Maut auf Autobahnen in Europa

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H2O
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Maut auf Autobahnen in Europa

Beitragvon H2O » Sa 1. Apr 2017, 13:53

Inzwischen gehen die Wogen wieder hoch zum Thema benutzerbezogene Maut auf deutschen Autobahnen. Das ist im Grunde eine Scheindiskussion, denn solche Gebühren muß der deutsche Autofahrer europaweit zahlen. Der Trick dazu war wohl, solche Autobahnen an Privatgesellschaften zu verpachten oder sie in private-public partnership zu bauen, mit einer wirtschaftlichen Nutzung durch den privaten Investor.

In Deutschland hat bisher der deutsche Steuerzahler diese Kosten für Bau und Pflege getragen. Wie weit das Kfz-Steueraufkommen dazu genutzt wurde, das weiß der Finanzminister allein.

Für einen Staat in der Mitte Europa entstehen sehr hohe Kosten für die Pflege der Autostraßen, die auch durch durchreisende Bürger der umliegenden Länder verursacht werden. Folglich sind in Deutschland die Pflegekosten vergleichsweise hoch. Folgerichtig soll der durchreisende Nutzer sich an den Kosten beteiligen. Der Wutschrei "Ausländerdiskriminierung" ist reichlich künstlich, denn wir Steuerzahler haben diese Autobahnen mit unseren Steuern bezahlt, und die Pflege auch. Schon die Kunstgriffe, diesem Vorhalt "Ausländerdiskriminierung" zu entgehen, empfinde ich als reichlich albern.

Die EU-Kommissarin für Verkehrswesen schlägt zur Beruhigung aller Gemüter vor, europaweit eine Maut einheitlich je gefahrenem Streckenkilometer zu erheben. Ob man das nun durch Mautstellen organisiert oder durch elektronische Erfassung der Fahrzeuge auf den Autobahnen oder andere geschickte Regeln... darüber muß man reden. Auf jeden Fall ist es vernünftig, die Benutzer solcher Einrichtungen dafür zur Kasse zu bitten.

Ich unterstütze den Vorschlag der Kommissarin für Verkehrswesen, daß diese Maut überall erhoben wird, und daß der Nutzer der europäischen Autobahnen an ihren Kosten beteiligt wird. Die Zahl der in Deutschland gefahrenen Autobahn-Kilometer läßt sich ermitteln, und damit auch der Anteil an den eingenommenen Mautbeträgen. Gerechter geht es kaum!
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Ger9374
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Re: Maut auf Autobahnen in Europa

Beitragvon Ger9374 » So 2. Apr 2017, 12:09

Dann doch radikal. Mautfinanziertes Straßennetz
für ganz Europa. Da ist Schluss mit dem Meckern.
Berufsfahrer entlasten durch Steuererstattung.
Da wird sich ja wohl mal eine Einigung ergeben.
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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H2O
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Re: Maut auf Autobahnen in Europa

Beitragvon H2O » So 2. Apr 2017, 18:26

Ger9374 hat geschrieben:(02 Apr 2017, 13:09)

Dann doch radikal. Mautfinanziertes Straßennetz
für ganz Europa. Da ist Schluss mit dem Meckern.
Berufsfahrer entlasten durch Steuererstattung.
Da wird sich ja wohl mal eine Einigung ergeben.


Wenn ich die Meldung gestern richtig verstanden habe, dann ist dies genau die Absicht der Kommissarin: Daß der Nutzer am Ende auch für die Kosten der Einrichtung aufkommt.

Jetzt plagt mich mein Widerspruchsgeist: Warum müssen Berufsfahrer (die Kfz-Halter) nicht für die von ihnen stark genutzten Verkehrswege in voller Höhe aufkommen? Straßen sind doch kein Naturprodukt, sondern sie werden von Menschen gebaut und instand gehalten, die ihren Lohn erhalten wollen. In dem Fall ist die Straße das Produktionshilfsmittel des Berufsfahrers. Die Kosten dafür kann er sicher steuerlich geltend machen. Aber das sind Einzelheiten. Bis sich der venünftige Vorschlag in der EU durchsetzen wird, werden viele Jahre vergehen. Diese Hornochsen! :mad2:

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