Macron und die Folgen

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 3338
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jan 2018, 17:44

H2O hat geschrieben:(20 Jan 2018, 17:40)

Ich will hoffen, daß dieses Kapitel recht bald endgültig unter "Macron und die Folgen" abgelegt werden kann.

Sie sind naiv. Franzosen neigen nicht zu deutscher Verklärungsromantik. Schon gar nicht die in Eliteschulen getrimmten Eliten. Sie sind nüchtern und knallhart. Macrons Initiativen dienen lediglich dazu, Deutsche wie Sie, einzulullen. Es geht ihnen darum, Deutschland über den Tisch zu ziehen.

Bei nichts, von dem, was Macron vorschlägt, ist ein Vorteil für Deutschland erkennbar.

Ich hoffe, dass man hierzulande zur Vernunft kommt.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 15380
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Sa 20. Jan 2018, 17:54

Senexx hat geschrieben:(20 Jan 2018, 17:44)

Sie sind naiv. Franzosen neigen nicht zu deutscher Verklärungsromantik. Schon gar nicht die in Eliteschulen getrimmten Eliten. Sie sind nüchtern und knallhart. Macrons Initiativen dienen lediglich dazu, Deutsche wie Sie, einzulullen. Es geht ihnen darum, Deutschland über den Tisch zu ziehen.

Bei nichts, von dem, was Macron vorschlägt, ist ein Vorteil für Deutschland erkennbar.

Ich hoffe, dass man hierzulande zur Vernunft kommt.


Ein Teil von Vernunft ist auch, Regeln von beiderseitigem Vorteil zu gestalten. Das wird bei den Verhandlungen auch im Ergebnis heraus kommen. Bisher hat das in meinem Wirkungsbereich sogar geklappt mit den vorhandenen Hürden.

Präsident Macron will auch die Wirtschaft seines Landes liberalisieren. Mal sehen, wie weit er das hinbekommt mit staatslastigen französischen Unternehmenskonzepten. Aber erst einmal nehme ich sein Wort für die Tat. Wir Deutschen haben gar nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 3338
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jan 2018, 18:04

H2O hat geschrieben:(20 Jan 2018, 17:54)

Ein Teil von Vernunft ist auch, Regeln von beiderseitigem Vorteil zu gestalten. Das wird bei den Verhandlungen auch im Ergebnis heraus kommen. Bisher hat das in meinem Wirkungsbereich sogar geklappt mit den vorhandenen Hürden.

Präsident Macron will auch die Wirtschaft seines Landes liberalisieren. Mal sehen, wie weit er das hinbekommt mit staatslastigen französischen Unternehmenskonzepten. Aber erst einmal nehme ich sein Wort für die Tat. Wir Deutschen haben gar nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen.

Ach Gott. Wie naiv und leichtgläubig Sie sind.

Deutschland hat damals unter Eichel die "Deutschland AG" zerschlagen.

Macron wird die "Frankreich AG" niemals zerschlagen. Frankreich wird nichts tun, was seiner Art von Wirtschaft und Kultur schadet. Die ENArchen, zu denen Macron gehört, kontrollieren Wirtschaft und Verwaltung. Sie werden ihre Pfründe nicht aufgeben.
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2551
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Ger9374 » Sa 20. Jan 2018, 18:22

Senexx hat geschrieben:(20 Jan 2018, 18:04)

Ach Gott. Wie naiv und leichtgläubig Sie sind.

Deutschland hat damals unter Eichel die "Deutschland AG" zerschlagen.

Macron wird die "Frankreich AG" niemals zerschlagen. Frankreich wird nichts tun, was seiner Art von Wirtschaft und Kultur schadet. Die ENArchen, zu denen Macron gehört, kontrollieren Wirtschaft und Verwaltung. Sie werden ihre Pfründe nicht aufgeben.




Sehen sie user senexx denn nur feinde und gegner um deutschland herum. Wer vertraut ist leichtgläubig und naiv. Kein wunder das sie mit der E.U auf kriegsfuss stehen. Nicht mehr schlachten bestimmen die zukunft europas sondern Kooperationen, Visionen und vorraussichtige Politik. Wenn nicht Macron und Frankreich wem sollte Deutschland sonst als ehrlichen makler für ein sich fortschreitendes Europa sehen. Deutschland kann mit einem frankreich das wirtschaftsreformen erfolgreich umsetzt besser zusammenarbeiten als das frankreich auf tönernden füssen agiert.
Konkurrenz belebt das geschäft. Wenn es nach ihnen ginge senexx wäre unser erbfeind frankreich
wieder bereit zum losschlagen. Die Wirtschaftlichen erfolge europas sollten durch politische handlungen zwischen paris und berlin untermauert werden. Zeigt das erfolge werden andere animiert zu folgen.
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10702
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 20. Jan 2018, 19:01

Ger9374 hat geschrieben:(20 Jan 2018, 18:22)

Sehen sie user senexx denn nur feinde und gegner um deutschland herum. Wer vertraut ist leichtgläubig und naiv. Kein wunder das sie mit der E.U auf kriegsfuss stehen. Nicht mehr schlachten bestimmen die zukunft europas sondern Kooperationen, Visionen und vorraussichtige Politik. Wenn nicht Macron und Frankreich wem sollte Deutschland sonst als ehrlichen makler für ein sich fortschreitendes Europa sehen. Deutschland kann mit einem frankreich das wirtschaftsreformen erfolgreich umsetzt besser zusammenarbeiten als das frankreich auf tönernden füssen agiert.
Konkurrenz belebt das geschäft. Wenn es nach ihnen ginge senexx wäre unser erbfeind frankreich
wieder bereit zum losschlagen. Die Wirtschaftlichen erfolge europas sollten durch politische handlungen zwischen paris und berlin untermauert werden. Zeigt das erfolge werden andere animiert zu folgen.

dennoch verstehe ich senexx sehr gut. ich teile auch sein besorgnis.

ich hörte daß makron gesagt hätte daß D und NL mehr an die EU abtragen müssen. darüber könnte man ggfs noch reden.
aber... juncker hat bereits gesagt daß die agrarwirtschaftlichen ausgaben nicht gekürzt dürfen werden. und als bilanzkommissar oettinger hörte daß »man ??« darüber auch reden wollte, hat er mit dem faust auf dem tisch geschlagen.
er ist in unserem parlament gewesen und auch da zeigte er keine bereitwilligkeit.

wenn das so weiter geht, fürchte ich daß der haushalt nicht angenommen wird.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 15380
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Sa 20. Jan 2018, 19:08

Senexx hat geschrieben:(20 Jan 2018, 18:04)

Ach Gott. Wie naiv und leichtgläubig Sie sind.

Deutschland hat damals unter Eichel die "Deutschland AG" zerschlagen.

Macron wird die "Frankreich AG" niemals zerschlagen. Frankreich wird nichts tun, was seiner Art von Wirtschaft und Kultur schadet. Die ENArchen, zu denen Macron gehört, kontrollieren Wirtschaft und Verwaltung. Sie werden ihre Pfründe nicht aufgeben.


Nun, damit haben wir uns jahrzehntelang professionell auseinander gesetzt. Hat nicht ernsthaft geschadet. Man kann solche Dinge auch ansprechen. Eine "Deutschland AG" haben wir in der Tat nicht mehr. Hat dieser schreckliche Verlust unserer Wirtschaft geschadet? Mit einiger Bereitschaft haben sich Tore zur Welt geöffnet... wenn Sie so wollen zu einer "Europa AG", wenn Sie das aufgebaute Netzwerk von Unternehmungen in Europa betrachten.

Vorhaltungen wie "naiv" und "leichtgläubig" machen Ihre Aussagen nicht sinnvoller!
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 15380
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Sa 20. Jan 2018, 19:30

Nomen Nescio hat geschrieben:(20 Jan 2018, 19:01)

dennoch verstehe ich senexx sehr gut. ich teile auch sein besorgnis.

ich hörte daß makron gesagt hätte daß D und NL mehr an die EU abtragen müssen. darüber könnte man ggfs noch reden.
aber... juncker hat bereits gesagt daß die agrarwirtschaftlichen ausgaben nicht gekürzt dürfen werden. und als bilanzkommissar oettinger hörte daß »man ??« darüber auch reden wollte, hat er mit dem faust auf dem tisch geschlagen.
er ist in unserem parlament gewesen und auch da zeigte er keine bereitwilligkeit.

wenn das so weiter geht, fürchte ich daß der haushalt nicht angenommen wird.


Ich halte es auch für richtig, daß die EU keinen Haushalt auf der Grundlage "business as usual" verabschieden sollte. Dazu sind in der EU viel zu viele offene Fragen aufgelaufen, die die Kommission mit ihren Mitteln nicht lösen konnte.

Ich meine, daß am Ende jene entscheiden werden, die etwas abgeben sollen. Noch haben wir keine entscheidungsfähige Bundesregierung, noch hat es gar keine ernsthaften Verhandlungen gegeben, sondern nur Versuchsballons.

Mein Standpunkt: Mehr und deutsches Geld nur für erkennbare Fortschritte des europäischen Projekts. Keine Vorleistungen für Dinge, über die erst noch verhandelt und entschieden werden muß. Damit hat unser Land böse Erfahrungen gemacht. Kein deutsches Geld mehr für Partner, die das europäische Projekt konterkarieren. Diese Erfahrung muß zur Not die EU noch machen.

Erst danach kann man über einen EU-Haushalt verhandeln.

Ich halte gar nichts von einem vorgespannten Mißtrauen. Die Partner sollten mit Wohlwollen aufeinander zugehen. Es ist selbstverständlich, bei Vereinbarungen auch die möglichen Folgen zu betrachten und freundlich um Festlegungen zu bitten, die einseitige Nachteile und unausgewogene Vorteile vermeiden.

Zuerst sind Deutschland und Frankreich gefordert, grundlegende Verabredungen zu treffen, um damit dann auf die übrigen Partner zu zu gehen. Wir wollen ja wohl alle das europäische Projekt voran bringen. Dazu gehören Mut und auch Härte, wenn sich Vertrauensbrüche abzeichnen. Wer in ein solches Projekt schon gleich mit vollen Hosen einsteigt, der hält sich besser von Anfang an fern davon!
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 3338
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jan 2018, 20:21

Ger9374 hat geschrieben:(20 Jan 2018, 18:22)

Sehen sie user senexx denn nur feinde und gegner um deutschland herum. Wer vertraut ist leichtgläubig und naiv. Kein wunder das sie mit der E.U auf kriegsfuss stehen. Nicht mehr schlachten bestimmen die zukunft

"Staaten haben keine Freunde sondern Interessen" (Charles de Gaulle ©)
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 15380
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Sa 20. Jan 2018, 20:26

Senexx hat geschrieben:(20 Jan 2018, 20:21)

"Staaten haben keine Freunde sondern Interessen" (Charles de Gaulle ©)


Deshalb wird es "höchste Eisenbahn" das europäische Projekt wieder auf das Gleis zu setzen. Dann haben wir gemeinsame Interessen in der Union. Vor allem dann aber keine Interessenbündnisse mehr, die sich in Kriegen entladen.
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2551
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Ger9374 » Sa 20. Jan 2018, 20:44

Wenn denn gemeinsame Interessen die D+F teilen ganz Europa vorwärts bringen soll es mir recht sein. Doch das Feinde zu Freunden werden können , das hat D+F wohl zur genüge gezeigt!
Denn auch unter Freunden knarrt es ab und zu.
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 15380
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Sa 20. Jan 2018, 20:57

Ger9374 hat geschrieben:(20 Jan 2018, 20:44)

Wenn denn gemeinsame Interessen die D+F teilen ganz Europa vorwärts bringen soll es mir recht sein. Doch das Feinde zu Freunden werden können , das hat D+F wohl zur genüge gezeigt!
Denn auch unter Freunden knarrt es ab und zu.


Das europäische Projekt wollen beide Seiten voran bringen. Damit werden gemeinsame Wohlfahrt und Sicherheit zum gemeinsamen Ziel. Ich bin gar nicht so sicher, daß dieses gemeinsame Ziel allen Partnern der bestehenden EU wichtig ist. Zumindest scheint mir der gemeinsame Wirtschaftsraum von D&F eine gute Grundlage zu sein, die Interessen unserer beiden Staaten zusammen zu führen. Und danach wird man sehen, wie sich das europäische Projekt weiter entwickelt.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 3338
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jan 2018, 21:07

H2O hat geschrieben:(20 Jan 2018, 20:26)

Deshalb wird es "höchste Eisenbahn" das europäische Projekt wieder auf das Gleis zu setzen. Dann haben wir gemeinsame Interessen in der Union. Vor allem dann aber keine Interessenbündnisse mehr, die sich in Kriegen entladen.


Wir haben entgegengesetzte Interessen.

Franzosen gehen mit spätestens 62 in Rente, bei uns sind es für die jüngeren Jahrgänge bald 67.

Wieso sollten wir den Luxus der Franzosen finanzieren?

Sie müssten sich erst einmal der Realität stellen.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 15380
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Sa 20. Jan 2018, 21:16

Senexx hat geschrieben:(20 Jan 2018, 21:07)

Wir haben entgegengesetzte Interessen.

Franzosen gehen mit spätestens 62 in Rente, bei uns sind es für die jüngeren Jahrgänge bald 67.

Wieso sollten wir den Luxus der Franzosen finanzieren?

Sie müssten sich erst einmal der Realität stellen.


Diese offenen Fragen müssen gemeinsam beraten und gelöst werden. Wir dürfen nicht immer wieder vom Istzustand ausgehen, sondern wir müssen den gemeinsamen Sollzustand verhandeln. Wenn Frankreich festlegt: "Das ist bei uns nun einmal so und bleibt so!", dann ist die Verhandlung schon beendet. Eine gemeinsame Sozialpolitik kann so nicht eingeführt werden.

Ich gehe davon aus, daß M. Dupont genau so wie sein Nachbar H. Schmidt die Notwendigkeit der Harmonisierung erkennt.
Alpha Centauri
Beiträge: 1680
Registriert: Mo 19. Jun 2017, 09:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Alpha Centauri » So 21. Jan 2018, 10:34

Senexx hat geschrieben:(20 Jan 2018, 21:07)

Wir haben entgegengesetzte Interessen.

Franzosen gehen mit spätestens 62 in Rente, bei uns sind es für die jüngeren Jahrgänge bald 67.

Wieso sollten wir den Luxus der Franzosen finanzieren?

Sie müssten sich erst einmal der Realität stellen.


Na sicher der alte Mythos DE Zahlmeister Europas , am deutschen Wesen soll die Welt genesen nicht wahr? Darf es noch mehr sein?

Immer witzig diese Heuchelei Made in Alemania. :cool:
Alpha Centauri
Beiträge: 1680
Registriert: Mo 19. Jun 2017, 09:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Alpha Centauri » So 21. Jan 2018, 10:40

H2O hat geschrieben:(20 Jan 2018, 20:26)

Deshalb wird es "höchste Eisenbahn" das europäische Projekt wieder auf das Gleis zu setzen. Dann haben wir gemeinsame Interessen in der Union. Vor allem dann aber keine Interessenbündnisse mehr, die sich in Kriegen entladen.




Das ist schön und gut, nur bin ich auch der Auffassung das die EU Mitgliedsstaaten bisweilen völlig gegensätzliche Interessen verfolgen ( nicht nur zw. D und F sondern zwischen West und Oststaaten) wie die halbwegs verträglich harmonisiert werden sollen,( Thema,EU Finanzen,Flüchtlinge, Verhältnis zu Türkei und Russland) ist mir offen gestanden schleierhaft.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 15380
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » So 21. Jan 2018, 11:29

Alpha Centauri hat geschrieben:(21 Jan 2018, 10:40)

Das ist schön und gut, nur bin ich auch der Auffassung das die EU Mitgliedsstaaten bisweilen völlig gegensätzliche Interessen verfolgen ( nicht nur zw. D und F sondern zwischen West und Oststaaten) wie die halbwegs verträglich harmonisiert werden sollen,( Thema,EU Finanzen,Flüchtlinge, Verhältnis zu Türkei und Russland) ist mir offen gestanden schleierhaft.


Diese Bauchschmerzen kann ich völlig verstehen. Aber, bitteschön, gibt es in unserem Lande nicht auch viele unterschiedliche Auffassungen von Vorgängen und sogar ganz platten Dingen? Und dennoch gibt es über demokratische Verfahren am Ende eine übergeordnete Willensbildung. Damit sind wir doch im Großen und Ganzen einverstanden... und wir können auch unseren Willen verändern, über die gleichen Verfahren. So stelle ich mir nach einem geordneten Verfahren auch die Zusammenarbeit in Europa vor: Niemand soll der Gemeinschaft, wenn sie denn gebildet wurde, seinen nationalen Willen aufzwingen... dazwischen sollen immer demokratische Abläufe stehen und Wahlkämpfe, selbstverständlich.

Wie ich an anderer Stelle schon sagte: Mit vollen Hosen kann man in ein solches Zukunftsprojekt nicht hinein gehen. Dazu gehören schon Mut und auch Härte, vor allem aber auch Vertrauen und Selbstvertrauen. Das ist kein Feld für ständige Bedenken und gewohnheitsmäßige Bedenkenträger. Präsident Macron macht auf mich auch nicht einen solchen Eindruck.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 3338
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » So 21. Jan 2018, 11:52

In "La Vanguardia" finden wir heute einen schönen Artikel mit dem Titel "Das Macron-Fieber". Eigentlich geht es um die italienischen Wahlen am 4. März mit Blick auf ihre Bedeutung für Spanien. Darin wird Renzi hart kritisiert, als hyperaktiver Möchtegern, der damals versucht hätte an den Spaniern vorbei eine Art Direktorium mit D & F zu bilden. Er wird als "Macron vor Macron" bezeichnet. Und der Chef der Cs, Rivera, als Möchtegern-Imitat von Macron.

Der Verweis auf Renzi macht Hoffnung: Je schneller Macron wieder weg ist, umso besser.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 3338
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » So 21. Jan 2018, 11:58

Im Übrigen hat Macron gerade den Schwanz vor dem Widerstand gegen das Projekt NDDL, dem Flughafen Notre-Dame-des-Landes, eingezogen. Das Projekt wird aufgegeben. Die politischen Kosten seien zu hoch.

Das ist eine gute Nachricht für alle, die Widerstand leisten wollen. Man muss nur genug Härte zeigen, dann knickt Macron ein. Das Beispiel wird Schule machen.

Im April 2017 hatte er noch getönt: "Die Wähler der Region haben mit 55% das Projekt befürwortet, dieser demokratische Wille ist zu respektieren".

Der Republikaner-Chef Wauquiez hat den Spruch prompt wieder veröffentlicht.

Und der Chef der Sozialisten in Loire-Atlantique ist Macron hart angegangen:"Sein erstes große Schwanzeinziehen".
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 15380
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » So 21. Jan 2018, 12:50

Senexx hat geschrieben:(21 Jan 2018, 11:58)

Im Übrigen hat Macron gerade den Schwanz vor dem Widerstand gegen das Projekt NDDL, dem Flughafen Notre-Dame-des-Landes, eingezogen. Das Projekt wird aufgegeben. Die politischen Kosten seien zu hoch.

Das ist eine gute Nachricht für alle, die Widerstand leisten wollen. Man muss nur genug Härte zeigen, dann knickt Macron ein. Das Beispiel wird Schule machen.

Im April 2017 hatte er noch getönt: "Die Wähler der Region haben mit 55% das Projekt befürwortet, dieser demokratische Wille ist zu respektieren".

Der Republikaner-Chef Wauquiez hat den Spruch prompt wieder veröffentlicht.

Und der Chef der Sozialisten in Loire-Atlantique ist Macron hart angegangen:"Sein erstes große Schwanzeinziehen".


Sie haben eben Ihre Art der Bewertung politischen Handelns. So weit ich den Ausgang des Verfahrens beurteilen kann, waren die politischen Kosten für dieses "Jahrhundertbauwerk" den entscheidenden Politikern zu hoch. Deshalb haben sie das regional ehrgeizige Großprojekt abgeblasen. Nun wird der alte Flughafen modernisiert... hoffentlich zu einem Bruchteil der Kosten eines Neubaus. Ich finde solche Korrekturen nur vernünftig. Eine gute Anbindung dieser Region an andere Regionen mit den Schnellzügen TGV ist doch viel sinnvoller.

Vielleicht hat auch der Erfolg der neuen Bahnanbindung Münchens an Berlin seinen Eindruck nicht
verfehlt. Die läuft mit Alstom-Technologie.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 3338
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » So 21. Jan 2018, 13:07

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2018, 12:50)

Sie haben eben Ihre Art der Bewertung politischen Handelns. So weit ich den Ausgang des Verfahrens beurteilen kann, waren die politischen Kosten für dieses "Jahrhundertbauwerk" den entscheidenden Politikern zu hoch. Deshalb haben sie das regional ehrgeizige Großprojekt abgeblasen. Nun wird der alte Flughafen modernisiert... hoffentlich zu einem Bruchteil der Kosten eines Neubaus. Ich finde solche Korrekturen nur vernünftig.


Sie vollziehen gerne jede Volte ihres bewunderten Helden mit. Mehr unkritische Heldenverehrung geht nicht.

Der alte Flughafen liegt inmitten dichter Wohnbebauung. Und die Einflugschneise von Süden führt über ein Naturschutzgebiet. Viel Spaß bei der Modernisierung.

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast