Neuwahlen in Britannien 2017

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Ger9374
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon Ger9374 » So 11. Jun 2017, 08:52

jorikke hat geschrieben:(10 Jun 2017, 23:12)

So sehr das Verhalten von DB auch irritieren mag, ist es eine Schnapsidee an ein Europa zu glauben, bei dem man einen der wichtigsten Partner außen vor lassen kann. Es muss das Bestreben sein die Briten durch eine vernünftige Politik wieder zum Mitspielen zu veranlassen. Den Jungs mal zu zeigen, was eine Harke ist, mag ja Emotionen befriedigen.
Langfristig wäre das eine recht dämliche Politik.



Nun wollten die Briten nicht mehr mitspielen.
Langfristig mag Britannien vielleicht noch
in die EU eintreten wollen , jetzt geht es erstmal
raus.Jetzt werden sich die Europäer neu ordnen
und ohne die Zicken Londons hoffentlich zügig
voranschreiten. Auch die Briten können jetzt sich selbst auf Kurs bringen.Die nächsten 10 Jahre sind ohne die Briten in der E.U abzusehen.
So ein radikaler Schritt wie der Brexit ist keine
Eintagsfliege.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon Nomen Nescio » So 11. Jun 2017, 08:59

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2017, 09:24)

Gibt es überhaupt solche Vorstellungen eines "Zurückruderns" in GB auf einen Status Norwegen oder Schweiz?

Verdammt noch einmal, das hätten diese Leute wirklich bequemer haben können!

wenn sie tatsächlich nach einem schon bekannten status streben, ist das unterhandeln beiderseits viel bequemer und leichter.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon H2O » So 11. Jun 2017, 10:23

Nomen Nescio hat geschrieben:(11 Jun 2017, 09:59)

wenn sie tatsächlich nach einem schon bekannten status streben, ist das unterhandeln beiderseits viel bequemer und leichter.


Das war meine Auffassung vor etwa 10 Monaten. Unter den Austrittsgründen fand ich bemerkenswert, daß die Briten sich keiner "fremden" Gesetzgebung unterordnen wollen. Also keine EU-Gesetze für den Binnenmarkt mehr übernehmen und in nationales Recht überführen (abnicken), und bei Streitigkeiten mit Partnern die Urteile des EuGH nicht mehr anerkennen. Norwegen und die Schweiz haben diese Regelung aber angenommen.

Weiterhin gelten in Norwegen und der Schweiz die vier Grundfreiheiten des Binnenmarkts, mit der freien Wahl des Arbeitsplatzes innerhalb des Binnenmarkts als Zankapfel. Die Schweiz wollte sich mit Volksabstimmung daraus lösen, aber damit sind die Schweizer bei der EU übel aufgelaufen. Man kann doch nicht Binnenmarktsgesetze nach eigenem Geschmack mal durchsetzen und mal für ungültig erklären, wenn die EU ernst genommen werden will.

Deshalb ist selbst ein "Norwegenstatus" für die Briten nur als zerknirschte Einsicht in einen schlimmen Fehler zu verstehen. Aber Sie haben Recht, die Verhandlungen könnten auf den Austausch einer formellen Erklärung eingedampft werden, daß nämlich die Regelungen für Norwegen sinngemäß auch für die Assoziation der Briten gelten. Der Rest ist Schreibarbeit nach dem Muster "streiche N, setze GB". Dabei ist aber nichts mehr zu verhandeln.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon DarkLightbringer » So 11. Jun 2017, 14:10

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2017, 08:12)

Mag sein; die Briten hatten ihren eigenen Kopf; den können sie jetzt sicher gut gebrauchen. Ich verwurste NATO und EU jedenfalls nicht.

Die Briten sind ein wichtiger Pfeiler der Allianz und die atlantischen Beziehungen sind 500 Jahre alt - da gibt es nichts zu verwursten, höchstens etwas zur Kenntnis zu nehmen.

Na gut; wenn wieder einmal ein Innenminister gesucht wird, können Sie Ihre Bewerbung einreichen. Ich unterstütze die derzeitige Vorgehensweise solange, bis sie sich als unpraktisch erweist.

