Das Ende des Dublin Verfahrens ?

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Tom Bombadil
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 28. Jul 2017, 18:20

H2O hat geschrieben:(28 Jul 2017, 16:42)

Was möchten Sie denn politisch mitverantworten, wenn wieder eine solche Elendswanderung über uns hereinbricht?

Europa ist kein Selbstbedienungsladen, in den jeder reinmarschieren und sich das für ihn Beste kostenlos rausgreifen darf.

Wie ich mir das vorstelle, habe ich schon öfter hier geschildert:
  1. Große Auffanglager direkt an den Grenzen.
  2. Identifikation der Person mit einem möglichst fälschungssicheren Ausweis und erkennungsdienstlicher Erfassung, Aufnahme der Daten in eine europaweit zugängliche Datenbank
  3. Schnelle Prüfung, ob ein Asylanspruch gerechtfertigt ist.
  4. Falls nicht: Adios.
  5. Verlegung in größere Aufnahmezentren EU-weit, nach einem Schlüssel aus BIP, Bevölkerung und Fläche.
  6. Von dort Verlegung in die einzelnen Kommunen des jeweiligen Staates.
  7. Während des ganzen Prozesses wird der Asylstatus überprüft, sobald der Asylgrund wegfällt: Adios.
  8. Wird der Asylsteller bei Bagatelldelikten mehr als dreimal auffällig: Adios.
  9. Wird der Asylsteller bei schweren Straftaten einmal auffällig: Adios

Selbst die linksliberale Zeit in Person von Ladurner schreibt:
Doch der Hilferuf aus Italien und die damit verbundene Drohung zeigt, dass die Stabilität der EU auf dem Spiel steht. Die Grenze zu Libyen ist für die EU von existenziellem Charakter. Kein Mittel darf daher ausgeschlossen werden, auch kein militärisches.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 28. Jul 2017, 18:38

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 19:20)

Europa ist kein Selbstbedienungsladen, in den jeder reinmarschieren und sich das für ihn Beste kostenlos rausgreifen darf.

Wie ich mir das vorstelle, habe ich schon öfter hier geschildert:
  1. Große Auffanglager direkt an den Grenzen.
  2. Identifikation der Person mit einem möglichst fälschungssicheren Ausweis und erkennungsdienstlicher Erfassung, Aufnahme der Daten in eine europaweit zugängliche Datenbank
  3. Schnelle Prüfung, ob ein Asylanspruch gerechtfertigt ist.
  4. Falls nicht: Adios.
  5. Verlegung in größere Aufnahmezentren EU-weit, nach einem Schlüssel aus BIP, Bevölkerung und Fläche.
  6. Von dort Verlegung in die einzelnen Kommunen des jeweiligen Staates.
  7. Während des ganzen Prozesses wird der Asylstatus überprüft, sobald der Asylgrund wegfällt: Adios.
  8. Wird der Asylsteller bei Bagatelldelikten mehr als dreimal auffällig: Adios.
  9. Wird der Asylsteller bei schweren Straftaten einmal auffällig: Adios

Selbst die linksliberale Zeit in Person von Ladurner schreibt:
Doch der Hilferuf aus Italien und die damit verbundene Drohung zeigt, dass die Stabilität der EU auf dem Spiel steht. Die Grenze zu Libyen ist für die EU von existenziellem Charakter. Kein Mittel darf daher ausgeschlossen werden, auch kein militärisches.

es klingt prächtig, aber...
ad 3. schwierig
ad 5+6. unmöglich weil mehrere länder verweigern ihre verpflichtung zu erfüllen.
ad 4+7+8+9. wie adios, wohin adios, und wo müssen sie bis dann verbleiben?
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 28. Jul 2017, 18:58

Nichts ist unmöglich. Länder, die sich weigern, zu kooperieren, bekommen keinerlei Unterstützung mehr, das gilt auch für EU-Staaten, failed states werden gar nicht erst gefragt, die Leute werden dorthin zurückgebracht. Adios bedeutet "nach Hause".

