EU 3.0

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Adam Smith
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Re: EU 3.0

Beitragvon Adam Smith » Do 13. Jul 2017, 10:08

Macron geht es z.B. um einen Fonds in Bezug auf die Informationstechnologie. Der soll aber nur 1 Milliarde Euro gross sein. Um welche gemeinsamen Ausgaben es geht werden wir hoffentlich bald erfahren.
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unity in diversity
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Re: EU 3.0

Beitragvon unity in diversity » Do 13. Jul 2017, 10:18

Es geht auch um Griechenland, falls es zur EU 3.0 gehören soll.
Dazu muß von einkonditionierten Vorurteilen Abschied genommen werden:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/gri ... g-107.html
Und man muß mehr Ehrlichkeit wagen.
"Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze.
Den Falschen und den Unsrigen."
(Aus den USA)
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Re: EU 3.0

Beitragvon Ger9374 » Do 13. Jul 2017, 10:46

Der Ansatz Forschung ist logisch, der Betrag wohl zu gering.Die Bündelung der laufenden Forschungen von Instituten und Unternehmen
Über die Grenzen hinweg sinnvoll aber da müssen
Alle mitspielen. Aber selbst für Deutschland alleine ist 1 milliarde € zu wenig.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

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Re: EU 3.0

Beitragvon H2O » Do 13. Jul 2017, 14:19

aleph hat geschrieben:(13 Jul 2017, 10:53)

Erstens profitiert nicht Deutschland, sondern bestenfalls die deutsche Wirtschaft. Man kann der Wirtschaft aber schlecht verbieten, Gewinne zu machen. Die Politik schafft lediglich Rahmenbedingungen. Europa ist ja schließlich keine Planwirtschaft. Welcher Investitionen meint denn Macron? Soll die Bundesregierung einen neuen Flughafen in Frankreich bauen?
Deutschland ist eh schon einer der größten Nettozahler in die EU und Erfahrungen haben gezeigt, dass Geldspritzen meist nichts helfen. Die Niedrigzinsen helfen beispielsweise den Südeuropäern, aber bisher ist kein positiver Effekt bekannt.

Macron klingt ein wenig wie Trump :D


Merkwürdige Sichtweise, Ihr Blick auf die Wirtschaft! Ich sehe eine aufblühende Wirtschaft als Nutzen für uns Deutsche, weil unsere Einkommen so erwirtschaftet werden können. Mit den Früchten unserer Arbeit können wir Güter und Dienstleistungen erwerben, die wir uns ohne Arbeitseinkommen gar nicht leisten könnten.

Ich finde aber auch, daß Präsident Macron sehr konkret sagen sollte, wo die deutsche Wirtschaft oder der deutsche Staat in anderen Staaten investieren soll, damit es dort wieder aufwärts geht. Ohne greifbares Beispiel klingen solche Forderungen arg nach höchster Abstraktion... soll sagen, der Betrachter soll sich selbst seine Gedanken zum Kunstwerk machen. Auf der Ebene wäre dann die Empfehlung des Präsidenten eine "Nicht-Ausssage".

Mir fehlt in dem Spiel der bescheiden und sachlich auftretende deutsche Politiker, der den Präsidenten bittet, seine Vorschläge so weit aus zu walzen, daß daraus konkrete Taten abgeleitet werden können. Solche unklaren Reden darf man auf EU-Ebene niemandem durchgehen lassen.

Nachtrag:
Also gut, die Redensart, Deutschland solle seine europäischen Nachbarn bei Investitionen unterstützen, die bleibt weiterhin etwas neblig. Aber wir tun dem Präsidenten Macron doch Unrecht, denn er hat durchaus Notwendiges und Sinnvolles angesprochen:

1.
Die Europäer sollen sich ein neues Jagdflugzug zulegen...und es gemeinsam entwickeln: Da hat es seit "Jäger 90" nichts mehr gegeben... schön wäre natürlich, wenn das Transportflugzeug A380M endlich einsatzreif wäre.

2.
Die Besteuerung von Unternehmen soll in der EU harmonisiert werden. Das ist fast noch wichtiger als das Jagdflugzeug.

Die abschließende Kernaussage trifft genau die europäische Zögerlichkeit: Man wolle diese Aufgaben am liebsten mit vielen EU-Partnern gemeinsam beginnen, sei aber auch damit zufrieden, wenn zunächst Franzosen und Deutsche tatkräftig voran gingen.
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Re: EU 3.0

Beitragvon Ger9374 » Do 13. Jul 2017, 18:59

Tatsachen werden vorgelegt. Das bringt Bewegung. 2 grosse beginnen Ressourcen zu bündeln.Die Konkurrenz der anderen E.U Länder
und deren Firmen werden jetzt wohl hellhörig.
Einheitliche Standards.Dampf unterm Kessel!
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Re: EU 3.0

Beitragvon aleph » Do 13. Jul 2017, 19:21

H2O hat geschrieben:(13 Jul 2017, 15:19)

Merkwürdige Sichtweise,


Das sehe ich natürlich anders :D

H2O hat geschrieben:(13 Jul 2017, 15:19)
Ihr Blick auf die Wirtschaft! Ich sehe eine aufblühende Wirtschaft als Nutzen für uns Deutsche, weil unsere Einkommen so erwirtschaftet werden können. Mit den Früchten unserer Arbeit können wir Güter und Dienstleistungen erwerben, die wir uns ohne Arbeitseinkommen gar nicht leisten könnten.


Das ist evident. Diese Arbeitsplätze sind allerdings von der Wirtschaft geschaffen worden, nicht von der Bundesregierung oder gar Macron. Auch die EU hat die Arbeitsplätze nicht geschaffen. Daher ist das "Deutschland profitiert von der Schwäche der EU" oder so ähnlich nicht zutreffend. Zumal auch Unternehmen in Italien oder Ungarn die gleichen Probleme/Rahmenbedingungen haben, wie Deutschland. Wo das nicht der Fall ist, können die Nationalstaaten etwas tun.

H2O hat geschrieben:(13 Jul 2017, 15:19)
Mit den Früchten unserer Arbeit


So ist es. Daher sind wir weder dem Macron, noch der EU und auch nicht der Bundesregierung Rechenschaft über unser Einkommen schuldig. Im Übrigen können EU-Länder an unserem Wohlstand teilhaben, in dem sie bei uns arbeiten.

Ich bin durchaus offen für Kritikpunkte. Inwiefern behindert das Wirtschaftswachstum Deutschlands das Wirtschaftswachstum der anderen EU Länder?

Übrigens sind meines Erachtens Investitionen dann sinnvoll, wenn sie dauerhaft Mehrwert generieren. Dazu gehören Bildung, Forschung oder Infrastruktur. EIn Jagdflugzeug zu entwickeln bringt nur so lange Arbeit, bis es fertig ist. Danach werden Staatshaushalte belastet, das Flugzeug wird hoffentlich nicht verwendet und hoffentlich nicht an Regimes wie Saudi verkauft und die Arbeitsplätze sind dann schließlich wieder weg.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein.
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Re: EU 3.0

Beitragvon Ger9374 » Fr 14. Jul 2017, 04:13

Alles Schritt für Schritt, die Planung und Entwicklung braucht Zeit. Man will ja nicht wieder wie beim Eurofighter etwas was gebaut schon veraltet war. Die Konkurrenz ist auch groß.
Marktfähig muss es sein, andere sollten als Käufer
doch ein Produkt geboten bekommen das Deutsch- Französisches now how repräsentiert .
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

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Re: EU 3.0

Beitragvon H2O » Fr 14. Jul 2017, 08:08

aleph hat geschrieben:(13 Jul 2017, 20:21)

Das sehe ich natürlich anders :D

Ändert aber nichts an meiner Sicht der Dinge. :)
Das ist evident. Diese Arbeitsplätze sind allerdings von der Wirtschaft geschaffen worden, nicht von der Bundesregierung oder gar Macron.

Teils, teils: Ich bekenne mich schon als Teil Deutschlands. Ich habe in meinen aktiven Jahren als Rädchen im großen Getriebe dieses Land aus Schutt und Schrott wieder aufgebaut. Ein Land und eine Gemeinschaftsleistung, auf die ich stolz und demütig zurück blicke: Unser Deutschland!.

Wie wollen Sie unsere Bundesregierungen und Landesregierungen und Kommunalpolitik von Deutschland trennen? Ich habe die mit meiner Wählerstimme gewählt, weil sie mir als vernünftiger Kompromiß fü die Führung unseres Gemeinwesens erschienen. Natürlich haben auch diese Leute dafür gesorgt, daß unsere Wirtschaft vernünftige Randbedingungen zum Wirtschaften bekam und daß wir eine brauchbare Bildung und Ausbildung bekamen, um im Wettbewerb um die besten Angebote bestehen zu können.