Abschiebungen werden teils nicht durchgeführt respektive zeitlich versetzt, um es mit der Exportquote nicht zu übertreiben. Das ist pragmatische Krisenreaktionspolitik im Gegensatz zur pro-aktiven Politik, wie sie von der Beraterin der Bundesregierung, Frau Dr. Helberg, anempfohlen wird.
Die Loyalität zur Regierung steht außer Frage, so weit es die staatsbürgerliche Räson erfordert. Gleichwohl gibt es immer auch alternative Einschätzungen. Demokratie ist lebendig.

Stimmt; Quatschköppe kann man nie ausschließen. Damit lebe ich ganz gut. Verbindliches kommt dabei nie heraus, auf das sich jemand berufen könnte... etwa: Lieber Y, Partner X hat mir fest zugesagt, daß..."

Das dürfte eine grobe Unterschätzung der Beletage sein.

Sie können gern über die Kanzlerin ätzen; ich glaube dennoch, daß sie unsere Grenzen der Belastbarkeit kennt. Und ich glaube nicht, daß sie unserem Lande eine Rolle anmaßen wird, in der es mit Sicherheit scheitert. Ich vermute jetzt, daß sie die engst mögliche Zusammenarbeit mit Frankreich sucht... und von diesen Blumentöpfchen ausgehend wird das Beet dann angelegt.

Die Lordkanzlerin wird mit allen Partnern sprechen und es darf vermutet werden, dass sie mit der internationalen Lage vertraut ist. Ich sehe hier auch keinen grundlegenden Gegensatz zu Macron oder May.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon Alter Stubentiger » So 11. Jun 2017, 15:02

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2017, 09:24)

Inwiefern denn? Werden die Briten denn die wesentlichen Austrittsgründe für den BREXIT widerrufen: EU-Gesetzgebung für den Binnenmarkt, EuGH bei Streitigkeiten, freie Wahl des Arbeitsplatzes in den Partnerstaaten im Binnenmarkt?

Gibt es überhaupt solche Vorstellungen eines "Zurückruderns" in GB auf einen Status Norwegen oder Schweiz?

Verdammt noch einmal, das hätten diese Leute wirklich bequemer haben können!

In der Tat. Da man die Unterstützung der Iren oder der Schotten oder einiger Läabour-Abgeordneter oder der Liberalen aber braucht für den Brexit wird man bei den Torys die eine oder andere Kröte schlucken müssen. Oder Neuwahlen.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon frems » So 11. Jun 2017, 15:16

Wie's aussieht liefen die Koalitionsgespräche noch nicht wie erhofft. May setzt jetzt auf eine Minderheitsregierung, die von der nordirischen DUP geduldet werden soll. Dort reichen aber bereits zwei Abweichler, damit es keine parlamentarische Mehrheit mehr gibt.

May wollte sich mit der vorgezogenen Parlamentswahl eigentlich Rückendeckung für die anstehenden Brexit-Verhandlungen holen. Sie lag in Umfragen einst deutlich vorne, verlor im Wahlkampf aber immer mehr an Boden. Jetzt will May eine Minderheitsregierung anführen, die von der DUP geduldet werden soll. Eine formale Koalition ist nicht geplant.

http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl ... picks=true
Labskaus!

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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon H2O » So 11. Jun 2017, 17:21

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2017, 15:10)

Die Briten sind ein wichtiger Pfeiler der Allianz und die atlantischen Beziehungen sind 500 Jahre alt - da gibt es nichts zu verwursten, höchstens etwas zur Kenntnis zu nehmen.

Ich nehme seit BREXIT sehr ernüchtert zur Kenntnis, daß unser Land nichts in dieser special relationship zu suchen hat.
Abschiebungen werden teils nicht durchgeführt respektive zeitlich versetzt, um es mit der Exportquote nicht zu übertreiben. Das ist pragmatische Krisenreaktionspolitik im Gegensatz zur pro-aktiven Politik, wie sie von der Beraterin der Bundesregierung, Frau Dr. Helberg, anempfohlen wird.

Es gibt eben Grenzen der deutschen Handlungsfähigkeit. Wer die nicht wahr haben will, der lernt das eben unter Schmerzen.
Die Loyalität zur Regierung steht außer Frage, so weit es die staatsbürgerliche Räson erfordert. Gleichwohl gibt es immer auch alternative Einschätzungen. Demokratie ist lebendig.

Klar, wie sollten denn sonst Änderungen von Sichtweisen voran kommen?
Das dürfte eine grobe Unterschätzung der Beletage sein.

Was hat diese Beletage denn dazu beigetragen, daß die EU ihr Jammertal verlassen kann? Würde verstrahlen kann jeder... halt, stimmt nicht: Derzeit gibt es drei Ausnahmen. Als vorerst letzte Hoffnung bleibt dem Duo F & D ein Neuanfang, in dem die Briten gar keine Rolle mehr spielen.
Die Lordkanzlerin wird mit allen Partnern sprechen und es darf vermutet werden, dass sie mit der internationalen Lage vertraut ist. Ich sehe hier auch keinen grundlegenden Gegensatz zu Macron oder May.

Klar wird sie das tun, aber bestimmt nicht im Rahmen von BREXIT-Verhandlungen. Und noch bestimmter nicht ohne sehr enge Abstimmung mit Präsident Macron... und umgekehrt!
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon H2O » So 11. Jun 2017, 17:36

Alter Stubentiger hat geschrieben:(11 Jun 2017, 16:02)

In der Tat. Da man die Unterstützung der Iren oder der Schotten oder einiger Läabour-Abgeordneter oder der Liberalen aber braucht für den Brexit wird man bei den Torys die eine oder andere Kröte schlucken müssen. Oder Neuwahlen.

Ich glaube an Rücktritt und Neuwahlen. Und dann an eine niedrige Wahlbeteiligung, weil man in dieser Generation von britischen Berufspolitikern jegliche staatsmännische Statur vergebens sucht. Kleinkrämer und Spießer am Werk.

Könnte sein, daß eine Mehrheit der Briten allmählich bemerkt, welche irrwitzige Entscheidung durch Lügen und Entstellungen möglich war. Aber der Scheidungsantrag ist gestellt... und läuft. Aber auch die EU wird nicht mehr das sein, was sie zum Zeitpunkt BREXIT war... wenn man vom Neustart durch das Duo D & F ausgeht.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon Nomen Nescio » So 11. Jun 2017, 19:08

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2017, 18:36)

Ich glaube an Rücktritt und Neuwahlen. Und dann an eine niedrige Wahlbeteiligung, weil man in dieser Generation von britischen Berufspolitikern jegliche staatsmännische Statur vergebens sucht. Kleinkrämer und Spießer am Werk.

gerade hörte ich daß boris johnson seine parteigenossen aufrief may zu unterstützen. meint er das, oder ist es ein judaskuß ?
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon H2O » So 11. Jun 2017, 20:02

Nomen Nescio hat geschrieben:(11 Jun 2017, 20:08)

gerade hörte ich daß boris johnson seine parteigenossen aufrief may zu unterstützen. meint er das, oder ist es ein judaskuß ?


Der Mann sinnt auf Rache, weil PM May ihn öffentlich gedemütigt hatte, als er mit dem BREXIT ganz wilde Gedanken verbreitete. Mich wundert schon eher, daß dieses Irrlicht seinen Wahlkreis halten konnte.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon Ger9374 » So 11. Jun 2017, 20:29

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2017, 21:02)

Der Mann sinnt auf Rache, weil PM May ihn öffentlich gedemütigt hatte, als er mit dem BREXIT ganz wilde Gedanken verbreitete. Mich wundert schon eher, daß dieses Irrlicht seinen Wahlkreis halten konnte.


Kleingeist und introvertiert , das was auch die E.U lähmt tragen die Briten momentan mit sich herum.
Während in der E.U Macron Aufbruchstimmung verbreitet stagniert Britannien.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon H2O » So 11. Jun 2017, 21:01

Ger9374 hat geschrieben:(11 Jun 2017, 21:29)

Kleingeist und introvertiert , das was auch die E.U lähmt tragen die Briten momentan mit sich herum.
Während in der E.U Macron Aufbruchstimmung verbreitet stagniert Britannien.


Tja, hoffentlich kommem unsere deutschen Politiker allmählich auch wieder in Fahrt, was die Umgestaltung der EU betrifft... natürlich gemeinsam mit Frankreich. Ich sehe da große Möglichkeiten der Harmonisierung auf den Feldern, die Präsident Macron aus seiner Sicht ändern muß. Warum nicht so ändern, daß es gemeinschaftlich paßt?
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon H2O » So 11. Jun 2017, 21:13

Alter Stubentiger hat geschrieben:(11 Jun 2017, 16:02)

In der Tat. Da man die Unterstützung der Iren oder der Schotten oder einiger Läabour-Abgeordneter oder der Liberalen aber braucht für den Brexit wird man bei den Torys die eine oder andere Kröte schlucken müssen. Oder Neuwahlen.


Mich wundert, daß im laufenden öffentlichen Gespräch der Gesichtspunkt "keine Fremdbestimmung mehr" so wenig Beachtung findet. Mir schien dies nämlich ein ganz wesentlicher und theoretisch nachvollziehbarer Grund für einen BREXIT zu sein. Immerhin will man doch keine Gesetze mehr aus Brüssel abnicken und ohne Aussprache in nationale Gesetze einfügen. Der EuGH soll in GB keine Wirkungsfläche erhalten. Das sind sehr tief angreifende Standpunkte, die nur dadurch etwas aufgeweicht werden, daß GB ja höchstselbst an diesen Gesetzgebungen mitwirkt. Diese Mitwirkung wäre bei einem Norwegenstatus der Insel gar nicht mehr möglich.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon jorikke » So 11. Jun 2017, 21:24

UK wird momentan von einer tiefen Kluft zwischen jüngeren und älteren Wählern gespalten.
Das Wahlverhalten ist geradezu absurd unterschiedlich.
Die alten Tommis haben halt noch nicht kapiert das ihr Weltstatus den Bach runter gegangen ist.
Wollen sie ihren Einfluss in der Welt einigermaßen aufrecht erhalten, geht das nur über die EU. Was natürlich gleichermaßen für die anderen europäischen Länder gilt.
Nur, wer bringt ihnen das bei?
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon DarkLightbringer » So 11. Jun 2017, 21:48

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2017, 18:21)

Ich nehme seit BREXIT sehr ernüchtert zur Kenntnis, daß unser Land nichts in dieser special relationship zu suchen hat.

In jeder Herausforderung steckt auch eine Chance. Muss man nur erkennen. Denke, eine 500-jährige Geschichte ist letztlich solider als spontane Emotion.

Es gibt eben Grenzen der deutschen Handlungsfähigkeit. Wer die nicht wahr haben will, der lernt das eben unter Schmerzen.

Darum geht es ja. Handeln statt Erdulden. Frau Dr. Helberg führt das in einigen Artikeln sehr schön aus.

Klar, wie sollten denn sonst Änderungen von Sichtweisen voran kommen?

Der Wandel ist immer wieder spannend.

Was hat diese Beletage denn dazu beigetragen, daß die EU ihr Jammertal verlassen kann? Würde verstrahlen kann jeder... halt, stimmt nicht: Derzeit gibt es drei Ausnahmen. Als vorerst letzte Hoffnung bleibt dem Duo F & D ein Neuanfang, in dem die Briten gar keine Rolle mehr spielen.

Geschichte bewegt sich nicht rückwärts.

Klar wird sie das tun, aber bestimmt nicht im Rahmen von BREXIT-Verhandlungen. Und noch bestimmter nicht ohne sehr enge Abstimmung mit Präsident Macron... und umgekehrt!

Macron hat Ideen, ohne Frage. Aber führen tut die Lordkanzlerin. Im Moment ist man zu keinen großen Experimenten bereit.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon JJazzGold » So 11. Jun 2017, 22:05

jorikke hat geschrieben:(11 Jun 2017, 22:24)

UK wird momentan von einer tiefen Kluft zwischen jüngeren und älteren Wählern gespalten.
Das Wahlverhalten ist geradezu absurd unterschiedlich.
Die alten Tommis haben halt noch nicht kapiert das ihr Weltstatus den Bach runter gegangen ist.
Wollen sie ihren Einfluss in der Welt einigermaßen aufrecht erhalten, geht das nur über die EU. Was natürlich gleichermaßen für die anderen europäischen Länder gilt.
Nur, wer bringt ihnen das bei?


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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 12. Jun 2017, 06:47

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2017, 18:36)

Ich glaube an Rücktritt und Neuwahlen. Und dann an eine niedrige Wahlbeteiligung, weil man in dieser Generation von britischen Berufspolitikern jegliche staatsmännische Statur vergebens sucht. Kleinkrämer und Spießer am Werk.

Könnte sein, daß eine Mehrheit der Briten allmählich bemerkt, welche irrwitzige Entscheidung durch Lügen und Entstellungen möglich war. Aber der Scheidungsantrag ist gestellt... und läuft. Aber auch die EU wird nicht mehr das sein, was sie zum Zeitpunkt BREXIT war... wenn man vom Neustart durch das Duo D & F ausgeht.

In Deutschland gibt es keinen Neustart. Dafür müsste man sich vom Einfluss der Industrie-Lobby trennen und sowas wie Finanztransaktionen besteuern wie Tabak oder Alkohol.
Im besten Fall unterstützt man die Revolutionäre in Frankreich aus dem Hintergrund. Zumindest dies tut Merkel so wie ich es sie. Es ist einfach ihr Politikstil. Die Sphinx geben und die Fäden in der Hand halten.
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon H2O » Mo 12. Jun 2017, 06:58

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jun 2017, 22:48)

In jeder Herausforderung steckt auch eine Chance. Muss man nur erkennen. Denke, eine 500-jährige Geschichte ist letztlich solider als spontane Emotion.

Erkenne ich neidlos an; wir Deutschen müssen jetzt unsere Rolle in Mitteleuropa suchen und die verbesserten Möglichkeiten der deutsch-französischen Freundschaft nutzen.
Darum geht es ja. Handeln statt Erdulden. Frau Dr. Helberg führt das in einigen Artikeln sehr schön aus.

Ja, eine schläfrige deutsche Selbstzufriedenheit können wir uns nicht leisten.
Der Wandel ist immer wieder spannend.

ca marche
Geschichte bewegt sich nicht rückwärts.

Erklären Sie das einmal unseren polnischen Nachbarn.
Macron hat Ideen, ohne Frage. Aber führen tut die Lordkanzlerin. Im Moment ist man zu keinen großen Experimenten bereit.

Man muß das Eisen schmieden, so lange es glüht! Der Kanzlerin traue ich Spontanität zu. Wir schaffen das!
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Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon H2O » Mo 12. Jun 2017, 07:05

Alter Stubentiger hat geschrieben:(12 Jun 2017, 07:47)

In Deutschland gibt es keinen Neustart. Dafür müsste man sich vom Einfluss der Industrie-Lobby trennen und sowas wie Finanztransaktionen besteuern wie Tabak oder Alkohol.
Im besten Fall unterstützt man die Revolutionäre in Frankreich aus dem Hintergrund. Zumindest dies tut Merkel so wie ich es sie. Es ist einfach ihr Politikstil. Die Sphinx geben und die Fäden in der Hand halten.

In Macron wird sie bei solchen Spielchen ihren Meister finden. Der macht und entscheidet; inzwischen sind alle voraussetzungen dafür gegeben. Besser, die Bundesregierung bewegt sich und treibt voran!
CaptainJack

Re: Neuwahlen in Britannien 2017

Beitragvon CaptainJack » Mo 12. Jun 2017, 15:26

jorikke hat geschrieben:(11 Jun 2017, 22:24)

UK wird momentan von einer tiefen Kluft zwischen jüngeren und älteren Wählern gespalten.
Das Wahlverhalten ist geradezu absurd unterschiedlich.
Die alten Tommis haben halt noch nicht kapiert das ihr Weltstatus den Bach runter gegangen ist.
Wollen sie ihren Einfluss in der Welt einigermaßen aufrecht erhalten, geht das nur über die EU. Was natürlich gleichermaßen für die anderen europäischen Länder gilt.
Nur, wer bringt ihnen das bei?

Wenn da durchscheinen sollte, dass der Brexit dieses Wahlergebnis beeinflusste, muss man sofort mitteilen, dass dieser nicht einen Hauch mit reinspielte!

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