Macron und die Folgen

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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Do 18. Jan 2018, 14:38

Das ist Ihr persönlicher Wunsch.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Do 18. Jan 2018, 16:27

Senexx hat geschrieben:(18 Jan 2018, 13:49)

Die Vorstellung, das Heil liege in einer Zentralisierung auf europäischer Ebene ist irrational und wirklichkeitsfremd.


Da geht irgendetwas durcheinander, meine ich. Eine Zentralisierung rundum kann überhaupt kein gemeinsames Ziel sein. Was wir in Europa aber nur gemeinsam erreichen können, nämlich gleiche Lebenschancen, kann keiner unserer Nationalstaaten mehr leisten oder "selbst entscheiden". Das gilt auch für die Sicherheit der Gemeinschaft... oder man muß die derzeit offenen Grenzen wieder schließen. Die Freiheit des Aufenthalts und der Arbeitsaufnahme im Gebiet der Gemeinschaft wird aber als große Errungenschaft auch und besonders dort genutzt, wo sich nationalstaatliche Betrebungen zeigen.

Diese für die Menschen in der Gemeinschaft angenehmen Seiten müssen ausgebaut werden, ohne daß in Brüssel oder Straßburg Fragen der Kommunal- oder Landespolitik entschieden werden müssen. Über das Wie müssen wir Europäer uns Gedanken machen. Das kann man nicht allein den "Spezialisten" in ihrem gepflegten Park überlassen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Alpha Centauri » Do 18. Jan 2018, 16:41

H2O hat geschrieben:(18 Jan 2018, 16:27)

Da geht irgendetwas durcheinander, meine ich. Eine Zentralisierung rundum kann überhaupt kein gemeinsames Ziel sein. Was wir in Europa aber nur gemeinsam erreichen können, nämlich gleiche Lebenschancen, kann keiner unserer Nationalstaaten mehr leisten oder "selbst entscheiden". Das gilt auch für die Sicherheit der Gemeinschaft... oder man muß die derzeit offenen Grenzen wieder schließen. Die Freiheit des Aufenthalts und der Arbeitsaufnahme im Gebiet der Gemeinschaft wird aber als große Errungenschaft auch und besonders dort genutzt, wo sich nationalstaatliche Betrebungen zeigen.

Diese für die Menschen in der Gemeinschaft angenehmen Seiten müssen ausgebaut werden, ohne daß in Brüssel oder Straßburg Fragen der Kommunal- oder Landespolitik entschieden werden müssen. Über das Wie müssen wir Europäer uns Gedanken machen. Das kann man nicht allein den "Spezialisten" in ihrem gepflegten Park überlassen.


Nun ich bin der Meinung es braucht eine wirkliche Union man kann nicht eine gemeinsame Währung haben ohne eine gemeinsam miteinander abgestummte Wirtschafts- und Sozialpolitik zu verfolgen, dass ist zum Scheitern verurteilt, samt EU ( die keine ist) in ihrer heutigen politischen Ausgestaltung
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Do 18. Jan 2018, 16:54

Alpha Centauri hat geschrieben:(18 Jan 2018, 16:41)

Nun ich bin der Meinung es braucht eine wirkliche Union man kann nicht eine gemeinsame Währung haben ohne eine gemeinsam miteinander abgestummte Wirtschafts- und Sozialpolitik zu verfolgen, dass ist zum Scheitern verurteilt, samt EU ( die keine ist) in ihrer heutigen politischen Ausgestaltung


Sehe ich auch so; das gehört in den Bereich Chancengleichheit und auch "Fairness". Dennoch muß es das Gespräch mit den europäischen Bürgern über die Ausgestaltung der EU geben, das Präsident Macron in seinem Wahlprogramm auch gefordert und angekündigt hatte.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Do 18. Jan 2018, 20:37

H2O hat geschrieben:(18 Jan 2018, 16:27)

Da geht irgendetwas durcheinander, meine ich. Eine Zentralisierung rundum kann überhaupt kein gemeinsames Ziel sein. Was wir in Europa aber nur gemeinsam erreichen können, nämlich gleiche Lebenschancen, kann keiner unserer Nationalstaaten mehr leisten oder "selbst entscheiden". Das gilt auch für die Sicherheit der Gemeinschaft... oder man muß die derzeit offenen Grenzen wieder schließen.