Aus meiner Sicht haben Sie sich da verrannt; vielleicht ist ja wirklich der eine oder andere Politiker ein schlimmer Armleuchter. Im Einzelfall, gehen die Meinungen da sehr auseinander... :)

Auch die EU hat die Arbeitsplätze nicht geschaffen. Daher ist das "Deutschland profitiert von der Schwäche der EU" oder so ähnlich nicht zutreffend. Zumal auch Unternehmen in Italien oder Ungarn die gleichen Probleme/Rahmenbedingungen haben, wie Deutschland. Wo das nicht der Fall ist, können die Nationalstaaten etwas tun.

Die EU als Gemeinschaft hat aber die Randbedingungen dafür geschaffen, daß unsere Wirtschaft auf offenen Märkten größere Marktchancen bekam... 450 Mio Konsumenten gegen 80 Mio, das ist schon etwas! Ich sehe durchaus, daß nicht alle Nachbarn diese Marktchancen in gleicher Weise genutzt haben, so daß unser Land da Maßstäbe setzen konnte. Wir (Deutschland) tun auch etwas, um unseren Nachbarn auf's Pferd zu helfen: Durch gewaltige Investitionen, verlängerte Werkbänke, das Angebot von Arbeitsplätzen und Gewerken in Deutschland und vor Ort in unseren Nachbarländern. Aber so etwas wird gern als Wirtschaftsimperialismus angeschwärzt... und zugleich verlangt, daß wir Deutschen genau das tun sollen... vermutlich unter Hinnahme von Verlusten. Daher mein Vorschlag, daß unsere franzöischen Nachbarn doch bitte genau sagen sollen, was sie von uns im Einzelnen erwarten. Dann würde dieses Ansinnen "Hinnahme von Verlusten" wohl deutlich werden und die Mahner sich mit rotem Kopf zurück nehmen.


So ist es. Daher sind wir weder dem Macron, noch der EU und auch nicht der Bundesregierung Rechenschaft über unser Einkommen schuldig. Im Übrigen können EU-Länder an unserem Wohlstand teilhaben, in dem sie bei uns arbeiten.

Sie kommen nicht los von der Vorstellung, daß eine Regierung oder politische Führung nicht Teil unseres Volkes und Landes ist. Die setzen aber die Randbedingungen für das Wirtschaften. Darauf versucht derzeit Präsident Macron ein zu wirken. Ich hätte auch gar nichts dagegen, wenn er das in Form von durchführbaren Vorschlägen täte. Im Augenblick verstehe ich nicht, was wir Deutschen für ihn und die EU tun sollen... und dumpf ahne ich, daß das "Hinnehmen von Verlusten" gemeint sein könnte. Selbst damit könnte ich mich anfreunden, wenn mir der Vorteil für die Gemeinschaft, hier also die EU, einleuchtete. Vorbeugend frage ich also: Wo ist der Vorteil für die Gemeinschaft, wenn unser Land sich wirtschaftlich zurück nimmt? Sollenn wir uns dann mit "zweitbesten Lösungen" zufrieden geben... oder öffnen wir da nur die Tore für unsere Wettbewerber außerhalb der EU, die sich ganz einfach hart in die Riemen legen und ihre Länder voran bringen?

Ich bin durchaus offen für Kritikpunkte. Inwiefern behindert das Wirtschaftswachstum Deutschlands das Wirtschaftswachstum der anderen EU Länder?

Da geht es Ihnen wie mir: Was sollen wir Deutschen bitte tun? Uns nicht mehr anstrengen? "Verluste hinnehmen"?
Übrigens sind meines Erachtens Investitionen dann sinnvoll, wenn sie dauerhaft Mehrwert generieren. Dazu gehören Bildung, Forschung oder Infrastruktur. EIn Jagdflugzeug zu entwickeln bringt nur so lange Arbeit, bis es fertig ist. Danach werden Staatshaushalte belastet, das Flugzeug wird hoffentlich nicht verwendet und hoffentlich nicht an Regimes wie Saudi verkauft und die Arbeitsplätze sind dann schließlich wieder weg.

