Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Wähler
Beiträge: 2964
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wähler » Sa 25. Mär 2017, 07:59

http://www.euractiv.de/section/europako ... enthalten/
Euractiv 24 März 2017 Pittella: „Die Erklärung von Rom wird eine soziale Dimension enthalten“
Ich kann mit Manfred Weber und Guy Verhofstadt zusammenarbeiten, wenn es darum geht, die politische Integration der EU voranzutreiben. In Sachen Sozialagenda und Fiskalpakt bin ich aber anderer Auffassung...
Was, wenn die soziale Säule fehlt?
Ich bin mir sicher, sie wird enthalten sein. Die Regierungen aus Italien, Portugal, Schweden und anderen Ländern haben viel Druck ausgeübt – natürlich im Zusammenspiel mit dem EU-Parlament.

Die Sozialdemokraten haben nicht nur in Deutschland einen schweren Stand. Sie können nur wenig Dynamik entfalten. Steht der Zeitgeist innerhalb der EU auf konservativem Maßhalten und Zurückhaltung?
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12566
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 25. Mär 2017, 08:22

Ger9374 hat geschrieben:(24 Mar 2017, 22:01)

Ring 1 reiner Handelsblock E.U
Ring 2 beinhaltet Ring 1 und Reisefreiheit , kleine politische Zuständigkeiten für Brüssel.
Ring 3 €uro als Währung,Ring 1+2
Ring 4 volle Souveräne Vertretung durch Brüssel
+Ring 1,2,3


Das liegt nach den erlebten Streitereien um die Zukunft der EU nahe.

Ring 1 wäre eine Lösung, die man den Briten anbieten könnte; allerdings müßte die EU dann auf ihre Grundfreiheiten verzichten, was bisher für undenkbar gehalten wurde. Dann müßte zum Ausgleich die Teilnahme am gemeinsamen Markt mit besonders hohen Kosten bewertet werden. Da könnte man auch die Türkei unterbringen. Das riecht nach "privilegierter Partnerschaft". Brüssel wäre aber dennoch im Spiel mit Handelsnormen und technischen Normen, die zur Teilnahme am gemeinsamen Markt erforderlich sind.

Ring 2 ist wohl das, was Norwegen, Island und die Schweiz unter Vertrag haben. Da rumort es nicht... also scheinen die drei im Großen und Ganzen zufrieden damit zu sein.

Ring 3 ist nichts weiter als die Eurozone... aber frei von Brüssel? Das geht doch gar nicht. Eine EZB und disziplinierende zentrale Steuerungsorgane muß es da schon geben. Andernfalls geht die Währung den Bach hinunter. Ich glaube, daß deshalb Ring 3 überflüssig ist. Nur, was tut man mit jenem Partnern, die den Euro noch nicht eingeführt haben (Dänemark, Schweden...) Für diese Partner paßte Ring 3; die Euro-Partner sollten gleich Ring 4 ansteuern.

Ring 4 mit voller Fernsteuerung aus Brüssel... das wäre ja der Zentralstaat Europa. Das kann nie und nimmer gut gehen. Sie werden sofort innere Aufstände herauf beschwören, wenn eine Minderheit sich im Nachteil sieht. Ich meine, daß eine föderale Verbindung den Minderheiten Luft zum Atmen lassen muß, insbesondere in kulturellen Fragen Auf dem Weg zu Ring 4 sind auch Zwischenschritte notwendig, weil eine umfangreiche demokratische Entscheidungskette über zentrale Hoheitsrechte und verbleibende nationale Hoheitsrechte abgearbeitet werden muß. Das ist ein 50-Jahresprogramm mit Rückschlägen und endlosen Diskussionen selbst dann, wenn die Partner sich im Grundsatz einig sind.
Zuletzt geändert von H2O am Sa 25. Mär 2017, 08:30, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3813
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

USA geht - EU muß kommen?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 25. Mär 2017, 08:24

Neue EU - Neue Jobs?

