gesamtheit der EU kein Staat. Der Euro ist somit nicht mehr als eine überregionale Währung und ohne direkte Anbindung an einen Staat und dessen Regierung bzw. nationaler Notenbank.

Am meisten Einfluss durch die größte Volkswirtschaft, am meisten Mitglieder im EP, am meisten hohe Beamte in erster Reiher etc.

Ganz toll, bezogen auf eine Einzelbetrachtung der Mitglieder. In der Gesamtbetrachtung ist der Anteil der Deutschen noch geringer als der in Nürnberg.
Die Deutschen haben dort somit nichts wirklich zu melden; sie können sich jedoch mit anderen Ausländern zusammentun, um versuchsweise Mehrheiten zu erreichen. Ganz große Klasse.
Hätten wir somit nach dem Punkt Abgabe der Währungshoheit auch noch den Punkt Abgabe demokratischer Mehrheit in Bezug auf die Wahrnehmung bundespolitischer Interessen.


Da müsstest Du schon konkretisieren, was Du genau mit "autonomer Region" meinst. Kulturbefugnisse in einem zentralistischen Staat wie Spanien?

https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomie


Nein, ist es nicht. Europa beruft sich nicht darauf eine Nation zu sein, sondern in Vielfalt geeint.

Was wäre dann bezogen auf das Nationalgefühl hierbei anders als Deutschland, welches ein Zusammenschluss deutscher Staaten wie Bayern, Preußen usw. ist ?

Du argumentierst also mit einem Phantom, für dass Du nicht einen einzigen Anhaltspunkt hast, um dann den realen Euro für etwas verantwortlich zu machen. Welchen Stoff muss man dafür rauchen?

Nicht die Scheine der neuen Weltwährung, welche in ihrer Einführung durch die Abgabe der Währungshoheit erschwert wurde.

Na dann setz Dich mal dafür ein.

Nicht für Goldgeld, was gewiss von einer kleineren Gruppe als Weltwährung favorisiert wird.


So unabhängig und souverän, dass man ohne Mitspracherecht sich an andere Währungen kettet, weil die eigene zu instabil ist. Klingt toll.

Der Grad der Unabhängigkeit ist wesentlich größer, größer als bei der inexistenten französischen Währung.

Dann halt am zweitmeisten. Ist auch nicht so wichtig. Fest steht jedenfalls, dass die rechtsknallerischen Parolen vom Zahlmichel, den alle ausquetschen wollen ("Ausländer"), von der Realität so weit entfernt ist wie Alpha Centauri von der Erde.

Die Zahlen dazu, wieviele (dt.) öffentliche Gelder direkt für die EU ausgegeben werden, sind doch gar nicht zusammengefasst veröffentlicht worden !?

Daß die wirtschaftlich starken Deutschen nicht preisgünstiger innerhalb der EU aber außerhalb des Bundesgebietes einkaufen können, ist der Abgabe der Währungshoheit zu verdanken. Das bedeutet durchaus indirekt eine Verringerung des Vermögens der Bewohner Deutschlands. Auch hier somit kein größerer Profit für Deutschland.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Mo 6. Nov 2017, 13:56

Loki hat geschrieben:(06 Nov 2017, 12:51)
Der Gedanke, daß in diesem Spiel namens "EU" nur einer gewinnt, kam nie auf.

Es ist nie zu spät.

Und auch die Eurozone ist wie die Gesamtheit der EU kein Staat. Der Euro ist somit nicht mehr als eine überregionale Währung und ohne direkte Anbindung an einen Staat und dessen Regierung bzw. nationaler Notenbank.

Überregional war selbst die D-Mark. Und es sagte niemand, dass die EU bereits ein Staat ist. Dazu fehlen zwar nicht mehr viele, aber ein paar Schritte. Du solltest aber schon zwischen Intergouvernementalismus und Supranationalismus differenzieren können.

