Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon Europa2050 » Do 24. Aug 2017, 06:06

Nomen Nescio hat geschrieben:(24 Aug 2017, 06:48)

waren sie denn libertär?


Nein, sie waren humanistisch aber nicht libertär. Beide kamen bei der Begründung ihrer Glaubensgeundsätze ohne Gott aus. Im Gegensatz zum Liberalismus verneinten Sie aber die Einzigartigkeit jedes Menschen als höchstes Gut.

Jetzt sind wir aber ganz wo anders und müssen aufpassen, dass uns kein mod ausbremst :)
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon Europa2050 » Do 24. Aug 2017, 06:48

Nomen Nescio hat geschrieben:(24 Aug 2017, 06:57)

das ist erst interessant. die konsequenz ist z.b. dass putin auch ein faschist ist. er nimmt die krim; er nimmt das was er bekommen kan von anderen laendern. erpresst sie sogar mit oel und gas.


Ja natürlich, wobei es natürlich auch da nicht schwarz und weiß gibt sondern verschiedene Schattierungen und auch noch andere Merkmale für Faschismus (Führerprinzip, Militarisierung der Gesellschaft, Körperkultur ...).
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon sünnerklaas » Do 24. Aug 2017, 07:36

Bleibtreu hat geschrieben:(23 Aug 2017, 23:03)

Nachdem ich hier viewtopic.php?p=3979764#p3979764 und dann noch mal hier viewtopic.php?p=3979778#p3979778 deine falsche Aussage zu Israel korrigiert habe, weil die israelische Regierung naemlich FUER einen eigenen Kurdenstaat ist - moechte ich auch noch ein paar Gedanken zur GeoPolitik allgemein los werden, die du offensichtlich als den Hauptfaktor der aktuellen TerrorProbleme ausmachst.

Nach der Zerschlagung des Osmanischen Reiches im WKI wurde von den SiegerMaechten die Grenzen neu gezogen, das ist unbestritten richtig. Was wir heute im Nahen und Mittleren Osten vorfinden sind also, wie du ebenfalls richtig konstatierst, neu erschaffene VielvoelkerStaaten.

Dazu folgende Ueberlegungen und Fragen von mir:
* Wie sah es denn unter dem Osmanischen Reich aus, vor den neuen GrenzZiehungen? Waren die Gebiete nicht ebenfalls mit unterschiedlichen Ethnien und religioesen Ausrichtungen besiedelt?
* Aus deiner Begruendung, VielvoelkerStaaten [genauer, unterschiedliche Ethnien und religioese Ausrichtungen] funktionieren nicht miteinander, also muessen alle voneinander separiert werden, praesentiert du als Loesung neue LaenderGrenzen. Zum einen ist das eine Bankrotterklaerung an die dort lebenden Menschen, zum anderen stell ich mir die Frage, ob das wirklich die Loesung der TerrorProbleme ist.
* Nehmen wir an, alle wuerden fein saeuberlich voneinander in eigenen Staaten getrennt werden, das muessten dann reine MonoKulturen sein, sonst haben wir ja wieder die boesen Vermischungen und den ganzen Aerger damit - herrscht dann Frieden? Kann es nicht genauso gut sein, dass dann die separierten Staaten aufeinander losgehen, weil die Menschen sich kein bisschen mehr leiden koennen, als vor den neuen GrenzZiehungen?
* Sehen wir uns den Iran und die GolfStaaten an, grossflaechige Trennung in einen schiitischen und mehrere sunnitische Staaten - haben die sich deswegen auch nur ein bisschen gegenseitig lieb? Und wuerden die nicht ebenfalls wieder versuchen, auf die neue geschaffenen sunnitischen und schiitischen Staaten mit ihrem Schwachsinn Einfluss zu nehmen und zu zuendeln? Von daher scheinen mir deine Gedanken nicht wirklich stringent zu sein. Wie es mit den Minderheiten im Iran/GolfStaaten aussieht, setz ich ebenfalls als bekannt voraus. Aber du kannst mir bei all meinen Fragen und Ueberlegungen vielleicht auf die Spruenge helfen. :)


Sowas muss ergebnisoffen ausgehandelt werden - Volk für Volk, Clan für Clan. Und zwar ergebnisoffen. Das Problem ist doch, dass mit Sykes-Picot quasi eine Glocke von anderen drübergestülpt wurde und gesagt wurde, das wären jetzt die Staaten, am besten noch mit einer starken Zentralregierung und alle hätten sich daran zu halten. Aber genau daraus resultieren dann doch die vielen Konflikte heute. Und die werden nicht aufhören, wenn man so weiter macht, wie bisher. Man wird über lockere Staatenbünde nachdenken müssen, über Konföderationen, bestenfalls über föderative Staaten, bei denen die Zentralregierung eher eine schwache Position hat und den rechtlichen Rahmen vorgibt.
Im Grunde wurde und wird ja auch ansonsten das Pferd immer gerne von hinten aufgezäumt: es werden gesamtstaatliche Parlamentswahlen abgehalten, der Blick geht immer auf den Gesamtstaat. Will man aber belastbare demokratische und staatliche Strukturen etablieren, muss man an der Basis beginnen, also dort, wo die Menschen sind und leben.
Aber ich vermute einmal, dass an einer nachhaltigen Lösung der Konflikte keinerlei Interesse besteht - und bis zum bitteren Ende auf Gewaltlösungen gesetzt wird. Das kann nicht gut gehen, das wird nicht gut gehen.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon sünnerklaas » Do 24. Aug 2017, 07:38

Europa2050 hat geschrieben:(24 Aug 2017, 07:48)

Ja natürlich, wobei es natürlich auch da nicht schwarz und weiß gibt sondern verschiedene Schattierungen und auch noch andere Merkmale für Faschismus (Führerprinzip, Militarisierung der Gesellschaft, Körperkultur ...).


Wenn die Menschen in einem Land glauben, nichts mehr zu haben, bleiben ihnen nur zwei Dinge:

1. Ihr Körper
2. Ihr sogenanntes "Vaterland"

Damit lassen sie sich bereitwillig vor den Karren anderer spannen.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon Tom Bombadil » Do 24. Aug 2017, 08:49

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Aug 2017, 03:06)

Es kann auch nicht darum gehen, weniger zimperlich zu sein, sondern vielmehr auf die Softpower zu setzen.

Was, wenn das zu demokratisierende Volk deine Softpower aber eigentlich gar nicht will? Sicher, humanitäre Hilfe wird jeder, dem es dreckig geht, gerne annehmen, auch Schulen und Brunnen werden gerne genommen, aber mit unseren Werten beglückt werden? Will man das in diesen Ländern wirklich?
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon Tom Bombadil » Do 24. Aug 2017, 08:54

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Aug 2017, 05:00)

Ein Rückzug würde definitiv weniger zur Funktionalität beitragen.

Funktionalität?

Dann ist beispielsweise die Taliban nicht legitimiert.

Röschtösch.

Alle Probleme löst das nicht...

Wer hat denn behauptet, Grenzanlagen würden alle Probleme lösen und man könnte deswegen auf Luftstreitkräfte verzichten? Was sollen diese Strohmänner bringen? Mein Argument ist, dass man fremde Völker nicht mit unseren Werten (Menschenrechte etc.) zwangsbeglücken sollte, weil man mMn. dadurch mehr Konflikte schafft als beseitigt. So eine Entwicklung muss von den Völkern selber ausgehen, sie muss von innen heraus kommen, sonst wird man scheitern und nach dem Ende der Zwangsbeglückung wird wieder der alte Zustand hergestellt.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon Bleibtreu » Do 24. Aug 2017, 08:56

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Aug 2017, 04:29)

Es geht schlicht darum, Hijab von Hijacking zu unterscheiden, Zivilisten von Kombattanten, Regime von Bevölkerung und Religion von Krieg. Das abscheuliche Wirken des iranischen Mullah-Regimes im Innern ist sicher auch eine Form des Terrors, wie Tyrannei überhaupt.

In den aufgeklärten Gesellschaften Europas muss die Resilienz gestärkt werden, in Ländern wie Afghanistan oder Mali spielt die Versorgungslage als Bestandteil der zivilen Komponente schon eine Rolle. Ein sicheres Umfeld zu schaffen ist das eine, die Entwicklung, Infrastruktur und "good governance" das andere.

Hannah Arendt sagte schon, grundsätzlich lässt sich aus jeder Ideologie etwas Totalitäres machen, das entscheidende Mittel aber ist der Terror. So sind die "Denominationen" in Albanien kein Problem, die Dependancen krimineller Regime und Organisationen aber schon.

[...] Terror-Dependancen müssen aufgespürt und torpediert werden, sicher. Konfessionen oder Sakralgebäude allgemein sind kein Ziel der Abwehr, hybride Kämpfer und kriminelle Netzwerke aber schon.

Was hat deine Antwort inhaltlich mit meinem Beitrag zu tun? Mal wieder kaum was. Es geht auch nicht um Konfessionen oder den Islam per se oder Sakralgebaeude zu bombadieren, sondern um die Vertreter der radikalen und orthodoxen Denominationen, die weltweit Menschen verachtendes Gedankengut verbreiten und auch praktizieren. Gut, vertiefte Kenntnisse ueber Religionen, hier speziell ueber kritische Denomationen des Islam, sind nicht jedermanns Ding. Dein Steckenpferd ist eben das Militaer, Kampfhandlungen und drauf bomben [Kombattanten, Zivilisten, Infrastruktur, Versorgungslage etc], die Bekaempfung der Symptome VOR ORT in den Herkunftslaendern, nicht der Ursachen, nicht Europas. So sei es. :)

Bei Albanien irrst du dich gewaltig:
Araber predigen und finanzieren Islamismus im Kosovo.[u] Laut Bundesregierung verbreitet Saudi-Arabien im Kosovo Islamismus durch Moscheebau und radikale Prediger.

Die Bundesregierung beobachtet islamistische Einflussnahme im Westbalkan durch Saudi-Arabien und andere Golfstaaten. „Saudi-arabische Missionierungsorganisationen sind auch im Kosovo aktiv und verbreiten hier die von Saudi-Arabien vertretene wahhabitische Interpretation des Islam, etwa durch die Entsendung von Predigern“, berichtet die Bundesregierung [...] Zudem ist der Bundesregierung zufolge „ein kontinuierliches Engagement arabischer Geldgeber – Einzelpersonen, Nichtregierungsorganisationen sowie staatliche und halb staatliche Institutionen – in der Islamischen Gemeinde Kosovos (BIK) feststellbar“.


Es sind auch ueber 300 Albaner zu DAESH ausgewandert. Klingelt es?

EDIT
Hier noch ein weiterer Link zum WestBalkan, vom 23. Jan 2017
Radikale Islamisten bleiben am Westbalkan ein Problem
Es soll mehr als 100 Wahhabiten-Zellen in der Westbalkan-Region geben, in denen radikale Kämpfer angeheuert werden - womöglich auch Terroristen.
Der Westbalkan ist seit Jahren mit dem Problem von radikalisierten Islamisten, die in fremde Kriege ziehen, konfrontiert. Die Teilnahme an bewaffneten Konflikten in Ausland wurde mittlerweile unter Strafe gestellt, ist aber häufig nur schwer nachweisbar. Ebenso die Terrorgefahr, welche die Rückkehrer darstellen.


Moscheebau und Prediger - schrieb ich in meinem Beitrag nicht etwas dazu? :D Genau da sind wir bei dem von mir angesprochenen Punkt der Finanzierung durch die GolfStaaten. Die GolfStaaten sind damit weltweit aeussert erfolgreich wie auch in Indonesien und Europa - also nicht nur im Nahen und Mittleren Osten. So verbreiten sich die orthodoxen und Menschen verachtenden Ansichten wie eine PestEpidemie rund um den Globus. Eins muss man den GolfStaaten lassen, sie sind verdammt erfolgreich mit ihrer Strategie. Woran das wohl liegen mag? Orthodoxer Islam - Mainstream - klingelt es wieder? :cool: Dein Fokus liegt geographisch auf dem Nahen Osten, meiner liegt auf der weltweit ideologischen Ausbreitung mit der sich gleichzeitig die Basis der TerrorKroeten ausbreitet, weil das ihr aeusserst fruchtbarer Naehrboden ist. Ich beschaeftige mich also mit den Wurzeln des Uebels. Die von mir erwaehnte Finanzierung bezieht sich naemlich mitnichten nur auf Waffen. Muss man wissen beim Thema islamischer Terror. :)

Der Datenaustausch und die Zusammenarbeit europäischer Geheimdienste wird diskutiert, ebenso ist die Trockenlegung von Terrorismusfinanzierung und die Prävention ein Thema.

Diskutieren, in den Herkunftslaendern kaempfen und weiter bomben reicht nicht. Entweder geht man ans Eingemachte + die Urachen oder es tut noch nicht weh genug. Jeder wie er es braucht.



sünnerklaas hat geschrieben:(24 Aug 2017, 08:36)

Sowas muss ergebnisoffen ausgehandelt werden - Volk für Volk, Clan für Clan. Und zwar ergebnisoffen. Das Problem ist doch, dass mit Sykes-Picot quasi eine Glocke von anderen drübergestülpt wurde und gesagt wurde, das wären jetzt die Staaten, am besten noch mit einer starken Zentralregierung und alle hätten sich daran zu halten. Aber genau daraus resultieren dann doch die vielen Konflikte heute. Und die werden nicht aufhören, wenn man so weiter macht, wie bisher. Man wird über lockere Staatenbünde nachdenken müssen, über Konföderationen, bestenfalls über föderative Staaten, bei denen die Zentralregierung eher eine schwache Position hat und den rechtlichen Rahmen vorgibt.
Im Grunde wurde und wird ja auch ansonsten das Pferd immer gerne von hinten aufgezäumt: es werden gesamtstaatliche Parlamentswahlen abgehalten, der Blick geht immer auf den Gesamtstaat. Will man aber belastbare demokratische und staatliche Strukturen etablieren, muss man an der Basis beginnen, also dort, wo die Menschen sind und leben.
Aber ich vermute einmal, dass an einer nachhaltigen Lösung der Konflikte keinerlei Interesse besteht - und bis zum bitteren Ende auf Gewaltlösungen gesetzt wird. Das kann nicht gut gehen, das wird nicht gut gehen.

Du bist also davon ueberzeugt, wenn die BevoelkerungsGruppen in KleinstStrukturen wie Clans zerlegt werden, waere das die Loesung? Das wuerde den von mir angesprochenen Punkt bestaetigen, dass im Nahen Osten keiner mit dem anderen klar kommt, als mit der eigenen kleinen Einheit. Ich komme also nochmal auf meine Frage zurueck: Wenn dann jeder noch so kleinste Clan sein eigenes Fleckchen hat, wuerde das wirklich Frieden schaffen und den Terror beenden? Wuerden diese Grueppchen nicht genauso wie vorher aufeinander losgehen, dann eben von einem Fleckchen zum anderen, ueber die Grenzen ihrer kleinen Flecken hinweg? Denn die gegenseitig Abneigung die in ihnen glueht, die verschwindet doch nicht durch neue GrenzZiehungen.

Die Einmischungsversuche des Iran und der GolfStaaten waeren auch immer noch vorhanden. Deren KonkurrenzInteresse auf die dortigen Menschen Einfluss zu nehmen hoert ja nicht auf, nur weil dann jeder seinen eigenen kleinen Teppich hat, den er nach eigenem Gutduenken buersten kann. :D Und damit haben wir also immer noch eine der HauptQuellen des Uebels.


[Hervorhebungen in den Zitaten von mir]

Links eingefuegt und noch mal korrigiert - pfff ^^
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Do 24. Aug 2017, 10:29, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon ThorsHamar » Do 24. Aug 2017, 09:47

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Aug 2017, 04:41)

...im Rahmen der Genfer Konvention.


Deshalb schrieb ich ja, dass die Lösung der Probleme mit Unwilligen uns an oder über die Grenzen unserer Moral und Ethik führen wird.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon ThorsHamar » Do 24. Aug 2017, 09:53

sünnerklaas hat geschrieben:(24 Aug 2017, 08:38)

Wenn die Menschen in einem Land glauben, nichts mehr zu haben, bleiben ihnen nur zwei Dinge:

1. Ihr Körper
2. Ihr sogenanntes "Vaterland"

Damit lassen sie sich bereitwillig vor den Karren anderer spannen.


Das ist eine unhaltbare Parole ....
Es gibt in Asien und Afrika Millionen von Menschen, die "ihr" Land gar nicht als Vaterland empfinden, sondern ihren Stamm und ihr Stammesgebiet.
Und um jemanden vor den Karren zu spannen, ist immer noch Religion am effektivsten und, vor Allem, regional übergreifend ...
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon Adam Smith » Do 24. Aug 2017, 09:55

Eine Neuaufteilung des gesamten Nahen Ostens oder der gesamten Welt hätte z.B. auf den IS keinen Einfluss, weil der überall öffentliche Hinrichtungen oder Bestrafungen auf dem Bürgersteig haben möchte bei der jeder zusehen muss der sich dort gerade aufhält. Danach werden die Opfer an Laternen aufgehangen. Und der möchte noch natürlich noch mehr weltweit umsetzen.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon DarkLightbringer » Do 24. Aug 2017, 10:42

Tom Bombadil hat geschrieben:(24 Aug 2017, 09:49)

Was, wenn das zu demokratisierende Volk deine Softpower aber eigentlich gar nicht will? Sicher, humanitäre Hilfe wird jeder, dem es dreckig geht, gerne annehmen, auch Schulen und Brunnen werden gerne genommen, aber mit unseren Werten beglückt werden? Will man das in diesen Ländern wirklich?

Dann müsste es mehrheitlich Parteien unterstützen, die gegen Sicherheit, Freiheit und Wohlergehen sind.

Wann immer ich pakistanische Flüchtlinge treffe und sie feststellen, dass ich ihre Sprache spreche, sagen sie: "Bruder, wir wollen in Europa leben. Kannst du uns helfen?" Ich frage zurück: "Warum seid ihr geflüchtet?" In den meisten Fällen erzählen sie von Verfolgung und Bedrohung. Aber manchmal sagen sie: "Ach, Bruder, du weißt doch, wie es ist: kein Strom, keine Arbeit, kein Geld."
http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 63392.html

Das erscheint mir wesentlich typischer zu sein. Die Leute wollen nicht verfolgt und bedroht werden und sie wollen Strom und Arbeit.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon ThorsHamar » Do 24. Aug 2017, 10:52

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Aug 2017, 11:42)

Das erscheint mir wesentlich typischer zu sein. Die Leute wollen nicht verfolgt und bedroht werden und sie wollen Strom und Arbeit.


Ja, so ist das tatsächlich!
Aber sie wollen nicht wissen, dass man dafür arbeiten muss. Damit meine ich nicht ausschliesslich eine Erwerbstätigkeit ....
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon DarkLightbringer » Do 24. Aug 2017, 11:27

Tom Bombadil hat geschrieben:(24 Aug 2017, 09:54)

Funktionalität?

Röschtösch.

Wer hat denn behauptet, Grenzanlagen würden alle Probleme lösen und man könnte deswegen auf Luftstreitkräfte verzichten? Was sollen diese Strohmänner bringen? Mein Argument ist, dass man fremde Völker nicht mit unseren Werten (Menschenrechte etc.) zwangsbeglücken sollte, weil man mMn. dadurch mehr Konflikte schafft als beseitigt. So eine Entwicklung muss von den Völkern selber ausgehen, sie muss von innen heraus kommen, sonst wird man scheitern und nach dem Ende der Zwangsbeglückung wird wieder der alte Zustand hergestellt.

Zunächst einmal geht es ja um Verteidigung und nicht vorrangig um die Glückswerte diverser Clans diesseits oder jenseits des Äquators. Dabei ist festzustellen, dass es einen "ring of fire" (General Domröse) rund um Europa herum gibt, einen Krisen- und Konfliktgürtel, zerfallende oder fragile Staaten, die dem Terrorismus als Humus, Dependancen oder Rückzugsräume dienen. Das ist eine Sicherheitsbedrohung.

Zum andern reichen robuste Maßnahmen aber nicht aus, um eine Stabilisierung hinzubekommen. Es ist auch eine Frage von Kommunikation, Infrastruktur und Verwaltung. Die zivile Komponente ist perspektivisch.
Wie sollen denn Gesellschaften "von innen heraus" etwas entwickeln, wenn es kein dafür nötiges sicheres Umfeld gibt? Die Menschen haben keine Wahl, ihr Glück auszusuchen, wenn sie vor der Boko Haram oder dem Hunger flüchten.
2013 rückten terroristische Verbände in Mali vor, was letztlich auch die Nachbarländer in der westafrikanischen Region hätte destabilisieren können. Das ist doch keine Frage dessen, ob eine westafrikanische Nation "Glück" haben will oder es ablehnt.

Es mag wohl sein, dass terroristische Vereinigungen spezielle Glücksvorstellungen haben. Aber das hat die Organisierte Kriminalität auch und wir akzeptieren die Sicherheitsbedrohung dennoch nicht. Insofern - komisches Argument.
Zuletzt geändert von DarkLightbringer am Do 24. Aug 2017, 12:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon sünnerklaas » Do 24. Aug 2017, 11:31

Bleibtreu hat geschrieben:(24 Aug 2017, 09:56)

[/color]
Was hat deine Antwort inhaltlich mit meinem Beitrag zu tun? Mal wieder kaum was. Es geht auch nicht um Konfessionen oder den Islam per se oder Sakralgebaeude zu bombadieren, sondern um die Vertreter der radikalen und orthodoxen Denominationen, die weltweit Menschen verachtendes Gedankengut verbreiten und auch praktizieren. Gut, vertiefte Kenntnisse ueber Religionen, hier speziell ueber kritische Denomationen des Islam, sind nicht jedermanns Ding. Dein Steckenpferd ist eben das Militaer, Kampfhandlungen und drauf bomben [Kombattanten, Zivilisten, Infrastruktur, Versorgungslage etc], die Bekaempfung der Symptome VOR ORT in den Herkunftslaendern, nicht der Ursachen, nicht Europas. So sei es. :)

Bei Albanien irrst du dich gewaltig:
Araber predigen und finanzieren Islamismus im Kosovo.[u] Laut Bundesregierung verbreitet Saudi-Arabien im Kosovo Islamismus durch Moscheebau und radikale Prediger.

Die Bundesregierung beobachtet islamistische Einflussnahme im Westbalkan durch Saudi-Arabien und andere Golfstaaten. „Saudi-arabische Missionierungsorganisationen sind auch im Kosovo aktiv und verbreiten hier die von Saudi-Arabien vertretene wahhabitische Interpretation des Islam, etwa durch die Entsendung von Predigern“, berichtet die Bundesregierung [...] Zudem ist der Bundesregierung zufolge „ein kontinuierliches Engagement arabischer Geldgeber – Einzelpersonen, Nichtregierungsorganisationen sowie staatliche und halb staatliche Institutionen – in der Islamischen Gemeinde Kosovos (BIK) feststellbar“.


Es sind auch ueber 300 Albaner zu DAESH ausgewandert. Klingelt es?

EDIT
Hier noch ein weiterer Link zum WestBalkan, vom 23. Jan 2017
Radikale Islamisten bleiben am Westbalkan ein Problem
Es soll mehr als 100 Wahhabiten-Zellen in der Westbalkan-Region geben, in denen radikale Kämpfer angeheuert werden - womöglich auch Terroristen.
Der Westbalkan ist seit Jahren mit dem Problem von radikalisierten Islamisten, die in fremde Kriege ziehen, konfrontiert. Die Teilnahme an bewaffneten Konflikten in Ausland wurde mittlerweile unter Strafe gestellt, ist aber häufig nur schwer nachweisbar. Ebenso die Terrorgefahr, welche die Rückkehrer darstellen.


Moscheebau und Prediger - schrieb ich in meinem Beitrag nicht etwas dazu? :D Genau da sind wir bei dem von mir angesprochenen Punkt der Finanzierung durch die GolfStaaten. Die GolfStaaten sind damit weltweit aeussert erfolgreich wie auch in Indonesien und Europa - also nicht nur im Nahen und Mittleren Osten. So verbreiten sich die orthodoxen und Menschen verachtenden Ansichten wie eine PestEpidemie rund um den Globus. Eins muss man den GolfStaaten lassen, sie sind verdammt erfolgreich mit ihrer Strategie. Woran das wohl liegen mag? Orthodoxer Islam - Mainstream - klingelt es wieder? :cool: Dein Fokus liegt geographisch auf dem Nahen Osten, meiner liegt auf der weltweit ideologischen Ausbreitung mit der sich gleichzeitig die Basis der TerrorKroeten ausbreitet, weil das ihr aeusserst fruchtbarer Naehrboden ist. Ich beschaeftige mich also mit den Wurzeln des Uebels. Die von mir erwaehnte Finanzierung bezieht sich naemlich mitnichten nur auf Waffen. Muss man wissen beim Thema islamischer Terror. :)


Diskutieren, in den Herkunftslaendern kaempfen und weiter bomben reicht nicht. Entweder geht man ans Eingemachte + die Urachen oder es tut noch nicht weh genug. Jeder wie er es braucht.




Du bist also davon ueberzeugt, wenn die BevoelkerungsGruppen in KleinstStrukturen wie Clans zerlegt werden, waere das die Loesung? Das wuerde den von mir angesprochenen Punkt bestaetigen, dass im Nahen Osten keiner mit dem anderen klar kommt, als mit der eigenen kleinen Einheit. Ich komme also nochmal auf meine Frage zurueck: Wenn dann jeder noch so kleinste Clan sein eigenes Fleckchen hat, wuerde das wirklich Frieden schaffen und den Terror beenden? Wuerden diese Grueppchen nicht genauso wie vorher aufeinander losgehen, dann eben von einem Fleckchen zum anderen, ueber die Grenzen ihrer kleinen Flecken hinweg? Denn die gegenseitig Abneigung die in ihnen glueht, die verschwindet doch nicht durch neue GrenzZiehungen.

Die Einmischungsversuche des Iran und der GolfStaaten waeren auch immer noch vorhanden. Deren KonkurrenzInteresse auf die dortigen Menschen Einfluss zu nehmen hoert ja nicht auf, nur weil dann jeder seinen eigenen kleinen Teppich hat, den er nach eigenem Gutduenken buersten kann. :D Und damit haben wir also immer noch eine der HauptQuellen des Uebels.


[Hervorhebungen in den Zitaten von mir]

Links eingefuegt und noch mal korrigiert - pfff ^^



Dann sollte man offen und ehrlich eingestehen, dass es keine Lösung gibt, weil es immer irgendwen gibt, der vor einem Lösungsansatz panische Angst hat. Das, was ich höre und lese, lässt sich mit zwei Begriffen zusammen fassen: "Status quo" und "Status quo ante". So wird das ganze aber nicht laufen, es kann nicht funktionieren. Manchmal ist es wirklich Zeit, alte Dinge auf den Müllhaufen zu werfen und neue Wege zu beschreiten.
Und natürlich wird man irgendwann auch mal ausloten müssen, ob man nicht mit dem Iran reden und eventuell da den Konflikt aus der Welt räumen kann. Ohne den Iran geht es nun einmal in der Region nicht. Aber sowas kostet nicht nur Überwindung, das muss man auch den eigenen Wählern erklären können. Und das muss man gut erklären können, dann funktioniert das auch.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon Bleibtreu » Do 24. Aug 2017, 11:42

sünnerklaas hat geschrieben:(24 Aug 2017, 12:31)

Dann sollte man offen und ehrlich eingestehen, dass es keine Lösung gibt, weil es immer irgendwen gibt, der vor einem Lösungsansatz panische Angst hat. Das, was ich höre und lese, lässt sich mit zwei Begriffen zusammen fassen: "Status quo" und "Status quo ante". So wird das ganze aber nicht laufen, es kann nicht funktionieren. Manchmal ist es wirklich Zeit, alte Dinge auf den Müllhaufen zu werfen und neue Wege zu beschreiten.
Und natürlich wird man irgendwann auch mal ausloten müssen, ob man nicht mit dem Iran reden und eventuell da den Konflikt aus der Welt räumen kann. Ohne den Iran geht es nun einmal in der Region nicht. Aber sowas kostet nicht nur Überwindung, das muss man auch den eigenen Wählern erklären können. Und das muss man gut erklären können, dann funktioniert das auch.

Wie kommst du denn auf die meschuggene Schiene? :D Ich habe vor einem LoesungsAnsatz oder Veraenderungen in der Region keine panische Angst - ganz im Gegenteil. Ich halte deinen theoretischen Ansatz schlicht fuer keine Loesung des TerrorProblems. Waehlermeinungen interessieren mich hier auch nicht. Ich bin keine Politikerin, die sich davon abhaengig machen muss. Ich bin ProblemLoeserin. Es geht mir auch nicht um das Verhaeltnis Iran-westliche Laender. Sondern darum:

Bleibtreu hat geschrieben:(24 Aug 2017, 09:56) [...] Die Einmischungsversuche des Iran und der GolfStaaten waeren auch immer noch vorhanden. Deren KonkurrenzInteresse auf die dortigen Menschen Einfluss zu nehmen hoert ja nicht auf, nur weil dann jeder seinen eigenen kleinen Teppich hat, den er nach eigenem Gutduenken buersten kann. :D Und damit haben wir also immer noch eine der HauptQuellen des Uebels.


Geh also einfach auf dieses und die anderen Argumente von mir ein, zum diskutieren sind wir doch hier - damit wir uns der Tauglichkeit deines Vorschlags weiter annaehern koennen - das waere doch mal was. :)
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Do 24. Aug 2017, 11:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon DarkLightbringer » Do 24. Aug 2017, 11:58

Bleibtreu hat geschrieben:(24 Aug 2017, 09:56)


Was hat deine Antwort inhaltlich mit meinem Beitrag zu tun? Mal wieder kaum was. Es geht auch nicht um Konfessionen oder den Islam per se oder Sakralgebaeude zu bombadieren, sondern um die Vertreter der radikalen und orthodoxen Denominationen, die weltweit Menschen verachtendes Gedankengut verbreiten und auch praktizieren. Gut, vertiefte Kenntnisse ueber Religionen, hier speziell ueber kritische Denomationen des Islam, sind nicht jedermanns Ding. Dein Steckenpferd ist eben das Militaer, Kampfhandlungen und drauf bomben [Kombattanten, Zivilisten, Infrastruktur, Versorgungslage etc], die Bekaempfung der Symptome VOR ORT in den Herkunftslaendern, nicht der Ursachen, nicht Europas. So sei es. :)
Bei Albanien irrst du dich gewaltig:
Araber predigen und finanzieren Islamismus im Kosovo.[u] Laut Bundesregierung verbreitet Saudi-Arabien im Kosovo Islamismus durch Moscheebau und radikale Prediger.
Die Bundesregierung beobachtet islamistische Einflussnahme im Westbalkan durch Saudi-Arabien und andere Golfstaaten. „Saudi-arabische Missionierungsorganisationen sind auch im Kosovo aktiv und verbreiten hier die von Saudi-Arabien vertretene wahhabitische Interpretation des Islam, etwa durch die Entsendung von Predigern“, berichtet die Bundesregierung [...] Zudem ist der Bundesregierung zufolge „ein kontinuierliches Engagement arabischer Geldgeber – Einzelpersonen, Nichtregierungsorganisationen sowie staatliche und halb staatliche Institutionen – in der Islamischen Gemeinde Kosovos (BIK) feststellbar“.

Es sind auch ueber 300 Albaner zu DAESH ausgewandert. Klingelt es?
(...)

Das Problem der sog. Foreign Fighters ist bekannt und was die Hass-Prediger betrifft, so können sie belangt werden, sofern gegen Recht und Gesetz verstossen wird - und das sollen sie auch. Ggfs. braucht man V-Leute oder allgemeiner gesagt, eben Geheimdienste, die besser aufpassen.
Maßnahmen im Binnenraum, die geeignet sind, den Zusammenhalt der Bevölkerung zu stören und die Resilienz zu schwächen, dürfen m. E. kein "Steckenpferd" von Regierung und Behörden sein. Das ist dem Wesen nach doch auch eher Aufgabe des Gegners.

Aber mal eine Zwischenfrage. Wie bewertest du folgenden Bericht?:
Israel schlägt Golfstaaten Allianz gegen Iran vor
Israel, Saudi-Arabien und andere Golfstaaten haben nach Ansicht der israelischen Regierung einen gemeinsamen Feind: Iran. Minister Lieberman bringt nun ein Bündnis nach dem Vorbild der Nato ins Gespräch.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 36595.html

Ich glaube nicht, dass Israel das strategische Interesse verfolgt, deine " kritische Denomationen des Islam" zu verbreiten. Vielmehr wird es um vitale Sicherheitsinteressen gehen.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon DarkLightbringer » Do 24. Aug 2017, 12:10

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Aug 2017, 10:47)

Deshalb schrieb ich ja, dass die Lösung der Probleme mit Unwilligen uns an oder über die Grenzen unserer Moral und Ethik führen wird.

Es wird gemunkelt, Präsident Trump weite den Handlungsspielraum der Truppen in Afghanistan, Irak und Syrien aus. Berichte von NGO´s weisen wiederum auf vermehrte Zivilopfer in Rakka hin.

Das ist besorgniserregend. Die Genfer Konvention ist einzuhalten, Zivilopfer sind nach Kräften zu vermeiden.
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon Bleibtreu » Do 24. Aug 2017, 12:15

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Aug 2017, 12:58)

Das Problem der sog. Foreign Fighters ist bekannt und was die Hass-Prediger betrifft, so können sie belangt werden, sofern gegen Recht und Gesetz verstossen wird - und das sollen sie auch. Ggfs. braucht man V-Leute oder allgemeiner gesagt, eben Geheimdienste, die besser aufpassen. Maßnahmen im Binnenraum, die geeignet sind, den Zusammenhalt der Bevölkerung zu stören und die Resilienz zu schwächen, dürfen m. E. kein "Steckenpferd" von Regierung und Behörden sein. Das ist dem Wesen nach doch auch eher Aufgabe des Gegners.

Du gehst immer wieder nur auf die Symptome des Terrors ein, nicht auf die Ursachen. :D Dadurch drehen wir uns immer nur weiter im Kreis. Rum und rum und rum... Dann dreh mal deine Pirouetten. Vielleicht gibt es andere, die in der Lage sind zu erfassen, was ich schreibe. Es lesen ja genug mit.

Aber mal eine Zwischenfrage. Wie bewertest du folgenden Bericht?:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 36595.html

Ich glaube nicht, dass Israel das strategische Interesse verfolgt, deine " kritische Denomationen des Islam" zu verbreiten. Vielmehr wird es um vitale Sicherheitsinteressen gehen.

Wie kommst du denn auch auf diese wilde Interpretation des Artikels? Ich lach mich kaputt! So einen Schwachsinn, die radikalen Denominationen zu verbreiten, wuerde ich niemals behaupten oder gut heissen. In dem Artikel vom Februar geht es um Liebermans Vorschlag, dass Israel ein Buendnis mit den GolfStaaten nach dem Vorbild der NATO eingehen soll. Von Support religioes radikalen Gedankengutes, Bau von SaudiMoscheen, Import von SaudiImamen etc lese ich da nichts, das liest nur dein Kopf. Denn das wuerde bedeuten den Naehrboden des Terrorismus zu verbreiten. Liest du eigentlich ueberhaupt WAS ich schreibe? Ich hab da immer mehr meine Zweifel. :D

Und nein, ich halte die GolfStaaten nicht fuer gemaessigt - keine Ahnung, was sich da im Kopf von Lieberman abspielt. Der Mann ist eh nicht meine Schiene.
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Do 24. Aug 2017, 12:23, insgesamt 1-mal geändert.
• This right is the natural right of the Jewish people to be masters of their own fate, like all other nations, in their own sovereign State [Ben-Gurion]

https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon ThorsHamar » Do 24. Aug 2017, 12:23

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Aug 2017, 13:10)

Es wird gemunkelt, Präsident Trump weite den Handlungsspielraum der Truppen in Afghanistan, Irak und Syrien aus. Berichte von NGO´s weisen wiederum auf vermehrte Zivilopfer in Rakka hin.

Das ist besorgniserregend. Die Genfer Konvention ist einzuhalten, Zivilopfer sind nach Kräften zu vermeiden.


Ja, aber Krieg ist IMMER schmutzig und die Sieger bezeichnen Tod als Kollateralschaden ....
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Re: Terroranschläge in Europa - gemeinsame Hintergründe

Beitragvon DarkLightbringer » Do 24. Aug 2017, 12:24

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Aug 2017, 11:52)

Ja, so ist das tatsächlich!
Aber sie wollen nicht wissen, dass man dafür arbeiten muss. Damit meine ich nicht ausschliesslich eine Erwerbstätigkeit ....

"Sie", das sind sehr verschiedene Akteure. Nicht jeder Bauer kann das selbe leisten wie die Streitkräfte.

Präsident Macron zur Situation in Mali:
Indem wir Hungersnot, fehlende Bildung und die weit verbreitete Armut von dem Kontinent vertreiben, werden wir am sichersten das ausrotten, was auf diesem Nährboden entsteht: radikaler Islamismus, Drogen- und Menschenhandel, Terrorismus. Ihre Feinde und unsere Feinde profitieren von diesen Missständen. Unser Handeln muss also der Entwicklung dienen und über Mali hinaus allen Ländern der Sahelzone helfen, hier besser zu leben, um das auszurotten, was dem islamistischen Terrorismus Grund gibt, weiterzumachen.
https://de.ambafrance.org/Staatspraside ... r-Soldaten

Demnach ist die Not ein zentraler Nährstoff jenes finsteren Humus, aus dem Terrorismus und Kriminalität erwachsen. Ein Nährstoff, nicht mehr, nicht weniger.
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