Isolationskurs der USA

IWF drängt Deutschland zu Führungsrolle

US-Präsident Trump steuert sein Land in den wirtschaftlichen Isolationismus - befürchtet der IWF. Deutschland soll deshalb eine Führungsrolle bei der Verteidigung von Freihandel und Globalisierung übernehmen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/iwf-dr ... 40339.html


Hier ist zwar gezielt Deutschland angesprochen, da aber Berlin immer so vornehm zurückhaltend ist, sagen wir die Bedeutung der EU steigt. Und deren Aufgaben.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12566
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 25. Mär 2017, 08:42

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 07:59)

http://www.euractiv.de/section/europako ... enthalten/
Euractiv 24 März 2017 Pittella: „Die Erklärung von Rom wird eine soziale Dimension enthalten“

Die Sozialdemokraten haben nicht nur in Deutschland einen schweren Stand. Sie können nur wenig Dynamik entfalten. Steht der Zeitgeist innerhalb der EU auf konservativem Maßhalten und Zurückhaltung?

Sie bringen vermutlich ungewollt den deutschen Wahlkampf in Verbindung mit dem Fortgang der EU-Entwicklung.

Die EU ist eine Staatengemeinschaft aus sehr unterschiedlichen souveränen Ländern, was die bevorzugte nationale Aufstellung betrifft. Da kann nichts mit Mehrheit beschlossen werden, ohne daß dann der eine oder andere Partner sich verweigert. Das Geschäft ist mühsam. Vielleicht ist mit Kuhhändeln etwas zu erreichen... also dem Zugeständnis von Dingen, die mit dem Streitpunkt gar nichts zu tun haben? Am Ende herrscht dann ein undurchdringlicher Filz von Sonderregelungen...

Aber ein Kuhhandel könnte die Gemeinschaft weiter bringen: Die Vergemeinschaftung von Altschulden der Europartner nach Übertragung der nationalen Hoheitsrechte über die Wirtschaft, die Finanzen. das Sozialwesen, die Verteidigung und die Außenpolitik auf das EU-Parlament. Davon
hätten alle Beteiligten etwas.
Benutzeravatar
Darkfire
Beiträge: 2947
Registriert: Mi 4. Mär 2015, 10:41

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Darkfire » Sa 25. Mär 2017, 09:42

Moses hat geschrieben:(24 Mar 2017, 08:50)

Ei Grund zur Hoffnung und Freude wäre es, wenn sich besagte Gruppen hörbar gezielt artikulieren würden, so dass von der Basis aus - demkratisch - ein Umbau, ein Neuanfang, wie auch immer - in der EU beginnen könnte.


Leider sind die Menschen welche etwas konstruktivem anhängen, an Fortschritt und Frieden glauben, an die Vernunft, Menschenrechte und Demokratie, meist auch die stillen, welche an Fairness glauben und denken man könnte sachlich Diskutieren ganz ohne Hetze.

Wie man aber im Moment sehen kann haben die Oberwasser welche laut krakelne, hetzen, lügen und verdrehen und wie sich so was auswirkt kann man Global sehr gut in der Türkei und Russland sehen und als neueste Errungenschaft auf der Landkarte des Hasses könnte man einen Trump sehen.

Man kann im Moment also nur hoffen daß nicht zuviel Schaden angerichtet wird und man irgendwann wieder mal das Hirn einschaltet, aber vorerst sehe ich leider eher negative Entwicklungen.
Wähler
Beiträge: 2964
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wähler » Sa 25. Mär 2017, 10:07

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 07:59)
http://www.euractiv.de/section/europako ... enthalten/
Euractiv 24 März 2017 Pittella: „Die Erklärung von Rom wird eine soziale Dimension enthalten“
Die Sozialdemokraten haben nicht nur in Deutschland einen schweren Stand. Sie können nur wenig Dynamik entfalten. Steht der Zeitgeist innerhalb der EU auf konservativem Maßhalten und Zurückhaltung?