Ganz toll, bezogen auf eine Einzelbetrachtung der Mitglieder. In der Gesamtbetrachtung ist der Anteil der Deutschen noch geringer als der in Nürnberg.
Die Deutschen haben dort somit nichts wirklich zu melden; sie können sich jedoch mit anderen Ausländern zusammentun, um versuchsweise Mehrheiten zu erreichen. Ganz große Klasse.
Hätten wir somit nach dem Punkt Abgabe der Währungshoheit auch noch den Punkt Abgabe demokratischer Mehrheit in Bezug auf die Wahrnehmung bundespolitischer Interessen.

Willst Du mir jetzt erklären, dass Du mit Claudia Roth mehr gemein hast als mit einem FN- oder FPÖ-Wähler? Die nationalen Kategorien sind seit Jahrzehnten irrelevant. Das Volk ist nicht politisch homogen, auch wenn Dir das in der DDR vielleicht erzählt wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomie

Bringt jetzt wenig, wenn es "autonome Regionen" gibt, die in einem zentralistischen Nationalstaat weniger Befugnisse haben als bspw. die deutschen Bundesländer.


Was wäre dann bezogen auf das Nationalgefühl hierbei anders als Deutschland, welches ein Zusammenschluss deutscher Staaten wie Bayern, Preußen usw. ist ?

Ich habe von Deinen Gefühlen keine Ahnung.

Nicht die Scheine der neuen Weltwährung, welche in ihrer Einführung durch die Abgabe der Währungshoheit erschwert wurde.

Der Euro hat keine Weltwährung verhindert. Viel mehr dient er als Blaupause für viele weitere Währungen. Ob das in 100 Jahren zu Fusionen führt, sieht man dann.

Der Grad der Unabhängigkeit ist wesentlich größer, größer als bei der inexistenten französischen Währung.

Aber weniger als der Euro.

Die Zahlen dazu, wieviele (dt.) öffentliche Gelder direkt für die EU ausgegeben werden, sind doch gar nicht zusammengefasst veröffentlicht worden !?

Kann man nachlesen. Unwissen ist kein Fakt.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mo 6. Nov 2017, 15:22

frems hat geschrieben:(06 Nov 2017, 13:56)
Überregional war selbst die D-Mark.

Laut Grundgesetz sei sie selbst ein sozialer Bundesstaat. Ansonsten hast Du natürlich Recht.
Die Reichsmark ist nicht als überregionale Währung zu bezeichnen, denn sie ist als Währung des Gesamtstaates zu betrachten.

Willst Du mir jetzt erklären, dass Du mit Claudia Roth mehr gemein hast als mit einem FN- oder FPÖ-Wähler?

Da laut Textstellen an mindestens zwei Stellen im Gesamtwerk namens Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland eben dieses Grundgesetz für das deutsche Volk gilt, hat sie mit mir in gewisser Hinsicht mehr gemeinsam als mit einem im Ausland lebenden Ausländer: Für sie und mich gilt das Grundgesetz und somit prinzipiell das gleiche Wahlrecht.
Weder sie noch ich hingegen können die Politiker auf französischen Listen wählen, wenn mal wieder Europawahl ansteht. Wir haben keinen Einfluß darauf, wie viel Prozent eine ausländische Partei bei Europawahlen bekommt. Wählt die Mehrheit der Ausländer rechte Ausländer bei der Europawahl, haben die Deutschen demokratisch mit ihrem Wahlverhalten darauf keinen Einfluß.
Auch an dieser Stelle profitiert offensichtlich Deutschland nicht am meisten.

Bringt jetzt wenig, wenn es "autonome Regionen" gibt, die in einem zentralistischen Nationalstaat weniger Befugnisse haben als bspw. die deutschen Bundesländer.

Wahrscheinlich sind sie dann einfach nicht autonom...

