Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

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Misterfritz
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Misterfritz » Di 14. Nov 2017, 21:17

Julian hat geschrieben:(14 Nov 2017, 21:03)

Die Schweiz ist ein reiches Land mit florierender Wirtschaft und wohlhabenden Bürgern. In Deutschland feiert man Exportüberschüsse und geringe Arbeitslosigkeit, aber die Leute sind viel ärmer als in der Schweiz: das mediane Vermögen ist lächerlich im Vergleich zur Schweiz, viele Leute sind arm trotz Arbeit, die sichtbare Armut in deutschen Großstädten ist bedrückend, viele Leute sind darauf angewiesen, Pfandflaschen aus Mülleimern zu fischen.

Und jetzt sollen wir Angst haben vor dem Modell der Schweiz? Ich halte die Schweiz im Gegenteil für ein Modell dafür, dass es auch mit einer eigenen Währung funktionieren kann - und dies zwar der Exportwirtschaft abträglich, dem allgemeinen Wohlstand des Landes jedoch zuträglich ist. Das wird in Deutschland, in dem die immer gleichen Jubelarien angestimmt werden - wir sind Exportweltmeister! die Wirtschaft brummt! - wohl kaum zu vermitteln.
Die Schweiz hat sicherlich einige Sachen, die besser sind, als in D-Land (z.B. die Sozialversicherungen).
Dass das Einkommen in der Schweiz höher ist als in Deutschland, ist kein Wunder, es MUSS höher sein, weil die Lebenshaltungskosten in der Schweiz erheblich höher sind. Oder was glaubst Du, warum Schweizer, wenn es irgend geht, in Deutschland einkaufen? Sogar nach Deutschland ziehen, weil sogar Immobilien im südlichen Deutschland preiswerter sind. Und darunter leidet nicht nur der grenznahe schweizer Einzelhandel.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Julian » Di 14. Nov 2017, 22:17

Misterfritz hat geschrieben:(14 Nov 2017, 21:17)

Die Schweiz hat sicherlich einige Sachen, die besser sind, als in D-Land (z.B. die Sozialversicherungen).
Dass das Einkommen in der Schweiz höher ist als in Deutschland, ist kein Wunder, es MUSS höher sein, weil die Lebenshaltungskosten in der Schweiz erheblich höher sind. Oder was glaubst Du, warum Schweizer, wenn es irgend geht, in Deutschland einkaufen? Sogar nach Deutschland ziehen, weil sogar Immobilien im südlichen Deutschland preiswerter sind. Und darunter leidet nicht nur der grenznahe schweizer Einzelhandel.


Die Einkommen in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland sind aber nicht proportional zu den Lebenshaltungskosten höher, sonder deutlich überproportional: Trotz der höheren Kosten bleibt mehr im Geldbeutel! Dazu kommen noch niedrigere Steuern als in Deutschland. Trotzdem wollen viele Schweizer noch mehr sparen, indem sie beispielsweise im ärmeren Baden-Württemberg einkaufen gehen.

Die Infrastruktur - etwa die Bahn oder die personelle und bauliche Ausstattung von Kliniken - ist um Welten besser als in Deutschland. Deswegen wollen beispielsweise so viele deutsche Ärzte in der Schweiz arbeiten; es geht dabei nicht nur um Geld, sondern um mehr Zeit für den einzelnen Patienten. In Deutschland kann man sich so etwas natürlich nicht leisten, dafür ist kein Geld da, alles muss schnell gehen.

Ich kann bisher nicht erkennen, dass es Ländern ohne Euro schlechter ergangen wäre als Ländern mit Euro. Zumindest die Schweiz ist ohne den Euro besser gefahren als Deutschland mit dem Euro - zumindest wenn man die Menschen betrachtet, und nicht die Exportindustrie. Wenn man den Theorien der Eurobefürworter Glauben schenkte, müsste in der Schweiz geradezu Massenarbeitslosigkeit herrschen.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon CaptainJack » Di 14. Nov 2017, 22:29

Die Statistik triumphiert, der Normalbürger nicht .... im Gegenteil!
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Humelix33 » Di 14. Nov 2017, 23:04

Das Deutschland am meisten von der EU profitieren soll, ist ein Märchen.

Deutschland ist der größte Nettozahler der EU, und wird demnächst noch mehr zahlen, wenn Großbritannien endgültig ausgeschieden ist.

Aus nationaler Sicht kann man sehr wohl auf die Schiene gehen, dass die EU Deutschland ausbremst, gewollt sein könnte, denn die Wirtschaftskraft ohne die ganzen EU Richtlinien und Zahlungen, wäre enorm.

Jetzt kann man mit den ganzen vermeintlichen Pro's kommen, z.B. deutsche Bauern bekommen Fördermittel/Subventionen aus EU Geldern, dagegen kann man aber halten, könnte Deutschland auch selber locker so zahlen, wenn man keine Beiträge an die EU zahlen müsste.

Dieses Abwägen kann man bei allen anderen Themen auch spielen, man muss es eher so sehen, TROTZ EU profitiert Deutschland immer noch ordentlich, und das passt einigen Ländern immer noch nicht. Wenn Deutschland aus der EU austreten würde, ist die EU tot, weil sie nur wegen und mit Deutschland existieren kann.

Und damit kommen wir zum vielleicht wichtigeren Teil, um den Neidfaktor der anderen Nationen so gering wie möglich zu halten, ist die EU als Gesamtprojekt betrachtet sicher alternativlos, murmeln wir uns alle wieder ein, und gehen in den Nationalismus über, würden Konflikte wieder eine reale Gefahr sein.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon zollagent » Mi 15. Nov 2017, 14:01

Humelix33 hat geschrieben:(14 Nov 2017, 23:04)

Das Deutschland am meisten von der EU profitieren soll, ist ein Märchen.

Deutschland ist der größte Nettozahler der EU, und wird demnächst noch mehr zahlen, wenn Großbritannien endgültig ausgeschieden ist.

Aus nationaler Sicht kann man sehr wohl auf die Schiene gehen, dass die EU Deutschland ausbremst, gewollt sein könnte, denn die Wirtschaftskraft ohne die ganzen EU Richtlinien und Zahlungen, wäre enorm.

Jetzt kann man mit den ganzen vermeintlichen Pro's kommen, z.B. deutsche Bauern bekommen Fördermittel/Subventionen aus EU Geldern, dagegen kann man aber halten, könnte Deutschland auch selber locker so zahlen, wenn man keine Beiträge an die EU zahlen müsste.

Dieses Abwägen kann man bei allen anderen Themen auch spielen, man muss es eher so sehen, TROTZ EU profitiert Deutschland immer noch ordentlich, und das passt einigen Ländern immer noch nicht. Wenn Deutschland aus der EU austreten würde, ist die EU tot, weil sie nur wegen und mit Deutschland existieren kann.

Und damit kommen wir zum vielleicht wichtigeren Teil, um den Neidfaktor der anderen Nationen so gering wie möglich zu halten, ist die EU als Gesamtprojekt betrachtet sicher alternativlos, murmeln wir uns alle wieder ein, und gehen in den Nationalismus über, würden Konflikte wieder eine reale Gefahr sein.

Du liegst trotzdem falsch. Es kommt nicht ausschließlich auf die Nettozahlungen an, sondern auch auf den Vergleich was man mit EU und ohne EU an Handelspartner liefern konnte. Und da hat der gemeinsame Markt es Deutschland sehr leicht gemacht. https://de.statista.com/statistik/daten ... ergruppen/
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon H2O » Mi 15. Nov 2017, 15:32

zollagent hat geschrieben:(15 Nov 2017, 14:01)

Du liegst trotzdem falsch. Es kommt nicht ausschließlich auf die Nettozahlungen an, sondern auch auf den Vergleich was man mit EU und ohne EU an Handelspartner liefern konnte. Und da hat der gemeinsame Markt es Deutschland sehr leicht gemacht. https://de.statista.com/statistik/daten ... ergruppen/


Mir kommt der Titel des Strangs seltsam unwirklich vor. Wer oder was ist eigentlich in dessen Sinne "Deutschland"? Sind es die deutschen Wirtschaftsunternehmen, von denen etliche zu Weltunternehmen werden konnten... indem sie sich mit anderen europäischen Unternehmen zusammen taten? Sind es deutsche Angestellte im mittleren und höheren Management dieser Unternehmen? Sind es Mittelständler, die als "heimliche Champions" mit ihren besonderen Produkten den europäischen Markt nutzen, um zu wachsen? Sind es deutsche Rentner und Pensionäre, die ihren Altersruhesitz in wärmere Gefilde Europas verlegt haben? Wer oder was ist also "Deutschland"?

Ich vermute ganz stark, daß der Ersteller dieses Strangs auch nicht so recht wußte, was ihm Schmerzen bereitet.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon zollagent » Mi 15. Nov 2017, 16:14

H2O hat geschrieben:(15 Nov 2017, 15:32)

Mir kommt der Titel des Strangs seltsam unwirklich vor. Wer oder was ist eigentlich in dessen Sinne "Deutschland"? Sind es die deutschen Wirtschaftsunternehmen, von denen etliche zu Weltunternehmen werden konnten... indem sie sich mit anderen europäischen Unternehmen zusammen taten? Sind es deutsche Angestellte im mittleren und höheren Management dieser Unternehmen? Sind es Mittelständler, die als "heimliche Champions" mit ihren besonderen Produkten den europäischen Markt nutzen, um zu wachsen? Sind es deutsche Rentner und Pensionäre, die ihren Altersruhesitz in wärmere Gefilde Europas verlegt haben? Wer oder was ist also "Deutschland"?

Ich vermute ganz stark, daß der Ersteller dieses Strangs auch nicht so recht wußte, was ihm Schmerzen bereitet.

Es war das nationale Herz. Er weiß offenbar nicht, daß die Europäische Einigung innerhalb der Wirtschaft viel weiter ist, als er sich vorstellen kann.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Schnitter » Mi 15. Nov 2017, 17:06

Die EU ist meiner Meinung nach im Übrigen die einzige Möglichkeit den Weltmächten im Westen (USA) und Osten (China/Indien) wirtschaftlich die Stirn zu bieten.

Mit Kleinstaaterei / Nationaltümelei ist man da in Zukunft am Arsch.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Schnitter » Mi 15. Nov 2017, 17:11

Humelix33 hat geschrieben:(14 Nov 2017, 23:04)

Das Deutschland am meisten von der EU profitieren soll, ist ein Märchen.

Deutschland ist der größte Nettozahler der EU, und wird demnächst noch mehr zahlen, wenn Großbritannien endgültig ausgeschieden ist.


Gegenüber den wirtschaftlichen Segnungen der EU sind die Zahlungen Deutschlands an die EU lächerlichster Peanuts.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 15. Nov 2017, 19:43

Der größte Segen ist ein Klohaus für den, der einen Euro zahlen muss.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon H2O » Do 16. Nov 2017, 08:48

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Nov 2017, 19:43)

Der größte Segen ist ein Klohaus für den, der einen Euro zahlen muss.


Inflation! Ein Toilettenbesuch in einer Autobahnraststätte kostet 70 ct, davon 50 ct an der Kasse in Zahlung zu geben. Ohne Raststätte für Benutzer kostenlos, wenn auch oft sehr verdreckt. Vielleicht muß vor der Benutzung deutscher Autobahnen ein Kurs "Wie benutze ich eine Toilette?" erfolgreich besucht und bestanden werden.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Papaloooo » Fr 17. Nov 2017, 16:36

>>HIER<< siehst Du, dass Deutschland und Schweiz in Europa nahezu gleichauf liegen, was Armut betrifft.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Papaloooo » Fr 17. Nov 2017, 16:39

Nachtrag, dies war die Antwort auf:
Julian hat geschrieben:(14 Nov 2017, 21:03)

Die Schweiz ist ein reiches Land mit florierender Wirtschaft und wohlhabenden Bürgern. In Deutschland feiert man Exportüberschüsse und geringe Arbeitslosigkeit, aber die Leute sind viel ärmer als in der Schweiz: das mediane Vermögen ist lächerlich im Vergleich zur Schweiz, viele Leute sind arm trotz Arbeit, die sichtbare Armut in deutschen Großstädten ist bedrückend, viele Leute sind darauf angewiesen, Pfandflaschen aus Mülleimern zu fischen.

Und jetzt sollen wir Angst haben vor dem Modell der Schweiz? Ich halte die Schweiz im Gegenteil für ein Modell dafür, dass es auch mit einer eigenen Währung funktionieren kann - und dies zwar der Exportwirtschaft abträglich, dem allgemeinen Wohlstand des Landes jedoch zuträglich ist. Das wird in Deutschland, in dem die immer gleichen Jubelarien angestimmt werden - wir sind Exportweltmeister! die Wirtschaft brummt! - wohl kaum zu vermitteln.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Julian » Fr 17. Nov 2017, 17:27

Papaloooo hat geschrieben:(17 Nov 2017, 16:36)

>>HIER<< siehst Du, dass Deutschland und Schweiz in Europa nahezu gleichauf liegen, was Armut betrifft.


Bei dieser Statistik geht es nur um den Anteil der Menschen, die weniger als 60% des mittleren Einkommen zur Verfügung haben. Das sagt sehr wenig aus über tatsächliche Armut, weil eine ganze Gesellschaft ja insgesamt reicher sein kann.

Im Jahr 2008 waren in der Europäischen Union (EU) 16,3 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet, das heißt, dass Ihnen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung standen.

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-u ... leistungen

Es gibt zahlreiche Methoden, Armut zu messen. Ich persönlich habe in der Schweiz nie so viel Armut wie in Deutschland gesehen, nicht einmal annähernd. Wir können gerne versuchen, das zu objektivieren.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Fr 17. Nov 2017, 17:57

Humelix33 hat geschrieben:(14 Nov 2017, 23:04)
Aus nationaler Sicht kann man sehr wohl auf die Schiene gehen, dass die EU Deutschland ausbremst, gewollt sein könnte, denn die Wirtschaftskraft ohne die ganzen EU Richtlinien und Zahlungen, wäre enorm.

Deshalb sind ja gerade die deutschen Wirtschaftsverbände so scharf auf den Brexit und werben für eine Abschaffung des Binnenmarktes. :rolleyes:
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Papaloooo » Sa 18. Nov 2017, 07:17

Stimmt Julian,
ich bezweifle nur, ob eine "Eigenbrödlerei" auf lange Frist der bessere Weg ist.

Die Armut unter Rentner in Deutschland halte ich in erster Linie als eine Folge der Plünderung der Rentenkassen in der Ära Kohl
um damit den Aufbau-Ost zu finanzieren.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 18. Nov 2017, 08:04

Papaloooo hat geschrieben:(18 Nov 2017, 07:17)

Stimmt Julian,
ich bezweifle nur, ob eine "Eigenbrödlerei" auf lange Frist der bessere Weg ist.

Die Armut unter Rentner in Deutschland halte ich in erster Linie als eine Folge der Plünderung der Rentenkassen in der Ära Kohl
um damit den Aufbau-Ost zu finanzieren.

Die Rentenkasse ist so voll, dass demnächst der Beitrag sinkt. Bis 2021 wird nach aktueller Schätzung die Rente jährlich um 2,5 Prozent steigen. Allerdings haben immer mehr Rentner erstens sowieso Lücken in ihrem Punktekonto durch lange Zeiten mit wenigen oder keinen Einzahlungen (Arbeitslos, Student, Minijob) und zweitens werden immer mehr Menschen, die im fortgeschrittenen Alter arbeitslos werden, mit hohen Abschlägen in die frühe Verrentung gedrängt. Das gibt Minirenten bis zur Sozialhilfe. Das ist aber eher die Politik von Steinbrück und Nahles als von Kohl.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Ger9374 » Sa 18. Nov 2017, 09:06

Deutschlands Wirtschaft profitiert von der E.U und damit auch ein grossteil der Arbeitnehmer.
Unsere Exportwirtschaft boomt seit Jahren, viel über unsere E.U Partner. Die Verhandlungspositionen durch die E.U in Ceta usw.sind stärker als wenn Deutschland alleine
für sich stünde. Nachteil die Unwägbarkeiten des ESM Schirms. Eventuelle folezahlungen in den nächsten Jahren sind kaum kalkulierbar.
Weitere Zahlungen durch den Austritt GB auch noch nicht kalkulierbar. Durch die militärische anvisierte engere Kooperation wird auch Deutschland profitieren, einkauf und Wertschöpfung kommen hier zum tragen.
Wenn diverse Vorgänger Regierungen mehr Deutsche Steuergelder für Rentenkassen und zukünftige Löcher in den Pensionskassen gelassen hätten wäre alles noch besser.
Aber jeder bedient ja seine Klientel auf Kosten der allgemeinheit. Immer Raus mit der Kohle. kommt ja neues nach.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Papaloooo » Sa 18. Nov 2017, 10:52

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(18 Nov 2017, 08:04)

Die Rentenkasse ist so voll, dass demnächst der Beitrag sinkt. Bis 2021 wird nach aktueller Schätzung die Rente jährlich um 2,5 Prozent steigen. Allerdings haben immer mehr Rentner erstens sowieso Lücken in ihrem Punktekonto durch lange Zeiten mit wenigen oder keinen Einzahlungen (Arbeitslos, Student, Minijob) und zweitens werden immer mehr Menschen, die im fortgeschrittenen Alter arbeitslos werden, mit hohen Abschlägen in die frühe Verrentung gedrängt. Das gibt Minirenten bis zur Sozialhilfe. Das ist aber eher die Politik von Steinbrück und Nahles als von Kohl.

Dabei vergisst Du allerdings, dass inzwischen die Mindestrente fast exakt auf dem Satz der Sozialhilfe ist.
Und demnächst liegt beides gleichauf.
Und daraus ensteht das Problem des Generationenvertrages:
Immer mehr Menschen werden es nicht mehr einsehen, in ein System einzuzahlen,
wobei ihnen Geld im aktuellen Leben fehlt,
sie aber in der Zukunft von diesen eingezahlten Geldern nicht mehr profitieren werden!
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon unity in diversity » Sa 18. Nov 2017, 10:56

Papaloooo hat geschrieben:(18 Nov 2017, 10:52)

Dabei vergisst Du allerdings, dass inzwischen die Mindestrente fast exakt auf dem Satz der Sozialhilfe ist.
Und demnächst liegt beides gleichauf.
Und daraus ensteht das Problem des Generationenvertrages:
Immer mehr Menschen werden es nicht mehr einsehen, in ein System einzuzahlen,
wobei ihnen Geld im aktuellen Leben fehlt,
sie aber in der Zukunft von diesen eingezahlten Geldern nicht mehr profitieren werden!

Hi.
Über Rentenprobleme diskutiert es sich besser im Forum 10 (Sozialpolitik).
"Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze.
Den Falschen und den Unsrigen."
(Aus den Divided States of America)

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