Will Polen die Entwicklung der EU behindern?

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Re: Will Polen die Entwicklung der EU behindern?

Beitragvon Eiskalt » Di 31. Jul 2018, 09:36

zollagent hat geschrieben:(30 Jul 2018, 19:35)

Das werden solche Leute erst merken, wenn sie mal selbst betroffen sind. Mir fällt da immer Pastor Niemöller und sein geflügeltes Wort ein:


:thumbup:
Memento mori
-Römisches Sprichwort
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H2O
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Re: Will Polen die Entwicklung der EU behindern?

Beitragvon H2O » Di 31. Jul 2018, 10:35

Sie betonen hier die mitmenschliche Seite, die durch Abschaffung der Gewaltenteilung und Rechtswillkür Schaden nimmt. Das könnte für die Polen eine sehr schmerzhafte Erfahrung werden, schon sehr klar!

Aber was noch härter zu Buche schlägt, das wird die Rechtsunsicherheit auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sein. Man stelle sich vor, ein Unternehmer aus Frankreich baut in Polen eine große Molkerei auf, die durch Käse und andere Produkte mit französischem know-how einen guten Marktanteil erringt. Dann liegt es nahe, daß ein polnischer Wettbewerber solche Entwicklung mit Sorge sieht. Und er könnte anfangen, politisch zu wirken, um ein Gerichtsverfahren gegen diesen Wettbewerber wegen ...was weiß ich denn?... an zu strengen. Was kann dieser französische Unternehmer tun, um solchen konzentrierten parteipolitisch-wirtschaftlichen Machenschaften zu entgehen? Am Ende werden seine Verfahrenskosten höher sein als sein Gewinn aus unternehmerischer Tätigkeit in Polen... und er streicht die Segel.

Dieses sehr oberflächliche Beispiel ließe sich auf Feldern mit politischen Inhalten (Medien) noch schneller umsetzen. Will sagen: Die Regierungen werden sich am Ende zerstreiten, Unternehmer setzen Geld zu... und bleiben lieber in ihrem Lande, um sich dort redlich zu nähren.
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Orbiter1
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Re: Will Polen die Entwicklung der EU behindern?

Beitragvon Orbiter1 » Fr 7. Sep 2018, 12:27

Der "polnische Macron", Robert Biedron, steigt wieder auf Landesebene in die Politik ein und hat dazu eine Bewegung gegründet.

"Über seine Social-Media-Kanäle, mit denen er allein mehr Menschen erreicht als die beiden grössten Parteien des Landes zusammen, baute er unter dem Hashtag #CzasDecyzij (Zeit der Entscheidung) tagelang Spannung auf. In einem fast vierminütigen Video verkündete er dann, Polen brauche eine Überwindung der Spaltung und eine echte Alternative zu den dominierenden politischen Kräften. Es folgten eine Pressekonferenz unter freiem Himmel in Warschau, Fernseh- und Radiointerviews." Quelle: https://www.nzz.ch/international/wahlen ... ld.1417506

Auch wenn er viel Wind macht, vor einem schwulen Atheisten muß sich die PiS nicht fürchten. Sollte er wider Erwarten doch gefährlich werden wird man Mittel und Wege finden ihn zu diskreditieren und mundtot zu machen. Polen ist nach meiner Einschätzung bereits verloren.
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H2O
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Re: Will Polen die Entwicklung der EU behindern?

Beitragvon H2O » Fr 7. Sep 2018, 20:34

Orbiter1 hat geschrieben:(07 Sep 2018, 13:27)

Der "polnische Macron", Robert Biedron, steigt wieder auf Landesebene in die Politik ein und hat dazu eine Bewegung gegründet.

"Über seine Social-Media-Kanäle, mit denen er allein mehr Menschen erreicht als die beiden grössten Parteien des Landes zusammen, baute er unter dem Hashtag #CzasDecyzij (Zeit der Entscheidung) tagelang Spannung auf. In einem fast vierminütigen Video verkündete er dann, Polen brauche eine Überwindung der Spaltung und eine echte Alternative zu den dominierenden politischen Kräften. Es folgten eine Pressekonferenz unter freiem Himmel in Warschau, Fernseh- und Radiointerviews." Quelle: https://www.nzz.ch/international/wahlen ... ld.1417506

Auch wenn er viel Wind macht, vor einem schwulen Atheisten muß sich die PiS nicht fürchten. Sollte er wider Erwarten doch gefährlich werden wird man Mittel und Wege finden ihn zu diskreditieren und mundtot zu machen. Polen ist nach meiner Einschätzung bereits verloren.


Ein Vergleich mit dem Aufsteiger Macron fällt aber sehr schmeichelhaft für Herrn Biedron aus. In seiner Antritt mit "en marche" hatte Macron ein ausgearbeitetes Paket von Änderungen, mit denen er Frankreich wieder in die Spur bringen will. Daran wird er auch gemessen werden, falls er sich zur Wiederwahl stellen wird.

Die PiS hatte auch ein Programm vorgelegt, das sie nun Schritt für Schritt umsetzt. Nur die Härte, mit der die PiS ihr Programm auf den Weg bringt, ist erschreckend.

Wo ist aber das Gegenprogramm des "polnischen Macrons"? "So nicht" reicht dazu nicht so ganz. So weit ich diese Leute der Opposition beobachte, sind das mehr oder weniger Selbstdarsteller ohne erkennbaren Plan. Darum wurde aus den Protesten gegen umstrittene Änderungen keine politische Kraft. Die ist friedlich entschlummert. Kein Wunder, daß die PiS trotz ihrer Hemdsärmeligkeit immer noch hohe Zustimmung genießt.

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