Gleiche Lebenschancen für wen?

Sicherheit der Gemeinschaft? Man muss die Außengrenzen sichern. Dazu braucht es nicht mehr Macht für Brüssel.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Do 18. Jan 2018, 20:58

Senexx hat geschrieben:(18 Jan 2018, 20:37)

Gleiche Lebenschancen für wen?

Sicherheit der Gemeinschaft? Man muss die Außengrenzen sichern. Dazu braucht es nicht mehr Macht für Brüssel.


Gleiche Lebenschancen für alle EU-Bürger, damit aus Ungleichheit erwachsende Gegnerschaften keine Grundlage haben.

An anderer Stelle hatte ich schon herausgearbeitet, daß eine Gemeinschaft schon einen gemeinsamen Grenzschutz und auch einen gemeinsamen Zoll unterhalten sollte, schon um die dadurch auflaufenden Kosten als Gemeinschaft zu tragen. Ähnliche Notwendigkeiten sehe ich auch im Schutz gegen Terror. Wir stehen vor einer Lage, daß der Terror weitgehend eine Sprache spricht, aber ungehindert von unseren Verwaltungsgrenzen Einsätze planen und durchführen kann. Da mir als Europäer überhaupt nicht gefiele, wenn unsere Verwaltungsgrenzen wieder zu Staatsgrenzen aufgewertet würden, sehe ich diese Aufgabe in der übergreifenden Verantwortung der Gemeinschaft.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Do 18. Jan 2018, 21:10

H2O hat geschrieben:(18 Jan 2018, 20:58)

Gleiche Lebenschancen für alle EU-Bürger, damit aus Ungleichheit erwachsende Gegnerschaften keine Grundlage haben.


Weshalb sollten wir das wollen?

An anderer Stelle hatte ich schon herausgearbeitet, daß eine Gemeinschaft schon einen gemeinsamen Grenzschutz und auch einen gemeinsamen Zoll unterhalten sollte, schon um die dadurch auflaufenden Kosten als Gemeinschaft zu tragen. Ähnliche Notwendigkeiten sehe ich auch im Schutz gegen Terror. Wir stehen vor einer Lage, daß der Terror weitgehend eine Sprache spricht, aber ungehindert von unseren Verwaltungsgrenzen Einsätze planen und durchführen kann. Da mir als Europäer überhaupt nicht gefiele, wenn unsere Verwaltungsgrenzen wieder zu Staatsgrenzen aufgewertet würden, sehe ich diese Aufgabe in der übergreifenden Verantwortung der Gemeinschaft.


Unsinn. Bei uns ist Polizei Ländersache. Ist es und kann es auch in Europa sein.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Do 18. Jan 2018, 21:21

Senexx hat geschrieben:(18 Jan 2018, 21:10)

Weshalb sollten wir das wollen?
Um die Kriege und Bündnisse der Vergangenheit nicht wieder aufleben zu lassen. Ich brauche so etwas nicht zum Wohlbefinden.
Unsinn. Bei uns ist Polizei Ländersache. Ist es und kann es auch in Europa sein.

Mir ist das Behördenversagen in unserer bundesstaatlichen Ordnung in schrecklicher Erinnerung. Dem wirkt der Innenminister neuerdings durch zentral geordnete Zuständigkeiten entgegen. Das muß auch in Europa zum Erfolg führen.

Ich erinnere an die Terrornester in Brüssel mit Einsatz in Paris. Das kann man gleich besser machen mit einer gut überlegten Polizeiorganisation und Geheimdiensten aus einem Guß.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Do 18. Jan 2018, 21:34

H2O hat geschrieben:(18 Jan 2018, 21:21)

Um die Kriege und Bündnisse der Vergangenheit nicht wieder aufleben zu lassen.


Rumänien wird uns kaum angreifen.

Das kann man gleich besser machen mit einer gut überlegten Polizeiorganisation und Geheimdiensten aus einem Guß.


Danke. Nein. Den Unterdrückungsstaat muss am Zaum halten.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Do 18. Jan 2018, 21:58

Senexx hat geschrieben:(18 Jan 2018, 21:34)

Rumänien wird uns kaum angreifen.

Aber vielleicht mit Bulgarien und Serbien eine engere Verbindung mit Rußland anstreben, weil die sich einiger sind als mit den hochnäsigen Westlern. Solche Bündnisse gab es im 19. Jahrhundert überall wechselnd. Im 1. Weltkrieg hat sich das Donnerwetter entladen, und im 2. Weltkrieg noch einmal. Daraus kann man Lehren ziehen, oder es auch lassen.
Danke. Nein. Den Unterdrückungsstaat muss am Zaum halten.

Damit bin ich ganz einverstanden. Nur geht es um die gemeinsame Sicherheit. Die ist auch nur gemeinsam zu gewährleisten, wenn wir die offenen Binnengrenzen der EU weiter offen lassen wollen. Mir fällt dazu gar nichts anderes ein!
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Alpha Centauri » Do 18. Jan 2018, 22:51

H2O hat geschrieben:(18 Jan 2018, 16:54)

Sehe ich auch so; das gehört in den Bereich Chancengleichheit und auch "Fairness". Dennoch muß es das Gespräch mit den europäischen Bürgern über die Ausgestaltung der EU geben, das Präsident Macron in seinem Wahlprogramm auch gefordert und angekündigt hatte.


Ok,wollen wir hoffen das Macrons Reform Pläne sich durchsetzen, nur auf die Unterstützung Merkels dürfte er glaube ich nicht bauen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon schokoschendrezki » Do 18. Jan 2018, 23:00

H2O hat geschrieben:(18 Jan 2018, 21:58)
Aber vielleicht mit Bulgarien und Serbien eine engere Verbindung mit Rußland anstreben, weil die sich einiger sind als mit den hochnäsigen Westlern. Solche Bündnisse gab es im 19. Jahrhundert überall wechselnd. Im 1. Weltkrieg hat sich das Donnerwetter entladen, und im 2. Weltkrieg noch einmal. Daraus kann man Lehren ziehen, oder es auch lassen.

Eijeijei ... zumindest bis zum Ersten WK gab es kein "Hochnäsiges Westlertum" in dem Sinne, dass man völkisch-ethnisch-religiös-nationale Bündnisse und Egoismen zugunsten von "Aufgeklärthteit" ablehnte. UK hat mit vollem Bewusstsein der Schändlichkeit dieser Tat Anfang des 20. Jahrhunderts das Millionenvolk Chinas in die Opiumabhängigkeit gezwungen. MIt keinem anderen Ziel als die Macht in dieser Region zu erlangen. Frankreich hat erst Ende der 90er und dann auch nur halbherzig und zögerlich seine schlimme Rolle in den Algerienkriegen eingestanden. Schande über die Rolle UKs und Frankreichs in den letzten paar hundert jahren, Schande, Die vielleicht nur von der historischen Schande Deutschlands, Italiens und Japans übertroffen wird. Was Ceaucescu in Rumänien an seinem eigenen Volk angerichtet hat, ist schrecklich, ja.Gegenüber dem, was die allgemein als "Kulturnationen" angesehenen Deutschlands, UKs, Frankreichs, Russlands etc. pp. angerichtet haben, ist das gar nix! Die genannten Nationen sind verglichen mit Rumänien oder Albanien totale, vollkommene Barbareien.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Fr 19. Jan 2018, 05:53

H2O hat geschrieben:(18 Jan 2018, 21:58)

Aber vielleicht mit Bulgarien und Serbien eine engere Verbindung mit Rußland anstreben, weil die sich einiger sind als mit den hochnäsigen Westlern. Solche Bündnisse gab es im 19. Jahrhundert überall wechselnd. Im 1. Weltkrieg hat sich das Donnerwetter entladen, und im 2. Weltkrieg noch einmal. Daraus kann man Lehren ziehen, oder es auch lassen.


Ausgeschlossen.

Rumänien hat große Konflikte mit Serbien, u. A. wegen der Aromunen.

Mit Russland ist da Moldawien und Transistrien.

Und mit Bulgarien gibt es Konflikte um Ölfelder.

Überhaupt sind Rumänen Lateiner und keine Slawen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Fr 19. Jan 2018, 09:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(18 Jan 2018, 23:00)

Eijeijei ... zumindest bis zum Ersten WK gab es kein "Hochnäsiges Westlertum" in dem Sinne, dass man völkisch-ethnisch-religiös-nationale Bündnisse und Egoismen zugunsten von "Aufgeklärthteit" ablehnte. UK hat mit vollem Bewusstsein der Schändlichkeit dieser Tat Anfang des 20. Jahrhunderts das Millionenvolk Chinas in die Opiumabhängigkeit gezwungen. MIt keinem anderen Ziel als die Macht in dieser Region zu erlangen. Frankreich hat erst Ende der 90er und dann auch nur halbherzig und zögerlich seine schlimme Rolle in den Algerienkriegen eingestanden. Schande über die Rolle UKs und Frankreichs in den letzten paar hundert jahren, Schande, Die vielleicht nur von der historischen Schande Deutschlands, Italiens und Japans übertroffen wird. Was Ceaucescu in Rumänien an seinem eigenen Volk angerichtet hat, ist schrecklich, ja.Gegenüber dem, was die allgemein als "Kulturnationen" angesehenen Deutschlands, UKs, Frankreichs, Russlands etc. pp. angerichtet haben, ist das gar nix! Die genannten Nationen sind verglichen mit Rumänien oder Albanien totale, vollkommene Barbareien.


Meine Güte... der Zusammenhang scheint hier gar keine Rolle mehr zu spielen! Es ging darum, daß sich die EU enger zusammenschließen sollte, um in Europa Bündnisse von zurückgebliebenen Nationalstaaten gegen andere Nationalstaaten aus zu schließen, wie es sie im 19. Jahrhundert gegeben hatte. Und Sie blasen jetzt diesen Gedanken zu einer ganzen Weltgeschichte auf. Das alles ist ja ganz richtig, kommt aber in völlig verquerem Zusammenhang!
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 19. Jan 2018, 09:24

H2O hat geschrieben:(19 Jan 2018, 09:03)

Meine Güte... der Zusammenhang scheint hier gar keine Rolle mehr zu spielen! Es ging darum, daß sich die EU enger zusammenschließen sollte, um in Europa Bündnisse von zurückgebliebenen Nationalstaaten gegen andere Nationalstaaten aus zu schließen, wie es sie im 19. Jahrhundert gegeben hatte. Und Sie blasen jetzt diesen Gedanken zu einer ganzen Weltgeschichte auf. Das alles ist ja ganz richtig, kommt aber in völlig verquerem Zusammenhang!

Naja. Zugegeben. Das war jetzt vielleicht ein bissel ǘberdreht ...

Ganz direkt bezogen auf das Thema des Threads mal der folgende Hörtip auf den jüngsten Beitrag der dradio-Reihe "hintergrund":
Politische Kultur: Der Faktor Charisma

Emmanuel Macron, Donald Trump, Sebastian Kurz - sie alle werden als neue Politiker-Typen gehandelt, als charismatische Führungspersonen. Ihre Auftritte reichen von bescheidener Rhetorik bis zur wütenden Kampfansage. Das macht deutlich: Charisma in der Politik ist eine höchst ambivalente Angelegenheit.
http://www.deutschlandfunk.de/politische-kultur-der-faktor-charisma.724.de.html?dram:article_id=408486
Und es wird darin vor allem auch die Bundesrepublik Deutschland dagegengesetzt. Die jüngere Geschichte der Bundesrepublik ist mit Adenauer, Kohl und Merkel von totalen Anticharismatikern geprägt. Einzige Ausnahme: Willy Brandt. Und die mit Martin Schulz wieder aufgeflammte Sehnsucht der Sozialdemokraten nach einem solchen Charismatiker wie Brandt war auch nix weiter als ein kleines Strohfeuer. Die konservativen hatten ihr noch kleineres Charisma-Strohfeuer jüngst mit ... Gott, wie hieß er noch gleich ... zu Guttenberg. Wie geht das zusammen?
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Fr 19. Jan 2018, 09:38

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Jan 2018, 09:24)

Naja. Zugegeben. Das war jetzt vielleicht ein bissel ǘberdreht ...

Ganz direkt bezogen auf das Thema des Threads mal der folgende Hörtip auf den jüngsten Beitrag der dradio-Reihe "hintergrund":
http://www.deutschlandfunk.de/politische-kultur-der-faktor-charisma.724.de.html?dram:article_id=408486
Und es wird darin vor allem auch die Bundesrepublik Deutschland dagegengesetzt. Die jüngere Geschichte der Bundesrepublik ist mit Adenauer, Kohl und Merkel von totalen Anticharismatikern geprägt. Einzige Ausnahme: Willy Brandt. Und die mit Martin Schulz wieder aufgeflammte Sehnsucht der Sozialdemokraten nach einem solchen Charismatiker wie Brandt war auch nix weiter als ein kleines Strohfeuer. Die konservativen hatten ihr noch kleineres Charisma-Strohfeuer jüngst mit ... Gott, wie hieß er noch gleich ... zu Guttenberg. Wie geht das zusammen?


Wir Deutschen haben eben nach dem Krieg etwas Glück gehabt mit unseren langweiligen Typen in der Politik. Ein Hitler und Goebbels reichen aber auch je Jahrhundert. Gottlob hat Gutti rechtzeitig seine akademische Laufbahn abgebrochen... der wurde ja auch schon als Kanzlerkandidat gehandelt! :eek:

Politiker mit der Ausstrahlung eines Emmanuel Macron sind Lichtgestalten, die uns auch nur selten
vergönnt sind. Immerhin verdankt er seine Ausstrahlung auch einem vergleichsweise überschaubaren und dennoch sorgfältig gemachten Wahlprogramm, das er nach seinem wohlverdienten Wahlsieg nun Schritt für Schritt umsetzt. Das erkenne ich ehrlich an!
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 19. Jan 2018, 10:06

Die entscheidende Passage im verwiesenen "hintergrund" zu Macron:
Und bei Macron ist zu beobachten, wie er seiner Entzauberung im Regierungsalltag durch große Reden und feierliche Gesten zu entgehen versucht. Dirk Kaesler: "Wir schauen das mit Interesse und Faszination an, was da jetzt in unserem Nachbarland Frankreich passiert ist. Aber auch da erleben wir tagtäglich schon die Veralltäglichung des Charismas. Charismatische Herrschaft dauert nur eine sehr kurze Zeit. Heute in einer medienbestimmten Gesellschaft vielleicht kürzer als früher, weil man die Erfolge und Misserfolge viel schneller wahrnimmt. Dann kann es zu einer völlig normalen Herrschaft werden mit all ihren Licht- und Schattenseiten. Dann blättert der Nimbus des charismatischen Herrschers sehr schnell".

Vorher wurden vor allem die Parallelen und die Unterschiede Macron/Napoleon ( :p ) betrachtet.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Fr 19. Jan 2018, 10:19

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Jan 2018, 10:06)

Die entscheidende Passage im verwiesenen "hintergrund" zu Macron:

Vorher wurden vor allem die Parallelen und die Unterschiede Macron/Napoleon ( :p ) betrachtet.


Unter dem Strich wird die Erfolgsbilanz Macrons aber sehr hoch bewertet: Er liefert... so nach zu lesen in DIE ZEIT, #4, 18. Januar 2018, S. 9 "Jetzt liefert er auch noch..."

Etwas Glanz in der Hütte hat aber auch noch nie geschadet... nur abheben darf man dann nicht!
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Fr 19. Jan 2018, 10:21

Derzeit hat er mit Gefangenaufständen und Arbeitsverweigerung des Wachpersonals zu kämpfen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Fr 19. Jan 2018, 11:26

Senexx hat geschrieben:(19 Jan 2018, 10:21)

Derzeit hat er mit Gefangenaufständen und Arbeitsverweigerung des Wachpersonals zu kämpfen.


Genau genommen war das die Folge eines Messerangriffs eines deutschen IS-Mitglieds auf seine Wächter. 3 Mann verletzt! Jetzt werden die Haftbedingungen verschärft und das Personal aufgestockt, weil völlig unklar ist, wie ein Messer in diesen Gefängnisbereich gelangen konnte.

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