Zum ersten Teil völlige Übereinstimmung. Bei "Jagdflugzeugen" oder "Mondreisen" bin ich ganz anderer Meinung. In jedem Falle werden hier technische Spitzenleistungen erbracht, Erkenntnisse gesammelt, die beim Bau eines Küchenmixers kaum entstehen... auch nicht versehentlich. Dafür sorgt der Wettbewerb.

Im Fall "Jagdflugzeug" hoffe ich auch, daß es nie zu einem Kampf auf Leben und Tod eingesetzt werden muß. Der eine denkt dann aber, daß gerade wegen unserer Wehrhaftigkeit ein Gegner auf einen Angriff auf uns verzichtet, der andere denkt, daß etliche Zeitgenossen der Hafer stechen könnte, diese Wehrhaftigkeit zum eigenen Vorteil ein zu setzen. Angesichts des beklagenswerten Zustands unserer Landesverteidigung sind das aber Träume beim Cognac am Kamin!
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Re: EU 3.0

Beitragvon aleph » Fr 14. Jul 2017, 20:15

H2O hat geschrieben:(14 Jul 2017, 09:08)

Ändert aber nichts an meiner Sicht der Dinge. :)

Teils, teils: Ich bekenne mich schon als Teil Deutschlands. Ich habe in meinen aktiven Jahren als Rädchen im großen Getriebe dieses Land aus Schutt und Schrott wieder aufgebaut. Ein Land und eine Gemeinschaftsleistung, auf die ich stolz und demütig zurück blicke: Unser Deutschland!.

Wie wollen Sie unsere Bundesregierungen und Landesregierungen und Kommunalpolitik von Deutschland trennen? Ich habe die mit meiner Wählerstimme gewählt, weil sie mir als vernünftiger Kompromiß fü die Führung unseres Gemeinwesens erschienen. Natürlich haben auch diese Leute dafür gesorgt, daß unsere Wirtschaft vernünftige Randbedingungen zum Wirtschaften bekam und daß wir eine brauchbare Bildung und Ausbildung bekamen, um im Wettbewerb um die besten Angebote bestehen zu können.


Ja klar, das ist doch evident. Was aber wirft man dann der Bundesregierung (also "Deutschland" als Oberbegriff für politische Führung+Wirtschaft) vor? Dass Deutschland die günstigen Rahmenbedingungen schafft, die Hausaufgaben macht? Ja dann wäre das ja die Lösung für andere EU-Länder: macht Eure Hausaufgaben, schafft günstige Rahmenbedingungen! Übrigens: das mit den günstigen Rahmenbedingungen hat auch seine Kehrseiten. Die Deutschen, vor allem der schwächere Teil der Bevölkerung, mussten auch erhebliche Opfer bringen.

Macrons Vorwürfe klingen so, als ob Deutschland nur das Unglück anderer Länder für sich ausnutzt.

H2O hat geschrieben:(14 Jul 2017, 09:08)
Aus meiner Sicht haben Sie sich da verrannt; vielleicht ist ja wirklich der eine oder andere Politiker ein schlimmer Armleuchter. Im Einzelfall, gehen die Meinungen da sehr auseinander... :)

Keinesfalls. Ich sehe nur etwas differenzierter: günstige Rahmenbedingungen schaffen noch keione Kunden, die irgendwas von uns kaufen wollen. Da kann die politische Führung so fähig sein, wie es nur geht.

H2O hat geschrieben:(14 Jul 2017, 09:08)
Bei "Jagdflugzeugen" oder "Mondreisen" bin ich ganz anderer Meinung. In jedem Falle werden hier technische Spitzenleistungen erbracht, Erkenntnisse gesammelt, die beim Bau eines Küchenmixers kaum entstehen... auch nicht versehentlich. Dafür sorgt der Wettbewerb.



Der Mythos. die Raumfahrt hätte die Teflonpfanne hervorgebracht, hält sich hartnäckig.
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Re: EU 3.0

Beitragvon H2O » Fr 14. Jul 2017, 21:10

aleph hat geschrieben:(14 Jul 2017, 21:15)
Ja klar, das ist doch evident. Was aber wirft man dann der Bundesregierung (also "Deutschland" als Oberbegriff für politische Führung+Wirtschaft) vor? Dass Deutschland die günstigen Rahmenbedingungen schafft, die Hausaufgaben macht? Ja dann wäre das ja die Lösung für andere EU-Länder: macht Eure Hausaufgaben, schafft günstige Rahmenbedingungen! Übrigens: das mit den günstigen Rahmenbedingungen hat auch seine Kehrseiten. Die Deutschen, vor allem der schwächere Teil der Bevölkerung, mussten auch erhebliche Opfer bringen.