H2O hat geschrieben:(25 Mar 2017, 08:42)
Die EU ist eine Staatengemeinschaft aus sehr unterschiedlichen souveränen Ländern, was die bevorzugte nationale Aufstellung betrifft. Da kann nichts mit Mehrheit beschlossen werden, ohne daß dann der eine oder andere Partner sich verweigert. Das Geschäft ist mühsam. Vielleicht ist mit Kuhhändeln etwas zu erreichen... also dem Zugeständnis von Dingen, die mit dem Streitpunkt gar nichts zu tun haben? Am Ende herrscht dann ein undurchdringlicher Filz von Sonderregelungen...

Nationale und eu-weite Mehrheiten bedingen sich. Parteien in allen EU-Staaten spiegeln vergleichbare Themenschwerpunkte wider. Spitzenkandidaten und Regierungsschefs sind wichtig, sie scheitern aber, wenn der inhaltliche Kompass nicht klar genug ist. Die Jugendarbeitslosigkeit in der EU ist ein drängendes Problem. Ohne eine präzise definierte soziale Dimension wird es in der EU nicht vorangehen.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12566
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 25. Mär 2017, 11:12

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 10:07)

Nationale und eu-weite Mehrheiten bedingen sich. Parteien in allen EU-Staaten spiegeln vergleichbare Themenschwerpunkte wider. Spitzenkandidaten und Regierungsschefs sind wichtig, sie scheitern aber, wenn der inhaltliche Kompass nicht klar genug ist. Die Jugendarbeitslosigkeit in der EU ist ein drängendes Problem. Ohne eine präzise definierte soziale Dimension wird es in der EU nicht vorangehen.


Damit bin ich ganz einverstanden. Nur hilft es gar nichts, die Jugendarbeitslosigkeit in den Südstaaten zu bedauern. Vielmehr ist es notwendig, in aller Nüchternheit zu prüfen, weshalb es dort zu wenig Beschäftigung gibt, und weshalb dort junge Leute so oft ohne Aussicht auf Beschäftigung ihre besten Jahre vergeuden.

Sehr schnell wird da ein Faß ohne Boden geschaffen, in das jahrzehntelang (in Italiens Mezzogiorno "jahrhundertelang") Geld fließt ohne in der Sache etwas zu verändern. So finden wir dort Länder, die völlig in Staatsschulden versinken, und dennoch über einen Mangel an Investitionen und Wirtschaftstätigkeit jammern. Zum Schluß ist immer wieder Deutschland schuld an ihrem Unglück.

Aus meiner Sicht sind sämtliche jungen Leute mit ordentlicher Schulbildung und ausbaufähigen Deutschkenntnissen auf unserem Arbeitsmarkt willkommen. Allerdings müssen sie sich bewegen, denn als Unternehmer hätte ich wenig Neigung, in solchen Staaten mein Vermögen zu versenken. Diese Länder wehren sich gegen unverschämte Eingriffe in ihr Staatssystem und halten die Hand auf, während sie schimpfen.

Mit Sozialdemokratie hat diese Angelegenheit wenig zu tun, es sei denn, man nennt ungeprüfte Zuwendungen an reformunwillige oder reformunfähige Partner "sozialdemokratisch".

Mit anderen Worten: Hier zu Lande helfen wir gern und mit innerer Anteilnahme; aber in den Herkunftsländern müssen die Menschen ihre Lebensweise schon selbst auf den Prüfstand stellen und an die Neuzeit anpassen... oder um fachmännische Mitwirkung bei Reformen bitten. Das kann man wenigstens einmal versuchen... obwohl da sehr schnell der Vorwurf der Besserwisserei in Umlauf gebracht wird.
Wähler
Beiträge: 2964
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wähler » Sa 25. Mär 2017, 11:24

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 10:07)
Nationale und eu-weite Mehrheiten bedingen sich. Parteien in allen EU-Staaten spiegeln vergleichbare Themenschwerpunkte wider. Spitzenkandidaten und Regierungsschefs sind wichtig, sie scheitern aber, wenn der inhaltliche Kompass nicht klar genug ist. Die Jugendarbeitslosigkeit in der EU ist ein drängendes Problem. Ohne eine präzise definierte soziale Dimension wird es in der EU nicht vorangehen.

H2O hat geschrieben:(25 Mar 2017, 11:12)
Aus meiner Sicht sind sämtliche jungen Leute mit ordentlicher Schulbildung und ausbaufähigen Deutschkenntnissen auf unserem Arbeitsmarkt willkommen. Allerdings müssen sie sich bewegen, denn als Unternehmer hätte ich wenig Neigung, in solchen Staaten mein Vermögen zu versenken. Diese Länder wehren sich gegen unverschämte Eingriffe in ihr Staatssystem und halten die Hand auf, während sie schimpfen.

Damit wären wir bei einem zweiten der vier Schwerpunkte der gemeinsamen Erklärung zu 60 Jahren Römische Verträge, der Migration. EU-Ausländer genießen die Freizügigkeit auf den Arbeitsmärkten, für Einwanderer von außerhalb der EU wären klar geregelte Kontingente sinnvoll und für die Flüchtlinge innerhalb der EU bedarf es einer möglichst indiviudellen Entwicklungshilfe. Die anderen beiden Schwerpunkte sind ökonomische Stabilität und Wohlstand, sowie ein stärkeres außenpolitisches Gewicht der EU.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12566
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 25. Mär 2017, 11:41

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 11:24)

Damit wären wir bei einem zweiten der vier Schwerpunkte der gemeinsamen Erklärung zu 60 Jahren Römische Verträge, der Migration. EU-Ausländer genießen die Freizügigkeit auf den Arbeitsmärkten, für Einwanderer von außerhalb der EU wären klar geregelte Kontingente sinnvoll und für die Flüchtlinge innerhalb der EU bedarf es einer möglichst indiviudellen Entwicklungshilfe. Die anderen beiden Schwerpunkte sind ökonomische Stabilität und Wohlstand, sowie ein stärkeres außenpolitisches Gewicht der EU.


Ist es denn nicht schändlich, daß man über ein Einwanderungsgesetz in die EU nachdenken muß, während ganz offenbar Millionen junger Leute im Binnenmarkt der EU untätig ihre Zeit vertun? Ich habe nichts gegen die Einwanderung fähiger und arbeitswilliger junger Leute in die EU; aber den voran gegangenen Hinweis kann ich mir hier doch nicht verkneifen.
Wähler
Beiträge: 2964
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wähler » Sa 25. Mär 2017, 11:52

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 11:24)
Damit wären wir bei einem zweiten der vier Schwerpunkte der gemeinsamen Erklärung zu 60 Jahren Römische Verträge, der Migration. EU-Ausländer genießen die Freizügigkeit auf den Arbeitsmärkten, für Einwanderer von außerhalb der EU wären klar geregelte Kontingente sinnvoll und für die Flüchtlinge innerhalb der EU bedarf es einer möglichst indiviudellen Entwicklungshilfe. Die anderen beiden Schwerpunkte sind ökonomische Stabilität und Wohlstand, sowie ein stärkeres außenpolitisches Gewicht der EU.

H2O hat geschrieben:(25 Mar 2017, 11:41)
Ist es denn nicht schändlich, daß man über ein Einwanderungsgesetz in die EU nachdenken muß, während ganz offenbar Millionen junger Leute im Binnenmarkt der EU untätig ihre Zeit vertun? Ich habe nichts gegen die Einwanderung fähiger und arbeitswilliger junger Leute in die EU; aber den voran gegangenen Hinweis kann ich mir hier doch nicht verkneifen.

