Macron und die Folgen

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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Fliege » Di 5. Jun 2018, 20:58

LiberalKonservativ hat geschrieben:(05 Jun 2018, 21:42)

Macht endlich in jedem Land ein Volksbegehren zu dem Thema "immer tiefer zusammenwachsende Gemeinschaft". Das will vermutlich nicht einmal eine Mehrheit in Deutschland.

Mir wäre dieser Dreischritt lieb: Bevor die weiter EU vertieft wird ("ever closer union"), soll bitte die real existierende Union ein wichtiges europäisches Problem lösen (naheliegend ist das Migrationsproblem), und zwar rasch, restlos und nachhaltig lösen. Anschließend machen wir Volksentscheide in den EU-Ländern, ob das Ergebnis die Bürgerinnen und Bürger zufrieden stellt, und wiederum daran anschließend reden wir über etwaige Vertiefungswünsche.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon LiberalKonservativ » Di 5. Jun 2018, 21:09

Fliege hat geschrieben:(05 Jun 2018, 21:58)

Mir wäre dieser Dreischritt lieb: Bevor die weiter EU vertieft wird ("ever closer union"), soll bitte die real existierende Union ein wichtiges europäisches Problem lösen (naheliegend ist das Migrationsproblem), und zwar rasch, restlos und nachhaltig lösen. Anschließend machen wir Volksentscheide in den EU-Ländern, ob das Ergebnis die Bürgerinnen und Bürger zufrieden stellt, und wiederum daran anschließend reden wir über etwaige Vertiefungswünsche.


D'accord. Leider sind die United States of Europe Nationalisten ziemlich mächtig. Mir braucht auf jeden Fall keiner mit "mehr Europa" kommen, solange Antidemokraten und Pfeifen wie Juncker oder Öttinger in Brüssel etwas zu melden haben.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Fliege » Di 5. Jun 2018, 21:14

LiberalKonservativ hat geschrieben:(05 Jun 2018, 22:09)

D'accord. Leider sind die United States of Europe Nationalisten ziemlich mächtig. Mir braucht auf jeden Fall keiner mit "mehr Europa" kommen, solange Antidemokraten und Pfeifen wie Juncker oder Öttinger in Brüssel etwas zu melden haben.

Ja, die Personalauswahl auf EU-Ebene ist durchaus wenig prickelnd. ;-)
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Di 5. Jun 2018, 21:31

LiberalKonservativ hat geschrieben:(05 Jun 2018, 21:28)

Ich habe weder bei Merkel noch bei Macron auch nur im geringsten gehört, wie sie gedenken die Bürger am Entwicklungsprozess zu beteiligen. Und ich bin nach dem Pressegespräch eher erschrocken, wie weit Merkel da "weiter integrieren" will. Sie stößt das Tor zur Transferunion ja meter weit auf. Ohne Bürgerbeteiligung wird uns das spätestens dermaßen um die Ohren fliegen. Eine notwendige, aber bei weitem nicht hinreichende, Bedingung für eine Transferunion sind gleiche Steuersätze, Renten, etc.. Es ist schlicht ungerecht und asozial, wenn das Land mit einer der höchsten Steuer und Abgabelasten die ganze Zeit die Party in anderen Ländern finanzieren soll.


Bei Ihnen ist nicht angekommen, daß Präsident Macron ganz unbedingt das Gespräch mit den EU-Bürgern über die Zukunft der EU führen möchte... natürlich nicht in Person, sondern alle jene, die die EU gestalten wollen. Vielleicht hat der bleierne Stillstand der Diskussion zwischen D & F dieses Anliegen in den Hintergrund treten lassen. Von Präsident Macron kam auch der Vorschlag, wenigstens zwischen D & F eine harmonisierte Besteuerung von Unternehmen in beiden Ländern an zu fassen. Auch dazu kam aus D gar nichts zurück. Will sagen, sehr viele von Ihnen genannte Dinge waren auf dem Tisch, sind aber von deutscher Seite weg geschwiegen worden.

Die französische Seite sucht das gestaltende Gespräch und bekommt ständig das deutsche Gejammere über eine Transferunion vorgeweint. Ich kann mir vorstellen, daß der Europäer Macron ziemlich ernüchtert worden ist. Verdammt nochmal, die deutsche Seite soll jetzt endlich die europäische Zukunft mitgestalten; dann hat sie auch Möglichkeiten, die Bedingungen, den Zweck und die Größenordnungen von Finanzmitteln mit zu bestimmen, die in der EU herum schwappen.

