Die "neue" EU? Chance in der Krise?

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King Kong 2006
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Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 25. Nov 2016, 23:28

Quo vadis EU?

Die EU ist zur Zeit arg gebeutelt. Wobei "zur Zeit" sagen wir mal die letzten beiden Jahrzehnte sind. Die EU sah grottenschlecht während des Jugoslawienkrieges aus. Sie war auf die USA als Führungsmacht angewiesen. Aktuell wird sie nicht so recht mit der Türkeifrage des Beitritts und der Flüchtlingskrise fertig. Dann kam Griechenland. Die befürchtete Pleite und den befürchteten Grexit. Das konnte verhindert werden, ob zum Vorteil, sei dahingestellt. Dafür hat sich jetzt Großbritannien mit dem Brexit verabschiedet.

Theoretisch kann da noch einiges kommen. Jetzt kommt auch noch Trump. Dieser sagt, man müsse nun für Schutz bezahlen. Es gäbe sozusagen keine Wertegemeinschaft NATO. Eher eine Geschäftspartnerschaft. Und nach Bush nun ein weiterer Tiefpunkt an Rechtsstaatlichkeit und Demokratiedefizit. Und sein "America first", sein Isolationismus. Was macht nun eine zerbrechende (?) EU von der sich auch noch eine Supermacht verabschiedet? Erstmal das Beste, was sie zu bieten hat.

Das neue Selbstbewusstsein der EU

Ist der Dreifach-Schock von Brexit, Türkei-Putschversuch und Trump-Wahl heilsam für Europa? Die EU zeigt erste Anzeichen einer Rückbesinnung auf ihre Werte - und den Willen, sie offensiv zu vertreten.

Guy Verhofstadt hatte einen George-W.-Bush-Moment. Ähnlich wie der US-Präsident, der einst vor der "Achse des Bösen" warnte, rief der belgische Europaabgeordnete den "Ring der Autokraten" aus. Russlands Präsident Putin, der türkische Präsident Erdogan und der künftige US-Präsident Trump "schlagen auf Europa, auf unsere Werte und auf unsere europäische Demokratie ein", wütete Verhofstadt am Dienstag im Europaparlament. Trumps strategischer Berater Bannon wolle mit Ablegern seiner rechtsextremen Webseite "Breitbart" deutsche und französische Wahlen beeinflussen. Es gebe eine "fünfte Kolonne von Kumpanen autokratischer Führer", die Europa von innen aushöhlen wollten. "Es ist Zeit, sich zu wehren", rief Verhofstadt.

Putin, Trump, Erdogan, dazu der Brexit-Schock und die Bedrohung durch Rechtspopulisten im Inneren - wacht die EU endlich auf?


Deutschland wird zweifelsohne eine Führungsrolle übernehmen (müssen?). GB ist weg. Bleibt noch Frankreich als kleinerer Partner. Trump besinnt sich wieder mehr auf Kohle und Stahl in den Staaten als auf den Rest der Welt. Damit wurden sie great und wollen es again werden. Bleibt die EU und darin der schwerste - Deutschland.

Auch an anderer Stelle ist ein neues Sendungsbewusstsein erkennbar, etwa bei Angela Merkel. Nach der US-Wahl sorgte die Bundeskanzlerin für Aufsehen, indem sie ihr Angebot der Zusammenarbeit an Donald Trump unter den Vorbehalt der Achtung von Grundwerten stellte. In der Generaldebatte im Bundestag am Mittwoch betonte sie dann, Deutschland müsse seine freiheitlichen Werte gemeinsam mit internationalen Partnern in die Welt tragen. So redeten bisher vor allem amerikanische Präsidenten.


Die EU, das neue Amerika? Die kühnsten Optimisten sehen in der EU bereits die neue Führungsmacht der westlichen Welt - mit Angela Merkel am Ruder. Doch davon ist die EU noch weit entfernt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 23161.html


Obama bereits 2011.

Obama: "Deutschland ist eine globale Führungsmacht"
http://www.tagesspiegel.de/politik/inte ... 53448.html


Die EU muß automatisch in Fragen der Sicherheitspolitik, der Wirtschaftspolitik und der Aufrechterhaltung von Werten stärker auftreten. Schon wegen Trump. Ist sie dafür strukturiert? Meiner Meinung geht das in dieser Frage nur mit einem Kerneuropa. Deutschlands Gewicht wächst auf jedenfall. Schon nach dem Wegfall des US-Trojaners GB (Zitat Charles de Gaulle). Wenn Trump stärker auf Distanz geht, dann bleibt nur noch die eigenständigere Rolle der EU/Deutschlands. Merkel mahnt bereits an, daß Donald bitte Wert auf Zusammenarbeit legen sollte. Vielleicht macht er es, weil er auch in dieser Frage merkt, daß er seine Scherze nicht umsetzen kann. Wenn nicht, wäre da noch Russland. Als Partner. ;)
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Ger9374
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Ger9374 » Sa 26. Nov 2016, 00:08

Es ist das Dilemma der E.U das sie auf der Stelle tritt. Sie ist zu einem Selbstbedienungsladen verkommen. Alle schielen auf Deutschland, ringt sich dieses zum Führen durch, sind unsere Politiker Nazis.Das wirtschaftliche erfolgsprojekt Europa, endet in einem Politisch gelähmten Brüssel. Das einstimmigkeitsprinzip, egoistische Politiker,und Bürger die sich nicht mit Europa identifizieren zeigen nur einen Teil der Probleme.
Es darf auch keine Sonderkonditionen Marke GB mehr geben. Wir sind nicht auf einem Basar.Das Parlament braucht mehr Einfluss.Die gemeinsame Politik auch durch Minister vertreten werden. Europa braucht eine Regierung, keine zahnlosen Kommissare.Verteidigung , Innenminister, Umweltschutz, alles eine Frage des Willens. Die Bürger brauchen Dazu Gesichter.Die Nationalen Regierungen müssen in die 2. Reihe treten.Aber solange manche Länder ihre Finanzen nicht in den Griff kriegen sollten Finanzhoheit, und Wirtschaftspolitik in Deutschland verbleiben. Erst für spätere Abgabe an Brüssel . Wenn alle auch bereit dafür sind.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Hyde
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Hyde » Sa 26. Nov 2016, 01:11

Ich sehe es auf jeden Fall so, dass Europa und die EU allen Grund dazu hätten, selbstbewusster aufzutreten. Die EU ist die größte Wirtschaftsmacht des Planeten. Die EU ist die moralisch, ökologisch und sozial am fortschrittlichsten entwickelte Region der Erde. Quasi in allen Weltregionen träumen die Leute davon, nach Europa zu kommen, in Europa leben zu dürfen.

Wäre doch gelacht, wenn dieses Europa sich von einem Erdogan, Putin oder Trump einschüchtern lassen würde, von solchen rückständigen Egomanen, die mehr ins 19. oder 20. Jhd gehören. Europa kann viel selbstbewusster auftreten und sollte endlich seine Rolle als Führungsmacht der westlichen Welt wahrnehmen. Gerade bei Themen wie Umweltschutz, aber auch bei gesellschaftlichen und humanistischen Themen (z.B. Ablehnung der Todesstrafe) kann nur Europa die Welt anführen, da hier weder die USA, noch Asien auch nur ansatzweise mit dem fortschrittlichen Europa mithalten kann. Diese europäischen Werte müssen offensiver und selbstbewusster in die Welt getragen werden.
Dafür muss man aber vereint als Europa auftreten anstatt sich in nationale Egoismen zurückzuziehen.
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Satori
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Satori » Sa 26. Nov 2016, 02:06

King Kong 2006 hat geschrieben:(25 Nov 2016, 23:28)Die EU ist zur Zeit arg gebeutelt.


Ihre Bewohner auch.