Das mit dem Einwanderungsgesetz bezog sich mehr auf Deutschland, dass wegen seiner Beliebheit über eine Kontingentierung bei Einwanderern von außerhalb der EU - bitte nicht mit Asylproblematik verwechseln - nachdenken sollte, um die eigene Bevölkerung nicht mit einer zu hohen quantitativen Einwanderung zu überfordern. In Italien sind die Dinge wieder anders gelagert, weil dort besonders viele Flüchtlinge aus Afrika Unterschlupf gefunden haben.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 1915
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Sa 25. Mär 2017, 11:59

H2O hat geschrieben:(25 Mar 2017, 11:41)

Ist es denn nicht schändlich, daß man über ein Einwanderungsgesetz in die EU nachdenken muß, während ganz offenbar Millionen junger Leute im Binnenmarkt der EU untätig ihre Zeit vertun? Ich habe nichts gegen die Einwanderung fähiger und arbeitswilliger junger Leute in die EU; aber den voran gegangenen Hinweis kann ich mir hier doch nicht verkneifen.



Defizite müssen benannt werden und auf den Tisch der Tagesordnung. Viel zu lange wird mit Rücksicht auf falsche Eitelkeiten Problem um Problem totgeschwiegen oder mit minireförmchen
Als erledigt abgehakt. Das ist wie in einer Ehe,
Es geht nur eine Weile gut wenn Probleme nicht auf den Tisch kommen.Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den Südländern würde nie ernsthaft angegangen. Das sind tickende Zeitbomben.Hier gab es auch reförmchen und das war es. Sprachkurse,Anreize, Zusammenarbeit der Arbeitsagenturen mit Arbeitgebern über die Grenzen hinweg. Hilfe bei Wohnungssuche.
Was ist da alles möglich. Familiennamezug fördern falls gewünscht.ect.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12566
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 25. Mär 2017, 12:11

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 11:52)

Das mit dem Einwanderungsgesetz bezog sich mehr auf Deutschland, dass wegen seiner Beliebheit über eine Kontingentierung bei Einwanderern von außerhalb der EU - bitte nicht mit Asylproblematik verwechseln - nachdenken sollte, um die eigene Bevölkerung nicht mit einer zu hohen quantitativen Einwanderung zu überfordern. In Italien sind die Dinge wieder anders gelagert, weil dort besonders viele Flüchtlinge aus Afrika Unterschlupf gefunden haben.


Selbstverständlich muß Deutschland in jedem Einzelfall darüber entscheiden können, welche Zuwanderer von außerhalb der EU hier willkommen sind. Daß unser Land sich vor diese Notwendigkeit gestellt sieht, halte ich für schändlich, so lange diese große Arbeitslosigkeit in der EU besteht. Da müßte, von einigen wenigen Hochleistern abgesehen, eine wirksame Sperre herrschen. Denn auf die Zahl der Binnenwanderer hat unser Land formal gar keinen Einfluß... allenfalls ist eine Einwanderung in unsere Sozialversorgung inzwischen sehr erschwert worden.

In der Sache würde ich eine ordnende Hand der EU erwarten, denn man kann innerhalb der EU nicht einerseits international die Jugendarbeitslosigkeit beklagen und dann andererseits jeden Partner mit der Lösung seiner Arbeitsmarktprobleme allein lassen. Ich fürchte, daß es bei dem Jammer mehr um Geldflüsse aus der EU-Kasse geht und weniger um die Bitte, die anstehenden Probleme nachhaltig zu lösen.
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12566
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 25. Mär 2017, 12:15

Ger9374 hat geschrieben:(25 Mar 2017, 11:59)

Defizite müssen benannt werden und auf den Tisch der Tagesordnung. Viel zu lange wird mit Rücksicht auf falsche Eitelkeiten Problem um Problem totgeschwiegen oder mit minireförmchen
Als erledigt abgehakt. Das ist wie in einer Ehe,
Es geht nur eine Weile gut wenn Probleme nicht auf den Tisch kommen.Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den Südländern würde nie ernsthaft angegangen. Das sind tickende Zeitbomben.Hier gab es auch reförmchen und das war es. Sprachkurse,Anreize, Zusammenarbeit der Arbeitsagenturen mit Arbeitgebern über die Grenzen hinweg. Hilfe bei Wohnungssuche.
Was ist da alles möglich. Familiennamezug fördern falls gewünscht.ect.


Ja, der Eindruck drängt sich wirklich auf... und auch die notwendige Beteiligung der EU an einer nachhaltigen Lösung der Probleme. Die EU ist offenbar versucht, notwendiger Arbeit und Konflikten aus zu weichen, wenn mit einigen Gemeinschaftsgeldern aufgeregte Partner ruhig gestellt werden können.
Benutzeravatar
Hyde
Beiträge: 729
Registriert: Di 14. Jun 2016, 17:15

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Hyde » Sa 25. Mär 2017, 13:47

H2O hat geschrieben:(24 Mar 2017, 08:44)

Ist doch verrückt: Auf Staatenebene droht die EU auseinander zu brechen. Jetzt werden die Bürger wach, weil ihnen doch bewußt ist, was sie dadurch verlieren könnten. Das ist nicht nur in Deutschland so. Ein Grund zur Hoffnung und Freude für Europäer.


Es scheint sich wieder einmal die Aussage von Hölderlin zu bewahrheiten: "wo die Gefahr wächst, da wächst auch das Rettende!"

Mir scheint sowieso, dass wir in diesen hochpolitischen Zeiten gerade eine gewisse Renaissance des politischen Interesses erleben. Ich bin mir z.B. sicher, dass die Wahlbeteiligung bei der diesjährigen Bundestagswahl so hoch sein wird wie lange nicht. Die Niederländer haben da ja mit 82 Prozent schon ordentlich vorgelegt.
Auch wie hoch mittlerweile das Interesse der deutschen Öffentlichkeit an Wahlen in anderen EU-Ländern ist, zeigt, dass Europa enger zusammenwächst.
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12566
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 25. Mär 2017, 14:05

Hyde hat geschrieben:(25 Mar 2017, 13:47)

Es scheint sich wieder einmal die Aussage von Hölderlin zu bewahrheiten: "wo die Gefahr wächst, da wächst auch das Rettende!"

Mir scheint sowieso, dass wir in diesen hochpolitischen Zeiten gerade eine gewisse Renaissance des politischen Interesses erleben. Ich bin mir z.B. sicher, dass die Wahlbeteiligung bei der diesjährigen Bundestagswahl so hoch sein wird wie lange nicht. Die Niederländer haben da ja mit 82 Prozent schon ordentlich vorgelegt.
Auch wie hoch mittlerweile das Interesse der deutschen Öffentlichkeit an Wahlen in anderen EU-Ländern ist, zeigt, dass Europa enger zusammenwächst.


Letztere Anmerkung wird gestützt durch unsere Gesprächsstränge über die Wahlen in den Niederlanden und demnächst in Frankreich. Zuvor war es auch schon zur Volksbefragung für einen Umbau der italienischen Parlamente hoch her gegangen. Hoffen wir einmal, daß das allgemeine Interesse an der Politik unserer Nachbarn so bleibt..
Wähler
Beiträge: 2964
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wähler » Sa 25. Mär 2017, 15:21

H2O hat geschrieben:(25 Mar 2017, 12:11)
In der Sache würde ich eine ordnende Hand der EU erwarten, denn man kann innerhalb der EU nicht einerseits international die Jugendarbeitslosigkeit beklagen und dann andererseits jeden Partner mit der Lösung seiner Arbeitsmarktprobleme allein lassen. Ich fürchte, daß es bei dem Jammer mehr um Geldflüsse aus der EU-Kasse geht und weniger um die Bitte, die anstehenden Probleme nachhaltig zu lösen.