Selbstverständlich ist das alles nicht einfach, aber die EU ist eine mächtige Organisation, mit der es sich nur wenige verderben wollen, gleiches gilt für Deutschland. Man muss das Problem angehen und daran arbeiten, vor und hinter den Kulissen, man muss einen Konsens finden, mit dem alle EU-Staaten leben können, das ist Politik und Diplomatie. Ausreden ziehen nicht mehr, das gilt auch für ein deutsches Einwanderungsgesetz. Wenn sich ein Politiker mit der Aufgabe überfordert fühlt, dann muss er den Platz für jemand frei machen, der die Ärmel hochkrempelt und daran arbeitet.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Woppadaq » Fr 28. Jul 2017, 19:12

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 19:20)

Europa ist kein Selbstbedienungsladen, in den jeder reinmarschieren und sich das für ihn Beste kostenlos rausgreifen darf.

Wie ich mir das vorstelle, habe ich schon öfter hier geschildert:
  1. Große Auffanglager direkt an den Grenzen.
  2. Identifikation der Person mit einem möglichst fälschungssicheren Ausweis und erkennungsdienstlicher Erfassung, Aufnahme der Daten in eine europaweit zugängliche Datenbank
  3. Schnelle Prüfung, ob ein Asylanspruch gerechtfertigt ist.
  4. Falls nicht: Adios.
  5. Verlegung in größere Aufnahmezentren EU-weit, nach einem Schlüssel aus BIP, Bevölkerung und Fläche.
  6. Von dort Verlegung in die einzelnen Kommunen des jeweiligen Staates.
  7. Während des ganzen Prozesses wird der Asylstatus überprüft, sobald der Asylgrund wegfällt: Adios.
  8. Wird der Asylsteller bei Bagatelldelikten mehr als dreimal auffällig: Adios.
  9. Wird der Asylsteller bei schweren Straftaten einmal auffällig: Adios


Und wer soll das alles bezahlen?

Bisher bezahlen das Italien oder Griechenland, selbst Krisenländer, grösstenteils selbst. Nix gegen ein EU- Einreisegesetz, aber dann müssen wirklich alle Länder an einen Strang ziehen. Und das heisst dann auch: Verteilungsschlüssel von Asylanten.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon schelm » Fr 28. Jul 2017, 19:17

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 19:58)

Nichts ist unmöglich. Länder, die sich weigern, zu kooperieren, bekommen keinerlei Unterstützung mehr, das gilt auch für EU-Staaten, failed states werden gar nicht erst gefragt, die Leute werden dorthin zurückgebracht. Adios bedeutet "nach Hause".

Selbstverständlich ist das alles nicht einfach, aber die EU ist eine mächtige Organisation, mit der es sich nur wenige verderben wollen, gleiches gilt für Deutschland. Man muss das Problem angehen und daran arbeiten, vor und hinter den Kulissen, man muss einen Konsens finden, mit dem alle EU-Staaten leben können, das ist Politik und Diplomatie. Ausreden ziehen nicht mehr, das gilt auch für ein deutsches Einwanderungsgesetz. Wenn sich ein Politiker mit der Aufgabe überfordert fühlt, dann muss er den Platz für jemand frei machen, der die Ärmel hochkrempelt und daran arbeitet.

Ich bin mir nicht sicher, ob das überhaupt gewollt ist. Eigentlich kann man weder so dumm noch blind sein, die Dinge so treiben zu lassen. Vielleicht hat die Lengsfeld ja Recht ? :

http://vera-lengsfeld.de/2017/07/27/ihr ... #more-1543
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 28. Jul 2017, 20:09

Woppadaq hat geschrieben:(28 Jul 2017, 20:12)

Und wer soll das alles bezahlen?

Die EU und Deutschland sind im Vergleich zu anderen Staaten stinkreich, die deutschen Kosten der Flüchtlingskrise werden alleine für 2016 und 2017 mit 43 Mrd. € angegeben. Es ist mehr als genug Geld da.

schelm hat geschrieben:(28 Jul 2017, 20:17)

Vielleicht hat die Lengsfeld ja Recht ?

Sie sollte für Ihre Zitate auch Quellen liefern.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 28. Jul 2017, 20:13

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 19:58)

Nichts ist unmöglich. Länder, die sich weigern, zu kooperieren, bekommen keinerlei Unterstützung mehr, das gilt auch für EU-Staaten, failed states werden gar nicht erst gefragt, die Leute werden dorthin zurückgebracht. Adios bedeutet "nach Hause".

für keinerlei unterstützung braucht man doch alle staaten? polen und ungarn sagen sowieso nein.
nach hause? die länder verweigern sie oft aufzunehmen. und selbst behaupten sie dort gefahr zu laufen.

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 19:58)Selbstverständlich ist das alles nicht einfach, aber die EU ist eine mächtige Organisation, mit der es sich nur wenige verderben wollen, gleiches gilt für Deutschland. Man muss das Problem angehen und daran arbeiten, vor und hinter den Kulissen, man muss einen Konsens finden, mit dem alle EU-Staaten leben können, das ist Politik und Diplomatie. Ausreden ziehen nicht mehr, das gilt auch für ein deutsches Einwanderungsgesetz. Wenn sich ein Politiker mit der Aufgabe überfordert fühlt, dann muss er den Platz für jemand frei machen, der die Ärmel hochkrempelt und daran arbeitet.

orban z.b. findet sich nicht angesprochen. er tut es gut und die bevölkerung findet das auch ==> konsens ist theoretisch vllt denkbar, aber praktisch unausführbar.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 28. Jul 2017, 20:17

Geht nicht, gibt es nicht, wo ein Wille, da ein Weg. Wenn sich kein Konsens finden lässt, ist die EU gescheitert.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Woppadaq » Fr 28. Jul 2017, 20:18

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 21:09)

Die EU und Deutschland sind im Vergleich zu anderen Staaten stinkreich, die deutschen Kosten der Flüchtlingskrise werden alleine für 2016 und 2017 mit 43 Mrd. € angegeben. Es ist mehr als genug Geld da.


Ich rede eigentlich vom politischen Willen, dass Geld dafür da ist, sollte klar sein.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon H2O » Fr 28. Jul 2017, 21:03

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 19:20)

Europa ist kein Selbstbedienungsladen, in den jeder reinmarschieren und sich das für ihn Beste kostenlos rausgreifen darf.

Wie ich mir das vorstelle, habe ich schon öfter hier geschildert:
  1. Große Auffanglager direkt an den Grenzen.
  2. Identifikation der Person mit einem möglichst fälschungssicheren Ausweis und erkennungsdienstlicher Erfassung, Aufnahme der Daten in eine europaweit zugängliche Datenbank
  3. Schnelle Prüfung, ob ein Asylanspruch gerechtfertigt ist.
  4. Falls nicht: Adios.
  5. Verlegung in größere Aufnahmezentren EU-weit, nach einem Schlüssel aus BIP, Bevölkerung und Fläche.
  6. Von dort Verlegung in die einzelnen Kommunen des jeweiligen Staates.
  7. Während des ganzen Prozesses wird der Asylstatus überprüft, sobald der Asylgrund wegfällt: Adios.
  8. Wird der Asylsteller bei Bagatelldelikten mehr als dreimal auffällig: Adios.
  9. Wird der Asylsteller bei schweren Straftaten einmal auffällig: Adios

Selbst die linksliberale Zeit in Person von Ladurner schreibt:
Doch der Hilferuf aus Italien und die damit verbundene Drohung zeigt, dass die Stabilität der EU auf dem Spiel steht. Die Grenze zu Libyen ist für die EU von existenziellem Charakter. Kein Mittel darf daher ausgeschlossen werden, auch kein militärisches.


Ihre Liste möchte ich kommentieren:

1. Die Auffanglager
Wo sollen die angelegt werden? In D, in A oder in I, GR, F, E?
Sollen das Lager im Ausmaß deutscher Großstädte werden?
Und warum gibt es die inzwischen nicht schon? Was hält die EU auf?
Ich kann auch fordern, daß etwas Vernünftiges gemacht wird, nichts
leichter als das!

2. Die fälschungssichere Identifizierung
Das ist ein EU-Papier für interne Zwecke und hat mit der Herkunft des
Asylsuchenden nichts zu tun... im schlimmsten Falle. Ein Verwaltungsmittel.
Haben "wir" dafür die notwendigen Fachleute in Qualifikation und Anzahl?

3. Die schnelle Prüfung
Rechtsmittel stehen dem Prüfling sicher zu. Und auch eine richterliche
Verfügung. Auch muß seine Identität geprüft und fälschungssicher fest-
gelegt werden. Dazu werden Fachleute benötigt, die wir in der notwendigen
Qualität und Anzahl nicht haben. Ich bin da lernfähig. Die "europaweit
zugängliche" Datenbank muß erst noch erfunden werden. Wer pflegt und
bedient die dann?

4. Adios!
Und dann kommt die Abschiebung, wenn sich ein Land bereit
findet, den abgelehnten Bewerber einreisen zu lassen. So lange haben
"wir" ihn. Und in einen Schurkenstaat mit Folter und Todesstrafe,
das geht schon gar nicht. Und in ein Bürgerkriegsland, das geht auch
nicht. Wenn wir gelegentlich von geglückter Abschiebung lesen, dann
sind die zugehörigen Zahlenangaben sehr ernüchternd.

5. Verteilung in Aufnahmelager in der EU
Tja, gute Idee... nur hat das bisher noch nicht einmal für 160.000 aner-
kannte Flüchtlinge in Italien uind Griechenland geklappt, trotz bitterer
Streitereien im EU-Ministerrat. Und das sind nicht nur die Visegradskis.
Hinzu kämen die "unvermittelbaren" aus Kopfstrich "Adios". Also gut:
10.000 sind verteilt. Das Instrument ist heute schon EU-Gesetz!

Da bin ich wieder bei vernünftigen Vorschlägen aus dem Kopfstrich 1.
Nicht durchführbar!

6. Verteilung auf Kommunen.
Das wäre der kleinere Schritt, wenn die armen Leute vor Ort dann nicht
das wenige mit den Ankömmlingen teilen sollen, das ihnen ohnehin fehlt.
In Ostpolen sind Steine und Flaschen geflogen, als Tschetschenen (eine
kleine Familie) in einem Dorf untergebracht wurde. Ein 2-jähriger Junge
wurde im Bett schwer verletzt. Das weiß ich, weil ich mich für Polen
besonders interessiere. Ich bin nicht davon überzeugt, daß die Aufnahme-
bereitschaft anderenorts höher ist.

7. Asylgrund beobachten
Tja, das sind nun schon die netteren Tätigkeiten. Nur mit dem "Adios", das
ist nicht so ganz ohne weitere Anstrengungen zu machen. Bei guter Integration
und Erwerb des Lebensunterhalts aus eigener Erwerbstätigkeit wäre "Adios"
doch wohl dumm! Und dann ist da die Roma-Familie aus Mazedonien mit
7 Kindern, die bis auf eine Tochter in keiner Weise in unserer Gesellschaft
zurecht kommt. Diese eine Tochter ist allerdings ein Musterbeispiel einer Mit-
Bürgerin: Freiwillige Feuerwehr, viele Freundinnen, Abitur mit Bestnoten...
Wat nu? Ich will damit nur sagen, daß unsere Gesellschaft weiterhin sehr
gefordert bleibt im Schlechten wie im Guten.

8. und 9. Straftaten und Adios
Tja, haben wir doch, wenn das Strafmaß 3 Jahre beträgt; das ist nun abge-
senkt auf 2 Jahre im Zusammenhang mit Übergriffenn auf Frauen und Mädchen.
Gerichte neigten dann dazu, das Strafmaß knapp unter der "Abschiebegrenze"
an zu setzen. Hat Justizmniinister Maass nicht gerade 150.000 zuzsätzliche Richter-
stellen angefordert?

Und dann kommt erneut der ziemlich verzwickte Ablauf der Abschiebungen
hinzu, denn überführte Straftäter hat niemand so gerne. So übermäßig
erfolgreich ist man damit auch nicht. Da muß man mit Barem nachhelfen...
also genau das tun, was wir doch ganz unbedingt nicht fördern wollen...

So weit erst einmal meine Einlassungen zu Ihrem 10-Punkte-Katalog der Guten Taten. Dann noch ein Hinweis zum Beitrag des DIE ZEIT- Mitarbeiters Ladurner. Ich stelle mir diesen Menschen dann vor, wenn genau das getan worden ist, was er fordert: Militärische Zusammenarbeit mit zwielichtigen Herrschaftssystemen, um Flüchtlinge und Schlepperbanden ab zu halten, in die Schlauchboote zu steigen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von 3% zu ertrinken oder doch "gerettet" zu werden.

Dann bezahlen "wir" dafür, daß die Schlepper ihr Geschäftsmodell auf Abwehr umstellen. Erdogan bekommt schließlich auch solche Mittel, und was sein Regime damit veranstaltet, das weiß der Teufel. Für spannende und zugleich anklagende Berichte in DIE ZEIT ist also gesorgt!

Ich finde aus all den vorangehenden Gründen, daß unser Land sich in diesem unmenschlichen Durcheinander bisher ganz wacker geschlagen hat. Das kann ich so sehr vielen anderen Ländern nicht bescheinigen.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon H2O » Fr 28. Jul 2017, 21:06

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 21:17)

Geht nicht, gibt es nicht, wo ein Wille, da ein Weg. Wenn sich kein Konsens finden lässt, ist die EU gescheitert.


Genau so ist es; diese Tatsache sollten wir endlich auch zur Kenntnis nehmen. Darum gibt es seit einiger Zeit auch das "Juncker-Papier", das Auswege aus dieser Krise aufzeigt. Offenbar fehlt der Mut, diesen Neuanfang mit solidarischen Partnern ein zu leiten.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 28. Jul 2017, 21:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 21:17)

Geht nicht, gibt es nicht, wo ein Wille, da ein Weg. Wenn sich kein Konsens finden lässt, ist die EU gescheitert.

kleine aber wichtige korrektion: »ist die EU wie sie jetzt funktioniert gescheitert«.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 28. Jul 2017, 21:26

H2O hat geschrieben:(28 Jul 2017, 22:03)

Nicht durchführbar!

Fast ALLES ist durchführbar, wenn der nötige Wille vorhanden ist. Das Asylrecht ist menschengemacht, es ist nichts, was gottgegeben vom Himmel gefallen ist und dass man bloß nicht verändern darf. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen, die EU und Deutschland können nicht die Welt retten, daher kann man auch nicht jeden, der es bis nach Europa schafft, aufnehmen. Zumal das hochgradig ungerecht ist, weil nur die kommen, die es sich leisten können und die stark genug sind, die, denen es noch viel schlechter geht und die viel eher unsere Hilfe bräuchten, bleiben zurück.

Sie mir nicht böse, wenn ich auf deine Punkte nicht dezidiert eingehe, es bringt eh nichts, weil unsere Positionen viel zu weit auseinander liegen, ich habe auch kein Patentrezept für jedes Detailproblem.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 28. Jul 2017, 21:28

Nomen Nescio hat geschrieben:(28 Jul 2017, 22:16)

kleine aber wichtige korrektion: »ist die EU wie sie jetzt funktioniert gescheitert«.

Nicht für mich. Wenn in Europa keine Solidarität möglich ist, dann muss das Projekt begraben werden. Beispiel: Polen nimmt keine Flüchtlinge, wir zahlen keine EU-Gelder mehr für Polen, Adios EU.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon H2O » Fr 28. Jul 2017, 21:30

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 22:26)

Fast ALLES ist durchführbar, wenn der nötige Wille vorhanden ist....
...
... ich habe auch kein Patentrezept für jedes Detailproblem.


Tja, Ihrem Schußsatz schließe ich mich ohne Bedenken an; und vorher tue ich auch nicht so, als wäre das doch anders. :)
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 28. Jul 2017, 21:39

H2O hat geschrieben:(28 Jul 2017, 22:30)

und vorher tue ich auch nicht so, als wäre das doch anders. :)

Ich werde auf deine Fragen also nicht mehr antworten, kein Problem.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Humelix33 » Fr 28. Jul 2017, 21:50

Die Entscheidung des EuGH wird mal wieder von jeder Seite als Stärkung der jeweilligen Position gesehen.

Wobei da schon bei den Teddybärschmeissern sich die gehörige Portion Naivität wiederspiegelt, um da auf deren Seite die Legitimation sehen zu wollen.

Dublin III war nie tot, so wie Merkel es aber uns verkauft hat und die Asyllobby und Kirchen noch dazu. Wenn das Gericht einem Staat die Freiwilligkeit zugesteht, dann gelten wieder die nationalen Gesetze, und diese besagen nun genau das Gegenteil, wie Merkel agiert hat, Absatz 4 in Artikel 16a kommt ja nun, wie von mir auch erwartet aber mir schon im AfD Thread unter die Nase gewedelt, nicht zum Zuge, da der EuGH ja DublinIII bestätigt hat, und somit haben wir die Rechtsbrüche, gemäß unserer nationalen Gesetze.

Und da sich alles ineinander aushebelt, kann es nie legale Asylverfahren für jeden einzelenen angeblichen Aslybewerber gegeben haben bzw. sind sie alle automatisch nichtig, und so muss auch vorgegangen werden. Da darf es keine memmenhafte oder mimosenhafte Zurückhaltung geben, um wieder Ordnung in unser Land herzustellen, und die Beteiligten alle auszuweisen, auch Konfrontationen dürfen dabei nicht gescheut werden, wenn man die "Flüchtlinge" aus dem Land vielleicht per Luftweg im großen Stile auf den Heimatkontinent übersetzen lässt, wo sie hingehören. Wir müssen unsere Rechtsordnung wieder herstellen.

Mit Barmherzigkeit ist man genau so ein schlechter Politiker, wie ein Diktator, mit einer Wischiwaschi Politik allerdings, die sich der Realität und der Logik verweigert, ist man gefährlicher als beide vorher genannten Positionen.

Die einzige Position, die ich persönlich anerkennen würde, außer es handelt sich um religiös Verfolgte, Kriegsflüchtlinge aus dem Kreise die wir gesetzlich anerkennen usw., die ein Zutritt von Menschen von einem anderen Kontinent und Kultur in dem Ausmaße rechtfertigt, ist die eindeutig bewiesene Unbewohnbarkeit des Kontinents aufgrund des Klimas oder durch Auswirkungen militärischer Konflikte. Alles, was nicht darunter fällt, ist konsequent abzulehnen, allerdings mit der Selbstverpflichtung der UN, den betroffenen Ländern auch wirklich nachhältig zu helfen.
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon H2O » Fr 28. Jul 2017, 22:15

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 22:39)

Ich werde auf deine Fragen also nicht mehr antworten, kein Problem.


Ohje, was habe ich hier nun wieder falsch gemacht? :) Majestätsbeleidigung war nicht meine Absicht!
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 28. Jul 2017, 22:30

Wenn ich das jetzt beantworte heißt es wieder, ich hätte ein Patentrezept für alles :cool:
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Re: Das Ende des Dublin Verfahrens ?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 28. Jul 2017, 22:44

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2017, 23:30)

Wenn ich das jetzt beantworte heißt es wieder, ich hätte ein Patentrezept für alles :cool:

@H2O + @Tom Bombadil: LOOL
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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