Wahl in den Niederlanden 2017

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Julian
Beiträge: 4075
Registriert: Di 5. Jan 2016, 00:38

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Julian » Fr 17. Mär 2017, 10:29

Europa2050 hat geschrieben:(17 Mar 2017, 08:30)

Ich sehe das so, dass die Nationalisten und *exit-Freunde ihren Zenit überschritten haben. Der Wendepunkt war Österreich (Dafür nochmals ein "Danke Nachbarn").
Nach den Desastern um Brexit, Trump und jetzt wohl auch Erdogan und deren *-First Politik wollen die Leute in Europa wieder mehr Substanz und weniger Schaum.

Das heist aber eben nicht, dass die braune Farbe schlagartig wieder im Nichts verschwindet. Ist eher wie eine Sinus-Kurve, die gerade ihrem Höhepunkt überschritten hat. Und natürlich werden deshalb die Ergebnisse heute zwar geringer sein, als die Umfragen vor ein paar Monaten, aber höher als Ergebnisse der Vorwahlen, die drei-fünf Jahre zurückliegen.
So wirds auch bei der AfD laufen. 4,99% (mein Traum) - 8% sind deutlich weniger als am Höhepunkt, aber deutlich mehr als bei der letzten BTW.

Der Mathematiker in mir sagt: d/dx ist negativ und das freut ihn ...


Es ist ja so einfach, politische Gegner einfach als "braun" zu diffamieren; nach solch einer Keule bedarf es dann gemäß den PC-Ideologen keiner Argumente mehr. Viele Bürger machen da aber nicht mehr mit - sie beginnen, selbständig zu denken. Das muss Leute wie dich und Juncker, die das Volk für eine Herde von Schafen halten, natürlich erschrecken.

Dass Kritik an der EU legitim ist, kommt Leuten wie dir gar nicht in den Sinn; jeder, der aufbegehrt, ist eben "braun" und damit außerhalb des politischen Diskurses. Ich sehe das anders. Man muss das Brexit-Votum nicht gut finden, es ist aber doch ein legitimer politischer Standpunkt zu sagen, dass man eben nicht mehr Teil der EU sein will.

Nach dem Ausscheiden Großbritanniens, eines Nettozahlers und Kritikers von zu viel Interventionismus und Umverteilung, sollten sich Länder wie Deutschland und die Niederlande wirklich fragen, ob die EU nun nicht endgültig in eine Nord-Süd-Transferunion degenerieren wird. Um deinen Optimismus zusätzlich zu bremsen, solltest du dich vielleicht einmal mit Italien beschäftigen, einem traditionell EU-freundlichen Land, das nun aber in Umfragen ein ganz anderes Gesicht zeigt.
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 18885
Registriert: Di 17. Jul 2012, 09:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon relativ » Fr 17. Mär 2017, 10:29

Faktenposter hat geschrieben:(17 Mar 2017, 10:02)

Wilders' Partei PVV hat zu ihren 15 Sitzen im Parlament 4 hinzuverloren, wohingegen Ruttes Partei VVD sich von ihren bislang 41 Sitzen auf deren 31 steigern konnte, gar nicht erst zu reden von Ruttes sozialdemokratischem Koalitionspartner der mit errungenen 9 Sitzen - von ehedem 38 - einen geradezu traumhaften Gewinn verbuchen darf.

Sehen so Sieger aus?

Wie dreckig muss es den Blockparteien der rot-schwarz-rot-gelb-grünen Nationalen Front und ihren Schreiberlingen der Qualitätspresse gehen, wenn sie so was als großen Erfolg verkaufen wollen!