Aber immerhin, ein paar Dinge hat die Kanzlerin ja zugelassen. Da sollte Präsident Macron die Kanzlerin "abholen", um daraus etwas mehr werden zu lassen. Würde ich jedenfalls an seiner Stelle genau so versuchen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon LiberalKonservativ » Di 5. Jun 2018, 21:52

H2O hat geschrieben:(05 Jun 2018, 22:31)

Bei Ihnen ist nicht angekommen, daß Präsident Macron ganz unbedingt das Gespräch mit den EU-Bürgern über die Zukunft der EU führen möchte... natürlich nicht in Person, sondern alle jene, die die EU gestalten wollen. Vielleicht hat der bleierne Stillstand der Diskussion zwischen D & F dieses Anliegen in den Hintergrund treten lassen. Von Präsident Macron kam auch der Vorschlag, wenigstens zwischen D & F eine harmonisierte Besteuerung von Unternehmen in beiden Ländern an zu fassen. Auch dazu kam aus D gar nichts zurück. Will sagen, sehr viele von Ihnen genannte Dinge waren auf dem Tisch, sind aber von deutscher Seite weg geschwiegen worden.

Die französische Seite sucht das gestaltende Gespräch und bekommt ständig das deutsche Gejammere über eine Transferunion vorgeweint. Ich kann mir vorstellen, daß der Europäer Macron ziemlich ernüchtert worden ist. Verdammt nochmal, die deutsche Seite soll jetzt endlich die europäische Zukunft mitgestalten; dann hat sie auch Möglichkeiten, die Bedingungen, den Zweck und die Größenordnungen von Finanzmitteln mit zu bestimmen, die in der EU herum schwappen.

Aber immerhin, ein paar Dinge hat die Kanzlerin ja zugelassen. Da sollte Präsident Macron die Kanzlerin "abholen", um daraus etwas mehr werden zu lassen. Würde ich jedenfalls an seiner Stelle genau so versuchen.


Ist bei mir sehr wohl angekommen. Die Deutsche Version nennt sich "Europa Dialog" https://www.bundesregierung.de/Webs/Bre ... _node.html
Blöd nur, dass 90% dieser Dialog Veranstaltungen für Schulklassen sind. Und ich hab vor einigen Jahren auch so etwas mitgemacht. Von Dialog kann da nicht wirklich die Rede sein. Ich würde es eher United States of Europe PR/Marketing/Propaganda nenen, bei denen man 15-18 Jährige erklärt wie toll die geplanten United States of Europe sind.
Anders formuliert, die "Bürgerbeteiligung" besteht aus Werbeauftritten vor Personen, die man noch zu unreif für's Wählen hält und aus einem kurzen Online Fragebogen für jederman, der allerdings nur so mit Suggestivfragen gespickt ist. Chapeau. Das ist also Bürgerbeteiligung. Yeah...

Wissen Sie auch weshalb eine einheitliche Besteuerung und Sozialstandards bullshit sind? Die Heterogenität zwischen den Ländern und Wirtschaften ist schlicht zu groß. Wenn Sie in Osteuropa die gleichen Steuer- und Abgabensätze wie in Deutschland einführen bricht da am nächsten Tag die Wirtschaft zusammen. Wenn Sie in Frankreich die gleichen Steuer-/Abgabensätze und Renteneintritt wie in Deutschland einführen, wird Macron nächste Woche aus dem Eleysee Palast gejagt, da ist das bisschen Streik momentan ein Kindergeburtstag.

@"kam nichts von Deutschland": Sie machen wieder den Fehler zu glauben, dass Diplomatie über die Medien funktioniert. Sind Sie ein kleiner Trump? Der macht Twitter Diplomatie. Ich hatte Ihnen letztens schon einmal verlinkt, dass die ganzen Macron "Visionen" schon viel länger auf den Tisch liegen und von Fr und Dt im Kern GEMEINSAM erarbeitet wurden, wobei Macron noch ein paar Abwandlungen einbaute. Macron ist primär ein sunny boy und show man, der sich gut zu präsentieren weiß, aber es ist mit nichten so, dass die ganzen "Vision" primär auf seinen Mist gewachsen sind.

Der Europäer ist primär ein Franzose Macron und ein Haupteil besteht nun mal v.a. darin, deutsche Geldquellen anzuzapfen. Merkel kommt ihm da eh schon viel zu weit entgegen. Eine Transferunion ohne Volksabstimmung zumal bei unterschiedlichen Steuer/abgaben/etc. (die man eben wie oben erläutert nicht mal so schnell angleichen kann) ist ein Sprengsatz. Wenn Sie wirklich für ein friedliches Europa sind, sollten Sie die Finger von solchen Sachen lassen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Bleibtreu » Di 5. Jun 2018, 21:56

Macron ist das Beste, was Frankreich und der EU passieren konnte. Mit wahrer Freude im Herzen war ich zur Wahl gegangen! :) Die unakzeptablen Alternativen waeren Madame PengPeng oder der unsaegliche LinksPopulist Mélenchon gewesen. Beides ausgewiesene EU Gegner und Extremisten. :dead:

Natuerlich ist Macron Vielen unbequem, weil er anpackt, was angepackt werden muss - in Frankreich, wie in der EU. Wer Zukunft nicht aktiv mitgestaltet, dem wird sie von anderen gestaltet.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Di 5. Jun 2018, 22:03

LiberalKonservativ hat geschrieben:(05 Jun 2018, 21:42)

Wir hatten das schon mal in nem anderen Strang diskutiert...
Macht endlich in jedem Land ein Volksbegehren zu dem Thema "immer tiefer zusammenwachsende Gemeinschaft". Das will vermutlich nicht einmal eine Mehrheit in Deutschland. Und wenn Sie das nicht akzeptieren wollen, sind Sie schlicht kein Demokrat. Wenn es eine Mehrheit gibt, dann gründet die United States of Europe, ich bin der letzte der das dann anfechten würde, da ich Mehrheitsentscheidungen akzeptiere. Was ich aber nicht akzeptiere ist dieses antidemokratische Vorgehen. Zumal ein derat heterogenes und komplexes Konstrukt inheränt andidemokratisch geführt werden wird.
Die Sozis in Persona Martin Schulz schaufeln sich mit diesem United States of Europe Nationalismus und mit ihrer open borders Agenda ihr eigenes Grab:
http://pubman.mpdl.mpg.de/pubman/item/e ... 7_1208.pdf
http://www.zeit.de/2017/18/europaeische ... ettansicht
https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... sitesearch
http://www.deutschlandfunkkultur.de/abs ... _id=410341


Eine Volksabstimmung kann nur so ablaufen, daß eine einzige Frage mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. Etwa so: Wollen wir Mitglied in der europäischen Gemeinschaft bleiben? Ja oder Nein.
Mit dieser Abstimmung wäre ich sofort einverstanden.

Unsere Verfassung sieht Volksabstimmungen auf Bundesebene nicht vor, wohl aber für den Wechsel der Landeszugehörigkeit, weil dieses Thema in der neu gegründeten Bundesrepublik von Bedeutung war. Mir ist bis heute nicht klar, warum eine solche Abstimmung nicht anläßlich der Wiedervereinigung durchgeführt wurde. Das hätte vielem Genöhle die Spitze genommen. Und so sehe ich das jetzt auch mit der EU: Soll Deutschland Mitglied der EU bleiben, Ja oder Nein?

Für einen Larifari-Entscheid über eine Landeszugehörigkeit wie Berlin/Brandenburg werden Volksabstimmungen veranstaltet, für Veränderungen unserer gemeinsamen Staatsangehörigkeit ist das nicht zugelassen? Besonders logisch ist das nicht. Wenigstens einmal für die grundsätzliche Entscheidung, das wäre schon vernünftig.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon LiberalKonservativ » Di 5. Jun 2018, 22:03

Bleibtreu hat geschrieben:(05 Jun 2018, 22:56)

Macron ist das Beste, was Frankreich und der EU passieren konnte. Mit wahrer Freude im Herzen war ich zur Wahl gegangen! :) Die unakzeptablen Alternativen waeren Madame PengPeng oder der unsaegliche LinksPopulist Mélenchon gewesen. Beides ausgewiesene EU Gegner und Extremisten. :dead:

Natuerlich ist Macron Vielen unbequem, weil er anpackt, was angepackt werden muss - in Frankreich, wie in der EU. Wer Zukunft nicht aktiv mitgestaltet, dem wird sie von anderen gestaltet.


Ja, das Beste was Frankreich, dem Club Med und den Zentralisten in Brüssel passieren konnte. Nicht so positiv für den Deutschen Steuerzahler, die Nordics, Baltics, Niederländer, Österreicher, Ostländer.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Fliege » Di 5. Jun 2018, 22:06

Bleibtreu hat geschrieben:(05 Jun 2018, 22:56)

Macron ist das Beste, was Frankreich und der EU passieren konnte. Mit wahrer Freude im Herzen war ich zur Wahl gegangen! :) Die unakzeptablen Alternativen waeren Madame PengPeng oder der unsaegliche LinksPopulist Mélenchon gewesen. Beides ausgewiesene EU Gegner und Extremisten. :dead:

Natuerlich ist Macron Vielen unbequem, weil er anpackt, was angepackt werden muss - in Frankreich, wie in der EU. Wer Zukunft nicht aktiv mitgestaltet, dem wird sie von anderen gestaltet.

Leider ist Merkel, mit der Macron reden müsste, das Schlechteste, was Deutschland und der EU passieren konnte. Macron soll seine Wirtschaftsreformen machen (Agenda 2025), derweil wird Merkel aus dem Amt gezerrt. Anschließend schauen wir weiter.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon LiberalKonservativ » Di 5. Jun 2018, 22:09

H2O hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:03)

Eine Volksabstimmung kann nur so ablaufen, daß eine einzige Frage mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. Etwa so: Wollen wir Mitglied in der europäischen Gemeinschaft bleiben? Ja oder Nein.
Mit dieser Abstimmung wäre ich sofort einverstanden.

Unsere Verfassung sieht Volksabstimmungen auf Bundesebene nicht vor, wohl aber für den Wechsel der Landeszugehörigkeit, weil dieses Thema in der neu gegründeten Bundesrepublik von Bedeutung war. Mir ist bis heute nicht klar, warum eine solche Abstimmung nicht anläßlich der Wiedervereinigung durchgeführt wurde. Das hätte vielem Genöhle die Spitze genommen. Und so sehe ich das jetzt auch mit der EU: Soll Deutschland Mitglied der EU bleiben, Ja oder Nein?

Für einen Larifari-Entscheid über eine Landeszugehörigkeit wie Berlin/Brandenburg werden Volksabstimmungen veranstaltet, für Veränderungen unserer gemeinsamen Staatsangehörigkeit ist das nicht zugelassen? Besonders logisch ist das nicht. Wenigstens einmal für die grundsätzliche Entscheidung, das wäre schon vernünftig.


Man kann auch mehrere Fragen machen:
1. Wollen wir Mitglied in einem europäischen Binnenmarkt sein? Ja/Nein
2. Wollen wir Mitglied in der EU sein? ja/nein
3. Wollen wir die ever closer union? ja/nein
4. Wollen wir die total integrierten United States of Europe? ja/nein
5. Wollen wir eine europäische Fiskal/Haftungsunion? ja/nein
6. Wollen wir eine Sozialunion? ja/nein
7. Wollen wir eine europäische Verteidigungunion? ja/nein
8. Wollen wir eine offensive europäische Interventionstruppe? ja/nein

Am Besten natürlich als bindende Abstimmung. Aber ich wär ja schon mal auch mit einer nicht bindenden zufrieden einfach, um mal zu sehen was die Bevölkerung tatsächlich will und wie sie sich "Europa" vorstellt.

Oder was ich auch ganz nett fände: Bei der Europawahl 2019 einfach noch einen Zettel mit den 5 Versionen beilegen und ankreuzen lassen. Nur mal als Volksbefragung. Bindend oder nicht ist da mal zweitrangig. Wenn dann für ein Szenario überwältigende Mehrheiten rauskommen muss die Politik sich schon sehr gut erklären, wenn sie sich gegen dieses entscheidet.
Zuletzt geändert von LiberalKonservativ am Di 5. Jun 2018, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Alpha Centauri » Di 5. Jun 2018, 22:16

Senexx hat geschrieben:(05 Jun 2018, 14:37)

Macron ist die Abrissbirne Europas.


Das sind wohl ehrr die Merkels , AFDs und LEGA Nords dieser Welt
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Bleibtreu » Di 5. Jun 2018, 22:20

LiberalKonservativ hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:03)

Ja, das Beste was Frankreich, dem Club Med und den Zentralisten in Brüssel passieren konnte. Nicht so positiv für den Deutschen Steuerzahler, die Nordics, Baltics, Niederländer, Österreicher, Ostländer.

Wenn die EU sich nicht reformiert oder schlimmsten Falls auseinander fliegt, dank europaeischer Populisten, KurzSichtiger und EwigGestriger, dann wird der dt. Buerger aus dem Weinen nicht mehr heraus finden. Kein europ. Land profitiert von der EU so sehr wie Deutschland! Dann ist naemlich Ende mit dem Profit machen und WohlLeben. Ich schrieb es ja: Wer die Zukunft nicht mit gestaltet, der bekommt sie von anderen gestaltet. ;)

Fliege hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:06)

Leider ist Merkel, mit der Macron reden müsste, das Schlechteste, was Deutschland und der EU passieren konnte. Macron soll seine Wirtschaftsreformen machen (Agenda 2025), derweil wird Merkel aus dem Amt gezerrt. Anschließend schauen wir weiter.

Macron hat in Frankreich schon viel bewegt und das Land nachhaltig veraendert. Das war auch dringendst noetig! Frau Merkel ist unflexible, sie hat keine Ideen & ihr fehlt der Mut Zukunft zu gestalten. Was sie gut kann ist mit haengenden Backen stur + stoisch alles aussitzen. Ich beneide euch nicht um diese Frau.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Di 5. Jun 2018, 22:21

LiberalKonservativ hat geschrieben:(05 Jun 2018, 22:52)

Ist bei mir sehr wohl angekommen. Die Deutsche Version nennt sich "Europa Dialog" https://www.bundesregierung.de/Webs/Bre ... _node.html
Blöd nur, dass 90% dieser Dialog Veranstaltungen für Schulklassen sind. Und ich hab vor einigen Jahren auch so etwas mitgemacht. Von Dialog kann da nicht wirklich die Rede sein. Ich würde es eher United States of Europe PR/Marketing/Propaganda nenen, bei denen man 15-18 Jährige erklärt wie toll die geplanten United States of Europe sind.
Anders formuliert, die "Bürgerbeteiligung" besteht aus Werbeauftritten vor Personen, die man noch zu unreif für's Wählen hält und aus einem kurzen Online Fragebogen für jederman, der allerdings nur so mit Suggestivfragen gespickt ist. Chapeau. Das ist also Bürgerbeteiligung. Yeah...

Diese Veranstaltung hat mit einem "Gespräch mit den Unionsbürgern" nichts zu tun. Sie ist eine Bildungsveranstaltung analog zur Staatsbürgerkunde. Was soll da nun Ihr Genöhle?
Wissen Sie auch weshalb eine einheitliche Besteuerung und Sozialstandards bullshit sind? Die Heterogenität zwischen den Ländern und Wirtschaften ist schlicht zu groß. Wenn Sie in Osteuropa die gleichen Steuer- und Abgabensätze wie in Deutschland einführen bricht da am nächsten Tag die Wirtschaft zusammen. Wenn Sie in Frankreich die gleichen Steuer-/Abgabensätze und Renteneintritt wie in Deutschland einführen, wird Macron nächste Woche aus dem Eleysee Palast gejagt, da ist das bisschen Streik momentan ein Kindergeburtstag.

Die Rede war von einer Harmonisierung in D&F. Daß so etwas nicht Knall-Fall umgesetzt werden kann sondern schrittweise und in Merkels Trippelschritten, das versteht sich von allein. Aber Sie machen sich ein Vergnügen daraus, das zu beschreiben, was gar nicht Thema war, um mir dann die Harmonisierung D&F madig zu machen. Muß so etwas sein?

@"kam nichts von Deutschland": Sie machen wieder den Fehler zu glauben, dass Diplomatie über die Medien funktioniert. Sind Sie ein kleiner Trump? Der macht Twitter Diplomatie. Ich hatte Ihnen letztens schon einmal verlinkt, dass die ganzen Macron "Visionen" schon viel länger auf den Tisch liegen und von Fr und Dt im Kern GEMEINSAM erarbeitet wurden, wobei Macron noch ein paar Abwandlungen einbaute. Macron ist primär ein sunny boy und show man, der sich gut zu präsentieren weiß, aber es ist mit nichten so, dass die ganzen "Vision" primär auf seinen Mist gewachsen sind.

Hier haben Sie sich ganz fürchterlich verstiegen! Diese Dinge standen schon in Macrons Wahlprogramm; jetzt müssen Sie nur noch behaupten, daß das Wahlprogramm Macrons im Kanzleramt verfaßt wurde. Frau LePen würde vor Begeisterung zerplatzen. Was soll dieser Unfug nur?
Der Europäer ist primär ein Franzose Macron und ein Haupteil besteht nun mal v.a. darin, deutsche Geldquellen anzuzapfen. Merkel kommt ihm da eh schon viel zu weit entgegen. Eine Transferunion ohne Volksabstimmung zumal bei unterschiedlichen Steuer/abgaben/etc. (die man eben wie oben erläutert nicht mal so schnell angleichen kann) ist ein Sprengsatz. Wenn Sie wirklich für ein friedliches Europa sind, sollten Sie die Finger von solchen Sachen lassen.

Hier lassen Sie Ihrem Unmut freien Lauf; ich bin aber nicht gewillt, mich darauf ein zu lassen. Ich bleibe meinen europäischen Überzeugungen treu.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon LiberalKonservativ » Di 5. Jun 2018, 22:22

Alpha Centauri hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:16)

Das sind wohl ehrr die Merkels , AFDs und LEGA Nords dieser Welt


Sie verkennen die Dynamiken: Es handelt sich um ein gegenseitiges Aufschaukeln von United States of Europe Nationalisten (Juncker, Schulz, Macron, Merkel, Verhofstadt) auf der einen und von Kleinstaaten Nationalisten (AFDs, Lega Nords, etc.) auf der anderen Seite.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Di 5. Jun 2018, 22:29

LiberalKonservativ hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:09)

Man kann auch mehrere Fragen machen:
1. Wollen wir Mitglied in einem europäischen Binnenmarkt sein? Ja/Nein
2. Wollen wir Mitglied in der EU sein? ja/nein
3. Wollen wir die ever closer union? ja/nein
4. Wollen wir die total integrierten United States of Europe? ja/nein
5. Wollen wir eine europäische Fiskal/Haftungsunion? ja/nein
6. Wollen wir eine Sozialunion? ja/nein
7. Wollen wir eine europäische Verteidigungunion? ja/nein
8. Wollen wir eine offensive europäische Interventionstruppe? ja/nein

Am Besten natürlich als bindende Abstimmung. Aber ich wär ja schon mal auch mit einer nicht bindenden zufrieden einfach, um mal zu sehen was die Bevölkerung tatsächlich will und wie sie sich "Europa" vorstellt.

Oder was ich auch ganz nett fände: Bei der Europawahl 2019 einfach noch einen Zettel mit den 5 Versionen beilegen und ankreuzen lassen. Nur mal als Volksbefragung. Bindend oder nicht ist da mal zweitrangig. Wenn dann für ein Szenario überwältigende Mehrheiten rauskommen muss die Politik sich schon sehr gut erklären, wenn sie sich gegen dieses entscheidet.


Diese Art von Volksbefragungen führen in ein unüberlegtes Durcheinander. Wir haben eine Volksvertretung, die alle diese Dinge in Ruhe und mit Verstand behandeln kann. Das muß uns genügen. Schließlich haben wir ein Filter für dessen Absichten mit Namen "Wahlen". Da wählen wir Wahlprogramme und Menschen, die dafür einstehen wollen.

Wenn am Ende aller Diskussionen eine Volksabstimmung stattfände: "Wollen wir der europäischen Gemeinschaft angehören, Ja oder Nein?" dann sind diese Fragen abschließend geklärt.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon LiberalKonservativ » Di 5. Jun 2018, 22:31

H2O hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:21)

Diese Veranstaltung hat mit einem "Gespräch mit den Unionsbürgern" nichts zu tun. Sie ist eine Bildungsveranstaltung analog zur Staatsbürgerkunde. Was soll da nun Ihr Genöhle?

Na, dann verlinken Sie mir doch mal bitte wo ich bei Ihrem "Gespräc mit den Unionsbürgern" teilnehmen kann. Ich bni mir nämlich ziemlich sicher, dass mein Link genau das ist. Und da finden die Werbeveranstaltungen und kein Dialog zu 80% in Schulen statt.

Die Rede war von einer Harmonisierung in D&F. Daß so etwas nicht Knall-Fall umgesetzt werden kann sondern schrittweise und in Merkels Trippelschritten, das versteht sich von allein. Aber Sie machen sich ein Vergnügen daraus, das zu beschreiben, was gar nicht Thema war, um mir dann die Harmonisierung D&F madig zu machen. Muß so etwas sein?

Ich mache niemanden etwas madig, sondern zeige nur auf, weshalb eine Zwangsharmonisierung nicht sonderlich sinnvoll ist.

Hier haben Sie sich ganz fürchterlich verstiegen! Diese Dinge standen schon in Macrons Wahlprogramm; jetzt müssen Sie nur noch behaupten, daß das Wahlprogramm Macrons im Kanzleramt verfaßt wurde. Frau LePen würde vor Begeisterung zerplatzen. Was soll dieser Unfug nur?

Habe ich Ihnen letztens schon verlinkt. Wenn Sie meine QUellen nicht lesen, kann ich auch nichts dafür. Das war die gemeinsame Erklärung von Deutschland und Frankreich zum Brexit und oh Wunder, Macrons Visionen ist nur eine etwas konkretisierte Form davon. Sie sind es gerade, der/die sich zu sehr Macron als Held malt.
https://www.auswaertiges-amt.de/de/auss ... -st/281698

Hier lassen Sie Ihrem Unmut freien Lauf; ich bin aber nicht gewillt, mich darauf ein zu lassen. Ich bleibe meinen europäischen Überzeugungen treu.

[/quote]
Wenn Sie meinen. Sagen Sie aber dann nicht, es hätte Sie keiner gewarnt, dass eine Transferunion ein reiner Sprengsatz ist. Reicht Ihnen eigentlich Katalonien noch nicht als Warnschuss?
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Fliege » Di 5. Jun 2018, 22:32

Bleibtreu hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:20)

Wenn die EU sich nicht reformiert oder schlimmsten Falls auseinander fliegt, dank europaeischer Populisten, KurzSichtiger und EwigGestriger, dann wird der dt. Buerger aus dem Weinen nicht mehr heraus finden. Kein europ. Land profitiert von der EU so sehr wie Deutschland! Dann ist naemlich Ende mit dem Profit machen und WohlLeben. Ich schrieb es ja: Wer die Zukunft nicht mit gestaltet, der bekommt sie von anderen gestaltet. ;)

Macron hat in Frankreich schon viel bewegt und das Land nachhaltig veraendert. Das war auch dringendst noetig! Frau Merkel ist unflexible, sie hat keine Ideen & ihr fehlt der Mut Zukunft zu gestalten. Was sie gut kann ist mit haengenden Backen stur + stoisch alles aussitzen. Ich beneide euch nicht um diese Frau.

Im laufenden Jahr wird Deutschland, so meine Einschätzung, noch nicht zu Frankreich aufschließen können, was die politische Neuorientierung anlangt. Nach Merkels Fall, vielleicht noch im laufenden Jahr, gibt es, wie ich meinen möchte, Neuwahlen, die eine Wirkung entfalten dürften wie die letzten Wahlen in Frankreich. Die EU-Wahl im Mai 2019 kommt eventuell zu früh.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon LiberalKonservativ » Di 5. Jun 2018, 22:39

Bleibtreu hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:20)

Wenn die EU sich nicht reformiert oder schlimmsten Falls auseinander fliegt, dank europaeischer Populisten, KurzSichtiger und EwigGestriger, dann wird der dt. Buerger aus dem Weinen nicht mehr heraus finden. Kein europ. Land profitiert von der EU so sehr wie Deutschland! Dann ist naemlich Ende mit dem Profit machen und WohlLeben. Ich schrieb es ja: Wer die Zukunft nicht mit gestaltet, der bekommt sie von anderen gestaltet. ;)


#fedidwgugl Applaus. "Kein europ. Land profitiert von der EU so sehr wie Deutschland!" Ich kann solche pauschal Aussagen einfach nicht mehr hören. Wer profitiert? Wer bezahlt diesen Profit? Wer trägt die Risiken? Können Sie mal etwas spezifischer werden? Welche Profite?
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Di 5. Jun 2018, 22:46

Alpha Centauri hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:16)

Das sind wohl ehrr die Merkels , AFDs und LEGA Nords dieser Welt

Sie verstehen das Problem nicht.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Di 5. Jun 2018, 22:51

Bleibtreu hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:20)
Macron hat in Frankreich schon viel bewegt und das Land nachhaltig veraendert. .


Was denn?
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.

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