Der Euro hat keine Weltwährung verhindert. Viel mehr dient er als Blaupause für viele weitere Währungen. Ob das in 100 Jahren zu Fusionen führt, sieht man dann.
Die Abgabe der Währungshoheit, nicht der Euro, haben die Einführung einer Weltwährung erschwert.
Oder magst Du die Position einnehmen, die bundesdeutsche Wählerschaft könne schon morgen - zumindest jedoch schnellstmöglich - im internen politischen Alleingang eine neue Währung legal - und ohne diplomatischen Hürden - etablieren, nachdem sie keine Währungshoheit mehr besitzt ? Technische Umstellungsdauer mal außer Acht gelassen...

Aber weniger als der Euro.

Was zeigt, daß das Ding noch Franken genannt wird. Und schon morgen Coinbit genannt werden könnte, wenn die nationale Schweitzer Nationalversammlung oder welche nationale Volksvertretung auch immer es beschließen würde. Dies ist dem Bundesbürger aus der Hand genommen worden. Warum ?
Und warum sollte er deswegen am meisten diesbezüglich profitieren ?
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frems
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Mo 6. Nov 2017, 15:53

Loki hat geschrieben:(06 Nov 2017, 15:22)

Da laut Textstellen an mindestens zwei Stellen im Gesamtwerk namens Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland eben dieses Grundgesetz für das deutsche Volk gilt, hat sie mit mir in gewisser Hinsicht mehr gemeinsam als mit einem im Ausland lebenden Ausländer: Für sie und mich gilt das Grundgesetz und somit prinzipiell das gleiche Wahlrecht.
Weder sie noch ich hingegen können die Politiker auf französischen Listen wählen, wenn mal wieder Europawahl ansteht. Wir haben keinen Einfluß darauf, wie viel Prozent eine ausländische Partei bei Europawahlen bekommt. Wählt die Mehrheit der Ausländer rechte Ausländer bei der Europawahl, haben die Deutschen demokratisch mit ihrem Wahlverhalten darauf keinen Einfluß.
Auch an dieser Stelle profitiert offensichtlich Deutschland nicht am meisten.

Ein Sachse darf auch nicht in Baden-Württemberg bei Kommunal- und Landtagswahlen mitwählen -- außer er ist im Südwesten wohnhaft. Lebt er hingegen in Frankreich, darf er auch dort bei den Europawahlen mitwählen. So einfach ist das. Transnationale Listen wurden von überzeugten Europäern ja immer wieder vorgeschlagen, aber meistens aus nationalen Gründen abgelehnt worden. Man will eben, genau wie in den USA, viele getrennte Wahlen. Ist nun aber auch kein Drama, wenn's so bleibt. Am Ende organisieren sich ja eh die Fraktionen in den Europaparteien.

Wahrscheinlich sind sie dann einfach nicht autonom...

Doch, aber autonom bedeutet nicht, dass sie auf einem eigenen Planeten leben und es keine Abhängigkeiten gibt.

Die Abgabe der Währungshoheit, nicht der Euro, haben die Einführung einer Weltwährung erschwert.

Eine Weltwährung steht nicht zur Debatte und ein Euro steht diesem Geist auch nicht im Wege, im Gegenteil. Aber wenn Du schon beim Euro umkippst, will ich nicht wissen, wie eine gemeinsame Währung mit Milliarden von Chinesen, Arabern und Indern für Dich aussehen mag.

Oder magst Du die Position einnehmen, die bundesdeutsche Wählerschaft könne schon morgen - zumindest jedoch schnellstmöglich - im internen politischen Alleingang eine neue Währung legal - und ohne diplomatischen Hürden - etablieren, nachdem sie keine Währungshoheit mehr besitzt ? Technische Umstellungsdauer mal außer Acht gelassen...

Naja, Deutschland würde sich als unseriöse Bananenrepublik ins Abseits schießen, aber wer soll das Land dran hindern? Ein EU-Austritt ist ja auch jederzeit möglich. Einfach Artikel 50 in Brüssel triggern. Fertig. Ist natürlich schlecht fürs Märchen, wo die xenokratischen Ausländer die Völker knechten und in ein Gefängnis sperren, gegen das sich der kleine Rechtspopulist wie einst die Gallier zur Wehr setzen müsse.

Was zeigt, daß das Ding noch Franken genannt wird.

Namen sind Dir wohl sehr wichtig. Vielleicht sollten es Länder dann wie die Dänen machen. Die haben ihre Krone seit 1999 bzw. 2002 an den Euro gekoppelt, betreiben keine eigene Währungspolitik mehr und haben lustige Monarchen auf den Scheinen. Sowas ist doch viel wichtiger als geopolitische Fragestellungen oder Währungsstabilität.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Mo 6. Nov 2017, 17:20

frems hat geschrieben:(06 Nov 2017, 15:53)

Ein Sachse darf auch nicht in Baden-Württemberg bei Kommunal- und Landtagswahlen mitwählen

... bei welchen nicht die pot. Bundesregierung gewählt wird.

Die pot. "Regierungmitglieder", die Exekutivkräfte aus dem Ausland für die EU, darfst Du oder ich wo wählen ?
Siehste!

Transnationale Listen wurden von überzeugten Europäern ja immer wieder vorgeschlagen, aber meistens aus nationalen Gründen abgelehnt worden. Man will eben, genau wie in den USA, viele getrennte Wahlen. Ist nun aber auch kein Drama, wenn's so bleibt. Am Ende organisieren sich ja eh die Fraktionen in den Europaparteien.

...welche mehrheitlich aus Ausländern bestehen; es sei denn, es gründet sich eine Deutschfraktion. Das wäre dann jedoch auch nur eine demokratische Minderheit.

Doch, aber autonom bedeutet nicht, dass sie auf einem eigenen Planeten leben und es keine Abhängigkeiten gibt.

Ob auf ihrem Ackerland Bananen wachsen oder eine Import-Abhängigkeit besteht, ist nicht das Thema.

Eine Weltwährung steht nicht zur Debatte und ein Euro steht diesem Geist auch nicht im Wege, im Gegenteil.

Na dann stelle es mal dem Bundestag zur Debatte, lass ihn und den Bundesrat positiv darüber abstimmen und dann jeweils dumm aus der Wäsche gucken, wenn sie bei der Umsetzung feststellen, daß die Währungshoheit ja aus der Hand gegeben wurde.

Aber wenn Du schon beim Euro umkippst, will ich nicht wissen, wie eine gemeinsame Währung mit Milliarden von Chinesen, Arabern und Indern für Dich aussehen mag.

Dann interessieren keine nationalen Währungshoheiten mehr.
Zahlen alle mit Gold, dann zahlen halt alle mit Gold. Hier ein Goldstück für 1 Kg Weizen, in Wüstenregion dann schon 2 bis 3 Goldstücke für 1 kg Weizen.
Sonstige sinnigen und unsinnigen Spielereien mit der oder einer Währung entfallen dann.

Namen sind Dir wohl sehr wichtig. Vielleicht sollten es Länder dann wie die Dänen machen. Die haben ihre Krone seit 1999 bzw. 2002 an den Euro gekoppelt, betreiben keine eigene Währungspolitik mehr und haben lustige Monarchen auf den Scheinen. Sowas ist doch viel wichtiger als geopolitische Fragestellungen oder Währungsstabilität.

Tschechische Krone ist auch ganz imposant.

Ich sehe keinen Grund dafür, eine deutsche Währung an ein überregionales Geldprojekt zu binden, bei welchem das Mitsprachrecht nicht mal dem einer Minderheitenregierung gleicht. Die Berufspolitiker vergangener Tage sahen das jedoch anders.
Im Ergebnis profitiert eben keineswegs Deutschland am meisten.

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