Wobei "zur Zeit" sagen wir mal die letzten beiden Jahrzehnte sind.


Das ist, seitdem in Deutschland der Real-Lohn stagniert.

Die EU, das neue Amerika? Die kühnsten Optimisten sehen in der EU bereits die neue Führungsmacht der westlichen Welt - mit Angela Merkel am Ruder.


:D :D

Ich hab die Medien überflogen, Samstag war in den deutschen anscheinend zu Propaganda aufgerufen:
TAZ: Moldaus Studenten träumen von einem Beitritt zur EU. :rolleyes:

Träumen, OK.

Deutschlandfunk: "European Alternatives"
Junge Europäer fordern Direktwahl des EU-Präsidenten
:?

Junge Europäer - wer hat die denn erfunden.
Hier das passende Propagandabild:
http://www.deutschlandfunk.de/european- ... _id=372335

Obama bereits 2011.

Obama: "Deutschland ist eine globale Führungsmacht"


Deutschland will ein friedliches Land sein unter Freunden, keine Führungsmacht.
Die Lehre von 45, und dabei bleibts.


Die EU muß automatisch in Fragen der Sicherheitspolitik, der Wirtschaftspolitik und der Aufrechterhaltung von Werten stärker auftreten.


Automatisch und demokratisch widerspricht sich schon.

Schon wegen Trump.


Oder Hofer, oder Wilders oder Marine Le Pen usw.
... warum eigentlich "stärker auftreten". Noch stärker ?
Zielen irgendwelche Raketen auf Europa ?

Ist sie dafür strukturiert?


Nein, die Bürger der EU-Länder haben Aufgaben in ihren Ländern,
die müssen erst mal stark gelöst werden, bevor man für etwas Neues nach aussen auftritt.

Deutschlands Gewicht wächst auf jedenfall.


Frag die Deutschen, wieviel sie noch wachsen wollen.
Im Moment gibt es eine Rentendebatte. Die Altersarmut wächst nämlich auch.

.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Satori » Sa 26. Nov 2016, 02:43

Hyde hat geschrieben:(26 Nov 2016, 01:11)

Ich sehe es auf jeden Fall so, dass Europa und die EU allen Grund dazu hätten, selbstbewusster aufzutreten. Die EU ist die größte Wirtschaftsmacht des Planeten. Die EU ist die moralisch, ökologisch und sozial am fortschrittlichsten entwickelte Region der Erde. Quasi in allen Weltregionen träumen die Leute davon, nach Europa zu kommen, in Europa leben zu dürfen.


Träumen. :)
Es ist nicht so.
Europa ist allenfalls ein Sprungbrett.
Wer seine Papiere in Ordnung hat, will weiter nach Kanada.
Auch viele Europäer wandern aus, weils ihnen hier zu unsicher wird
und weil sie finden, das ist nicht mehr "mein Europa".
China gibt jetzt Reisewarnungen für Touristen, die Deutschland buchen wollen.

In absoluten Zahlen sind die USA immer noch das grösste Einwanderungsland der Welt – sie beherbergen rund 20 Prozent aller Einwanderer. Danach folgen Deutschland, Russland und Saudi-Arabien. Diese Länder kommen gemeinsam auf 14 Prozent.
Während die Mehrheit der Eingewanderten in Nordamerika und Europa lebt, waren die Migrationsbewegungen im letzten Jahr eher zwischen Entwicklungsländern als von solchen in die Industrieländer zu beobachten.


http://www.swissinfo.ch/ger/einwanderun ... -/42441706

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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon unity in diversity » Sa 26. Nov 2016, 04:50