Na ja, daß der Vorhalt: "Deutschland muß seinen Nachbarn Investitionen ermöglichen/erleichtern" oder Deutschland soll gleich dort Geld versenken... daß also dieser Vorhalt unscharf ist, das habe ich mehrfach angesprochen. Besser wäre es, Präsident Macron würde sagen, was er denn gern von Deutschland (Bundesregierung/Wirtschaft/Steuerzahlern) auf den Weg gebracht haben möchte.

Die "Hausaufgaben" will Präsident Macron angehen... ganz ausdrücklich von ihm im Falle Deutschlands anerkannt und für Frankreich zugesagt. Bei den Investitionen verstehe ich aber nur Bahnhof! Haben Sie dazu eine bessere Vorstellung, was da gemeint sein könnte? Über das Thema Investitionen kann man ja noch nicht einmal streiten... ich wüßte gar nicht, worüber ich mich aufregen soll! :s
Macrons Vorwürfe klingen so, als ob Deutschland nur das Unglück anderer Länder für sich ausnutzt.

Ein wenig kann ich die Sache verstehen; durch seine starke wirtschaftliche Stellung ist Deutschland ein sehr kreditwürdiger und sicherer Schuldner. Dann legen Leute Geld auf den Tisch zu lächerlich geringen Zinsforderungen. Wenn jetzt das Kontrastprogramm Griechenland oder Italien abläuft, dann fürchten Leute um ihre Geldanlage und verlangen einen Risikoaufschlag für bereit gestelltes Geld... wenn sie das überhaupt bereit stellen. Ich würde mich hüten, Leuten Geld zu geben, die immer wieder einmal mit dem Wunsch nach Schuldenschnitten an die Öffentlichkeit treten. Dann kann ich das Geld auch gleich selbst verjubeln... weg ist weg!

Was man also vielleicht erhoffen könnte: Deutschland leiht sich Geld zu Null Zinsen und verleiht zu sehr geringen Zinsen an bekannte Schuldensünder... natürlich nur unter strenger deutscher Aufsicht über die Verwendung dieser Mittel, was Wirtschaftlichkeit und Gewinnaussicht betrifft. Ohne solche "Notwehrmaßnahme" stellte ich keine Vermögenswerte bereit! Da könnten mir die versammelten Meister der Volkswirtschaft ja viel erzählen. Wir sind ja hilfsbereit, aber hoffentlich nicht blöd!
Keinesfalls. Ich sehe nur etwas differenzierter: günstige Rahmenbedingungen schaffen noch keione Kunden, die irgendwas von uns kaufen wollen. Da kann die politische Führung so fähig sein, wie es nur geht.

Sie rennen aber immer wieder mit Schwung in diese Ecke hinein: Ohne vernünftige Führung gibt es keine vernünftigen Rahmenbedingungen, und ohne passende Rahmenbedingungen macht das Wirtschaften keine Freunde... und das Arbeiten und Tüfteln am Ende auch nicht. Wir haben schon viel Glück gehabt, daß unsere Politik und die Sozialpartner in entscheidenden Augenblicken meist ganz nüchtern vorausschauend Entscheidungen getroffen haben.

Vielleicht ist das in Frankreich nicht so schnell zu machen, weil die Leute wahrlich nicht verwöhnt worden sind, was die politische Klasse betraf. Darüber schrieben schon sozial engagierte französische Schriftsteller des 19 Jahrhunderts. Das Grundvertrauen in politische Kräfte ist vermutlich sehr gründlich zerstört. Dann rennen Leute auf die Staße und halten alle Räder an. Wenn Bewerber wie Mélenchon und Le Pen vermeintlich aussichtsreich zu Präsidentschaftswahlen antreten können, dann ist das schon eine schlimme Sache.

Hoffen wir, daß Präsident Macron das in Ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigt, und daß es ihm gelingt, sein Land wieder aus der Erstarrung heraus zu führen! Unser Land sollte ihm dabei nach Kräften helfen.
Der Mythos. die Raumfahrt hätte die Teflonpfanne hervorgebracht, hält sich hartnäckig.

Der Reise zum Mond verdanken wir die hochintegrierten Schaltkreise für extreme Umweltbedingungen; wir verdanken den Space-Shuttles hoch temperaturfeste Keramik. Wir verdanken diesen Aufgaben unsere Superrechner zur Systemsimulation, für die ansonsten niemand die Mittel erübrigt hätte. Ich bin gespannt, welche technischen Hürden das europäische Jagdflugzeug in den nächsten 20 Jahren zu bewältigen haben wird. Wir sehen ja beim Transportflugzeug A400M, wie hoch dort die Trauben hängen! Wenn's denn funktioniert, dann ist das eine Wundermaschine!
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Re: EU 3.0

Beitragvon Woppadaq » So 23. Jul 2017, 10:29

Ger9374 hat geschrieben:(14 Jul 2017, 05:13)
Man will ja nicht wieder wie beim Eurofighter etwas was gebaut schon veraltet war.


Hoppla, wo ist denn beim Eurofighter was veraltet?

er kam ein Jahr nach dem F-22 und ist ihm stellenweise unterlegen, aber der Fokus war ja nicht zwingend auf besser, sondern billiger. Und das hat er geschafft, seine Betriebskosten sind fast nur halb so hoch wie bei der viel zu teuren F-22. Mit 500 produzierten (und weiteren 99 bestellten) Stück im Vergleich zu 198 F-22 seh ich den Eurofighter schon als Erfolg.

Ist halt typisch, dass sowas immer nur schlecht geredet wird.
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Re: EU 3.0

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 23. Jul 2017, 18:51

Beide dürften als letzte bemannte Kampffliegergeneration in ca 10-15 Jahren nach mehreren Upgrades in Rente gehen.
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Re: EU 3.0

Beitragvon H2O » So 23. Jul 2017, 20:51

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(23 Jul 2017, 19:51)

Beide dürften als letzte bemannte Kampffliegergeneration in ca 10-15 Jahren nach mehreren Upgrades in Rente gehen.


Das ist tatsächlich technisch zu vermuten. Jagdflieger gegen Jagdflieger als "sportlicher Kampf"... ziemlich verrückte Vorstellung. In "freien Himmel" werden sich Automaten der verbliebenen Jagdflieger annehmen. Was wohl bleiben wird, das werden bemannte Kampfflieger für den Erdkampf sein, wo Menschen letztendlich entscheiden müssen, welche Bedrohung zuerst ausgeschaltet werden muß... die Abwehrstellung oder der Durchbruch gepanzerter Fahrzeuge. Auch da werden Automaten weiter zunehmen, etwa vom Typ "bewaffnete Drohne", die in der Endphase eines Einsatzes weitestgehend autonom ihre Ziele bekämpft.

Es kommt wohl ganz darauf an, wie "asymmetrisch" die Auseinandersetzung geführt werden muß. Es ist aber unerläßlich, daß die geballte europäische Fachkompetenz die Mittel schafft, sich dieser Bedrohungen zu erwehren. So sehe ich die geplante Zusammenarbeit der wehrtechnischen Kapazitäten innerhalb der EU 3.0.
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Re: EU 3.0

Beitragvon H2O » So 23. Jul 2017, 20:58

Woppadaq hat geschrieben:(23 Jul 2017, 11:29)

Hoppla, wo ist denn beim Eurofighter was veraltet?

er kam ein Jahr nach dem F-22 und ist ihm stellenweise unterlegen, aber der Fokus war ja nicht zwingend auf besser, sondern billiger. Und das hat er geschafft, seine Betriebskosten sind fast nur halb so hoch wie bei der viel zu teuren F-22. Mit 500 produzierten (und weiteren 99 bestellten) Stück im Vergleich zu 198 F-22 seh ich den Eurofighter schon als Erfolg.

Ist halt typisch, dass sowas immer nur schlecht geredet wird.


Auf jeden Fall ist es verdienstvoll, hier einmal die Dinge zurecht gerückt zu haben. Vielen Dank!

Mir sind Eurofighter bisher im Einsatz nicht aufgefallen. Allenfalls als Abfangjäger im Baltikum und im deutschen Luftraum, wenn unbekannte Flugzeuge zur Landung veranlaßt werden mußten.

Besonders viel beweisen mußten diese Eurofighter dabei nicht... Gott sei Dank!

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