Tja um sowas zu verstehen, muss man natürlich die Veränderung im gesamten Wählerverhalten erkennen können. Auch z.B. in Deutschland erziehlt keine sogenannte Volkspartei mehr die Prozentzahlen aus den früheren Jahren.
Sogesehen sind die Einschätzungen auch zu bewerten. Was du da versuchst, sind Wertungen mit Wahlprozenten aus den Nachkriegszeiten bis zu den 90iger zu erklären, daß funktioniert so aber nicht mehr, da sich das Wählerverhalten ziemlich verändert hat.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 2130
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Europa2050 » Fr 17. Mär 2017, 10:46

Julian hat geschrieben:(17 Mar 2017, 10:29)

Es ist ja so einfach, politische Gegner einfach als "braun" zu diffamieren; nach solch einer Keule bedarf es dann gemäß den PC-Ideologen keiner Argumente mehr. Viele Bürger machen da aber nicht mehr mit - sie beginnen, selbständig zu denken. Das muss Leute wie dich und Juncker, die das Volk für eine Herde von Schafen halten, natürlich erschrecken.

Dass Kritik an der EU legitim ist, kommt Leuten wie dir gar nicht in den Sinn; jeder, der aufbegehrt, ist eben "braun" und damit außerhalb des politischen Diskurses. Ich sehe das anders. Man muss das Brexit-Votum nicht gut finden, es ist aber doch ein legitimer politischer Standpunkt zu sagen, dass man eben nicht mehr Teil der EU sein will.


Es tut mir leid, aber wer:
- aus Mexikanerhass einen Präsidenten oder
- aus Polenhass einen Brexit oder
- aus Kurdenhass einen Erdogator oder
- aus Muslimhass einen Wilders/LePen/AfD
wählt, ist für mich einfach braun (zum Glück bin ich kein Politiker und darf das sagen).
Da sind andere, vielleicht breitere Argumente irrelevant.

Und Kritik heißt für mich verbessern, da gibt es genug zu tun.
Das hat aber keiner der genannten im Sinn - da heist es zerstören, am Besten im Verband mit Onkel Vlad.

Und deshalb nochmal: Zum Glück ist d/dx inzwischen negativ - überall :)
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8424
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Welfenprinz » Fr 17. Mär 2017, 11:02

Natürlich ist Kritik an der EU legitim.

Sie abzuschaffen,bzw auszutreten,ist vollkommen und rundweg abzulehnen.
Und in dem Punkt gibts dann auch keine Kompromisse.

Kann man natürlich schön für die Opferrolle ausnutzen und rumgreinen. Statt mal zu überlegen warum wohl soviele Leute für die EU sind.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
Benutzeravatar
Antonius
Beiträge: 3870
Registriert: Mo 9. Jun 2008, 22:57
Benutzertitel: SURSUM CORDA

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Antonius » Fr 17. Mär 2017, 11:36

Julian hat geschrieben:(17 Mar 2017, 11:18)
(...)
Ich gebe zu, dass ich nicht weiß, wie das mit dem Brexit enden wird; vielleicht war es eine falsche Entscheidung. Aber solch einer Entscheidung von vornherein die Legitimität abzusprechen und die Motive der Abstimmenden zu diffamieren, spricht für ideologisches Denken. Dabei haben die Briten mehrfach in ihrer Geschichte bewiesen, dass sie langfristig richtig lagen - und die Deutschen haben sich wiederholt in ihren Träumen verzettelt, die zu Alpträumen geworden sind.

Dass man den Islam als Gefahr sieht, sollte angesichts der Entwicklungen seit 2001 eigentlich einleuchten. Man kann natürlich auch, wie der Berliner Bürgermeister, auf einer von Islamisten organisierten Veranstaltung reden und auf Friede-Freude-Eierkuchen machen. Ein Mann wie Wilders, der täglich an Leib und Leben bedroht ist, hat einen anderen Blick auf den Islam, als jemand, der sich dem Islamismus beugt wie der Berliner Bürgermeister.
Das Wahlergebnis in den Niederlanden ist erfreulich, keine Frage.
Zudem wurden in Rotterdam die mohammedanischen Krawallmacher von der Niederländischen Polizei hart attackiert und in die Schranken gewiesen. Ebenfalls sehr erfreulich.

Selbstverständlich haben die Briten (oder auch andere) das Recht, die EU zu verlassen. Sie müssen allerdings dann mit dem Ergebnis leben.
Grundsätzlich empfinde ich allerdings die EU als eine außerordentliche Erfolgsgeschichte.
Aus diesem Grunde feiere ich heute den 60. Jahrestag der Römischen Verträge! :thumbup:
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)
Benutzeravatar
Boraiel
Beiträge: 3574
Registriert: Di 25. Feb 2014, 02:25
Benutzertitel: No Kings. No Men. Only Atoms.
Wohnort: Deutschland/Niederlande

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Boraiel » Fr 17. Mär 2017, 12:48

Das Wahlergebnis in den Niederlanden ist in gewisser Weise höchst problematisch. Die Regierungsfähigkeit ist arg in Frage gestellt, wenn es mehr als zwei Regierungsparteien gibt und auch an anderen Stellen zeigt das Mehrparteiensystem seine dunkle Seite.
Bei solchen Schwankungen im Wählerwillen, was geht da nicht jedes Mal an persönlicher Arbeit verloren, was an politischer Organisation? Wir sehen hier Politiker und Parteien als Spielball von Launen.
Da Lob ich mir doch das De-facto-Zweiparteiensystem in den USA und in geringeren Maße auch das etwas stabilere politische System in Deutschland.
Stimmen Sie bei der Bundestagswahl gegen Merkel und für ein freies Deutschland.
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 1929
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Ger9374 » Fr 17. Mär 2017, 13:03

Boraiel hat geschrieben:(17 Mar 2017, 12:48)

Das Wahlergebnis in den Niederlanden ist in gewisser Weise höchst problematisch. Die Regierungsfähigkeit ist arg in Frage gestellt, wenn es mehr als zwei Regierungsparteien gibt und auch an anderen Stellen zeigt das Mehrparteiensystem seine dunkle Seite.
Bei solchen Schwankungen im Wählerwillen, was geht da nicht jedes Mal an persönlicher Arbeit verloren, was an politischer Organisation? Wir sehen hier Politiker und Parteien als Spielball von Launen.
Da Lob ich mir doch das De-facto-Zweiparteiensystem in den USA und in geringeren Maße auch das etwas stabilere politische System in Deutschland.



Das Niederländische System ohne unsere Prozenthürde ist doch arg zerfleddert. Zu viele
Parteien können eine Regierung mit stabilen Mehrheiten schwer machen. Da ist es schon erstaunlich wie gut doch dieses System die letzten Jahrzehnte funktioniert hat. Das amerikanische ist mir zu unausgewogene die grossen zwei und ab und zu ein Exot dabei, wie das den Wählerwillen wirklich wiedergeben soll ist mir ein Rätsel.
Aber es wird ja schon ewig praktiziert.
Das Deutsche mit seiner Prozenthürde könnte ruhig auf 3 Prozent gesenkt werden, spiegelt dann vielleicht noch besser als die Fünf Prozent die
Meinung der Wähler wieder. Ansonsten ist das Deutsche Wahlsystem ein gut ausgewogenes
Konstrukt das sich bewährt hat.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 18885
Registriert: Di 17. Jul 2012, 09:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon relativ » Fr 17. Mär 2017, 13:31

Boraiel hat geschrieben:(17 Mar 2017, 12:48)

Das Wahlergebnis in den Niederlanden ist in gewisser Weise höchst problematisch. Die Regierungsfähigkeit ist arg in Frage gestellt, wenn es mehr als zwei Regierungsparteien gibt und auch an anderen Stellen zeigt das Mehrparteiensystem seine dunkle Seite.
Bei solchen Schwankungen im Wählerwillen, was geht da nicht jedes Mal an persönlicher Arbeit verloren, was an politischer Organisation? Wir sehen hier Politiker und Parteien als Spielball von Launen.
Da Lob ich mir doch das De-facto-Zweiparteiensystem in den USA und in geringeren Maße auch das etwas stabilere politische System in Deutschland.

Die Holländer haben solche Verhältnisse schon länger und bis jetzt konnten sie sich damit immer ganz gut arrangieren. Also kein Bedarf auf ein 2 Parteiensystem und erhöhte Chance auf Trumps, Putins und Erdogans.
Welches größeren Systemunterschied siehst du zwischen Holland und Deutschland?
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9622
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 17. Mär 2017, 14:27

CaptainJack hat geschrieben:(16 Mar 2017, 22:39)

Quatsch! Nicht einmal, wenn Wilders gewonnen hätte! :p
Du hast doch mal geschrieben, dass du Holländer bist, dann wirst du ja wohl wissen, warum! :x

zur debatte ist was anders als tatsache. aber auch parteien die schon im parlament saßen hatten das als möglichkeit genannt. die SP und die grünen.

aber ja, du weißt es natürlich besser. je kletst.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9622
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 17. Mär 2017, 15:18

ich habe natürlich einen vorsprung. darum bin ich viel weniger erstaunt über die ziffer, auch wenn die parteien nicht gerne mehr daran denken.

fast 15 jahre her wurde pim fortuyn ermordet. und seitdem irrt ein nicht geringes teil der wähler herum. etwa 15-20%. das geringste könnte schon eine partei erheblich beeinflussen.
darum habe ich hier eine kleine tabelle eingestellt. bei den wahlen von 2010 hatte die partei von wilders soviel sitze bekommen, daß sie mitregierte. d.h. eigentlich regieren war es nicht, denn keine verantwortung, sondern es war dulden.
als die PVV (wilders) um irgendwelchen grund die mitarbeit aussagte, gab es neue wahlen.

Partij Sitze 2010 Sitze 2012 Sitze 2017
VVD 31 41 31
PvdA 30 38 9
PVV 24 15 20
SP 15 15 14
CDA 21 13 19
D66 10 12 19

wilders partei wurde gestraft ==> von 24 auf 15.
mark ruttes partei wurde belohnt ==> 31 auf 41
ein teil von wilders wähler war ursprünglich sozialistisch (PvdA). diese wähler gingen nach der PvdA zurück ==> 30 auf 38.
das CDA, die christliche partei, hatte intern einen sehr schweren kampf zu verdauen gehabt, weil es mitregierte trotz duldung durch wilders. viel mitglieder waren verbissen dagegen. daher der rückfall von 21 nach 13.

mit ausnahme von den sitzen bei D66 sind eigentlich alle zahlen wieder »normalisiert«.

darum behauptete ich auch daß der erdoganeffekt ziemlich vernachlässigbar ist. fast alle parteien verurteilten unanim das benehmen der türkei und unterstützte die regierung. 86% der NL tat das auch. wozu sollten sie partei wechseln, wenn ihre partei doch ihre meinung hinsichtlich der türkei vertrat?

ihr könnt denken und überdenken. dies sind die fakten. wie sie interpretiert werden ist eure sache.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 4389
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon unity in diversity » Fr 17. Mär 2017, 16:04

Welfenprinz hat geschrieben:(17 Mar 2017, 11:02)

Natürlich ist Kritik an der EU legitim.

Sie abzuschaffen,bzw auszutreten,ist vollkommen und rundweg abzulehnen.
Und in dem Punkt gibts dann auch keine Kompromisse.

Kann man natürlich schön für die Opferrolle ausnutzen und rumgreinen. Statt mal zu überlegen warum wohl soviele Leute für die EU sind.

Wenn alles schiefgeht, wird Holland der erste unregierbare, failed State in Europa.
Benutzeravatar
Perdedor
Beiträge: 3227
Registriert: Do 5. Jun 2008, 22:08

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Perdedor » Fr 17. Mär 2017, 16:09

Die politische Einordnung der VVD interessiert mich. In hiesigen Medien wird sie ja häufig "rechtsliberal" genannt. Ich habe mal die Wikipedia konsultiert. Insbesondere die englische Version gibt einen einfachen Überblick über die Positionen.
https://en.wikipedia.org/wiki/People%27 ... _Democracy
Die meisten der Standpunkt würde man in Deutschland aber definitiv nicht als typisch rechts bezeichnen.
Z.B. ist die VVD
- Gegen staatliche Regulierung
- Für Trennung von Staat und Kirche
- Pro-Emanzipation
- Pro-Homoehe
- Pro-EU
- Pro-Internationalsimus
- Für die Liberalisierung weicher Drogen
- Für eine allgemeine Krankenversicherung
- Pro Stamzellenforschung
- Für legale Abtreibungen
- Für legale Sterbehilfe
Vieles davon widerspricht kategorisch typisch rechten/konservativen Ansichten. Das einzige, womit sie bei Rechten punkten könnte ist:
- Gegen doppelte Staatsbürgerschaft
- Und vielleicht Tierrechte
Nach diesem Artikel würde ich die VVD nicht als rechtsliberal bezeichnen, sondern schlicht als liberal.
Arbeit. Leben. Zukunft.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 22962
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 17. Mär 2017, 16:28

Ralf Stegner:
Es ist ein Signal, dass sich die demokratischen Kräfte gegen den Feind von rechts mobilisieren. Besonders freut mich, dass auch mehr junge Menschen von ihrer Stimme Gebrauch gemacht haben. Die Leute wachen auf und merken, dass man sich für die Demokratie einsetzen und kämpfen muss. Das macht Hoffnung, gerade in Bezug auf die Präsidentenwahl in Frankreich, aber auch für die kommenden Landtagswahlen und die Bundestagswahl im Herbst.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... t-aus.html

Es ist ein wichtiges Signal, das von den Niederlanden ausgeht, aber der Kampf hat erst begonnen. Der regierende Populist von Ungarn, Viktor Orban, rief die Rechtspopulisten Europas dazu auf, gemeinsam gegen die "unheilige Allianz" zu handeln.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Faktenposter
Beiträge: 17
Registriert: Sa 10. Dez 2016, 22:34

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Faktenposter » Fr 17. Mär 2017, 17:18



Den "Populisten", die in den NIederlanden die Zahl ihrer Sitze im Parlament um mehr als 26 % gesteigert haben, geht also nach Ansicht des Herrn Stegner "die Luft aus", während die Sozialdemokraten nach Verlust von mehr als 76% ihrer Sitze vor Kraft nicht laufen können.

Es ist eine Tragikomödie, dass ausgerechnet eine so wunderbare Staatsform wie die Demokratie es dahin gebracht hat, dass die Worte "Politiker" und "Schwachkopf" zu Synonymen geworden sind.
Europa ist nicht die EU - die EU ist nicht Europa!
Benutzeravatar
Moses
Moderator
Beiträge: 6902
Registriert: Di 20. Mär 2012, 14:43
Benutzertitel: Cogito ergo hic erro.
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Moses » Fr 17. Mär 2017, 18:08

@ Faktenposter:

Du scheinst neu in diesem Forum zu sein, deshalb der freundliche Hinweis:

Mäßige Dich in Deinem Ausdruck.

Kampfbegriffe wie "Eurokratenpack" oder "Eurokratentyrannei" sind nicht geeignet zum Führen einer sachlich fundierten Diskussion, persönlich Angriffe auf teilnehmende User ebenso wenig.

Mod
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9622
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 17. Mär 2017, 19:47

Perdedor hat geschrieben:(17 Mar 2017, 16:09)

Die politische Einordnung der VVD interessiert mich. In hiesigen Medien wird sie ja häufig "rechtsliberal" genannt. Ich habe mal die Wikipedia konsultiert. Insbesondere die englische Version gibt einen einfachen Überblick über die Positionen.
https://en.wikipedia.org/wiki/People%27 ... _Democracy
Die meisten der Standpunkt würde man in Deutschland aber definitiv nicht als typisch rechts bezeichnen.
Z.B. ist die VVD
- Gegen staatliche Regulierung
- Für Trennung von Staat und Kirche
- Pro-Emanzipation
- Pro-Homoehe
- Pro-EU
- Pro-Internationalsimus
- Für die Liberalisierung weicher Drogen
- Für eine allgemeine Krankenversicherung
- Pro Stamzellenforschung
- Für legale Abtreibungen
- Für legale Sterbehilfe
Vieles davon widerspricht kategorisch typisch rechten/konservativen Ansichten. Das einzige, womit sie bei Rechten punkten könnte ist:
- Gegen doppelte Staatsbürgerschaft
- Und vielleicht Tierrechte
Nach diesem Artikel würde ich die VVD nicht als rechtsliberal bezeichnen, sondern schlicht als liberal.

es sind die wirtschaftlichen und staatlichen ideen der VVD, die sie als rechts bezeichnen:
zusammengefaßt »es lebe der kaufmann den man am liebsten keine hindernesse im wege liegt« sowie »je weniger staat je besser«.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 22962
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 17. Mär 2017, 20:06

Faktenposter hat geschrieben:(17 Mar 2017, 17:18)

Den "Populisten", die in den NIederlanden die Zahl ihrer Sitze im Parlament um mehr als 26 % gesteigert haben, geht also nach Ansicht des Herrn Stegner "die Luft aus", während die Sozialdemokraten nach Verlust von mehr als 76% ihrer Sitze vor Kraft nicht laufen können.

Es ist eine Tragikomödie, dass ausgerechnet eine so wunderbare Staatsform wie die Demokratie es dahin gebracht hat, dass die Worte "Politiker" und "Schwachkopf" zu Synonymen geworden sind.

Ja, das meint er, den Populisten geht die Luft aus. Das spielt vielleicht auch auf die Situation in Deutschland an, in der die Werte der AfD gesunken sind und derzeit zwischen ein- und zweistelligen Prognosen schwanken, in den Ländern und im Bund. Es könnte auch auf die Situation in Frankreich anspielen.

Die Parteienlandschaft in den Niederlanden ist anders als in Deutschland, das muss man sehen. Rutte ist aber nicht Wilders und Rutte wird das Amt des Premiers weiter führen können, womöglich auch in Koalition mit sozialliberalen und anderen Kräften.

Wenn wir 14 Parteien im Parlament hätten, gäbe es vermutlich auch nicht 10 mal mehr neue Ideen, wohl aber auch drei verschiedene FDP´s.
;)
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9622
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 17. Mär 2017, 20:07

hier sieht man wie groß diese wahlformuliere waren. und da mußte man einen klitzekleinen kreis rotmachen...
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Perdedor
Beiträge: 3227
Registriert: Do 5. Jun 2008, 22:08

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Perdedor » Fr 17. Mär 2017, 20:51

Nomen Nescio hat geschrieben:es sind die wirtschaftlichen und staatlichen ideen der VVD, die sie als rechts bezeichnen:
zusammengefaßt »es lebe der kaufmann den man am liebsten keine hindernesse im wege liegt« sowie »je weniger staat je besser«.


Ja, das nennt man liberal, u.U. mit wirtschaftsliberalem Fokus.
Man kann es natürlich "rechts"liberal nennen, um es vom Sozialliberalismus abzugrenzen, das führt dann aber doch grob in die Irre, da die meisten Standpunkte originär rechten Ideen diametral entgegengesetzt sind (siehe Internationalismus, legale Abtreibung, liberale Drogenpolitik etc.).
Gewissermaßen ist "rechtsliberal" das Gegenteil von "rechts".
Arbeit. Leben. Zukunft.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9622
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Wahl in den Niederlanden 2017

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 18. Mär 2017, 00:05

Perdedor hat geschrieben:(17 Mar 2017, 20:51)

Ja, das nennt man liberal, u.U. mit wirtschaftsliberalem Fokus.
Man kann es natürlich "rechts"liberal nennen, um es vom Sozialliberalismus abzugrenzen, das führt dann aber doch grob in die Irre, da die meisten Standpunkte originär rechten Ideen diametral entgegengesetzt sind (siehe Internationalismus, legale Abtreibung, liberale Drogenpolitik etc.).
Gewissermaßen ist "rechtsliberal" das Gegenteil von "rechts".

ich habe ein ziemlich entwickeltes soziales gefühl. aber nenne noch fühle mich einen sozialist.
ein soziales gefühl ist nicht gepachtet durch sozialisten noch eigentum der kommunisten.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste