Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Sa 24. Feb 2018, 13:34

Orbiter1 hat geschrieben:(24 Feb 2018, 13:32)

Das ist auch meine Einschätzung. Die EU wird sich auf keine Nachfolge des Lissabon-Vertrages einigen. Dazu wäre Einstimmigkeit nötig. Die wird es mit Sicherheit nicht geben. Auch nicht für ein Europa der 2 Geschwindigkeiten. Die Osteuropäer werden das verhindern. Aus meiner Sicht ist die EU ein Zombie, ein lebender Toter. Die einzige Chance sehe ich in einer Nachfolgeorganisation. Gemeinsamer Austritt von Deutschland und maximal 4 bis 5 weiteren Staaten aus der EU und Gründung einer neuen Europäischen Union. Mit glasklaren Beitrittsbedingungen und Rauswurf wenn die Bedingungen nicht eingehalten werden.


Meine Rede seit Jahren: Zusammenschluß gemäß Lissabon + (ist gemäß EU-Verträgen möglich, so viele wie dafür zu gewinnende Partner) und dann gemeinsamer Austritt aus der EU, um nicht wieder als Wirtstiere mißbraucht zu werden.
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon H2O » Sa 24. Feb 2018, 13:40

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Feb 2018, 10:12)

Genau diese untransperent Hinterzimmerdeals sind das große Problem ( nicht nur bei Handelsabkommen) hier wird einfach im stillen Kämmerlein von sogenannten " Experten"über das Schicksal von Millionen über deren Köpfe hinweg entschieden ohne sie (durch Abstimmung) gefragt zu haben. Eine leichter Duft von Korruption schwingt da freilich immer mit. Denn warum hat man den etwas zu verheimlichen?


Das ist doch höchst einfach zu erraten: Man kann sich hinter "den anderen" verstecken, wenn es zu Hause Ärger gibt. Dann waren es eben "die in Brüssel".
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 24. Feb 2018, 13:54

Natürlich kann man eigenes Versagen und nationales Unvermögen auf die EU abwälzen,sich unschuldig und ohnmächtig geben und vollmundig behaupten " Brüssel hat Schuld, dieses Bürokraten Diktatur namens EU" das ist leicht dahergeredet und man findet zugleich viele Lauscher die dass voll abkaufen und für bare Münze halten.

Prima,
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 24. Feb 2018, 22:19

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Feb 2018, 13:54)

Natürlich kann man eigenes Versagen und nationales Unvermögen auf die EU abwälzen,sich unschuldig und ohnmächtig geben und vollmundig behaupten " Brüssel hat Schuld, dieses Bürokraten Diktatur namens EU" das ist leicht dahergeredet und man findet zugleich viele Lauscher die dass voll abkaufen und für bare Münze halten.

Prima,

wenn ich daran denke daß ich juncker vor noch keinen 2 monaten reden hörte über ausbreitung der EU, dann denke ich daß brüssel tatsächlich AUCH schuld hat: megalomanie.
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon H2O » So 25. Feb 2018, 09:27

Nomen Nescio hat geschrieben:(24 Feb 2018, 22:19)

wenn ich daran denke daß ich juncker vor noch keinen 2 monaten reden hörte über ausbreitung der EU, dann denke ich daß brüssel tatsächlich AUCH schuld hat: megalomanie.


Mein Urteil fällt ähnlich aus, aber nicht gleich: Vermutlich verkennen wir Europäer die Beweggründe zu einem EU-Beitritt, weil wir glauben, daß die doch überall in Europa gleich sein müssen. Den Glauben daran habe ich nach den Visegrad-Umtrieben und dem griechischen Abenteuer verloren. Lieber kleiner, aber aus Überzeugung einig.
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon immernoch_ratlos » So 25. Feb 2018, 11:08

Tja, die "Welt" wird es "uns" schon wissen lassen was man dort von der hiesigen Kleinstaaterei hält.

Wieder mal wird die Welt neu verteilt - "wir" sind inzwischen allenfalls der "Kuchen" - die "Kuchenschaufel" wird längst von anderen geführt. "Nationen" mögen in unseren Köpfen noch immer eine bedeutende Rolle spielen - das inzwischen Größe, wirtschaftliche Stärke und nicht zuletzt auch militärisches "Vermögen" sind inzwischen gänzlich anders verteilt.

Wie viel der "Europa AG" ist noch wirklich in europäischer Hand ? Der "Tante Emma Laden" Europa wird Schritt für Schritt aufgekauft.

Hier nur ein Ausschnitt - eine Beispiel Quelle : FAZ (30.11.2017) "Industrie 4.0 : Das Ausland kauft Deutschlands digitale Industrie" :? Da haben "wir" Europäer nahezu keinerlei eigene Rohstoffe - da verkaufen wir unserer einzigen Ressourcen "meistbietend".

Neuste Erwerbung - "wir" teilen ja gerne : Quelle : SPON (24.02.2018) "Neuer Daimler-Großaktionär Li Shufu | Da geht's lang, Herr Zetsche" :?

Hier die "Situation" musikalisch und im übertragbarem Sinn : Otto Reutter - Der Überzieher ( 1926 )
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon Alpha Centauri » So 25. Feb 2018, 12:32

immernoch_ratlos hat geschrieben:(25 Feb 2018, 11:08)

Tja, die "Welt" wird es "uns" schon wissen lassen was man dort von der hiesigen Kleinstaaterei hält.

Wieder mal wird die Welt neu verteilt - "wir" sind inzwischen allenfalls der "Kuchen" - die "Kuchenschaufel" wird längst von anderen geführt. "Nationen" mögen in unseren Köpfen noch immer eine bedeutende Rolle spielen - das inzwischen Größe, wirtschaftliche Stärke und nicht zuletzt auch militärisches "Vermögen" sind inzwischen gänzlich anders verteilt.

Wie viel der "Europa AG" ist noch wirklich in europäischer Hand ? Der "Tante Emma Laden" Europa wird Schritt für Schritt aufgekauft.

Hier nur ein Ausschnitt - eine Beispiel Quelle : FAZ (30.11.2017) "Industrie 4.0 : Das Ausland kauft Deutschlands digitale Industrie" :? Da haben "wir" Europäer nahezu keinerlei eigene Rohstoffe - da verkaufen wir unserer einzigen Ressourcen "meistbietend".

Neuste Erwerbung - "wir" teilen ja gerne : Quelle : SPON (24.02.2018) "Neuer Daimler-Großaktionär Li Shufu | Da geht's lang, Herr Zetsche" :?

Hier die "Situation" musikalisch und im übertragbarem Sinn : Otto Reutter - Der Überzieher ( 1926 )


Von jener durch nostalgische "PATRIOTEN" beschworenen kitschig begrenzten Kleinstaaterei ist nichts zu halten weil durch technologischen Fortschritt ein Auslaufmodell.
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon Ger9374 » Di 27. Feb 2018, 06:14

Grenzenloses erweitern der E.U. bevor in der bestehenden E.U nicht mal gleiche Standards
im Sozialen Bereich,Verteidigung bestehen ist höchst fragwürdig. Dazu ist das Vertrauen vieler Bürger nicht gross genug.Schrittweise über 2 Länder grenzen hinweg wäre da logischer.
D+F etwa. Das könnte eine Sogwirkung haben.
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon H2O » Di 27. Feb 2018, 10:57

Ger9374 hat geschrieben:(27 Feb 2018, 06:14)

Grenzenloses erweitern der E.U. bevor in der bestehenden E.U nicht mal gleiche Standards
im Sozialen Bereich,Verteidigung bestehen ist höchst fragwürdig. Dazu ist das Vertrauen vieler Bürger nicht gross genug.Schrittweise über 2 Länder grenzen hinweg wäre da logischer.
D+F etwa. Das könnte eine Sogwirkung haben.


Da war ich auch schon angelangt: Etwas wirklich Funktionierendes auf die Beine stellen und die Nachbarn einladen, sich zu den funktionierenden Bedingungen ein zu bringen. Aber heute muß dieser Gedanke eine letzte Rückfallposition sein, bevor alles Erreichte zu Bruch geht. Jetzt sollten wir erst einmal der Bundesregierung eine Gelegenheit geben, sich mit der Reparatur der EU gründlich zu befassen, natürlich untergehakt mit den französischen Nachbarn und allen Kräften, die eine stetig sich vertiefende Zusammenarbeit in der EU anstreben.

Seinen Ansprachen zufolge sieht Präsident Macron dort auch die französische Zukunft!
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon Nomen Nescio » Di 27. Feb 2018, 20:59

hm, da bin ich pessimistischer. F wird alles auf allem setzen um zugang und liebst beherrschung über gelder anderer länder zu bekommen. denn damit werden die benötigen revisionen in frankreicht wieder aufgeschoben.

und so wird aufgeschoben eigentlich aufgehoben.
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Re: Rückbau der EU

Beitragvon H2O » Di 27. Feb 2018, 22:09

Nomen Nescio hat geschrieben:(27 Feb 2018, 20:59)

hm, da bin ich pessimistischer. F wird alles auf allem setzen um zugang und liebst beherrschung über gelder anderer länder zu bekommen. denn damit werden die benötigen revisionen in frankreicht wieder aufgeschoben.

und so wird aufgeschoben eigentlich aufgehoben.


Na ja, deutsche Politiker sind sicher nicht ständig in Geberlaune.;) Die werden den Braten schon riechen und ihre Vorstellungen vertreten. Ich kenne Franzosen in Verhandlungen so, daß sie auch anderer Leute Standpunkte verstehen und teilen, wenn die Sache nicht zu schmerzhaft angelegt ist. Vielleicht ist es wirklich besser, zunächst Deutsche und Franzosen allein zu lassen, bevor Dritte an dem Spiel beteiligt sind?

Unser Zeitfenster beträgt vielleicht noch 15 Jahre, bevor wir Europäer ganz zur Seite geschoben werden, weil wir es nicht verstanden haben, unsere Interessen ab zu gleichen und gemeinsame Interessen mit gemeinsamen Kräften zu vertreten.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Mi 7. Mär 2018, 09:53

Auch eine Möglichkeit: Angeblich haben 8 "nordische" Staaten sich zusammengefunden, um sich geeinsam Gedanken über die Zukunft der EU zu machen. Mit von der Partie sind Irland, die Niederlande, Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen.

https://www.epochtimes.de/politik/europ ... 66917.html

Die etwas reißerische Überschrift lautet, daß sich diese Länder gegen die Vorstellungen des französischen Präsidenten Macron zur Umgestaltung der EU wenden.

Sieht man einmal ab von der Kampfansage, dann gewinne ich jedenfalls dieser Gruppe... wenn sie denn auch belastbar als Gruppe antritt... sehr viel Geschmack ab. Hört man doch fast erstmals davon, daß die EU auch Mitglieder im Norden hat, und dann auch gleich noch so viele! Bisher haben Europäer sich gesorgt um die Südstaaten und Balkanstaaten und die Widerborste der Visegrad-Gruppe. Siehe da: Da oben rührt sich auch etwas. Willkommen im großen Spiel, ihr lieben Nordlichter!

Die wenigen Vorschläge scheinen mir auch recht konstruktiv zu sein, nach dem Grundsatz "Ja, aber...":

    Man unterstützt die vertiefte Zusammenarbeit der EU, aber man will nur Hoheitsrechte auf die Gemeinschaft übertragen, wenn damit ein greifbarer Nutzen für alle Seiten verbunden ist.

    Man will erreichen, daß alle EU-Partner die Regeln der EU einhalten, und man will, daß alle 27 EU-Mitglieder am Ausbau der EU Wirtschafts- und Währungsunion teilnehmen... nicht nur die Mitglieder der Euro-Zone.

    Man lehnt den ausschließenden Ausbau der Euro-Zone erst einmal ab, aber man wünscht sich einen Europäischen Währungsfonds anstelle des Europäischen Stabilisierungs Mechanismus und eine funktionierende Bankenunion. Darüber sollen auch jene Länder mitbestimmen, die nicht der Euro-Gruppe angehören. :cool:

    Als Wortführer dieser Gruppierung hat sich der niederländische Finanzminister vorgestellt.

Aus meiner Sicht ist diese überraschende Bewegung sehr erfreulich. Nun sollte sie aber auch eine Art eigenen und vollständigen Programms für die Entwicklung der EU auf den Tisch legen. Nur "ein bißchen dagegen sein" hilft niemandem, wenn man die EU wirksamer und besser machen möchte. Zusätzlich heißt "Vorschläge machen" auch "Verantwortung übernehmen", damit nach gemeinsamem Beschluß die EU voran kommt. Dabei ist mir außer den Schweden in der Flüchtlingsfrage bisher niemand aufgefallen. Warten wir also auf einen Plan unserer Nordlichter!

Inzwischen könnten auch unsere Visegradskis ihre Vorstellungen einer künftigen EU in einen Plan übertragen, über den man auf Gemeinschaftsebene diskutieren kann. Die Mahnung der Nordlichter: "Haltet die Regeln der EU ein" sollte ganz oben schon in der Überschrift stehen. Die EU zerstören... das kann kein zugelassener Plan sein! Zeit genug für solche Pläne hatte diese Gruppe ja, wenn man bedenkt, wie lange sie schon in der EU geschlossen auftritt.

Nachdem wir eine frisch gewählte Bundesregierung im Amt haben, sollte die deutsch-französische Freundschaft genutzt werden, um gemeinsam mit unseren französischen Nachbarn an den Vorstellungen des Präsidenten Macron entlang deutsche Vorschläge und Wünsche zu einem gemeinsamen Vorschlag zu entwickeln. Präsident Macron hat da schon gute Vorarbeit geleistet; deshalb sollte es ziemlich schnell damit voran gehen.

Dann stehen unsere Südländer und Balkanesen noch ohne eigene Vorschläge und Pläne da. Die EU-Kommission sollte diesen Partnern in der Hinsicht Beine machen. Das sind immerhin 15 Partner, die sich unter Führung von Österreich, Belgien und Luxemburg zu einem gemeinsamen Plan zusammenraufen müssen. Auch wieder unter der Überschrift" Haltet die Regeln der EU ein!"

Wenn das alles gut geht, dann sollten in wenigen Monaten 4 Pläne auf dem Tisch liegen, die man hoffentlich in vielen Feldern deckungsgleich auf einander legen kann. Dann wird man konstruktiv streiten müssen über jene Punkte, in denen Meinungsverschiedenheiten bestehen. Und dann kommt es eben doch zur Gruppenbildung innerhalb der EU... und man sollte hoffen, daß am Ende der Streitgespräche weniger als 27 Gruppen gemeinsam voran gehen wollen. Die EU kann dann immer noch als Klammer dienen, die die Gruppen als jeweils einen Partner behandelt. Und das alles selbstverständlich und immer wieder unter Einhaltung der Regeln der EU durch alle Partner.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Wähler » Mi 7. Mär 2018, 10:47

H2O hat geschrieben:(07 Mar 2018, 09:53)
Auch eine Möglichkeit: Angeblich haben 8 "nordische" Staaten sich zusammengefunden, um sich geeinsam Gedanken über die Zukunft der EU zu machen. Mit von der Partie sind Irland, die Niederlande, Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen.
https://www.epochtimes.de/politik/europ ... 66917.html
Die etwas reißerische Überschrift lautet, daß sich diese Länder gegen die Vorstellungen des französischen Präsidenten Macron zur Umgestaltung der EU wenden.

Inzwischen könnten auch unsere Visegradskis ihre Vorstellungen einer künftigen EU in einen Plan übertragen, über den man auf Gemeinschaftsebene diskutieren kann.

Dann stehen unsere Südländer und Balkanesen noch ohne eigene Vorschläge und Pläne da.

Es kommt an verschiedenen Stellen Bewegung ins politische Spiel, was zu begrüßen ist. Wohin sich das entwickeln wird, weiß zur Zeit keiner.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Mi 7. Mär 2018, 11:03

Wähler hat geschrieben:(07 Mar 2018, 10:47)

Es kommt an verschiedenen Stellen Bewegung ins politische Spiel, was zu begrüßen ist. Wohin sich das entwickeln wird, weiß zur Zeit keiner.


Das ist wahr; aber die Lähmung der EU durch die Wahlen in F & D fand ich schrecklich. Da kam doch Weltuntergangsstimmung auf!

Ich finde auch die Vorschlage der Nordlichter gut.... und nun sollten sie dafür aber auch Verantwortung tragen in dem Sinne, daß sie nicht nur zusammensitzen und meckern, sondern auch etwas Zusammenhängendes planen und voran bringen. Meinetwegen sogar zu zehnt. Vielleicht schließt sich der eine oder andere bisher unbeteiligte Partner ihnen ja auch an.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 7. Mär 2018, 13:57

Die Bundesregierung ist noch nicht mal im Amt, da fangen die Träumereien über die Weiterentwicklung der EU schon wieder an. In Wirklichkeit hat sich aber nichts geändert. Es wird keine Weiterentwicklung der EU oder eine EU der 2 Geschwindigkeiten, sprich ein Nachfolge des Lissabon-Vertrages geben. Da müssen alle 27 EU-Staaten zustimmen, in einigen müsste es sogar eine Volksabstimmung geben. Kann man komplett knicken weil die Gräben zwischen den EU-Blöcken (Ost-West, Nord-Süd) schon viel zu tief sind und der Populismus in der EU von Erfolg zu Erfolg eilt. Wenn es jetzt noch einen weiteren Block mit nordischen Kleinstaaten (bezogen auf die Bevölkerung) gibt, ändert das gar nichts. Im Gegenteil
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon frems » Mi 7. Mär 2018, 14:26

Orbiter1 hat geschrieben:(07 Mar 2018, 13:57)

Die Bundesregierung ist noch nicht mal im Amt, da fangen die Träumereien über die Weiterentwicklung der EU schon wieder an. In Wirklichkeit hat sich aber nichts geändert. Es wird keine Weiterentwicklung der EU oder eine EU der 2 Geschwindigkeiten, sprich ein Nachfolge des Lissabon-Vertrages geben. Da müssen alle 27 EU-Staaten zustimmen, in einigen müsste es sogar eine Volksabstimmung geben. Kann man komplett knicken weil die Gräben zwischen den EU-Blöcken (Ost-West, Nord-Süd) schon viel zu tief sind und der Populismus in der EU von Erfolg zu Erfolg eilt. Wenn es jetzt noch einen weiteren Block mit nordischen Kleinstaaten (bezogen auf die Bevölkerung) gibt, ändert das gar nichts. Im Gegenteil

Eine EU mehrerer Geschwindigkeiten gibt es schon und die Verträge lassen dies auch explizit zu, s. PESCO: https://de.wikipedia.org/wiki/Pesco

In zahlreichen weiteren Bereichen geht's ebenfalls voran, egal ob in Deutschland gerade Koalitionsverhandlungen sind oder nicht. Würde man auf so viele Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, käme man ja nie voran. Und das Gesabbel von Gräben kann man sich auch mal schenken. Das ist historisch gesehen schon totaler Murks, wenn wir an die Eurosklerose denken, an den Irakkrieg oder an den EWS-Streit rund um 1990 herum, wo zugleich Rechtspopulismus auf dem Vormarsch waren. Man braucht ja nur einen Blick auf die wichtigen Themen richten, z.B. auf die Brexitverhandlungen, die Russlandsanktionen oder aktuell die Zolldebatte mit den USA. Das sind für die EU wichtige Themen und nicht, ob ein paar Tausend Flüchtlinge mehr oder weniger in irgendeinem Land sind oder wohin zwei Agenturen nach dem Brexit ziehen werden. Fehlt ja nur noch das Märchen vom faulen Südländer, der unser schönes deutsches Geld rauben möchte... :dead:
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 7. Mär 2018, 16:40

frems hat geschrieben:(07 Mar 2018, 14:26)

Eine EU mehrerer Geschwindigkeiten gibt es schon und die Verträge lassen dies auch explizit zu, s. PESCO: https://de.wikipedia.org/wiki/Pesco
Das ändert aber doch nichts daran dass in vielen wichtigen Themen (EU-Vertrag, Handelsverträge, Sanktionen (auch von EU-Staaten), Neuaufnahmen, ....) Einstimmigkeit erforderlich ist. CETA wäre z. B. beinahe an 3,6 Mio Wallonen gescheitert.

In zahlreichen weiteren Bereichen geht's ebenfalls voran, egal ob in Deutschland gerade Koalitionsverhandlungen sind oder nicht. Würde man auf so viele Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, käme man ja nie voran.
Wo ging es denn während der Koalitionsverhandlungen innerhalb der EU voran?
Und das Gesabbel von Gräben kann man sich auch mal schenken. Das ist historisch gesehen schon totaler Murks, wenn wir an die Eurosklerose denken, an den Irakkrieg oder an den EWS-Streit rund um 1990 herum, wo zugleich Rechtspopulismus auf dem Vormarsch waren.
Die Gräben waren noch nie tiefer als heute. Da muß man die Augen schon sehr fest schließen wenn man zu anderen Erkenntnissen kommen will. Und mit UK verabschiedet sich gerade die zweitgrößte Volkswirtschaft, ein ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat und eine Atommacht aus der EU.
Man braucht ja nur einen Blick auf die wichtigen Themen richten, z.B. auf die Brexitverhandlungen, die Russlandsanktionen oder aktuell die Zolldebatte mit den USA. Das sind für die EU wichtige Themen
Da sollte man den Tag nicht vor dem Abend loben.
und nicht, ob ein paar Tausend Flüchtlinge mehr oder weniger in irgendeinem Land sind
Der Migrationsdruck nach Europa hat nicht nur in jüngster Vergangenheit tiefste Gräben erzeugt und die politischen Landschaften in der EU massiv verändert, er ist auch mittel und längerfristig von zentraler Bedeutung, eine gemeinsame Vorgehensweise aller EU-Staaten absolut unabdingbar.
oder wohin zwei Agenturen nach dem Brexit ziehen werden.
Zumindest für die Visegradstaaten war das ein wichtiges Thema, jedenfalls die Tatsache dass sie dabei leer ausgegangen sind.
Fehlt ja nur noch das Märchen vom faulen Südländer, der unser schönes deutsches Geld rauben möchte... :dead:
Rauben ist gar nicht nötig, das gab ihnen die deutsche Bundesregierung bisher immer freiwillig.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon frems » Mi 7. Mär 2018, 17:45

Orbiter1 hat geschrieben:(07 Mar 2018, 16:40)
Das ändert aber doch nichts daran dass in vielen wichtigen Themen (EU-Vertrag, Handelsverträge, Sanktionen (auch von EU-Staaten), Neuaufnahmen, ....) Einstimmigkeit erforderlich ist. CETA wäre z. B. beinahe an 3,6 Mio Wallonen gescheitert.

Für Vertragsverletzungsverfahren benötigt man keine Einstimmigkeit und die Aufnahme neuer Mitglied sagt erstmal wenig darüber, ob die jetzigen Mitglieder die Integration vorantreiben und ob alle daran teilnehmen. Letzteres ist vertraglich eben nicht vorgesehen, sondern es ist sogar geregelt, dass einzelne Mitglieder in Teilbereichen voranschreiten können. Daher ist die Prämisse halt falsch und wird in Kombination mit einer eingebildeten Kluft nicht zur schlüssigen Konklusion des gepredigten Stillstands.

Wo ging es denn während der Koalitionsverhandlungen innerhalb der EU voran?

Ein aktuelles Beispiel nannte ich schon.

Die Gräben waren noch nie tiefer als heute. Da muß man die Augen schon sehr fest schließen wenn man zu anderen Erkenntnissen kommen will.

Wenn man sich vor Herbst 2015 nicht für Politik interessiert hat, kann man auf diesen populistischen Unsinn natürlich hereinfallen.

Und mit UK verabschiedet sich gerade die zweitgrößte Volkswirtschaft, ein ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat und eine Atommacht aus der EU.

Ein Dauerblockierer, der an zahlreichen Errungenschaften wie Euro und Schengen nicht teilnahm und dessen Bevölkerung schon deutlich größere Ablehnung zeigte als beim knappen Ergebnis. Da scheint mir, dass Du [...] irgendeine neue Kluft -- basierend auf Unwissen über Geschichte -- herbeireden willst und erst danach schaust, ob Dir etwas einfällt. Ja, beim Brexit sind die Europäer echt total zerstritten, sodass sie in Rekordzeit klare Positionen tragen und gemeinsam vertreten, wozu die Briten nach bald zwei Jahren noch immer nicht in der Lage sind. Sind übrigens auf Platz 3 in Europa abgerutscht.

Da sollte man den Tag nicht vor dem Abend loben. Der Migrationsdruck nach Europa hat nicht nur in jüngster Vergangenheit tiefste Gräben erzeugt und die politischen Landschaften in der EU massiv verändert, er ist auch mittel und längerfristig von zentraler Bedeutung, eine gemeinsame Vorgehensweise aller EU-Staaten absolut unabdingbar. Zumindest für die Visegradstaaten war das ein wichtiges Thema, jedenfalls die Tatsache dass sie dabei leer ausgegangen sind.

Private Obsessionen sollte man nicht zum europäischen Maßstab erklären. Aber schön, dass Du immerhin von "war (das ein wichtiges Thema)" sprichst.

Rauben ist gar nicht nötig, das gab ihnen die deutsche Bundesregierung bisher immer freiwillig.

Nenn mal ein paar Beispiele und Fakten. Oder sind das auch nur wieder Märchen [...] , wo man Geberländer wie Frankreich und Italien zu Nehmerländern erklärt, während die Hauptprofiteure im geliebten Ungarn und Budapest sitzen und sich die Bundesbank an Hilfskrediten für Griechenland so eine goldene Nase verdient, genau wie Fraport und co.? Und meinst Du die Bundesregierung, die South Stream zum Fall durch massiven politischen Druck brachte, um ein Jahr darauf NordStream 2 der Welt zu präsentieren? [...]
Zuletzt geändert von Brainiac am Mi 7. Mär 2018, 22:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 7. Mär 2018, 20:42

frems hat geschrieben:(07 Mar 2018, 17:45)

Für Vertragsverletzungsverfahren benötigt man keine Einstimmigkeit
Ich hab was von Sanktionen geschrieben. Dafür braucht es Einstimmigkeit.
und die Aufnahme neuer Mitglied sagt erstmal wenig darüber, ob die jetzigen Mitglieder die Integration vorantreiben und ob alle daran teilnehmen. Letzteres ist vertraglich eben nicht vorgesehen, sondern es ist sogar geregelt, dass einzelne Mitglieder in Teilbereichen voranschreiten können. Daher ist die Prämisse halt falsch und wird in Kombination mit einer eingebildeten Kluft nicht zur schlüssigen Konklusion des gepredigten Stillstands.
Erklär das doch mal dem Kommissionspräsidenten Juncker. Der hat dann wohl auch keine Ahnung vom Zustand der EU und den Gräben in der EU. „Juncker sieht EU in "existenzieller Krise" ... "Die kommenden zwölf Monate werden entscheidend sein, um die Spaltung von Ost und West zu überwinden, die sich in den letzten Monaten aufgetan hat.“ http://www.zeit.de/politik/ausland/2016 ... tik-brexit

Wenn man sich vor Herbst 2015 nicht für Politik interessiert hat, kann man auf diesen populistischen Unsinn natürlich hereinfallen.
Da ist dann wohl Juncker wegen seiner Aussagen zur existenziellen Krise der EU auch auf populistischen Unsinn reingefallen.
Ein Dauerblockierer, der an zahlreichen Errungenschaften wie Euro und Schengen nicht teilnahm und dessen Bevölkerung schon deutlich größere Ablehnung zeigte als beim knappen Ergebnis.
Da sind die Briten noch heute froh dass sie beim EURO-Desaster nicht dabei waren und auch kein Schengen-Mitglied sind. Die sind bekanntlich vollkommen unfähig ihre Außengrenzen zu schützen.
Ja, beim Brexit sind die Europäer echt total zerstritten, sodass sie in Rekordzeit klare Positionen tragen und gemeinsam vertreten, wozu die Briten nach bald zwei Jahren noch immer nicht in der Lage sind.
Ändert trotzdem nichts daran dass die EU in der Krise steckt.
Private Obsessionen sollte man nicht zum europäischen Maßstab erklären.
Sind das bei EU-Parlamentspräsident Tajani auch private Obsessionen?

„Die Welt: Italien ist vor allem von der Einwanderung aus Afrika betroffen. Wie stark wird das noch zunehmen?

Tajani: Afrika befindet sich in einer dramatischen Lage: Die Wüste frisst Agrarland, die Terrororganisation Boko Haram verfolgt Christen und gemäßigte Muslime, in Nigeria und Niger herrscht Armut, in Somalia Dürre und Bürgerkrieg. Wenn wir es nicht schaffen, die zentralen Probleme in afrikanischen Staaten zu lösen, werden in zehn Jahren zehn, 20 oder sogar 30 Millionen Einwanderer in die Europäische Union kommen.“ https://www.welt.de/politik/ausland/art ... ommen.html
Nenn mal ein paar Beispiele und Fakten.
Beim „freiwilligen“ Schuldenschnitt der privaten Gläubiger Griechenlands im Jahr 2012 hat die staatseigene FMS Wertemanagement über 4 Mrd. € abschreiben müssen. Dass Griechenland die gewährten Rettungspakete niemals vollständig zurückzahlen kann weiß jeder der bei klarem Verstand ist.
[...]
[...]
Zuletzt geändert von Brainiac am Mi 7. Mär 2018, 22:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Brainiac » Mi 7. Mär 2018, 22:40

[MOD] Bitte sachlich bleiben.
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