Einige deutsche Politiker und Mediengurus, befinden sich nach Trumps Wahlsieg noch im Volltrauma.
Von denen sind keine rationalen Antworten zu erwarten.
Vor allem von den Mitgliedern der Atlantikbrücke und des Atlantic Council.
Die wollten nach Clintons Wahlsieg eigentlich so eine Art McCarthy Ausschuß gründen und ausgewählte Politiker wegen unamerikanischen Verhaltens anklagen:
viewtopic.php?f=67&t=62116
Jetzt hat die Realität deren Engagement vollständig entwertet und ob die jemals damit fertig werden, weiß allein der Geier.
Eine neue Politikergeneration muß das gähnende Loch ausfüllen, bevor in Europa alles über die Wupper geht.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Satori » Sa 26. Nov 2016, 05:33

unity in diversity hat geschrieben:(26 Nov 2016, 04:50)

Eine neue Politikergeneration muß das gähnende Loch ausfüllen, bevor in Europa alles über die Wupper geht.


Diese Politikergeneration wird dann alte Zöpfe abschneiden und vor allem mit Mythen
aufhören wie Feindbildpflege vom bösen Russen oder Asiaten.

Europa kann selber denken, Asien kann es, Amerika auch.
Europa hat den Vorteil, dass es genau "in der Mitte" liegt.

.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wildermuth » Sa 26. Nov 2016, 07:58

Satori hat geschrieben:(26 Nov 2016, 05:33)

Diese Politikergeneration wird dann alte Zöpfe abschneiden und vor allem mit Mythen
aufhören wie Feindbildpflege vom bösen Russen oder Asiaten.

Europa kann selber denken, Asien kann es, Amerika auch.
Europa hat den Vorteil, dass es genau "in der Mitte" liegt.

.


Das feindbild vom "bösen russen" ist reine putinistische propaganda. Es geht eher um freiheit und gegen autokratie.

Europa kann selber denken und braucht keinen trump, putin, erdogan.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 23161.html
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 26. Nov 2016, 10:03

Die Entfremdung der nationalen EU-Regierungen von unseren Nachbarn Türkei und Rußland und nun vermutlich auch den USA, muß wohl zur Besinnung und Standortbestimmung der europäischen Gemeinschaft führen.

Aus meiner Sicht zeichnen sich zwei Wege in die Zukunft Europas ab: Die nationale Vereinzelung schreitet fort, weil nach dem Abstieg der USA keine allseitig vorbildliche Führungsmacht "den Laden zusammen hält". Oder diese neue Umgebung von drohenden und bedrohlichen Staaten führt zur Besinnung und Bündelung der europäischen Demokratien mit ihren oft deckungsgleichen Werteverzeichnissen.

Auch ein europäischer Mittelweg wird erkennbar: Europäisch gesonnene Gesellschaften suchen die Gemeinschaft zur Wahrung ihrer Interessen in Europa und der Welt; andere Europäer beschreiten den Weg der Vereinzelung, nähern sich offen oder schleichend den uns umgebenden Herrschaftssystemen an. Auch darin liegt doch eine erkennbare Linie: Das oft prahlerische Herauskehren, wie gut sich ein Präsident oder Präsidentschaftsbewerber oder eine populistische Gruppierung "mit Putin verstehen" würden. Total durchgeknallte Hanswurste und Schlappschwänze in meiner Wahrnehmung... machen sich ohne Not abhängig von Willkür und Gewalt Dritter.

Noch ist Deutschland nicht auf diesen Zug aufgesprungen; bleibt zu hoffen, daß wir unsere freiheitlich-soziale-demokratische Lebensart bewahren können. Aber ungerufen eine nationale deutsche Führungsrolle in der EU? Nein, danke! Vorstellbar bleibt immer noch eine Föderation gleichgesinnter europäischer Staaten mit Deutschland als darin tief eingebettete Region, mit einer transnationalen Führung, meinetwegen auch in Europa. Selbst dieses Ziel darf Deutschland nicht
als Vorreiter anstreben, sondern sollte eindringlich von mehreren Partnern dazu aufgerufen werden.

Ansonsten muß Deutschland seinen nationalen Weg wieder aufnehmen; widerwillig, aber bis zur Selbstaufgabe darf unsere bescheidene Rolle im Hintergrund auch nicht führen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wildermuth » Sa 26. Nov 2016, 10:30

H2O hat geschrieben:(26 Nov 2016, 10:03)

Die Entfremdung der nationalen EU-Regierungen von unseren Nachbarn Türkei und Rußland und nun vermutlich auch den USA, muß wohl zur Besinnung und Standortbestimmung der europäischen Gemeinschaft führen.

Wenn du staaten mit der regierung gleichsetzt, bist du tief unten im satori-niveau.

Aus meiner Sicht zeichnen sich zwei Wege in die Zukunft Europas ab: Die nationale Vereinzelung schreitet fort, weil nach dem Abstieg der USA keine allseitig vorbildliche Führungsmacht "den Laden zusammen hält". Oder diese neue Umgebung von drohenden und bedrohlichen Staaten führt zur Besinnung und Bündelung der europäischen Demokratien mit ihren oft deckungsgleichen Werteverzeichnissen.

Wie kommst du darauf, dass die usa die eu "zusammenhält". Wenn du nato und eu nicht unterscheiden kannst, begibst du dich auf putin-troll-niveau.



[/QUOTE]
Ansonsten muß Deutschland seinen nationalen Weg wieder aufnehmen; widerwillig, aber bis zur Selbstaufgabe darf unsere bescheidene Rolle im Hintergrund auch nicht führen.[/quote]

Selbsaufgabe? du meinst die sache mit den volksfahrrädern?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 26. Nov 2016, 11:04

Wildermuth hat geschrieben:(26 Nov 2016, 10:30)

Wenn du staaten mit der regierung gleichsetzt, bist du tief unten im satori-niveau.

Wie kommst du darauf, dass die usa die eu "zusammenhält". Wenn du nato und eu nicht unterscheiden kannst, begibst du dich auf putin-troll-niveau.

Selbsaufgabe? du meinst die sache mit den volksfahrrädern?


Könnten Sie sich zum Blödeln nicht ein anders Forum suchen?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wildermuth » Sa 26. Nov 2016, 11:08

H2O hat geschrieben:(26 Nov 2016, 11:04)

Könnten Sie sich zum Blödeln nicht ein anders Forum suchen?

Geschenkt,

Wie stellst du dir vor, hat der präsident der usa die eu "zusammengehalten"?

Warum unterscheidest du nicht zwischen regierung und staat? ist dir nicht klar, dass das ein irrtum ist?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 26. Nov 2016, 11:33

Wildermuth hat geschrieben:(26 Nov 2016, 11:08)

Geschenkt,

Wie stellst du dir vor, hat der präsident der usa die eu "zusammengehalten"?

Warum unterscheidest du nicht zwischen regierung und staat? ist dir nicht klar, dass das ein irrtum ist?


Na ja, geht also! Ja, die USA haben die EU überhaupt erst möglich gemacht, und der letzte Präsident Obama hat sehr eindringlich die Briten davor gewarnt, sich von der EU ab zu wenden. Ohne den Schutz der NATO und ihrer Führungsmacht USA wären Balten, Polen, Tschechen, Slowaken, Ungarn, Rumänen und Bulgaren nicht in der EU. Kann man gut finden oder schlecht, wenn man bösartig veranlagt ist.

Ich unterscheide Regierungen und Staat, weil in einer Demokratie Mehrheiten die Regierung und Regierungspolitik stellen. So weit ganz in Ordnung.

Beim BREXIT haben 52% der Wahlteilnehmer entschieden, daß Schluß sein soll mit der EU. Haben jetzt "die Briten" entschieden? In der Türkei haben 50% der Menschen Erdogans AKP gewählt. Waren das nun "die Türken"? Sind Kurden keine türkischen Staatsbürger?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wildermuth » Sa 26. Nov 2016, 11:44

H2O hat geschrieben:(26 Nov 2016, 11:33)

Na ja, geht also! Ja, die USA haben die EU überhaupt erst möglich gemacht, und der letzte Präsident Obama hat sehr eindringlich die Briten davor gewarnt, sich von der EU ab zu wenden. Ohne den Schutz der NATO und ihrer Führungsmacht USA wären Balten, Polen, Tschechen, Slowaken, Ungarn, Rumänen und Bulgaren nicht in der EU. Kann man gut finden oder schlecht, wenn man bösartig veranlagt ist.

Wenn die EU ein anhängsel der usa wären, gäbe es keine handelskriege. Schon mal überlegt?


Ich unterscheide Regierungen und Staat, weil in einer Demokratie Mehrheiten die Regierung und Regierungspolitik stellen. So weit ganz in Ordnung.

Na, grade eben bist du an dieser unterscheiduung gescheitert.

Beim BREXIT haben 52% der Wahlteilnehmer entschieden, daß Schluß sein soll mit der EU. Haben jetzt "die Briten" entschieden? In der Türkei haben 50% der Menschen Erdogans AKP gewählt. Waren das nun "die Türken"? Sind Kurden keine türkischen Staatsbürger?


Hm... demokratie ist für dich was fremdartiges?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 26. Nov 2016, 11:53

Wildermuth hat geschrieben:(26 Nov 2016, 11:44)

Wenn die EU ein anhängsel der usa wären, gäbe es keine handelskriege. Schon mal überlegt?

Wo denn? Unterschiedliche Normen und Gesetze gab es selbst innerhalb der EU. Vertiefte Gemeinschaften muß man mit viel Arbeit entwickeln; die fallen nicht vom Himmel.

Na, grade eben bist du an dieser unterscheiduung gescheitert.

Hm... demokratie ist für dich was fremdartiges?

Wir haben wohl unterschiedliche Wahrnehmungen entwickelt; unterschiedliche Streitlust ohnehin.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wildermuth » Sa 26. Nov 2016, 12:07

H2O hat geschrieben:(26 Nov 2016, 11:53)

Wo denn? Unterschiedliche Normen und Gesetze gab es selbst innerhalb der EU. Vertiefte Gemeinschaften muß man mit viel Arbeit entwickeln; die fallen nicht vom Himmel.

Wenn du nicht weisst, was die handelskriege zwischen eu und usa waren und worums da ging, dann schlags doch mal nach! Herrgottnochmal!
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 26. Nov 2016, 13:04

Wildermuth hat geschrieben:(26 Nov 2016, 12:07)

Wenn du nicht weisst, was die handelskriege zwischen eu und usa waren und worums da ging, dann schlags doch mal nach! Herrgottnochmal!


Immer diese Übertreibungen! Europäische Investitionen in den USA, US-Investitionen in der EU. Und das mitten im Krieg... oder was?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Wähler » Sa 26. Nov 2016, 13:43

H2O hat geschrieben:(26 Nov 2016, 10:03)
Auch ein europäischer Mittelweg wird erkennbar: Europäisch gesonnene Gesellschaften suchen die Gemeinschaft zur Wahrung ihrer Interessen in Europa und der Welt; andere Europäer beschreiten den Weg der Vereinzelung, nähern sich offen oder schleichend den uns umgebenden Herrschaftssystemen an. Auch darin liegt doch eine erkennbare Linie.

Ein europäischer Mittelweg ist unabdingbar, will man nicht völlig an Einfluss auf die Weltmächte USA und China verlieren. Es ist aber wichtig, die historisch gewachsenen Besonderheiten der einzelnen Nationalstaaten innerhalb der EU zu verstehen. Großbritannien hat sich wohl gegen eine Vertiefung der Kooperation und für die Beibehaltung des traditionellen Nationalstaates entschieden. Frankreich, Italien und Spanien tun sich schwer, ihr Sozialstaatswesen zu erhalten und die richtige Balance gegenüber Deutschland zu finden. Polens Nationalstaat ist, historisch betrachtet, noch recht jung. Der Regierungswechsel in den USA könnte eine stärkere Kooperation der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik innerhalb der EU voranbringen. Wir Wahlbürger dürfen uns von den erstarkten und vereinfachenden Populisten nicht deren Krisenangst, Unsicherheit und Orientierungslosigkeit überstülpen lassen. Die Parteien müssen wieder mehr inhaltliche Kante zeigen und aufhören, ihre Anhänger mit unfinanzierbaren Sozialstaatsgeschenken in falsche Sicherheit zu wiegen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Sa 26. Nov 2016, 13:59

Wähler hat geschrieben:(26 Nov 2016, 13:43)

Ein europäischer Mittelweg ist unabdingbar, will man nicht völlig an Einfluss auf die Weltmächte USA und China verlieren. Es ist aber wichtig, die historisch gewachsenen Besonderheiten der einzelnen Nationalstaaten innerhalb der EU zu verstehen. Großbritannien hat sich wohl gegen eine Vertiefung der Kooperation und für die Beibehaltung des traditionellen Nationalstaates entschieden. Frankreich, Italien und Spanien tun sich schwer, ihr Sozialstaatswesen zu erhalten und die richtige Balance gegenüber Deutschland zu finden. Polens Nationalstaat ist, historisch betrachtet, noch recht jung. Der Regierungswechsel in den USA könnte eine stärkere Kooperation der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik innerhalb der EU voranbringen. Wir Wahlbürger dürfen uns von den erstarkten Populisten nicht deren Krisenangst, Unsicherheit und Orientierungslosigkeit überstülpen lassen. Die Parteien müssen wieder mehr inhaltliche Kante zeigen und aufhören, ihre Anhänger mit unfinanzierbaren Sozialstaatsgeschenken in falsche Sicherheit zu wiegen.


Die Leistungen der EU haben das Ergebnis der europäischen Einigung vielfach vorweg genommen. Vielleicht wäre es eine sinnvolle Maßnahme, die Leistungen an das Erreichte an zu passen. Ich vermute, daß danach so mancher Trittbrettfahrer die EU verließe bis auf einen überzeugten Kern, mit dem wir Europäer unseren Traum von einer zivilisierten Schicksals- und Kulturgemeinschaft weiter entwickeln können. Was sich derzeit als EU zeigt, das ist weder zukunftsfest, noch hilft es, die Fragen der Gegenwart zu lösen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 26. Nov 2016, 14:03

Hyde hat geschrieben:(26 Nov 2016, 01:11)

Ich sehe es auf jeden Fall so, dass Europa und die EU allen Grund dazu hätten, selbstbewusster aufzutreten. Die EU ist die größte Wirtschaftsmacht des Planeten. Die EU ist die moralisch, ökologisch und sozial am fortschrittlichsten entwickelte Region der Erde. Quasi in allen Weltregionen träumen die Leute davon, nach Europa zu kommen, in Europa leben zu dürfen.

Wäre doch gelacht, wenn dieses Europa sich von einem Erdogan, Putin oder Trump einschüchtern lassen würde, von solchen rückständigen Egomanen, die mehr ins 19. oder 20. Jhd gehören. Europa kann viel selbstbewusster auftreten und sollte endlich seine Rolle als Führungsmacht der westlichen Welt wahrnehmen. Gerade bei Themen wie Umweltschutz, aber auch bei gesellschaftlichen und humanistischen Themen (z.B. Ablehnung der Todesstrafe) kann nur Europa die Welt anführen, da hier weder die USA, noch Asien auch nur ansatzweise mit dem fortschrittlichen Europa mithalten kann. Diese europäischen Werte müssen offensiver und selbstbewusster in die Welt getragen werden.
Dafür muss man aber vereint als Europa auftreten anstatt sich in nationale Egoismen zurückzuziehen.


So gesehen könnte ein Trump vielen Dauernörglern die Augen öffnen. Wenn Trump so richtig loslegt dürfte sich schnell Ernüchterung einstellen bei den Leuten die solche Populisten für Problemlöser halten.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)

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