Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 17. Okt 2017, 11:16

H2O hat geschrieben:(17 Oct 2017, 12:03)

Da sind Sie auf dem Holzweg; Fördermittel kommen genau diesen Regionen zu Gute

Dafür braucht es aber das Verwaltungskonstrukt Euregio nicht, und faktisch wird es auch hintertrieben.
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon H2O » Di 17. Okt 2017, 11:57

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(17 Oct 2017, 12:16)

Dafür braucht es aber das Verwaltungskonstrukt Euregio nicht, und faktisch wird es auch hintertrieben.


Welche Namen möchten Sie denn den Kindern gern geben? Ich meine, daß es auf gemeinschaftliche Entwicklungen ankommt. Das sieht derzeit ganz gut aus, zumindest in Westpommern-Ostvorpommern. Der große Mist ist die Sprachlosigkeit... die einen verstehen nicht so besonders viel Deutsch, die anderen fast gar kein Polnisch. Da könnte die EU Pflöcke einschlagen mit Schüleraustausch und Gastschülern und, und.... Mag sein, daß daran im fernen Warschau kein Interesse besteht, oder in Brandenburg-Ostvorpommern diese Geste abgelehnt wird. Aber der Anfang ist schon einmal gemacht!
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 17. Okt 2017, 15:17

H2O hat geschrieben:(17 Oct 2017, 12:57)

Welche Namen möchten Sie denn den Kindern gern geben? Ich meine, daß es auf gemeinschaftliche Entwicklungen ankommt. Das sieht derzeit ganz gut aus, zumindest in Westpommern-Ostvorpommern. Der große Mist ist die Sprachlosigkeit... die einen verstehen nicht so besonders viel Deutsch, die anderen fast gar kein Polnisch. Da könnte die EU Pflöcke einschlagen mit Schüleraustausch und Gastschülern und, und.... Mag sein, daß daran im fernen Warschau kein Interesse besteht, oder in Brandenburg-Ostvorpommern diese Geste abgelehnt wird. Aber der Anfang ist schon einmal gemacht!

Verträge zwischen Landräten brauchen keine hochklingenden Namen.
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon H2O » Di 17. Okt 2017, 15:42

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(17 Oct 2017, 16:17)

Verträge zwischen Landräten brauchen keine hochklingenden Namen.


Die brauchen aber einen Zahlmeister, und der Zahlmeister braucht eine Empfangsanschrift und einen Kostentitel. Ist vielleicht doch ganz gut, so wie diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit aufgebaut ist. Bestimmt geht das auch anders. Aber besser?
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 17. Okt 2017, 15:49

H2O hat geschrieben:(17 Oct 2017, 12:57)

Welche Namen möchten Sie denn den Kindern gern geben? Ich meine, daß es auf gemeinschaftliche Entwicklungen ankommt. Das sieht derzeit ganz gut aus, zumindest in Westpommern-Ostvorpommern. Der große Mist ist die Sprachlosigkeit... die einen verstehen nicht so besonders viel Deutsch, die anderen fast gar kein Polnisch. Da könnte die EU Pflöcke einschlagen mit Schüleraustausch und Gastschülern und, und.... Mag sein, daß daran im fernen Warschau kein Interesse besteht, oder in Brandenburg-Ostvorpommern diese Geste abgelehnt wird. Aber der Anfang ist schon einmal gemacht!

Die einen Polen wollen in den deutschen Seebädern arbeiten und die anderen Polen wollen die Touristen an die polnischen Strandpromenaden locken. Beides klappt immer besser. Und dadurch sprechen auch immer mehr Westpolen deutsch. Könnte sein das die Grenzen dadurch immer unwichtiger werden. Immerhin gewinnen alle Beteiligten.
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon H2O » Di 17. Okt 2017, 16:48

Alter Stubentiger hat geschrieben:(17 Oct 2017, 16:49)

Die einen Polen wollen in den deutschen Seebädern arbeiten und die anderen Polen wollen die Touristen an die polnischen Strandpromenaden locken. Beides klappt immer besser. Und dadurch sprechen auch immer mehr Westpolen deutsch. Könnte sein das die Grenzen dadurch immer unwichtiger werden. Immerhin gewinnen alle Beteiligten.


Genau diese Entwicklung beobachte ich auch; mich erfreut insbesondere der freundliche Umgang mit deutschen Gästen. In Kamień Pomorski sind inzwischen sämtliche Sehenswürdigkeiten auch mit deutschen Texten erklärt... sogar inzwischen im Museum. In Wolin findet man den selben Stil. Kann sein, daß da ganz vernünftige Bürgermeister am Werk sind. Swinemünde hatte sich schon vor einigen Jahren auf deutsche Besucher eingestellt. Etwas mehr Lerneifer täte aber auch den deutschen Gästen ganz gut. Na ja, vielleicht fehlt da ein systematisches Angebot, etwa Volkshochschule oder als 3. Fremdsprache in der Oberschule?
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Negator » Di 17. Okt 2017, 17:21

@Sofawolf:

Was dagegen spricht? - Die Österreicher! :D

Es ist richtig, dass das heutige Österreich lange als deutsch galt und es auch die Bewohner so sahen.
Noch zu Zeiten von Österreich-Ungarn galten die Deutsch-Österreicher bei Volkszählungen als "Deutsche".
Heute hat das aber einen Adolf-'38-Touch!
Stermann & Grissemann verarschen es, indem sie den 3:2-Sieg von Ö gegen D 1978 in Cordoba in ein 5:0 umlügen -
moderiert von Auslandsdeutschen (= Nazis) aus Argentinien. ;)

In Österreich gibt es nur noch wenige, die das wollten. Und davon sind viele rechtsaußen zu finden.
Sozialdemokraten wollten das auch mal und sogar ein paar Kommunisten, aber das gibt es heute kaum noch.
Als Hitler 1938 seinen sogenannten Anschluss vollzog, waren die Ö-Sozialdemokraten zwar gegen Hitler, aber selten gegen den Anschluss.
Wie es in Deutschland aussieht, weiß ich nicht. Gerüchteweise hat die AfD aber gute Kontakte zur FPÖ. :)
In der FPÖ ist bekannterweise der deutsch-nationale Flügel stark - er konnte sich sogar restrukturieren.
Das hängt u. a. mit Haiders Tod zusammen, der zwar selber zuerst deutsch-national war, sich dann aber nach der Gründung des BZÖ
mit vielen deutsch-nationalen Verbindungen überwarf.

Die Anhänger eines wie auch immer gearteten Zusammengehens findest du aber heute fast nur noch unter Burschenschaften.
Die tragen in Österreich heute noch fast alle schwarz-rot-gold und sind oft im Auftreten "deutscher als die Deutschen".
Sie haben schärfere Waffen, strengere Regeln und gehören fast alle zur Burschenschaftlichen Gemeinschaft innerhalb der DB.
Jetzt sind sie durch den Wahlsieg der FPÖ, auf die sie einen großen Einfluss haben, nochmal stärker geworden.
Prozentual haben die Burschenschaften aber trotz ihrer politischen Macht kaum einen Anteil an der Bevölkerung (Promillebereich).
Es mag noch einige andere Verbindungen geben, die so drauf sind. Die findest du dann unter Corps und Landsmannschaften,
nicht bei katholischen Verbindungen. Aber sowohl C!C! als auch L!L! streichen das Nationale nicht oder nicht mehr so heraus.
Aus der politischen Mitte kommt aber wenig. Aus der Linken erst Recht nicht. In der SPÖ gibt es ja kaum noch B!B!, anders als früher.

Als Hauptstadt war im 19. Jhd. übrigens auch Frankfurt angedacht.
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Sofawolf » Di 17. Okt 2017, 19:43

SirToby hat geschrieben:(17 Oct 2017, 08:55)

Warm sollten die Österreicher sich mit Deutschland vereinen? Beides sind eigenständige Nationen und waren, abgesehen von einer kurzen Zeitspanne, immer eigene Staaten mit eigenständigen Kulturen und Traditionen. Nebenbei bemerkt hatte das HRR keine formale Hauptstadt, sondern Wien war der Sitz der Habsburger, deren Residenzstadt Wien ja war.

Der Hinweis einer gemeinsamen Geschichte ist nicht ausreichend. Wir haben auch z.B. eine gemeinsame Geschichte mit Holland, Tschechien, Italien, oder Frankreich, dennoch würde da niemand davon sprechen, eine Vereinigung auszurufen.



Bis 1866 waren Österreich bzw. die Gebiete, die heute Österreich bilden, nicht anders deutsche Staaten wie Sachsen, Mecklenburg oder Bayern - auch und vor allem im Bewusstsein der Menschen (der Deutschen). Aus diesem Grunde nannte sich Österreich nach dem 1. Weltkrieg und dem Zerfall der Donaumonarchie "Deutsch-Österreich". Wie schon gesagt, alle politischen Lager wünschten die Vereinigung mit Deutschland, außer den Kommunisten. Die gemeinsame Geschichte ist also keine kurze Zeitspanne, sondern eine sehr lange (historisch gesehen ist die Trennung eine noch eher kurze Zeitspanne) und die Gründe sind die gleichen oder könnten die gleichen sein wie seinerzeit: gemeinsame Sprache, Kultur und Abstammung. Es ist also eben auch nicht nur Geschichte, die uns verbindet.

Man muss sich noch einmal daran erinnern, dass Österreich lange Zeit Zentrum des "Deutschen Reiches" war. Der eigenständige Weg, der Ausschluss aus dem "deutschen Staatenverbund" begann erst 1866, als Österreich im Kampf mit Preußen um die Vorherrschaft unter den vielen deutschen Staaten, die es damals gab, unterlag.

Hier finde ich gerade einen Querverweis dazu (wenngleich das dort eher ein Anliegen der FPÖ ist, der mich nicht verbunden fühle).
http://www.deutschlandfunkkultur.de/oes ... _id=362407
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Sofawolf » Di 17. Okt 2017, 19:45

Oh, wie ich sehe, das wurde in den letzten Jahren durchaus diskutiert - auf österreichischer Seite:

https://dietagespresse.com/um-auslaende ... skutieren/
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Sofawolf » Di 17. Okt 2017, 19:50

Ich höre zum ersten Mal, dass es zwischen den Österreichern und den "Deutschlanddeutschen" irgendwelche Animositäten gäbe. Sie dürften doch aber nicht gravierender sein, als die Klischees im Zusammenhang mit der "Berliner Schnauze", den "Kaffeesachsen", den "Fischköppen" und den "Ostfriesen-Witzen".

I
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Cat with a whip » Di 17. Okt 2017, 21:29

Sofawolf hat geschrieben:(16 Oct 2017, 17:37)
Also was spräche aus heutiger Sicht eigentlich noch dagegen, wenn wir uns zusammentun?!

Die Bayernpartei. :)
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Flaschengeist » Di 17. Okt 2017, 21:49

Sofawolf hat geschrieben:(17 Oct 2017, 20:45)

Oh, wie ich sehe, das wurde in den letzten Jahren durchaus diskutiert - auf österreichischer Seite:

https://dietagespresse.com/um-auslaende ... skutieren/


Die Tagespresse ist eine österreichische Website, die von Friedrich Jergitsch betrieben wird und satirische Beiträge im Stil von Zeitungsartikeln zu österreichischen Themen veröffentlicht, wobei alle Artikel frei erfunden sind

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Tagespresse

Aber gut gemacht. :thumbup:
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 18. Okt 2017, 14:27

Sofawolf hat geschrieben:(17 Oct 2017, 20:43)

Bis 1866 waren Österreich bzw. die Gebiete, die heute Österreich bilden, nicht anders deutsche Staaten wie Sachsen, Mecklenburg oder Bayern - auch und vor allem im Bewusstsein der Menschen (der Deutschen). Aus diesem Grunde nannte sich Österreich nach dem 1. Weltkrieg und dem Zerfall der Donaumonarchie "Deutsch-Österreich". Wie schon gesagt, alle politischen Lager wünschten die Vereinigung mit Deutschland, außer den Kommunisten. Die gemeinsame Geschichte ist also keine kurze Zeitspanne, sondern eine sehr lange (historisch gesehen ist die Trennung eine noch eher kurze Zeitspanne) und die Gründe sind die gleichen oder könnten die gleichen sein wie seinerzeit: gemeinsame Sprache, Kultur und Abstammung. Es ist also eben auch nicht nur Geschichte, die uns verbindet.

Man muss sich noch einmal daran erinnern, dass Österreich lange Zeit Zentrum des "Deutschen Reiches" war. Der eigenständige Weg, der Ausschluss aus dem "deutschen Staatenverbund" begann erst 1866, als Österreich im Kampf mit Preußen um die Vorherrschaft unter den vielen deutschen Staaten, die es damals gab, unterlag.

Hier finde ich gerade einen Querverweis dazu (wenngleich das dort eher ein Anliegen der FPÖ ist, der mich nicht verbunden fühle).
http://www.deutschlandfunkkultur.de/oes ... _id=362407


Ich halte diese Statement für Deutschtümelei. Die Österreicher hatten vielleicht den Wunsch die deutschen Königreiche und Fürstentümer in ihr Reich einzugliedern. Aber historisch gesehen warÖsterreich-Ungarn schon sehr lange abgetrennt von den Gebieten im Norden. Und man sich nicht gescheut immer wieder gegen Preussen in den Krieg zu ziehen. Zuletzt im Bündnis mit Bayern.

Und nach dem ersten Weltkrieg war die Deutschland-Begeisterung nicht sonderlich groß. Das kam erst mit der wirtschaftlichen Scheinblüte Deutschlands und der militärischen Aufrüstung.

.............Im April 1933 traf Hermann Göring im Auftrag Hitlers mit Mussolini zusammen, um einen möglichen "Anschluss" Österreichs an Deutschland auszuloten. Mussolini, der Österreich als "Pufferstaat" bewahren wollte und kein Interesse an einem starken Deutschland hatte, bestand auf der österreichischen Souveränität. International gewährleistete Italien die österreichische Unabhängigkeit, indem es im Frühjahr 1934 mit Frankreich und Großbritannien eine Sicherheitsgarantie für das Land übernahm. Es stärkte seine Interessen weiter durch den Abschluss der "Römischen Protokolle" vom 17. März 1934, mit denen Österreich wirtschaftlicher Bündnispartner Italiens wurde.

Trotz eines persönlichen Treffens im Juni 1934 bei einer gemeinsamen Massenkundgebung in Venedig blieb die Beziehung zwischen Hitler und Mussolini distanziert. Das deutsch-italienische Verhältnis erreichte einen Tiefpunkt, als am 25. Juli 1934 die österreichische NSDAP einen Putschversuch gegen die Dollfuß-Regierung unternahm. Hitler entzog den Putschisten erst dann seine Unterstützung, als italienische Truppen am Brenner aufmarschierten, um die österreichische Unabhängigkeit notfalls militärisch zu sichern. Im April 1935 unterzeichnete Italien mit Frankreich und Großbritannien eine gemeinsame Erklärung gegen die Aufrüstung Deutschlands und für den Erhalt der österreichischen Eigenstaatlichkeit.............

https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regi ... ungen.html
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 18. Okt 2017, 15:10

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Oct 2017, 15:27)

Ich halte diese Statement für Deutschtümelei. Die Österreicher hatten vielleicht den Wunsch die deutschen Königreiche und Fürstentümer in ihr Reich einzugliedern. Aber historisch gesehen warÖsterreich-Ungarn schon sehr lange abgetrennt von den Gebieten im Norden. Und man sich nicht gescheut immer wieder gegen Preussen in den Krieg zu ziehen. Zuletzt im Bündnis mit Bayern.

Und nach dem ersten Weltkrieg war die Deutschland-Begeisterung nicht sonderlich groß. Das kam erst mit der wirtschaftlichen Scheinblüte Deutschlands und der militärischen Aufrüstung.

.............Im April 1933 traf Hermann Göring im Auftrag Hitlers mit Mussolini zusammen, um einen möglichen "Anschluss" Österreichs an Deutschland auszuloten. Mussolini, der Österreich als "Pufferstaat" bewahren wollte und kein Interesse an einem starken Deutschland hatte, bestand auf der österreichischen Souveränität. International gewährleistete Italien die österreichische Unabhängigkeit, indem es im Frühjahr 1934 mit Frankreich und Großbritannien eine Sicherheitsgarantie für das Land übernahm. Es stärkte seine Interessen weiter durch den Abschluss der "Römischen Protokolle" vom 17. März 1934, mit denen Österreich wirtschaftlicher Bündnispartner Italiens wurde.

Trotz eines persönlichen Treffens im Juni 1934 bei einer gemeinsamen Massenkundgebung in Venedig blieb die Beziehung zwischen Hitler und Mussolini distanziert. Das deutsch-italienische Verhältnis erreichte einen Tiefpunkt, als am 25. Juli 1934 die österreichische NSDAP einen Putschversuch gegen die Dollfuß-Regierung unternahm. Hitler entzog den Putschisten erst dann seine Unterstützung, als italienische Truppen am Brenner aufmarschierten, um die österreichische Unabhängigkeit notfalls militärisch zu sichern. Im April 1935 unterzeichnete Italien mit Frankreich und Großbritannien eine gemeinsame Erklärung gegen die Aufrüstung Deutschlands und für den Erhalt der österreichischen Eigenstaatlichkeit.............

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Sein Beitrag hat mit Hitler gar nichts zu tun. 1866 war kein Hitler.
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 18. Okt 2017, 16:11

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(18 Oct 2017, 16:10)

Sein Beitrag hat mit Hitler gar nichts zu tun. 1866 war kein Hitler.


Mein Beitrag beschreibt die Zeit vor 1866 bis hin zur Regierung Dollfuß. In der ganzen Zeit "fühlten" sich die Österreicher nicht als "Deutsche".

Und 1866 haben Österreich und Bayern Krieg gegen Preussen geführt. So groß war die Liebe zu den Deutschen im Norden.........

Und selbst die österreichische Revolution von 1848 hatte ganz andere Zielsetzungen als die bürgerliche Revolution von 1848 in Deutschland. Was ja auch klar war. Da gabs halt einen Haufen anderer Völker die vor allem ihre politische und wirtschaftliche Position verbessert sehen wollten.
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 18. Okt 2017, 16:13

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Oct 2017, 17:11)

Mein Beitrag beschreibt die Zeit vor 1866 bis hin zur Regierung Dollfuß. In der ganzen Zeit "fühlten" sich die Österreicher nicht als "Deutsche".

Und 1866 haben Österreich und Bayern Krieg gegen Preussen geführt. So groß war die Liebe zu den Deutschen im Norden.........

Und selbst die österreichische Revolution von 1848 hatte ganz andere Zielsetzungen als die bürgerliche Revolution von 1848 in Deutschland. Was ja auch klar war. Da gabs halt einen Haufen anderer Völker die vor allem ihre politische und wirtschaftliche Position verbessert sehen wollten.

Was du immer mit deinen Preußen hast. Die Randpolen sind ja nicht das gesamte Deutschenland. Da gehörten Österreich und Baden klar dazu. Sogar Bayern.
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Gluck » Mi 18. Okt 2017, 18:00

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Oct 2017, 17:11)

Mein Beitrag beschreibt die Zeit vor 1866 bis hin zur Regierung Dollfuß. In der ganzen Zeit "fühlten" sich die Österreicher nicht als "Deutsche".

Und 1866 haben Österreich und Bayern Krieg gegen Preussen geführt. So groß war die Liebe zu den Deutschen im Norden.........

Was für ein Unsinn. Der Deutsche Bund wurde damals von Österreich angeführt, nicht von Preußen. Außerdem gab zahlreiche Verbündete, sogar aus dem Norden, nämlich das Königreich Hannover. Und schon damals waren die Farben des Deutschen Bundes schwarz-rot-gold. Außerdem hatte das damalige Brandenburg-Preußen eine wesentlich jüngere deutsch geprägte Geschichte als z.B. Salzburg.
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 18. Okt 2017, 20:13

Sofawolf hat geschrieben:(16 Oct 2017, 17:37)

Bekanntlich war Wien jahrhundertelang Hauptstadt des Deutschen Reiches (Heiliges Römisches Reich deutscher Nation). Erst 1866 begann der "eigene Weg" Österreichs, als Preußen die Vorherrschaft unter den deutschen Staaten übernahm und 1871 das Deutsche Kaiserreich gründete

ich dachte »das stimmt nicht« und suchte bei wiki
Das Kaisertum Österreich (in der damals offiziellen Schreibweise Kaiserthum Oesterreich) bildet einen Abschnitt in der Geschichte der Habsburgermonarchie. Es wurde am 11. August 1804 als Erbmonarchie von Erzherzog Franz von Österreich gegründet, der als Franz II. letzter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war. Seinen zweiten Kaisertitel Kaiser von Österreich führte er fortan als Franz I. von Österreich.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 18. Okt 2017, 20:39

Was du suchen musst, ist "kleindeutsche Lösung"
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Re: Wiedervereinigung mit Österreich - warum eigentlich nicht?!

Beitragvon odiug » Mi 18. Okt 2017, 20:45

Nomen Nescio hat geschrieben:(18 Oct 2017, 21:13)

ich dachte »das stimmt nicht« und suchte bei wiki

An dem Post von Sofawolf stimmt so einiges nicht.
Es gab nie eine Hauptstadt des heiligen römischen Reichs ... das hätten die Kurfürsten nie zugelassen.
Die Abspaltung Österreichs ist auch ein falsches Bild. Faktisch spalteten sich die Fürsten ab, in dem sie sich mit Napoleon verbündeten, nachdem die französische Grand Armee ihre Herrschaftsbereiche überrannte.
Das heilige römische Reich wurde von Napoleon endgültig zerschlagen.
Den endgültige Ausschluß Österreichs aus dem deutschen Bund, vollzog Bismarck, der die Konkurrenz zwischen den Hohenzollern und den Habsburgern fürchtete.
Es kann nur einen Kaiser in Deutschland geben.
Die Bayern aber waren auf der Seite Österreichs, gegen Preußen.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:

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