Ich glaube nicht, dass die Probleme der Arbeitsplatzschaffung zentral zu lösen sind. In den USA, die ja für die höhere Mobilität ihrer Bewohner bekannt sind, haben die Strukturprobleme in deren ehemaligen Ruhrgebiet uns allen die Regierung Trump beschert. Ich stelle mir die Entwicklung in Europa eher so vor, dass es über die EU verteilt Metropolregionen mit entsprechender Wirtschaftskraft, Randregionen und den ländlichen Raum geben wird. Die Binnenmigration zwischen Rand- und Metropolregionen nimmt bekanntlich weltweit zu. Wir Deutschen können aus unseren Erfahrungen mit den Gastarbeitern lernen und es an der ein oder anderen Stelle besser machen. Wie die anderen EU-Staaten damit umgehen, hängt auch sehr von deren Geschichte und Mentalität ab. In Polen gibt es zum Beispiel bis auf die Flüchtlinge aus der Ukraine kaum Nicht-Polen.
Zuletzt geändert von Wähler am Sa 25. Mär 2017, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12566
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 25. Mär 2017, 16:00

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 15:21)

Ich glaube nicht, dass diese Probleme zentral zu lösen sind. In den USA, die ja für die höhere Mobilität ihrer Bewohner bekannt sind, haben die Strukturprobleme in deren ehemaligen Ruhrgebiet uns allen die Regierung Trump beschert. Ich stelle mir die Entwicklung in Europa eher so vor, dass es über die EU verteilt Metropolregionen mit entsprechender Wirtschaftskraft, Randregionen und den ländlichen Raum geben wird. Die Binnenmigration zwischen Rand- und Metropolregionen nimmt bekanntlich weltweit zu. Wir Deutschen können aus unseren Erfahrungen mit den Gastarbeitern lernen und es an der ein oder anderen Stelle besser machen. Wie die anderen EU-Staaten damit umgehen, hängt auch sehr von deren Geschichte und Mentalität ab. In Polen gibt es zum Beispiel bis auf die Flüchtlinge aus der Ukraine kaum Nicht-Polen.


...doch, herzliche Grüße aus Kamień Pomorski :D Die US-amerikanische Industriepolitik hat den Menschen im Lande nicht gedient, sondern bestenfalls viele Milliardäre geschaffen. So stelle ich mir die Industriepolitik in keinem Lande der EU vor. Wir wollen doch eine soziale Komponente in Europa.

Wie soll das möglich sein, ohne eine übergeordnete Steuerung über Verwaltungsgrenzen hinweg? In der EU haben wir auch ganz natürliche Verständigungsprobleme. Da sind unterstützende Maßnahmen doch unerläßlich. Einmal muß das Land in Problemen Maßnahmen ergreifen, die seinen jungen Leuten wirklich weiter helfen, und in den aufnehmenden Regionen müssen Maßnahmen ergriffen werden, die den Lebensbedürfnissen der "Wanderarbeiter" gerecht werden.

Wie stellen Sie sich in unserem so schön bunten Europa diese Abläufe ohne zentrale Unterstützungsmaßnahmen vor? Also Intensivsprachkurse und Ausbildung in Region A und Wohnungsbau und Ausbau der Fertigungen in Region B? Das bedingt die Bewegung von Ausbildern und Lehrern... woher nehmen und nicht stehlen? Oder Spielarten von solchen Maßnahmenpaketen... US-amerikanische Ergebnisse wünsche ich uns nicht, mit Industriewüsten und sogar Sandwüsten... Das ist Wildwuchs und Raubbau... können wir uns nie und nimmer leisten.
Wähler
Beiträge: 2964
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wähler » Sa 25. Mär 2017, 16:05

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 15:21)
Ich glaube nicht, dass die Probleme der Arbeitsplatzschaffung zentral zu lösen sind. In den USA, die ja für die höhere Mobilität ihrer Bewohner bekannt sind, haben die Strukturprobleme in deren ehemaligen Ruhrgebiet uns allen die Regierung Trump beschert. Ich stelle mir die Entwicklung in Europa eher so vor, dass es über die EU verteilt Metropolregionen mit entsprechender Wirtschaftskraft, Randregionen und den ländlichen Raum geben wird. Die Binnenmigration zwischen Rand- und Metropolregionen nimmt bekanntlich weltweit zu. Wir Deutschen können aus unseren Erfahrungen mit den Gastarbeitern lernen und es an der ein oder anderen Stelle besser machen. Wie die anderen EU-Staaten damit umgehen, hängt auch sehr von deren Geschichte und Mentalität ab. In Polen gibt es zum Beispiel bis auf die Flüchtlinge aus der Ukraine kaum Nicht-Polen.

H2O hat geschrieben:(25 Mar 2017, 16:00)
Wie stellen Sie sich in unserem so schön bunten Europa diese Abläufe ohne zentrale Unterstützungsmaßnahmen vor? Also Intensivsprachkurse und Ausbildung in Region A und Wohnungsbau und Ausbau der Fertigungen in Region B? Das bedingt die Bewegung von Ausbildern und Lehrern... woher nehmen und nicht stehlen? Oder Spielarten von solchen Maßnahmenpaketen... US-amerikanische Ergebnisse wünsche ich uns nicht, mit Industriewüsten und sogar Sandwüsten... Das ist Wildwuchs und Raubbau... können wir uns nie und nimmer leisten.

Ich bin nicht gegen eine maßvolle Transferunion. Nur glaube ich gemäß dem Subsidiaritätsprinzip nicht an eine Verwaltung der national-regionalen Arbeitsmärkte von Brüssel aus. Interessanter ist schon die Idee einer gemeinsamen Arbeitslosenversicherung, dem Arbeitslosengeld I in Deutschland entsprechend.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo ... el_id=1232 (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12566
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 25. Mär 2017, 16:31

Wähler hat geschrieben:(25 Mar 2017, 16:05)

Ich bin nicht gegen eine maßvolle Transferunion. Nur glaube ich gemäß dem Subsidiaritätsprinzip nicht an eine Verwaltung der national-regionalen Arbeitsmärkte von Brüssel aus. Interessanter ist schon die Idee einer gemeinsamen Arbeitslosenversicherung, dem Arbeitslosengeld I in Deutschland entsprechend.


In Ihren Vorschlag haben Sie einen Widerspruch eingebaut: So sei es nicht möglich, den nationalen Arbeitsmarkt von Brüssel aus zu steuern (sehe ich genau so). Dann aber die gemeinsame Versicherung, die dann aber übergreifend (das ist doch dann genau so unmöglich!).

Mein Vorschlag war schon, daß die nationalen Arbeitsverwaltungen ihre Nöte nach Brüssel berichten, und daß man dort versucht, Angebote und Anfragen zu zu ordnen, Abhilfemaßnahmen aufgrund des gemeldeten Bedarfs ein zu leiten und Verbindungen zwischen den Arbeitsverwaltungen her zu stellen (eigener Sprachendienst!). Damit könnten dann Angebot und Nachfrage organisiert werden... nicht unbedingt Mensch für Mensch, aber eben verhandelbar.
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 1915
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Sa 25. Mär 2017, 16:48

Es geht doch schon los was für Berufe wo besonders nachgefragt sind. Wo können eventuell
Informationen auch richtig ausgewertet werden.
Da müssen auch sprachlich ausgebildete Fachleute der Arbeitsagenturen sich Länderübergreifend austauschen können.
Als Start wäre da eine Brüsseler zentrale für gemeinsame Arbeitsmarktmassnahmen schon angebracht. Die Regionalen Massnahmen in den Ländern haben wir doch schon. Dieses effizient zu verzahnen braucht Profis aus den Nationalstaaten. Ein Gerüst muss her auf das aufgebaut werden kann. Gelder hierfür könnten aus einem einmaligen Aufbautopf der E.U Staaten erfolgen. Sinn hätte das mehr wie alles andere was bisher angeleiert wurde. Man könnte diese Behörde ruhig als Symbolischen Akt einer Südeuropa Metropole zuschlagen. Da wäre die
höchste Zustimmung auch gewiss!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast